de Havilland Canada DHC-7

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
de Havilland Canada DHC-7 (Dash 7)
De Havilland Canada DHC-7
Typ: Regionalverkehrsflugzeug
Entwurfsland: KanadaKanada Kanada
Hersteller: de Havilland Canada
Erstflug: 27. März 1975
Indienststellung: 1978
Produktionszeit: 1978–1988
Stückzahl: 114

Die de Havilland Canada DHC-7, auch kurz Dash 7 (engl. für "Strich 7"), ist ein 50-sitziges Regionalflugzeug. Es ist STOL-fähig (short takeoff and landing), d. h., es kann Flughäfen mit kurzen Start- und Landebahnen anfliegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits in den frühen 1970er Jahren wurde bei de Havilland Canada über den Bau eines robusten Turbopropmusters mit einer benötigten Länge der Start- und Landepiste von max. 700 m, hoher Steigrate für topographisch ungünstig liegende Flugplätze und geringem Lärmpegel für stadtnahe Flughäfen nachgedacht. Um dies zu erreichen, wurde die DHC Dash 7 mit Tragflächen in Schulterdecker-Bauweise, Auftriebshilfen und vier langsam drehenden, leisen Propellerturbinen ausgestattet.

de Havilland Canada DHC-7

Nach dem Jungfernflug am 27. März 1975 und der Erstauslieferung im Januar 1978 wurde das Muster bis 1988 113-mal ausgeliefert. Danach wurde die Produktion wegen mangelnder Nachfrage aufgrund der Verfügbarkeit wirtschaftlicherer und schnellerer Muster, wie der Dash 8Q-300 oder ATR 72, eingestellt. Es gab offenbar zu wenige Verbindungen, auf denen sowohl die STOL-Fähigkeiten der Dash 7 als auch deren Passagierkapazität erforderlich waren. Der von de Havilland forcierte und beworbene Betrieb auf Querpisten größerer Flughäfen war nur in Einzelfällen umsetzbar. Auch die bei der Konzeption des Flugzeugs Anfang der 70er Jahre erwarteten City Airports wurden nur in wenigen Städten tatsächlich errichtet. Dennoch ist der Flugzeugtyp immer noch auf einigen schwer anfliegbaren Flugplätzen in der Welt im Einsatz.

Als Nachfolger entstand ab Anfang der 80er Jahre die zweimotorige Dash 8 mit ähnlichem Grundkonzept, jedoch ohne die ausgeprägten STOL-Eigenschaften der Dash 7.

Versionen[Bearbeiten]

Es gibt zwei Versionen, die Series 100 als reine Passagierversion, und die Series 101 als Fracht-/Passagierversion mit großem Frachttor auf der linken Rumpfseite vor der Tragfläche. Das Projekt unter der Typenbezeichnung DHC Dash 7-300 für ein 70-sitziges Muster wurde aufgrund mangelnder Nachfrage nicht verwirklicht.

Neben den zivilen Versionen gibt es einige militärische Maschinen, die CC-132 für die Kanadischen Streitkräfte, eine Dash-71R für die Canadian Coast Guard, eine Version für die venezolanische Marine und die Dash 7 Ranger als kanadische Seeaufklärungsversion. Als RC-7 werden umgerüstete Dash 7 mit aufwändiger Aufklärungsausrüstung der amerikanischen Streitkräfte, u. a. zur Bekämpfung von Drogenkriminalität eingesetzt. Eine Dash 7 mit auf dem Vorderrumpf aufgesetzter Beobachtungskanzel wird in Kanada zur Beobachtung von Treibeis und Eisbergen eingesetzt.

Bauweise[Bearbeiten]

  • Flügel: Schulterdeckerbauweise mit großer Streckung und großen Doppelschlitzklappen zur Auftriebserhöhung. Relativ kleine Querruder werden durch Spoiler unterstützt, die am Boden auch als Bremshilfen verwendet werden.
  • Rumpf: Leichtmetallrumpf mit rundem Querschnitt und Druckkabine
  • Leitwerk: T-Leitwerk in Ganzmetallbauweise
  • Fahrwerk: Einziehbares Bugradfahrwerk, Hauptfahrwerk fährt nach vorne in die inneren Triebwerksgondeln ein, Bugrad nach hinten. (Die Fahrwerksklappen des Hauptfahrwerks bleiben bei ausgefahrenem Fahrwerk offen. Die hinteren Klappen des Bugfahrwerks schließen wieder, um Steinschlagschäden im Fahrwerkschacht zu vermeiden, öffnen sich jedoch bei abgestelltem Flugzeug, sobald der Hydraulikdruck abfällt.)
  • Triebwerk: 4 × PT6A Propellerturbine mit 4-Blatt-Propellern mit niedrigen Umdrehungszahlen zur Verringerung der Geräuschentwicklung (beim Start 1210/min, im Reiseflug 900-1070/min)

Besonderheiten[Bearbeiten]

  • Die Dash 7 war (vom Betreiber Tyrolean Airways) als einziges Verkehrsflugzeug für den Betrieb am Altiport Courchevel zugelassen.
  • Zur Verringerung des Auftriebs werden bei der Dash 7 nach der Landung die hinteren Landeklappen automatisch eingefahren. Dasselbe geschieht zur Verringerung des Luftwiderstands bei einem Durchstartmanöver.

Betreiber in Europa[Bearbeiten]

In Europa wurde oder wird die Dash 7 bei folgenden Fluglinien betrieben:

Militärische Nutzer[Bearbeiten]

U.S. Army Airborne Reconnaissance Low RC-7B (später EO-5C) 2001
JemenJemen Jemen
KanadaKanada Kanada
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
United States Army 10, 1 O-5A, 2 EO-5B, 5 RC-7B[1]
VenezuelaVenezuela Venezuela

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Passagiere 50–54
Länge 24,6 m
Spannweite 28,4 m
Höhe 8 m
Flügelfläche 79,9 m²
Breite der Kabine 2,6 m
Länge der Kabine 12 m
Kabinenhöhe 1,9 m
Startgewicht 21.319 kg
Reisegeschwindigkeit 400 km/h
max. Flughöhe 6.400 m (ohne Passagiere bis 7.600 m)
Reichweite 1550–2200 km
Triebwerke Vier Propellerturbinen Pratt & Whitney Canada PT6A-55 (je 904 kW Startleistung)
Treibstoffkapazität 4.500 kg in vier Tragflächentanks

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Canadian Aerospace — Background — DeHavilland Canada Dash 7." Canadian American Strategic Review via Archive, 11. Oktober 2009. Abgerufen 18. Oktober 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: De Havilland Canada DHC-7 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien