Halver

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Nordrhein-Westfalen. Zum deutschen Schauspieler und Synchronsprecher siehe Konrad Halver.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Halver
Halver
Deutschlandkarte, Position der Stadt Halver hervorgehoben
51.1866666666677.4988888888889410Koordinaten: 51° 11′ N, 7° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 77,24 km²
Einwohner: 16.300 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 211 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58553
Vorwahl: 02353
Kfz-Kennzeichen: MK
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 012
Adresse der
Stadtverwaltung:
Thomasstraße 18
58553 Halver
Webpräsenz: www.halver.de
Bürgermeister: Dr. Bernd Eicker (CDU)
Lage der Stadt Halver im Märkischen Kreis
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hochsauerlandkreis Kreis Olpe Kreis Soest Kreis Unna Oberbergischer Kreis Altena Balve Halver Hemer Herscheid Iserlohn Kierspe Lüdenscheid Meinerzhagen Menden (Sauerland) Nachrodt-Wiblingwerde Neuenrade Plettenberg Schalksmühle WerdohlKarte
Über dieses Bild
Stadtansicht von Halver

Halver [ˈhɑlfæ] ist eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Als kreisangehörige Stadt gehört sie zum Märkischen Kreis und liegt im westlichen Sauerland an der Grenze zum Bergischen Land.

Geografie[Bearbeiten]

Karte von Halver

Geografische Lage[Bearbeiten]

Halver liegt im westlichen märkischen Sauerland an der Grenze zwischen dem Rheinland und Westfalen, etwa 10 Kilometer westlich von Lüdenscheid. Der Hauptort befindet sich auf einer Bergkuppe mit einer Höhenlage von 374 m ü. NN (Bolsenbachtal) bis 420 m ü. NN (südliches Stadtgebiet). Der tiefste Punkt im gesamten Stadtgebiet liegt mit 275 m ü. NN bei Oberbrügge, der höchste mit 433 m ü. NN bei Hagebücherhöh.

Im Norden der Stadt entspringt die Glör, Hauptzufluss der Glörtalsperre. Nördlich des Hauptortes der Löhbach, südlich des Hauptortes der Bolsenbach, beides Nebenflüsse der Ennepe. Die Ennepe selbst entspringt etwa 2,5 Kilometer südöstlich der Stadt an der Westflanke des Störllenbergs (410,2 m), fließt in nordwestliche Richtung gen Ruhr und wird etwa 5,5 Kilometer vom Zentrum Halvers auf dem Stadtgebiet von Breckerfeld zur Ennepetalsperre aufgestaut.

Im Nordosten der Stadt entspringen die nach Osten abfließende Hälver, ein Nebenfluss der Volme, und im Südwesten die Neye, die Hönnige und die Bever, allesamt Nebenflüsse der Wupper. Durch das Stadtgebiet Halvers verläuft somit die Wasserscheide zwischen den Flusssystemen der Ruhr und der Wupper.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet dehnt sich über 12,7 Kilometer in Nord-Süd-Richtung von der Glörtalsperre im Norden bis zur Kerspetalsperre im Süden aus. In West-Ost-Richtung erstreckt es sich über 11,5  Kilometer von Schwenke im Westen bis Oberbrügge im Osten. Dabei umfasst das Stadtgebiet 77,37 Quadratkilometer, von denen 26,83 Quadratkilometer von Wald bestanden sind und 39,55 Quadratkilometer landwirtschaftlich genutzt werden. Gebäude-, Betriebs- und Freiflächen nehmen zusammen 5,61 Quadratkilometer und Verkehrsflächen 3,45 Quadratkilometer ein.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Breckerfeld Breckerfeld Schalksmühle
Radevormwald Windrose Lüdenscheid
Wipperfürth Wipperfürth Kierspe

Halver grenzt im Norden an Breckerfeld im benachbarten Ennepe-Ruhr-Kreis und Schalksmühle, im Osten an Lüdenscheid, im Südosten an Kierspe. Diese gehören wie Halver zum Märkischen Kreis. Im Südwesten von Halver liegt Wipperfürth und im Westen Radevormwald, die zum Oberbergischen Kreis gehören.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben der Kernstadt hat Halver noch folgende Ortsteile und Ortslagen:

Blick auf die Halveraner Ortschaft Burg. Auf den Feldern davor befinden sich die vier Ennepequellen

Ahe | Altemühle | Anschlag | Auf dem Heede | Auf dem Wiebusch | Auf den Eicken | Auf den Kuhlen | Auf der Bever | Auf der Brake | Auf der Mark | Bärendahl | Beisen | Beiserohl | Becke | Berge | Bergfeld | Berken | Birkenbaum | Bochen | Bocherplatz | Bommert | Borkshof | Brenscheid | Brocksiepen | Bruch | Brüninghausen | Büchen | Büchenbaum | Büchermühle | Burbach | Burg | Buschhauser Hammer | Carthausen | Collenberg | Clev | Dahlhausen | Dicksiepen | Diekerhof | Dommelnheide | Dornbach | Dörnen | Edelkirchen | Ehberg | Ehringhausen | Eichhofermühle | Eichholz | Eickerhöhe | Eickerschmitte | Engstfeld | Eschen | Eversberge | Gehärte | Gesenberg | Giersiepen | Glörfeld | Grafweg | Grund | Grünenbaum | Grünewald | Hagebüchen | Hagebücherhöh | Hagedorn | Hakenberg | Halloh | Halverscheid | Handweiser | Hartmecke | Heerenfelde | Heesfeld | Heesfelder Hammer | Heesfelder Mühle | Hefendehl | Heinken-Hedfeld | Herweger Schleifkotten | Hesseln | Hinterhedfeld | Hohenplanken | Hohl | Holte | Howarde | Hulvershorn | Husen | Im Heede | Im Sumpf | Im Wiebusch | In den Eicken | In der Hälver | Kamscheid | Kirchlöh | Kotten | Krause Buche | Kreimendahl | Kreisch | Kreuzweg | Kückelhausen | Landwehr | Lausberge | Lingen | Lingensiepen | Löhbach | Löhrmühle | Lömmelscheid | Magdheide | Mesenhohl | Mittelcarthausen | Mittelherweg | Niederbolsenbach | Niederbommert | Niederbuschhausen | Niederennepe | Niederhedfeld | Niederhövel | Niederhürxtal | Niederlangenscheid | Niedervahlefeld | Neuenhaus | Neuenherweg | Neuenvahlefeld | Nonnenennepe | Nordeler Schleifkotten | Nordeln | Oberbolsenbach | Oberbommert | Oberbrügge | Oberbuschhausen | Obercarthausen | Oberherweg | Oberhövel | Oberhürxtal | Oberlangenscheid | Obervahlefeld | Oeckinghausen | Oege | Oesterberg | Osenberg | Ostendorf | Othmaringhausen | Pottheinrich | Rothenbruch | Schanzmannsmühle | Schlachtenrade | Schlade | Schlechtenbach | Schlemme | Schmalenbach | Schmidthausen | Schmidtsiepen | Schneehohl | Schöneberge | Schröders Herweg | Schüreichhofen | Schulten Hedfeld | Schwenke | Siepen | Solberg | Sondern | Steinbach | Stenkenberg | Sticht | Stichterweide | Stieneichhofen | Stöcken | Streitstück | Sundern | Vahlefelderheide | Vömmelbach | Vormbaum | Vorst | Voswinkel | Walde | Wegerhof | Weißenpferd | Wiebusch-Hedfeld | Wiene | Wilhelmshöh | Winkhof | Wöste

Geschichte[Bearbeiten]

Aussichtsturm Karlshöhe
Halver Marktstraße
Das Ortszentrum Halvers (Frankfurter Straße)
Gerichtsbrunnen von Werner Klenk

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Erste Spuren von Menschen im Gebiet von Halver stammen aus der Mittelsteinzeit. Größte Fundstelle ist die Station Pottheinrich bei Berge, von der 3600 Artefakte stammen. Hier gibt es drei Fundkomplexe mit 700, 1400 und 1500 Steinsachen. Eine weitere Station ist Normecke mit zirka 500 Fundstücken. Außerdem sind aus dieser Zeit der Lagerplatz Hundsberg mit 270 gefundenen Artefakten, zwölf Rastplätze (5 bis 50 Artefakte) und 25 Streufunde (ein bis fünf Artefakte) bekannt.[3]

Mehrere jungsteinzeitliche Gegenstände wurden beim Haus Heide/Hürxtal (Speerspitze, Flintschaber, Steinbeil, Schneidenstück eines Steinbeiles, Arbeitsaxt) in Gesenberg (Steinbeil, Arbeitsaxt) gefunden. Bergfeld, Altemühle, Schlechtenbach, Linger Weg, Vahlefeld und Brünninghausen sind Einzelfundstellen von Werkzeugen aus der Jungsteinzeit.[4]

Fundstücke aus der Bronze- und Eisenzeit sind für Halver nicht bekannt.

Mittelalterliches Dorf[Bearbeiten]

Der am Kreuzungspunkt zweier alter Heerwege gelegene Oberhof Halvara wurde um 950 erstmals urkundlich im Propsteiregister des Klosters Werden erwähnt. Somit gehört Halver zu den ältesten Ortschaften des märkischen Sauerlands. Nach Urkunden aus dem 10. Jahrhundert entstand der Name des Dorfes sehr wahrscheinlich von dem in der Nähe entspringenden Bach Hälver. Kirchenrechtlich gehörte Halver im frühen Mittelalter zur Pfarrei in Lüdenscheid. Für eine wachsende Bedeutung des Ortes spricht, dass Halver ab 1127 eine eigene Pfarrgemeinde bildete.

Mindestens seit 1243 existierte ein Femegericht in Halvere, das am bekanntesten wurde durch die Verhandlung zwischen Heinrich XVI. dem Reichen von Bayern-Landshut und dem Ritter von Toerring, die am 2. Mai 1430 stattfand. 1753 wurde das Femegericht aufgelöst. Im 18. Jahrhundert war nächste Gerichtsinstanz das hohe Gericht in Lüdenscheid. Auch wenn in der Zeit vor 1900 der Ort keine Stadtrechte besaß, so deutet der Hinweis auf die Existenz eines Gerichtes auf stadtähnliche Funktionen hin.

Die Reformation fand 1550 im Ort Eingang. In den Jahren 1635/36 suchte die Pest Halver heim und forderte 1100 Todesopfer.

Der Ort profitierte von seiner verkehrsgeografisch günstigen Lage am Kreuzungspunkt der alten Heerwege von Köln nach Soest einerseits und von Hagen nach Siegen andererseits, die seit altersher auch als reguläre Fernverkehrsstraßen genutzt wurden.

Die hübsche Lage veranlasste den westfälischen Oberpräsidenten Ludwig von Vincke zu der Äußerung, Halver sei „das schönste Dorf Westfalens“.

Geschichte der Industrialisierung[Bearbeiten]

Als Teil der Grafschaft Mark war der Ort mit der Geschichte dieses Herrschaftsgebietes verbunden. Dazu gehörte das frühe Einsetzen der Industrialisierung. Diese begann mit Ansätzen zur Eisen- und Metallverarbeitung bereits in den 1780er Jahren. Etwa zehn Jahre später lebten bereits 200 Arbeiter von der Metallverarbeitung.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die lokale Wirtschaft durch seine Gesenkschmieden, Kleineisen- und Werkzeugindustrie, aber auch durch Kunststoffbearbeitung bestimmt. 1934 verzeichnete die Wirtschaft eine Bügeleisenfabrik, Drahtfabriken, Kleinschmiedewaren und Baubeschläge, Gesenkschmieden, Breitehämmer, Schmieden, Schleifereien zur Anfertigung von Schaufeln, Spaten, Pfannen, ferner Bohr- und Wagenbalkenfabriken und Elektroindustrie.

Aufstieg und Niedergang der Eisenbahn[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert führte vor allem die Eisenbahn zu einem Aufschwung der Gemeinde. Dazu zählte ab 1877 die Volmetalbahn, die aber das Stadtgebiet bei Oberbrügge nur kurz berührt, ab 1888 die schmalspurige Hälvertalbahn (die sogenannte „Schnurre“) der Kreis Altenaer Eisenbahn von dem Bahnhof Schalksmühle an der Volmetalbahn zum Halveraner Ortszentrum und ab 1910 die Wuppertalbahn von Oberbrügge über Halver und Radevormwald nach Barmen, heute Wuppertal. Von der Wuppertalbahn zweigte ein Gleis in Anschlag nach Wipperfürth ab.

Die Hälvertalbahn wurde als erste Bahnstrecke 1952 endgültig stillgelegt, die Wuppertalbahn Richtung Radevormwald und der Abzweig nach Wipperfürth folgten 1968. Der Personenverkehr wurde schon vier Jahre zuvor eingestellt. Richtung Oberbrügge wurden noch bis 1995 Güter transportiert, dann folgte auch dort die vorläufige Stilllegung. 2000 erwarb die Schleifkottenbahn GmbH diesen Streckenabschnitt und reaktivierte ihn wieder für einen sporadischen Güterverkehr.

Ausgliederung Schalksmühles [Bearbeiten]

Mit Wirkung zum 1. Oktober 1912 spaltete sich der Ortsteil Schalksmühle von der Gemeinde Halver ab und wurde eine eigenständige Gemeinde.[5] Beide Gemeinden verwaltete danach das Amt Halver, das bis dahin nur dem Namen nach ein „Amt“ war, denn es verwaltete nur eine Gemeinde (Amt = Verwaltung mehrerer Gemeinden).

Im Zuge der kommunalen Neuordnung im Kreis Altena wurde das Amt Halver zum 1. Januar 1969 aufgelöst. Die Gemeinde Halver erhielt die Bezeichnung „Stadt“. Die Gemeinde Schalksmühle bildete mit der Landgemeinde Hülscheid aus dem Amt Lüdenscheid die neue „Großgemeinde“ Schalksmühle.

Vorabend des Nationalsozialismus 1925–1933[Bearbeiten]

Dreschflegel – Nationalsozialistisches Kampfblatt für Halver und Umgebung
Kriegerdenkmal in Schulten-Hedfeld

Im Jahre 1926 wurde in Halver eine NSDAP-Ortsgruppe gegründet. Bereits am 7. November 1925 wurde in einer Anzeige in den Halveraner Zeitungen zu einem „Werbe-Abend zwecks Gründung einer Ortsgruppe“ eingeladen. Zu dieser Versammlung erschienen im Preußenhof acht Personen, von ihnen erklärten der spätere Ortsgruppenleiter Paul Steller, der spätere SA-Obersturmbannführer Erich Schulte, Max Schäfer und Karl Sanker ihren Beitritt zur NSDAP.

Am 1. Januar 1931 zählte die Partei 35 Mitglieder. Dazu kamen die Mitglieder der bereits im April 1930 formierten SA. Unter dem Namen „Sturm 41 Halver“ scharte sich ein Schlägertrupp zusammen. Dieser übernahm bei politischen Kundgebungen die Saalwache oder überfiel anders Gesinnte.

Am 24. Januar 1931 fand der erste Fackelzug der SA in Halver statt. „500 bis 600 Männer nahmen an diesem Umzug teil“, vermerkte der Ortspolizist. Am 9. März 1931 trat Hermann Göring im Saal an der Karlhöhe als Redner auf. „Weit mehr als 1500 Nationalgesinnte standen fahnenwehend an der Karlshöhe und begrüßten Göring“, so einer der Dienst habenden Polizisten.

Am 31. Januar 1932 wurde das SA-Heim eingeweiht. Einen Tag zuvor wurde die Zeitung „Dreschflegel – Nationalsozialistisches Kampfblatt für Halver und Umgebung“ zum ersten Mal publiziert. Ziel war es, das „jüdische Nachrichtenmonopol“ zu brechen um die Deutschen „die Wahrheit“ erfahren zu lassen. Kurze Zeit später wurden die Hitlerjugend und das Jungvolk gegründet.

