Lúcio

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Fußballspieler Lúcio (* 1978). Zum Fußballspieler (* 1979) siehe Lúcio Carlos Cajueiro Souza; zu anderen Bedeutungen siehe Lucio.
Lúcio

während einer Trainingseinheit 2009

Spielerinformationen
Voller Name Lucimar da Silva Ferreira
Geburtstag 8. Mai 1978
Geburtsort BrasíliaBrasilien
Größe 189 cm
Position Abwehrspieler
Vereine in der Jugend
0000–1994
1995–1997
Planaltina EC
Clube Regatas Guará
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1998–2000
2001–2004
2003
2004–2009
2009–2012
2012
2013
2014–
SC Internacional
Bayer 04 Leverkusen
Bayer 04 Leverkusen Amat.
FC Bayern München
Inter Mailand
Juventus Turin
FC São Paulo
Palmeiras São Paulo
50 0(5)
92 (15)
1 0(0)
144 0(7)
96 0(3)
1 0(0)
10 0(1)
24 0(2)
Nationalmannschaft
2000–2011 Brasilien 105 0(4)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 30. November 2014

Lucimar da Silva Ferreira, genannt Lúcio (* 8. Mai 1978 in Brasília, Brasilien), ist ein brasilianischer Fußballspieler.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Lúcio begann beim Planaltina EC mit dem Fußballspielen. Über den Clube Regatas Guará kam er 1998 zum Sport Club Internacional nach Porto Alegre. Im Januar 2001 wechselte er für eine Ablösesumme von 8,5 Millionen Euro zum Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. In der Folgesaison wurde er Zweiter in der Meisterschaft und erreichte die Endspiele im DFB-Pokal und in der Champions-League, in dem er ein Tor erzielte.

2004 wechselte er zum Ligakonkurrenten FC Bayern München. In der Innenverteidigung spielte er dort unter anderem mit Robert Kovač, Valérien Ismaël und Daniel Van Buyten. In seinen letzten beiden Jahren bei den Münchnern spielte er hauptsächlich an der Seite von Martín Demichelis. Zudem führte er mehrmals den FC Bayern München bei Abwesenheit von Oliver Kahn als Mannschaftskapitän an. Später vertrat er Mark van Bommel in dieser Funktion.

Am 16. Juli 2009 wechselte Lúcio zum Erstligisten Inter Mailand und unterschrieb einen Dreijahresvertrag, nachdem ihm Bayern-Trainer Louis van Gaal keine Stammplatzgarantie gegeben hatte.[1] Am 23. August 2009 (1. Spieltag) debütierte Lucio beim 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen den AS Bari in der Serie A. Am 23. September (5. Spieltag) erzielte er beim 3:1-Sieg im Heimspiel gegen den SSC Neapel mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 sein erstes Tor für die Mailänder. Lucio bildete mit dem Argentinier Walter Samuel eine der besten Innerverteidigungen der Welt und Inter gewann das große europäische Triple, bestehend aus italienischer Meisterschaft, Coppa Italia und Champions League[2]. Das Finale der Champions League, wurde gegen den FC Bayern München mit 2:0 gewonnen. Im März 2011 verlängerte Lúcio seinen Vertrag bei Inter vorzeitig bis Sommer 2013 mit Option auf ein weiteres Jahr.[3] Am 29. Juni 2012 wurde sein Vertrag einvernehmlich aufgelöst.

Zur Saison 2012/13 wechselte Lúcio zum amtierenden italienischen Meister Juventus Turin, bei dem er einen bis zum 30. Juni 2014 gültigen Vertrag unterschrieb.[4] Nach seinem ersten Einsatz für Juventus gewann er den italienischen Superpokal. Am 17. Dezember 2012 wurde der Vertrag mit Lúcio einvernehmlich aufgelöst. Der Grund waren die geringen Einsatzzeiten des Verteidigers.[5] So kam er wettbewerbsübergreifend nur zu vier Einsätzen für die Bianconeri.

Einen Tag später unterschrieb Lúcio einen zwei Jahre gültigen Vertrag beim FC São Paulo[6] und kehrte damit nach zwölf Spielzeiten in Europa wieder nach Brasilien zurück. Am 26. Mai 2013 (1. Spieltag) kam er beim 2:0-Sieg im Auswärtsspiel gegen Ponte Preta wieder zum Einsatz für eine brasilianische Vereinsmannschaft. Seinen Einstand krönte er mit dem Führungstreffer zum 1:0 in der achten Minute.

Da sein bis ursprünglich 31. Dezember 2014 gültiger Vertrag beim FC São Paulo aufgelöst worden war, wechselte Lúcio am 9. Januar 2014 zum Erstliga-Aufsteiger und Stadtrivalen Palmeiras São Paulo, bei dem er einen bis 31. Dezember 2015 gültigen Vertrag unterschrieb.[7]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Am 15. November 2000 debütierte Lúcio in der A-Nationalmannschaft, die in São Paulo, im Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 2002 die Nationalmannschaft Kolumbiens mit 1:0 besiegte. Sein erstes von vier Länderspieltoren erzielte er am 9. Februar 2005 in Hongkong – im Rahmen des Carlsberg-Cups – beim 7:1-Sieg gegen die Auswahlmannschaft Hongkongs.

Lúcio nahm mit der Seleção an der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea teil und gewann am 30. Juni mit 2:0 das Finale gegen die Nationalmannschaft Deutschlands den Weltmeistertitel. Über den gesamten Turnierverlauf fester Bestandteil seiner Mannschaft, trug er maßgeblich zum Titel bei.

Auch beim Konföderationen-Pokal 2005 in Deutschland triumphierte er. Am 29. Juni wurde die Nationalmannschaft Argentiniens im Endspiel mit 4:1 bezwungen. Bei der Weltmeisterschaft 2006 stellte Lúcio eine WM-Bestmarke auf, nachdem er erst im Viertelfinale gegen die Nationalmannschaft Frankreichs nach 386 Minuten wieder ein Foul begangen hatte.

Nach der Weltmeisterschaft wurde er von Nationaltrainer Dunga zum Mannschaftskapitän ernannt. Im Sommer 2009 nahm er wiederum am Konföderationen-Pokal teil, kam im Turnierverlauf mehrfach zum Einsatz und erzielte den Siegtreffer im Endspiel gegen die Auswahlmannschaft der Vereinigten Staaten. 2010 nahm Lúcio an seiner dritten Weltmeisterschaft teil und bestritt als Spielführer alle Begegnungen seiner Mannschaft. Nach der enttäuschend verlaufenden WM gab ihm Neu-Trainer Mano Menezes eine Pause und setzte vermehrt auf junges, neues Personal in der Seleção. Durch gute Leistungen Lúcios kam Menezes jedoch nicht an ihm vorbei und nominierte ihn für den Kader für die Copa América 2011 in Argentinien, wo Lúcio das brasilianische Team als Kapitän anführte. Es war für ihn die erste Teilnahme an der Südamerikameisterschaft. Am 3. Juli 2011 bestritt er mit dem ersten Turnierspiel Brasiliens gegen die Auswahlmannschaft Venezuelas sein 100. Länderspiel.

Erfolge[Bearbeiten]

Lúcio im Heimtrikot von Inter Mailand (2009)

Vereine[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Trotz seiner eigentlich defensiv ausgelegten Position schaltet er sich gelegentlich in die Offensive ein. Lúcios Spiel zeichnete sich vor allem in der Leverkusener Zeit durch Tempodribblings aus. Unter Ottmar Hitzfeld in München musste er sich wieder mehr auf seine defensiven Qualitäten konzentrieren, ließ offensive Aktionen aber dennoch gelegentlich nicht aus.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lúcio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel auf sueddeutsche.de
  2. http://www.juedische-allgemeine.de/article/print/id/7988
  3. Artikel auf kicker.de
  4. Pressemitteilung auf der Homepage von Juventus Turin
  5. Pressemitteilung auf der Homepage von Juventus Turin
  6. Pressemitteilung auf der Homepage des FC São Paulo
  7. Pressemitteilung auf der Homepage von Palmeiras (portugiesisch)