Loitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Loitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Loitz
Loitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Loitz hervorgehoben
Koordinaten: 53° 58′ N, 13° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Peenetal/Loitz
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 89,53 km²
Einwohner: 4395 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17121
Vorwahl: 039998
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 082
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lange Straße 83
17121 Loitz
Webpräsenz: www.loitz.de
Bürgermeister: Michael Sack (CDU)
Lage der Stadt Loitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
Über dieses Bild

Loitz [løːts] ist eine Landstadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Sitz des Amtes Peenetal/Loitz, dem zwei weitere Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loitzer Hafenspeicher, eine Landmarke am Fluss Peene

Loitz liegt im westlichen Teil Vorpommerns an der Peene und deren ebener Niedermoorlandschaft. Östlich der Stadt mündet das Tal der Schwinge in das Urstromtal des Ibitzgrabens, der weiter südöstlich der Stadt dann in die Peene mündet. In der Nähe des Ortsteiles Drosedow befindet sich das Waldgebiet Drosedower Wald. Hier liegt auch das Naturschutzgebiet Kronwald.

Umliegende Städte sind Demmin, Greifswald, Jarmen und Grimmen.

Nachbargemeinden von Loitz sind (im Uhrzeigersinn): Süderholz, Sassen-Trantow, Bentzin, Tutow, Kletzin, Stadt Demmin, Nossendorf und Glewitz.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Drosedow
  • Düvier
  • Gülzowshof
  • Loitz
  • Nielitz
  • Rustow
  • Schwinge
  • Sophienhof
  • Vorbein
  • Voßbäk
  • Wüstenfelde
  • Zarnekla
  • Zeitlow

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorbein gehört seit dem 1. Januar 1992 zu Loitz.[2] Am 14. Juni 2004 wurde Wüstenfelde eingemeindet,[3] am 1. Juli 2012 Düvier.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barockes Rathaus von Loitz

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde unter der Nr. 22 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Rot fünf pfahlweise gestellte silberne Sterne zwischen zwei aufgerichteten goldenen Keulen, die nach außen von je einem gestürzten schwarzen Adlerflügel beseitet sind.“

Das Wappen wurde 1994 neu gezeichnet.

Partnerkommunen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Partnerstadt Hiddenhausen, Kreis Herford in Nordrhein-Westfalen
  • Partneramt Breitenburg, Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Loitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1170 ist der Name der Landschaft als Losice benannt. Der Name veränderte sich in Lositz (1171 und 1193), Locisse (1194), Losiz (1197), Lozitz (1314) ständig. Burg und Siedlung hießen ab 1236 Lositz, 1248 Losiz, 1275 Loseze, 1294 Losiz und dann verkürzt 1331 Loytze und 1332 Loitze. Dem liegt der altpolabische Ortsname *Losica zugrunde, welcher mit dem Substantiv *los „Elch“ gebildet wurde.[4] Loitz kann also mit Ort des Elches wiedergegeben werden. Auf polnisch lautet der Name Łozice.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Slawischer Bohlenweg in Loitz

Eine erste Siedlung der slawischen Lutizen im heutigen Hafenbereich wurde für das 10. Jahrhundert archäologisch nachgewiesen. In der heutigen Altstadt konnten bisher keine slawischen Vorsiedlungen gefunden werden, im Oktober 2011 wurde dann jedoch bei den Bauarbeiten zur neuen Brückenauffahrt ein slawischer Bohlenweg aufgedeckt. Das spätere Land Loitz gehörte bis zum 12. Jahrhundert zum Machtbereich des Lutizenbundes. Im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts eroberte der Pommernherzog Wartislaw I. das Gebiet. Nach 1187 gehörte das Gebiet zum Fürstentum Rügen, kam aber bald zurück zu Pommern. 1236 überließ Bischof Brunward von Schwerin dem Fürsten Johann von Mecklenburg den halben Zehnten aus den Ländern Lusyz (Loitz) und Gützkow. 1242 ist die erste urkundliche Erwähnung der Stadt mit der Verleihung des lübischen Stadtrechts (civitas) durch den Ritter Detlef von Gadebusch. Er versuchte im Grenzgebiet zwischen Herzogtum Pommern, Fürstentum Rügen und Mecklenburg eine eigenständige Herrschaft zu etablieren. Im Vertrag zwischen dem Kloster Eldena und Detlefs Sohn Werner von Loitz gab Werner 1249 die dem Kloster entzogenen Dörfer Subzow, Pansow, Griebenow zurück. Doch schon mit seinen Söhnen starb die Familie um 1270 wieder aus und das Land Loitz fiel zunächst an das Fürstentum Rügen und schließlich an das Herzogtum Pommern. 1292 gewährte Rügenfürst Wizlaw II. den Demminern Zollfreiheit in Loitz.

1299 findet die Loitzer Stadtkirche St. Marien erstmalige Erwähnung. 1314 wurde erstmals das Loitzer Schloss urkundlich erwähnt. Das schon gut befestigte „slot“ oder „hus loitz“ widerstand Angriffen und spielte ebenso wie die Stadt eine Rolle im Rügischen Erbfolgekrieg, in dem letztlich Pommern gegen Mecklenburg siegreich blieb. Barnim III. zog während des Zweiten Rügischen Erbfolgekrieges mit einem Entsatzheer nach Loitz und schlug hier die Mecklenburger 1351 in der Schlacht am Schoppendamm. Seitdem gehörte die Stadt als Sitz einer Vogtei zum Herzogtum Pommern-Wolgast.

Von 1480 bis etwa 1486 war Bernd von Moltzan, genannt auch der Böse Bernd, Voigt des Landes Loitz. Das Schloss war in dieser Zeit Sitz herzoglicher Vögte und Amtshauptleute, wobei es im 14. und 15. Jahrhundert zu häufigen Verpfändungen kam. Zahlreiche Marktprivilegien des 16. Jahrhunderts sprechen für eine gute wirtschaftliche Entwicklung als Nahhandels- und Handwerkszentrum für den umliegenden ländlichen Raum. Die Stadt hatte zu dieser Zeit rund 500 Einwohner. Der zwischen etwa 1530 und 1540 amtierende Amtmann Henning Kaskow war zugleich Bürgermeister von Loitz und Grundbesitzer des Dorfes Bilow, heute Wüstenbilow, nördlich von Loitz bei Poggendorf.

16. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loitz um 1615
Loitz um 1759. Die Karte ist gesüdet, d. h. oben ist Süden.

Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Loitzer Schloss zu einer stattlichen Renaissanceanlage ausgebaut, wie die Stadtansichten des frühen 17. Jahrhunderts (Stralsunder Bilderhandschrift, Lubinsche Karte von Pommern, Merians Topografie von Pommern und Brandenburg) belegen. In der Zeit von 1593 bis 1631 lebte Sophia Hedwig, die Witwe des Herzogs Ernst Ludwig in Loitz, weil sie Schloss und Amt Loitz als Leibgedinge (Wittum) erhalten hatte.

1638 beschlagnahmte Schweden nach dem Tod des letzten pommerschen Herzogs sämtliche landesherrlichen Güter, so auch das Amt Loitz, und vergab sie an schwedische Militärs. Das Amt Loitz erhielt der schwedische General Axel Lillie, der zeitweise auch Gouverneur des vorpommerschen Teils von Pommern war. 1654 musste er das Amt wieder an die schwedische Krone zurückgeben, die es noch im selben Jahr an die abgedankte Königin Christina vergab. Erst nach deren Tod kam das Amt 1689 wieder unter unmittelbare landesherrliche Verwaltung. Von 1648 bis 1815 stand Loitz, wie große Teile Vorpommerns, unter schwedischer Verwaltung. Die verheerenden Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts fügten der Stadt schwere Schäden zu. Zahlreiche Grundstücke lagen wüst, wie die Steuerkataster dieser Zeit belegen, und die Einwohnerzahl sank. Die verbliebenen Einwohner verarmten. In einem großen Stadtbrand von 1701 wurden auch die letzten Reste des Schlosses vernichtet. 1758 – im Siebenjährigen Krieg – beschossen Preußische Truppen die Stadt. Die Schweden kapitulierten und die Preußen zogen nach erhaltenen Geldforderungen wieder ab.

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erholte sich Loitz wieder von diesen Katastrophen. 1762 hatte Loitz 1015 Einwohner. Von 1785 bis 1787 erfolgte der Bau des heutigen Rathauses. 1800 besuchte der schwedische König Gustav IV. Adolf die Stadt, die 1815 – nach dem Wiener Kongress – mit Vorpommern an Preußen fiel und dem Regierungsbezirk Stralsund angehörte.

19. Jahrhundert und Gründerzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neogotische Kirche von Gülzowshof, Ortsteil von Loitz

Schon 1818 verlor die Stadt das Landratsamt des neugebildeten Kreises an das zentraler gelegene Grimmen, sodass der Kreis fortan Grimmer Kreis hieß. Der 1819 durchreisende Schwede Jacob Berggren nannte Loitz „eine kleine, unfreundliche und schmutzige Stadt“.[5] Die Stadt erweiterte sich ab dem 19. Jahrhundert nach Norden und Westen. 1833 errichtete Friedrich Lippert die Loitzer Glashütte als erste Industrieansiedlung. 1836 erhielt Loitz eine neue Stadtverfassung nach der preußischen Städteordnung. 1837 hatte die Schule acht Klassen. Schulleiter wurde an Stelle eines Geistlichen einen weltlicher Rektor. Die Revolutionen von 1848 bewirkten auch in Loitz Veränderungen.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich Industriebetriebe in Loitz anzusiedeln (darunter 1833 Glashütte, 1848 Mühlenbau, 1862 Kalkbrennerei, 1888 Stärkefabrik, 1925 Dübelwerk). 1875 hatte Loitz 3941 Einwohner. 1887 erfolgte die Einweihung der neuen Schule mit 16 bis 17 Klassen. 1887 wurde die Freiwillige Feuerwehr gebildet. 1898 wurde die Stadtsparkasse gegründet. 1906 wurde das Gaswerk gebaut, das bis 1925 im Betrieb war.

1906 erhielt die Stadt mit einer Bahnstrecke vom Bahnhof Toitz-Rustow zum Loitzer Hafen Anschluss an die Bahnstrecke Berlin–Neustrelitz–Stralsund. Der Personenverkehr wurde 1967, der Güterverkehr 1997 wieder eingestellt. Beim Bau des Bahndamms und des Bahnhofsgebäudes am Hafen wurden die Reste des Schlossberges abgetragen. Unter dem Bürgermeister Wilhelm Dahlhoff (1923–1933) profitierte die Stadt von der Aufsiedlung großer Güter in der Umgebung, wie dem Gut Rustow. 1926 wurde ein großer Sportplatz angelegt.

Neuere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus, kurz nach Beginn des Krieges, wurde 1940 ein Barackenlager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter errichtet, die Stelle trug seither den Namen Barackenplatz, seit 1990 Kiewitt. Eine unbekannte Anzahl Frauen und Männer aus mehreren von Deutschland besetzten Ländern mussten im Ort und in der Umgebung Zwangsarbeit verrichten. Etwa 100 an Krankheiten, Hunger, Misshandlungen und Arbeitsunfällen verstorbene Männer, Frauen und Kinder wurden zwischen 1942 und 1945 auf dem Sankt-Marien-Friedhof beigesetzt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs rief noch am 29. April 1945 Bürgermeister Groch (NSDAP) die Bevölkerung zum Durchhalten auf, wenig später floh er aus Loitz. Es wurden zwar noch Panzersperren an den Ortseingängen errichtet, die Stadt blieb jedoch durch den mutigen Einsatz des Loitzer Superintendenten Carl Winter von massiven Zerstörungen verschont.

Die neue Peenebrücke wurde 2012 eingeweiht.

1948 erfolgte die Wiedereröffnung des Dübelwerkes. Mit der Verwaltungsreform von 1952 kamen Loitz und Umgebung vom Kreis Grimmen zum Kreis Demmin und damit zum neu gebildeten Bezirk Neubrandenburg. Damit wurden alte gewachsene Verbindungen nach Norden zu Greifswald und Stralsund gekappt. Obgleich die kommunale Selbständigkeit in der DDR nahezu vollständig unterdrückt wurde, behielt die Stadt Loitz insbesondere durch das Engagement des Bürgermeisters Richard Wenzel ihr eigenes Profil. 1968/69 wurde die Parkbühne im Gülzowpark gebaut. Der Bau einer neuen Schule in der Sandfeldstraße fand 1974 statt. Sie wurde 1980 um ein zweites Gebäude und um eine Turnhalle erweitert. 1975 wurde der Gemeindeverband Loitz gegründet, bestehend aus den Gemeinden Sassen, Trantow, Vorbein, Düvier, Görmin und der Stadt Loitz. Zwischen 1945 und 1990 verfiel vor allem die Bausubstanz der Innenstadt.

Am 25. Oktober 1989 fanden auch in Loitz Friedensgebete statt. Nach 1991 begann eine systematische Verbesserung der Infrastruktur und eine Sanierung der historischen Innenstadt und des Rathauses im Rahmen der Städtebauförderung. 1998 schloss die Stärkefabrik. 2002 erfolgte die Einweihung der neuen Mehrzweckhalle. 2006 wurden die Loitzer Hafen- und Sportbootmarina, ein Speicher und das Bahnhofsgebäude weitgehend fertiggestellt und 2008 eingeweiht. 2010 erfolgte die Freigabe der neuen Ortsumgehung (B 194). Seit 2012 ist die neue Peenebrücke als Ersatz für die vormalige Drehbrücke in Betrieb.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Düvier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorgängerbau einer Kapelle wurde 1819/20 durch einen achteckigen Neubau ersetzt.

Gülzowshof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine frühere Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg geplündert und verwüstet. 1694 stürzte der Kirchturm ein. Die neugotische Backsteinkirche entstand von 1841 bis 1900; Orgel und Kirchengestühl stammen vom Vorgängerbau.

Das Gut Gülzowshof war zuletzt bis 1945 im Besitz der Familie Hans von Bonin, einem preußischen Generalleutnant. Beim Gutshaus, ein zweigeschossiger, unsanierter Putzbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit zwei Flügelbauten, wurde die Fassadendekoration zur DDR-Zeit entfernt.

Rustow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rustow wurde erstmals 1242 in einer Urkunde anlässlich der Verleihung des Stadtrechtes an Loitz erwähnt. Der Pommersche Herzog Barnim I bestätigte 50 Jahre später der Stadt Demmin den Besitz von Rustow. Das Dorf war dann bis zum Dreißigjährigen Krieg im Besitz der Stadt. Auf Grund finanzieller Sorgen verkaufe die Stadt 1652 Rustow an den Proviantmeister der schwedischen Garnison in Demmin Palmenhelm. Bis 1695 wechselte das Dorf mit dem Gut mehrfach seinen Besitzer, bis es 1724 für 250 Jahre Besitz des Adelsgeschlechtes von Baerenvels wurde.[6]

1697 gehörten zum Gut 22 Untertanen und vier Bauern. Zwischen 1724 und 1762 wurden alle 19 Gebäude des Dorfes erbaut. 1784 war die zum Gutshaus gehörige Kapelle völlig verfallen, so dass Herr von Baerenfels 1790 eine neue Kapelle nach Entwürfen des Architekten Johann Gottfried Quistorp errichten ließ. Sie erhielt im Keller eine Familiengruft. Ende der 70er Jahre des 18. Jahrhunderts wurde das bestehende Gutshaus durch einen Großbrand schwer beschädigt. Daraufhin wurde 1808 das Gutshaus Rustow im klassizistischen Stil mit sieben Achsen und einem aufwendigen Portal neu erbaut.[7] Während der Freiheitskriege gehörten zum Gut Rustow acht Fachwerkkaten für 20 Familien. Damals war der schwedische Kronprinz mit seinem Stab im Herrenhaus Rustow einquartiert.
Zum Gut gehörten eine Schmiede, eine Tabakscheune, eine große Scheune, vier kleinere und zwei größere Ställe. Das Wirtschaftshaus wurde vom Inspektor bewohnt.

1854 pachtete Familie Grönlund von Rügen das Gut. Familie Schmidt kaufte das Gut Rustow 1856 und besaß das Gut 73 Jahre. In der Weltwirtschaftskrise 1929 ging das Gut abermals in Konkurs, die Stadt Loitz kaufte das Gut für 640.000 Reichsmark und siedelte es an 30 Bauern und 39 Tagelöhner-Kleinanwesen auf. Diese kamen zum Großteil aus Württemberg (14 Familien) und dem Münsterland (7 Familien).[8] Auch Handwerker wurden angesiedelt, so dass aus dem Gutsdorf ein Bauern- und Arbeiterort wurde. Die Familie Schmidt blieb im Besitz des Gutshauses, des Parks und der Kapelle. 1936 wurde Friedhof und Kapelle an die Kirchgemeinde Loitz abgegeben. 1938 wurde eine Hälfte des Schlosses an den Reichsarbeitsdienst vermietet. Bis Mitte April 1945 war die Organisation Todt (OT) im Schloss untergebracht.

Am 28. April 1945 rückte die Rote Armee nach Rustow ein. Nach 1945 waren Flüchtlinge im Haus untergebracht, später wurde es Waisenhaus, Hilfsschule und 1980 dann Kinderheim.[9]

2001/03 wurde das Gutshaus Schloss Rustow einer umfassenden Sanierung unterzogen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Loitz ist ein Zentrum des Wassersports in der reizvollen Landschaft des Peenetals. An der Peene befindet sich seit 2006 die Marina für Sportboote, mit dem ehemaligen Bahnhofsgebäude, das Gastronomie bietet.
  • Historische Altstadt, mit Straßennetz aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts; Bürgerhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten
  • Stadtkirche St. Marien; im Kern aus dem 12. und 13. Jahrhundert, im 17. und 19. Jahrhundert tiefgreifend verändert
  • Barockes Loitzer Rathaus von 1787 mit (Mittelrisalit, Mansarddach), 1995 saniert.
  • Reste der Stadtbefestigung mit dem Steintor aus dem 14. Jahrhundert bestehend aus Backsteinen mit Feldsteinsockel; das Tor wurde 1701 durch Brand zerstört.
  • Gründerzeitliche Adolf-Diesterweg-Schule vom um 1887
  • Lutherkirche (Kapelle des ehemaligen Georgenhospitals, 1619 neu errichtet, seit 1953 unter dem heutigen Namen).
  • Kampfriedhof und Marienfriedhof.
  • Speicher: Kleiner Speicher Mühlenstraße 108 und großer Speicher am Hafen
  • Heilgeisthospital
  • Sägewerk Loitz
  • Rustow:
  • Vorbein:
    • Kapelle in Vorbein
    • Gut erhaltenes Bauerndorfensemble des 19. und frühen 20. Jahrhunderts
  • Rustow und Schwinge: Beispiele für Gutsaufsiedlungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Handballverein HSV Peenetal Loitz

Es gibt zahlreiche Vereine in Loitz, insbesondere Sportvereine (Handball, Volleyball, Tanzgruppen, Stockcar).

  • HSV Peenetal Loitz e. V. (Handball, Herren in der Saison 2010/2011 in der neu geschaffenen 3. Liga, Staffel Nord; Tischtennis; Volleyball)
  • Schützenverein Loitz 1990 e. V.
  • SV Loitzer Eintracht (Fußballverein)

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gewerbepark Loitz – Walkmühle mit 250.000 m² Fläche
  • Stromversorgung: e.dis Energie Nord AG
  • Wasser, Abwasser: Stadtwerke Loitz GmbH
  • Erdgas: OMG Neubrandenburg, Außenstelle Dargun

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Loitzer Innenstadtbereich führte bis zum Herbst 2010 die Bundesstraße 194. Am 12. Oktober 2010 wurde die neue Ortsumgehung für den Verkehr freigegeben, wodurch sich die Streckenführung der Bundesstraße änderte. Die sogenannte Ostseeautobahn A 20 verläuft nördlich und östlich der Stadt (Anschlussstelle Grimmen-Ost rund 15 km entfernt, zu erreichen über die B 194). Durch die Stadt führen die Buslinien Demmin–Greifswald und Demmin–Grimmen. Der nächste Bahnhof ist in Demmin. An der Peene befindet sich seit 2006 ein neu errichteter Freizeithafen, der den alten, komplett restaurierten Bahnhof der Stadt in das Nutzungskonzept der Marina mit einbezieht. Bis 2010 gab es eine in Loitz eine zweischenklige Drehbrücke. Sie wurde September 2012 nach mehrjähriger Bauzeit durch eine neue Klappbrücke mit der Bezeichnung Peenebrücke Loitz ersetzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Detlef von Gadebusch (vor 1219; † nach 1244), Ritter in mecklenburgischen Diensten, belehnt mit dem Gebiet Loitz. Die Adlerflügel im Loitzer Stadtwappen gehen auf das Wappen Detlefs zurück.
  • Jacob Knade (1490–1564), evangelischer Theologe
  • Christoph von Neuenkirchen (1567–1641), Rat der Herzöge von Pommern, der in Loitz um 1592/94 lebte.
  • Christian Joachim Friedrich Barkow (1755–1836), Theologe, Pfarrer und Präpositus in Loitz.
  • Friedrich von Hagenow (1797–1865), Naturwissenschaftler und Prähistoriker, um 1823/26 Privatgelehrter in Loitz.
  • Richard Sigmund Schultze (1831–1916), Kommunalpolitiker, Bürgermeister von Greifswald, um 1860 als Jurist in Loitz.
  • Henning Rischer (* 1945), deutscher Geschichtsforscher, Autor und Herausgeber von Schriften zur Geschichte Pommerns und der Stadt Loitz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Loitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  4. Ernst Eichler, Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1.
  5. Jacob Berggren: Reisen in Europa und im Morgenlande (deutsche Übersetzung), 1. Teil, Leipzig, Darmstadt 1826, S. 4.
  6. www.gutshaus-rustow.de
  7. Orte in MV: Rustow
  8. Die Geschichte der Siedlung Rustow. Abgerufen am 8. November 2014.
  9. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 1993, ISBN 3-88042-636-8, S. 170.