Flughafen Dresden

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Flughafen Dresden
Flughafen Dresden logo.svg
DRS Terminal 1.JPG
Kenndaten
ICAO-Code EDDC, bis 1995: ETDN
IATA-Code DRS
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 9 km nördlich von Dresden
Straße A4A13
Nahverkehr S-Bahnlinie 2, Bus
Basisdaten
Eröffnung 11. Juli 1935
Betreiber Flughafen Dresden GmbH
Fläche 280 ha
Terminals 1
Passagiere 1.757.950 (2013)[1]
Luftfracht 180 t (2013)
Flug-
bewegungen
28.979 (2013)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
3,5 Mio.
Beschäftigte 3.089 (davon 365 beim Beitreiber) (2011)
Start- und Landebahn
04/22 2850 m × 60 m Beton

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Flughafen Dresden

Der Flughafen Dresden (IATA-Code: DRS, ICAO-Code: EDDC), seit 2008 Dresden International, ist ein internationaler Verkehrsflughafen in Dresden. Er dient dem Luftverkehr zur nationalen und kontinentalen Anbindung der Stadt und Region Dresden. Der Flughafen liegt im Norden der Stadt Dresden, im Stadtteil Klotzsche. Seine Landebahn verläuft in Richtung Nord-Nord-Ost parallel zur A 4. Gemessen an den Passagierzahlen lag der Flughafen im Oktober 2011 an 15. Stelle in Deutschland.[2]

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen Dresden liegt neun Kilometer nördlich des Stadtzentrums auf einer Höhe von 230 Metern über dem Meeresspiegel. Das Flughafengelände erstreckt sich auf 280 Hektar.

Mit dem Auto erreicht man den Flughafen über die Bundesautobahnen A4 und A13 sowie über die Bundesstraße B97. Am Flughafen stehen derzeit ca. 3.000 Parkplätze zur Verfügung.

Per Bus ist der Flughafen über die Buslinien 77 und 80 (Dresdner Verkehrsbetriebe) verbunden.

Per Bahn ist der Flughafen an das regionale S-Bahn-Netz durch den 2001 in Betrieb genommenen Tiefbahnhof Dresden-Flughafen angebunden, der einen direkten Zugang zum Terminal bietet. Die S-Bahn Linie S2 verkehrt im 30-Minuten Takt und führt über die Bahnhöfe Dresden-Klotzsche und Dresden-Neustadt in 21 Minuten bis zum Dresdner Hauptbahnhof und weiter bis nach Heidenau und Pirna. In Dresden-Neustadt und insbesondere im Hauptbahnhof besteht Anschluss an den nationalen und internationalen Fernverkehr.

Zum Einzugsgebiet des Flughafens gehören auch nordtschechische Gebiete: Per Eisenbahn betragen die Fahrtzeiten nach Ústí nad Labem, Děčín und Liberec unter zwei Stunden; per PKW werden seit Fertigstellung der Bundesautobahn 17/Dálnice 8 im Dezember 2006 die Städte Aussig (Ústí nad Labem) und Teplitz (Teplice) in etwa einer Stunde erreicht.

Geschichte[Bearbeiten]

Historische Einordnung[Bearbeiten]

Obwohl es Deutschland durch den Vertrag von Versailles von 1919 verboten war, eine Luftstreitmacht zu unterhalten, wurden schon zur Zeit der Weimarer Republik unter Geheimhaltung deutsche Militärpiloten ausgebildet. Zuerst wurden die Flugschüler in leichten Schulflugzeugen bei den zivilen Ausbildungsstätten in Deutschland geschult. Um den Piloten die Gelegenheit zu geben, Flugerfahrung in Kampfflugzeugen zu sammeln, ersuchte Deutschlands Reichswehr die Hilfe der UdSSR (siehe auch: Vertrag von Rapallo). Ein geheimer Ausbildungsfliegerhorst wurde 1924 in der Nähe der russischen Stadt Lipezk (russisch Липецк) eingerichtet und bis 1933 betrieben. Insgesamt benutzte diese Schule, die offiziell als 4. Fliegerabteilung des 40. Geschwaders der Roten Armee bezeichnet wurde, eine Anzahl niederländischer, sowjetischer und auch deutscher Flugzeuge. Dort wurden jährlich etwa 240 deutsche Flieger ausgebildet und auch neue, in Deutschland entwickelte Flugzeugkonstruktionen erprobt.

Am 26. Februar 1935 befahl Adolf Hitler seinem Luftfahrtminister Hermann Göring, einem Jagdflieger des Ersten Weltkrieges, trotz des noch bestehenden Verbots eine Luftstreitkraft für das nationalsozialistische Deutschland aufzubauen. Deutschland brach somit die Bestimmungen des Vertrags ohne die Genehmigung Frankreichs, Großbritanniens oder des Völkerbundes. Diese und andere Vertragsverletzungen wurden von England und Frankreich wohl deshalb geduldet, weil man damit meinte, das Kriegsrisiko verringern zu können.

Alter Flughafen Dresden (Heller)

Der Dresdner Zivilflughafen befand sich vor 1935 auf dem Heller mit einem Abfertigungsgebäude in der Nähe des heutigen S-Bahn-Haltepunktes „Industriegelände“. Er genügte den Ansprüchen des wachsenden Luftverkehrs nicht mehr und war nicht ausbaufähig. Störend waren vor allem zwei große Schornsteine in unmittelbarer Nähe im Industriegelände.

1935–1945[Bearbeiten]

So entstand 1935 in Klotzsche ein neuer Flughafen mit einem militärischen Bereich am nördlichen Ende (Luftkriegsschule Klotzsche) und einem zivilen Bereich am Südende des gemeinsamen Flugfeldes.

Militärflugplatz[Bearbeiten]

Zwischen den damals noch nicht nach Dresden eingemeindeten Gemarkungen Klotzsche und Weixdorf sowie der Königsbrücker Straße (heute: Königsbrücker Landstraße) wurden der Fliegerhorst 38/III Dresden-Klotzsche und die Dresdner Luftkriegsschule Sachsen/Schlesien errichtet. Sie war eine der vier großen Offiziersschulen der Luftwaffe des „Dritten Reiches“, die bis zum Jahre 1937 in allen Teilen fertiggestellt war. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe die hier zwischen 1934 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit[3]
Dezember 1941 April 1942 4.(F)/Aufkl.Gr. 121 (4. Staffel der Aufklärungsgruppe 121)
Februar 1945 April 1945 Stab, II., III./SG 4 (Stab, II. und III. Gruppe des Schlachtgeschwaders 4)
März 1945 März 1945 III./TG 2 (III. Gruppe des Transportgeschwaders 2)
März 1945 April 1945 I./KG 4 (I. Gruppe des Kampfgeschwaders 4)
April 1945 April 1945 14./KG 55 (14. Staffel des Kampfgeschwaders 55)

Die Gebäude der Luftkriegsschule sind ein architektonisches Relikt aus der NS-Zeit und auf Grund jahrelanger Nutzung der Anlage durch die NVA in einem relativ gut erhaltenen Zustand. Aus dem gleichen Grund waren sie jedoch über 40 Jahre der Öffentlichkeit verborgen. Außer den Nutzungen für den Flughafen Dresden und der Elbe Flugzeugwerke werden einiger dieser Gebäude noch für verschiedene öffentliche Einrichtungen genutzt (siehe Literatur).

Architekten waren die Professoren Ernst Sagebiel, Johannes Krüger und Walter Krüger. (Ernst Sagebiel war vor 1933 Büroleiter des nach Großbritannien emigrierten Erich Mendelsohn).

Der Bahnkörper der heutigen S-Bahnlinie zum Flughafen wurde 1936/37 vom Bahnhof Klotzsche aus nur bis in den damaligen militärischen Teil des Flughafens (Fliegerhorst) gebaut.

Die Erfolge im „Blitzkrieg“ bei dem Überfall auf Polen im September 1939 verstärkten die Bemühungen zur Ausbildung von Flugoffizieren und die Organisation der Infrastruktur für den Luftkrieg. Während des Krieges wurde hier mit der Ju 52 auch Blindflug gelehrt und geübt.

Die Luftkriegsschule wurde durch die Luftangriffe auf Dresden kaum beschädigt und diente in den folgenden Tagen als Auffang- und Hilfsstelle zur Betreuung vieler ausgebombter Dresdner (vgl. Victor Klemperer Ich will Zeugnis abgeben bis zum letzten.[4])

Am letzten Tag des Zweiten Weltkrieges besetzten sowjetische Truppen den Fliegerhorst und die Luftkriegsschule. Sie nutzten in der Folgezeit die Klotzscher Anlagen für die fliegerische Ausbildung und weitere militärische Vorhaben.

Flughafen Dresden von oben

Zivilflughafen[Bearbeiten]

Am 11. Juli 1935 startete das erste Verkehrsflugzeug vom neuen Flughafen, gleichzeitig wurde der alte Flughafen auf dem Heller geschlossen. Architektonisches Wahrzeichen der neuen Flughafenanlage wurde das am Südostende des Flugfeldes gelegene, für damalige Verhältnisse sehr moderne Abfertigungs- und Verwaltungsgebäude des Architekten Kurt Otto, nach der Deutschen Lufthansa AG als »Hansahaus« bezeichnet. Der Gebäudekomplex galt als eines der herausragendsten Gebäude der 30er Jahre in Dresden.

Der Luftverkehr entwickelte sich erfreulich: Wichtigste Fluglinie war jene von Berlin über Dresden nach Prag und Wien, die von der Lufthansa sowie österreichischen und tschechoslowakischen Gesellschaften gemeinsam bedient wurde. Flugverbindungen bestanden aber auch nach Breslau, Köln, Halle/Leipzig, Hannover, Hamburg und weiteren Städten. Verkehrsflugzeuge flogen Dresden noch bis zum Frühjahr 1940 an; danach wurde der zivile Luftverkehr infolge des Zweiten Weltkriegs eingestellt.

1945 bis 1990[Bearbeiten]

Nachdem zu Lasten Weixdorfs die Landebahn beträchtlich nach Norden verlängert und das Flughafengelände und damit auch das Dresdner Stadtgebiet erweitert worden war (Klotzsche wurde bereits 1950 nach Dresden eingemeindet), begann im Jahre 1955 wieder der zivile Flugbetrieb. Am 16. Juni 1957 landete die erste planmäßige Maschine der Deutschen Lufthansa der DDR in Dresden-Klotzsche . So wurde Dresden in das Inlandflugnetz der DDR einbezogen. Ein Jahr später, am 2. Februar 1958, eröffnete eine sowjetische Tu-104 in Dresden das Zeitalter der Verkehrsflugzeuge mit Strahlantrieb auf den ostdeutschen Flughäfen. Am 22. Mai 1959 landete zum ersten Mal nach der Wiederaufnahme des Luftverkehrs ein internationales Verkehrsflugzeug in Dresden. Eine Chartermaschine der ungarischen Malev holte Touristen nach Budapest. Mittlerweile war der Inlandflugverkehr gut angelaufen, Luftfrachtversand in die ganze Welt wurde wieder möglich. Eine Kuriosität prägte den Tagesablauf in der Zeit zwischen 1955 bis 1960: Da am Flughafen keine ausreichenden Möglichkeiten für die Passagierabfertigung vorhanden waren und alle Gebäude durch das Flugzeugwerk genutzt wurden, fand diese kurzerhand in der Nähe des Dresdner Hauptbahnhofs statt. Die abgefertigten Passagiere fuhren von dort mit Bussen direkt zu den auf dem Rollfeld wartenden Maschinen.

Die auf dem ehemaligen Militärgelände des Flughafens befindliche Flugzeugwerft (Elbe Flugzeugwerke) wurde bekannt durch die Konstruktion und den Bau der vierstrahligen Verkehrsmaschine 152, deren erster Prototyp am 4. März 1959 bei seinem zweiten Testflug abstürzte.

Ab 1960 übernahm die Deutsche Lufthansa der DDR und spätere Interflug den zivilen Teil des Flughafens; sie führte den Inlandluftverkehr weiter und konnte die Passagiere wieder am Flughafen abfertigen. Am 3. Mai 1967 ging die erste internationale Fluglinie in Betrieb. Diese Verbindung zwischen Dresden und Budapest sollte sich in den kommenden Jahrzehnten zum erfolgreichsten Angebot am Flughafen Dresden entwickeln. Parallel wurden bedeutende touristische Charterprogramme abgefertigt und Aufsehen erregende Luftfrachtaktionen durchgeführt.

An-26 der TS-24 in Dresden (1990)

1962 übernahm die Nationale Volksarmee den militärischen Teil des Flughafens. Aus dem Flugzeugwerk wurde die Flugzeugwerft Dresden, die sich mit der Instandsetzung militärischer Luftfahrzeuge beschäftigte. Im Zeitraum 22. bis 25. Oktober 1963 kam auch die Transportfliegerstaffel 24 (TS-24) der Luftstreitkräfte der NVA dort hin. Der militärische Flugzeugpark umfasste im Zeitraum von 1963 bis 1982 Flugzeuge der Typen An-2 und Il-14 sowie Hubschrauber des Typs Mi-2. Im Jahre 1980 wurde die An-26 in Dienst gestellt.

Die Entwicklung am Militärflugplatz vollzog sich im Spannungsfeld der Interessen von Luftstreitkräften, Flugzeugwerft und zivilem Luftverkehr. Während letzterer im Inland an Bedeutung verlor und 1980 eingestellt wurde, weitete sich das internationale Angebot aus. Am Ende der 70er Jahre bot der Flughafen Dresden Linienverbindungen nach Budapest, Moskau, Leningrad, Sofia, Varna, Burgas, Tatry (Poprad) und weiteren Städten. Zudem existierte ein lebhafter, wenn auch nur einseitiger Charterverkehr aus den Ländern Westeuropas. Die stetig steigenden Verkehrsleistungen – 1962 wurden etwa 54.000 Passagiere abgefertigt, 1985 mit bald 390.000 über siebenmal so viel – hatten zur Folge, dass der Flughafen fast ständig bis zum Rande seiner Abfertigungskapazität ausgelastet war. Eine umfassende Rekonstruktion mit weitgehender Schließung in den Jahren 1988 und 1989 sollte dies ändern.

Am 31. Oktober 1989 wurde der Linienverkehr am rekonstruierten Flughafen Dresden zum richtigen Zeitpunkt wieder aufgenommen. Zur gleichen Zeit befanden sich die politischen Verhältnisse in rascher Veränderung, wenige Tage später hatten sich die DDR-Bürger die lang geforderte Reisefreiheit erkämpft. INTERFLUG richtete noch im Dezember eine erste Linie nach Hamburg ein, in den kommenden Monaten folgten Verbindungen in alle wichtigen westdeutschen und einige westeuropäische Städte.

Ausbau seit 1990[Bearbeiten]

Vorfeld des Flughafens Dresden
Start vom Dresdner Flughafen Richtung Süd-Südwest, im Hintergrund das Dresdner Elbtal
Abfertigung einer Boeing 737 von British Airways

Nach der deutschen Wiedervereinigung ging der Flughafen an die neu gegründete Flughafen Dresden GmbH über, deren Gesellschafter heute die Mitteldeutsche Flughafen AG, der Freistaat Sachsen, der Landkreis Meißen und der Landkreis Bautzen sind. Sofort begannen Planungen und erste Arbeiten zur Modernisierung und Erweiterung des Flughafens. Die militärische Restnutzung beschränkte sich von 1990 bis 1993 auf den Betrieb von Luftfahrzeugen der Transportfliegerstaffel 24 der ehemaligen NVA-Luftstreitkräfte, die durch die Luftwaffe der Bundeswehr übernommen worden waren. 1993 wurde der zwischenzeitlich zur Lufttransportgruppe Dresden-Klotzsche transformierte Verband des Lufttransportgeschwaders 65 aufgelöst und die Flugzeuge wurden abgezogen.

Mit der politischen Wende stieg die zivile Bedeutung des Flughafens sprunghaft. Die vorhandene Luftverkehrsinfrastruktur war ausschlaggebend für Investitionen und Industrieansiedlungen. In den ersten Jahren nach 1990 stiegen die Verkehrsleistungen des Flughafens stark an: 1992 waren mehr als eine Million Fluggäste abgefertigt worden, 1995 schon 1,7 Millionen. Bereits 1992 konnte ein Erweiterungsbau neben dem „Hansahaus“ in Betrieb genommen werden. Seine Kapazität war allerdings rasch wieder erschöpft und schon 1995 ging noch ein Erweiterungsbau in Betrieb, der aus einer benachbarten Halle der Luftfahrtindustrie entstanden war. Parallel erfolgte eine umfassende Modernisierung aller Funktionsbereiche des Flughafens.

Bis zum Frühjahr 2001 entstand aus der Halle 219 des ehemaligen DDR-Unternehmens VEB Elektromat Dresden das neue Flughafen-Terminal. Das Gebäude hat eine Abfertigungskapazität von jährlich 3,5 Millionen Fluggästen – erweiterbar durch den Ausbau des Westflügels auf 4,5 Millionen Passagiere pro Jahr. Zudem wurde eine Vielzahl ergänzender Arbeiten an der Infrastruktur des Flughafens fertiggestellt: Ein eigener Autobahnzubringer, erweiterte Flugbetriebsflächen, neue Technikhallen, ein Wetterradar sowie Umweltschutzanlagen. Für den Entwurf des Wetterradarturms vergab die Stadt Dresden 2001 den Erlweinpreis an das in Dresden ansässige Architektur- und Stadtplanungsbüro h.e.i.z.Haus.

Im Jahr 2011 wurden 1,92 Millionen Passagiere abgefertigt.[5]

Nach Eröffnung des neuen Terminals wurden weitere Investitionen vorgenommen. So erhielt die Werkfeuerwehr eine neue Halle mit Einsatzräumen und Platz für die gesamte Technik inklusive Fuhrpark. Für Speditionsunternehmen entstand ein Logistik-Zentrum mit Lager- und Büroräumen, das inzwischen drei Hallen umfasst. Eine vierte Halle ist in Planung. Im Juli 2006 begann der Neubau der Start- und Landebahn. Als erster europäischer Flughafen baute damit der Flughafen Dresden eine neue Start- und Landebahn bei laufenden Betrieb parallel zur alten Bahn. Die neue Start- und Landebahn, welche für eine Lebensdauer von mindestens drei Jahrzehnten konzipiert ist, wurde am 6. September 2007 offiziell übergeben. Im Anschluss fand der Abbruch der alten Start- und Landebahn statt. Mit der neuen Piste können nun auch Flugzeuge mit höheren Nutzlasten von Dresden aus starten als dies auf der alten Bahn möglich gewesen wäre. Damit fallen entsprechende Limitierungen bezüglich der Betankung, der Passagieranzahl oder des Frachtgewichts aufgrund einer zu kurzen Startlaufstrecke weg. Insgesamt wurden zwischen 1990–2007 ca. 500 Mio. € in den Ausbau des Flughafens investiert.[5]

Der architekturhistorisch wertvolle Flughafengebäudekomplex »Hansahaus« von 1935 wurde 2010 abgerissen. An dessen Stelle wurde im Dezember 2011 eine erweiterte bzw. sanierte Flugbetriebsfläche eröffnet, welche auch einer zweiten Halle für die Unterbringung von Luftfahrzeugen der allgemeinen Luftfahrt Platz bietet.

Kapazität und Sicherheit[Bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über eine Abfertigungskapazität von 3,5 Millionen Passagieren pro Jahr und 1500 Passagieren pro Stunde. Optional kann der Westflügel des Terminals ausgebaut werden, was bedeuten würde, dass der Flughafen dann 4,5 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen könnte.

Es gibt 28 Abstellpositionen für Luftfahrzeuge (exkl. Abstellpositionen der allgemeinen Luftfahrt). Sechs der Abstellpositionen sind mit Fluggastbrücken ausgestattet. Es gibt insgesamt 13 Standplätze, die mit einem automatischen Andocksystem ausgestattet sind (Gates), darunter sind auch die Positionen mit Fluggastbrücken.

Der Flughafen ist konzipiert für Luftfahrzeuge bis zu 80 m Spannweite (ICAO Luftfahrzeugkategorie F). Das heißt, dass die derzeit größten Flugzeuge (Airbus A380, Antonow An-124) landen und starten dürfen sowie problemlos abgefertigt werden können.

Der Flugplatz weist eine Kapazität von 30 Flugbewegungen pro Stunde auf. Die Piste 22 besitzt ein Instrumentenlandesystem, hier sind Anflüge nach Allwetterflugbetriebsstufe IIIb möglich. Die Nebenanflugrichtung 04 besitzt ebenfalls ein Instrumentenlandesystem, allerdings sind hier nur Anflüge nach Allwetterflugbetriebsstufe I zugelassen.

Seit Oktober 2008 gelten Nachtflugbeschränkungen. Danach sind in der Zeit zwischen 22:00 und 6:00 Uhr Flugbewegungen nur noch als planmäßige Starts und Landungen im gewerblichen Linien- und Charterverkehr bis 23:30 Uhr und wieder ab 5:30 Uhr zulässig. Verspätete Landungen und Starts werden außerdem zwischen 23:30 und 24:00 Uhr bzw. zwischen 5:00 und 5:30 Uhr zugelassen[6].

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Im Winterflugplan 2014/15 werden folgende Ziele ab Flughafen Dresden angeboten.

Flugziel Fluggesellschaft
Agadir Germania
Amsterdam-Schiphol Etihad Regional
Antalya Atlasjet, Corendon Airlines, Sun Express, Tailwind Airlines, Onur Air
Basel easyJet
Djerba Nouvelair
Düsseldorf Germanwings, Air Berlin
Enfidha Nouvelair
Frankfurt/Main Lufthansa
Fuerteventura Germania, Hamburg Airways
Hamburg Germanwings
Heraklion (Kreta) Air Berlin, Germania
Hurghada Germania
Köln/Bonn Germanwings
Korfu Air Berlin, Germanwings
Kos Germania
Krasnodar Yakutia Airlines
Las Palmas/Gran Canaria Air Berlin, Germania, Hamburg Airways
London City[7] CityJet (Air France)
Marsa Alam Germania
Moskau Scheremetjewo Aeroflot
Moskau Wnukowo[8] UTair
München Lufthansa
Mallorca Air Berlin, Germania
Rhodos Air Berlin, Germania
St. Petersburg orenair als Vollcharter-Flüge russischer Veranstalter
Stuttgart Germanwings
Teneriffa Air Berlin, Germania, Hamburg Airways
Tjumen UTair
Wien Etihad Regional
Zürich Etihad Regional

Des Weiteren werden Barcelona in Spanien von Vueling an Einzelterminen angeflogen.

(Stand: 4. November 2014) [9]

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Für den Ballungsraum Dresden stellt der Flughafen einen wichtigen Standort- und Wirtschaftsfaktor dar, der Direktverbindungen zu den bedeutenden deutschen und europäischen Wirtschaftszentren herstellt. Die Mitteldeutsche Airport Holding beschäftigte in ihren Tochtergesellschaften Flughafen Dresden GmbH und PortGround GmbH im Jahr 2011 insgesamt 365 Mitarbeiter. Im Jahr 2011 waren im Umfeld des Flughafens 130 Firmen mit 3.089 Beschäftigten angesiedelt.[10] Zu den bedeutendsten Unternehmen gehören die EADS Elbe Flugzeugwerke GmbH und die IMA Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH sowie eine Reihe von Logistik- und Dienstleistungsunternehmen.

Die mittelfristigen Entwicklungschancen des Dresdner Flughafens als internationaler Verkehrsflughafen werden aufgrund der Nähe zum Flughafen Berlin Brandenburg südlich von Berlin als moderat eingeschätzt, insbesondere wenn die Verbindung im Schienenverkehr nach Berlin weiter ertüchtigt wird. Der Zeitpunkt der vollständigen Öffnung des Flughafens Berlin Brandenburg ist derzeit noch unklar[11]. Der Flughafen steht zudem in Konkurrenz mit den Flughäfen in Leipzig/Halle und Prag.

Branchen-Informationen zufolge schloss der Flughafen das Jahr 2012 mit einem Verlust von 9,25 Millionen Euro ab. Während operativ Gewinn erzielt werden konnte sorgten Abschreibungen auf das Terminal und die Startbahn für insgesamt negative Zahlen.[12]

Flughafen-Gesellschafter[Bearbeiten]

Mehrheitsgesellschafter des Flughafens ist mit 93,996 % die Mitteldeutsche Airport Holding AG, welche auch am Flughafen Leipzig/Halle die Mehrheitsanteile besitzt. Aktionäre der Mitteldeutsche Airport AG sind ausschließlich Gebietskörperschaften und zwar der Freistaat Sachsen mit 77,29 %, das Land Sachsen-Anhalt mit 18,54 %, die Stadt Dresden mit 1,87 %, die Stadt Leipzig mit 2,1 % und die Stadt Halle (Saale) mit 0,2 %.[13] Direkte Anteile am Flughafen Dresden besitzen der Freistaat Sachsen mit 4,84%, der Landkreis Meißen mit 0,58% und der Landkreis Bautzen mit 0,58%.[14]

Seit 1. November 2013 ist Markus Kopp (Vorstandsvorsitzender der Mitteldeutsche Airport Holding) Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Dresden GmbH. Zweite Geschäftsführerin für die operative Steuerung der Gesellschaft ist Bettina Ganghofer.[15]

Verkehrszahlen[Bearbeiten]

Flughafen Dresden – Verkehrszahlen[16]
Betriebsjahr Fluggastaufkommen Luftfracht [t] Luftpost [t] Flugbewegungen
1990 203.541 209 9.015
1991 608.746 300 2.435 25.330
1992 1.018.501 718 4.765 37.430
1993 1.323.504 912 5.604 45.156
1994 1.512.036 1.135 6.026 47.363
1995 1.701.342 1.300 6.079 49.581
1996 1.682.032 1.476 7.041 46.514
1997 1.676.221 1.367 6.166 43.271
1998 1.696.518 1.232 6.124 42.117
1999 1.755.804 1.220 5.582 42.200
2000 1.766.868 1.455 4.285 38.019
2001 1.649.084 877 4.301 34.668
2002 1.524.886 796 0 35.379
2003 1.559.400 649 0 33.024
2004 1.626.248 425 0 34.863
2005 1.788.797 441 0 36.301
2006 1.842.311 574 0 37.343
2007 1.854.378 427 5 36.151
2008 1.860.364 343 0 36.968
2009 1.722.926 505 1,6 34.798
2010 1.847.166 379 1,3 35.234
2011 1.921.633 394 35.087
2012 1.891.123 264 32.735
2013 1.757.950 180 28.979

Sonstiges/Besonderheiten[Bearbeiten]

Von 2002 bis 2010 befand sich im stillgelegten Terminal 1 eine der größten Diskotheken der Stadt Dresden mit dem Namen „Terminal 1 - The Airport Club“.

Versuchsaufbau für Strukturbelastungstests des Airbus A380

Während der Jahrhundertflut im Sommer 2002 wurden am Dresdner Flughafen 1.234 zusätzliche Flüge koordiniert. Sie dienten der Rettung von Personen aus Überflutungsgebieten, der Evakuierung von Krankenhäusern sowie dem Transport von Sandsäcken und Hilfsmitteln. Das ehemalige Terminal 2 diente als Ausweichquartier für die überfluteten Theaterwerkstätten der Semperoper und des Schauspielhauses.

Die Air Force One am Flughafen Dresden

Im September 2005 begannen in einer Halle im Nordosten des Flughafengeländes Strukturbelastungstests am Airbus A380 bei der IABG und der in Dresden ansässigen IMA GmbH Dresden; dies ist der weltweit größte je durchgeführte Betriebsfestigkeitsversuch an einer vollständigen Flugzeugzelle eines Zivilflugzeugs[17].

Entladen von Rumpfteilen des Airbus A400M

Im Dezember 2006 wurde vom Flughafen Dresden aus Atommüll nach Russland in ein Kernforschungszentrum in Podolsk bei Moskau ausgeflogen. Er bestand aus Brennstäben und Pellets in Form von 200 Kilogramm hochangereichertem und 100 Kilogramm schwach angereichertem Uran und stammte aus dem zurückgebauten Rossendorfer Forschungsreaktor.

Am 6. Februar 2007 besuchte ein Airbus A380 den Flughafen im sogenannten Touch-and-Go-Verfahren, d. h., die Maschine berührte nur für einige dutzend Meter die Bahn und startete dann durch, um Landeanflüge zu proben. Es wurden insgesamt fünf dieser Touch-and-Go-Manöver durchgeführt.

Am 4. Juni 2009 landete US-Präsident Barack Obama in der Präsidentenmaschine „Air Force One“, einer Boeing 747-200, auf dem Flughafen Dresden International. Einen Tag später traf er sich in der historischen Altstadt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Besuch des Präsidenten war wochenlang intensiv vorbereitet worden.

Am 5. und 6. Januar 2010 brachte ein Airbus A300B4-600ST „Beluga“ Rumpfteile des Airbus A400M nach Dresden. In einer auf dem Flughafengelände eigens dafür errichteten Halle werden von der IMA GmbH Dresden und der IABG an diesen Teilen Betriebsfestigkeitsversuche durchgeführt.[18]

Am 2. Juni 2010 besuchte zum zweiten Mal ein Airbus A380 den Flughafen Dresden. Es handelte sich hierbei um den ersten A380 der Lufthansa mit dem Kennzeichen D-AIMA. Er landete aus Wien kommend gegen 14:00 Uhr und flog etwa 45 Minuten später weiter nach Linz.

Ein A380 der Lufthansa zu Besuch am Flughafen Dresden

Seit Mai 2013 ist der Flughafen Dresden Reparaturstützpunkt für den Airbus A380. In den Jahren 2013 und 2014 werden an 9 Maschinen der Emirates Haarrisse an den Tragflächen bei der EADS Elbe Flugzeugwerke GmbH repariert werden. Hierfür wurde an einer Halle des Flughafens ein Anbau angebracht, damit der Airbus A380 vollständig hineinpasst.[19]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Flughafen Dresden GmbH (Hrsg.): 60 Jahre Flughafen. Chronik des Flughafens Dresden. Dresden 1995.
  • Flughafen Dresden GmbH (Hrsg.): Flughafen Dresden. Geschichte und Gegenwart der Dresdner Luftfahrt. Verlag Sandstein. Dresden 2000.
  • Walter und Johannes Krüger: Die Luftkriegsschule Dresden. In: Die Baugilde 21, S. 697–716.
  • Franz Spur: Dresdner Fliegerschmiede 1935-1945. Geschichte der Luftkriegsschule 1 Dresden in Klotzsche. Verlag Arbeitskreis Sächsische Militärgeschichte. Dresden 2004. ISBN 3-9809520-1-0.
  • Franz Spur: Militär Transportflieger Dessau-Dresden. Ein Beitrag zur 35-jährigen Geschichte des DDR-Transportflugwesens. , Verlag Aerolit. Diepholz 2002. ISBN 3-935525-08-7.
  • Manfred Zeidler: Ehemalige Luftkriegsschule in Klotzsche als historischer Ort und architektonisches Relikt der Geschichte Dresdens in der NS-Zeit. In: archäologie aktuell 5 – im Freistaat Sachsen, 1997.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Dresden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kenndaten, Verkehrsstatistik Flughafen Dresden. dresden-airport.de, 20. Januar 2014, abgerufen am 21. Januar 2014.
  2. Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen: Statistiken IVF 2011 (PDF-Datei; 182 kB)
  3. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 Germany (1937 Borders), S. 140–142, abgerufen am 13. September 2014
  4. Victor Klemperer „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“. Tagebücher. (Taschenbuchausgabe, Aufbau, 2. Aufl. Berlin 1999), Bd. 5, S. 42–48 (15.2.–17.2.1945), ISBN 3-7466-5514-5
  5. a b Sächsische Zeitung, Regionalausgabe Pirna vom 5./6. Januar 2008, S. 23
  6. http://www.ld-dresden.de/index.asp?ID=920&art_param=126
  7. http://airlineroute.net/2012/12/03/af-drspad-s13/
  8. http://airlineroute.net/2012/09/30/r3-de-w12/
  9. http://www.dresden-airport.de/reisende-und-besucher/flugziele-und-flugplan.html
  10. http://www.dresden-airport.de/de/struktur/presse/pressemitteilungen/pmDetail.html?id=1208&newLanguage=de
  11. http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-03/BER-Eroeffnung-verzoegerung.
  12.  Lars Radau: Flughafen Dresden nun ferngesteuert?. In: Sächsische Zeitung. 10. 24 2013 (kostenpflichtig online, abgerufen am 15. November 2013).
  13. http://www.mdf-ag.com/de/mf_ag/associates.html
  14. http://www.dresden-airport.de/Unternehmen/struktur-fakten-personal/Struktur.html
  15. Flughafen Dresden International und PortGround mit neuer Geschäftsführung. www.dresden-airport.de/, 23. Oktober 2013, abgerufen am 15. November 2013.
  16. Kenndaten, Verkehrsstatistik Flughafen Dresden. dresden-airport.de, 20. Januar 2014, abgerufen am 21. Januar 2014.
  17. Referenz: Airbus A380-800 Full Scale Fatigue Test, abgerufen am 20. September 2014.
  18. http://www.dresden-airport.de/de/struktur/presse/pressemitteilungen/pmDetail.html?id=1192&newLanguage=de
  19. A380 wird in Dresden repariert