Mark van Bommel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mark van Bommel

Mark van Bommel 2010

Spielerinformationen
Geburtstag 22. April 1977
Geburtsort MaasbrachtNiederlande
Größe 187 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1985–1992 RKVV Maasbracht
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1992–1999
1999–2005
2005–2006
2006–2011
2011–2012
2012–2013
Fortuna Sittard
PSV Eindhoven
FC Barcelona
FC Bayern München
AC Mailand
PSV Eindhoven
153 (13)
169 (46)
24 0(2)
123 (11)
39 0(0)
28 0(6)
Nationalmannschaft
2000–2012 Niederlande 79 (10)
Stationen als Trainer
2014– Niederlande U-17 (Co-Trainer)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Mark Peter Gertruda Andreas van Bommel (* 22. April 1977 in Maasbracht, Niederlande) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Mark van Bommel im Trikot des FC Bayern

Van Bommel begann seine Profikarriere bei Fortuna Sittard, mit der er 1995 als Meister der 2. Liga in die Ehrendivision aufstieg und sich zu einem der besten Mittelfeldspieler entwickelte. 1999 wechselte er zum PSV Eindhoven und gewann in sechs Spielzeiten vier Titel. 2005 warben FC Barcelona, Real Madrid und Borussia Dortmund um den Mannschaftskapitän, der durch konstant gute Leistungen und mit der Fähigkeit, aus der zweiten Reihe Tore zu erzielen, auf sich als einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler aufmerksam machte. Der FC Barcelona entschied das Rennen für sich und verpflichtete den damaligen Nationalspieler. Bei seiner Ankunft in Barcelona bat er die Journalisten, Interviews mit ihm auf Spanisch zu führen, damit er die Sprache so schnell wie möglich lernen könne.

Zur Saison 2006/07 wechselte er nach einjähriger Spielzeit bei den Katalanen, mit denen er die Spanische Meisterschaft und die Champions League gewonnen hatte, zum FC Bayern München, bei dem er einen Dreijahresvertrag erhielt. Die Ablöse betrug laut Manager der Bayern, Uli Hoeneß, sechs Millionen Euro. Sein Debüt für den FC Bayern München gab er am 9. September im DFB-Pokal-Spiel gegen den FC St. Pauli. Sein Bundesligadebüt bestritt er am 16. September 2006 (4. Spieltag) bei einer 1:2-Niederlage bei Arminia Bielefeld. In diesem Auswärtsspiel erzielte er mit dem Führungstreffer zum 1:0 in der sechsten Minute auch sein erstes Tor für den FC Bayern.

Am 9. August 2008 ernannte ihn Trainer Jürgen Klinsmann zum Nachfolger von Oliver Kahn als Spielführer des FC Bayern München. Damit wurde er der erste ausländische Spieler, der dauerhaft die Spielführerbinde beim deutschen Rekordmeister trug. Auch unter Trainer van Gaal ab 2009 blieb er Kapitän. Mit der Aussage „Mein Kapitän spielt immer“ wurde ihm ein Stammplatz zugesichert. Mit den Bayern gewann er 2008 und 2010 das Double aus Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal. Zudem führte er sein Team 2010 ins Finale der Champions League, das jedoch gegen Inter Mailand verloren wurde.

Nachdem das Verhältnis zwischen van Bommel und Trainer van Gaal schlechter wurde und sein Stammplatz in Gefahr geriet, kündigte van Bommel den bis Sommer 2011 laufenden Vertrag im Einverständnis mit dem FC Bayern München vorzeitig und wechselte am 25. Januar 2011 zum italienischen Erstligisten AC Mailand.[1] Einen Tag später debütierte er beim 2:1-Sieg im Viertelfinalspiel der Coppa Italia gegen Sampdoria Genua für den AC. Sein Debüt in der Serie A beim 2:0-Sieg bei Catania Calcio am 29. Januar 2011 (22. Spieltag) endete bereits nach 54 Minuten, da er mit der Gelb-Roten Karte des Spielfeldes verwiesen wurde. Mit den Mailändern gewann er die Meisterschaft und am 6. August in Peking den Supercup durch einen 2:1-Sieg über Inter Mailand.

Nachdem sein Vertrag beim AC Mailand nicht verlängert worden war, kehrte van Bommel in der Sommerpause 2012 zurück zum PSV Eindhoven,[2] bei dem er einen bis 30. Juni 2013 gültigen Vertrag unterzeichnete.[3] Für Eindhoven spielte er im Trikot mit der Rückennummer 6.[4] Mit dem PSV verlor er das niederländische Pokalfinale am 9. Mai 2013.[5] Am letzten Spieltag der Saison 2012/13 sah van Bommel die Gelb-Rote Karte und verkündete nach dem Spiel sein Karriereende.[6][7] Am 19. Juli 2013 fand in Eindhoven sein Abschiedsspiel statt, an dem internationale Fußballstars und frühere Mannschaftskameraden teilnahmen.[8] Van Bommel verabschiedete sich vom aktiven Fußball mit dem Anschlusstreffer zum 3:4-Endstand in der 77. Minute, seinem letzten Tor in seiner Karriere.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Van Bommel im EM-Gruppenspiel gegen Deutschland am 13. Juni 2012

Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft seines Landes gab van Bommel am 7. Oktober 2000 beim 4:0-Sieg über Zypern. Da die Elftal an der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 scheiterte und eine Achillessehnenverletzung ihn zwang, kurz vor der Europameisterschaft 2004 in Portugal abzusagen, musste er lange auf ein großes Turnier warten. Die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war dann van Bommels erstes großes Turnier. Während der Qualifikation kam van Bommel in zwölf Spielen nur sechs Mal zum Einsatz, weil der niederländische Nationaltrainer Marco van Basten mit seinen Leistungen unzufrieden war. Obwohl das Verhältnis von Trainer und Spieler gegen eine Nominierung sprach, berief ihn van Basten in den Kader der Niederländer. In der Endrunde kam er in drei von vier Spielen zum Einsatz.

Nach der Weltmeisterschaft wurde van Bommel für die beiden Qualifikations-Spiele zur Europameisterschaft 2008 gegen Luxemburg und Weißrussland nicht mehr berücksichtigt. Die Berufung für das Spiel gegen Bulgarien lehnte er mit den Worten „nicht mehr unter Marco van Basten für die Niederlande spielen zu wollen“ ab.

Nach der EM 2008 wurde Bert van Marwijk neuer Bondscoach, worauf van Bommel sein Interesse wieder für die Nationalmannschaft spielen zu wollen mit den Worten „Ich habe immer gesagt, dass ich zurück will, wenn Marco van Basten weg ist. Jetzt ist er weg, und zufälligerweise ist mein Schwiegervater auch noch der neue Bondscoach. Wenn er mich braucht, bin ich da.“ bekundete.[9]

Im August 2008 nominierte Bert van Marwijk seinen Schwiegersohn Mark van Bommel für ein Test-Länderspiel gegen Russland. Danach lief er für die Elftal bei sieben der acht Qualifikationsspiele für die WM 2010 auf und erzielte dabei in den Auswärtsspielen in Norwegen und Island je einen Treffer.[10]

Van Bommel stand auch im Aufgebot für das WM-Endrunden-Turnier 2010 in Südafrika.[11] Mit den Niederlanden erreichte er das erste Mal seit 32 Jahren das WM-Finale, welches jedoch am 11. Juli 2010 mit 0:1 gegen Europameister Spanien verloren wurde.

Nach seiner Rückkehr wurde van Bommel zum Stammspieler und zu einer wichtigen Stütze in der Nationalmannschaft. Vor Beginn der Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 wurde van Bommel zum neuen Mannschaftskapitän der Elftal benannt. Er trat damit die Nachfolge von Giovanni van Bronckhorst an, der dieses Amt zuvor bis zu seinem Karriereende innehatte.

Nach dem Ausscheiden der Niederlande bei der EM 2012 beendete er am 20. Juni 2012 seine Nationalmannschaftskarriere.[12]

Erfolge[Bearbeiten]

Nationalmannschaft

Vereine

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Unsportlichkeiten[Bearbeiten]

Mark van Bommel stand aufgrund von Unsportlichkeiten und Tätlichkeiten während seiner Zeit beim FC Bayern München wiederholt in der Kritik.[13][14] Im Februar 2007 wurde er für eine provokante Geste gegenüber den Fans von Real Madrid in der UEFA Champions League für ein Spiel auf Bewährung gesperrt.[15] Im März 2007 versuchte van Bommel, seinen Gegenspieler Pavel Pardo vom VfB Stuttgart mit seinem Ellbogen zu treffen, was ihm jedoch misslang.[16] Obwohl es zu massiven Protesten und Kritik in den Medien kam, wurde van Bommel vom DFB-Kontrollausschuss freigesprochen.[17] Im Juli desselben Jahres kniff van Bommel während eines Ligapokalspiels seinem Gegenspieler Fernando Meira in die Genitalien.[18] Nachträgliche Untersuchungen des DFB führten zu einer Sperre von drei Spielen wegen „krass sportwidrigen Verhaltens“.[19] Im Februar 2008 setzte van Bommel seinen Ellbogen gegen Rafael van der Vaart vom Hamburger SV ein und erhielt in demselben Spiel aufgrund einer Provokation gegenüber dem Schiedsrichter die gelb-rote Karte.[20] Zudem wurden zusätzliche Ermittlungen wegen obszöner Gesten gegenüber dem Schiedsrichter aufgenommen.[20] Im April 2008 wurde van Bommel gegen den VfL Bochum bereits in der 27. Spielminute wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.[21] Im August 2008 wurde van Bommel in einem Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund wegen Ellbogeneinsatzes gegen Tamas Hajnal mit gelb-roter Karte vom Platz gestellt.[22]

Ottmar Hitzfeld, langjähriger Trainer des FC Bayern München, prägte in Bezug auf van Bommel den positiv konnotierten Begriff Aggressive-Leader und verteidigte wiederholt seine Unsportlichkeiten auf dem Platz.[23] Von Medien wurde van Bommel jedoch wiederholt wegen seines Spielstils hart attackiert. So wurde und wird er beispielsweise als „Rüpel“[24] und „Rambo“[25] bezeichnet.

Sonstiges[Bearbeiten]

2010 wurde van Bommel von der Vrije Universiteit Amsterdam (VU) mit einem Sprachenpreis geehrt. Das VU-Sprachenzentrum untersuchte die Sprechgewohnheiten von 26 niederländischen Nationalspielern in ihrer Muttersprache. Van Bommel argumentiere nach der Meinung der Sprachwissenschaftler am besten. Seine Rhetorik sei gut entwickelt, er benutze auch nicht die Floskeln der Fußballer-Sprache. Sobald van Bommel vom Platz komme, analysiere er verständlich das Spiel.[26] Van Bommels Auszeichnung ist nach einer Ehrung für Trainer van Gaal bereits der zweite Sprachenpreis für Angestellte des FC Bayern München.

Privates[Bearbeiten]

Er ist mit der Tochter des Fußballtrainers Bert van Marwijk, Andra, verheiratet und hat drei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mark van Bommel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mark van Bommel wechselt zum AC Mailand. FC Bayern München, 25. Januar 2011, abgerufen am 20. Juni 2012.
  2. Van Bommel heading back to PSV. ESPN, 12. Mai 2012, abgerufen am 20. Juni 2012.
  3. Mark van Bommel returns to PSV. PSV Eindhoven, 15. Mai 2012, abgerufen am 20. Juni 2012.
  4. Mark van Bommel´s return to PSV - in pictures (II). PSV Eindhoven, 15. Mai 2012, abgerufen am 20. Juni 2012.
  5. Van Bommel verliert Pokalfinale. SPORT1.de, 9. Mai 2013, abgerufen am 12. Mai 2013.
  6. Mark van Bommel beendet Karriere mit Platzverweis. Spiegel Online, 12. Mai 2013, abgerufen am 12. Mai 2013.
  7. "Ja, das war mein letztes Spiel!" (Video). nos.nl, 12. Mai 2013, abgerufen am 12. Mai 2013.
  8. Arjen Robben trifft in Mark van Bommels Abschiedsspiel. T-Online, 20. Juli 2013, abgerufen am 20. Juli 2013.
  9. Van Bommel will wieder für Holland spielen. Sport Bild, 4. Juli 2008, abgerufen am 20. Juni 2012.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMarc van Bommel – Player Statistics. FIFA, undatiert, abgerufen am 15. Mai 2010.
  11. WM-Elftal ohne van Nistelrooy zur WM. Handelsblatt, 11. Mai 2010, abgerufen am 20. Juni 2012.
  12. EM-Splitter: Van Bommel macht Schluss. Kicker-Sportmagazin, 20. Juni 2012, abgerufen am 20. Juni 2012.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDie Ausraster des Mark van Bommel. Rheinische Post, undatiert, abgerufen am 20. Juni 2012.
  14. tz.de: Mark van Bommel: Seine größten Ausraster, abgerufen am 25. März 2014
  15. Ein Spiel Sperre auf Bewährung. Focus Online, 28. Februar 2007, abgerufen am 20. Juni 2012.
  16. Van Bommel wird nicht bestraft. Kicker Sportmagazin, 23. April 2007, abgerufen am 20. Juni 2012.
  17. Fans machen gegen van Bommel mobil. Münchner Merkur, 1. Mai 2007, abgerufen am 20. Juni 2012.
  18. DFB ermittelt gegen van Bommel. Spiegel Online, 26. Juli 2007, abgerufen am 20. Juni 2012.
  19. Qualität: Aggressivität. Süddeutsche Zeitung, 27. Juli 2007, abgerufen am 20. Juni 2012.
  20. a b Van Bommel lehnt Sperre ab. Spiegel Online, 28. Februar 200, abgerufen am 20. Juni 2012.
  21. Bayern dreht das Spiel in Unterzahl Die Münchner schlagen den VfL Bochum 3:1. Der Tagesspiegel, 7. April 2008, abgerufen am 20. Juni 2012.
  22. Dieser Schlag tut Klinsi weh. Bild.de, 24. August 2008, abgerufen am 20. Juni 2012.
  23. Van Bommel wie Effenberg. n-tv, 7. März 2007, abgerufen am 20. Juni 2012.
  24. Hopp-Attacke gegen Hoeneß. N24, 12. August 2009, abgerufen am 20. Juni 2012.
  25. Hoeneß attackiert Hoffenheim. Bild.de, 3. März 2011, abgerufen am 20. Juni 2012.
  26. Mark van Bommel best sprekende voetballer. Freie Universität Amsterdam, 23. März 2010, abgerufen am 20. Juni 2012.
Vorgänger Amt Nachfolger

Ruud van Nistelrooy
Mateja Kežman
Fußballer des Jahres der Niederlande
2001
2005

Pierre van Hooijdonk
Dirk Kuyt