Astrid Uhrenholdt Jacobsen

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Astrid Uhrenholdt Jacobsen Skilanglauf
Astrid Jacobsen bei der Tour de Ski 2010
Nation NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 22. Januar 1987
Geburtsort TrondheimNorwegenNorwegen Norwegen
Größe 175 cm
Gewicht 68 kg
Karriere
Verein IL Heming
Nationalkader seit 2005
Status aktiv
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 3 × Bronze
JWM-Medaillen 3 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Gold Sapporo 2007 Sprint
Bronze Sapporo 2007 Team-Sprint
Bronze Sapporo 2007 Staffel
Bronze Oslo 2011 Team-Sprint
FIS Nordische Junioren-Ski-WM
Silber 2005 Rovaniemi Sprint
Gold 2006 Kranj Sprint
Gold 2006 Kranj 5 km klassisch
Gold 2007 Tarvis Sprint
Bronze 2007 Tarvis 5 km Freistil
Platzierungen im Skilanglauf-Weltcup
 Debüt im Weltcup 9. März 2005
 Weltcupsiege 6
 Gesamtweltcup 2. (2007/08)
 Sprintweltcup 2. (2007/08)
 Distanzweltcup 4. (2007/08)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Sprintrennnen 0 8 1
 Distanzrennen 1 1 0
 Massenstart 1 0 0
 Verfolgung 1 0 0
 Team 2 2 1
 Teamsprint 1 0 0
letzte Änderung: 14. Mai 2014

Astrid Uhrenholdt Jacobsen (* 22. Januar 1987 in Trondheim) ist eine norwegische Skilangläuferin.

Karriere[Bearbeiten]

Anfangsjahre[Bearbeiten]

Ihr internationales Debüt gab Uhrenholdt Jacobsen im Rahmen des Skilanglauf-Continentalcups im Februar 2004. Dabei belegte sie über 5 km im klassischen Stil in Hommelvik den 16. Platz.

Bei den Norwegischen Meisterschaften 2005 in Lillehammer gewann sie Silber im Sprint.[1] Am 9. März 2005 gab die Norwegerin ihr Debüt im Skilanglauf-Weltcup. Beim Sprint in Drammen kam sie als 24. ins Ziel und sammelte damit auch erste Weltcup-Punkte. Bei der folgenden Junioren-Weltmeisterschaft 2005 in Rovaniemi musste sie sich im Sprint nur Kari Vikhagen Gjeitnes geschlagen geben und gewann Silber.

Zur Saison 2005/06 gehörte Uhrenholdt Jacobsen noch nicht zum A-Kader. Sie startete bei unterklassigen FIS-Rennen und später im Scandinavian Cup. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2006 in Kranj konnte sich Uhrenholdt Jacobsen den Titel im Sprint[2] sowie über 5 km im klassischen Stil sichern.[3] In der Verfolgung kam sie als 35. ins Ziel.[4] Im März startete Uhrenholdt Jacobsen in Falun erstmals wieder im Weltcup, verpasste aber als 53. der Verfolgung deutlich eine gute Platzierung und auch die Punkteränge. Bei den folgenden Weltcups in Drammen und Changchun sicherte sie sich wieder deutlich Weltcup-Punkte.

Aufstieg in den A-Nationalkader[Bearbeiten]

In die Saison 2006/07 startete sie als Mitglied der A-Nationalmannschaft im Weltcup. In Kuusamo verpasste sie im Sprint als Vierte nur knapp das Podium. Im Dezember startete Uhrenhold Jacobsen wieder im Scandinavian Cup und gewann dabei das Sprintrennen in Vuokatti. Bei den Norwegischen Meisterschaften 2007 in Meråker sicherte sich die Norwegerin ihren ersten nationalen Titel im Sprint.[5] Beim Weltcup in Otepää stand sie nach dem 17. Platz über 10 km im Sprint als Zweite auf dem Podium. In Davos erreichte sie die gleiche Position mit der norwegischen Staffel.

Erster Weltmeistertitel 2007[Bearbeiten]

Nach zwei Scandinavian-Cup-Siegen in Jõulumäe reiste sie mit der norwegischen Mannschaft zur Nordischen Skiweltmeisterschaft 2007 in Sapporo. Dort gewann er im Sprint ihren ersten Weltmeistertitel.[6] Im Team-Sprint kam sie mit Partnerin Marit Bjørgen als Dritte ins Ziel und gewann damit Bronze.[7] Auch mit Bjørgen, Vibeke Skofterud, und Kristin Størmer Steira in der 4x5 km Staffel gewann sie Bronze.[8]

Auch bei der folgenden Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2007 in Tarvis gewann Uhrenholdt Jacobsen mit Abstand das Sprintrennen.[9] Über 5 km gewann sie Bronze, bevor sie eine weitere Medaille über 10 km verpasste und als Vierte ins Ziel lief. Nach weiteren guten Platzierungen zum Weltcup-Finale in Stockholm und Falun beendete sie die Saison auf Rang 24 der Weltcup-Gesamtwertung. Im Sprint-Weltcup belegte sie Rang zehn.

Nachdem Uhrenholdt Jacobsen in Beitostølen das FIS-Rennen gewann, gelang ihr am 25. November 2007 mit der Staffel an gleicher Stelle der erste Weltcup-Sieg in ihrer Karriere. Bei den beiden Weltcups in Kuusamo kam sie als Zweite ins Ziel. Ihren ersten Einzel-Weltcup-Sieg feierte Uhrenholdt Jacobsen am 15. Dezember 2007 im russischen Rybinsk. Bei der Tour de Ski 2007/08 belegte sie nach durchwachsenen Etappenergebnissen den 16. Gesamtrang. Bei der Norwegischen Meisterschaft 2008 in den Granåsen sicherte sich Uhrenhold Jacobsen ihren zweiten nationalen Titel im Sprint.[10]

In Liberec und Falun feierte Uhrenholdt Jacobsen erneut Einzelsiege. Zudem kam sie mit der Staffel in Falun als Erste ins Ziel. Nachdem sie auch in Bormio und Drammen zum Saisonende aufs Podium lief, belegte sie in der Weltcup-Gesamtwertung am Ende den zweiten Platz.

Leistungseinbruch zur Saison 2008/09[Bearbeiten]

Nach dem Erfolg in der Saison 2007/08 startete Uhrenholdt Jacobsen schwach in die Saison 2008/09. Nach zwei Zeileinläufen außerhalb der Punkteränge in Davos startete sie im Scandinavian Cup, blieb jedoch auch dort ohne Siege. Lediglich einen zweiten Platz erreichte sie in Brandbu. Auch bei der folgenden Tour de Ski 2008/09 blieb sie ohne vordere Platzierungen. Lediglich im Prolog schaffte Uhrenholdt Jacobsen einmal einen Zieleinlauf unter den besten zehn. Auch bei der folgenden Nordischen Skiweltmeisterschaft 2009 im tschechischen Liberec blieb sie nach ihren Erfolgen zwei Jahre zuvor ohne eine Einzel-Medaille. Für die Staffel erhielt sie mangels Erfolgs keinen Startplatz. Die Saison beendete sie im März als 90. der Gesamtwertung.

Rückkehr in die Weltspitze[Bearbeiten]

Mit der Saison 2009/10 kam Uhrenholdt Jacobsen langsam zurück in die Erfolgsspur. Im Januar 2010 erreichte sie als Zehnte in Otepää erstmals wieder eine Top-Platzierung. Damit erreichte sie die Qualifikation für die Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver. Dort startete sie im Sprint um kam nach Platz 11 im Qualifikationsdurchgang als siebente ins Ziel. Im Teamsprint landete sie mit Celine Brun-Lie auf dem fünften Platz.[11] Wenige Wochen nach den Spielen beendete sie die Saison als 49. der Gesamtwertung.

Zur Saison 2010/11 schaffte Uhrenholdt Jacobsen endgültig den Sprung zurück in die Top 10 der Welt. Die Tour de Ski 2010/11 beendete die Norwegerin auf Rang zehn der Gesamtwertung. VOn Ende Januar bis Mitte Februar 2011 startete sie nur bei FIS-Rennen, feierte dabei aber in Beitostølen erneut zwei Siege über 5 und 10 km. Nach den Rängen 10 und 13 bei den folgenden Weltcups in Drammen erhielt sie einen Startplatz bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2011 in Oslo. Dort sicherte sie sich im Teamsprint die Bronzemedaille.[12] Im Sprint kam sie als Neunte ins Ziel.[13] Zum Saisonabschluss landete sie in Falun noch einmal nach guten Etappenergebnissen auf Platz fünf und beendete schließlich die Saison als Achte im Gesamtweltcup. Bei den Norwegischen Meisterschaft 2011 in Kvaloeysletta gelang ihr wieder der Gewinn einer Medaille. So sicherte sie sich im 30 km Massenstart die Bronzemedaille.

Mit der Tour de Ski 2011/12 bewies Uhrenholdt Jacobsen ihre Qualitäten wieder deutlich. Nach zwei dritten Plätzen auf den Etappen belegte sie am Ende Rang acht in der Gesamtwertung. Auch bei den Norwegischen Meisterschaften 2012 in Voss war sie erfolgreich und sicherte sich den Titel über 10 km.[14] Im Februar 2012 sicherte sich Uhrenholdt Jacobsen mit der Staffel den Weltcup-Sieg in Nové Město na Moravě. Im März erreichte sie im Sprint von Drammen den Zweiten Rang. Nachdem sie die Saison schließlich auf Rang neun der Weltcup-Gesamtwertung beendete, konnte diesen Platz auch in der Saison 2012/13 erreichen.

Zweite Olympische Spiele 2014[Bearbeiten]

Nach Rang fünf bei der Tour de Ski 2012/13 und den verpassten Medaillen bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2013 im Val di Fiemme konnte sich Uhrenholdt Jacobsen zur Saison 2013/14 erneut stark steigern. Bereits den Saisonauftakt in Kuusamo beendete sie auf einem guten sechsten Rang. Bei der Tour de Ski 2013/14 sicherte sie sich erstmals einen Podestplatz in der Gesamtwertung. Mit vier zweiten Plätzen und dem Etappensieg bei der Verfolgung in Toblach lag sie am Ende hinter ihrer Landsfrau Therese Johaug auf dem zweiten Rang.

Bei den Norwegischen Meisterschaft 2014 in Molde gewann sie erstmals eine Medaille im Skiathlon und wurde Zweite.[15]

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 landete Uhrenholdt Jacobsen im Sprint auf Rang vier und verpasste damit nur knapp ihre erste olympische Medaille. Über 10 km kam sie als 19. ins Ziel. Mit der Staffel belegte sie am Ende den fünften Rang. Nachdem sie nach den Spielen nur durchwachsene Weltcup-Ergebnisse erzielte, beendete sie die Saison auf Rang drei der Weltcup-Gesamtwertung.

Privates[Bearbeiten]

Am 7. Februar 2014, dem Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Sotschi, verstarb unerwartet ihr Bruder, der Skilangläufer und Trainingspartner beim IL Heming, Sten Anders Jacobsen. Genauere Informationen zur Todesursache sind derzeit nicht bekannt.[16]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

  • 2007: 1x Gold (Sprint), 2x Bronze (Team-Sprint, Staffel)
  • 2011: 1x Bronze (Team-Sprint)

Weltcupsiege[Bearbeiten]

Angegeben sind Weltcupsiege (fett hervorgehoben) und Etappensiege bei Etappenrennen, die nicht als offizielle Weltcupsiege gewertet werden.

Einzel
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 15. Dezember 2007 RusslandRussland Rybinsk 15 km Freistil Massenstart
2. 16. Februar 2008 TschechienTschechien Liberec 7,6 km Freistil
3. 23. Februar 2008 SchwedenSchweden Falun 15 km Verfolgung
Staffel
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 25. November 2007 NorwegenNorwegen Beitostølen 4 x 5 km
2. 17. Februar 2008 TschechienTschechien Liberec Teamsprint klassisch
3. 24. Februar 2008 SchwedenSchweden Falun 4 x 5 km
4. 12. Februar 2012 TschechienTschechien Nové Město na Moravě 4 x 5 km

Weltcup-Statistik[Bearbeiten]

Die Tabelle zeigt die erreichten Platzierungen im Einzelnen.

  • Platz 1.–3.: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Hinweis: Bei den Distanzrennen sind nur die Einzelstarts angegeben.
Platzierung Sprint Team-
sprint
10 km 15 km 30 km 50 km Skiathlon Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 1 1 1 1 2 6
2. Platz 8 1 2 11
3. Platz 1 1 2
Top 10 18 2 11 1 2 1 2 7 11 55
Punkteränge 35 3 18 2 2 2 6 9 13 90
Starts 40 3 24 3 3 2 8 11 13 107
Stand: Saisonende 2013/14

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. National Championships 2005 - Ladies' SP 1 km C Final in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  2. FIS Junior World Ski Championships 2006 - Ladies' SP 1 km F Final in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  3. FIS Junior World Ski Championships 2006 - Ladies' 5 km C in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  4. FIS Junior World Ski Championships 2006 - 2x5 km M Pursuit in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  5. National Championships 2007 - Ladies' SP 1 km C in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  6. FIS World Ski Championships 2007 - Ladies' SP C Final in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  7. FIS World Ski Championships 2007 - Ladies' F Team Sprint in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  8. FIS World Ski Championships 2007 - Ladies' Rel 4x5 km M in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  9. FIS Junior World Ski Championships 2007 - Ladies' SP 1 km C Final in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  10. National Championships 2008 - Ladies' SP 1.3 km C Final in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  11. Norway Cross Country Skiing at the 2010 Vancouver Winter Games (Englisch) Sports-Reference.com. Abgerufen am 14. Mai 2014.
  12. FIS World Ski Championships 2011 - Ladies' Team Sprint C in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  13. FIS World Ski Championships 2011 - Ladies' SP F Final in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  14. National Championships 2012 - Ladies' 10 km F in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  15. National Championships 2014 - Ladies' Skiathlon 7.5/7.5 km C/F in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Mai 2014
  16. Drama um Astrid Jacobsen RP-Online, 8. Februar 2014, abgerufen am 8. Februar 2014.