Nissan GT-R

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nissan
Nissan GT-R (2008–2010)

Nissan GT-R (2008–2010)

R35
Verkaufsbezeichnung: GT-R
Produktionszeitraum: seit 12/2007
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé
Motoren: Ottomotoren:
3,8 Liter
(357–404 kW)
Länge: 4650–4670 mm
Breite: 1895 mm
Höhe: 1370 mm
Radstand: 2780 mm
Leergewicht: 1735–1815 kg
Vorgängermodell: Nissan Skyline GT-R
Nachfolgemodell: keines

Der Nissan GT-R ist ein seit Dezember 2007 produziertes Sportcoupé des japanischen Automobilherstellers Nissan und der Nachfolger des Nissan Skyline GT-R.

Geschichte[Bearbeiten]

Dem Serien-GT-R gingen eine Ende 2001 auf dem Autosalon von Tokio gezeigte Studie gleichen Namens und Ende 2005 ein Prototyp voraus. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wird der GT-R (R35) erstmals nicht mehr nur in einzelnen Märkten wie Japan und Großbritannien vermarktet, sondern auch in Ländern mit Linkslenkung.

Der Wagen feierte seine Premiere auf der Tokyo Motor Show 2007. Der Nachfolger des Skyline GT-R (R34) ist kein Abkömmling der Skyline-Baureihe mehr, sondern ein eigenständiges Modell innerhalb der Nissan-Produktpalette. Wie seine Vorgängermodelle besitzt der GT-R Allradantrieb, allerdings mit neuer, patentierter Technik. In dem Bemühen, das Gewicht nicht zu sehr ansteigen zu lassen, wurde im neuen Modell die Allradlenkung (S-HICAS) fallengelassen. Nissan selbst vermeldete eine Rundenzeit von 7:26,7 Minuten[1] auf der Nürburgring-Nordschleife.

2012 wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 161 Nissan GT-R in Deutschland neu zugelassen, davon 112 Fahrzeuge durch gewerbliche Halter.[2]

Technische Daten[Bearbeiten]

Heckansicht

Der GT-R wird von einem 3,8 Liter großen V6-Motor angetrieben, der von zwei Turboladern aufgeladen wird. Er erreicht so eine Leistung von 357 kW (485 PS) bei 6400 min-1 und ein Drehmoment von 588 Nm bei 3200–5200 min−1, das per Transaxle-Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe variabel auf alle vier Räder verteilt wird. Dabei fährt das Fahrzeug normalerweise mit Hinterradantrieb und schaltet, wie schon beim Nissan Skyline R34 GT-R, erst bei zu viel Schlupf die vorderen Räder hinzu. Der Sprint bis Tempo 100 dauert bei der Euro-Version 3,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt circa 312 km/h. Durch das Transaxle Konzept wird beim Nissan GT-R eine vorteilhafte Gewichtsverteilung erreicht, die sich speziell im Handling und in den Kurvengeschwindigkeiten vorteilhaft bemerkbar macht. In den Vereinigten Staaten ist der GT-R (Stand Februar 2008) ab 70.000 Dollar[3] erhältlich.

Zum Verkaufsstart standen die Ausführungen GT-R (81.800 €), GT-R Black Edition (85.200 €) und GT-R Premium Edition (83.500 €) zur Verfügung.[4] Anfang des Jahres 2009 stellte Nissan, bisher nur für den Verkauf in Japan, die SpecV-Variante des GT-R vor. Der Verkauf startete am 2. Februar bei sieben ausgewählten Händlern. Für Europa sind insgesamt 40 Stück vorgesehen. Die maximale Leistung bleibt unverändert, das Drehmoment erfährt für maximal 80 Sekunden einen Zuwachs von lediglich 20 Nm. Der SpecV ist durch diverse Maßnahmen zur Gewichtsreduktion circa 80 kg leichter als die Standardversion. Verschiedene Anbauteile, darunter die Rennschalensitze, sind aus CfK ausgeführt. Die hinteren Sitze wurden entfernt. Die Bremsanlage hat Keramikbremsscheiben und das Fahrzeug erhielt leichtere Räder. Das Abgassystem besteht nun aus Titan. Zusätzlich wurde das Fahrwerk noch verstärkt, ist nun aber nicht mehr dreistufig adaptiv wie beim serienmäßigen GT-R. Die Auflage der Serie ist begrenzt und das Fahrzeug kostet umgerechnet 149.990 €.

Rennsport[Bearbeiten]

2008 kündigte Nissan an, dass der neue GT-R den Nissan 350Z in der japanischen Super GT-Meisterschaft ersetzen wird, obwohl der 350Z erst ein Jahr in der GT500-Klasse mitfuhr.[5] Fünf verschiedene GT-R wurden für den Saisonstart im Jahr 2008 angekündigt. Nismo hatte gleich zwei Versionen bei sich im Rennstall: Den Xanavi Nismo GT-R, der am 2. Dezember 2007 auf dem eigenen Nismo Festival am Fuji Speedway vorgestellt wurde,[6] und der Motul Autech GT-R. Im Hasemi-Motorsport-Rennstall kam der YellowHat YMS Tomica GT-R zum Einsatz, der Calsonic Impul GT-R für das Team Impul und der Advan Clarion GT-R für Kondo Racing. Die Fahrzeuge wurden gegenüber der Serienversion stark modifiziert. Eine besondere Modifikation war das Entfernen des Allradantriebes und des kompletten Motors. Aufgrund der Regulierungen in der GT500-Klasse entschied sich Nissan dazu, den alten 4,5-Liter-V8-Motor (VK45DE aus dem Super GT Nissan 350Z) mit etwa 330 kW einzusetzen und rüstete die Rennwagen auf Heckantrieb um. Das komplette Antriebssystem wurde dem alten Skyline (Super GT) GT-R entnommen. Nissan konnte sowohl 2008 als auch 2009 keinen Gesamttitel mit dem GT-R einfahren.

2010 kommt ein völlig überarbeiteter GT-R zum Einsatz, der den Forderungen der FIA, die Leistung zu verringern, Rechnung trägt. Zum Einsatz kommt der seriennahe 3,4-Liter-V8-Motor VRH34A.[7][8] Des Weiteren werden insgesamt nur noch drei Fahrzeuge in der GT500-Klasse an den Start gehen.[9]

Weiters existiert eine GT1-Rennversion des Nissan GT-R, welche an der FIA-GT1-Weltmeisterschaft teilnimmt.

Trivia[Bearbeiten]

Der Nissan GT-R hat im britischen Automagazin Top Gear die serieneigene Teststrecke, einen Flugplatzkurs auf dem Dunsfold Aerodrome in der Grafschaft Surrey, schneller umrundet als ein Aston Martin DB9, Chevrolet Corvette C6 Z06, Ford GT, Porsche Carrera GT und ein Lamborghini Murcielago LP640.[10]

Modellpflege[Bearbeiten]

Nissan GT-R (seit 2010)
Heckansicht

Ab dem 19. Oktober 2010 gab es einen überarbeiteten GT-R. Das Modell erhielt neue LED-Tagfahrlichter vorne und einen markanten Heckdiffusor hinten. Geändert wurden die Fahrwerksgeometrie sowie die Dämpferkennlinien. Zudem wurde die Karosserie weiter versteift, was noch mehr Stabilität in den Kurven bringt. Der Motor verfügte fortan über 390 kW (530 PS) bei 6400/min. Gestiegen ist auch das Drehmoment auf 612 Nm bei 3200 bis 6400/min. Damit erreicht er jetzt eine Höchstgeschwindigkeit von rund 320 km/h. Die Nürburgring-Nordschleife umrundete das neue Modell in bestätigten 7:24,22 min.[11]

Zum Modelljahrgang 2012 wurde die Leistung auf 404 kW (550 PS) angehoben. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wird von Nissan offiziell mit 2,8 s angegeben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt aktuell 315 km/h. Für 2013 folgte eine weitere Überarbeitung. Durch die Optimierung des V6-Biturbo-Motors, der nach wie vor 404 kW (550 PS) leistet, konnte die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 um eine Zehntelsekunde auf 2,7 s verbessert werden. Zudem wurde das Fahrwerk überarbeitet. Durch diese Maßnahmen schafft das aktuelle Modell die Umrundung der Nordschleife in 7:18.60 Minuten.[12] Der Preis liegt nun bei 94.900 €.

Im Herbst 2013 wurde der GT-R erneut überarbeitet. Die Leistung von 404 kW (550 PS) blieb unverändert, verbessert wurde das Ansprechverhalten und der Durchzug im mittleren und oberen Drehzahlbereich. Außerdem wurde die Karosseriesteifigkeit erhöht und der Schwerpunkt abgesenkt.[13]

Zum Modelljahr 2014 gibt es wieder einige Neuerungen. Der GT-R besitzt nun LED-Scheinwerfer, die sich automatisch an die Geschwindigkeit anpassen und zudem in Kurven eine bessere Ausleuchtung bieten. Weiters wurden Fahrwerk und Lenkung in puncto Stabilität und Komfort überarbeitet, die Stabilisatoren und Dämpfer wurden neu abgestimmt. Der Schwerpunkt wurde mit dem neuen Modelljahr nochmals abgesenkt. Die Heckleuchten erhielten eine neue Grafik in Form von vier LED-Ringen. Für Deutschland wird ein Basispreis von 96.400 € angegeben.[14]

Ab dem Sommer 2014 gibt es eine in der Leistung gesteigerte Version des hauseigenen Veredlers Nismo, die über 441 kW (600 PS) verfügt.[15]