Norddorf auf Amrum

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Norddorf auf der Nordseeinsel Amrum, ein Ortsteil der Stadt Erwitte in Nordrhein-Westfalen trägt ebenfalls den Namen Norddorf.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Norddorf auf Amrum führt kein Wappen
Norddorf auf Amrum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Norddorf auf Amrum hervorgehoben
54.6833333333338.33333333333330Koordinaten: 54° 41′ N, 8° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Föhr-Amrum
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 5,9 km²
Einwohner: 570 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25946
Vorwahl: 04682
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 089
Adresse der Amtsverwaltung: Hafenstr. 23
25938 Wyk auf Föhr
Webpräsenz: www.amt-foehr-amrum.de
Bürgermeister: Peter Koßmann
Lage der Gemeinde Norddorf auf Amrum im Kreis Nordfriesland
Karte
Norddorf von der Aussichtsdüne mit Odde und Sylt
Insel Amrum mit der Gemeinde Norddorf und dem Naturschutzgebiet Amrum-Odde, Ansicht von Westen

Norddorf auf Amrum (friesisch: Noorsaarep, dänisch: Nordtorp) ist neben Nebel und Wittdün auf Amrum eine der drei Gemeinden auf der Nordseeinsel Amrum.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet nimmt das nördliche Drittel der Insel Amrum ein. Der Ort liegt bis auf wenige Häuser auf der Geest, der Geestrand verläuft an der Nordseite des Dorfes. Nördlich schließt sich ein eingedeichtes Marschgebiet an, nordwestlich, westlich und südwestlich von Norddorf liegt ein Dünengürtel. Die höchste Amrumer Düne, genannt A Siatler (deutsch „Setzerdüne“), ist mit 32 Metern Höhe hier zu finden. Etwa einen Kilometer nördlich des Ortes stehen das Hospiz I und das Schullandheim Ban Horn. Am Watt steht auf einem Hügel aus der Wikingerzeit das Haus Borag.

Geschichte[Bearbeiten]

Norddorf ist zusammen mit Süddorf das älteste der Amrumer Dörfer. 1890 gründete Friedrich von Bodelschwingh in Norddorf und nördlich von Norddorf Seehospize. Aus diesem Anlass hat sich der Ort zu einem Seeheilbad entwickelt. 1902 wurde Norddorf erstmals von der Amrumer Inselbahn bedient, die weiter nach Nordwesten zum Kniephafen am Kniepsand führte. Der Kniephafen konnte auch von größeren Schiffen angelaufen werden und diente vor allem dem Schiffsverkehr nach Hörnum auf Sylt.

Am 25. Juli 1925 wurde Norddorf aus der Gemeinde Amrum, die zu diesem Zeitpunkt die gesamte Insel ohne Wittdün umfasste, ausgegliedert. Die Gemeinde Norddorf wurde neu gebildet.[2] Im selben Jahr brannten große Teile des Dorfes ab, so dass überwiegend neuere Häuser ohne Reetdach das Dorfbild prägen. Die Seehospize existieren heute nicht mehr oder werden für andere Zwecke verwendet.

1938 wurde letztmals die Anlegebrücke wegen der fortschreitenden Versandung nach Norden verlegt. Mit der Anlagerung des Kniepsands an den Dünengürtel der Insel musste auch dieser Hafen aufgegeben werden. 1939 wurde die Inselbahn stillgelegt und durch Omnibusse ersetzt.

Die Gemeinde Norddorf bildete zusammen mit den Gemeinden Nebel und Wittdün bis zum 31. Dezember 2006 das Amt Amrum. Seitdem gehört Norddorf zum Amt Föhr-Amrum.

Am 27. April 2009 erhielt die Gemeinde den Namenszusatz auf Amrum und heißt seitdem Norddorf auf Amrum.[3]

Politik[Bearbeiten]

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft Norddorfer Bürgerblock (NBB) seit der Kommunalwahl 2013 fünf und die CDU vier Sitze.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kurpark im Ortszentrum

Der Norddorfer Badestrand liegt westlich auf dem Kniepsand. Westlich und südlich des Ortes liegt das Naturschutzgebiet Amrumer Dünen. An dessen Ostrand befindet sich südlich von Norddorf auf Nebeler Gebiet die Vogelkoje Meerum bzw. Meeram mit ihren historischen Fanganlagen, die seit 2011 ein „Naturerlebniszentrum“ ist. Im ehemaligen Schwimmbad nahe dem Strand wurde ein naturkundliches Zentrum mit dem Schwerpunkt Umweltschutz eingerichtet, das der Öömrang Ferian betreibt.

Von Norddorf aus lässt sich die Amrumer Odde (nördliche Spitze der Insel) erreichen. Dort befindet sich ein weiteres Naturschutzgebiet. Watvögel und andere Tiere des Wattenmeeres lassen sich hier gut beobachten. Führungen durch den Verein Jordsand finden regelmäßig statt.

Quermarkenfeuer Norddorf

Auf der Düne A Siatler befindet sich eine Aussichtsplattform. Weiter südwestlich findet man in der Nähe des Übergangs zum Kniepsand den Leuchtturm Norddorf mit Jugendstilelementen. Das Leuchtfeuer wurde 1906 errichtet und dient als Leit- und Quermarkenfeuer für das Fahrwasser Vortrapptief. Der Leuchtturm wird auf Amrum als Quermarkenfeuer bezeichnet.

Zwei Friesenhäuser und ein Friesenwall sind als Kulturdenkmal eingetragen, siehe Liste der Kulturdenkmale in Norddorf.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Mit 474.237 Übernachtungen von 49.485 Gästen (ohne Übernachtungen in der Nordseeklinik) im Jahr 2012[4] gehört die Gemeinde zu den zehn wichtigsten Fremdenverkehrsorten in Schleswig-Holstein. Die Gemeinde verfügte 2005 über 2.162 Gästebetten.

Größter Beherbergungsbetrieb in Norddorf ist die Nordseeklinik, eine Mutter-Kind-Kurklinik der AOK, die bis zu 159 Erwachsene sowie deren Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren für Vorsorge- und Reha-Kuren aufnimmt.

Norddorf liegt am Nordende der Landesstraße L 215, die bis Wittdün führt. Regelmäßig verkehren Busse der Wyker Dampfschiffs-Reederei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Norddorf auf Amrum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 96f.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  4. Georg Quedens: Amrum 2012. Quedens, Amrum 2013, ISBN 978-3-94330-710-8, S. 49.