Tix (Musiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Andreas Andresen Haukeland[1] (* 12. April 1993[2]), bekannt unter seinem Künstlernamen TIX, ist ein norwegischer Sänger, Musikproduzent und Songwriter.[3] Er wurde bekannt für seine Partymusik, die vor allem von Jugendlichen in Verbindung zur Russfeier verwendet wird. Er wird Norwegen mit dem Lied Fallen Angel beim Eurovision Song Contest 2021 vertreten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haukeland stammt aus Haslum in der südostnorwegischen Gemeinde Bærum. Er hat das Tourette-Syndrom und wurde in der Schulzeit wegen seiner Tics auch „Tics“ genannt. Aus diesem Namen bildete er schließlich seinen Künstlernamen „TIX“. Als Jugendlicher erlernte er Gitarre und Klavier, bevor er beschloss, sich auf elektronische Musik zu konzentrieren.[4][5] Später begann er, auftragsweise Lieder für die Russfeiern der norwegischen Abschlussschüler zu schreiben.[6] In seiner Rolle als TIX trägt er meist einen Pelzmantel, eine Sonnenbrille sowie ein Stirnband.[7]

2015–2018: Durchbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationale Bekanntheit erlangte er 2015 mit dem Lied Sjeiken 2015, das für die Russfeier seines Bruders entstand.[8] Es wurde schließlich auch von anderen Teenagern bei den Russfeiern rund um den norwegischen Nationalfeiertag verwendet und stieg in die Charts ein.[9] Das Lied schuf eine Kontroverse, da es Sätze wie „I kveld er det lov å være hore“ (deutsch: „Heute Abend ist es erlaubt, eine Hure zu sein“) und „Vil du bli med meg hjem hvis jeg skjenker deg noe sprit da?“ (deutsch: „Kommst du mit heim, wenn ich dir Alkohol einschenke?“) enthält.[10][11] Es folgten weitere Singles und im Jahr 2016 sein Debütalbum Dømt og berømt. Tor Martin Bøe von der Zeitung Verdens Gang (VG) schrieb in einer Rezension des Albums Dømt og berømt, dass die Lieder bewusst einfach und sexfokussiert seien. Er gab dem Album einen von sechs möglichen Punkten.[12] Haukeland selbst erklärte im November 2020, dass er wegen seines Images als TIX Schwierigkeiten hatte, Produzenten für weitere Lieder zu finden, weshalb er diese Arbeit selbst übernahm. Als Songwriter war Haukeland am 2018 veröffentlichten und von Ava Max gesungenen Lied Sweet but Psycho beteiligt, welches in verschiedenen Ländern Platz 1 der Musikcharts erreichen konnte.[4]

2019–2020: Imagewandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2019 nahm Andreas Haukeland an der norwegischen Reality-TV-Serie Paradise Hotel teil, nach eigenen Angaben, um deutlich zu machen, dass er sich von der Figur TIX unterscheide. Haukeland erklärte im Anschluss an seine Teilnahme, dass er später nicht mehr unter seinem Künstlernamen TIX auftreten wolle. Als Begründung gab er an, dass am Anfang seiner Karriere die Person hinter dem Pseudonym und der Kunstfigur noch nicht in der Öffentlichkeit stand, er aber unter anderen durch die Teilnahme an Paradise Hotel auch selbst bekannt geworden sei.[13] Mit dem Lied Jeg vil ikke leve veröffentlichte er im Jahr 2019 zudem erstmals eine Single, die nicht mehr eindeutig als Partymusik galt. Haukeland erklärte, dass er mit dem Lied, das den Refrain „Jeg ville ikke leve, men jeg vil ikke dø“ (deutsch: „Ich will nicht leben, aber ich will nicht sterben“) hat, einsamen Personen helfen wollte.[4] In einem Interview in der Talkshow Lindmo gab er im Jahr 2021 bekannt, dass er das Lied aufgrund von eigenen Erfahrungen mit Suizidgedanken schrieb.[14]

Zu Beginn des Jahres 2020 war er als Juror bei der norwegischen Castingshow Idol tätig. Im März 2020 veröffentlichte er das Lied Karantene (deutsch: Quarantäne), welches während der COVID-19-Pandemie entstand.[3][15] Das Lied nahm er auch auf Schwedisch mit dem Duo Samir & Viktor auf. Neben seinem Lied Karantene erreichte er 2020 auch mit weiteren Singles den ersten Platz in den norwegischen Singlecharts. Im November 2020 trat er bei der Musikpreisverleihung P3 Gull auf, wo er auch das Lied Tusen tårer präsentierte. Im Vorfeld der Verleihung begann er, sich verstärkt auch von der Figur TIX gelöst in Interviews zu zeigen.[4][16]

2021: Teilnahme am Eurovision Song Contest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2021 wurde er mit dem Lied Ut Av Mørket als automatisch für das Finale qualifizierter Teilnehmer am Melodi Grand Prix 2021, dem norwegischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest, vorgestellt.[7] Vor dem Finale veröffentlichte Haukeland die englische Version Fallen Angel, mit der er am 20. Februar 2021 den Vorentscheid gewann. Er wird damit Norwegen beim Eurovision Song Contest 2021 vertreten.[16]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[17][18]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
NO NO
2016 Dømt og berømt NO2
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(79 Wo.)NO

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[17][18]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
NO NO
2015 Sjeiken 2015
NO5
Dreifachplatin
×3
Dreifachplatin

(7 Wo.)NO
Habbo Club 2015
NO22
(3 Wo.)NO
2016 Dory 2017
Dømt og berømt
NO8
(6 Wo.)NO
Gullalderen 2017
NO33
(2 Wo.)NO
Hydra 2016
Dømt og berømt
NO15
Platin
Platin

(4 Wo.)NO
Ponyville 2016
Dømt og berømt
NO17
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(7 Wo.)NO
Tronen 2016
Dømt og berømt
NO24
Gold
Gold

(2 Wo.)NO
Versace 2017
NO5
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(9 Wo.)NO
2017 Hakkebakkeskogen 2017
NO32
(1 Wo.)NO
Skammekroken 2017
NO25
Platin
Platin

(4 Wo.)NO
Ulovlig
NO22
(3 Wo.)NO
2018 Håper nissen har råd
NO5
Platin
Platin

(8 Wo.)NO
Nasjonen 2018
NO29
(5 Wo.)NO
Shotgun
NO5
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(12 Wo.)NO
2019 Brosjan Jesus
NO20
(1 Wo.)NO
Neste Sommer
NO3
Platin
Platin

(12 Wo.)NO
Jeg vil ikke leve
NO1
Platin
Platin

(11 Wo.)NO
Når jeg er full
NO14
(6 Wo.)NO
2020 Jævlig
NO3
(12 Wo.)NO
Kaller på deg
NO1
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(22 Wo.)NO
Karantene
NO1
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(19 Wo.)NO
Skål
NO2
(7 Wo.)NO
Dommedagen 2020
NO17
(2 Wo.)NO
featuring Soppgirobygget
Deg eller ingenting
NO4
(10 Wo.)NO
Nå koser vi oss
NO4
(12 Wo.)NO
Igjen og igjen
NO1
Platin
Platin

(14 Wo.)NO
El Papi featuring Tix
Jul i karantene
NO10
(3 Wo.)NO
Tusen tårer
NO2
(… Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2020NO
2021 Ut av mørket
NO1
(… Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2021NO
Fallen Angel
NO2
(… Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2021NO

Weitere Lieder mit Auszeichnungen

  • 2014: Agrabah 2014 (NO: GoldGold)
  • 2016: Monaco 2016 (NO: PlatinPlatin)
  • 2016: East High 2016 (NO: PlatinPlatin)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gaute Zakariassen: Dette tjente norske artister i 2016. NRK, 27. Oktober 2017, abgerufen am 10. Juli 2020 (norwegisch (Bokmål)).
  2. Knut-Eirik Lindblad: Provokatøren. In: Dagbladet. Oslo 7. Juli 2018, S. 48–50 (norwegisch, nb.no).
  3. a b Fikk inn 400 filmklipp fra fansen på én dag da han skulle lage «Karantene»-musikkvideo In: Dagsavisen. 16. April 2020, abgerufen am 21. April 2020 (norwegisch)
  4. a b c d Eskil Olaf Vestre: Andreas Haukeland (27) tar et oppgjør med musikkbransjen – og med sin egen Tix-forkledning In: p3.no. 21. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (norwegisch)
  5. Karima Elisabeth Magnussen, Cal Hammerich: TIX mener han tapte millioner på å delta på Paradise Hotel In: TV2. 26. Mai 2019, abgerufen am 21. November 2020 (norwegisch)
  6. Christine Ferner Apalnes: Russemusikk – et hett marked In: Budstikka. 14. November 2012, abgerufen am 21. April 2020 (norwegisch)
  7. a b Jon Marius Hyttebakk: Nå offentliggjøres de første artistene i MGP 2021 In: NRK. 11. Januar 2021, abgerufen am 11. Januar 2021 (norwegisch)
  8. Elin Reffhaug Craig: Andreas (22) lager russelåtene alle vil ha. In: budstikka.no. 2. Mai 2015, abgerufen am 21. April 2020 (norwegisch).
  9. Russelåtene inntar Topp 10. Music Norway, 13. Mai 2015, abgerufen am 21. April 2020 (norwegisch (Bokmål)).
  10. Elin Reffhaug Craig: – Vi har skapt et monster In: Budstikka. 2. Mai 2015, abgerufen am 21. April 2020 (norwegisch)
  11. Thomas Talseth: Skandale-russelåt stormer VG-lista In Verdens Gang. 15. Mai 2015, abgerufen am 21. April 2020 (norwegisch)
  12. Tor Martin Bøe: Plateanmeldelse: Tix – «Dømt og berømt» In: Verdens Gang. 20. Mai 2016, abgerufen am 12. Februar 2021 (norwegisch)
  13. Øyvind Schou: Andreas (26) har satt dødsdatoen for artistaliaset «TIX» In: Drammens Tidende. 14. April 2019, abgerufen am 21. April 2020 (norwegisch)
  14. Åpenhjertig Andreas «Tix» Haukeland: – Har kjent på en enorm ensomhet In: Nettavisen. 15. Januar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021 (norwegisch)
  15. Elin Reffhaug Craig: Slipper korona-låt etter karantenetid In: Budstikka. 24. März 2020, abgerufen am 12. Februar 2021 (norwegisch)
  16. a b Knut-Øyvind Hagen: TIX vant MGP. In: NRK. 20. Februar 2021, abgerufen am 21. Februar 2021 (norwegisch (Bokmål)).
  17. a b Chartquellen: NO
  18. a b Auszeichnungen für Musikverkäufe: NO