Wyk auf Föhr
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Nordfriesland | |
| Amt: | Föhr-Amrum | |
| Höhe: | 4 m ü. NN | |
| Fläche: | 8 km² | |
| Einwohner: |
4413 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 552 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 25938 | |
| Vorwahl: | 04681 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NF | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 54 164 | |
| LOCODE: | DE WYK | |
| NUTS: | DEF07 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Hafenstr. 23 25938 Wyk auf Föhr |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Heinz Lorenzen (KG) | |
| Lage der Stadt Wyk auf Föhr im Kreis Nordfriesland | ||
Wyk auf Föhr (kurz: Wyk, friesisch: Wik oder a Wik, niederdeutsch: De Wyk, auch De Wiek, dänisch: Vyk, vermutlich von wiek = Bucht stammend)[2] ist eine Stadt im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Das Stadtgebiet des Nordseeheilbads besteht aus dem Innenstadtbereich sowie den Stadtteilen Boldixum (friesisch Bualigsem) und Südstrand.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Wyk liegt im äußersten Südosten der nordfriesischen Insel Föhr. In Wyk leben 4500 Einwohner mit Hauptwohnsitz, doch in der Hauptsaison halten sich etwa 20.000 Menschen in der Stadt auf. Die Stadt hat zentralörtliche Funktion für die Inseln Föhr und Amrum (Fracht- und Fährhafen, Einkaufszentrum, Fußgängerzone, Fachärzte, Krankenhaus, Stadtbücherei, Postfiliale usw.) und ist Sitz des Amtes Föhr-Amrum und des Sozialzentrums für die Inseln Föhr und Amrum. In den anderen elf Gemeinden der Insel Föhr leben weitere 4200 Einwohner. Die Haupteinnahmequelle Wyks ist der Fremdenverkehr.
Geschichte [Bearbeiten]
1704 erhielt Wyk die Hafengerechtigkeit, zwei Jahre später die Rechte eines Fleckens.[3] Um 1800 hatte Wyk mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. So verringerte sich die Einwohnerzahl von 772 im Jahr 1788 auf 582 (1820), etwa ein Viertel der Gebäude war verfallen.[4]
Im Jahre 1819 wurde Wyk zum ersten Seebad in Schleswig-Holstein. Zuvor waren 1794 das Ostseebad Heiligendamm und 1797 das ostfriesische Nordseebad Norderney eingerichtet worden. Im ersten Jahr kamen 61 Gäste, 1820 waren es 102, aber erst 1840 über 200. Ab 1842 bis 1847 wählte der dänische König Christian VIII. Wyk für seine Ferien, was zahlreiche neue Touristen brachte. 1844 folgte ihm Hans Christian Andersen, der über das Bad sagte: Ich habe jeden Tag gebadet, und ich muss sagen, es ist das unvergesslichste Wasser, in dem ich gewesen bin. Andersen brachte aber auch die Anreiseprobleme auf den Punkt. Von Hamburg aus über Land musste ein Reisender mit vier Tagen Reisezeit rechnen; per Schiff über Helgoland dauerte es nur zwei, bedeutete aber die Gefahr von Seekrankheit.
1910 erhielt Wyk das Stadtrecht, 1924 wurde Boldixum eingemeindet.
Während der Pogrome im November 1938 gab es Übergriffe auf jüdische Familien und die Kinder des jüdischen Kinderheimes mussten durch ein Spalier Föhrer Schüler, die sie beschimpften und bespuckten, die Insel verlassen.[5][6]
Seit 1950 trägt Wyk den Titel Nordseeheilbad.
Politik [Bearbeiten]
Von den 17 Sitzen in der der Stadtvertretung hat die Wählergemeinschaft Kommunale Gemeinschaft (KG) seit der Kommunalwahl 2008 sieben Sitze, die CDU hat vier Sitze und die SPD und die Grünen je drei.[7]
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Über blauen Wellen in Rot ein goldener, havarierter Dreimaster des 17. Jahrhunderts ohne Segel und mit abgebrochenen Stengen, überhöht von einem goldenen, sechsstrahligen Stern.“[8]
Der lateinische Spruch auf dem Spruchband unter dem Wappen lautet: Incertum quo fata ferunt, was auf Deutsch so viel bedeutet wie: „Ungewiss ist, wohin das Schicksal führt“.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Die Stadt Wyk auf Föhr ist Partnerstadt von Mittenwald in Oberbayern.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Im Stadtgebiet Wyks im Bereich Olhörn befindet sich ein Leuchtturm. Friesische Bräuche und die Historie Wyks werden im Dr. Carl-Haeberlin-Friesenmuseum gezeigt, dessen beide Eingangsportale von je zwei Walkieferknochen gebildet werden.
Die Kirche St. Nicolai ist ein romanisches Kirchengebäude aus dem 13. Jahrhundert und liegt im Ortsteil Boldixum. Sie besitzt eine farbenfrohe und reiche Innenausstattung.
1974 wurde die katholische St.-Marien-Kirche am Rebbelstieg gebaut.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Tourismus [Bearbeiten]
Die Promenade Sandwall gewährt nicht nur den Blick auf die Nordsee, sondern auch die schon von Christian VIII. geschätzte Aussicht auf die Halligen. Sie gilt als eine der schönsten deutschen Seepromenaden.
Nicht zuletzt durch die ansässigen Kliniken und Erholungseinrichtungen ist Wyk saisonunabhängig das ganze Jahr hindurch ein stark frequentierter Kurort.
Im Jahr 2002 gehörte Wyk auf Föhr zu den zehn wichtigsten Zentren des Schleswig-Holsteinischen Fremdenverkehrs: 46.368 Gäste, davon 325 (0,70 Prozent) aus dem Ausland, buchten 492.041 Übernachtungen. Die Stadt verfügte über 4733 Gästebetten.
Im Jahr 2011 lag die Zahl der Übernachtungen bei etwa 540.000, ist aber leicht rückläufig.[9]
Verkehr [Bearbeiten]
In Wyk befindet sich der einzige Hafen der Insel Föhr mit dem Fährhafen sowie dem Binnenhafen (Krabben- und Muschelfischerei sowie Versorgung der Insel) und dem Sportboothafen.
Vom Fährhafen Wyk aus bestehen mehrmals täglich und mit einem von den Gezeiten unabhängigen Fahrplan regelmäßige Verbindungen mit Autofähren zum Festlandshafen Dagebüll. In der Gegenrichtung fahren Fähren nach Wittdün auf der Nachbarinsel Amrum. Betreiber der Fährlinie ist die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) mit Sitz in Wyk auf Föhr.
Daneben werden Ausflugsfahrten nach den Halligen Langeneß und Hooge sowie während der Sommersaison Schiffsverbindungen nach Hörnum auf Sylt angeboten (eine Abfahrt pro Tag).
Wyk ist über den im Stadtgebiet befindlichen Flugplatz Wyk auch per Flugzeug zu erreichen.
Von Wyk aus existieren Busverbindungen in alle Gemeinden der Insel Föhr.
Bildung [Bearbeiten]
Kindergärten [Bearbeiten]
- Evangelischer Kindergarten St. Nicolai und Naturkindergarten
- Kindergarten der AWO
- Kindergarten „Die Inselkinder“
- Vyk Børnehave, Dänischer Kindergarten
Schulen [Bearbeiten]
- Rüm-Hart-Schule, Grundschule mit Förderzentrum
- Eilun Feer Skuul, Gymnasium und Regionalschule
- Vyk Danske Skole, Dänische Grund- und Gemeinschaftsschule (bis zur 8. Klassenstufe)
Sonstige Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
- Musikschule Föhr (Zweigstelle der Kreismusikschule Nordfriesland)
- Volkshochschule Föhr[10]
Gesundheitswesen [Bearbeiten]
Wyk ist Standort eines kleinen Krankenhauses (Insel-Klinik Föhr-Amrum des Klinikums Nordfriesland).
Darüber hinaus befinden sich in der Stadt Wyk einige Rehabilitationskliniken (unter anderem für Onkologie), eine Kurklinik für Mutter und Kind sowie Erholungsheime verschiedener öffentlicher und privater Träger.
Altenpflege [Bearbeiten]
Außerdem gibt es in der Stadt Wyk eine Altenpflegeeinrichtung (Johanneshaus Wyk auf Föhr) der NDS-Norddeutsche Diakoniedienste für Senioren gGmbH.
Medien [Bearbeiten]
Wyk auf Föhr ist Sitz der Redaktion der Tageszeitung Der Insel-Bote, die zum Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag gehört.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- 1864: Ernst Karl Ferdinand von Prittwitz und Gaffron (1833–1904), preußischer Generalleutnant und Rechtsritter des Johanniterordens
- 1918: Friedrich Christiansen (1879–1972), 1980 Ehrenbürgerschaft aberkannt[11]
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- Stine Andresen (1849–1927), geboren in Boldixum, Dichterin
- Julius Stockfleth (1857–1935), Zeichner und Maler
- Friedrich Christiansen (1879–1972), Jagdflieger, General und verurteilter Kriegsverbrecher[12]
- Knud Broder Knudsen (1912–2000), Politiker
- Hans von Storch (* 1949), Klimaforscher und Meteorologe
- Arfst Wagner (* 1954), Waldorflehrer und Redakteur
- Marret Bohn (* 1964), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und Landtagsabgeordnete
- Olaf Schmidt (* 1971), deutscher Schriftsteller und Journalist
- Nis-Momme Stockmann (* 1981), deutscher Autor und Theaterregisseur
- Stina Barnert (* 1989), deutsche Basketballnationalspielerin (früher Wyker TB, heute Saarlouis Royals)
Mit Wyk auf Föhr verbunden [Bearbeiten]
- Johann Strauss (1825–1899), verarbeitete seine Eindrücke von Wyk und der Hochzeitsreise 1878 mit seiner zweiten Frau Angelika, genannt „Lili“, in seinem Walzer Nordseebilder (op. 390)[13]
- Sidonie Werner (1860–1932), Sozialpolitikerin, gründete das Heim für tuberkulosegefährdete jüdische Kinder (1927–1938) in Wyk auf Föhr
- Carl Gmelin (1863–1941), Dr. med., Sanitätsrat, gründete 1898 das Nordsee-Sanatorium in Wyk
- Carl Haeberlin (1870–1954), Gründer des Friesen-Museums und Friesenforscher
- Hellmuth von Mücke (1881–1957), Offizier der Kaiserlichen Marine, lebte 1929–1940 in Wyk
- Hans-Jürgen von Maydell (Baron Maydell; 1932–2010), Forstwissenschaftler, machte 1952 hier sein Abitur
- Heidrun Hesse (1951–2007), Professorin für Philosophie, starb hier
- Dietmar Kuegler (* 1951), Verleger und Schriftsteller, gründete 1983 in Wyk den „Verlag für Amerikanistik“
Galerie [Bearbeiten]
-
Die Fähre Nordfriesland vor Wyk
-
Der Leuchtturm Olhörn im äußersten Südosten von Föhr
-
Das Haeberlin-Friesenmuseum in Wyk
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2011 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 205 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Bd. 14, I. Abt., Teil 2, S. Hirzel, Leipzig 1960, Sp. 1562f.
- ↑ Zeitleiste 1700–1799 bei rundumfoehr.de, abgerufen am 9. Oktober 2012
- ↑ Jakob Tholund: Geschichte der Insel Föhr. In: Margot und Nico Hansen (Hrsg.): Föhr. Geschichte und Gestalt einer Insel. Hansen & Hansen, Münsterdorf 1971, S. 62
- ↑ Vortrag zur „Wyker Kristallnacht“ von Heinz Lorenzen am 9. November 2008, aufgerufen am 11. Februar 2013.
- ↑ Vortrag zur „Zeit des Nationalsozialismus auf Föhr“ von Wilhelm Koops am 18. November 2012, abgerufen am 11. Februar 2013.
- ↑ www.wyk.de
- ↑ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
- ↑ laut Statistikamt Nord: PDF
- ↑ Internetauftritt des Amtes Föhr Amrum
- ↑ Lebenslauf Christiansens auf S. 9–10 (PDF-Datei; 2,9 MB), abgerufen am 4. Dezember 2011
- ↑ Der Inselbote: „Das brutale Gesicht der Diktatur“, vom 26. November 2012, abgerufen am 27. November 2012.
- ↑ Norbert Linke: Johann Strauß (Sohn) – in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlts Monographien, Band 304. Reinbek, Rowohlt 1982 (6. Auflage 2003) ISBN 3-499-50304-2. S. 120
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