Feilitzsch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Feilitzsch
Feilitzsch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Feilitzsch hervorgehoben
50.36222222222211.935500Koordinaten: 50° 22′ N, 11° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Feilitzsch
Höhe: 500 m ü. NHN
Fläche: 30,21 km²
Einwohner: 2848 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95183
Vorwahl: 09281
Kfz-Kennzeichen: HO
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 123
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 28
95183 Feilitzsch
Webpräsenz: www.feilitzsch.de
Bürgermeister: Franzisco Hernandez Jimenez (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Feilitzsch im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der Saale Zell im Fichtelgebirge Weißdorf Trogen (Oberfranken) Töpen Stammbach Sparneck Selbitz (Oberfranken) Schwarzenbach am Wald Schauenstein Rehau Regnitzlosau Oberkotzau Naila Münchberg Lichtenberg (Oberfranken) Konradsreuth Köditz Issigau Helmbrechts Geroldsgrün Gattendorf (Oberfranken) Feilitzsch Döhlau Berg (Oberfranken) Bad Steben Landkreis Kronach Hof (Saale) Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Martinlamitzer Forst-Nord Geroldsgrüner Forst Gerlaser Forst Forst Schwarzenbach a.Wald Sachsen Thüringen TschechienKarte
Über dieses Bild

Feilitzsch ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Hof und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Feilitzsch. Die Gemeinde im Bayerischen Vogtland liegt etwa sechs Kilometer nördlich der kreisfreien Stadt Hof an den Autobahnen A 72 (Anschlussstelle 3, Hof/Töpen) und A 93 (Anschlussstelle 2, Hof-Ost).

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Dreiländereck Bayern-Sachsen-Thüringen.

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen der neun Ortsteile.

(Stand: 1. Februar 2005)

Geschichte[Bearbeiten]

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Ältestes Zeugnis menschlicher Besiedlung im Gemeindegebiet ist ein gut erhaltenes Steinbeil aus der Jungsteinzeit, das im Gemeindeteil Münchenreuth gefunden wurde und im Museum Bayerisches Vogtland in Hof zu besichtigen ist.

Feilitzsch wird von den Einwohnern von Feilitzsch und der Umgebung mundartlich als Feilsch (Veilsch) bezeichnet. Man vermutet, dass dies auf das Adelsgeschlecht von Veilsdorf verweist, das von den Vögten von Weida im 12. Jahrhundert mit Land zwischen Hof und Thüringen belehnt wurde, um dort eine Wasserburg zu errichten. Im 12. Jahrhundert bestanden vermutlich in Feilitzsch im Bereich der heutigen Brauhausgasse und in Zedtwitz auf dem Burgstall (heute Insel) Wasserburgen.

1390 wurde Feilitzsch erstmals urkundlich erwähnt. Dort wurden ein Rittersitz von Hans Reymboth und ein weiterer von Jung Hans von Feyltsch und Ulrich von Feyltsch sowie 13 Anwesen von Bauern (Cunrad Weiß, Fritz Pöler, Hans Neubauer, Hans Smid (Schmidt), Heinrich Bezold, Nicol Köppel, Heinrich Frank, Cunrad Smid, Merkel und Spitzbarth) genannt. Das Dokument verzeichnet für Zedtwitz eine Wasserburg als Sitz des Hilpald, ein Vorwerk und zwei Höfe (Hanns Keil, Nickel Koch) sowie weitere Anwesen (Otto Puchbach, Walter Fritz, Berchthold, Nickel Krug, Götz Flecklein, Walther Alt, Hans Peyer und Heinrich Vetterlein). Auch der Gemeindeteil Münchenreuth wird mit einer Kapelle „bey Munchenreuthe“ benannt.

1398 übergab Ritter Peter von Zedtwitz das Schloss in Münchenreuth seinem Sohn Konrad.

1421 stand bei Feilitzsch eine Kapelle, die von einem Hofer Priester betreut wurde. Als Standort wird entweder der Hofberg (ehemaliger Steinbruch) oder der Bühl (Am Bühl/Mittelweg) vermutet. Auch für Zedtwitz und Münchenreuth sind für dieses Jahr Kapellen nachweisbar.

1488 ging das Rittergut in Münchenreuth an Friedrich von Beulwitz über.

1529 kam Feilitzsch im Zuge der Reformation zur Pfarrei Trogen mit Pfarrsitz in Hof. Die bisherigen (katholischen) Kapellen in Feilitzsch, Münchenreuth und Zedtwitz wurden nicht mehr genutzt und dem Verfall preisgegeben. Mehrere Mitglieder des Adelsgeschlechts von Feilitzsch unterstützten die Reformation auch mit erheblichen Geldmitteln und hatten direkten Briefkontakt mit Martin Luther.

1502 ging das Schloss in Zedtwitz von der Adelsfamilie Zedtwitz auf das Adelsgeschlecht von Feilitzsch über.

1546 gab es drei Gutshöfe in der Ortschaft Feilitzsch, das Untere Gut, das auf das 12. Jahrhundert zurückgehende Wasserschloss im Bereich der jetzigen Brauhausgasse, das Mittlere Gut im Bereich des heutigen Gutshofs unter Einbeziehung des Schlößlas und das Obere Gut. Alle waren im Besitz des Adelsgeschlechts von Feilitzsch.

1547 ging das Untere Gut an die von Watzdorf.

1577 verkaufte Abraham von Feilitzsch die Güter in Zedtwitz und Schollenreuth an Utz von Ende.

1582 verkaufte Sigmund von Feilitzsch das Obere Gut an seinen Schwager Wilhelm von Dobeneck.

1591 kaufte Dietrich von Feilitzsch das Untere Gut wieder zurück.

1604 ging das Gut in Münchenreuth an Adam und Christoph Carl von Reitzenstein über.

Am 1. Januar 1632 bezog im Dreißigjährigen Krieg eine Reiterkompanie des Herzogs von Anhalt auf der Seite der schwedischen Truppen im Gemeindeteil Zedtwitz Quartier. Fünf Monate später, am 6. Mai 1632, mussten schwedische Truppen im gesamten Gemeindebereich einquartiert werden. Acht Monate nach der ersten Besetzung traf am 9. August 1632 das Corb Axel Holck in Feilitzsch ein. Dieses raubte, plünderte, marodierte, konfiszierte Pferde und Wagen der Bewohner und verdarb das Getreide auf den Feldern. Am 29. September 1633 wiederholten sich diese Ereignisse, jedoch diesmal durch kaiserliche Truppen, die, aus Richtung Schleiz kommend, einfielen. Am 6. Februar 1634 plünderten kroatische Truppen Zedtwitz.

1638 kaufte Oberist Peter Reuschel das Zedtwitzer Schloss.

Bis zum Jahr 1650 kam es immer wieder zu Plünderungen. Hieran änderte auch der Frieden von Münster und Osnabrück im Jahr 1648 kaum etwas.

1714 brannte das Mittlere Gut ab und wurde nicht mehr aufgebaut.

1717 wurde das Zedtwitzer Schloss an Geheimrat Erdmann von Stein verkauft, der es 1718 in ein Barockschloss umbauen ließ.

1735 kaufte Adam Ernst Erdmann von Feilitzsch vom Unteren Gut das Obere Gut von der Familie von Dobeneck zurück und vereinigte damit die Güter.

1745 brach Ludwig Ernst von Feilitzsch das Obere Gut ab und ersetzte es durch den heutigen barocken Schlossbau im mittleren Ortsteil.

1775 ging das Gut in Münchenreuth an Georg Heinrich Lazarus von Feilitzsch über.

1791 fiel das Rittergut der Freiherren von Feilitzsch mit dem Fürstentum Bayreuth an Preußen. Nur kurz danach, im Jahr 1806, gelangte es durch den Frieden von Tilsit an Frankreich und kam 1810 zum Bayern.

1818 entstand im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern mit dem Gemeindeedikt die Gemeinde, die bis 1978 bestand.

1839 wurden die Überreste der bereits zur Ruine verkommenen Wasserburg in Zedtwitz abgerissen.

Von 1844 bis 1851 wurde die Bahnstrecke Leipzig–Hof als Teil der Sachsen-Franken-Magistrale durch Feilitzsch gebaut und 1883 die Eisenbahnhaltestelle Feilitzsch oberhalb des Schlosses eröffnet. Obwohl Feilitzsch zu Bayern gehörte, wurde die Eisenbahnlinie Sachsen-Franken-Magistrale ab Hof von der Sächsischen Eisenbahn betrieben.[2] Im Jahr darauf wurde eine Postexpedition eingerichtet.

Um 1900 hielten Dampfmaschinen in Feilitzsch Einzug. Damit begann dort das Industriezeitalter. Sowohl die Wurstfabrik Wolfgang Franz[3] als auch die Mechanische Zwirnerei Friedrich wurden mit Dampfmaschinen betrieben.

Durch das Potsdamer Abkommen gehörte Feilitzsch zum unmittelbaren Zonenrandgebiet. So war Feilitzsch vom nördlichen Hinterland abgeschnitten.

Im Juni 1973 wurde der Bahnhof Feilitzsch für den Personenverkehr geschlossen. Er blieb jedoch weiterhin mit Personal besetzt, um die Schrankenanlage der am Bahnhof querenden Kreisstraße HO1 zu bedienen und als Übernahmepunkt der Interzonenzüge der Deutschen Reichsbahn (DDR) vom Grenzbahnhof Gutenfürst.

Im Jahr 1978 wurde für die Gemeinden Töpen, Feilitzsch, Trogen und Gattendorf eine Verbandshauptschule eingerichtet. Im Jahr 1983 errichtete man das neue Rathaus, das gleichzeitig Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Feilitzsch wurde.[4] Im Oktober 1989 wurde der Bahnhof Feilitzsch erster bundesdeutscher Haltepunkt der Sonderzüge der DDR-Bürger, die sich in die Deutsche Botschaft in Prag geflüchtet hatten, um die Ausreise in die Bundesrepublik zu erreichen.[5]

Am 15. September 2006 wurde der Eisenbahn-Haltepunkt Feilitzsch (etwas östlich vom früheren Bahnhof) eröffnet, an dem nach 33 Jahren wieder Personenzüge in Feilitzsch halten.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die ehemals selbstständigen Gemeinden Münchenreuth und Zedtwitz eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 2353
  • 1970: 2328
  • 1987: 2307
  • 2000: 2807
  • 2011: 2847

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Helmut Grießhammer (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Erhard Hick (Freie Wählergemeinschaft).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 939.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 85.000 Euro.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Ortsteil Münchenreuth befindet sich direkt neben dem Dreiländereck der Freistaaten Sachsen, Thüringen und Bayern. Auf diesem Grenzpunkt ist der so genannte Drei-Freistaaten-Stein eingesetzt.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sieben, im produzierenden Gewerbe 210 und im Bereich Handel und Verkehr 45 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 139 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 910. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zehn Betriebe, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 49 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2185 Hektar, davon waren 1736 Hektar Ackerfläche und 447 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Feilitzsch liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Hof. Die Deutsche Bundesbahn hatte bis 1973 einen lokalen Betrieb zwischen Hof Hbf und Feilitzsch aufrechterhalten. Im Jahr 1989 war Feilitzsch der erste Haltepunkt der Sonderzüge der DDR-Flüchtlinge aus der deutschen Botschaft in Prag. Seit dem 15. September 2006 ist Feilitzsch wieder an die Sachsen-Franken-Magistrale angeschlossen. Nach mehr als 33 Jahren halten wieder Züge von Plauen nach Hof am neu errichteten Haltepunkt.

Bildung[Bearbeiten]

Seit 1999 gibt es eine Volksschule mit 28 Lehrern und 524 Schülern.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feilitzsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Feilitzsch: Wappengeschichte vom HdBG Feilitzsch: Amtliche Statistik des LStDV

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.n-thusiasten.de/seite13a.html n-thusiasten.de Die Züge halten wieder in Feilitzsch!
  3. http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/firmen4/firmadet42870.shtml www.albert-gieseler.de Dampfmaschinen-Verzeichnis
  4. Geschichte des Gemeindegebietes Feilitzsch
  5. http://www.n-thusiasten.de/pdf/ZuegehalteninFeilitzsch.pdf n-thusiasten.de Die Züge halten wieder in Feilitzsch!
  6. http://www.n-thusiasten.de/seite13a.html n-thusiasten.de Die Züge halten wieder in Feilitzsch!
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 688.
  8. vgl. http://www.münchenreuth.de/dreifreistaatenstein.html