Karlspreis
Der Karlspreis, ursprünglich Internationaler Karlspreis der Stadt Aachen, seit 1988 Internationaler Karlspreis zu Aachen, wird seit 1950 alljährlich in Aachen für Verdienste um Europa und die Europäische Einigung verliehen. Der Karlspreis ist ein Ehrenpreis. Er besteht aus einer von den Mitgliedern des Karlspreisdirektoriums unterzeichneten Urkunde und einer Medaille. Die Vorderseite der Medaille zeigt das Bildnis Karls des Großen auf seinem Thron, eine Darstellung des ältesten erhaltenen Stadtsiegels Aachens aus dem frühen 12. Jahrhundert. Auf der Rückseite steht der Name des Preisträgers und ein ihm gewidmeter Text. Bis 2007 war der Preis zusätzlich mit einer Summe von 5000 Euro versehen. Seit 2008 kommt diese dem Karlspreis für die Jugend zugute.
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Verleihungsmodus [Bearbeiten]
Der Preis wurde nach Karl dem Großen benannt, der als erster Einiger von Europa gilt. Ende des achten Jahrhunderts wählte er Aachen zu seiner Königspfalz. Durch die Namenswahl sollte nach der Vorstellung des Initiators Kurt Pfeiffer eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft geschlagen werden.[1]
Die Auswahl des Preisträgers trifft das Direktorium der Karlspreisgesellschaft. Mitglieder kraft Amtes sind der Oberbürgermeister der Stadt Aachen, der Dompropst in Aachen und dem Rektor der RWTH Aachen. Weitere Mitglieder sind Vertreter der im Rat der Stadt Aachen vertretenen Fraktionen, vom Direktorium benannte Mitgliedern sowie gewählte Mitglieder und Vertreter der Stiftung. Vorschläge für die Preisträger werden nicht nur aus dem Direktorium und der Stiftung, sondern auch von Personen und Institutionen außerhalb dieser Gremien eingebracht. Externe Vorschläge werden genauso behandelt wie interne Vorschläge.
Die Verleihung findet traditionell am Feiertag Christi Himmelfahrt im Krönungssaal des Rathauses der Stadt Aachen statt. In einer feierlichen Zeremonie werden Urkunde und Medaille überreicht. Weitere Elemente dieser Zeremonie sind die Laudatio, die Rede des Preisträgers, die Aufführung des Hymnus Urbs Aquensis und der Europahymne. Die Zeremonie wird live von WDR-Fernsehen übertragen [2]. Am Tag der Verleihung findet außerdem auf dem Aachener Katschhof ein Bürgerfest statt. Eingebettet ist die Verleihung in ein umfangreiches, mehrwöchiges Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und kulturellen Beiträgen, die die aktuelle Lage Europas, die jeweiligen Preisträger und deren Herkunftsland thematisieren [3].
Im Jahr 2010 setzte sich auf Initiative der ehemaligen Ratsfrau und Bürgermeisterin Meike Thüllen (FDP) ein Bürgerforum dafür ein, dass die unter Verschluss gehaltenen Akten über die Auswahl der Kandidaten und die Entscheidung über die Vergabe des Aachener Karlspreises, die älter als 30 Jahre sind, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um somit auch ihre wissenschaftliche Auswertung ermöglichen zu können[4]. In der Ausgabe der Aachener Nachrichten und Aachener Zeitung vom 29. April 2013 wird der Sprecher des Direktoriums, Dr. Jürgen Linden, mit der Aussage zitiert, dass das Direktorium jeweils im Einzelfall über Anträge auf Einsichtnahme entscheiden wird.
Träger [Bearbeiten]
Im Dezember 1949 gründeten die Aachener Bürger Albert Maas, Albert Servais, Bischof Johannes Joseph van der Velden, Professor Wilhelm Müller, Peter Mennicken, Hermann Heusch, Franz Krauß, Carel Nieuwenhuijsen, Erasmus Schlapp und Jean Louis Schrader nach einer Initiative des Kaufmanns Kurt Pfeiffer die „Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Karlspreises der Stadt Aachen“ (Karlspreisgesellschaft), deren Zweck es sein sollte, den Weihnachten 1949 proklamierten Karlspreis zu verleihen. Sie erklärte, der Preis solle fortan jährlich „Persönlichkeiten verliehen“ werden, „die den Gedanken der abendländischen Einigung in politischer, wirtschaftlicher und geistiger Beziehung gefördert haben“. Die Karlspreisgesellschaft ist seit 1987 in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins verfasst und führt den Namen „Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen e. V.“. Seit 1997 existiert daneben die „Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen“, die den Gedanken der europäischen Einigung fördern soll und den Karlspreis ideel und materiell unterstützt.
Jugendpreis [Bearbeiten]
Seit 2008 wird von der Karlspreisstiftung, gemeinsam mit dem Europäischen Parlament, auch ein Karlspreis für die Jugend vergeben, der das europäische Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen würdigt und vorbildliche Jugendprojekte auszeichnet.[5] 2013 wurde das spanische Projekt Europe on Track (Europa auf dem Weg] ausgezeichnet: Studierende befragen junge Leute nach ihren Hoffnungen und Erwartungen bezüglich Europa.
Proteste und Kritik [Bearbeiten]
Häufig wurden die Verleihungen von Demonstrationen begleitet. Auf Kritik - u.a. von linken Gruppen - stößt immer wieder die Auswahl der Preisträger, wie auch die Institution Karlspreis selbst. Unter den Ausgewählten befanden sich etwa 1984 das ehemalige NSDAP-Mitglied Bundespräsident Karl Carstens und 1987 der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger, zu dessen Amtszeit sowohl die Ausweitung des Vietnamkrieges als auch der von US-Geheimdiensten unterstützte Putsch gegen die Regierung Chiles unter Salvador Allende durchgeführt wurden. Aus Protest gegen die Preisvergabe an Kissinger traten die Stadträte von SPD und Grünen aus dem Direktorium des Karlspreises aus. Seit 1990 sind wieder Vertreter beider Fraktionen im Karlspreisdirektorium vertreten, nachdem der Name in "Internationaler Karlspreis zu Aachen" verändert wurde und die Gründungsproklamation durch eine gemeinsame Erklärung des Rates der Stadt Aachen und Karlspreisgesellschaft ergänzt worden war [6]. In diese Erklärung fanden die seit 1989 veränderte politische Situation in Europa, die Rolle Europas im Nord-Süd-Gegensatz und das Thema Schutz der Umwelt Eingang.
Kritik wurde wiederholt an der Vergabepraxis des Direktoriums laut: Konservative Politiker würden deutlich stärker berücksichtigt. Der Name des sozialdemokratischen Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt sei für die damalige Mehrheit der Jury ein „rotes Tuch“ und nicht verhandelbar gewesen.[7] Bemerkenswert ist auch, dass Brandts Nachfolger im Amt, der noch lebende Helmut Schmidt bisher als Preisträger übergangen wurde.[8] Dagegen erhielten - bis auf die kurzzeitig regierenden Kanzler Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger - alle christdemokratischen Bundeskanzler den Karlspreis (eingeschlossen die amtierende Kanzlerin Merkel). Den Preisträgern Tony Blair (1999), Bill Clinton (2000) und Javier Solana (2007) wurde vorgehalten, sie seien die Hauptverantwortlichen der Luftangriffe gegen Jugoslawien.
Grundsätzlich kritisiert wird die Berufung auf den Namensgeber Karl den Großen, der im Nachhinein den Beinamen „Sachsenschlächter“ durch ein Massaker an über 4.000 heidnischen Sachsen erhielt.[9]. Die Bezeichnung "Sachsenschlächter" bezieht sich wesentlich auf das Blutgericht von Verden, ein Ereignis in der Forschung sehr unterschiedlich bewertet wurde und wird. Der Begriff Sachsenschlächter wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auch von Vertreter der völkischen Bewegung benutzt, um die heidnischen Sachsen als letzte Bastion des germanischen Widerstands gegen die Unterwerfung unter das von Karl vertretene "welsche" Christentum darzustellen.
Auch auf Grund neuer Erkenntnisse aus dem Bericht des US-Nachrichtenoffiziers Saul Kussiel Padover wurden sowohl in einer amerikanischen[10] als auch einer britischen[11] Pressemitteilung die Idee des Karlspreises wegen der Mitgliedschaft Pfeiffers in der NSDAP und fünf weiteren NS-Organisationen sowie den ebenfalls NS-belasteten Mitgliedern des ersten Karlspreisdirektoriums, Oberstadtdirektor und Bürgermeister Albert Servais und Hochschulprofessor Peter Mennicken, in Frage gestellt und dieser Preis zusätzlich auch als vermeintliche und nicht angebrachte „Mystifizierung“ Karls des Großen, seiner Politik und seines Reiches interpretiert. Beide Dokumente gehen auf die gleiche Quelle zurück, den englischen EU-Kritiker Rodney Atkinson, der auch die Website Free Nations betreibt.
Gegen die in diesen Dokumenten aufgestellten Theorien sprechen die Biografien der Gründer des Karlspreises, Albert Maas, Albert Servais, Bischof Johannes Joseph van der Velden, Professor Wilhelm Müller, Peter Mennicken, Hermann Heusch, Franz Krauß, Carel Nieuwenhuijsen, Erasmus Schlapp, Jean Louis Schrader und Kurt Pfeiffer. Viele von ihnen hatten während der nationalsozialistischen Herrschaft Probleme und Konflikte mit den damaligen Machthabern, wurden verfolgt und auch inhaftiert.
Bei ihrer Namenswahl bezogen sich die Gründer des Karlspreises auf die kulturelle Bedeutung Karls des Großen, mit dem der kulturelle Niedergang während der Wirren der Völkerwanderung beendet und umgekehrt wurde. Hier wirkt Karl der Große bis heute nach, indem er auf der Grundlage der lateinischen Sprache und Schriftkultur, der antiken Überlieferung und des Christentums eine kulturelle Überformung seines Machtbereiches herbeiführte, welche die Entwicklung Europas zu einem bei allen regionalen Unterschieden vergleichsweise einheitlichen Kulturraum in die Wege geleitet hat, die bis heute Bestand hat und Europa von anderen Erdteilen unterscheidet.
Preisträger [Bearbeiten]
| Jahr | Preisträger | Medailleninschrift | Anmerkungen | Bild |
|---|---|---|---|---|
| 1950 | Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi | In Würdigung seiner Lebensarbeit für ein geeintes Europa | ||
| 1951 | Hendrik Brugmans | Dem mutigen Wegbereiter eines geeinten Europa | ||
| 1952 | Alcide De Gasperi | Dem Staatsmann und Europäer Alcide de Gasperi | ||
| 1953 | Jean Monnet | Dem Schöpfer der ersten souveränen übernationalen europäischen Institution | ||
| 1954 | Konrad Adenauer | Dem kraftvollen Förderer eines einigen Europa | ||
| 1955 | Winston Churchill | Hüter menschlicher Freiheit – Mahner der europäischen Jugend | Churchill war Preisträger des Jahres 1955, konnte ihn aber erst 1956 entgegennehmen | |
| 1957 | Paul-Henri Spaak | Verdienst um Europas Einigung und Sicherheit | ||
| 1958 | Robert Schuman | Für die Einheit Europas | ||
| 1959 | George C. Marshall | Für Verdienst um Wiederaufbau und Einigung Europas | ||
| 1960 | Joseph Bech | Für Verdienste um Europa | ![]() |
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| 1961 | Walter Hallstein | Neues Europa freiwilliger Bindung | ||
| 1963 | Edward Heath | Einordnung und Festigkeit in Europäischer Zukunft | ||
| 1964 | Antonio Segni | Für Einheit und Freiheit Europas | ||
| 1966 | Jens Otto Krag | Für die Einheit Europas | ||
| 1967 | Joseph Luns | Einsatz für Europa | ||
| 1969 | Kommission der europäischen Gemeinschaften | Gemeinschaften in Anerkennung ihrer hohen Verdienste um die Europäische Einigung | ||
| 1970 | François Seydoux de Clausonne | Freiheit durch Einheit | ||
| 1972 | Roy Jenkins | Bekenntnis zu Europa | ||
| 1973 | Salvador de Madariaga | Ein Leben für Europa – Freiheit, Ethik, Mut | ||
| 1976 | Leo Tindemans | Abendländische Klarheit und Verantwortung | ||
| 1977 | Walter Scheel | Für Europa und den Frieden der Welt | ||
| 1978 | Konstantinos Karamanlis | Freiheit und Wohlfahrt in enger Bindung | ||
| 1979 | Emilio Colombo | Ein Leben für Europa | ![]() |
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| 1981 | Simone Veil | Für ein demokratisches Europa | ||
| 1982 | König Juan Carlos I. von Spanien | Für Einheit und Menschenwürde | ||
| 1984 | Karl Carstens | Raum des Rechtes und des Friedens | ||
| 1986 | Das Volk von Luxemburg | Vorbild und Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas | ||
| 1987 | Henry Kissinger | Für Partnerschaft und Frieden | ||
| 1988 | François Mitterrand und Helmut Kohl | Für Französisch-Deutsche Freundschaft und Europas Zukunft | ||
| 1989 | Frère Roger | Gleichnis der Gemeinschaft | ||
| 1990 | Gyula Horn | Gesamteuropa – Von der Spaltung zur Einheit | ||
| 1991 | Václav Havel | Symbol der Verständigung in Europa | ||
| 1992 | Jacques Delors | Baumeister des europäischen Binnenmarktes | ||
| 1993 | Felipe González | Streiter für Freiheit und Demokratie in Europa | ||
| 1994 | Gro Harlem Brundtland | Verantwortung Europas für die Welt | ||
| 1995 | Franz Vranitzky | Europa wachsen neue Kräfte zu | ||
| 1996 | Königin Beatrix der Niederlande | Gute Nachbarschaft in Europa | ||
| 1997 | Roman Herzog | Unsere Vision heißt Europa | ||
| 1998 | Bronisław Geremek | Freiheit und Demokratie in Europa | ||
| 1999 | Tony Blair | Frieden und Zusammenwachsen in Europa | In der Kosovo-Krise 1999 spielte Blair eine führende Rolle. Im Gegensatz zum Zögern der Tory-Regierung während des Bosnienkrieges forderte Blair ein klares Handeln der NATO gegenüber Slobodan Milošević. Er überzeugte US-Präsident Clinton, notfalls auch Bodentruppen im Kosovo einzusetzen. Auf einer Rede in Chicago, einen Monat nach Kriegsbeginn, legte er Grundzüge einer neuen Doktrin für die internationale Gemeinschaft fest. Die Verleihung des Karlspreises wurde allerdings (siehe Vorwort) vielfach als Rechtfertigung von Kriegshandlungen kritisiert | |
| 2000 | Bill Clinton | Partnerschaft für Freiheit, Demokratie und Frieden | ||
| 2001 | György Konrád | Brückenbauer für Gerechtigkeit und Versöhnung in Europa | ||
| 2002 | Der Euro | Identifikation mit Europa | Im Jahre 2002 wurde der Euro, die Währung der Europäischen Währungsunion, mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen ausgezeichnet, da er „wie kein anderer Integrationsschritt zuvor die Identifikation mit Europa befördert und damit einen entscheidenden, epochemachenden Beitrag zum Zusammenwachsen der Völkerfamilie leistet“. Angenommen wurde der Preis von Wim Duisenberg, dem damaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank. | |
| 2003 | Valéry Giscard d’Estaing | Verfassung für ein Vereintes Europa | Giscard d'Estaing erhielt den Preis für seine Verdienste um den Entwurf einer Europäischen Verfassung, die er als Präsident des Europäischen Konvents mit ausarbeitete. | |
| 2004 | Johannes Paul II. | Außerordentlicher Karlspreis Aachen. Papst Johannes Paul II. Europa des Friedens | Am 24. März 2004 wurde in Rom der Außerordentliche Internationale Karlspreis zu Aachen an Papst Johannes Paul II. in Würdigung seines Wirkens für die Einheit Europas, die Wahrung seiner Werte und die Botschaft des Friedens verliehen. | |
| 2004 | Pat Cox | Erweiterung und Demokratisierung der Europäischen Union | Am 20. Mai 2004 wurde er in Aachen mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Das Karlspreis-Direktorium würdigt damit seine Verdienste um die EU-Erweiterung und Demokratisierung der Europäischen Union. | |
| 2005 | Carlo Azeglio Ciampi | Europa der Werte | Der Italiener wird für seine Verdienste um Europa ausgezeichnet. Ciampi hat den Preis am 5. Mai im Krönungssaal des Aachener Rathauses entgegengenommen. | |
| 2006 | Jean-Claude Juncker | Motor für Europa | Mit Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Leidenschaft sei er Motor und Vordenker des Integrationsprozesses, begründete das Karlspreis-Direktorium die Wahl. | |
| 2007 | Javier Solana | Frieden in Europa – Frieden in der Welt | Solana erhielt am 17. Mai 2007 für „herausragendes Engagement für einen substanziellen Beitrag Europas zu einer sicheren und gerechteren Welt“ den Karlspreis. | |
| 2008 | Angela Merkel | Europa gelingt gemeinsam | Der deutschen Bundeskanzlerin wurde am 1. Mai 2008 der Preis „für ihre Verdienste um die Weiterentwicklung der Europäischen Union“ verliehen. Nicolas Sarkozy, der Präsident Frankreichs und zukünftige EU-Vorsitzende, hielt die Laudatio zu Ehren Angela Merkels, er würdigte das Verhältnis der Franzosen zu Deutschland und Europa.[12] | |
| 2009 | Andrea Riccardi | Frieden, Solidarität und Menschenwürde | Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio. Das Direktorium für den Karlspreis würdigte neben den zahlreichen Verdiensten insbesondere das herausragende Beispiel zivilgesellschaftlichen Engagements für ein menschliches und – innerhalb wie außerhalb seiner Grenzen – solidarisches Europa, für die Verständigung von Völkern, Kulturen und Religionen und für eine friedlichere und gerechtere Welt.[13] | |
| 2010 | Donald Tusk[14] | Überzeugender und überzeugter Europäer | Der polnische Ministerpräsident wurde am 13. Mai 2010 unter anderem für „den besonderen Einsatz […] für die Ratifizierung des Lissaboner Vertrags durch die Republik Polen“ geehrt.[15] Die deutsche Bundeskanzlerin und frühere Preisträgerin Angela Merkel würdigte Tusk in ihrer Laudatio als großen Europäer.[16] | |
| 2011 | Jean-Claude Trichet[17] | Stabilität und Vertrauen für Europa | Verdienste um die Stabilisierung des Euroraums in der Finanzkrise | |
| 2012 | Wolfgang Schäuble | Für die Einheit Europas | Für seine „herausragenden Verdienste um die Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas und seiner Rolle als Ideengeber und wichtiger Akteur bei nahezu allen Integrationsfortschritten in den vergangenen drei Jahrzehnten und in Anerkennung seiner bedeutenden Beiträge zur Stabilisierung der Währungsunion und zur Vertiefung des Einigungsprozesses“.[18] | |
| 2013 | Dalia Grybauskaitė | Für „[...] eine der herausragenden Persönlichkeiten der baltischen Region in Würdigung ihrer bedeutenden Verdienste um eine vertiefte Integration der Europäischen Union und die Bewältigung der aktuellen Krise.“[19] |
Außerordentlicher Preisträger [Bearbeiten]
Am 24. März 2004 wurde zum bisher einzigen Mal ein außerordentlicher Karlspreis an Papst Johannes Paul II. verliehen (siehe oben).
Siehe auch [Bearbeiten]
- Karlsmedaille für europäische Medien
- Aachener Friedenspreis
- Europäischer Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft
Literatur [Bearbeiten]
- Franco Bettin (Hrsg.): 50 Jahre internationaler Karlspreis zu Aachen. Monschau 2000
- Harald Kästner (Hrsg.): Die Karlspreisträger und ihre europäischen Reden. Bonn 1983
- Heinz Kundolf: Die Gedenk-Medaillen auf den Internationalen Karlspreis zu Aachen, Jahresgabe der Aachener Münzfreunde. Aachen 1996
- Helmut Reuther (Hrsg.): Der internationale Karlspreis zu Aachen. Zeugnis europäischer Geschichte. Symbol europäischer Einigung. Bonn 1993
- Sabine Schulz: Der Aachener Karlspreis. Aachen 1988
Weblinks [Bearbeiten]
- Internetseite der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen
- Walter Eversheim, Geschichte des Karlspreises auf der Internetpräsenz der Stadt Aachen
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Karl der Große und der Internationale Karlspreis. Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen, abgerufen am 11. Mai 2013.
- ↑ Internationaler Karlspreis zu Aachen 2013
- ↑ Karlspreis Rahmenprogramm
- ↑ Meike Thüllen macht Dampf in Sachen Karlspreis-Akten, in: Aachener Nachrichten vom 26. Mai 2010
- ↑ Jugendprojekte: Jetzt bewerben für den Europäischen Jugend-Karlspreis. Website des Europaparlaments, 17. November 2008
- ↑ Erklärung des Rates der Stadt Aachen und der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen e. V.im Jahre 1990
- ↑ WDR.de, Stichtag: 60 Jahre Karlspreis - Die abendländische Kultur retten
- ↑ Krohn und Ehr', DER SPIEGEL 13/1987.
- ↑ Zeitung für Aachen, Meldung vom 16. April 2007
- ↑ Rodney Atkinson: The Totalitarian founders of E.U. In: Cronicles, A Magazine of American Culture vom 18. März 2008
- ↑ Blair’s Charlemagne Prize created by Nazis, In: Breaking News vom 11. Dezember 2003
- ↑ Rede des Präsidenten der Französischen Republik Nicolas Sarkozy im deutschen Text bei www.karlspreis.de und als Video bei www.elysee.fr (FLV; 213 MB) am 1. Mai 2008
- ↑ http://www.karlspreis.de/preistraeger/2009/begruendung.html
- ↑ Karlspreis 2010 für polnischen Premier Tusk. In: AZ-Web.de, 16. Januar 2010
- ↑ aachen.de: Rahmenprogramm 2010 (PDF; 1,9 MB)
- ↑ vgl. Aachener Karlspreis für Donald Tusk bei dw-world.de, 13. Mai 2010 (aufgerufen am 13. Mai 2010)
- ↑ Frankfurter Allgemeine Zeitung: Aachener Karlspreis 2011 geht an Trichet, 4. Dezember 2010.
- ↑ Begründung bei karlspreis.de, abgerufen am 10. Dezember 2011.
- ↑ Begründung bei karlspreis.de (abgerufen am 9. Mai 2013).
1950: Coudenhove-Kalergi | 1951: Brugmans | 1952: De Gasperi | 1953: Monnet | 1954: Adenauer | 1956: Churchill | 1957: Spaak | 1958: Schuman | 1959: Marshall | 1960: Bech | 1961: Hallstein | 1963: Heath | 1964: Segni | 1966: Krag | 1967: Luns | 1969: Kommission der europäischen Gemeinschaften | 1970: Seydoux de Clausonne | 1972: Jenkins | 1973: Madariaga | 1976: Tindemans | 1977: Scheel | 1978: Karamanlis | 1979: Colombo | 1981: Veil | 1982: Juan Carlos I. | 1984: Carstens | 1986: Das Volk von Luxemburg | 1987: Kissinger | 1988: Mitterrand und Kohl | 1989: Frère Roger | 1990: Horn | 1991: Havel | 1992: Delors | 1993: González | 1994: Brundtland | 1995: Vranitzky | 1996: Beatrix | 1997: Herzog | 1998: Geremek | 1999: Blair | 2000: Clinton | 2001: Konrád | 2002: Euro | 2003: Giscard d’Estaing | 2004: Cox | 2005: Ciampi | 2006: Juncker | 2007: Solana | 2008: Merkel | 2009: Riccardi | 2010: Tusk | 2011: Trichet | 2012: Schäuble | 2013: Grybauskaitė
Außerordentlicher Karlspreis: 2004: Johannes Paul II.

