Eiselfing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eiselfing
Eiselfing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eiselfing hervorgehoben
48.04083333333312.242222222222470Koordinaten: 48° 2′ N, 12° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 34,87 km²
Einwohner: 2901 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83549
Vorwahl: 08071
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 126
Gemeindegliederung: 36 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Pfarrstadl 1
83549 Eiselfing
Webpräsenz: www.eiselfing.eu
Bürgermeister: Georg Reinthaler
Lage der Gemeinde Eiselfing im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee Österreich Landkreis Altötting Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Miesbach Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Traunstein Rosenheim Rotter Forst-Süd Rotter Forst-Nord Albaching Amerang Aschau im Chiemgau Babensham Bad Aibling Bad Endorf Bad Feilnbach Bernau am Chiemsee Brannenburg Breitbrunn am Chiemsee Bruckmühl Edling Eggstätt Eiselfing Feldkirchen-Westerham Flintsbach am Inn Frasdorf Griesstätt Großkarolinenfeld Gstadt am Chiemsee Halfing Höslwang Kiefersfelden Kolbermoor Neubeuern Nußdorf am Inn Oberaudorf Pfaffing (Landkreis Rosenheim) Prien am Chiemsee Prutting Ramerberg Raubling Riedering Rimsting Rohrdorf (am Inn) Rott am Inn Samerberg Schechen Schonstett Söchtenau Soyen Stephanskirchen Tuntenhausen Vogtareuth Wasserburg am InnKarte
Über dieses Bild

Eiselfing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Sie entstand am 1. April 1971 durch die Zusammenlegung der bis dahin selbstständigen Gemeinden Aham, Bachmehring, Freiham und Schönberg.[2] Kircheiselfing war bis dahin Hauptort der Gemeinde Bachmehring.

Die Gemeinde liegt etwa 2,5 km südsüdöstlich der Stadt Wasserburg am Inn. Sie gehört seit der Auflösung des Landkreises Wasserburg am Inn am 1. Juni 1972 zum Landkreis Rosenheim.

Wappen[Bearbeiten]

Das seit 1981 geführte Wappen zeigt im oben geteilten Feld auf silbernem Grund drei durchgehende blaue Rauten und im gespaltenen unteren Feld einen schwarzen Bischofsstab auf goldenem Grund sowie einen auffliegenden goldenen Falken mit schwarzen Halsband auf blauem Grund.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Eiselfing liegt östlich des Inn und gehört damit zum Chiemgau sowie zum Alpenvorland. Der Hauptort Eiselfing (früher: Kircheiselfing) befindet sich nur 3 km südlich der Bundesstraße 304, welche über Ebersberg (26 km) in die rund 60 km entfernte Landeshauptstadt München sowie in Gegenrichtung über Obing (15 km) nach Traunstein (40 km) verläuft. Darüber hinaus sind es jeweils 27 km nach Waldkraiburg und in die kreisfreie Stadt Rosenheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Eiselfing hat 36 amtlich benannte Ortsteile [3]:

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird der Ort im 9. Jahrhundert als Ysolvingone. Der Name leitet sich vom Personennamen Eiswolf/Eisolf ab. Es wird vermutet, dass der erste Salzburger Bischof, der Hl. Rupert (696–718), Kirche und Pfarrei Eiselfing selbst gegründet hat.

Ein 1969 bei Renovierungsarbeiten in der Eiselfinger Kirche gefundener Grabstein aus der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts belegt eine römische Besiedelung des Gemeindegebiets.

Die erste Besiedelung liegt aber schon viel weiter in der Vergangenheit zurück, und zwar wird wohl Alteiselfing die ursprüngliche Niederlassung gewesen sein. Einigen Aufschluss hierüber geben die prähistorischen Funde im Schwarzmoos (Pfahlbaureste in 3 Meter Tiefe), eine ebenso aus der La-Tene-Zeit (Torfstich des Madlbauern), ebenso die Bronzefunde aus Alteiselfing, die zum Teil in den Besitz des Nationalmuseums gelangt sind (Bronzehalsringe mit Strichornamentik, Ohrgehänge, geflämmtes Bronzeschwert, Sichel, Messer).

Die Endsilbe "ing" des Namens deutet auf die Niederlassung eines Alemannen (Sueven, im Gegensatz zum fränkischen Endsilbengebrauch: “heim und ham“ oder zur bojarischen Art: stett, hausen, ach, berg, moos, ried)

Eine Tauschurkunde vom Jahre 927 sagt, dass u. a. Eiselfing (Isolvinga) mit dem Nachbarort Durrhausen (Turinhuja) mit allem Grundbesitz, Gebäuden und Zehnt von Erzbischof Odalbert (Adalbert) von Salzburg an die hochedle Dame (nobiliasima femina) Rihina übergegangen ist. Rihina (Rhini = die Reiche) war die leibliche Schwester des 907 in der verlorenen Ungarnschlacht bei Pressburg gefallenen Markgrafen Luitpold des Schyren. Sie war die Stammmutter des mächtigen Geschlechts der Grafen von Falkenstein (Stammburg in Oberflintsbach am Inn), deren Besitzungen sich einst vom Chiemsee bis zum Tegernsee, von Endorf und Rosenheim bis über Kufstein und Zierl hinaus erstreckten.

Adelbert (Odalbert) wiederum war einer der Mächtigsten an Salzach und Isen. Als Graf Adalbert zum Erzbischof von Salzburg erhoben worden war, vollzog er mit seiner ehemaligen Gemahlin Rihina den oben besagten großen Gütertausch, der u. a. auch Eiselfing betraf. Welch außerordentliche Bedeutung jener Beurkundung zu kam, bezeugt der Umstand, dass 72 Grafen, Edle und Freie die Urkunde in Rohrdorf, dem vermutlichen Wohnsitz der Rihina, unterzeichneten.

Etwas später erhielt bei einem erneuten Tausch zwischen Adalbert, Rihina und Schwiegersohn Ottakar letzterer Eiselfing mit Kirche, den Zehenten und Gebäulichkeiten. Rihina erhielt Sossau bei Prien. Das Schloss stand 30 Schritte östlich vom Gotteshaus in Eiselfing an der Stelle des heutigen alten Pfarrhofs.

Spätere Urkunden bestätigen noch Eiselfing als Edelsitz durch Benennung von Zeugen:

  • anno 1150 eines Friedericus de Iselvingen
  • anno 1180 eines Chonrabu de Isolfingen
  • anno 1200 eines Comitis Dietrci apud Isovingen
  • anno 1200 eines Siboto de Isolvingen

Zu Zeiten Friedrich Barbarossas kam Eiselfing wieder unter den Bischofshut von Salzburg (1152 bis 1190), wie und wann ist unbekannt.

Die „urkundlich“ frühesten Pfarrherrn Eiselfings waren:

  • Cnuonradus plebanus de Isolvingen 1150
  • Dominus Richerus (plebanus de Isolvingen 1160)
  • Fridericus (et sozius Choerzinger) de Eisolfingen 1296
  • Rudolph de Eysolving 1351

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und danach wütete die Pest in Eiselfing. Der Nachbarort Kerschdorf war fast ganz ausgestorben. Anno 1649-1650 starben in der Nachbarpfarrei Babensham 83, in der Pfarrei Eiselfing 286 Personen.

(nach J. Mayr, Oberinspektor, Wasserburg) in "Wasserburger Zeitung" aus dem Jahr 1927 oder 1928

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111022/191736&attr=OBJ&val=501

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eiselfing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien