Adria Airways

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Adria Airways
Logo der Adria Airways
Airbus A319-100 der Adria Airways
IATA-Code: JP
ICAO-Code: ADR
Rufzeichen: ADRIA
Gründung: 1961
Sitz: Ljubljana,
SlowenienSlowenien Slowenien
Drehkreuz:

Flughafen Ljubljana

Heimatflughafen: Flughafen Ljubljana
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
Leitung: Klemen Boštjančič[1]
Mitarbeiterzahl: 686 (April 2010)[1]
Umsatz: 164,2 Mio. (2009)[2]
Bilanzsumme: 147,1 Mio. (2009)[2]
Fluggastaufkommen: 1,17 Millionen (2010)[1]
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: Miles & More
Flottenstärke: 11
Ziele: National und kontinental
Webseite: adria.si

Adria Airways ist die größte slowenische Fluggesellschaft mit Sitz und Basis in Ljubljana und Mitglied der Star Alliance.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1961 wurde Adria Aviopromet in Jugoslawien als Charterfluggesellschaft gegründet. Nach der Fusion mit InterExport firmierte das Unternehmen ab 1968 als Inex-Adria Aviopromet (Inex-Adria Airways). Im Juni 1976 wurde der Flughafen Maribor, nahe der österreichischen Grenze, eröffnet. Die Inex-Adria Airways konnte auf viele Kunden speziell aus Österreich zählen, da sie weit günstigere Flüge in das europäische Ausland anbot als seinerzeit die Austrian Airlines. In den 1980er Jahren wurde dann auch der Liniendienst aufgenommen. 1985 wurde als erstes deutsches Ziel der Flughafen München-Riem in den Flugplan aufgenommen.

1986 änderte sich der Name in Adria Airways. 1989 übernimmt die Airline ihren ersten Airbus A320. Die Gesellschaft wurde darüber hinaus Mitglied der IATA. Als es 1991 beim Zerfall Jugoslawiens zum 10-Tage-Krieg in Slowenien kam, brachte Adria Airways ihre Flugzeuge am nahegelegenen österreichischen Flughafen Klagenfurt in Sicherheit und konnte sofort nach der Unabhängigkeit Sloweniens den Flugverkehr wieder aufnehmen.

Im Dezember 2004 wurde Adria Airways erst regionales Mitglied und im Januar 2010 Vollmitglied der Star Alliance.[3]

Im Dezember 2010 wurde berichtet, dass Adria Airways Schulden in Höhe von 86 Millionen Euro angehäuft hat.[4] Im Januar 2011 trat der langjährige CEO Tadej Tufek zurück. Zum Nachfolger wurde Klemen Boštjančič bestellt.[5]

Am 1. August 2012 wurde Adria Airways offiziell zum Verkauf ausgeschrieben. Insgesamt sollen 74,87 Prozent der Anteile, welche zuvor dem slowenischen Staat, dem slowenischen Investor PDP und vier Banken gehörten, verkauft werden. Eine Privatisierung der Airline ist schon seit längerer Zeit geplant. Nachdem in den letzten Jahren ständig Verluste eingeflogen wurden, sollte die Airline durch diese Maßnahmen bis 2013 wieder in die schwarzen Zahlen kommen.[6] Für das erste Halbjahr 2013 konnte schließlich eine deutliche Reduzierung der Verluste von 7,7 auf unter 1,5 Millionen Euro sowie gestiegene Auslastung vermeldet werden. Dennoch plant man den Verkauf von Bürogebäuden und der eigenen Flugschule.[7]

Flugziele[Bearbeiten]

Adria Airways bedient von ihrer Basis Ljubljana aus über 40 Ziele in folgenden Ländern: Albanien, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Nordirland, Italien, Kosovo, ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Türkei, Ukraine und Österreich.

Zudem bestehen Codeshare-Abkommen beispielsweise mit Austrian Airlines, Lufthansa und Swiss auf den Routen nach Frankfurt am Main, München, Wien und Zürich.

Flotte[Bearbeiten]

Ein Bombardier CRJ900 der Adria Airways

Mit Stand Mai 2014 besteht die Flotte der Adria Airways aus 11 Flugzeugen[8] mit einem Durchschnittsalter von 9,7 Jahren:[9]

Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkungen
Airbus A319-100 02
Airbus A320-200 01
Bombardier CRJ200 03 S5-AAF in Mini- und S5-AAG in Star Alliance-Sonderlackierung
Bombardier CRJ900 05
Gesamt 11 -

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Adria Airways, beziehungsweise die damalige Inex-Adria, verzeichnet in ihrer Geschichte drei Unfälle mit Todesopfern:

  • Am 30. Oktober 1975 zerschellte eine aus Tivat kommende Douglas DC-9-32 mit der Kennung YU-AJO im Landeanflug 8 km vor dem Flughafen Prag an einem Hügel. Während des Unfallzeitpunkts herrschte Nebel mit Sichtweiten unter 1500 m. 75 der 120 Flugzeuginsassen starben.[10]
  • Am 10. September 1976 kollidierte eine weitere Douglas DC-9-32 mit der Kennung YU-AJR im Reiseflug auf dem Weg von Split nach Köln/Bonn mit einer Maschine der British Airways. Alle 108 Passagiere (darunter 107 Touristen aus Deutschland) sowie die fünf Besatzungsmitglieder der Inex-Adria-Maschine kamen ums Leben.[11] - Flugzeugkollision von Zagreb
  • Am 1. Dezember 1981 zerschellte eine McDonnell Douglas MD-82 mit der Kennung YU-ANA auf dem Weg von Ljubljana nach Ajaccio auf Korsika beim Landeanflug am Gipfel des San Pietro. Alle 173 Passagiere und 7 Crewmitglieder starben.[12]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

  • Amadeus Slovenia (95 % in Besitz von Adria Airways)[2]
  • Adria Airways Kosovo (100 % in Besitz von Adria Airways)[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Adria Airways – Facts & Figures (englisch) abgerufen am 27. Oktober 2010
  2. a b c d Adria Airways – Annual Report 2009 (englisch) abgerufen am 27. Oktober 2010
  3. Star Alliance abgerufen am 27. Oktober 2010
  4. bloomberg.com – Slovenia’s Adria Airways May File for Bankruptcy, TVS Reports (englisch) 15. Dezember 2010
  5. http://www.at.aero.de/news-11976/Atempause-fuer-Adria-Airways.html
  6. http://www.aero.de/news-15573/Adria-Airways-zum-Verkauf-ausgeschrieben.html
  7. austrianaviation.net - Adria: Flugschule lockt China Southern 26. August 2013
  8. ch-aviation.ch – Flotte der Adria Airways (englisch) abgerufen am 26 Mai 2014
  9. airfleets.net – Flottenalter der Adria Airways (englisch) 26. Mai 2014
  10. Angaben zum Unfall in der Datenbank Aviation-Safety.net
  11. Angaben zum Unfall in der Datenbank Aviation-Safety.net
  12. Angaben zum Unfall in der Datenbank Aviation-Safety.net

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adria Airways – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien