Tittmoning

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tittmoning
Tittmoning
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tittmoning hervorgehoben

Koordinaten: 48° 4′ N, 12° 46′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Höhe: 388 m ü. NHN
Fläche: 72,04 km2
Einwohner: 5798 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84529
Vorwahl: 08683
Kfz-Kennzeichen: TS, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 152
Stadtgliederung: 121 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 1
84529 Tittmoning
Website: www.tittmoning.de
Bürgermeister: Konrad Schupfner (CSU)
Lage der Stadt Tittmoning im Landkreis Traunstein
ChiemseeLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis RosenheimLandkreis AltöttingLandkreis Mühldorf am InnWaginger SeeWonnebergWaging am SeeVachendorfUnterwössenÜbersee (Chiemgau)TrostbergTraunsteinTraunreutTittmoningTaching am SeeTachertingSurbergStaudach-EgerndachSiegsdorfSeeon-SeebruckSchnaitseeSchlechingRuhpoldingReit im WinklPittenhartPetting (Gemeinde)PallingObingNußdorf (Chiemgau)MarquartsteinKirchanschöringKienberg (Oberbayern)InzellGrassauGrabenstättFridolfingEngelsbergChiemingBergen (Chiemgau)Altenmarkt an der AlzÖsterreichÖsterreichÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Tittmoning ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Traunstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am westlichen Ufer der Salzach gegenüber der oberösterreichischen Gemeinde Ostermiething im Bezirk Braunau am Inn, mit der sie über eine Salzachbrücke verbunden ist, und an der Bundesstraße 20, etwa 30 Kilometer nördlich von Salzburg im „Rupertiwinkel“. Sie ist eine Mitgliedsgemeinde der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Tittmoning gehören 122 Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Titamanninga“ wird erstmals in einem salzburgischen Güterverzeichnis, der Notitia Arnonis, um 788–790 genannt. Ab 1234 ließ der salzburgische Erzbischof Eberhard von Regensberg den Burgberg befestigen, erhob Tittmoning zur Stadt und gewährte Handelsprivilegien. Tittmoning ist als salzburgische Stadt mit dem Sitz eines Pfleggerichtes gegen die bayerischen Städte Burghausen und Neuötting ausgebaut worden. Der Ort lebte vorwiegend vom Handel mit dem bäuerlichen Umland.

Im 17./18. Jahrhundert entwickelte sich ein kleines Kunstzentrum mit weiter Ausstrahlung. Es wirkten bedeutende Baumeister, Bildhauer, Maler, Dichter, Musiker, Wachsbossierer und Goldschmiede.

1810 kam Tittmoning vorläufig und 1816 nach dem Wiener Kongress zusammen mit dem Rupertiwinkel endgültig zu Bayern. Nach 1816 sank durch die neue Grenzziehung die wirtschaftliche Bedeutung Tittmonings. 1862 wurde das Landgericht aufgelöst. Damals wurde der Grundstein für den Landkreis Laufen als Verwaltungseinheit gelegt, die den ganzen Rupertiwinkel umfasste. Am 1. Mai 1894 wurde die Lokalbahn Laufen–Tittmoning eröffnet.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 kamen im Zuge der Gebietsreform der nördliche Teil des Landkreises Laufen und damit Tittmoning zum Landkreis Traunstein.

Die Stadt erhielt verschiedene Auszeichnungen, so unter anderem 1997 die Europa-Nostra-Medaille oder den Deutschen Städtebaupreis des Jahres 1998. Der Komiker und Liedermacher Willy Astor widmete der Stadt zudem einen Song („Ozonalarm in Tittmoning“).

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Kirchheim eingegliedert,[3] Asten kam am 1. Januar 1976 hinzu. Kay und Törring folgten am 1. Mai 1978.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 5.045 auf 5.798 Einwohner bzw. um 14,9 %.

Datum Einwohner
01.12.1871 4010
01.12.1900 4235
16.06.1925 4579
17.05.1939 4269
13.09.1950 6661
06.06.1961 5254
27.05.1970 5222
25.05.1987 4947
31.12.1991 5398
31.12.1995 5601
31.12.2000 6062
31.12.2005 6151
31.12.2010 6009
09.05.2011 5830
31.12.2015 5818

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 61,0 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,4 %
19,1 %
16,1 %
10,9 %
10,5 %
ÖBL
mitBürger

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 setzt sich der Stadtrat folgendermaßen zusammen:

Partei/Liste Sitze
CSU 9
SPD 2
Freie Wähler 4
Ökologische Bürgerliste 3
mitBürger 2
Gesamt 20

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau eine silberne Burg mit offenem Tor, goldenem Fallgatter und zwei rot bedachten Zinnentürmen, zwischen ihnen wachsend ein golden gekleideter Bischof mit Mitra, die Rechte segnend erhoben, in der Linken einen goldenen Krummstab[6]

Wappendaten: Die Führung des Wappens erfolgt seit dem 13. Jh., es ist in einem Siegel überliefert, dessen Führung wiederum seit 1299 belegt ist. Änderungen erfolgten 1403, 1819 und 1836. Die ehemaligen Gemeinden Kay und Törring hatten ein eigenes Wappen.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tittmoning hat das Unternehmen Rosenberger Hochfrequenztechnik seinen Hauptsitz, ein großer Hersteller von Hochfrequenz-Koaxial-Steckverbindern. Das Stammwerk des Unternehmens befindet sich in Fridolfing.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Tittmoning
Klosterkirche
Stadtplatz
Tittmoning von der Au
Tittmoning und Umgebung in den 1930er-Jahren (Aufnahmeblatt der 3. österreichischen Landesaufnahme)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Tittmoning und Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als markantestes Bauwerk der Stadt gilt die schon im 12. Jahrhundert, urkundlich dann unter Eberhard II. 1234 erstmals erwähnte Burg Tittmoning. Im frühen 17. Jahrhundert verlor sie ihren militärischen Charakter und wurde – wegen des „überallent wabernden Miasmas“ wenig genutzte – Sommerresidenz der Salzburger Erzbischöfe. Im Burgbereich steht die Schlosskapelle St. Michael von 1693/94.

Weitere Kirchenbauten in Tittmoning:

Stadtplatz und Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtplatz hat die Bauweise des Inn-Salzach-Stils mit seiner für die Salzachstädte typischen Bebauung mit aufgezogenen horizontalen Giebelwandabschlüssen, den sogenannten Blendfassaden, die ein besonders einheitliches, harmonisches Stadtbild ergeben. Die barocken bis klassizistischen Fassaden entstanden zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert. Auf dem Stadtplatz befinden sich an Denkmälern des 18. Jahrhunderts der Floriansbrunnen, die Mariensäule sowie eine Statue des Heiligen Johann von Nepomuk.

Auf dem Platz steht das im 15. Jahrhundert erbaute Rathaus mit der Prunkfassade von 1711, in deren Nischen unterhalb dachförmiger Fensteraufsätze nach italienischem Vorbild goldgefasste Porträtbüsten römischer Imperatoren prangen. Zum Eingang des Königlich Bayerischen Amtsgerichts umdekoriert, war dieser Teil des Gebäudeensembles regelmäßig im Vorspann der gleichnamigen volkstümlichen Fernsehserie zu sehen. Weitere architektonisch bemerkenswerte Fassaden befinden sich am Khuenburghaus, am Gasthaus „Zur Post“ (Stuckfassade 19. Jh.) und am Wagnerhaus (heute Sparkasse), das zusätzlich einen reich verzierten Erker trägt.

Die Form des 300 Meter langen, vom Stadtbach etwa in der Mitte quergeteilten viereckigen Stadtplatzes ist ungewöhnlich und so nirgendwo sonst zu finden: Während seine Breite am südlichen Tor nur 30 m beträgt, erweitert er sich trapezförmig zum Nordtor auf ziemlich genau 120 Meter. Der Zugang zum Stadtplatz, der baulich sehr geschlossen wirkt, ist von außen nur durch zwei Tortürme möglich, deren Namen die Richtung zur nächsten Stadt angeben: Im Norden steht das Burghauser Tor mit einem in Stein gemeißelten Wappen des Erzbischofs Markus Sittikus, im Süden regelt der Laufener oder Salzburger Tor genannte – von der Straße inzwischen untertunnelte – Wehrturm mit dem gemalten Wappen des Erzbischofs Antonius von Harrach die Zufahrt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Jahr 2001 fand auf der Burg und dem umgebenden Burggelände jährlich ein viertägiges „historisches Burgfest“ statt. Wegen einer Klage vor Gericht wurde es 2008 abgesagt und seitdem nicht mehr wiederholt.

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Tittmoning

Persönlichkeiten und Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Goerge: Tittmoning, Castrum – Schloß – Burg, 900 Jahre Geschichte. Tittmoning, 2004
  • Eröffnung des neuen Schulhauses zu Tittmoning im Salzachkreise.[9] Das ehemalige Maut- und Zollhaus von Tittmoning wurde am 6. Dezember 1811 der Stadt Tittmoning geschenkt, die eine Schule darin einrichtete. Bei den Eröffnungsfeierlichkeiten am 28. Jänner 1812 hielt der spätere Vorgesetzte von Joseph Mohr, der Kanonikus des Stiftes Laufen, Georg Heinrich Nöstler, eine Rede.
  • Erwin Keller: Tittmoning in römischer Zeit (Führer zu archäologischen Denkmälern in Bayern / Oberbayern, 1). Tittmoning, 1984
  • Helmut Perseis: Liebenswertes Tittmoning. Burghausen, 1984. ISBN 3-923735-04-9
  • Hanno Rink (Red.): Tittmoning – Die Sanierung einer Stadt (Städtebauförderung in Oberbayern)
    • Heft 1 – Das Rathaus. Tittmoning, 1993
    • Heft 2 – Plätze, Straßen, Gassen und Häuser. Tittmoning, 1995
    • Heft 3 – Der Stadtsaal und das Leben in einer alten Stadt. Tittmoning, 2001
  • Richard Ruhland (Red.): Tittmoning - Burg, Stadt, Vorstadt; Stadtgeschichte um 1800; die Stadt auf alten Ansichten; 100 Jahre Historischer Verein. Tittmoning, 2000
  • Stadt Tittmoning 1234–1984, Festschrift zur 750-Jahrfeier am 15./16. September 1984. Tittmoning, 1984

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111109/193340&attr=OBJ&val=575
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 511.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.
  5. www.wahl.info
  6. a b Haus der Bayerischen Geschichte - Bayerns Gemeinden. Abgerufen am 18. September 2019.
  7. https://www.tittmoning.de/de/tourismus/tittmoning/burg-ponlach Homepage der Stadt Tittmoning
  8. Radio Vatikan: Vatikan: Papst wird Ehrenbürger von Tittmoning 24. Januar 2007
  9. In: Nachrichten von dem deutschen Schulwesen im Königreiche Baiern (Monatsschrift), Band 10, Königlicher Haupt-Schulbücher-Verlag, München 1812, 7. Heft (31. Juli 1812), S 100–102. [1], download am 22. Jänner 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tittmoning – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien