Nissan Micra

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Nissan Micra
Produktionszeitraum: seit 1982
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine, Cabriolet
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Nissan Micra ursprünglich Datsun Micra ist ein seit 1982 in mehreren Generationen gebauter Kleinwagen des japanischen Herstellers Nissan.

Micra (K10, 1982–1993)[Bearbeiten]

1. Generation
Nissan Micra (1982–1986)

Nissan Micra (1982–1986)

Produktionszeitraum: 1982–1993
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
1,0–1,2 Liter
(37−44 kW)
Länge: 3735 mm
Breite: 1560 mm
Höhe: 1395 mm
Radstand: 2300 mm
Leergewicht: 620−730[1] kg

Der Datsun Micra wurde Ende 1982 als Dreitürer vorgestellt und in Deutschland verkauft. Nachdem Nissan beschlossen hatte die Marke Datsun einzustellen, wurde er zum Nissan Micra. Die Produktion für den europäischen Markt fand im Werk des spanischen Unternehmens Nissan Motor Ibérica S.A. statt. In Japan und einigen anderen Ländern ist der Micra als Nissan March bekannt. Im Jahre 1985 kam eine fünftürige Variante hinzu.

Mitte 1986 wurde ein erstes Facelift durchgeführt, unter anderem mit deutlich größeren Stoßfängern. Die erste Micra-Generation war außer mit dem serienmäßigen 5-Gang-Schaltgetriebe auch mit einem 3-Stufen-Automatikgetriebe mit Wandlerüberbrückungskupplung lieferbar, was damals für Kleinwagen ungewöhnlich war.

links: Nissan Micra (1989–1993)
rechts: Nissan Micra (1986–1989)

Auf dieser Plattform wurden 1989 der Pao und Figaro entwickelt.

Ihr zweites und letztes Facelift bekam diese Generation im Herbst 1989. Erkennbar war dieses an einer etwas rundlicheren Fahrzeugfront, das heißt der Übergang von den Scheinwerfern und den etwas verkleinerten Stoßfängern zu den Kotflügeln war fließend. Zudem bekam der Nissan eine Kühlermaske mit zwei nebeneinanderliegenden Luftöffnungen.

Der Nissan Micra wurde ab Herbst 1989 in den Ausstattungslinien L, LX und Super S angeboten. L bezeichnete das Basismodell, das in Deutschland mit dem Beinamen Hit angeboten wurde. Äußerlich erkennbar war dieses an fehlenden Seitenschutzleisten sowie unlackierten Stoßfängern. Die Variante LX war mit getönten Scheiben, Heckklappenfernentriegelung, Mittelkonsole und geteilt klappbarer Rückbank für damalige Verhältnisse gut ausgestattet. Der Micra Super S bot zusätzlich Sportsitze, serienmäßige Breitreifen und einen Drehzahlmesser (anstelle der Quarzuhr bei L und LX). Optional war für LX und Super S auch ein großes elektrisches Faltdach erhältlich. Der kleine Nissan trug dann den Beinamen Topic. Zudem wurden in den letzten Verkaufsjahren zahlreiche Sondermodelle angeboten, z. B. der Micra Peppermint mit mintgrüner Metalliclackierung. Allen Ausstattungslinien stand nur ein 1,2-Liter-Ottomotor mit 40 kW (54 PS) und geregeltem Katalysator zur Verfügung.

Micra (K11, 1992–2003)[Bearbeiten]

2. Generation
Nissan Micra (1992–1998)

Nissan Micra (1992–1998)

Produktionszeitraum: 1992–2003
Karosserieversionen: Kombilimousine, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
1,0–1,4 Liter
(40–60 kW)
Dieselmotor:
1,5 Liter (42 kW)
Länge: 3720 mm
Breite: 1585 mm
Höhe: 1440 mm
Radstand: 2360 mm
Leergewicht: ab 775[2] kg

August 1992[3] wurde die zweite Generation des Nissan Micra vorgestellt. Sie erhielt die Auszeichnung Auto des Jahres 1993 und war das erste japanische Fahrzeug, das diesen Preis bekam. Diese Micra-Generation war außer mit dem serienmäßigen 5-Gang-Schaltgetriebe auch mit einem stufenlosen Automatikgetriebe (CVT-Getriebe) lieferbar. Die Produktion für den europäischen Markt fand nun im englischen Werk der Nissan Motor Manufacturing (UK) Ltd. bei Washington statt. In einigen asiatischen Ländern gibt es darüber hinaus einen Ableger, der als Nissan Verita, bzw. Maruti Zen Classic vermarktet wird.

Sterne im Euro-NCAP-Crashtest[4][5] Crashtest-Stern 2.svg

Ab 1997 war auf dem japanischen Markt auch eine Cabrioletversion des Micra bzw. March erhältlich. Diese Baureihe wurde und wird auch im Rallysport eingesetzt, gerne auch im Rallycross.

Ebenso blieb eine Kombiversion, March Box genannt, dem japanischen Markt vorbehalten.

Der Micra erfuhr im Laufe seiner zehnjährigen Bauzeit zwei Überarbeitungen: Die Varianten ab Frühjahr 1998 waren an den größeren Scheinwerfern sowie größeren Lufteinlässen des Kühlergrills zu erkennen. Die späteren Versionen ab Herbst 2000 zeichneten sich optisch vor allem durch Chromschmuck um den Kühlergrill und abgedunkelte Heckleuchten aus.


Micra (K12, 2003–2010)[Bearbeiten]

3. Generation
Nissan Micra (2003–2005)

Nissan Micra (2003–2005)

Produktionszeitraum: 2003–2010
Karosserieversionen: Kombilimousine, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,6 Liter
(48–81 kW)
Dieselmotoren:
1,5 Liter
(48−63 kW)
Länge: 3719–3806 mm
Breite: 1660–1668 mm
Höhe: 1418–1540 mm
Radstand: 2430 mm
Leergewicht: 1021–1225 kg
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest[6] 4-Sterne Crahstest.svg

Nach umfassenden Überarbeitungen des Vorgängers kam Anfang 2003 die dritte Generation des Micra auf den Markt. Auch diese entstammte für Europa aus englischer Produktion. Kennzeichen dieses Kleinwagenmodells ist vor allem das charakteristisch rundliche Design, das insbesondere weibliche Kunden ansprechen soll.

Im Herbst 2005 erhielt der Micra ein Facelift, äußerlich an der geänderten Frontpartie mit Stoßleiste, vergrößertem Lufteinlass unterhalb des Kennzeichens, Vorbereitungen für Nebelscheinwerfer sowie an den nun weißen vorderen Blinkern zu erkennen.

Mitte 2010 wurde die Produktion eingestellt. Der Nachfolger kam Ende des Jahres auf den Markt.

Von dieser Generation war von Herbst 2005 bis März 2009 auch ein C+C (Cabriolet/Coupé) erhältlich. Das Dachsystem wurde von Karmann im Nissan-Werk Washington gefertigt.

Die K12-Reihe sind nicht so beliebt wie der Vorgänger (K11) unter anderem wegen der technisch wirkenden Formsprache.

Dazu kommen noch anfängliche Probleme mit der Steuerkette. Besonders bei den 65 PS und 80 PS 1,2-Liter-Benzinmotoren wurde seitens des Herstellers für die Baujahre 2003 und 2004 eine kurzlebige Steuerkette werksseitig verbaut. Ein Wechsel ist schon unter 80.000 km nötig. Bei späteren Baujahren ließen die Probleme mit der Steuerkette nach, und der Micra wurde vom ADAC zum Auto mit den wenigsten Ausfällen im Jahr 2007 gewählt.

Rückrufaktionen[Bearbeiten]

Im Februar 2006 wurden 8300 Fahrzeuge aus dem Bauzeitraum Februar bis September 2004 zurückgerufen. Grund war ein möglicher Defekt am elektrischen Schalter an der Heckklappe. Eine kleine Öffnung im oberen Heckklappenbereich kann zum Eindringen von Feuchtigkeit führen. Durch diese eindringende Feuchtigkeit kann die Elektronik des Schließmechanismus in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Die betroffenen Fahrzeughalter wurden angeschrieben und um einen zehnminütigen Besuch der Werkstatt gebeten.[7]

Im Oktober 2010 wurden weltweit ca. 2,41 Millionen Fahrzeuge der Baureihen Micra (K12), Pathfinder (R51) und Navara (D40) zurückgerufen, weil die Möglichkeit bestand, dass in der Relaiseinheit, die für das Motorsteuergerät zuständig ist, ein Relais ausfällt. Dadurch kann die Stromversorgung des Steuergeräts ausfallen, was wiederum dazu führen kann, dass der Motor auch unter Fahrbedingungen ausgeht [8]. Beim Micra (K12) sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum vom 29. Januar 2004 bis 4. April 2006 betroffen. In Deutschland waren das ca. 40.000 Fahrzeuge.

25th-Edition[Bearbeiten]

Zum 25. Geburtstag des Micra spendierte Nissan ihm ein Sondermodell. Dieses lässt sich an in Silber-Grau gehaltenen Außenspiegeln und Radkappen und silber umrahmten Fußmatten im Innenraum erkennen. Außerdem gibt es auf dem Heck ein Extra-Logo.

160SR[Bearbeiten]

Es gibt auch eine Sportversion des Micra K12, dieser durchaus sportliche Micra hat den 1,6-Liter-Motor mit 81 kW/110 PS und heißt 160SR. Zudem hat er auch noch eine Sportverspoilerung, Alufelgen und in der 160SR-Packversion fast eine Vollausstattung.

Motoren[Bearbeiten]

Benziner:

  • 1,2 l R4 48 kW (65 PS)
  • 1,2 l R4 59 kW (80 PS)
  • 1,4 l R4 65 kW (88 PS)
  • 1,6 l R4 81 kW (110 PS)

Diesel:

  • 1,5 l R4 48–50 kW (65–68 PS)
  • 1,5 l R4 60–63 kW (82–86 PS)

Micra (K13, seit 2010)[Bearbeiten]

4. Generation
Nissan Micra (2010–2013)

Nissan Micra (2010–2013)

Produktionszeitraum: seit 2010
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
1,2 Liter
(59–72 kW)
Länge: 3780 mm
Breite: 1665 mm
Höhe: 1520 mm
Radstand: 2450 mm
Leergewicht: 985–1055 kg
Heckansicht
Nissan Micra (seit 2013)

Die vierte Generation des Nissan Micra wurde im März 2010 auf dem Genfer Auto-Salon in der Schweiz vorgestellt. Der neue Micra wird in 160 verschiedenen Märkten angeboten, die von den Produktionsstätten in Thailand, Indien, Mexiko und China beliefert werden. Für den indischen Markt gibt es überdies seit 2012 ein Schwestermodell namens Renault Pulse.

Der Verkauf des K13 startete noch im März in Thailand und Ende 2010 begann der Verkauf in Schweiz und Österreich. Die Markteinführung in Deutschland sollte am 20. November 2010 folgen, wurde jedoch aufgrund von Lieferschwierigkeiten auf den 19. März 2011 verschoben.

Das Fahrzeug baut auf der neu entwickelten V-Plattform auf, die sich vor allem durch eine hohe Stabilität und ein geringes Gewicht auszeichnet. Der Innenraum bietet aufgrund veränderter Karosseriemaße und vergrößertem Radstand mehr Platz als das Vorgängermodell. Der neu gestaltete Micra ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger nur als fünftürige Variante erhältlich. Die markante Bogenlinie oberhalb der seitlichen Fenster aus der vorherigen Generation floss in das Design ein, da diese als Erkennungsmerkmal der Baureihe beibehalten werden sollte.

In Europa ist der Micra mit zwei Dreizylinder-Benzinmotoren erhältlich, die entweder als Saugmotor oder mit Kompressor angeboten werden und über 1,2 Liter Hubraum verfügen. Die neu entwickelten Antriebsaggregate mit variabler Ventilsteuerung stammen aus der HR-Motorenserie, die als Vierzylinder auch im Tiida oder Qashqai verbaut sind. Die Kompressor-Version soll einen geringen CO2-Ausstoß sowie Kraftstoffverbrauch vorweisen und durch die Aufladung die Leistung eines Saugmotors mit 1,5 Litern Hubraum erreichen. Durch Maßnahmen wie Direkteinspritzung, die Anwendung des Miller-Kreisprozesses und den Einsatz eines Start-Stopp-Systems wurde die Effizienz weiter verbessert. Zum Verkaufsstart steht nur die Saugerversion zur Verfügung, die 2011 durch den Kompressormotor ergänzt wurde. Beide Antriebsvarianten sind mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe oder einer stufenlosen CVT-Automatikschaltung kombinierbar.[9][10]

Ausstattung[Bearbeiten]

Die serienmäßige Sicherheitsausstattung besteht aus sechs Airbags (Fahrer/Beifahrer, Seite sowie durchgehenden Kopfairbags vorn und hinten), ABS mit Bremsassistent sowie ESP.[11][9] Eine Antischlupfregelung, bei Nissan TRC – Traction Control System genannt, ist ebenfalls vorhanden.

Das Grundmodell Visia First besitzt eine elektrische Servolenkung mit in der Höhe verstellbarer Lenksäule, manuell verstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, eine ungeteilt klappbare Rücksitzlehne und Isofix-Kindersitz-Halterungen auf den Rücksitzen. Der Wagen ist mit 14"-Stahlfelgen ausgestattet (Reifengröße 165/70 R 14) und ohne Aufpreis nur in Schwarz oder Weiß erhältlich. Ab Werk wird für das Grundmodell als einzige Sonderausstattung neben der Metalliclackierung das Comfort Paket angeboten, das aus einer manuellen Klimaanlage mit Pollenfilter in Verbindung mit dem CD-Radio mit vier Lautsprechern besteht.

Der Micra Acenta besitzt neben der manuellen Klimaanlage einen Bordcomputer, elektrisch verstellbare Außenspiegel, ein lederummanteltes Lenkrad, Geschwindigkeitsregelanlage mit -begrenzer, CD-Radio mit vier Lautsprechern, Nebelscheinwerfer, zusätzliche Ablagen, Leselampe und eine 60:40 geteilte Rücksitzlehne. Der Acenta ist mit 15"-Leichtmetallfelgen ausgestattet (Reifengröße 175/60 R 15) und als einziges Modell auch mit der CVT-Automatik erhältlich.

Das Modell Tekna hat neben Außenspiegeln, die zusätzlich elektrisch anklapp- und beheizbar sind, eine Klimaautomatik mit Pollenfilter, ein Glasdach, Regensensor, 15"-Leichtmetallfelgen, einen Parkguide (stellt fest, ob die Parklücke zum Einparken ausreicht) mit hinteren Parksensoren, den Intelligent Key mit Start-Stopp-Knopf sowie Nebelscheinwerfer. Das Nissan Connect Navigationssystem mit 5"-Farbdisplay, das gegen Aufpreis auch für den Acenta angeboten wird, ist serienmäßig.

Der Gepäckraum des Micra K13 beträgt 265–1132 Liter, der Tankinhalt 41 Liter (gilt für alle Versionen).

Sicherheit[Bearbeiten]

Beim Euro NCAP-Crashtest im November 2010 bekam der Micra 30 Punkte beim Insassenschutz, 39 Punkte im Kinderschutz und 21 Punkte im Fußgängerschutz.

Sonstige Messwerte
Sterne im Euro NCAP-Crashtest[12][13] 4 Sterne im Euro NCAP-Crashtest

Technische Daten[Bearbeiten]

Da der Nissan Micra K13 keine Stütz- bzw. Anhängelast eingetragen hat, ist es der erste Micra, für den es keine Anhängerkupplung gibt (auch nicht im Zubehörhandel).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Automobil Revue, Katalognummer 1987, S. 412 f.
  2. Automobil Revue, Katalognummer 1999, S. 411
  3. Bauzeit
  4. Der Nissan Micra K11 Modelljahr 1997 im Euro-NCAP Crashtest
  5. Der Nissan Micra K11 Modelljahr 2000 im Euro-NCAP Crashtest
  6. Der Nissan Micra K12 im Euro-NCAP Crashtest
  7. http://www.autoservicepraxis.de/cms/370665
  8. http://www.autoservicepraxis.de/cms/981401
  9. a b Nissan Micra 2010 – vierte Auflage des Kleinwagens feiert Premiere auto-news-blog.de vom 3. März 2010, aufgerufen am 19. September 2010
  10. Neuer Dreizylinder-Benzinmotor für den Nissan Micra micrafanpage.de vom 3. August 2010, aufgerufen am 19. September 2010
  11. Nissan Press Release for the K13, aufgerufen am 19. September 2010
  12. Ergebnisse beim Euro NCAP-Crashtest im November 2010
  13. Der Nissan Micra K13 im Euro-NCAP Crashtest

Quellen[Bearbeiten]

  • Automobil Revue, Katalognummern 1987/1995/2006 (Daten).
  • Preisliste Nissan Micra (September 2010), Druck-Nr. 6670

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nissan Micra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien