Fischamend

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Fischamend
Wappen von Fischamend
Fischamend (Österreich)
Fischamend
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wien-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: WU
Hauptort: Fischamend-Markt
Fläche: 25,03 km²
Koordinaten: 48° 7′ N, 16° 37′ O48.11555555555616.612777777778156Koordinaten: 48° 6′ 56″ N, 16° 36′ 46″ O
Höhe: 156 m ü. A.
Einwohner: 5.150 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 206 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2401
Vorwahl: 02232
Gemeindekennziffer: 3 24 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gregerstraße 1
2401 Fischamend
Website: www.fischamend.gv.at
Politik
Bürgermeister: Thomas Ram (RAM)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
13 RAM, 10 SPÖ, 1 Liste ÖVP, 1 KP
Lage der Stadt Fischamend im Bezirk Wien-Umgebung
Ebergassing Fischamend Gablitz Gerasdorf Gramatneusiedl Himberg Klein-Neusiedl Klosterneuburg Lanzendorf Leopoldsdorf (Bezirk Wien-Umgebung) Maria-Lanzendorf Mauerbach Moosbrunn Pressbaum Purkersdorf Rauchenwarth Schwadorf Schwechat Tullnerbach Wolfsgraben Zwölfaxing Wien NiederösterreichLage der Gemeinde Fischamend im Bezirk Wien-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Fischamend ist eine Stadtgemeinde mit 5150 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Wien-Umgebung in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Fischamend um das Jahr 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Fischamend liegt im Industrieviertel in Niederösterreich. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Fischa und Donau, wenige Kilometer südöstlich von Wien. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 24,94 Quadratkilometer. 20,34 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Fischamend-Dorf (847)
  • Fischamend-Markt (3951)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Fischamend Dorf und Fischamend Markt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia. Unter dem heutigen Ortskern wird ein römisches Kastell vermutet, das aber bislang archäologisch noch nicht nachgewiesen werden konnte.

Über Jahrhunderte waren die an der Donau und der Fischa betriebenen Mühlen und der Getreidehandel die wichtigsten Wirtschaftszweige. So befanden sich im 19. Jahrhundert 18 Mühlen an der Donau, sowie 7 an der Fischa. Außerdem befand sich zwischen 1868 und 1902 ein Winterhafen an der Donau, wo zahlreiche Schiffe und deren Personal überwintern konnten.[2]

Durch die Auflassung der Mühlen gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen sich Industriebetriebe zu etablieren. 1908 erfolgte auf der südöstlich des Ortes liegenden Hochterrasse der Bau der k.u.k. Militär-Aeronautischen Anstalt samt Luftschiffhalle und Flugfeld. Auf dem Gebiet der heutigen Stadt wurden weitere Luftschiffhallen, Unterkünfte und eine Wasserstoffgasfabrik errichtet. In der Nähe des Flugfeldes entstand später das Flugarsenal Fischamend, wo in Lizenz der Hansa-Brandenburgischen Flugzeugwerke AG Flugmotoren und Flugzeuge hergestellt wurden. Damit war Fischamend während des Ersten Weltkrieges neben Wiener Neustadt ein wichtiges Zentrum der Luftstreitkräfte. Die Anlagen mussten nach dem Ersten Weltkrieg weitgehend demontiert werden, wurden jedoch 1938, nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland, wieder als das Werk III der Wiener Neustädter Flugzeugwerke genutzt. 1944 zerstörten Bomben die Anlage fast vollständig, das Werk wurde nach Tischnowitz verlegt. Heute sind von dem ehemaligen Areal des Flugplatzes nur mehr wenige Bauwerke wie der Wasserturm, die Offiziersmesse und das Konstruktionsbüro zu sehen.

Zu dem Unglück vom 20. Juni 1914 mit neun Toten, an dem das Militärluftschiffes M.III (System Körting) und ein Flugzeug beteiligt waren, siehe den Abschnitt Militärluftfahrzeuge des hier verlinkten Artikels.[3]

Von 1938 bis 1954 war Fischamend als Teil des neugeschaffenen 23. Bezirk Schwechat nach Groß-Wien eingemeindet. Die Gemeinde wurde 1954 durch die Abtrennung von Wien wieder selbständig und besitzt seit dem 9. Juli 1987 Stadtrecht.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Thomas Ram, Vizebürgermeister ist Gerald Baumgartlinger (RAM), das Amt des Stadtrates bekleiden: Stadtrat Jürgen Punz (RAM), Stadtrat Thomas Bäuml (RAM), Stadtrat Franz Rausch (SPÖ) u. Stadtrat Franz Bayer (SPÖ), Amtsleiter ist Otto Eggendorfer.

  1. Der Obmann des Stadtrates ist Vizebürgermeister Gerald Baumgartlinger (RAM), sein Stellvertreter ist Stadtrat Jürgen Punz (RAM)
  2. Finanzausschussvorsitzender ist Bürgermeister Thomas Ram (RAM)
  3. Bauausschussvorsitzender ist Stadtrat Jürgen Punz (RAM)
  4. Kulturausschussvorsitzender ist Stadtrat Franz Bayer (SPÖ)
  5. Wirtschaftsausschussvorsitzender ist Vizebürgermeister Gerald Baumgartlinger (RAM)
  6. Sozialausschussvorsitzender ist Gemeinderat Werner Edelmann (SPÖ)
  7. Sport-, Unterricht- und Jugend-Ausschussvorsitzender ist Stadtrat Thomas Bäuml (RAM)
  8. Umweltausschussvorsitzender ist Stadtrat Franz Rausch (SPÖ)
  9. Prüfungsausschussvorsitzender ist Gemeinderat Peter Kerb (SPÖ)

Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 25 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: Fischamend Zuerst (RAM) 13, SPÖ 10, Liste ÖVP 1, KP 1, andere Parteien haben keine Sitze.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fischamend
Stadtturm
Pfarrkirche
  • Stadtturm
Der Stadtturm oder Fischaturm auf dem Hauptplatz ist das Wahrzeichen Fischamends. Der mächtige sechsgeschossige Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert und wird an der Spitze von einem Fisch bekrönt. Er beherbergt seit 1927 das Heimatmuseum der Stadt. Angeblich wurde an der Stadtturmspitze beim Rückgang des Jahrhunderthochwassers in 13. Jahrhundert ein mannsgroßer Fisch aufgespießt, deswegen auch die Namensgebung der Stadt.
  • Pfarrkirche
Die Pfarrkirche hl. Michael ist ein barocker Saalbau vom Ende des 17. Jahrhunderts und wird von einer massiven Zwiebelhaube dominiert.
  • Filialkirche heiliger Quirin
Die Filialkirche im ehemals selbstständigen Stadtteil Fischamend-Dorf (westlich der Fischa gelegen) ist eine gotische, innen barockisierte Kirche, im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammend
  • Bürger- bzw. Bauernhäuser
Einige, zum Teil noch gut erhaltene Bürger- bzw. Bauernhäuser liegen im Ortskern (z.B. Hainburger Str. 18)
  • Altes Feuerwehrdepot
Das alte Feuerwehrdepot am Getreideplatz wurde 1819 im klassizistischen Stil erbaut und ist ein bemerkenswert frühes Beispiel für diese Bauaufgabe. Ein neues Feuerwehrhaus wurde 1928 an der Klein-Neusiedler-Straße errichtet. Auch dieses ist aufgrund seiner expressionistischen Ausformung architektonisch bedeutsam.
  • Wasserturm
1916 errichtet; der weithin sichtbare Wasserturm gilt als zweites Wahrzeichen Fischamends.
heute ein gutbürgerliches Gasthaus und Vereinslokal der Ortspartei SPÖ. Die Kasernenbauten der k. k. Militär-Aeronautischen Anstalt haben sich erhalten und wurden als Wohnungen umfunktioniert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 167, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 22. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2073. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,74 Prozent.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Seit 2005 ist in Fischamend der Laientheaterverein Fischamender Spielleut beheimatet, der bis dahin in der Nachbarortschaft Enzersdorf an der Fischa tätig war.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Der Ort Fischamend und die Luftfahrtechnischen Einrichtungen im Ausstellungsverzeichnis 2011 Der aviatische Salon ISBN 978-3-200-02309-3
  3. Sowie den Beitrag Schweres Ballonunglück in Fischamend bei diepresse.com; Zeitgeschichte

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fischamend – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien