Merzenich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Merzenich (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Merzenich
Merzenich
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merzenich hervorgehoben
50.8330555555566.5330555555556134Koordinaten: 50° 50′ N, 6° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 134 m ü. NHN
Fläche: 37,92 km²
Einwohner: 9903 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 261 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52399
Vorwahlen: 02421, 02275 (Golzheim, Morschenich)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 040
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Valdersweg 1
52399 Merzenich
Webpräsenz: www.gemeinde-merzenich.de
Bürgermeister: Peter Johann Harzheim (Parteilos)
Lage der Gemeinde Merzenich im Kreis Düren
Kreis Düren Nordrhein-Westfalen Rhein-Erft-Kreis Kreis Euskirchen Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Stadt Aachen Städteregion Aachen Belgien Heimbach Kreuzau Nideggen Vettweiß Düren Jülich Langerwehe Titz Merzenich Aldenhoven Hürtgenwald Nörvenich Inden Niederzier LinnichKarte
Über dieses Bild
Ehemalige Windmühle

Merzenich ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Düren. Der Ort Merzenich hat 6.963 Einwohner (31. Dezember 2006), die gesamte Gemeinde 9.855 (31. Dezember 2008). Seit 1998 ist diese Zahl in etwa konstant, nachdem sie zuvor zweimal hintereinander um mehr als 10 % pro Jahrzehnt gestiegen war.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Merzenich liegt direkt am östlichen Stadtrand von Düren in der Niederrheinischen Bucht und wird vom Ellebach durchflossen. Unmittelbar nördlich liegt der Braunkohle-Tagebau Hambach, der sich mit der Verlegung der A 4 und der Umsiedlung der Ortschaft Morschenich in das nördliche Gemeindegebiet vorschiebt.[3]

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist 37,91 km² groß und liegt am östlichen Rand des Kreises Düren.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Merzenich besteht aus den Ortschaften

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

im Kreis Düren


im Rhein-Erft-Kreis

Wappen und Banner[Bearbeiten]

Der Gemeinde ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten Köln vom 24. Oktober 1975 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden.

Blasonierung:„In Rot ein goldener (gelber) Doppeladler, überhöht von einem durchgehenden vierlätzigen, goldenen (gelben) Turnierkragen.“

Das Wappen basiert auf einem Siegel von 1447, welches nur den Doppeladler zeigte. Der Turnierkragen stammt von den Herren Stach aus Golzheim und wurde später hinzugefügt. Die vier Lätze repräsentieren die Ortsteile Alt-Merzenich, Girbelsrath, Golzheim und Morschenich.

Der Gemeinde ist ferner mit Urkunde des Regierungspräsidenten Köln vom 23. Juni 1978 das Recht zur Führung einer Flagge (als Banner) verliehen worden.

Beschreibung des Banners:„Im roten Fahnentuch oben ein goldener Doppeladler überhöht von einem durchgehenden vierlätzigen Turnierkragen.“[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name des Ortes wird von Martiniacum, einem Kompositum des lateinischen Personennamens Martin[i]us und des keltischen Suffixes -(i)acum (fr: -acum), d. h. „Heim des Martinus“, abgeleitet. Erstmals erwähnt wird Merzenich im Jahre 1225 in einer Urkunde des Grafen Otto von Neuenahr. Im Dorf gab es eine Burg, die bis auf einige Gräben völlig verschwunden ist. Im 19. Jahrhundert verfiel die Burg und wurde nicht wieder aufgebaut.

In den Regesten der Erzbischöfe von Köln wird Golzheim am 28. November 1015 erstmals erwähnt. 1382 wurde das Dorf Gerbätzräude (Girbelsrath) an den Erzbischof von Köln abgetreten. Morsaz (Morschenich) wurde 1158 erstmals genannt. Dort gab es auch von 1939 bis 1955 eine Großversuchsanlage, in der man versuchte, Braunkohle im Untertagebau abzubauen.

Kirchen[Bearbeiten]

Hauptartikel: St. Laurentius (Merzenich)
Hauptartikel: Alte Kirche (Merzenich)

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die ehemaligen Gemeinden Girbelsrath, Golzheim und Morschenich eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 56,13 % (2009: 61,8 %)
 %
40
30
20
10
0
39,84 %
28,56 %
7,92 %
1,73 %
10,76 %
11,19 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-11,96 %p
+0,86 %p
-7,28 %p
-3,67 %p
+10,76 %p
+11,19 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die 26 Sitze des Gemeinderat verteilen sich auf:

  • CDU: 10 Sitze
  • SPD: 8 Sitze
  • Bürger für Merzenich: 2 Sitze
  • FDP: 0 Sitze
  • Aktiv für Merzenich: 3 Sitze
  • Grüne: 3 Sitze


(Stand: 3. Juni 2010)

Rathaus

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Museum[Bearbeiten]

Plastik des Merzenicher Originals "Walze Löhr" vor dem Rathaus
Hauptartikel: Heimatmuseum Merzenich

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Wahrzeichen des Ortes Merzenich, die alte katholische Pfarrkirche, bestehend aus einem in der Hochgotik entstandenen Turm und einem spätgotischen Langhaus, wird erstmals um 1300 genannt. Die jetzige Pfarrkirche St. Laurentius wurde um 1900 errichtet. Der Turmhelm wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Alte katholische Pfarrkirche
Fachwerkhaus in Merzenich

Ein weiteres Merzenicher Wahrzeichen ist der alte, restaurierte Wasserturm, der 1608 erbaut wurde und bis ins 20. Jahrhundert eine Windmühle war. Heute wird er für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Hauptartikel: Turmwindmühle Merzenich

→ Siehe auch Wassertürme im Kreis Düren

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Haltepunkt Merzenich S-Bahn

Anfang der 1970er Jahre entstand bei Girbelsrath ein großes Gewerbegebiet. Dort ist die J. & W. Stollenwerk oHG, einer der größten Konservenhersteller Deutschlands, ansässig. Daneben hat die GMS Günter Meyer Gesellschaft für Fahrbahnsanierungen mbH, ein Dienstleister für Fahrbahnsanierungen, ihren Sitz. Außerdem sind viele mittelständische Unternehmen im Merzenicher Gewerbegebiet angesiedelt.

Der Rat der Gemeinde Merzenichs hat die Neuentwicklung eines weiteren Gewerbegebietes auf Gemeindegebiet beschlossen. Konkrete Planungen sehen vor, dass dieses Gewerbegebiet Auf der Heide am nord-östlichen Ortsrand liegen wird. Es liegt somit sehr verkehrsgünstig zur S-Bahnhaltestelle der S 12 nach Köln, aber auch direkt an der bald kommenden Autobahnanschlussstelle „Merzenich/Niederzier“ an der A 4.

Verkehr[Bearbeiten]

Von 1908 bis 1963 war Merzenich durch eine Kleinbahn und Straßenbahn der Dürener Kreisbahn erschlossen. Die Bahn fuhr von Düren über Merzenich, Nörvenich und Zülpich nach Embken. Ferner streift die Bahnstrecke Aachen – Köln das Gemeindegebiet. Bis 1995 zweigte auch die Bahnstrecke Düren – Neuss in Richtung Elsdorf ab, diese Strecke ist heute stillgelegt und demontiert. Am früheren Abzweig besteht seit dem 29. April 2003 ein S-Bahn-Haltepunkt mit großem Pendler-Parkplatz an der Strecke Aachen – Köln. Entlang dieser Bahnlinie verläuft auch der Bahnradweg.

Die S-Bahnlinie 12 verbindet Merzenich an Arbeitstagen mit Köln und in der Gegenrichtung nach Düren.

Im Schienenpersonennahverkehr wird der Haltepunkt Merzenich von folgenden Linien bedient (Stand 9. Dezember 2012):

Linie Verlauf Takt
NRW S12.svg Düren – Merzenich – Buir – Sindorf – Horrem – Frechen-Königsdorf – Köln-Weiden West – Köln-Lövenich – Köln-Müngersdorf Technologiepark – Köln-Ehrenfeld – Köln Hansaring – Köln Hbf – Köln Messe/Deutz – Köln-Trimbornstraße – Köln-Airport Businesspark – Köln-Steinstraße – Porz – Porz-Wahn – Spich – Troisdorf – Siegburg/Bonn – Hennef (Sieg) – Hennef Im Siegbogen – Blankenberg – Merten (Sieg) – Eitorf – Herchen – Dattenfeld – Schladern (Sieg) – Rosbach (Sieg) – Au (Sieg) 20 min (Hauptabschnitt)
NRW S13.svg Aachen Hbf – Aachen-Rothe Erde – Stolberg Hbf – Langerwehe – Düren – Merzenich – Buir – Sindorf – Horrem – Frechen-Königdorf – Köln-Weiden West – Köln-Lövenich – Köln-Müngersdorf Technologiepark – Köln-Ehrenfeld – Köln Hansaring – Köln Hbf – Köln Messe/Deutz – Köln-Trimbornstraße – Köln Frankfurter Straße – Köln Bonn/Flughafen – Porz-Wahn – Spich – Troisdorf 1 Zug/Tag

Durch Merzenich verläuft die Bundesstraße 264 von Düren in Richtung Köln. Nach Verlegung der A 4 wegen des Tagebaus Hambach hat Merzenich im September 2014 eine Autobahnauffahrt erhalten.

Bildung[Bearbeiten]

Grundschulen gibt es in Golzheim und Merzenich. Hauptschüler werden mit Schulbussen nach Nörvenich gefahren. Sowohl in Niederzier wie auch in Merzenich selbst gibt es Standorte der Gesamtschule Niederzier/Merzenich. Andere weiterführende Schulen befinden sich im nahen Düren.

Vier Kindertagesstätten stehen in Merzenich und je eine in Girbelsrath und Morschenich für den Nachwuchs bereit.

Strom, Gas, Wasser[Bearbeiten]

Die Versorgung mit Strom erfolgt durch das RWE, die Versorgung mit Gas und Wasser durch die Stadtwerke Düren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Landesdatenbank NRW, Strukturdaten für Merzenich, Kommunalprofil-Kurzfassung (Stand: 18. Dezember 2008) 72 KB, abgerufen am 18. Mai 2010
  3. Verlegte A 4 mit AS Merzenich und neuer Hambachbahn auf der RWE-Suchraumkarte für Morschenich 2,27 MB, abgerufen am 21. April 2010
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Merzenich, § 2 Absatz 1 und 2. Abgerufen am 19. Dezember 2012.
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 98.
  6. Die Ergebnisse der Kommunalwahlen 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Merzenich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien