Hagenow
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Ludwigslust-Parchim | |
| Höhe: | 25 m ü. NN | |
| Fläche: | 67,44 km² | |
| Einwohner: |
11.692 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 173 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 19230 | |
| Vorwahl: | 03883 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LWL | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 76 060 | |
| LOCODE: | DE HAW | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Lange Straße 28-32 19230 Hagenow |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Gisela Schwarz (SPD) | |
| Lage der Stadt Hagenow im Landkreis Ludwigslust-Parchim | ||
Hagenow ist eine Stadt im Westen Mecklenburg-Vorpommerns, rund 30 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Schwerin gelegen. Hagenow ist eines der 18 Mittelzentren des Landes und daneben Sitz des Amtes Hagenow-Land, darin jedoch nicht selbst amtsangehörig.
Das historische Zentrum gilt als schönes Beispiel einer mecklenburgischen Kleinstadt mit Fachwerkhäusern vom 17. bis ins 19. Jahrhundert. Durch seine Nähe zu Hamburg sowie zur Bundesautobahn 24 ist Hagenow seit der Deutschen Wiedervereinigung weniger von wirtschaftlichen Problemen betroffen als andere Städte in den fünf neuen Bundesländern. Der Lebensmittelkonzern Kühne hat hier beispielsweise eine der modernsten Essigfabriken Europas errichtet. Außerdem gibt es ein großes Kartoffelveredelungswerk und weitere Betriebe der Nahrungsmittelindustrie.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Hagenow befindet sich im Westen des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Die nächstgelegenen größeren Städte sind im Nordosten Schwerin (ca. 30 km) und im Westen Hamburg (ca. 80 km).
Die Stadt wird von der Schmaar durchflossen, die in der Innenstadt zu einem Mühlenteich aufgestaut ist.
Zu Hagenow gehören neben der Kernstadt die Ortsteile Hagenow Heide, Viez, Granzin, Zapel, Scharbow und Sudenhof.
Geschichte [Bearbeiten]
Name [Bearbeiten]
Der Name begegnet erstmals 1194 als Hachenowe, später Haghenow(e) (1316, 1326) , dann Hagenowe und schließlich Hagenow. Obwohl die westslawische Genitivendung -owe ( Ort des ... ) eine polabische Herkunft des Namens vermuten lässt, geht die Toponomastik[2] von einer Zusammensetzung aus dem germanischen Wort Hagen und der ebenfalls germanischen Endung ö(g), öch für Aue, Wiesenland aus. Der Name bedeutete dann sinngemäß soviel wie Eingezäuntes Wiesenland.
Hagenow im Mittelalter [Bearbeiten]
Hagenow wird erstmals im Isfriedschen Teilungsvertrag von 1194 urkundlich erwähnt. Schon damals hatte Hagenow eine Burg und eine Kirche. 1201 ging die weltliche Herrschaft über den Ort von den Grafen von Ratzeburg an die Grafen von Schwerin über. Die Kirche wird 1230 im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, welches die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Kirchgemeinden geordnet nach Kirchspielen auflistet. Noch im Jahr 1326 war Hagenow ein Dorf, als die Gräfin Merislave von Schwerin das zu ihrem Leibgedinge gehörende "dorp tu Haghenowe" ihrem Vetter, dem Grafen Heinrich von Schwerin, überließ. 1358 kam Hagenow an die Herzöge von Mecklenburg. 1370 wurde der Ort bereits als oppidum, also als Stadt bezeichnet, blieb jedoch auch als Stadt wohl noch lange unbedeutend, da es in dem Landestheilungsregister des Jahres 1520 noch Dorf genannt wird.[3]
Städtische Entwicklung ab dem 16. Jahrhundert [Bearbeiten]
Die Jahre 1538, 1748 und 1766 waren geprägt durch große Brände, die mehrmals fast die gesamte Bebauung zerstörten. Das älteste noch existierende Gebäude der Stadt stammt daher erst aus dem Jahr 1720. Ebenfalls bedingt durch die Brände ist letztendlich auch die typische mecklenburgische Landstadtarchitektur, die die Innenstadt dominiert. 1746 wurde Hagenow als Marktflecken bezeichnet und 1754 wurde der Status als Stadt durch die offizielle Vergabe der Stadtrechte bestätigt.[4] Seit etwa 1760 siedelten sich mit landesherrlicher Erlaubnis jüdische Familien an, die sich einen Friedhof errichteten und eine Synagoge erbauten. Der letzte Gottesdienst fand 1907 statt, die letzte Bestattung 1935. Die Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 geschändet, vor dem Niederbrennen wohl durch die unmittelbare Nachbarschaft anderer Gebäude bewahrt. Anschließend diente sie bis zum Beginn der Sanierung 2001 verschiedenen Zwecken, unter anderem als Lagerhalle.
Wirtschaftlicher Aufschwung [Bearbeiten]
Später dann erhielt das Amt im mecklenburgischen Kreis des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin den Namen der Stadt. Die Größe des 8500 Einwohner zählenden Amts betrug 4,15 Quadratmeilen. Die Stadt Hagenow selbst hatte 3400 Einwohner. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts begann allmählich das Wachstum Hagenows, das ab 1846 durch die nahegelegene Trasse der Berlin-Hamburger Bahn gefördert wurde. Bis 1900 entstanden eine Volksschule, eine städtische Badeanstalt sowie eine Sparkasse und mehrere Zeitungsverlage. Nagelschmieden, Marktschuhmacherei, Brauerei, Brennerei, Tabakfabrikation, Färberei und Leinweberei existierten als wirtschaftliche Einkommensquellen.
Hagenow ab 1900 [Bearbeiten]
Die Wirtschaft erweiterte sich um 1900 um eine Dachpappenfabrik, Dampfmahl- und Sägemühlen für die holzverarbeitende Industrie sowie eine Dampfmolkerei, die Käse herstellte. Die Einwohnerzahl stieg auf 4109. Im Jahr 1933 wurde Hagenow Kreisstadt des ab 1938 gleichnamig bezeichneten Landkreises Hagenow.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Synagoge in der Hagenstraße während der Novemberpogrome 1938 in Brand gesetzt; das Feuer wurde von Nachbarn gelöscht, die um ihre eigenen Häuser besorgt waren. Von der jüdischen Gemeinde lebten nach den Pogromen von 1938 noch eine Familie, ein Arzt sowie ein weiterer Mann in Güstrow. Die beiden Männer waren mit Nichtjüdinnen verheiratet; die Familie wurde 1942 nach Auschwitz deportiert.[5]
1950 wurden die bis dahin noch selbstständigen Gemeinden Granzin, Scharbow, Viez und Zapel eingemeindet. Von 1952 bis 1990 war Hagenow Zentrum des flächenmäßig größten Kreises in der DDR. Bekannt wurde der Ort durch den Titel „Fru Püttelkow ut Hagenow“ der plattdeutschen Mundartgruppe „De Plattfööt“. In der Schriftenreihe „Fiek’n hätt schräb’n ut Hagenow“, die der Ortschronist Kuno Karls herausgab, wurden lokalgeschichtliche Ereignisse beschrieben.
Von etwa 1968 bis 1988 wurden die großen Wohngebiete Neue Heimat mit 1454 Wohnungen und Kietz mit 1032 Wohnungen in Plattenbauweise erstellt. Neben der Landwirtschaft waren Sägewerke, Ziegeleien und die Käsefabrik Wirtschaftsgrundlage. 1988 betrug die Einwohnerzahl 11.600.
Nach der politischen Wende wurden ab 1991 der historische Stadtkern und seit 1996 der Kietz (Stadtumbau) im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert. Das Panzergrenadierbatallion 401 der Bundeswehr befindet sich seit dem 1. April 1991 in der „Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne“.[6]
Von 2005 bis 2007 wurde das Hagenower Schulzentrum mit Robert-Stock-Gymnasium und Friedrich-Heincke-Schule saniert.
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Die Stadtvertretung der Stadt Hagenow besteht aus 25 gewählten Vertretern. Seit der letzten Wahl am 7. Juni 2009 sind vier Parteien vertreten, der Aufbau setzt sich wie folgt zusammen:
| Partei | Sitze |
|---|---|
| CDU | 8 |
| Die Linke | 8 |
| SPD | 7 |
| FDP | 2 |
Als Stadtvertretervorsteher wurde Dietmar Speßhardt (CDU) am 15. Juli 2009 durch die Stadtvertretung gewählt.
Bürgermeister ab 1945 [Bearbeiten]
- Wilhelm Sager, 21. Juli 1945 – 31. Dezember 1950
- Richard Brauer, 1. Januar 1951 – 31. Dezember 1951
- Herbert Pohl, 1. Januar 1952 – 19. September 1952
- Kurt Hübner, 19. September 1952 – 15. April 1960
- Gerhard Pacholke, 1. Juni 1960 – 31. August 1964
- Werner Lenz, 1. September 1964 – 31. März 1970
- Erhard Feuereiß, 1. April 1970 – 30. März 1979
- Gerhard Christen, 1. April 1979 – 24. Juli 1985
- Gerhard Zimmermann, 25. Juli 1985 – 31. Dezember 1989
- Karl-Heinz Becker (amtierender Bürgermeister), 1. Januar 1990 – 10. Mai 1990
- Horst Stieg, 1. Juni 1990 – 18. August 1993
- Wilfried Brüch (amtierender Bürgermeister), 19. August 1993 – 5. Juli 1994
- Fritz Katlun, 6. Juli 1994 – 30. Oktober 2001
- Gisela Schwarz, seit 1. November 2001
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 49 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Rot das Brustbild eines hersehenden Bischofs mit natürlicher Gesichtsfarbe, silbernem Haar, rot verzierter goldener Bischofsmütze und goldenem Gewand.“[7]
Das Wappen wurde 1996 von dem Barsbütteler Hans-Frieder Kühne neu gezeichnet.
Flagge [Bearbeiten]
Die Flagge der Stadt Hagenow ist gleichmäßig längsgestreift von Rot und Gelb; auf dem roten Streifen liegt am Liek die Figur des Stadtwappens in flaggengerechter Tingierung; die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 3 zu 2.[7]
Partnerstädte [Bearbeiten]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
Stadtkirche [Bearbeiten]
Der jetzige Bau der Stadtkirche stammt aus den Jahren 1875 bis 1879. Er ersetzt seinen Vorgängerbau aus Felsenmauerwerk und wurde im neugotischen Stil errichtet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude nur leicht beschädigt. Der größte Verlust, den die Hagenower allerdings hinnehmen mussten, war der Verlust ihrer Kirchturmglocke, die in den Kriegswirren abhandenkam und sich heute vermutlich auf dem Glockenfriedhof in Hamburg-Veddel befindet. Erst einige Jahre später konnte ein Ersatz beschafft werden, in der Zwischenzeit läutete lediglich eine kleine Glocke für die Kirche.
Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren umfangreich restauriert, 1994 erhielt der Bau eine neue Orgel sowie 2001 eine Photovoltaik-Anlage.
Städtischer Wasserturm [Bearbeiten]
Der 28 Meter hohe Wasserturm in Hagenow, ein Klinkerbau mit gotischen Fenstern, entstand in den Jahren 1905 bis 1908. Der Stahlbehälter fasste 300 Kubikmeter Wasser. Der Turm wurde 1938 auf Anordnung der Luftwaffe umgebaut. Seine Höhe wurde etwas reduziert. Bis in die 1970er Jahre diente er den Stadtwerken als Wasserspeicher. Anschließend stand das Gebäude leer, bis ein ortsansässiger Architekt es Anfang der 1990er Jahre zu einem Wohndomizil ausbaute. Seit 1982 ist der Turm in die Kreisdenkmalliste aufgenommen.
Empfangsgebäude des Bahnhofs Hagenow Land [Bearbeiten]
Das spätklassizistische Gebäude wurde 1845/1846 errichtet und gilt als bedeutender Bau dieser Stilrichtung an der Strecke.[8] Der Bahnhof galt einst als „Auswandererbahnhof“, wovon auch die Werbetafeln der Hamburg-Amerika-Linie zeugen, die auf alten Ansichtskarten zu sehen sind, die das Bauwerk zeigen. Der Keilbahnhof hatte bis zur Gründung der Deutschen Reichsbahn nach dem Ersten Weltkrieg entsprechend seiner Nutzung durch zwei Länderbahnen eine „preußische“ und eine „mecklenburgische“ Seite. Das an sich denkmalgeschützte Gebäude [9] steht leer und ist zunehmend dem Verfall preisgegeben. Die Bahnsteiganlagen wurden 1995/96 auf dem Standard von Haltestellen saniert.
Museum für Alltagskultur der Griesen Gegend und Alte Synagoge Hagenow [Bearbeiten]
Die Museumsanlage in der Langen Straße 79 besteht aus typischen Fachwerkgebäuden einer Landstadt des 19. Jahrhunderts. Die Grundstücke der Ackerbürgerfamilie Jessel, des Ratsdieners Rick und des Hutmachers Brandt mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden beherbergen heute Ausstellungen und Sammlungen zur vergangenen Alltagskultur in der Region. 2007 wurde die Synagoge der früher hier existierenden jüdischen Gemeinde in der Hagenstraße 48 als Teil des Museums und kulturelles Zentrum wiedereröffnet. Das erhalten gebliebene Ensemble der Gemeindebauten bestehend aus Synagoge, Schulhaus und Wagenschauer ist für Mecklenburg einzigartig.
Gebäude in der Langen Straße [Bearbeiten]
Die Lange Straße dürfte die erste und einst einzige Straße des Ortes gewesen sein. Sie war einst mit Schlagbäumen versehen, die bis 1863 nachts geschlossen wurden. Zahlreiche inzwischen sanierte Fachwerkdielenhäuser sind in der Langen Straße erhalten geblieben, unter anderem das älteste erhaltene Haus der Stadt mit der Hausnummer 82. Es stammt vermutlich aus dem Jahr 1730 und beherbergt heute den Stadtkrug. Auch der einstige Wohnsitz des Stadtsenators Jessel, 1748 erbaut, befindet sich in der Langen Straße. Er ist heute Teil des Museums.
Das kleinste Haus Hagenows [Bearbeiten]
Als kleinstes Haus Hagenows gilt ein um 1751 erbautes einstiges Seitenflurhaus in der Königsstraße 15.
Bahnhofstraße [Bearbeiten]
Im Altstadtbereich der Bahnhofstraße sind zahlreiche repräsentative Bauten aus der Gründerzeit erhalten geblieben. In der Bahnhofstraße 36 ist außerdem eine einzylindrige Dampfmaschine aus dem Jahr 1902 zu besichtigen, die einst zum Antrieb eines Netzstromaggregates und von Holzbearbeitungsmaschinen diente.
Zwischen dieser vom Zentrum der damaligen Ortschaft weg zum Bahnhof Hagenow Land führenden Straße sowie der an der früheren Stadtgrenze abzweigenden Hagenower-Heide-Chaussee bildete sich später eine dichtere Besiedlung mit zahlreichen Einfamilienhaus-Bauten.
