U-18-Fußball-Europameisterschaft 1992

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die achte U-18-Fußball-Europameisterschaft wurde in der Zeit vom 20. bis 25. Juli 1992 in Deutschland ausgetragen. Sieger wurde die Türkei durch ein Golden Goal (1:0-Sieg) gegen Portugal. Damit verlor Portugal das dritte Finale in Folge. Die gastgebende deutsche Mannschaft schied im Viertelfinale aus, Österreich und die Schweiz konnten sich nicht qualifizieren.

Zum letzten Mal fand das Turnier im zweijährigen Turnus statt. Seit 1993 wird das Turnier wieder jährlich ausgetragen.

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die acht qualifizierten Mannschaften spielten im K.-o.-System um den Titel. Die Viertelfinalsieger erreichen das Halbfinale, die Halbfinalsieger das Finale. Die Halbfinalverlierer spielen um Platz drei. Die Viertelfinalverlierer spielen um zwei freie Plätze für die Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1993. Die Halbfinalisten qualifizieren sich ebenfalls für die Weltmeisterschaft.

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Turnier haben folgende Mannschaften teilgenommen:

Mannschaften aus dem deutschsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DFB-Junioren qualifizierten sich als Sieger der Gruppe 4 mit einem Punkt Vorsprung vor Italien für die Endrunde. Zum sechzehnköpfigen Kader von Rainer Bonhof und dessen Co-Trainer Bernd Stöber beim Finalturnier vor heimischer Kulisse zählten unter anderem die späteren Bundesligaspieler, -trainer und -manager Dimo Wache, Uwe Gospodarek (beide im Tor), Max Eberl, Jens Nowotny, Torsten Lieberknecht Carsten Ramelow und André Breitenreiter. Nach der hohen Viertelfinalniederlage gegen den Vizeeuropameister von 1990, Portugal, sicherte sich das Team durch den 3:2-Sieg gegen Polen das Ticket für die U-20-WM in Australien – bei der dann auch Carsten Jancker, der kurz vor der EM verletzt ausgefallen war, im Aufgebot stand – im März 1993.

DFB-Aufgebot[1]
Spieler Verein Einsätze Tore
Dimo Wache Bayer 04 Leverkusen 1 -
Uwe Gospodarek FC Bayern München 1 -
Markus Schwiderowski FC Schalke 04 2 -
Torsten Lieberknecht 1. FC Kaiserslautern 2 -
Max Eberl FC Bayern München 2 -
Carsten Ramelow Hertha BSC 2 -
Guido Jörres 1. FC Köln 2 -
Stefan Thiele Borussia Dortmund 2 -
Jens Nowotny Karlsruher SC 1 -
Werner Protzel FC Bayern München 2 -
Marcus Ziegler VfB Stuttgart 1 -
Thomas Reis Eintracht Frankfurt 1 -
Tobias Hager FC Bayern München 2 -
André Breitenreiter Hannover 96 2 2
Frank Meißner Werder Bremen 1 -
Christoph Dengel 1. FC Kaiserslautern 1 1

DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Turnier, das später in die Bundesrepublik vergeben wurde, loste die UEFA die DDR im Dezember 1989 in die Qualifikationsgruppe 3 mit Frankreich, Dänemark, Luxemburg und Portugal. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und der Eingliederung von DFV/NOFV in den DFB wurde das Team aus dem Wettbewerb zurückgezogen.

Austragungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gespielt wurde in den Städten Amberg, Bamberg, Bayreuth, Haßfurt, Nördlingen, Nürnberg, Regensburg, Schwandorf, Schweinfurt und Vestenbergsgreuth.

Das Turnier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viertelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

20. Juli 1992, Nürnberg
DeutschlandDeutschland Deutschland PortugalPortugal Portugal 0:4
20. Juli 1992, Nördlingen
TurkeiTürkei Türkei UngarnUngarn Ungarn 3:0
20. Juli 1992, Regensburg
EnglandEngland England PolenPolen Polen 3:1
20. Juli 1992, Haßfurt
NorwegenNorwegen Norwegen GUSGUS GUS 4:4 n. V., 3:1 i. E.

WM-Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

22. Juli 1992, Bamberg
DeutschlandDeutschland Deutschland PolenPolen Polen 3:2
22. Juli 1992, Vestenbergsgreuth
GUSGUS GUS UngarnUngarn Ungarn 3:1

Halbfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

22. Juli 1992, Schwandorf
TurkeiTürkei Türkei NorwegenNorwegen Norwegen 2:1
22. Juli 1992, Schweinfurt
PortugalPortugal Portugal EnglandEngland England 1:1 n. V., 12:11 i. E.

Spiel um Platz drei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

25. Juli 1992, Amberg
NorwegenNorwegen Norwegen EnglandEngland England 1:1 n. V., 8:7 i. E.

Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

25. Juli 1992, Bayreuth
TurkeiTürkei Türkei PortugalPortugal Portugal 2:1 n. GG

Entscheidungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Türkei wurde zum ersten Mal U-18-Fußball-Europameister.

Die Siegerelf[2]: Yetkin Akman - Bülent Kapıcı - Emre Aşık, Sinan Demircioğlu - Yakup Can, İlhami Arslan, Turan İlciktay (Tarkan Alkan), Seyfettin Kurtulmuş - Bülent Yılmaz (Aygün Taşkıran), Oktay Derelioğlu, Mustafa Kocabey

Bülent Yılmaz, Tarkan Alkan / Cardoso erzielten die Tore im Finale.

Neben der Türkei qualifizierten sich Deutschland, England, die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), Norwegen und Portugal für die Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Schilling: Superball mit Portugal. In: Kicker (Sportmagazin). 20. Juli 1992, Seite 15.
  2. tff.org: Kader der Türkischen U-18-Nationalmannschaft (abgerufen am 16. September 2016)