In den folgenden Wochen fanden vermehrt Veranstaltungen statt. Der Ton in den Reden wurde immer härter. Berichtet wurde von der „Judenrepublik“, die den Deutschen „aussaugt“. Spontane Umzüge durch Halver folgten. Gesungen wurden Lieder wie: „Blutig sind unsere Fahnen, die den Weg zur Freiheit bahnen (…) Köpfe rollen, Juden heulen (…) wenn im Wind die Fahnen flattern, die Maschinengewehre knattern.“ Am Ende des Jahres 1932 zählte Halver bereits 128 NSDAP-Parteimitglieder. Dazu kamen die Mitglieder der Hitler-Jugend, des Jungvolkes und der SA. Außerdem lassen sich eine Vielzahl von Vereinen aus dieser Zeit dem nationalsozialistischen Spektrum zuordnen.

Rechte und nationale Kampfbünde wie der „Stahlhelm“ oder die SA radikalisierten den politischen Kampf in den Jahren vor der Machtübernahme Hitlers. Kommunistische und sozialistische Verbände schlossen sich zusammen, um gegen die „Braunen“ zu agieren – auch in Halver.

Mit der vermehrten Aktivität der NSDAP formierte sich auch Widerstand. In Halver waren dem „antinationalsozialistischen Spektrum“ mindestens sieben Gruppen zuzuordnen, davon drei KPD-Ortsgruppen, das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, die Rote Hilfe Deutschlands, die Eiserne Front und die SPD. Daraus entstand nach und nach eine Reihe von lokalen „Selbstschutzorganisationen“. Durch mehrere eigene Zeitungen wie etwa „Volk wach auf – Kampfblatt der Eisernen Front“, „Hammer und Sichel – Organ der Werktätigen von Halver“ oder „Einheitsfront – Blatt der KPD“ sollten vor allem die Arbeiter angesprochen werden und vor der nationalsozialistischen Ideologie gewarnt werden. Während die kommunistischen Blätter auf Karikaturen setzten und das „Großkapital“ anprangerten, da dieses die NSDAP unterstütze, setzte die „Eiserne Front“ verstärkt auf Kampfaufrufe.

„Die rote Pest, schlagt sie zu Brei! Wer will sich das bieten lassen? Wir sagen, wenn schon geschlagen werden soll, dann zeigt diesen Banditen, dass Arbeiterfäuste kräftiger zu schlagen verstehen!“, forderte die „Eiserne Front“ in ihrer Zeitung „Volk wach auf“ am 24. Juli 1932. Gezielte Übergriffe auf SA-Männer folgten. In kleinen Gruppen von drei bis sechs Mann prügelten sie sich mit den „braunen Hemden“. Veranstaltungen der NSDAP wurden mit Zwischenrufen wie „Heul Hitler“ gestört. Parallel zu der wachsenden Zahl der Besucher auf den nationalsozialistischen Kundgebungen verzeichnete die Polizeidienststelle Halver auch einen Anstieg der sozialistischen und kommunistischen Bestrebungen. So wurden auf Veranstaltungen häufig mehr als 300 Zuschauer gezählt. Vor allem Carthausen und Oberbrügge waren Bezirke, die fest in der Hand der „Linken“ waren.

Evangelische Nicolai-Kirche

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

In den 1950er und 1960er Jahren galt es den akuten Wohnraummangel zu beheben. Später musste verstärkt den Wünschen nach geeigneten Wohnbaugrundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser entsprochen werden. Heute leben ca. 17.500 Einwohner im Stadtgebiet. Dabei ist anzumerken, dass seit 1989 ca. 1200 Spätaussiedler vornehmlich aus der früheren UdSSR zugezogen und integriert worden sind. Die Industrie bestimmt das Leben des größten Teils der Einwohner. Aus Werkstätten und Kleinfabriken entwickelten sich die heutigen Betriebe im Bereich der Stahlverformung, der Gesenkschmiedeindustrie, der Eisen-, Blech- und Metallwarenherstellung, der Kunststoffverarbeitung sowie der Elektronik und Elektrobranche. Am 6. September 1994 wurde die Ortsumgehungsstraße als „Jahrhundert-Bauwerk“ für den Verkehr freigegeben.[6]

Religionen[Bearbeiten]

Etwa 50 Prozent der Einwohner sind evangelisch und 18 Prozent katholisch. Die übrigen 32 Prozent gehören anderen Religionen und Glaubensgemeinschaften an oder sind konfessionslos.

Die Evangelische Kirche von Westfalen und die Römisch-Katholische Kirche sind mit jeweils einer Gemeinde in Halver und Oberbrügge vertreten. Daneben bestehen evangelische Freikirchen wie die Freien evangelischen Gemeinden in Halver und Bever und jeweils eine Evangelische-Baptisten-Brüdergemeinde und eine Mennonitische Brüdergemeinde in Halver. Zudem gibt es eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche und eine türkisch-islamische Gemeinde in Halver.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1969 wurden Gebietsteile der Nachbargemeinde Kierspe und der aufgelösten Gemeinde Lüdenscheid-Land eingegliedert.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Halver

  • 1915: 06.476
  • 1925: 07.729
  • 1935: 08.122
  • 1939: 08.772
  • 1946: 12.045
  • 1961: 13.684
  • 1968: 15.713

Stadt Halver

  • 1969: 16.254
  • 1978: 16.176
  • 1988: 15.399
  • 1995: 16.983
  • 1999: 17.876
  • 2003: 18.111
  • 2006: 17.776
  • 2008: 17.465
  • 2010: 17.159[9]
  • 2012: 16.300

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 52,8 %
 %
40
30
20
10
0
31,1 %
28,0 %
17,3 %
12,5 %
11,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,7 %p
-3,4 %p
-1,0 %p
+5,6 %p
+3,5 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die 36 Sitze des Stadtrates Halver verteilen sich nach der Kommunalwahl am 30. August 2009 wie folgt auf die einzelnen Parteien:[10]

Partei/Gruppierung Sitze
CDU 11
SPD 10
UWG 6
Grüne 5
FDP 4
Gesamt 36

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 2004 ist Bernd Eicker (CDU) Bürgermeister. Bei den NRW-Kommunalwahlen 2009 wurde er am 30. August 2009 mit 50,0 Prozent der abgegeben Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 52,2 Prozent in eine zweite Amtszeit gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Wappenabbildung am Aussichtsturm Karlshöhe

Blasonierung:

Das Wappen zeigt auf einem in drei Zeilen auf silber und rot geschachtem Balken Tisch und Femlinde auf goldenem (gelben) Grund.

Beschreibung:

Das rote-weiße Schachbrettmuster des Balkens ist das Symbol der Grafschaft Mark, zu der Halver gehörte. Der darüber stehende steinerne Tisch unter dem Lindenbaum und die Femlinde erinnern an den im 13. Jahrhundert bestandenen Freistuhl des Femegerichts in Halver. Das Wappen wurde von Otto Hupp entworfen und am 29. März 1935 durch Erlass des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern verliehen.[11]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 30. September 1963 unterhält Halver eine Städtepartnerschaft mit der schwedischen Stadt Katrineholm, die sich aus Kontakten der Musikantengilde aus Halver mit einer Volkstanzgruppe aus Katrineholm entwickelt hatte.

Seit dem 25. April 1975 besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Hautmont und seit 1989 eine Städtefreundschaft mit Pardess-Hanna in Israel.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

In Halver existiert in der ehemaligen katholischen Volksschule das Heimatmuseum Halver, das vor allem Exponate aus Landwirtschaft und Handwerk präsentiert. Dazu gehört etwa eine Schusterwerkstatt und ein Schmiedefeuer mit Blasebalg und Amboss. Auch die Herstellung von Butter wird dargestellt. Hinzu kommt eine Abteilung zum Thema Lebensraum Wald und Wasser.

Nicolai-Kirche Halver
Heesfelder Mühle im Hälvertal
Löher Mühle (Löhrmühle)

Bauwerke[Bearbeiten]

Die evangelische Nicolai-Kirche wurde 1783 erbaut und bildet das Zentrum des Ortes. Bemerkenswert ist die denkmalgeschützte Orgel aus dem 19. Jahrhundert.

Die Löhrmühle, erstmals 1566 erwähnt, ist die älteste noch existierende Wassermühle an der Ennepe. Der heutige Bau stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Heesfelder Mühle wurde von einem Bürgerverein restauriert und ist heute Teil des Zentrums für Naturschutz und Kulturlandschaftspflege.

Auf der Karlshöhe wurde 1893 ein Aussichtsturm errichtet, der einen guten Blick auf das Ebbegebirge und ins Bergische Land ermöglicht. Der Aussichtsturm Karlshöhe ist seit dem Sommer 2007 gesperrt, da er stark baufällig ist und sich bereits Steine aus dem Mauerwerk gelöst haben. Wann der Turm saniert wird, ist noch unklar.

Mittelalterliche Bodendenkmale[Bearbeiten]

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Auf dem Stadtgebiet Halvers befinden sich vier Naturschutzgebiete:

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Im Naturschutzgebiet Wilde Ennepe befindet sich ein Sumpfgebiet, in dem verteilt einige Dutzend quarzhaltige Monolithen zu finden sind. Diese Ansammlung von Quarzblöcken ist als Naturdenkmal geschützt.

Sport[Bearbeiten]

Segelflugplatz Im Heede
Franz-Dobrikat-Sportplatz

Luftsport[Bearbeiten]

Der Luftsportverein Halver betreibt in der Stadt auch den Flugplatz Halver, auch Segelfluggelände Halver „Im Heede“ genannt. Er liegt südlich des Hauptortes auf einer Höhe von 418 Metern über Normalnull. Die Landebahn hat eine Länge von 1000 Metern und besteht aus unbefestigtem Untergrund (Rasen). Auf dem Gelände befindet sich eine Flugzeughalle, die vom Luftsportverein benutzt wird. Der Flugbetrieb findet an Wochenenden und Feiertagen statt.

Seit 2006 ist der Flugplatz Halver „Im Heede“ nicht mehr in Betrieb. Der Luftsportverein Halver nutzt seitdem nur noch die Flugzeughallen, der Flugbetrieb findet auf dem Flugplatz Wipperfürth-Neye statt.

Wandern[Bearbeiten]

Neben einem gut ausgebauten Wanderwegenetz mit einem markierten Zielwanderweg zur Glörtalsperre und 20 Ortsrundwanderwegen besitzt Halver auch einen 50 Kilometer langen Rundwanderweg um die Stadtgrenze herum. Dieser Wanderweg ist mit dem Wegzeichen H im Kreis markiert.

Schwimmen[Bearbeiten]

Halver besitzt ein beliebtes Waldschwimmbad, das von der Herpine, einem der Quellbäche der Hälver, gespeist wird. Es ist mit 6000 Quadratmeter Wasserfläche eines der größten in Nordrhein-Westfalen. Außerdem gibt es dort eine Wasserrutsche von 40 Metern Länge. Auf dem Gelände befinden sich auch eine Beachvolleyballanlage, Planschbecken und viele Spielmöglichkeiten für Kinder. Im Schulzentrum befindet sich zusätzlich ein Hallenbad.

Skisport[Bearbeiten]

Das vereinseigene Skigelände des Ski Club Halver 1957 e. V. mit Skihütte und Lift befindet sich am Collenberg in Halver und ist während des gesamten Sportjahres im Einsatz. Im Winter findet bei Liftbetrieb für die Öffentlichkeit die Kinderskischule des Ski Clubs statt. Im Sommer wird bei Liftbetrieb Grasski und auf Mountainboards gefahren.

Handball[Bearbeiten]

  • SG Schalksmühle-Halver (SGSH): Eine Handball-Spielgemeinschaft mit folgenden Trägervereinen: TuS Halver 1848 e. V., TuS Stöcken-Dahlerbrück 1885 e. V., TuS Oeckinghausen 1888 e. V., Schalksmühler TV 1893 e. V. Die erste Mannschaft spielt in der 3. Liga West. Die Reserve spielt in der Verbandsliga Westfalen, Staffel 2. Ein Damen- und drei Herrenteams nehmen am Spielbetrieb im Seniorenbereich teil. Die Jugendabteilung ist in eine eigene Jugendspielgemeinschaft SGSH Juniors ausgegliedert. Die SGSH trägt ihre Spiele in der Sporthalle Löh (Schalksmühle) und Sporthalle Mühlenstraße (Halver) aus.
  • SGSH Juniors: Die SGSH Juniors wurden am 11. Januar 2009 im Feuerwehrhaus Schalksmühle gegründet. Sie entstand aus der JHG Mark Süd, wobei die Satzung der JHG unverändert übernommen wurde. So das es eigentlich nur eine Änderung des Namens war. Die JHG Mark Süd entstand wiederum als Folgefusion des Zusammenschlusses der SG Halver-Oeckinghausen und der HSG Schalksmühle. Im Frühjahr 2003 schlossen sich im Jugendbereich die JSG Schalksmühle und die SG Halver-Oeckinghausen zur JHG Mark Süd zusammen. Am 18. April fand die Gründungsversammlung für die JHG Mark Süd im Tennisheim des TuS Oeckinghausen auf der Susannenhöhe statt.
  • TuS Grünenbaum: Erst seit der Gründung der SG Schalksmühle-Halver gibt es Handball beim TuS Grünenbaum. Dem TuS hat sich eine Gruppe angeschlossen, die die Fusion mit Schalksmühle nicht mittragen wollten. Inzwischen ist der TuS eine der größten Jugendabteilungen im Handballkreis Lenne-Sieg. Des Weiteren gehen in der Saison 2006/07 zwei Männer-Mannschaften an den Start.

Sportvereine[Bearbeiten]

  • Ski Club Halver 1957 e. V.
  • TSV Halver
  • TuS Ennepe
  • TuS Grünenbaum
  • TuS Halver
  • TuS Oberbrügge
  • TuS Oeckinghausen
  • FC Phoenix Halver 08
  • JC Halver
  • SV Halver
  • LG Halver-Schalksmühle,
  • TC Halver 1960

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaft in Halver wurde vor allem von der Schmiedeindustrie geprägt. Daraus entwickelte sich die heutige Wirtschaftsstruktur. Wichtig ist dabei die Stahlverformung, die Gesenkschmiedeindustrie, die Eisen- und Metallwarenherstellung. Hinzu kommen Elektrotechnik und Kunststoffverarbeitung.

Insgesamt gab es 2002 5913 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Davon arbeiteten 3911 im produzierenden Gewerbe. Im Handel arbeiteten 691 und im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen 392. Es dominieren mehrere klein- und mittelständische Unternehmen. Beispielhaft sind die Unternehmen Jung, Boucke, Märkisches Werk, Turck und Escha zu nennen.

An der Susannenhöhe, im Halveraner Stadtteil Bruch, soll zudem ein weiteres Gewerbegebiet auf 120.000 Quadratmetern Fläche entstehen. In Oeckinghausen bzw. dem angrenzenden Bruch soll auf einem Acker unterhalb der Susannenhöhe das neue Gewerbegebiet mit sieben Grundstücken errichtet werden. Die Stadt will damit den Bedarf heimischer Unternehmen decken. Es wird davon ausgegangen, dass im neuen Gewerbegebiet etwa 90 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Bei einem Teil soll es sich aber vermutlich um bestehende Arbeitsplätze handeln, die lediglich aus Halver verlagert würden. Somit wird das Gewerbegebiet Susannenhöhe aber auch als wichtigen Faktor zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Halver angesehen. Im Januar 2013 sollen bereits drei Bauanfragen für das neue Gewerbegebiet bei der Stadt Halver vorgelegen haben. Bisher gab es allerdings sowohl direkt als auch indirekt Betroffene, die dem Vorhaben des neuen Gewerbegebietes eher skeptisch gegenüberstehen.[12][13][14]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Halver liegt an der in Ost-West-Richtung durch den Ort verlaufenden Bundesstraße 229. Über diese erreicht man Richtung Osten die etwa 16 Kilometer entfernte Anschlussstelle Lüdenscheid-Süd der Bundesautobahn 45 in etwa 20 Minuten Fahrzeit. Ferner führt die von Hagen kommende Landesstraße 528 in Nord-Süd-Richtung durch Halver nach Meinerzhagen.

Ursprünglich sollte auch eine Bundesautobahn A 54 (auch früher teilweise als A 208 bezeichnet) von der niederländischen Grenze bei Brunssum über Puffendorf, Bergheim, Langenfeld, Solingen, Remscheid, Radevormwald, Halver, Lüdenscheid und Werdohl bis nach Plettenberg im Sauerland verlaufen.[15][16] Der Kreuzungspunkt mit der damals bereits bestehenden Bundesautobahn A 45 wäre südlich der heutigen Abfahrt Nr. 13 Lüdenscheid-Nord gewesen.[17] Bis auf zwei Teilstücke, die heutige A 542 und die durch das Solinger Stadtgebiet verlaufende Landesstraße 141n, wurde die A 54 allerdings nie fertiggestellt.

Zugverkehr[Bearbeiten]

Der Kulturbahnhof von Halver

Halver besitzt seit der Stilllegung der Wuppertalbahn keinen eigenen Personenbahnhof mehr. Von 1888 bis 1949 (im Güterverkehr: 1952) hatte Halver ebenfalls Anschluss an die Hälvertalbahn der Kreis Altenaer Eisenbahn nach Schalksmühle.

Der nächste Bahnhof liegt heute in Schalksmühle an der Volmetalbahn, von wo aus eine Regionalbahn nach Hagen fährt. In Hagen besteht Anschluss an den Fernverkehr.

Lt. der Seite 121 des Konzeptes „Regionale Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept Oben an der Volme“ könnte, um die Stadt Halver wieder an das Volmeband anzubinden, über die Schleifkottenbahn eine Verknüpfung mit der zentralen Bahnlinie am Haltepunkt Oberbrügge erfolgen. Zur Realisierung wären besondere Anstrengungen nötig.[18]

Lt. der Seite 124 des Konzeptes „Regionale Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept Oben an der Volme“ sei im Zuge der Reaktivierung der Volmetal-Bahnlinie auch eine Anbindung der Stadt Halver an die zentrale Achse Volmeband geplant. Da der (ehemalige) Bahnhof Halver nicht unmittelbar an der Volmetalbahn liegt, erhielte der Haltepunkt Oberbrügge an der Volmetalstrecke im Stadtgebiet Halver eine besondere Bedeutung. Von hier aus bestehe die Möglichkeit, z. B. über die Schleifkottenbahn, eine Verbindung zum Zentrum Halver zu schaffen.

Am ehemaligen Bahnhof Halver liegt nördlich des Kulturbahnhofs (ehemaliges Empfangsgebäude) der Bahnsteig, P+R- und K+R-Parkplätze und Taxihaltepunkte. Südlich des Kulturbahnhofs liegt eine Radstation ergänzt um Dienstleistungen und Büros in einem zweigeschossigen Gebäude.[19]

Im September 2012 hat die Verwaltung der Stadt Halver in einem detaillierten Exposé das 38 000 Quadratmeter große Bahnhofsgrundstück zum Kauf angeboten. Insgesamt stehen auf dem Bahngelände rund 4500 Quadratmeter als Verkaufsfläche zur Verfügung. Dazu gehören etwa 2000 Quadratmeter für einen Vollsortimenter mit Getränkemarkt und rund 1000 Quadratmeter für einen Discounter. Außerdem ist eine Wohnbebauung in Höhe des Tannenwegs durch die Stadt Halver erwünscht.[20]

Im Oktober 2012 wurde bekannt, dass im Zuge der Regionale 2013 für die Aufwertung des Bahnhofs Oberbrügge 136.500 Euro an die Stadt Halver fließen würden. Die Aufwertung des Bahnhofes in Oberbrügge hänge mit der Reaktivierung und dem Ausbau der Volmetalbahn zusammen. Die Volmetalbahn soll ab 2015 von Hagen über Schalksmühle, Halver, Kierspe bis Meinerzhagen fahren. Die Wiederaufnahme des Personennahverkehrs auf der Schiene sei aus Sicht der Regionale-Planer der wichtigste gemeinsame Schwerpunkt und auch das Rückgrat einer zukunftsorientierten, tragfähigen Entwicklung im Volmetal. Die Anbindung der vier Volmekommunen an das Ruhrgebiet im Norden und an die Rheinschiene im Süden sollen dazu beitragen, die Bevölkerung in den bestehenden Orten zu halten sowie neue Einwohner und Touristen in die Region zu bringen.

Um die Stadt Halver an dieses Volmeband anzubinden, könne über die Schleifkottenbahn eine Verknüpfung mit der zentralen Bahnlinie am Haltepunkt Oberbrügge erfolgen. Die Deutsche Bahn AG soll den Bahnhof ausbauen.[21]

Busverkehr[Bearbeiten]

Der Busverkehr wird heute überwiegend durch die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Busverkehr Ruhr-Sieg (BRS) sowie dem Bürgerbus Halver durchgeführt.

Folgende Busverbindungen existieren:

  • 55 Lüdenscheid–Halver–Wipperfürth
  • 84 Kierspe–Halver–Breckerfeld–Hagen
  • 85 Schalksmühle–Halver
  • 91 Oberbrügge–Halver–Giersiepen
  • 92 Halver–Neuen-Vahlefeld
  • 93 Halver–Kirchlöh
  • 134 Radevormwald–Halver–Lüdenscheid (BRS)
  • N 5 Halver–Deutsches Eck (momentan eingestellt)
  • Weitere Bürgerbuslinien existieren als Ergänzung zum regulären Linienbusbetrieb


Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In der Stadt Halver befindet sich kein Krankenhaus. Die medizinische Versorgung von Halver übernehmen die Krankenhäuser in Lüdenscheid, Wipperfürth und Radevormwald.

In der Kernstadt findet sich das Seniorenzentrum Bethanien und das Altenheim Waldfrieden Halver. Ferner befindet sich eine Altentagesstätte im Mehrzweckgebäude Von-Vincke-Straße (ehemalige Katholische Volksschule). Hier ist auch das Heimatmuseum untergebracht.

Aus dem ehemaligen Bahnhofsgebäude wurde der „Kulturbahnhof“ mit Stadtbücherei, gastronomischem Betrieb und einem zirka 170 Quadratmeter großen Veranstaltungssaal.

In Halver werden von verschiedenen Trägern sechs Kindergärten unterhalten. Davon befinden sich in der Kernstadt fünf, in Oberbrügge einer. Träger sind die Evangelische und Katholische Kirchengemeinde, die Arbeiterwohlfahrt und das DRK.

Bildung[Bearbeiten]

Neben zwei Grundschulen im Hauptort gibt es eine weitere im Ortsteil Oberbrügge. In der „Schule an der Susannenhöhe“ in Oeckinghausen werden Kinder mit Lernschwierigkeiten unterrichtet (Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen).

Das Halveraner Schulzentrum umfasst mit einer Hauptschule, die seit 2006 im Ganztagsbetrieb geführt wird, einer Realschule und dem Anne-Frank-Gymnasium (AFG) alle Schulformen der Sekundarstufe I, das AFG auch der Sekundarstufe II.

Das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg ist die kaufmännische Schule des Märkischen Kreises und hat seinen Sitz im Ortsteil Ostendorf.

Für die musikalische Bildung in Halver sorgt die Musikschule Volmetal mit Sitz in Meinerzhagen, die in Halver eine Bezirksstelle unterhält. Die Volkshochschule Volmetal betreibt in Halver eine Zweigstelle und sorgt mit verschiedenen Angeboten für die Erwachsenenbildung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Gemäß dem Ortsrecht wird zur Ehrung von verdienten Persönlichkeiten das Ehrenbürgerrecht der Stadt Halver, der Ehrenring der Stadt Halver, der Wappenteller oder der Wappenschild von der Stadt Halver verliehen.[22]

Mit dem Wappenteller wurde 1973 der evangelischer Theologe und Missionar Gerhard Bergmann (* 25. Juli 1914 in Hagen; † 20. November 1981 in Esslingen am Neckar) ausgezeichnet.

Mit dem Wappenschild wurde 1971 der Sauerländische Heimatdichter und Realschullehrer Fritz Kuhne (* 6. November 1894 in Lüdenscheid; 24. August 1992 in Halver) ausgezeichnet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster, ISBN 3-402-05497-3
  • Carl Haase: Die Entstehung der westfälischen Städte. 4. Auflage, Münster 1984.
  • Peter Bell: Halver im Wandel der Zeit. Wilhelm Bell Jr.
  • Bilder und Geschichten aus Halver – Band II. Wilhelm Bell Jr.
  • Werner Sinnwell: Zwischen Hungersnot und Wirtschaftswunder. Bell

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Halver – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Zahlen und Daten der Stadt Halver
  3. Manfred Sönnecken: Funde aus der Mittel-Steinzeit im Märkischen Sauerland, Balve 1985
  4. Manfred Sönnecken: Vor- und Frühgeschichte im Kreis Lüdenscheid. In: Heimatchronik des Kreises Lüdenscheid. Köln 1971, S. 22 ff.
  5.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 240.
  6. Stadtgeschichte Halver
  7. Information der Stadt Halver zu Religionsgemeinschaften
  8.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 75.
  9. Einwohnerzahlen gemäß städtischer Internetpräsenz
  10. NRW Kommunalwahlen 2009
  11. Hauptsatzung der Stadt Halver (PDF; 177 kB)
  12. Artikel aus der Westfälischen Rundschau vom 8. März 2012: „Planungsausschuss - Ausgleich für Gewerbefläche“
  13. Artikel aus dem Allgemeinen Anzeiger vom 10. Januar 2013: „Hitzige Diskussion um Gewerbegebiet ‚Susannenhöhe‘“
  14. Artikel aus der Westfälischen Rundschau vom 10. Januar 2013: „Gewerbegebiet - Drei Bauanfragen für Susannenhöhe“
  15. Karte mit Autobahnplanungen (Teil 09) vom 1. Januar 1976 von autobahn-online.de
  16. Artikel aus dem Süderländer Tageblatt vom 13. Februar 2011: „Eine Autobahn durchs Versetal“
  17. Karte mit Autobahnplanungen (Teil 05) vom 1. Januar 1976 von autobahn-online.de
  18. Seite 121 des Konzepts „Regionale Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept Oben an der Volme“ (PDF; 44,3 MB)
  19. Seite 124 des Konzepts „Regionale Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept Oben an der Volme“ (PDF; 44,3 MB)
  20. Artikel aus dem Allgemeinen Anzeiger vom 26. September 2012: „Stadt sucht Investoren fürs Bahngelände“
  21. Artikel aus der Westfälischen Rundschau vom 9. Oktober 2012: „Fördermittel - Arnsberg stellt Signal auf Grün“
  22. Ortsrecht – Richtlinien über die Ehrung verdienter Männer und Frauen durch die Stadt Halver (PDF; 231 kB)