Fiek’n-Brunnen [Bearbeiten]
Dieser Brunnen wurde erst im Mai 2007 zum Abschluss von Umbauarbeiten auf dem Rathausvorplatz errichtet. Er besteht aus drei lebensgroßen Bronzefiguren, die vom Künstler Bernd Streiter in einer Kunstgießerei in Berlin gefertigt wurden, und einem Trinkbrunnen, einer Säule aus Sandstein. In Szene gesetzt wurden die beiden fiktiven Figuren Fru Püttelkow und Fiek’n (plattdeutsch für Sophie), die von einem Schusterjungen beim Tratschen belauscht werden. Bis 1908 stand an der Stelle des jetzigen Kunstwerks tatsächlich der zentrale Brunnen der Stadt.
Brückenruine [Bearbeiten]
An der nördlichen Grenze des Stadtgebiets zwischen dem Ortsteil Viez und dem Gammeliner Ortsteil Bakendorf befindet sich eine Brückenruine aus den 1930er Jahren, die die Verbindungsstraße über den ursprünglich geplanten Verlauf der Reichsautobahn Hamburg–Berlin führen sollte. Die erst 1982 fertiggestellte Autobahn verläuft in einem nördlichen Bogen um die auf Luftbildern noch erkennbare einstige Trassenplanung.
Friedhöfe und Denkmäler [Bearbeiten]
An der Parkstraße befinden sich ein Ehrenfriedhof für die Opfer des Faschismus, auf dem 144 Opfer des KZ Wöbbelin beigesetzt sind, sowie ein Ehrenfriedhof für die Toten der Sowjetischen Armee. Links von der Ehrenmauer erinnert ein kleiner Gedenkstein an die jüdischen Opfer der Shoa. Seit 1988 erinnert eine Gedenktafel in der Hagenstraße 48 an die niedergebrannte Synagoge. Ein Gedenkstein in der Schweriner Straße erinnert an Fritz Reuter. Auf dem Lindenplatz befindet sich ein Gedenkstein für den sozialdemokratischen Antifaschisten Friedrich Heincke, der 1932 von SA-Männern erschossen wurde.[10]
Baudenkmale [Bearbeiten]
Die Baudenkmale der Stadt sind in der Liste der Baudenkmale in Hagenow aufgeführt.
Stolpersteine [Bearbeiten]
Seit dem 25. Juli 2009 gibt es Stolpersteine in Hagenow. Diese wurden in der Langen Straße, Höhe Mühlenteich, in den Gehweg eingefasst. Damit zählt Hagenow zu einem von über 500 Orten in Deutschland und Europa, in denen man diese finden kann. Am 3. November 2011 kamen weitere Stolpersteine hinzu. Diese erinnern an die Opfer der NS-Zeit.[11]
Sportvereine [Bearbeiten]
In Hagenow sind mehrere Sportvereine ansässig. Durch den Zusammenschluss des SC AWO Hagenow und des ESV Hagenow entstand der Hagenower SV. Dieser besteht aus einer Fußball-, einer Handball-, einer Kegel-, einer Tischtennis- und einer Leichtathletikabteilung.
Dazu gibt es in Hagenow den Karateverein Miyamoto Musashi, der bereits Deutsche Meister und Vizeeuropameister hervorbrachte.
Überregional trat in der Vergangenheit die zur Wende aufgelöste Fußballmannschaft von Vorwärts Hagenow in Erscheinung.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Hagenow wurde 1991 in das Städtebauförderungsprogramm des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen. Die Absicht dahinter bestand darin, die typische mecklenburgische Einzelhandels- und Gewerbestruktur, die die Stadt prägt, wiederzubeleben und auch zu erhalten. Gleichzeitig sollte so auch das historische Zentrum saniert und wieder attraktiver gestaltet werden.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen führte dazu, dass heute mehrere Einzelhandelsgeschäfte in der Altstadt die Straßen säumen, weiter außerhalb befinden sich zudem zwei große Gewerbegebiete, die unter anderem ein Werk der Carl Kühne GmbH & Co. KG und ein Werk des Nahrungsmittelkonzerns Danone aufweisen.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
Die Liste beinhaltet nur eine Auswahl größerer Unternehmen, eine genaue Übersicht befindet sich auf der Stadthomepage.[12]
- Carl Kühne GmbH & Co. KG
- Danone GmbH Werk Hagenow
- Gummi Bear Factory Süßwaren GmbH
- Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft mbH
- Mecklenburger Kartoffelveredelungswerk GmbH
- Stadtwerke Hagenow GmbH
- Lebensmitteltechnik Schulte
Verkehr [Bearbeiten]
Hagenow befindet sich an der Bundesstraße 321, die von Pritzier weiter nach Schwerin verläuft. Nördlich der Stadt befindet sich die Anschlussstelle Hagenow zur Bundesautobahn 24.
Im Schienenverkehr wird die Stadt durch zwei Bahnhöfe erschlossen, die ausschließlich im Regionalverkehr direkte Verbindungen nach Hamburg, Neustrelitz, Schwerin und Rostock bieten. Der ältere Bahnhof Hagenow Land wurde mit Einweihung der Berlin-Hamburger Bahn am 15. Oktober 1846 in Betrieb genommen. 1847 kam die von dort abzweigende Strecke nach Schwerin und 1894 die Kaiserbahn nach Bad Oldesloe hinzu. Beim Bau der letztgenannten Strecke wurde auch der zweite, nahe beim Zentrum gelegene Bahnhof mit der Bezeichnung "Hagenow" eingerichtet.
Nach der deutschen Teilung verkehrten die Züge auf der Strecke in Richtung Bad Oldesloe nur noch bis Zarrentin. Diese Bahnverbindung wurde 2000 eingestellt, nur noch der Stadtbahnhof wird als Endpunkt bzw. Beginn der Strecken nach Schwerin und Neustrelitz angefahren. Seit April 2008 pendeln an jedem ersten Sonntag eines Monats zwei Zugpaare der Westmecklenburgischen Eisenbahngesellschaft (WEMEG) zwischen Hagenow Land und Zarrentin.
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
- Stadtschule am Mühlenteich
- Regionale Schule „Prof. Dr. Friedrich Heincke“
- Europaschule Hagenow
- Robert Stock-Gymnasium
- Berufsschule Hagenow
- Sonderschule für Geistigbehinderte
- Diesterwegschule (Förderschule)
- Evangelische Schule "Dr. Eckart Schwerin" Hagenow
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- Kuno Karls, Augenoptikermeister und Stadtchronist
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Johann Heinrich Runge (1811–1885), Orgelbaumeister
- Maria Kraus-Boelté, geb. Bölte (1836–1918), deutsch-amerikanische Pädagogin
- Friedrich Heincke (1852–1929), Zoologe und Ozeanologe
- Robert Stock (1858–1912), Pionier auf dem Gebiet der Telekommunikation
- Heinrich Erythropel (1865–1940), Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (DVP)
- Marcus Runge (1865–1945), Orgelbauer
- Carl Schlüns (1870–1936), Ingenieur, Konstrukteur der Mercedes Elektra
- Richard Gaettens (1886–1965), Chemiker und Numismatiker
- Adolf Hochgraefe (1896–1963), Politiker (SPD)
- Roland Brinkmann (1898–1995), Geologe
- Detlef Knut (* 1956), Autor
- Heidrun Dräger (geb. Raddatz; * 1958), Politikerin (SPD)
- Andreas von Maltzahn (* 1961), mecklenburgischer Landesbischof
- Michael Timm (* 1962), Amateurboxer und Boxtrainer
- Roland Regge-Schulz (* 1964), Autor, Redakteur und Graphiker
- Dieter Berg (* 1966), Boxer
- Stefan Nimke (* 1978), Radsportler
- Claudia Graue (* 1981), Schauspielerin
- Markus Schmidt (* 1985), Eishockeyspieler
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben [Bearbeiten]
- Walter Schlee, Politiker (NDPD)
Literatur [Bearbeiten]
- Siegfried Spantig: Blick in eine Quelle: Geschichten um den Alltag der Hagenower Volkspolizei 1945 - 1985. In: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft III/2006.
- Siegfried Spantig: Das Kreiskulturhaus in Hagenow 1974 bis 1998. In: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft III/2012.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden am 31.12.2011 (XLS) (Hilfe dazu)
- ↑ Ernst Eichler/Hans Walther: Städtenamenbuch der DDR. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1988, ISBN 3-323-00007-2
- ↑ [1] Die Kirche zu Hagenow und die Stadt Hagenow, Georg Christian Friedrich Lisch, 1855
- ↑ Ernst Eichler und Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
- ↑ Bernd Kasten: Verfolgung und Deportation der Juden in Mecklenburg 1938–1945. Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.), Schwerin 2008, S. 38–40, ISBN 978-3-940207-16-6
- ↑ Bundeswehrstandort Hagenow
- ↑ a b § 1 der Hauptsatzung
- ↑ Land Brandenburg, Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung: Berlin-Hamburger Eisenbahn, Bahnhofsbauten des Klassizismus in Brandenburg (PDF-Datei; 5,2 MB)
- ↑ Denkmalliste des Landkreises Ludwigslust
- ↑ Mahn- und Gedenkstätten der Arbeiterbewegung im Bezirk Schwerin. Schwerin 1980, S. 45.
- ↑ stolpersteine.com
- ↑ Hagenower Unternehmen, abgerufen 9. Januar 2013
Alt Krenzlin | Alt Zachun | Balow | Bandenitz | Banzkow | Barkhagen | Barnin | Belsch | Bengerstorf | Besitz | Blankenberg | Blievenstorf | Bobzin | Boizenburg/Elbe | Borkow | Brahlstorf | Brenz | Bresegard bei Eldena | Bresegard bei Picher | Brüel | Brunow | Buchberg | Bülow | Cambs | Crivitz | Dabel | Dambeck | Damm | Demen | Dersenow | Dobbertin | Dobin am See | Dömitz | Domsühl | Dümmer | Eldena | Friedrichsruhe | Gallin | Gallin-Kuppentin | Gammelin | Ganzlin | Gischow | Gneven | Göhlen | Goldberg | Gorlosen | Grabow | Granzin | Grebs-Niendorf | Gresse | Greven | Groß Godems | Groß Krams | Groß Laasch | Hagenow | Hohen Pritz | Holthusen | Hoort | Hülseburg | Karbow-Vietlübbe | Karenz | Karrenzin | Karstädt | Kirch Jesar | Klein Rogahn | Kobrow | Kogel | Körchow | Kreien | Kremmin | Kritzow | Kuhlen-Wendorf | Kuhstorf | Langen Brütz | Langen Jarchow | Leezen | Lehsen | Leussow | Lewitzrand | Lübesse | Lüblow | Lübtheen | Lübz | Ludwigslust | Lutheran | Lüttow-Valluhn | Malk Göhren | Malliß | Marnitz | Mestlin | Milow | Möllenbeck | Moraas | Muchow | Mustin | Neu Gülze | Neu Kaliß | Neu Poserin | Neustadt-Glewe | Nostorf | Obere Warnow | Pampow | Parchim | Passow | Pätow-Steegen | Picher | Pinnow | Plate | Plau am See | Prislich | Pritzier | Raben Steinfeld | Rastow | Redefin | Rom | Schossin | Schwanheide | Setzin | Severin | Siggelkow | Spornitz | Steesow | Sternberg | Stolpe | Stralendorf | Strohkirchen | Suckow | Sukow | Sülstorf | Techentin | Teldau | Tessenow | Tessin b. Boizenburg | Toddin | Tramm | Uelitz | Vellahn | Vielank | Wahlstorf | Warlitz | Warlow | Warsow | Weitendorf | Wendisch Priborn | Werder | Wittenburg | Wittendörp | Wittenförden | Witzin | Wöbbelin | Zahrensdorf | Zapel | Zarrentin am Schaalsee | Ziegendorf | Zierzow | Zölkow | Zülow
