Neuenrade

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neuenrade
Neuenrade
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neuenrade hervorgehoben
51.2838888888897.78320Koordinaten: 51° 17′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 54,1 km²
Einwohner: 12.011 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58809
Vorwahlen: 02392, 02394
Kfz-Kennzeichen: MK
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 048
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alte Burg 1
58809 Neuenrade
Webpräsenz: www.neuenrade.de
Bürgermeister: Antonius Wiesemann (CDU)
Lage der Stadt Neuenrade im Märkischen Kreis
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hochsauerlandkreis Kreis Olpe Kreis Soest Kreis Unna Oberbergischer Kreis Altena Balve Halver Hemer Herscheid Iserlohn Kierspe Lüdenscheid Meinerzhagen Menden (Sauerland) Nachrodt-Wiblingwerde Neuenrade Plettenberg Schalksmühle WerdohlKarte
Über dieses Bild
Blick auf Neuenrade

Neuenrade ist eine Kleinstadt im Nordwesten des Sauerlands und gehört zum Märkischen Kreis. Sie wurde von den Grafen von der Mark als Befestigung gegen die Grafschaft Arnsberg als Plansiedlung gegründet. Die Einwohnerentwicklung blieb jedoch begrenzt. Die heutige Stadtstruktur geht auf Eingemeindungen zwischen 1969 und 1975 zurück. In der Wirtschaft dominieren Kleinbetriebe und mittelständische Unternehmen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Neuenrade liegt im Osten des Märkischen Kreises an der Grenze zum Hochsauerland im oberen Tal der Hönne und ihres Nebenflusses Borke. Die Hönne entspringt im Westen von Neuenrade an der Südflanke des Großen Attigs (512 m). Sie fließt in nordöstlicher Richtung durch das Stadtgebiet und verlässt es nordwestlich von Küntrop auf einer Höhe von 270 m ü. NN. Die Borke entspringt südlich von Affeln zwischen Reckenberg (455,2 m) im Westen und Imberg (468,3 m) in Osten. Sie fließt nach Norden, durchfließt Blintrop und verlässt unterhalb von Niederhöfen das Stadtgebiet. Im Stadtgebiet entspringen zahlreiche weitere Bäche, die zumeist der Hönne zufließen. Einige im Süden und Westen entspringende Bäche gehören zum Einzugsgebiet der Lenne, die südlich des Stadtgebietes an Neuenrade vorbeifließt. Hier befindet sich an der Mündung der Höllmecke auch mit 197 m ü. NN der tiefste Punkt im Stadtgebiet.[2]

Höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der 513,7 m hohe Kohlberg mit dem Quitmannsturm. Weitere Erhebungen sind die Homert (511,2 m) etwa 2,2 km südlich von Altenaffeln und der Kleine Hemberg (501 m) östlich von der Homert.[2]

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Das 54,11 km² große Stadtgebiet erstreckt sich etwa 14 km in West-Ost-Richtung und etwa 5 km in Nord-Süd-Richtung. Die Fläche verteilt sich dabei auf 29,38 km² (54,3 %) Wald, 17,98 km² (33,2 %) landwirtschaftliche Nutzfläche. 3,82 km² (7,1 %) nehmen Gebäude-, Frei- und Betriebsflächen und 2,45 km² (4,5 %) Verkehrsflächen ein. Der Anteil der übrigen Flächen liegt unter 1 %.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Osten grenzt Neuenrade an das zum Hochsauerlandkreis gehörende Sundern. Weiter im Uhrzeigersinn betrachtet grenzt die Stadt im Süden an Plettenberg, im Südwesten an Werdohl, im Westen an Altena und im Norden an Hemer und Balve. Letztere gehören zum Märkischen Kreis. Die gemeinsame Grenze mit Hemer ist dabei mit etwa 1,3 km Länge der kürzeste Abschnitt.[2]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die heute bestehende Stadt Neuenrade setzt sich zusammen aus dem Ortskern Neuenrade sowie den eingemeindeten Ortsteilen Küntrop, Affeln, Blintrop und Altenaffeln (Angaben zu den Einwohnerzahlen in Klammern, Stand: 31. Dezember 2010): Neuenrade (Ortskern) (8952), Küntrop (1498), Affeln (1248), Altenaffeln (543) und Blintrop (331).[4]

Klima[Bearbeiten]

Das Neuenrader Klima wird durch den Übergangsbereich zwischen dem ozeanischen und dem kontinentalen Klima geprägt. Verantwortlich dafür sind die vorherrschenden westlichen Winde. Die Durchschnittstemperatur lag im Jahresmittel maximal bei 19,8  °C und minimal bei −0,4  °C. In den Jahren 1961 bis 1990 lag die Jahresniederschlagsmenge bei durchschnittlich 1204 mm pro Jahr. Die Monatsdaten können dem Klimadiagramm entnommen werden.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Neuenrade
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 11 12 16 26 24 28 31 29 21 18 11 11 Ø 19,9
Min. Temperatur (°C) −9 −5 −2 −2 4 7 6 5 4 −3 −4 −6 Ø −0,4
Niederschlag (mm) 119,5 84,9 104,3 91,3 88,1 106,7 111,8 80,8 89,3 89,6 109,6 128,8 Σ 1.204,7
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
11
−9
12
−5
16
−2
26
−2
24
4
28
7
31
6
29
5
21
4
18
−3
11
−4
11
−6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
119,5
84,9
104,3
91,3
88,1
106,7
111,8
80,8
89,3
89,6
109,6
128,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Gerichtslinde in der Parkanlage „Am Wall“
Modell der Stadt um 1600

Vom 11. bis zum 13. Jahrhundert standen auf dem Gebiet des Ortes einige Gehöfte und eine kleine Wasserburg. Der Erzabbau trug schon zu dieser Zeit zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung und damit zur Erhöhung der Einwohnerzahl bei. Das Eisenerz wurde anfangs in etwa 20 Rennöfen zu Kleineisenwaren weiterverarbeitet. Der Rennofen Gut Berentrop wurde bei Ausgrabungen in gut erhaltenem Zustand entdeckt.

1220 wurde erstmals die innerhalb des heutigen Stadtgebietes gelegene Siedlung namens Rode urkundlich erwähnt. Im selben Jahr wurde das in Berentrop bei Neuenrade gelegene Prämonstratenserstift urkundlich genannt.[5]

Im 13. und 14. Jahrhundert festigten die Grafen von der Mark ihre Herrschaft in der Grafschaft gegen die Landesherren der Umgebung durch die Anlage von Burgen und Städten. Hierzu gehörte auch Neuenrade, das nahe der Grenze zur Grafschaft Arnsberg entstand. Im Jahr 1353 begann Gerhard von Plettenberg mit der Anlage einer Burg und einer daran angrenzenden kleinen befestigten Stadt (oppidum).[6] Als geplanter Ort wies Neuenrade einen schachbrettartigen Grundriss auf. Die ersten Siedler kamen aus dem ehemaligen Dorf Rode und wurden zur Ansiedlung in Nyenrade gezwungen.[7]

Am 7. Juli 1355 erhielt der Ort Stadtrechte.[8] Damit verbunden waren städtische Gerichtsbarkeit, Selbstverwaltung und das Marktrecht.[9] Der Rat der Stadt bestand aus elf Ratsherren und dem Bürgermeister. In der Burg wohnten die Drosten von Neuenrade, die die hohe Gerichtsbarkeit ausübten, von der noch die alte Gerichtslinde in der Parkanlage am Wall zeugt. 1521 brannte die Burg ab und verfiel danach.[7]

Neuzeit[Bearbeiten]

Neuenrade gehörte als Beistadt von Lüdenscheid der Hanse an. Wichtigste Exportgüter waren die am Ort produzierten Kleineisenwaren. In der frühen Neuzeit kam die Tuchproduktion hinzu, die zeitweise die Bedeutung der Eisenproduktion übertraf. Neben den Rennöfen wurden ab dem 16. Jahrhundert Osemundschmieden gebaut, die das hochwertige Osemundeisen herstellten. Um 1690 gab es neun von diesen Schmieden am Ort. Der Handel wurde um diese Zeit vor allem mit den Städten der Umgebung abgewickelt.

Verschiedene Male wurde Neuenrade durch Brände in Mitleidenschaft gezogen, von denen mindestens elf überliefert sind. Auch durch diese Rückschläge blieb die Entwicklung der Stadt begrenzt. So wurde Neuenrade im Jahr 1660 als „Städtlein“ bezeichnet.

Im 19. Jahrhundert wurde der Ort von der industriellen Entwicklung erfasst. Feste Straßen ins Lennetal verbesserten die Handelsverbindungen in die dortigen Städte und brachten indirekt eine Anbindung an die Eisenbahn (Ruhr-Sieg-Strecke). Erst im Jahr 1912 erhielt die Stadt mit der Hönnetal-Bahn einen eigenen Eisenbahnanschluss.

Im Vorfeld der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam es im August 1932 zu einer Schießerei zwischen drei Neuenrader SS-Männern und einem örtlichen Kommunisten, was starke Spannungen zur Folge hatte. Nach der Machtübernahme wurden Kommunisten und Sozialdemokraten verhaftet und die Neuenrader Kommunisten in ein Gefängnis nach Werl gebracht. Nachdem die NSDAP die Macht vor Ort gefestigt hatte, begann die Gleichschaltung der Vereine und Gruppierungen. Der Turnverein und der Fußballverein Neuenrade wurden zum TuS zusammengeschlossen, die im Ort traditionelle Gesellschaft „Erholung“ von 1854 wurde verboten. Eine jüdische Familie musste aufgrund der nationalsozialistischen Steuerpolitik (die die Juden schwer sanktionierte) aus Geldmangel ihren Grundbesitz an die Gemeinde verkaufen und verlor so fast ihren gesamten Besitz. Besonders markant verlief in Neuenrade der Kirchenkampf. Der in Neuenrade tätige evangelische Pfarrer Krause war einer der führenden Köpfe der „Deutschen Christen“ und somit im Gegensatz zu den „Bekennenden Christen“ Anhänger der Nationalsozialisten.

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs expandierte in Neuenrade besonders das ortsansässige Zweigwerk des Kruppkonzerns. Zum Einsatz kamen hier wie auch anderswo auf dem Stadtgebiet Zwangsarbeiter. Während des Zweiten Weltkriegs gab es in Neuenrade relativ geringe Schäden. Durch einen schweren Bombenabwurf wurde die „Villa Suhr“ des Fabrikanten Heinrich Suhr (* 1869) zerstört. Dieser hatte 1889 in Neuenrade eine Musikinstrumentenfabrik gegründet, die zwischenzeitlich auch als „Erste und älteste Neuenrader Harmonika-Fabrik gegründet 1889“ firmierte. Nach der Bombardierung am 7. April 1945 wurde das Unternehmen nicht wieder aufgebaut und die Verkaufsfilialen in den Niederlanden und in Amerika geschlossen.[10][11]

Neuenrade war lange Zeit Sitz des Amtes Neuenrade, zu dem auch die Orte Dahle, Werdohl und Ohle gehörten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Werdohl selbstständig und Ohle Plettenberg angegliedert. Dahle wurde bei der Auflösung des Amtes Neuenrade 1969 nach Altena ausgegliedert. Die ehemals selbstständige Gemeinde Küntrop aus dem Amt Balve im Kreis Arnsberg wurde gleichzeitig in die neue Stadt eingegliedert.

Religionen[Bearbeiten]

1366 ließ der Landesherr eine Kapelle bauen. Neuenrade blieb aber weiterhin eine Filiale der Pfarrei Werdohl. Neuenrade wurde wie andere Städte der Grafschaft Mark schon lange vor 1564 protestantisch.[7] Im Rahmen der Neuenrader Kirchenordnung erschien im Jahr 1564 das erste deutschsprachige Gesangbuch in Westfalen.[12] Seit 1573 setzte sich das reformierte Bekenntnis durch.

Im Jahr 1849 hatte der Ort 1235 evangelische, 57 katholische und 15 jüdische Einwohner.[13] Durch die Eingemeindung der ehemals zum überwiegend katholischen Herzogtum Westfalen gehörenden Stadtteile veränderte sich die konfessionelle Zusammensetzung. Im Jahr 2005 waren 39 Prozent der Einwohner katholisch, 37 Prozent waren protestantisch. 24 Prozent gehörten einer anderen Konfession oder Religionsgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[14] Neben evangelischen und katholischen Kirchengemeinden existiert auch eine freikirchliche Gemeinde. Es gibt auch die Amgt Ayasofya Moschee von Millî Görüş.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1969 wurde das Amt Neuenrade, das bis dahin dem Landkreis Altena angehörte, aufgelöst. Dies geschah im Zuge der ersten Phase der Gebietsreform von Nordrhein-Westfalen. Dabei ging es um die kommunale Neugliederung des ländlichen Raumes unter anderem durch die Auflösung der Ämter.[15] Die früher zum Amt gehörende Gemeinde Dahle kam zur Stadt Altena. Gleichzeitig kam die früher zum Amt Balve (Landkreis Arnsberg) gehörende Gemeinde Küntrop zur Stadt Neuenrade.[16]

Die ehemals eigenständigen Gemeinden Freiheit Affeln, Altenaffeln und Blintrop (mit Ausnahme vereinzelter Blintroper Flurstücke) wurden am 1. Januar 1975 infolge der zweiten Phase der Verwaltungs- und Gebietsreform nach dem Sauerland/Paderborn-Gesetz Stadtteile von Neuenrade durch Eingliederung.[17][18]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Um das Jahr 1800 lebten nur etwa 1000 Menschen in Neuenrade. Die Einwohnerzahl stieg anfangs nur langsam an. 1900 waren es etwa 2000, in den 1930er Jahren 3000. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge aus Osteuropa auch nach Neuenrade, und 1955 wurden etwa 5000 Einwohner verzeichnet. Nach der Eingemeindung Küntrops 1969 waren es 7500 Einwohner, 1975 nach der Gemeindereform 10.600, und aktuell stagniert die Zahl bei etwa 12.000 Einwohnern.

Jahr oder Datum Einwohner
1722 614
1765 1.125
1800 1.000
1849 1.307
1885 1.635
1900 2.000
1905 2.145
1925[19] 2.676
1933[19] 2.779
1939[19] 3.076
1955 5.000
6. Juni 1961[18] 6.137
27. Mai 1970[18] 7.500
30. Juni 1974[20] 8.633
31. Dezember 1975 10.306
31. Dezember 1977 10.597
Datum Einwohner
31. Dezember 1980 11.145
31. Dezember 1982 11.169
31. Dezember 1985 11.165
31. Dezember 1987 11.245
31. Dezember 1990 11.679
31. Dezember 1992 11.872
31. Dezember 1995 12.009
31. Dezember 1997 12.310
31. Dezember 2000 12.346
31. Dezember 2001 12.377
31. Dezember 2002 12.424
31. Dezember 2003 12.514
31. Dezember 2004 12.401
31. Dezember 2005 12.379
31. Dezember 2006 12.325
31. Dezember 2007 12.209
Datum Einwohner
31. Dezember 2008 12.229
31. Dezember 2009 12.145
31. Dezember 2010 12.146
31. Dezember 2011 12.057
31. Dezember 2012 12.011

Die Zahlen bis 1905 einschließlich stammen von A. Ludorff (siehe Literaturliste). Die Zahlen von 1800, 1900 und 1955 sind Schätzungen. Ab dem Jahr 1975 beruhen die Zahlen auf der Fortschreibung des Landesamts für Datenverarbeitung und Statistik NRW.[21]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 62,4 % (+1,0 Pp.)
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,1 %
17,4 %
13,8 %
6,7 %
5,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,4 %p
+17,4 %p
-3,4 %p
-3,4 %p
-1,2 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Der aus 32 Sitzen bestehende Stadtrat wurde am 30. August 2009 bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen neu gewählt. Die CDU erreichte 18 Sitze, die SPD vier Sitze, die Grünen und die FDP jeweils zwei Sitze und die FWG erlangte sechs Sitze.[22]

Anzahl der Ratsmitglieder:[23]

Rathaus
Partei 1994 1999 2004 2009
SPD 10 7 6 4
CDU 18 20 21 18
Grüne 2 2 2
FDP 3 3 3 2
FWG 6
Sonstige 2

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2014[24] ist Anonius Wiesemann von der CDU Bürgermeister von Neuenrade. Er wird vertreten durch Renate Drangmeister und Thorsten Kahl, die beide ehrenamtlich tätig sind. Seine Vorgänger waren Klaus-Peter Sasse (1999 - 2014) und Hans Schmerbeck, der seit 8. Oktober 1964 dieses Amt innehatte. Am 3. Oktober 1999 wurde Schmerbeck zum Ehrenbürger ernannt.[25]

Ergebnisse der letzten Parlamentswahlen[Bearbeiten]

Neuenrade war bei der Bundestagswahl 2005 Teil des Wahlbezirks 151 (Märkischer Kreis II), in welchem Dagmar Freitag von der SPD mit 47,5 Prozent der Stimmen gewählt wurde. In Neuenrade erzielte sie 44,8 Prozent der Erststimmen. Der Kandidat der CDU kam auf 45 Prozent.[26]

Bei den Landtagswahlen am 7. Juni 2005 wurde Thorsten Schick von der CDU als Direktkandidat in den Landtag NRW gewählt.[27]

Partei Bundestag
(Zweitstimmen)
22. September 2002
Europaparlament
13. Juni 2004
Landtag NRW
7. Juni 2005
Bundestag
(Zweitstimmen)
18. September 2005
CDU 38,2 % 55,5 % 52,6 % 39,3 %
SPD 42,3 % 21,5 % 32,2 % 38,8 %
Grüne 5,9 % 7,7 % 4,2 % 5,5 %
FDP 9,0 % 6,5 % 5,9 % 9,0 %
REP 0,5 % 0,9 % 0,6 % 0,4 %
NPD 0,6 % 1,2 % 0,8 %
PDS/Die Linke 0,8 % 1,1 % 0,5 % 4,6 %
Sonstige 1,0 % 6,8 % 2,8 % 1,3 %
Wahlbeteiligung 82,8 % 44,3 % 65,1 % 80,9 %

Quelle: LDS NRW[28], KDVZ Citkomm[26][27]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

Von Gelb und Weiß durch einen dreireihig rot-weiß geschachten Balken geteilt; oben die wachsende rot gekleidete, gelb gekrönte Gottesmutter mit blauem Mantel, auf dem rechten Arm das Jesuskind, beide weiß nimbiert; unten ein durchgehendes schwarzes Kreuz.[29]

Beschreibung
Wappen der Stadt Neuenrade

Die Titularstadt Neuenrade bekam ihr Wappen offiziell am 25. November 1912 verliehen. Das Stadtwappen zeigte das Wappen der Grafen von der Mark – den rot-weißen Schachbrettbalken auf gelbem Grund – mit der Gottesmutter Maria über dem Balken. Dieses Wappen wurde bereits seit dem Mittelalter verwendet, wie eine Schnitzerei an der Kanzel der Stadtkirche aus dem 16. Jahrhundert (heutige ev. Kirche) zeigt. Ursprünglich befand sich das Marienbild oberhalb des Schildes, wann es in den Wappenschild übernommen wurde ist unbekannt. Nach der Vergrößerung der Stadt 1975 – die Gemeinden Affeln, Altenaffeln und Blintrop aus dem Amt Balve kamen hinzu – wurde zunächst das alte Wappen weitergeführt. 1978 begannen Bestrebungen, das Wappen zu erneuern. Im Schildfuß wurde das Kurkölnische Kreuz eingefügt, was die früher zu Kurköln gehörenden Gemeinden des ehemaligen Amtes Balve repräsentiert. Am 23. März 1979 wurde das neue Wappen genehmigt, der Entwurf stammte von Prof. Heinrich Hußmann aus Köln.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Die mit Dinxperlo in den Niederlanden seit 1978 bestehende Städtefreundschaft wurde ab dem 5. April 1984 als Städtepartnerschaft fortgesetzt. Seit dem 1. Januar 2005 ist Dinxperlo ein Ortsteil von Aalten. Der Aaltener Gemeinderat und der Neuenrader Stadtrat haben Beschlüsse über die weitere Pflege und den Ausbau der Partnerschaft gefasst.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmalgeschützte Häuser in der Altstadt
St. Marien Heimsuchung
Villa Herfeld
Stadtbrunnen

Das städtische Kulturprogramm, wozu auch Theateraufführungen im Saal des Hotels Kaisergarten gehören, findet in der Villa am Wall, den örtlichen Kirchen und in der Affelner Mehrzweckhalle statt. 2007 gründete sich zudem ein Kulturverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das städtische Kunst- und Kulturangebot zu erweitern. Hierzu gehören unter anderem durch die Landesregierung geförderte Jugendprojekte.[31]

Musik[Bearbeiten]

In Neuenrade sind zwei Musikvereine ansässig: der Musikverein Neuenrade und der Musikverein Affeln. Darüber hinaus gibt es noch die Musikschule Lennetal. Als weitere musikalische Gruppen sind das Tambourcorps Küntrop e.V., das 1921 hauptsächlich auf Initiative von Adolf Linke[32] gegründet wurde, und der evangelische Posaunenchor Neuenrade aktiv.

Es sind auch mehrere Vereine im Bereich der Chormusik tätig. In Neuenrade gibt es den MGV Liedertafel und den Evangelischen Frauenchor sowie den Katholischen Kirchenchor, in Affeln den MGV Liederkranz (Meisterchor des Chorverbandes NRW), den Frauenchor, den Kinderchor sowie mit dem Männerquartett HotB und dem Frauenchor Southland Voices zwei Barbershopensembles. In Altenaffeln besteht als gemischter Chor die Chorgemeinschaft.

Bauwerke[Bearbeiten]

Zwischen 1220 und 1324 (bzw. ca. 1600) bestand in Berentrop ein Chorherrenstift der Prämonstratenser.[33] Das Kloster wurde nach Auszug der Kanoniker in einen Gutsbetrieb umgewandelt und befindet sich heute im Privatbesitz. Am Wegesrand besichtigen kann man den Privatfriedhof der Familie Schniewindt, der ehemaligen Gutsbesitzer von Berentrop.[34]

Die katholische Pfarrkirche St. Marien Heimsuchung entstand im Jahr 1360; damals wurde von Graf Engelbert III. die Kapelle „Unserer lieben Frau“ gestiftet. Sechs Jahre später wurden die Gebetsstätte zur Pfarrkirche mit Taufstein erhoben und ein Friedhof angelegt. Im Jahr 2001 erfolgte die Einweihung eines Glockenspiels am Kirchturm.[35]

In der evangelischen Kirche in Neuenrade befindet sich eine mit vielen Holzschnitzereien verzierte Kanzel. Das Gebäude ist als Baudenkmal eingestuft.[36]

Im Ortsteil Affeln wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts aus Bruchsteinmauerwerk die dreijochige katholische Pfarrkirche St. Lambertus als Hallenkirche (spätromanisch) erbaut. Sie beherbergt einen flandrischen Klappaltar etwa aus der Zeit von 1500 bis 1530.[37] Das Gebäude wurde am 23. April 1985 unter Denkmalschutz gestellt.[38]

Die Villa am Wall (ehemals Villa Herfeld), liegt im Zentrum der Stadt Neuenrade und ist umgeben von einem parkähnlichen Garten. Das Gebäude wurde im Jahr 1903 im Jugendstil erbaut und von Friedrich und Ida Herfeld bewohnt. Bis zum Jahr 1933 betrieb die Familie Herfeld ein Unternehmen, das sich hauptsächlich mit der Herstellung und dem Handel von Blasinstrumenten sowie Akkordeons befasste. Ab 1933 wurde die Produktion auf Fahrräder der Marke Vaterland umgestellt. In der Villa Herfeld lebte ab 1967 Friedrich Walter Herfeld (1933–1987) mit seiner Familie. Im Jahr 2000 übernahm die Stadt Neuenrade die am 31. Mai 2000[38] unter Denkmalschutz gestellte Villa.

Die Städtische Gemeinschaftsgrundschule Neuenrade – Burgschule liegt im Zentrum der Stadt zwischen der evangelischen Kirche, dem Stadtpark Am Wall und dem Rathaus. Ihren Beinamen Burgschule hat sie von einer befestigten Anlage („Auf der alten Borg“), die sich auf einem inselartigen Platz befand, der von einem großen Burggraben umgeben war. Die ehemalige Wasserburg-Anlage bestand bereits vor der Stadtgründung 1355. Das Schulgebäude selbst besteht aus einem Altbau aus dem Jahr 1912 und mehreren neueren Anbauten.[39]

Ein in der Neuenrader Altstadt 1990 errichteter Stadtbrunnen zeigt auf acht Tafeln wichtige Ereignisse der Stadtgeschichte. Auf dem Brunnen ist als Figur Graf Engelbert III. von der Mark dargestellt, der Verleiher der Stadtrechte (1355).[40]

Als Aussichtsturm dient der Quitmannsturm auf dem Kohlberg. Er ist 14 Meter hoch, wurde 1893 als Holzkonstruktion errichtet und 1986 in Stahlkonstruktion erneuert.

Natur und Parks und Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Gerichtslinde Auf dem Wall

Der Roden-Hennes-Weg ist ein Rundwanderweg um die Stadt. Er hat eine Länge von 10,5 Kilometern. Start- und Zielpunkt ist ein Parkplatz in Wilhelmshöhe im Westen der Stadt. Neben dem Stadtkern werden auch die Ortsteile Küntrop, Blintrop, Altenaffeln und Affeln umrundet. Benannt ist der Weg nach dem ältesten Neuenrader Bürgermeister Johann Roynleysche. Betreut und gepflegt wird der Weg von der Neuenrader Abteilung des Sauerländischen Gebirgsvereins.[41]

Zwischen dem Waldstadion und Borke wurde 1979 ein Waldlehrpfad mit einer Länge von 4,3 Kilometern angelegt. Ziel ist die Vermittlung von Informationen über die heimische Flora und Fauna. Erklärt werden Pflanzen- und Baumarten, Vogelarten oder Pilze.[42]

Im Stadtpark von Neuenrade befindet sich einer 200Meter langer Geschichtspfad, der der Stadt im September 2006 anlässlich des 650. Geburtstags der Stadt von einer politischen Partei gestiftet wurde. Er besteht aus 42 Bronzetafeln, die seitlich eines Weges rund um den Park verlegt wurden. Auf den Platten sind wichtige Daten der deutschen Geschichte und der Weltgeschichte vermerkt. Ergänzt wurde er durch Daten der Stadtgeschichte, beispielsweise die ersturkundlichen Erwähnungen der Dörfer und der Stadt.[43]

Ebenfalls im Stadtpark „Auf dem Wall“ befindet sich eine etwa 900 Jahre alte, als Naturdenkmal unter Schutz stehende Gerichtslinde. An dieser Stelle wurden im Spätmittelalter Gerichtsverhandlungen abgehalten und Urteile gefällt. Die Gerichtsbarkeit erhielt Neuenrade mit der Verleihung der Stadtrechte 1355.

Bodendenkmäler[Bearbeiten]

Nahe dem Gut Berentrop wurde 1965 ein Rennofen entdeckt. Der aus Ton und Lehm bestehende Ofen, der aus dem 13. Jahrhundert stammt, ist gut erhalten und dokumentiert die früheste Form der Eisenverhüttung. Der Herddurchmesser beträgt 50 Zentimeter bei einer Schachthöhe von 80 Zentimetern. Experten schätzen die ursprüngliche Schachthöhe jedoch noch größer ein. 1983 wurde zum Erhalt des Rennofens eine Schutzhütte gebaut. In der Bodendenkmalliste erfolgte eine Eintragung des technischen Denkmals am 26. April 1985.[44][45]

In der Homert wurden zwei kleinere Hügel entdeckt, bei denen es sich möglicherweise um Grabhügel handelt.[46]

Auf Neuenrader Stadtgebiet befinden sich entweder ganz oder teilweise die als Bodendenkmal geschützten Landwehren Lanferschlade, Auf dem Kohlberg und Gersberg, im Ortsteil Blintrop eine Landwehr zwischen Kuschert und Vierknie. Die Landwehren schützten die Grenze der Grafschaft Mark.[46][38]

Im Jahr 1998 wurden die ehemalige Burg und der Drostensitz von Gert von Plettenberg archäologisch untersucht. Der Komplex war Ausgangspunkt der Stadtgründung. Dabei wurden ein Teil der Anlage und ein Abschnitt der Stadtmauer freigelegt. Untersucht wurde unter anderem ein teichartiger Stadtgraben. Die dort ausgehobene Erde wurde zur Aufschüttung eines Walles verwandt. Neben einer Berme gehörte zur Anlage als Kern ein Wohnturm mit einer Mauerstärke von 1,7 Metern. Der Durchmesser betrug 9,2 mal 8,6 Meter. Gefunden wurden auch Reste eines Nebengebäudes aus dem 15./16. Jahrhundert.[47]

Im Ort Gevern nahe Küntrop sind noch Reste einer Wasserburg ungefähr aus dem Jahr 1352/53 im Gelände zu erkennen. Die Überreste der Wasserburg wurden 1986 in die Denkmalliste eingetragen. Der Burgplatz war quadratisch mit abgerundeten Ecken. Er hatte einen Durchmesser von 30 bis 32 Metern. Hinzu kam ein Wassergraben. Die Burg wurde von den Grafen von Arnsberg als Schutz vor der Grafschaft Mark errichtet. Die Anlage wurde schon 1353 von Gert von Plettenberg auf Befehl von Graf Engelbert II. zerstört.[34][48]

Sport[Bearbeiten]

Neuenrade verfügt mit dem Kohlberg über ein Wintersportgebiet. Weiterhin befinden sich in Neuenrade drei Sporthallen, ein Stadion mit dem Namen „Waldstadion“, ein Freibad und ein Hallenbad. Das Waldstadion hat einen Kunstrasenplatz und Anlagen für die Leichtathletik, auf dem Gelände befinden sich auch fünf Tennisplätze.[49] Das Freibad befindet sich im Friedrichstal im Osten von Neuenrade und ist ein Warmwasserfreibad. Ausgestattet ist es mit acht Wettkampfbahnen und einem Drei-Meter-Sprungturm, daher wird es von der Schwimmabteilung des TuS Neuenrade und der DLRG als Wettkampfstätte genutzt. Die vorerst letzte Sanierung fand im Jahr 2002 statt.[50] Das Hallenbad, das außerhalb der Freibadsaison geöffnet ist, befindet sich in Niederheide und besitzt eine Beckengröße von 16 1/3 mal 8 Metern. Die Schwimmabteilungen von TuS Neuenrade und der DLRG benutzen es als Trainingsstätte.[51]

Ein wichtiger Sportverein ist der TuS Neuenrade. Er umfasst viele sportliche Disziplinen, unter anderem Handball, Badminton, Tischtennis, Fußball, Radsport, Skifahren, Schwimmen, Tennis und Turnen. Der Verein wurde 1862 mit einer Turnabteilung gegründet. Im Jahr 1905 folgte die Gründung eines Fußballvereins. Beide Vereine fusionierten schließlich. Die Gründungsjahre sind heute im Wappen des Vereins verewigt. Die Fußballer des TuS spielten zeitweilig eine gute Rolle im westfälischen Amateurfußball und gehörten von 1971 bis 1978 der Verbandsliga, der damals höchsten Spielklasse im deutschen Amateurfußball an.

Auch in den einzelnen Stadtteile sind Sportvereine aktiv: der SSV Küntrop, der SV Affeln 28 und der SC Altenaffeln.

Der SSV Küntrop wurde am 22. Mai 1965 im Gasthof Haus Helleckes gegründet. Allerdings war der SSV nicht der erste Sportverein des Ortes. Bereits am 13. Oktober 1902 gründete sich der Küntroper Turnverein, der 1912 mit der Ausrichtung eines Bezirksturnfestes mit 500 Mitgliedern einen ersten Höhepunkt feierte. Ursprünglich war auch der Tambourscorps Teil des Turnvereins; seine Loslösung erfolgte Mitte der 1930er Jahre. Die Krise des Vereins begann 1935. Im Zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben zum Erliegen, eine Wiederaufnahme der Aktivitäten nach 1945 scheiterte. Nach der Gründung des SSV Küntrop 1965 erfolgten erste Aktivitäten in der Sportart Fußball. 1970 kam die Frauengymnastik hinzu, später folgte Gymnastik für Männer. Diese beiden Abteilungen sind auch heute noch aktiv.[52]

Am 20. April 1986 wurde der SC Altenaffeln gegründet. Die 14 Gründer waren alle Freizeit-Fußballer, der Verein wurde aber gleich als allgemeiner Sport-Club (daher das SC) gegründet. Mit Gründung der Ski-Abteilung am 13. März 1987 formierte sich aus den bisherigen Mitgliedern auch eine Fußballabteilung. Ein Jahr später am 12. Januar 1988 folgte die Gymnastikabteilung. Im Jahr 2008 zählt der Verein über 250 Mitglieder.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jährlich findet um den 17. März herum das Gertrüdchen, ein Pferde-, Kram- und Jahrmarkt, statt. Die Tradition des Festes reicht bis in das Jahr 1355 zurück, als Graf Engelbert III. mit der Vergabe der Stadtrechte Neuenrade auch das Recht zugestand, drei Jahrmärkte pro Jahr auszurichten.[53] In Küntrop ist das regelmäßige Familien- und Drachenfest zu Hause.[54]

Im Schützenwesen besteht eine lange Tradition. In Neuenrade, Küntrop, Blintrop und Affeln finden alljährlich Schützenfeste statt.

Likörspezialität[Bearbeiten]

Der Buba-Bitter, ist ein nach einem geheim gehaltenen Rezept hergestellter Kräuterlikör, der nur zum Gertrudenmarkt (Gertrüdchen) ausgeschenkt wird. Die Geschichte dieses Kräuterlikörs beginnt im 18. Jahrhundert, als er erstmals durch Franz Vigelius gebrannt wurde. Der alljährliche Schnapsausschank in der Gertrudenapotheke geht auf eine Schankkonzession aus dem Jahre 1835 zurück. Den Namen Buba-Bitter erhielt der Likör durch die Apotheker-Familie Buntenbach.[55]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten]

Im gewerblichen Bereich dominieren kleinere und mittlere Unternehmen. Es existieren Firmen zur Herstellung von Gießereiwaren, von Elektrogeräten, Betriebe der Draht- und Schraubenherstellung sowie zur Verarbeitung von Leichtmetall und Kunststoff. Von den 3.541 Menschen, die im Jahr 2002 sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, arbeiteten 2.170 im verarbeitenden Gewerbe. Im Handel waren 369 und im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen 257 Personen tätig. Nicht berücksichtigt sind dabei die Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung.[14]

Verkehr[Bearbeiten]

Die nächsten Autobahnanschlüsse sind Lüdenscheid an der A 45 und Iserlohn an der A 46. Durch das Gebiet der Stadt verläuft die Bundesstraße 229.

In Neuenrade endet die Eisenbahnstrecke Menden–Neuenrade[56], auf der die Hönnetal-Bahn aus Richtung Unna über Fröndenberg/Ruhr, Menden (Sauerland) und Balve verkehrt. Im Stadtgebiet befinden sich der Haltepunkt „Küntrop“ und der Endhaltepunkt „Neuenrade“. Der Bahnhof Neuenrade wurde am 27. März 2003 unter Denkmalschutz gestellt.[38]

Der Busverkehr wird heute überwiegend durch die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Busverkehr Ruhr-Sieg (BRS) sowie den Bürgerbus Neuenrade sichergestellt.

Der Flugplatz Werdohl-Küntrop (ICAO-Code EDKW), der vom Luftsportverein Sauerland betrieben wird, liegt an der östlichen Stadtgrenze im Ortsteil Küntrop in Nachbarschaft zur Stadt Balve. Zu den Aktivitäten gehören unter anderem Segelflug, Motorflug und Modellflug.[57]

Medien[Bearbeiten]

Der Märkische Zeitungsverlag ist Besitzer des Süderländer Volksfreundes, der bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts in Neuenrade erscheint.[58] Online sind die Lokalmeldungen auf der Plattform von come-on.de abrufbar. Radio MK ist in Neuenrade terrestrisch unter 97,2 MHz und über Kabel unter 99,25 MHz zu empfangen.[59]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Rathaus befindet sich zentral im Kernort Neuenrade an den Straßen Alte Burg, Am Wall und Hinterm Wall. Die meisten und wichtigsten öffentlichen Einrichtungen sind in der Straße Niederheide angesiedelt: Die Stadtbücherei, die Aula der städtischen Gemeinschaftshauptschule, das Jugendzentrum, das Hallenbad und ein Sportplatz. Zwei weitere wichtige öffentliche Einrichtungen im Bereich Sport sind das Freibad in Friedrichstal und das Waldstadion.

Bildung[Bearbeiten]

In Neuenrade gibt es neben den zwei Grundschulen mit der Gemeinschaftsschule eine weiterführende Schule. Die Schule auf der Niederheide startete im Schuljahr 2011/2012 und übernahm die Räume der alten Hauptschule. Die Rektorin ist Astrid Tillmann (http://www.gemeinschaftsschule-neuenrade.de/). Die Hauptschule läuft in den nächsten Schuljahren aus. Sie wurde 1969 „Auf der Niederheide“ erbaut, nachdem die Volksschule, die sich in den Räumen der Burggrundschule befand, aufgelöst worden war.

Außerdem ist in Neuenrade die Freie Waldorf-Dorfschule ansässig. Die Schulgebäude befinden sich seit Juli 2002 am Remmelshagen; gegründet wurde sie 1997 in Werdohl. Die freie Schule auf der Grundlage der Waldorfpädagogik wird durch die Schulaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg beaufsichtigt. Seit Schuljahr 2006/2007 wird die Freie Waldorf- Dorfschule Neuenrade auch als Offene Ganztagsgrundschule geführt.[60]

Öffentliche Sicherheit[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Neuenrade, die in zwei Löschzügen aufgeteilt ist, sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe in der Stadt. Zum Fuhrpark zählen 14 Einsatzfahrzeuge und ein Fahrzeug der Jugendfeuerwehr, die von ca. 125 aktiven Mitgliedern (inkl. Jugendfeuerwehr) genutzt werden. Der Löschzug I stellt den Brandschutz in der Kernstadt sicher. Der Löschzug II setzt sich aus der Löschgruppe Küntrop und der Löschgruppe Affeln zusammen. Eine kleine Besonderheit sind die „First-Responder“, die bei bestimmten Rettungsdienst- und Notfalleinsätzen ausrücken und qualifizierte Erste Hilfe leisten, bis der Rettungsdienst eintrifft.[61]

Der Bereich Rettungsdienst wird in Neuenrade durch die Städte Werdohl und Balve abgedeckt, da Neuenrade keine eigene Rettungswache hat. In Werdohl und Balve gibt es jeweils eine Rettungswache des Rettungsdienstes des Märkischen Kreises, von denen aus Rettungswagen und Notarzt im Fall der Fälle nach Neuenrade ausrücken. Ein Krankenhaus gibt es ebenfalls nicht, das nächste liegt jedoch im benachbarten Werdohl.

Eine Polizeidienststelle ist in Neuenrade auch zu finden. Diese ist zwar nicht rund um die Uhr, aber tagsüber mit einem Beamten besetzt. Das Stadtgebiet Neuenrade ist der Polizeiwache Werdohl zugeordnet. Da es sich bei dem Neuenrader Stadtgebiet um einen eigenen Bezirk handelt, ist die Polizei im Rathaus mit einem Beamten und einem Dienstfahrzeug vertreten. Hierdurch soll nicht zuletzt Polizeipräsenz, Prävention von Kriminalität und Bürgernähe erreicht werden.[62]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger und Ehrenringträger[Bearbeiten]

  • Klaus Klinke (* 24. August 1918) wurde 1976 von der Stadt der goldene Ehrenring verliehen. 1981 erhielt Klinke für politische, berufliche und gesellschaftliche Leistungen das Bundesverdienstkreuz.[63]
  • Josef Wegener (* 1922, † 16. Dezember 2007), Träger des Bundesverdienstkreuzes, wurde 1989 für seine Arbeit in der Kommunalpolitik und sein ehrenamtliches Engagement mit dem Ehrenring ausgezeichnet.[64]
  • Hans Schmerbeck (* 10. September 1926, † 12. Juni 2005), ehemaliger Bürgermeister der Stadt, wurde am 3. Oktober 1999 für seine Verdienste um die Stadt zum ersten Ehrenbürger der Stadt ernannt.[25] Hans Schmerbeck war seit 1983 Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und seit 1991 Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse.[65]
  • Arnold Menshen (* 6. August 1928, † 23. Dezember 2012), Unternehmer, wurde am 3. Oktober 2005 der Ehrenring der Stadt Neuenrade für seine Verdienste um die Stadt verliehen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Hermann Wilken, Humanist und Mathematiker, auch unter dem Pseudonym Augustin Lercheimer bekannt, wurde 1522 in Neuenrade geboren. Nachdem er in Frankfurt (Oder) und in Wittenberg studiert (unter anderem bei Philipp Melanchthon) und eine längere Lehrtätigkeit absolviert hatte, kehrte er 1564 kurzzeitig in seine Heimatstadt zurück. Dort wurde er als Nichttheologe vom Rat der Stadt Neuenrade, sein Bruder war dort Bürgermeister, mit der Abfassung einer evangelischen Kirchenordnung beauftragt. Wilken starb 1603 in Heidelberg.
  • Wunibald Maria Brachthäuser (1910–1999) wurde im Neuenrader Ortsteil Küntrop geboren. Er war Domprediger in Köln wo er sich 1948 bei der 700-Jahr-Feier des Kölner Doms internationales Ansehen erwarb. Bekannt wurde er auch als langjähriger Beichtvater von Joseph Kardinal Höffner.
  • Franz Tillmann (* 23. Dezember 1905 in Niedernhöfen; † 16. August 1979 in Düsseldorf), deutscher Beamter, zuletzt Staatssekretär und Leiter der Staatskanzlei von Nordrhein-Westfalen sowie Industrievertreter.
  • Klaus Pfeffer (* 1963), Generalvikar des Bischofs von Essen und Moderator der Bischöflichen Kurie sowie Päpstlicher Ehrenkaplan mit dem Titel Monsignore.
  • Marc Nölke (* 13. April 1973), ehemaliger deutscher Skispringer und heutiger Skisprungtrainer, Referent, Coach und Experte für Skisprungsport.

Persönlichkeiten, die vor Ort wirken oder gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Karl Junker (* 21. April 1905 in Meiningsen, Kr. Soest/Westf; † 13. Januar 1995) war ein deutscher Komponist im Problemschach und Schriftsteller im Schach; er war Leiter der Volksschule sowie der Volkshochschule Neuenrade.
  • Erich Reusch (* 26. Juni 1925 in Wittenberg) ist ein deutscher Bildhauer und freier Architekt. Er lebt und arbeitet in Neuenrade.

Literatur[Bearbeiten]

  • Doris Bakker, Simone Gieshoff: Wie der rote Hannes zu seinem Namen kam. Sage aus der Zeit der Stadtgründung. Selbstverlag S. Gieshoff, Neuenrade.
  • Winfried Groke: Der Bildband zum 650-jährigen Jubiläum der Stadt Neuenrade. Neuenrade 2006.
  • Carl Haase: Die Entstehung der westfälischen Städte. 4. Auflage. Münster 1984.
  • A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Altena, unveränderter Nachdruck der Erstauflage 1911, Warburg 1994.
  • Dieter Stievermann: Geschichte der Stadt Neuenrade vom 17. bis ins 19. Jahrhundert, verbunden mit einem Häuserbuch. Altena 1973.
  •  Dieter Stievermann, Stadt Neuenrade (Hrsg.): Neuenrade: die Geschichte einer sauerländischen Stadt von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zimmermann, Balve 1990, ISBN 978-3-89053-035-2 (390 Seiten, 160 Abbildungen).
  •  Günter Gierke: Neuenrade, Beiträge zur Heimat- und Landeskunde (Märkischer Kreis). Zimmermann, Balve 1992, ISBN 978-3-89053-044-4 (168 Seiten, 94 Seiten mit Abbildungen).
  • Walter Schlick: Neuenrade, Gemälde und Zeichnungen. Meinerzhagen 1987.
  • Walter Schlick: 200 Jahre Neuenrader Kirche. Neuenrade 1987.
  • Karl Junker: Heimatbuch der Stadt Neuenrade 1355–1955. Altena 1955.
  •  Heinz Stoob (Hrsg.): Stadtmappe Neuenrade. In: Westfälischer Städteatlas, Veröffentlichung der Historischen Kommission für Westfalen, Geschichtsort Stadt. Größchen Städteatlas, 1988, ISBN 978-3-89115-337-6 (8 Seiten, 5 Abbildungen, 5 Karten).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuenrade – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. a b c Topografische Karte 1:25.000 und Deutsche Grundkarte 1:5000
  3. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Neuenrade, Datenstand: 31. Dezember 2007 (PDF-Datei; 214 kB)
  4. Neuenrader Ortsteile
  5. Heiko K. L. Schulze: Klöster und Stifte in Westfalen. Geschichte, Baugeschichte und -beschreibung. Eine Dokumentation. In: Géza Jászai (Hrsg.): Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800–1800. Münster, 1982, S. 314
  6. Carl Haase: Die Entstehung der westfälischen Städte. S. 148
  7. a b c A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Altena. S. 69f
  8. Carl Haase: Die Entstehung der westfälischen Städte. S. 280
  9. Stadt Neuenrade: Stadtgeschichte
  10. Neuenrader Stadtbilder, aufgerufen am 7. Dezember 2008
  11. Kurze Unternehmensgeschichte der Heinrich Suhr Musikinstrumentenfabrik, S. 58/59 (PDF 3MB)
  12. Westfälische Geschichte: Erstes deutschsprachiges Gesangbuch in Westfalen
  13. Geschichte der kath. Kirchengemeinde Neuenrade
  14. a b Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster 2005, S. 177, 179
  15. Wolfgang Gärtner: Der Landtag NRW und die kommunale Neugliederung in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. In: Der Kraftakt. Kommunale Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen (Schriften des Landtages Nordrhein-Westfalen, Bd. 16). Düsseldorf 2005, S. 23f.
  16.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 76.
  17. § 7 Sauerland/Paderborn-Gesetz
  18. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 330.
  19. a b c Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871 bis 1990 (Dr. Michael Rademacher): Geschichte des Landkreises Altena, 10. Stadt Neuenrade
  20.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 135.
  21. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW
  22. Sitzverteilung im Rat (Neuenrade)
  23. Die Landeswahlleiterin Nordrhein-Westfalen im Innenministerium des Landes: Kommunalwahlen
  24. Antonius Wiesemann: Biografie
  25. a b Neuenrade.active-city.net: Bürgermeister bis 30. September 1999
  26. a b Bundestagswahl 2005
  27. a b Landtagswahl NRW 2005 – Stadt Neuenrade
  28. Ergebnisse der Europawahl 2004
  29. Hauptsatzung der Stadt
  30. neuenrade.de > Rat und Verwaltung: Städtepartnerschaften
  31. Neuenrader Kulturnetzwerk
  32. Zeitungsartikel: Im Blick auf das große Jubiläum, 1971
  33. Ehemalige Prämonstratenserklöster in Deutschland, abgerufen am 18. November 2008
  34. a b Verein für Karstkunde und Montangeschichte in Nordrhein-Westfalen: Beachtenswertes am Wegesrand, Oktober 2000
  35. Aus der Geschichte (Stadt und Gemeinde), abgerufen am 19. November 2008
  36. Neuenrade: Evangelischer Kirchenkreis, aufgerufen am 20. November 2008
  37. Kulturatlas Westfalen: Katholische Pfarrkirche St. Lambertus
  38. a b c d Stadt Neuenrade: Denkmalliste
  39. Die Geschichte der Burgschule, abgerufen am 18. November 2008/
  40. Neuenrade.active-city.net: Stadtbrunnen
  41. Neuenrader Rundwanderweg: Roden-Hennes-Weg, abgerufen am 26. November 2008
  42. Sehenswürdigkeiten, abgerufen am 26. November 2008
  43. CDU Neuenrade: Schön und lehrreich, 28. September 2006
  44. Technische Denkmäler im Märkischen Kreis: Der Rennofen in Neuenrade (Gut Berentrop), abgerufen am 18. November 2008
  45. Märkische Industriekultur: Denkmal – Rennofen Gut Berentrop
  46. a b Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe, Jahrgang 5, 1987, Nr. 139f
  47. Neujahrsgruß 1999, Jahresbericht für 1998, Westfälisches Museum für Archäologie, Amt für Bodendenkmalpflege Münster und Altertumskommission für Westfalen
  48. Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe, Jahrgang 6, Teil A, 1986 Nr. 111
  49. Waldstadion, abgerufen am 3. Dezember 2008
  50. Freibad, abgerufen am 3. Dezember 2008
  51. Hallenbad, abgerufen am 3. Dezember 2008
  52. Geschichte des Küntroper Turnvereins von 1902
  53. Neuenrader Getrüdchen
  54. Der Westen: Drachenfest in Neuenrade-Küntrop vom 5. September 2008
  55. Gertrudenapotheke: Traditioneller Kräuterlikör
  56. Streckenarchiv 2853 – Menden–Neuenrade
  57. lsv-sauerland.de: Luftsportverein Sauerland, Neuenrade
  58. Internetseite von come-on.de, abgerufen am 24. November 2008
  59. Frequenzen von Radio MK, abgerufen am 22. Februar 2010
  60. Die Freie Waldorf-Dorfschule Neuenrade im Überblick, 26. November 2006
  61. www.feuerwehr-neuenrade.de
  62. Polizeidienststelle Neuenrade
  63. CDU Neuenrade: Klaus Klinke feiert seinen 90. Geburtstag
  64. Der Westen: Josef Wegener widmete sein Leben der Gemeinschaft
  65. CDU Neuenrade: Erster Ehrenbürger Neuenrades
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