Neu Wulmstorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neu Wulmstorf
Neu Wulmstorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neu Wulmstorf hervorgehoben
53.4627777777789.79555555555567Koordinaten: 53° 28′ N, 9° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Harburg
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 56,16 km²
Einwohner: 20.053 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 357 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21629
Vorwahlen: 040 und 04168Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WL
Gemeindeschlüssel: 03 3 53 026
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 39
21629 Neu Wulmstorf
Webpräsenz: Gemeinde Neu Wulmstorf
Bürgermeister: Wolf-Egbert Rosenzweig (SPD)
Lage der Gemeinde Neu Wulmstorf im Landkreis Harburg
Königsmoor Otter Welle Tostedt Wistedt Tostedt Handeloh Undeloh Dohren Heidenau Dohren Kakenstorf Drestedt Wenzendorf Halvesbostel Regesbostel Moisburg Hollenstedt Appel Neu Wulmstorf Rosengarten Buchholz in der Nordheide Egestorf Hanstedt Jesteburg Asendorf Marxen Harmstorf Bendestorf Brackel Seevetal Landkreis Harburg Niedersachsen Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Heidekreis Landkreis Lüneburg Landkreis Stade Freie und Hansestadt Hamburg Schleswig-Holstein Gödenstorf Eyendorf Vierhöfen Garlstorf Salzhausen Toppenstedt Wulfsen Garstedt Stelle Tespe Marschacht Drage WinsenKarte
Über dieses Bild

Neu Wulmstorf (plattdeutsch Vosshuusen[2]) ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Harburg in Niedersachsen. Sie zählte am 30. November 2013 21.245 Einwohner[3].

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Neu Wulmstorf erstreckt sich zwischen Hamburg im Osten, dem Alten Land im Norden, den Harburger Bergen im Südosten, Buchholz in der Nordheide und der Geest im Süden und Buxtehude im Westen. Neu Wulmstorf liegt in der Metropolregion Hamburg. Der Höhenunterschied erstreckt sich hauptsächlich in Nord-Südrichtung von -0,5 m bis 111,9 m NN. Der Ortsteil Neu Wulmstorf ist an das Hamburger Telefonnetz angeschlossen.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Nördlichster Gemeindeteil ist Rübke, das im Moorgürtel des Alten Landes liegt und von Obstbau geprägt ist. Vom Bahnhof bis über die Bundesstraße 73 auf den Geesthang erstrecken sich die ausgedehnten Wohngebiete von Neu Wulmstorf, dem Zentrum der Gemeinde. Dort befinden sich das Rathaus und die weiterführenden Schulen (Gymnasium, Hauptschule und Realschule). Im Westen befindet sich die Ortsumgehung B3n. Im Süden liegen die Ortsteile Wulmstorf, Daerstorf, Elstorf mit Ardestorf und Bachheide, Schwiederstorf und Rade mit Mienenbüttel und Ohlenbüttel.

Apfelernte in Rübke

Gemeindeteile der Einheitsgemeinde Neu Wulmstorf:

Kirchturm der Nicolaikirche Elstorf

Geschichte[Bearbeiten]

Die später eingemeindeten südlichen Dörfer sind mehrere hundert Jahre alt. Die Elstorfer Nicolaikirche stammt von etwa 1200. Der Ortsteil Neu Wulmstorf wurde dagegen erst 1835 durch den Daerstorfer Bauern Peter Lohmann nördlich der Landstraße Harburg-Buxtehude (heute B 73) gegründet und hieß früher Vosshusen (Fuchshausen). Eine Bahnanbindung gibt es seit 1904.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden südlich der Bundesstraße große Wohngebiete von Vertriebenen gegründet. Die ersten bewohnbaren Keller entstanden ab 1949 auf ehemaligen Wehrmachtsgelände. Da diese nur wenig aus dem Boden ragten und mit notdürfigen Dächern versehen waren, nannte man diese erste Siedlung Maulwurfshausen. Später entstanden hieraus vollwertige Häuser und bis 1957 die Heidesiedlung, unter anderem durch die Norddeutsche Siedlungsgesellschaft Hamburg. Von der Herkunft der Siedler zeugen die Straßennamen (u. a. Königsberger, Marienburger, Breslauer, Danziger Straße)[4].

Bis 1957 Jahre stieg die Einwohnerzahl dann bis auf 3500 Einwohner an[5].

Ab 1959 übernahm die Bundeswehr den Standort Röttiger-Kaserne und baute ihn zum größten Standort in Hamburg aus. In der Folge zogen zahlreiche Bundeswehrangehörige mit ihren Familien in die Wohngebiete Postweg und Schillerstraße/Goethestraße.

Bei der Sturmflut 1962 war Rübke durch Überflutungen, in Folge großer Deichbrüche im Bereich Süderelbe zwischen Neuenfelde und Harburg betroffen.

Erst 1965 wurde aus der politische Gemeinde Wulmstorf dann Neu Wulmstorf[5].

Seit 1990/1995 wurde die Bahnhofstraße zu Neu Wulmstorf einem Ortszentrum mit Rathaus und Einkaufszentrum entwickelt.

Die jüngsten Wohngebiete liegen an der Bahnlinie.

Der Ort wollte 2004, unter dem damaligen Bürgermeister Schadwinkel (CDU), mit parteiübergreifender Zustimmung, die Stadtrechte beantragen, allerdings stimmten die Bürger mit 71,2 % gegen die Ernennung zur Stadt.

Der Bahnhof wurde 2007 umgebaut weitere Wohngebiete nördlich der Bahn erschlossen. In Vorbereitung auf die A26 wurde die B3n als Ortsumgehung weiter westlich an die B73 angeschlossen.

Die Arbeiten für den dritten Bauabschnitt der A26 begannen Ende 2013. Dieser soll 2020 fertiggestellt sein und dann die Strecke von Stade hier enden lassen bis die Weiterführung auf Hamburger Gebiet diese dann an die A7 anschliesst.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die früher selbstständigen Gemeinden Elstorf, Rade, Rübke und Schwiederstorf sowie Gebietsteile der Gemeinde Ketzendorf mit damals etwa 50 Einwohnern eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Neu Wulmstorf 6.754 Einwohner am 6. Juni 1961 und 10.011 Einwohner am 27. Mai 1970, jeweils mit den später eingemeindeten Orten[6]. Jeweils am 31. Dezember[7]:

1987 1992 1997 2002 2007 2012
Insgesamt Anzahl 14.227 16.751 18.841 20.543 20.649 20.979
Juni 1987 = 100% 101,5% 119,5% 134,4% 146,6% 147,3% 149,7%

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
38,8 %
34,4 %
11,0 %
9,3 %
4,3 %
2,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,7 %p
± 0,0 %p
+5,5 %p
-7,3 %p
-7,0 %p
+2,2 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 11. September 2011 wie folgt zusammen:

  • SPD: 13 Ratsmitglieder
  • CDU: 12 Ratsmitglieder
  • GRÜNE: 4 Ratsmitglieder
  • UWG: 3 Ratsmitglieder
  • FDP: 1 Ratsmitglied
  • LINKE: 1 Ratsmitglied

Hinzu kommt der Sitz des Bürgermeisters.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt eine blaue Spitze mit silbernem Kreis auf goldenem Schild. Die blaue Spitze symbolisiert das Aufstreben der Gemeinde, der silberne Ring Verkehr und Bewegung, als Antrieb für das Aufstreben der Gemeinde. Die Farben Gold, Blau und Silber sind dem Wappen des Kreises entnommen und deuten auf die geographische Lage der Gemeinde hin.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Neu Wulmstorf unterhält eine Städtepartnerschaft mit dem ungarischen Nyergesújfalu.

Neu Wulmstorf ist Mitglied des Regionalparks Rosengarten zur Regionalen Entwicklung zusammen mit der Nachbargemeinde Rosengarten, der Stadt Buchholz, der Samtgemeinde Hollenstedt, dem Landkreis Harbug und der Stadt Hamburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Einmal jährlich findet das Metal Bash Open Air, gewöhnlich am ersten Wochenende im Mai, auf der Neu Wulmstorfer Schützenanlage statt.

Seit über 30 Jahren besteht der Gospel-Chor Joy’n Music.

Sport[Bearbeiten]

  • Hallenbad Neu Wulmstorf
  • Freibad Neu Wulmstorf
  • Minigolfanlage
  • TVV Neu Wulmstorf
  • TSV Elstorf

Vereine[Bearbeiten]

  • FF Neu Wulmstorf
  • DLRG Neu Wulmstorf
  • Schützenverein Neu Wulmstorf von 1952 e.V.

Schulen[Bearbeiten]

  • Gymnasium Neu Wulmstorf
  • Realschule Vierkaten
  • Hauptschule Vossbarg
  • Grundschule Am Moor
  • Grundschule an der Heide

Natur[Bearbeiten]

Neu Wulmstorf befindet sich in direkter Nachbarschaft einiger besonderer Naherholungsgebiete und Naturschutzgebiete (NSG):

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In der Wirtschaftsstandort Neu Wulmstorf hat ca 3850 Beschäftigte und neben zahlreichen Kleinbetrieben gibt es zahlreiche Logistikbetriebe und -flächen. So hat z.B. das Unternehmen Jack Wolfskin sein europäisches Zentrallager mit einer Gesamtfläche von ca. 30.000 m2 in Neu Wulmstorf. Ebenso beliefert McDonald’s von hier seine norddeutschen Filialen. An der Anschlussstelle Rade der Bundesautobahn 1 baut das Düsseldorfer Immobilienunternehmen Habacker Holding ein großes Gewerbegebiet („Logpark Hamburg“). Die Gemeinde plant, den Hauptort über die Bahnlinie hinaus in die Moorgebiete hinein zu vergrößern. Ein entsprechendes Baugebiet ist ausgewiesen und drei von vier Bauabschnitten wurden bereits erschlossen.

In Neu Wulmstorf wird die Soße Sylter Salatfrische hergestellt.[8]

Verkehr[Bearbeiten]

Neu Wulmstorf hat einen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke Hamburg-HarburgCuxhaven (Niederelbebahn), der seit Dezember 2007 als Haltepunkt der Hamburger S-Bahn (S3 Stade-Pinneberg) betrieben wird. Regionalbahnen halten seitdem nicht mehr in Neu Wulmstorf. Der Haltepunkt wurde zwischen 2007 und 2011 umgebaut und nach Westen verlegt. Bis zur Eingemeindung Daerstorfs lag der Bahnhof auf Daerstorfer Grund, daher trug der Bahnhof bis 1969 den Namen Daerstorf.[9][10]

Linie Verlauf
Hamburg S3.svg Pinneberg – Thesdorf – Halstenbek – Krupunder – Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook (City Süd) – Veddel (BallinStadt) – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben – Fischbek – Neu Wulmstorf – Buxtehude – Neukloster – Horneburg – Dollern – Agathenburg – Stade

Für den Straßenverkehr besteht im Süden der Gemeinde über die Anschlussstelle Rade eine Anbindung an die A 1. Mit der geplanten A 26 von Stade nach Hamburg wird die Gemeinde weiter erschlossen. Weitere Fernverkehrsstraßen sind die Bundesstraße 73 und die Bundesstraße 3. Neu hinzugekommen ist 2010 die Ortsumgehung B3n.

Bildung[Bearbeiten]

Neu Wulmstorf verfügt über ein Gymnasium, eine Realschule, eine Hauptschule und zwei Grundschulen. Daneben gibt es eine Grundschule im südlichen Ortsteil Elstorf.

Sonstiges[Bearbeiten]

Flug-Café[Bearbeiten]

Von 1967 bis 1975 stand in Neu Wulmstorf die am 6. Juni 1967 ausgemusterte Super Constellation (c/n 4605) der Variante L-1049G die vorher 12 Jahre bei der Lufthansa als D-ALOP im Betrieb war. In ihr wurde das „Flug-Café“ betrieben.[11][12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neu Wulmstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Plattdeutsch auf Ortstafeln, För Platt e.V.
  3. vorOrt Magazin, Januar 2014, S.60: "Zum 30.11.2013: 22.034 Einwohner, 21.245 Hauptwohnsitz, 789 Nebenwohnsitz"
  4. 50 Jahre Heidesiedlung Heft zum 50-Jährigen Jubiläum des Verein Heidesiedlung e.V. Neu Wulmstorf, 2005 (PDF 428.9 KB)
  5. a b Die Geschichte von Neu Wulmstorf, Gemeinde Neu Wulmstorf
  6. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 229.
  7. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 2001-2012, Bevölkerungsfortschreibung, Tabelle K1000014, 353026 Neu Wulmstorf
  8. http://www.abendblatt.de/region/article115258637/Siegeszug-der-Sylter-Salatfrische-aus-Neu-Wulmstorf.html
  9. Bahnhof Neu Wulmstorf, Elbe-Weser-Bahn Magazin
  10. Preußische Landesaufnahme, Ausschnitt Daerstorfer Moor
  11. Das Flug-Café in Neu Wulmstorf
  12. Die ehemalige Super Constellations der Lufthansa auf dem Flughafen Singapur Anfang 1959