Bodø

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Bodø
Bodø (Norwegen)
Bodø
Bodø
Basisdaten
Kommunennummer: 1804 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Nordland
Koordinaten: 67° 17′ N, 14° 23′ O67.28333333333314.383333333333Koordinaten: 67° 17′ N, 14° 23′ O
Fläche: 1.392,1 km²
Einwohner:

49.389 (31. Mär. 2013)[1]

Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Postleitzahl: 8003 - 8079
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Ole-Henrik Hjartøy (H) (2011)
Lage in der Provinz Nordland
Lage der Kommune in der Provinz Nordland

Bodø ["bu:dɛ] (trad.) oder ["bu:dø] (liter.) ist Hauptstadt der Provinz Nordland im Norden Norwegens und liegt in der Region Salten nördlich des Polarkreises. Bodø ist auch der Name und der Sitz der Kommune. Bereits 1968 schlossen sich Bodin und Bodø zu einer Kommune zusammen. Zum 1. Januar 2005 erfolgte der Anschluss der ehemaligen selbständigen Kommune Skjerstad an Bodø.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt auf einem Längengrad von 14° 23' ö.L. und einem Breitengrad von 67° 17' n.B. Sie befindet sich am äußersten Ende einer Halbinsel, die in den Vestfjord ragt. Die Polarnacht dauert vom 15. bis zum 29. Dezember, die Mitternachtssonne ist sichtbar vom 2. Juni bis zum 10. Juli. Die Stadt hat 48.422 Einwohner (Stand: 1. Januar 2012). Diese leben auf einer Fläche von 1385 km². Die Fläche der Kommune ist größer als die von Berlin. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 4,6 Grad Celsius, die Durchschnittstemperatur im Juli 13,6 und im Januar -2,6 Grad. Die höchsten Berge in der Kommune sind der Lurfjelltinden (1284 m), Børvasstindene (1176 m), Heggmotinden (798 m) und Steigtinden (793 m). Die größten Inseln im Stadtgebiet sind Landegode (30 km²), Straumøya (29 km²) und Knaplundsøya (6,3 km²).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde 1816 an der Stelle gegründet, an der sich damals die Faktorei Hundholmen befand. Ziel der Gründung war, die Stadt anstelle von Bergen als Handelsplatz für die nordnorwegischen Fischer zu entwickeln. Ein starkes Wachstum verzeichnete Bodø in den Jahren zwischen 1865 und 1885 als große Heringsschwärme in die Küstenregion gelangten und gefangen wurden. Mit dem Bau der Mole und des Schiffsanlegers im Jahre 1904 entwickelte sich der Personen- und Güterverkehr durch die Schiffe der Hurtigruten.

Während des deutschen Überfalls auf Norwegen und Dänemark im Zweiten Weltkrieg wurde Bodø am 27. Mai 1940 von der deutschen Luftwaffe angegriffen und fast vollständig zerstört. Daher besitzt Bodø heute nur noch wenige historische Sehenswürdigkeiten. Bodø war die norwegische Stadt, die im Zweiten Weltkrieg am meisten zerstört wurde. Der überwiegende Teil der Bewohner war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Notbaracken und Obdachlosenheimen untergebracht. Nach dem Wiederaufbau entstand ein völlig anderes Stadtbild, das durch einen nüchternen und funktionalen Stil geprägt ist. 1952 wurde Bodø Bischofssitz. 1957 wurden die Domkirche und 1959 das Rathaus eingeweiht. Im Jahr 1961 wurde Bodø an die Eisenbahnstrecke der Nordlandbahn angeschlossen.

Während des Kalten Krieges war die Stadt als Luftstützpunkt in die Militärstrategie der NATO eingebunden und Sitz des NATO-Hauptquartiers der Alliierten Streitkräfte Nordnorwegen und unterstand dem Regionalkommando Alliierte Streitkräfte Europa Nord (AFNORTH) mit Hauptquartier in Kolsås. In den Blickpunkt der internationalen Politik geriet die Stadt, als am 1. Mai 1960 der Pilot Francis Gary Powers mit dem amerikanischen Spionageflugzeug U-2 auf dem Flug nach Bodø über der Sowjetunion abgeschossen wurde.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Bodøer Wappen lautet: In Rot eine gesichtslose goldene Sonne mit zwölf Strahlen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der Stadt haben mehr als 30 staatliche Behörden und Einrichtungen ihren Sitz. Wirtschaftliche Standbeine sind daher das Dienstleistungsgewerbe, die Einrichtungen der Streitkräfte, des Gesundheitswesens, des Transportwesens und auch der Tourismus. In Bodø befindet sich der Hauptsitz der Nordlandsbanken und der Fluggesellschaft Widerøe. An der Universität Nordland, die am 1. Januar 2011 aus dem Zusammenschluss der Pädagogischen Hochschule, der Polizeihochschule und der Hochschule Bodø entstanden ist, studieren etwa 6000 Studenten.

Verkehr[Bearbeiten]

Hafen und Bahnhof von Bodø im Juni 2005

Bodø wird täglich in beiden Richtungen von den Schiffen der Hurtigruten angelaufen und verfügt zudem über tägliche Auto-Fährverbindungen zu den Inseln Røst und Værøy sowie nach Moskenes auf den Lofoten. Zu den der Stadt vorgelagerten Inseln besteht ein gut ausgebautes Liniennetz für den Schiffsverkehr. Bodø ist ein Endpunkt der Nordlandbahn nach Trondheim mit Anschluss nach Oslo und somit nördlichste Bahnstation der in Südnorwegen beginnenden Eisenbahnlinien der Norges Statsbaner.

Der 1951 entstandene Flughafen Bodø hat im zivilen Bereich über 1.400.000 Fluggäste im Jahr und ist ebenfalls auch ein großer Stützpunkt der norwegischen Luftwaffe für spezielle Winter-Trainingsflüge der NATO.

Wegen der Lage an der Spitze einer Halbinsel erfolgt die Straßenanbindung überwiegend über die Straße Nr. 80, die Bodø mit dem Kystriksveien nach Süden und mit der E 6 in Fauske verbindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Rathaus in Bodø
  • Das norwegische Luftfahrtmuseum, das 1994 eröffnet wurde und in Abteilungen für Militärluftfahrt und Zivilluftfahrt gegliedert ist. Im militärischen Teil sind berühmte Flugzeuge wie Spitfire, CF-104 Starfighter, Ju 88 und das Spionageflugzeug U-2 ausgestellt. Im zivilen Bereich befinden sich Passagierflugzeuge wie das einzige noch vorhandene Wasserflugzeug Ju 52, Twin Otter und F 28.
  • Die Domkirche, 1956/1957 im neugotischen Stil mit freistehendem Glockenturm erbaut, beeindruckt im Innenraum mit 12 Meter hohen Glasmalereien. Sie ist Sitz des Bischofs Tor Berger Jørgensen vom Sør-Hålogaland-Bispedømme.
  • Das Nordlandmuseum (Salten Museum) befindet sich in einem der ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt (1904) und in ihm wird die Geschichte der Provinz Nordland in der Vorzeit und im Mittelalter sowie der Stadt Bodø gezeigt. In der Freilichtabteilung in Bodøsjøen, etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt, wurden 14 historische Gebäude aus der Region Salten wiederaufgebaut und befindet sich eine umfassende Bootssammlung. Kjerringøy gamle handelssted ist ein als Freilichtmuseum erhaltene Handelsposten mit Naturhafen an der Küste.
  • Der Saltstraumen ist die größte Natursehenswürdigkeit der Kommune und liegt etwa 30 km östlich der Stadt an der RV 17 in Richtung Süden. Er ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Aufgrund des sauberen Wassers an dieser Stelle ist der Saltstraumen extrem reich an Fischen. Anspruchsvolles Angeln ist hier eine beliebte Beschäftigung.[3]
  • Bodø ist die Stadt der Seeadler. Entlang der fischreichen Gewässer und auf den Inseln vor der Stadt befinden sich die Brutgebiete des größten und dichtesten Seeadlerbestandes der Welt. Dort befindet sich auch auf der Insel Landegode das Leuchtfeuer "Landego Fyr". In der Fußgängerzone ist dem Seeadler ein Denkmal gesetzt.

Außerdem findet jedes Jahr im Sommer die Musikfestwoche Nordland, ein Musikfestival mit klassischem Profil, statt.

Sport[Bearbeiten]

Der in der Stadt beheimatete Fußballverein FK Bodø/Glimt, je dreifacher Pokalsieger und Vizemeister Norwegens, spielte in der Saison 2008 in der ersten norwegischen Liga, der Tippeligaen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten]

Bodø
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
86
 
0
-4
 
 
64
 
0
-5
 
 
68
 
2
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52
 
5
0
 
 
46
 
9
3
 
 
54
 
13
7
 
 
92
 
16
11
 
 
88
 
16
10
 
 
123
 
12
7
 
 
147
 
7
3
 
 
100
 
4
-1
 
 
100
 
2
-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bodø
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 0,0 0,3 2,0 5,0 8,9 12,7 16,2 15,7 12,1 7,4 3,8 1,9 Ø 7,2
Min. Temperatur (°C) -4,4 -4,8 -3,5 -0,4 3,4 7,1 10,5 10,0 6,8 2,9 -1,4 -2,2 Ø 2
Niederschlag (mm) 86 64 68 52 46 54 92 88 123 147 100 100 Σ 1.020
Sonnenstunden (h/d) 0,3 1,5 3,7 5,3 7,1 7,4 5,5 5,4 3,3 1,7 0,5 0,0 Ø 3,5
Regentage (d) 14 12 12 11 9 11 13 12 17 18 15 16 Σ 160
Luftfeuchtigkeit (%) 76 76 73 73 71 74 79 78 77 77 76 75 Ø 75,4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
0,0
-4,4
0,3
-4,8
2,0
-3,5
5,0
-0,4
8,9
3,4
12,7
7,1
16,2
10,5
15,7
10,0
12,1
6,8
7,4
2,9
3,8
-1,4
1,9
-2,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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100
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bodø – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bodø – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics Norway – Population and quarterly changes, Q1 2013
  2. Bodøs history in brief auf der Homepage der Stadt Bodö, eingesehen 1. Juli 2014.
  3. Website des norwegischen Fremdenverkehrsamtes. Abgerufen am 5. Juni 2013.