Bohemian Rhapsody

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bohemian Rhapsody ist ein Stück, das von Freddie Mercury geschrieben und von der Rockband Queen für ihr 1975 erschienenes Album A Night at the Opera aufgenommen wurde. Musikwissenschaftler Hartmut Fladt nennt das Stück: „Das Ganze ist eine Liebeserklärung an die Oper des späten 19. Jahrhunderts, die aber eben mit Mitteln des 20. Jahrhunderts raffiniert inszeniert wird. Das Lied ist ein sehr intelligentes Stück postmoderner Pop-Kultur.“[1]

Der Titel ließe sich als „Böhmische Rhapsodie“ übersetzen, wobei der Text eher die freiere Übersetzungsvariante „Rhapsodie eines Bohemiens“ impliziert. Es besitzt die für ein Popmusik-Stück ungewöhnliche musikalische Struktur einer Rhapsodie: Eine Aneinanderreihung von Abschnitten, die stilistisch sehr unterschiedlich sind, von einem A-cappella-Intro über Opern-Anteile bis hin zu einem Hard-Rock-Abschnitt. Einen Refrain gibt es nicht.

Klassische Rhapsodien (z. B. die „Alt-Rhapsodie“ von Johannes Brahms) weisen das charakteristische dreiteilige Formschema ‚langsam – schnell – langsam‘ auf, das von Freddie Mercury wohl bewusst aufgegriffen wurde.

Das Intro mit dem Text „Mama, just killed a man, put a gun against his head, pulled my trigger, now he's dead“ wird als Bezug zur Oper Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni interpretiert, wo ein Sänger sich in einer Arie ebenfalls an seine Mama wendet, nachdem er eine Gewalttat begangen hat. Hartmut Fladt dazu: „Typisch für Mercury ist, wie er bei einem ernsten Thema stets eine ironische Distanz wahrt. Eigentlich geht es ja um große Helden, aber wenn's ans Sterben geht, dann rufen sie ‚Mama!‘.“ Als weitere Einflüsse auf Mercury und das Stück nennt Fladt die Melodia lunga der Barock-Oper, den Verfremdungseffekt von Bertolt Brecht und Schnitttechniken der Beatles wie in Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band.[1]

Trotz seines ungewöhnlichen Stils wurde Bohemian Rhapsody als Single veröffentlicht und war ein großer kommerzieller Erfolg. Das Lied wurde seit seinem Erscheinen bei jedem Konzert von Queen gespielt, wobei der vierte Teil des Songs aufgrund des komplizierten mehrstimmigen Gesangs vom Tonband eingespielt wurde und die Band dabei ca. eine Minute aussetzte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aufbau

Bohemian Rhapsody lässt sich in folgende sechs Abschnitte unterteilen[2]:

  1. Intro (0:00–0:49)
  2. Ballade (0:49–2:37)
  3. Gitarren-Solo (2:37–3:03)
  4. Opern-Parodie“ (3:03–4:08)
  5. Hard Rock (4:08–4:55)
  6. Outro (4:56–5:55)

[Bearbeiten] Aufnahme

Die Aufnahmen für Bohemian Rhapsody begannen am 24. August 1975 im Rockfield Studio 1 und dauerten über drei Wochen. Weitere Aufnahmen wurden in den SARM (East), Scorpion, Wessex und Roundhouse Studios gemacht. Laut einigen Bandmitgliedern hat Freddie Mercury das Stück fertig in seinem Kopf gehabt und die Band durch das gesamte Lied dirigiert.

Flügel (Mercury), Bass (John Deacon) sowie das Schlagzeug (Roger Taylor) wurden zuerst aufgenommen. Beim Einspielen des Liedes benutzte die Gruppe Instrumente wie den Fender Precision Bass, Brian Mays Red-Special-Gitarre und sogar ein Paiste-Tamtam.

[Bearbeiten] Single-Veröffentlichungen

Als die Geschäftsführung der Plattenfirma EMI das Lied zum ersten Mal hörte, schlug sie vor, das knapp sechs Minuten lange Stück zu kürzen. Weil Bohemian Rhapsody doppelt so lang wie eine normale Single war, befürchteten sie, dass Radiosender sie nicht spielen würden. Queen stellte dem Londoner Radio-DJ Kenny Everett daraufhin eine Tonbandaufnahme des Liedes zur Verfügung, die Everett in den folgenden Tagen insgesamt 14 Mal in seiner Show spielte. Als auch Radiostationen in den USA begannen, Bohemian Rhapsody zu spielen, geriet die Plattenfirma unter Zugzwang und veröffentlichte das Stück am 31. Oktober 1975 mit dem Titel I'm in Love with My Car als B-Seite.[3]

Nach Mercurys Tod wurde Bohemian Rhapsody Ende 1991 als Doppel-A-Seite mit These Are the Days of Our Lives erneut als Single veröffentlicht. Die Einnahmen daraus erhielt eine Aids-Stiftung. In den USA erschien 1992 eine weitere Single-Version mit The Show Must Go On als zweitem Titel.

[Bearbeiten] Musikvideo

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Inhalt des Videos --Flominator 19:44, 25. Nov. 2009 (CET)
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber bitte kopiere keine fremden Texte in diesen Artikel. Weitere Informationen im WikiProjekt.

Die Hauptautoren wurden noch nicht informiert. Bitte benachrichtige sie!

Das Video wurde nach den Vorstellungen der Bandmitglieder von Bruce Gowers produziert. Produziert wurde es nur, weil die Band auf Tournee war, allerdings „live“ bei BBCs Top of the Pops auftreten sollte. Aufgenommen wurde es in nur vier Stunden auf der Probenbühne und kostete lediglich £4500. Der Erfolg dieses Promo-Videos begründete die gängige Praxis der Plattenfirmen, Promo-Videos zu produzieren, um die Plattenverkäufe anzukurbeln. 1992 wurde das Video um Szenen aus dem Film Wayne’s World erweitert. In der Folge erreichte der Song fast zwei Jahrzehnte nach seiner Erstveröffentlichung noch einmal Platz zwei der US-amerikanischen Hitparade.

[Bearbeiten] Chartplatzierungen

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

In den Charts erreichte die Single Bohemian Rhapsody folgende Platzierungen:

1975/1976:

1991/1992:

  • #1 – Großbritannien (fünf Wochen Nummer eins; Platin) / Irland.
  • #2 – Niederlande / USA (Platin).
  • #5 – Australien.
  • #8 – Österreich.
  • #15 – Frankreich.
  • #16 – Deutschland.

[Bearbeiten] Cover-Versionen

Im Folgenden eine kleine Auswahl jener Interpreten, die Coverversionen von Bohemian Rhapsody veröffentlichten:

  • Bad News (Album und Single, 1987); produziert von Brian May, Begleitgesang u. a. von John Deacon.
  • Fuzzbox (12″-Single What’s the Point, 1987), eine A-cappella-Version.
  • The Cruel Sea – akustische Version auf dem Album Rockin’ Roll Duds von 1995.
  • Weird Al Yankovic – eine Polka-Fassung des Liedes unter dem neuen Titel „Bohemian Polka“ erschien auf seinem Album Alapalooza (1993).
  • The BraidsSoundtrack des Films High School High (1996); auch als Single veröffentlicht; produziert von Stephan Jenkins, dem Sänger von Third Eye Blind.
  • Montserrat Caballé und Bruce Dickinson, Sänger von Iron Maiden (auf Caballés Album Friends for Life, 1997).
  • The Flaming Lips auf dem Album Killer Queen – A Tribute to Queen (2005) und bei Konzerten.
  • Faye Wong auf ihrem Live-Album Changyou Da Shijie Wang Fei Yangchang Hui 98 – 99 (Faye HK Scenic Tour 98 – 99).
  • Helmut Lotti auf seinem Album Pop Classics in Symphony, (2003).
  • Molotov – Rap, Soda y Bohemia auf dem Album Molomix (Remix Collection) von 1998.
  • London Symphony Orchestra – Instrumental auf dem Album Classic Rock von 1977.
  • Maybebop – A-Cappella-Version auf dem Album Heiße Luft von 2003.
  • Mnozil Brass – in ihrem Programm Seven, 2005 auf DVD.
  • De Dannan, eine der Schlüsselbands des irischen Folk-Revival, spielten eine Version unter dem Titel Hibernian Rhapsody auf ihrem gleichnamigen Album (1996) ein.
  • Magic Affair sangen das Lied auf dem Eurodance-Queen-Sampler Queen Dance Traxx Vol. 1 aus dem Jahr 1996
  • P!nk trägt an einer Stelle im Programm ihrer Funhouse-Tour ein Kostüm, das an Freddie Mercury erinnert und singt eine Coverversion.
  • Emilie Autumn auf der EP Girls Just Wanna Have Fun & Bohemian Rhapsody von 2009.
  • Die Muppets haben eine Version bei YouTube veröffentlicht.
  • Madsen begannen ihr Album Labyrinth (2010) mit einer deutschen Version des Queen-Klassikers.
  • William Shatner auf seinem Album Seeking Major Tom, (2011).

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Spiegel online: "Freddie Mercury hätte heute Fundamentalisten am Hals", 24. November 2011
  2. Bohemian Rhapsody. In: Queen Songs – The Book. Abgerufen am 5. November 2009 (englisch).
  3. Mark Cunningham: An Invitation To The Opera. In: Sound On Sound. Oktober 1995.

[Bearbeiten] Weblinks

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen