extra 3

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Seriendaten
Originaltitel extra 3
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Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 1976
Produktions-
unternehmen
Norddeutscher Rundfunk
Länge 30 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich
Genre Satire
Titellied ndr.de (MP3; 172 kB)
Idee Dieter Kronzucker
Moderation (Auswahl)
Erstausstrahlung 21. Juni 1976 auf III. Fernsehprogramm der Nordkette

extra 3 ist ein politisches Satiremagazin im NDR Fernsehen. Die Sendung wird seit dem 21. September 1976 ausgestrahlt, seit dem 8. Juni 2011 am Mittwochabend, zuvor immer sonntags. Ab Oktober 2014 soll extra 3 zusätzlich im monatlichen Rhythmus donnerstags auf Das Erste zu sehen sein. Jedoch nicht als Wiederholung der NDR-Ausgabe, sondern separat produziert.[1]

Sendeinhalte[Bearbeiten]

Als Dieter Kronzucker 1976 Extra 3 „erfand“, sollten eigentlich einfach nur die Absurditäten des politischen Alltags abgehandelt werden und die Sendung wurde deshalb zwangsläufig zum reinen Satire-Magazin. Heute beleuchtet Extra 3 wöchentlich das politische Geschehen in Form von satirischen Kurzbeiträgen. Neben normalen Beiträgen, in denen aktuelle Geschehnisse satirisch dargestellt bzw. verarbeitet werden, gibt es in der Sendung auch einige feste Rubriken.

Wöchentliche Rubriken[Bearbeiten]

  • Abgehakt – die Woche aus der Sicht der Nachrichten: Kurze Ausschnitte zu aktuellen Themen aus verschiedenen Nachrichtensendungen werden hier zusammengeschnitten und von Frank Gustavus satirisch kommentiert.
  • Neulich im Bundestag: Ausschnitte aus Bundestagsdebatten und Nachrichtensendungen werden neu synchronisiert. Diese Rubrik wird zum Ende der Sendung ausgestrahlt.
  • Der reale Irrsinn: In dieser meist am Anfang der Sendung gesendeten Rubrik geht es um reale Vorfälle und Ereignisse, die bei den Zuschauern meist nur Kopfschütteln hervorrufen. Oft sind dies staatliche Baumaßnahmen oder peinliche Vorfälle in Betrieben. Teilweise kommen mehrere Beiträge dieser Kategorie in einer Ausgabe vor.

Aktuelle Rubriken[Bearbeiten]

  • Alfons: In der Rolle des französischen Aushilfsreporters „Alfons“ ist Emmanuel Peterfalvi mit einem riesigen windgeschützten Mikrofon auf Hamburgs Straßen unterwegs, um Passanten mit lustigen oder skurrilen Suggestivfragen Antworten zu entlocken (seit 2000). Emmanuel Peterfalvi hat sich auf sein Bühnenprogramm konzentriert und produziert für Extra 3 derzeit keine Beiträge, bei Themen rund um Frankreich tritt er lediglich als Studiogast auf und zeigt Archivmaterial.
  • Butenschön: Klaas Butenschön tritt, ähnlich wie Johannes Schlüter, in verschiedenen Rollen auf. Zum Beispiel als Statistikexperte, der Umfragen zu satirischen Fragen mit absurden Antwortmöglichkeiten vorstellt
  • Caro Korneli – Extra 3 Sonderreporterin: Caroline Korneli ist, ähnlich wie Tobias Schlegl, Außenreporterin und wirft einen ironischen Blick auf aktuelle Trends und Ereignisse. Die Berichterstattung persifliert den Ton des gängigen Betroffenheitsjournalismus und nimmt ironisch Anleihen aus der Erzählweise von Milieustudien bzw. -reportagen. (Caro Korneli bei den „Anonymen Liberalen“; Apple, die Sekte – ein Bekehrungsversuch)
  • Classix: Sehenswerte Beiträge früherer Jahre werden in dieser Rubrik noch einmal gezeigt. Darunter etwa Beiträge, die an die Telekolleg-Sendungen angelehnt waren und den gleichen Namen trugen.
  • Gartenzwerg der Woche: In den Sendungen extra 3 Spezial: Der reale Irrsinn XXL wird jeweils eine der besten Realsatiren mit dem „Gartenzwerg der Woche“ prämiert für die schönste Realsatire, den irrsten Irrsinn, die unglaublichsten Schildbürgerstreiche, Provinzpossen oder Fälle von Behördenirrsinn.[2][3]
  • Janin Reinhardt: Tritt als Expertin für verschiedenste Themen im Studio auf und überrascht mit skurrilen Fakten.
  • Jasmin: Jasmin Al-Safi besucht vorgeblich als Boulevardreporterin Veranstaltungen und befragt Politiker zu ihrer Politik und privaten Themen. Da ihre Fragen häufig provokativ gestellt sind, stößt dies nicht immer auf Gegenliebe. Viele Politiker antworten gar nicht auf ihre Fragen.
„Johannes Schlüter“
  • Johannes Schlüter (Jesko Friedrich und Dennis Kaupp): Z. B. als fiktiver Bushpilot, Supernanny, Empörungsindustrieller, Wahlkampfberater der Union, Filmregisseur, Mitarbeiter des Bundespräsidenten und weitere. 2009 wurde die Rubrik mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.[4]
  • Die Sendung mit dem Klaus (alias Ach- und Krachgeschichten): Hier wurden u. a. aktuelle politische Themen im Stil der Sendung mit der Maus satirisch erklärt.
  • NNN – Neueste Nationale Nachrichten: Diese geben aus der fiktiven Sicht von Adolf Hitler (gesprochen von Robert Missler, der auch regelmäßig Schauspielrollen übernimmt) einen satirischen Rückblick über aktuelle Ereignisse in der rechtsextremen Szene. Dabei werden auch Aufnahmen aus alten Nazi-Propagandafilmen verwendet. Die Redeaufnahme von Hitler, die immer neu synchronisiert wird, stammt meist aus dem Film Triumph des Willens.
  • Schlegl in Aktion: Tobias Schlegl geht auf die Straße und konfrontiert Passanten und Politiker mit „grotesken“ Situationen. (Verscherbeln von Atommüll; Unterschriften sammeln für „Ein Herz für die SPD“)
  • Songs: Hier werden Texte moderner Popsongs auf aktuelle Inhalte umgedichtet. Autor ist meist Dennis Kaupp.
  • Strunk: Wirtschaftsweiser Heinz Strunk erklärt aktuelle Marktthemen (z. B. Börse).
  • Stumpfi wills wissen: Die „Reportersocke Stumpfi“ befragt im Stile einer Kindersendung Politiker zu aktuellen Themen.
  • Torsten Sträter Hier tritt Torsten Sträter als Pressesprecher verschiedener Organisationen und Personen auf (z. B. Ölindustrie)und erklärt mit überraschenden Fakten deren merkwürdiges Verhalten.
  • Walulis sieht fern: Es werden Clips aus Walulis’ Sendung gezeigt, die das Thema Fernsehen satirisch parodieren.
  • Werbung: Hier wird eine fiktive und ironische Werbung, meist für eine Partei, eine Firma oder sogar eine Person gesendet. Oft finden sich Parallelen zu realen Werbeclips.

Eingestellte Rubriken[Bearbeiten]

Extra-3-Studio von Juni 2009 bis Ende Juli 2011
  • Das K-Team: (früher „Die Kanzlerkantine“): Kunststoffpuppen der damaligen Regierungspolitiker Merkel, Westerwelle und Guttenberg sagen genau das, was sie eigentlich meinen. Sie werden mit dem Stop-Motion-Verfahren animiert.
  • Die deutsche Durchschnittsfamilie: Sie besteht aus Vater, Mutter und 1,3 (früher: 1,4) Kindern. Der Vater erklärt dem Kind meist aktuelle politische Themen, woraufhin das Kind immer einen Widerspruch darin findet und die Politik nicht versteht.
  • Krisenherde unserer Zeit: Trickfilmserie (2003–2006).
  • Dat geiht voor in Stapelmoor: Drei Friesen aus Stapelmoor, die über Gott und die Welt reden und nur die ganz heißen Themen anfassen: Theo, der Pragmatiker, Horst, der Denker, und Alerich, der Visionär. „Männer, die ein Blatt in die Hand, aber keins vor den Mund nehmen.“
  • Die Puschel: Hier wird das politische Geschehen aus der Sicht zweier Mikrofone (NDR bzw. ARD und ZDF) dargestellt (seit 2005, unregelmäßig).
  • Kurzfilme von Alexander Lehmann: Extra-3-Autor Alexander Lehmann präsentiert in seinen computeranimierten Kurzfilmen zynische Tipps, z. B. über die besten Methoden, das deutsche Gesundheitssystem zu sanieren.
  • Hobbythek: Alte Filme von Jean Pütz zu aktuellen Themen neu synchronisiert. Dabei wird es immer so dargestellt, als könnte man sich das politische Thema zum Hobby machen (z. B. „Wie bastel’ ich mir ’ne Ölkatastrophe?“).

Aktuelle Sendetermine[Bearbeiten]

Sender Sendezeit
Erstausstrahlung:
NDR Dachmarke.svg Mittwochs, 22:50 Uhr
Wiederholungen:
NDR Dachmarke.svg Sonntags, 02:30 Uhr
Einsfestival 2009.svg Donnerstag, 23:00 Uhr; Montag, 05:15 Uhr
Tagesschau24-2012.svg Donnerstags, 00:40 Uhr
3sat-Logo.svg keine feste Sendezeit, oft freitagabends

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Moderatoren[Bearbeiten]

Tobias Schlegl
Dennis Gastmann in Patagonien (2010)

Die ersten Moderatoren der Sendung waren Dieter Kronzucker, Peter Merseburger und Wolf von Lojewski, die alle 1976 begannen. Lojewski hörte 1981 auf. 1977 kam Lea Rosh hinzu, die 1989 von Hans-Jürgen Börner abgelöst wurde. Seine Vertretung war Heidrun Petersen. Michael Gantenberg löste Börner 1997 ab, bis dieser 2000 durch Jörg Thadeusz ersetzt wurde. Gantenbergs und Thadeusz’ Vertretung war bis 2001 Patricia Schlesinger. Jörg Thadeusz selbst hörte am 26. Dezember 2004 auf und wurde durch den bereits am 15. April desselben Jahres beginnenden Thomas Pommer ersetzt. Seine Vertretung und die seines Nachfolgers Tobias Schlegl war Anja Reschke bis 2008. Schlegl moderierte die Sendung ab dem 19. Juli 2007 und wurde seinerseits am 29. Juli 2011 vom Kabarettisten Christian Ehring abgelöst.[5] Da Anja Reschke 2008 mit der Vertretung für Schlegl aufhörte, löste sie Christoph Lütgert ab, ehe sie 2011 doch wieder einstieg. Weitere Moderatoren der Sendung sind/waren Carl Heinz Ibe, Gerhard Quack, Lutz Lehmann, Lutz Mahlerwein, Navina Sundaram, Rolf Seelmann-Eggebert, Rudi Lauschke, Wolfgang Bremke und Ingrid Kansy.

Gastmoderatoren[Bearbeiten]

Im Rahmen des sogenannten Extra 3 Powerpacks; als alleinige Moderatoren führten die Politiker Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Thomas Goppel (CSU), Guido Westerwelle (FDP) und Gregor Gysi (PDS/Die Linke) durch das Magazin.

Ehemalige Mitarbeiter[Bearbeiten]

Redaktionssitzung mit Rudi Lauschke (links) und Gerhard Quack

Ehemalige, andere Mitarbeiter der Sendung waren Stefan Aust (ab 1976) als Reporter, Theo Koll (1987–1988), Wigald Boning (1992–1993) und Dennis Gastmann (2004–2009) als Autor, Reporter und Interviewer, Mark Scheibe (2002–2003), als Pianist und Sänger, Janine Kunze alias Emma D (Ende 2004), als Co-Moderatorin, Karl-Otto Maue (1993–1996) und Hermann Hoffmann (1990) als Moderator, Humorist und Kapellmeister.

Hörfunk-Sendung gleichen Namens[Bearbeiten]

Von 1975 bis 1998 gab es beim Radiosender SWF3 eine Informationssendung, die täglich von 12 bis 13 Uhr gesendet wurde und ebenfalls den Namen Extra 3 trug.

Pferdekoppelgate[Bearbeiten]

1992 sorgte die streitbare Journalistin Lea Rosh für NDR-interne Verstimmungen, nachdem sie auf kurzem Dienstweg einen Bericht von Extra 3 über einen vorher durch das Magazin Der Spiegel bekannt gewordenen Briefwechsel mit dem damaligen Potsdamer Oberbürgermeister und SPD-Parteikollegen Rosh’ Horst Gramlich unterbunden hatte. Rosh hatte Gramlich gebeten, ihr diskret beim Erwerb eines „Bauernhauses mit Pferdekoppel“ zu helfen. Gramlich hatte durch seinen Büroleiter antworten lassen, dass ihn und Rosh offenbar Welten trennten. Die Redaktion von Extra 3 beklagte nach Rosh’ erfolgreichem Eingreifen „klassische Zensur“, NDR-Programmdirektor Jürgen Kellermeier ordnete Rosh daraufhin eine Entschuldigung wegen „Mitteln der hierarchischen Intervention, der Einschüchterung und der Drohung in eigener Privatsache“ an.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Timo Niemeier: ARD holt "Extra 3" ab Oktober ins Hauptprogramm. DWDL.de. 6. Juni 2014. Abgerufen am 20. Juni 2014.
  2. extra 3 Spezial: Der reale Irrsinn XXL 14. März 2013. NDR x3, abgerufen am 29. Dezember 2013
  3. extra 3 Spezial: Der reale Irrsinn XXL 21. November 2013. NDR x3, abgerufen am 29. Dezember 2013
  4. Die Grimme-Preisträger 2009
  5. Christian Ehring moderiert extra 3. NDR, abgerufen 8. Februar 2013
  6.  Kleiner Dienstweg. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1992, S. 92 (online).