Operation Neptune’s Spear

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Der Aufenthaltsort Bin Ladens in Abbottabad – schematische Grafik

Die Operation Neptune’s Spear vom 2. Mai 2011 war ein von der CIA geleiteter Militäreinsatz der USA in Abbottabad, Pakistan. Dabei wurde Osama bin Laden, der Gründer und Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, von Mitgliedern der Spezialeinheit DEVGRU (bekannt als Navy SEAL Team 6) getötet.

Begriff[Bearbeiten]

Qualifikations- und Tätigkeitsabzeichen Navy Special Warfare Trident insignia der SEALs

Die offizielle Bezeichnung bezieht sich auf den Dreizack des Meeresgottes Neptun, den auch das Special Warfare Insignia der Navy SEALs als Zeichen ihrer Qualifikation und Tätigkeit enthält.

In der Presse erschien „Geronimo“ – der Name eines legendären Apachen-Häuptlings, der den Ruf hatte, keine Spuren zu hinterlassen – zunächst irrtümlich als Codename der Operation.[1] Die Regierung der USA gab dann aber bekannt, dass dies der Codename für Osama bin Laden selbst war. Mit dem Funkspruch „Geronimo EKIA“ (Enemy Killed In Action: „Feind im Kampf getötet“) gaben beteiligte US-Soldaten im Verlauf der Aktion seine Tötung bekannt.[2] Nach Angaben Beteiligter bezeichnete das Codewort „Geronimo“ den Buchstaben G, der im internen Funkverkehr für die siebte und letzte Stufe der geplanten Aktion stand: Bin Laden zu fangen oder zu töten. Mit „Geronimo EKIA“ habe man den Abschluss des Gesamtauftrags bekannt gegeben.[3]

Vertreter der indigenen Bevölkerung Nordamerikas kritisierten dieses Codewort als Verleumdung, da es den „meist gehassten Feind der USA“ mit dem historischen Apachenhäuptling vergleiche.[4]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bin Ladens Haus mit Außentor

Bin Ladens Aufenthaltsort[Bearbeiten]

Bin Laden wohnte seit 2006 in einem Anwesen in der nordpakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Vorort Bilal Town etwa vier Kilometer vom Stadtzentrum von Abbottabad, knapp einen Kilometer von der dortigen Kakul Militärakademie,[5] etwa 50 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt Islamabad entfernt.

Der Gebäudekomplex wurde regional Waziristan Haveli genannt, weil ein Verbindungsmann Bin Ladens, der den Bau des Gebäudes organisierte, aus der Region Wasiristan kam.[6] Das Anwesen wurde von 2003 bis 2005 gebaut. Als Bauunternehmer gilt Noor Mohammed, als Statiker Gul Mohammed. Eigentümer des Gebäudes war Bin Ladens persönlicher Kurier Abu Ahmad al-Kuwaiti. Der Wert der Anlage wurde auf 250.000 US-Dollar geschätzt.[7]

Das Grundstück war etwa 3.500 m² groß und vollständig von einer zwischen drei und 5,5 Meter hohen, mit Stacheldraht gekrönten Mauer umgeben. Diese hatte zwei Tore, die zugleich als Sicherheitsschleuse dienten. Ferner gab es eine Reihe von Überwachungskameras sowie mehrere Satellitenschüsseln.[8]

Auf dem Grundstück waren mehrere Gebäude errichtet worden. Das Hauptgebäude bestand aus drei Stockwerken. Es unterschied sich von außen nur aufgrund seiner Größe und Sicherheitseinrichtungen von den Gebäuden der Umgebung,[9] etwa durch besonders kleine Fenster und einen mit einer etwa 2,10 Meter hohen Mauer als Sichtblende umgebenen Balkon im obersten Stock. Das Haus hatte keinerlei Telefonleitungen und Internetverbindungen.[10]

Vergleich des Grundstückes 2004 und 2011

Bin Laden, einige seiner Frauen und Kinder sowie sein Kurier und dessen Familie sollen am 6. Januar 2006 dort eingezogen sein.[11] Am 1. Mai 2011 befand sich ein etwa 1000 m² großer, sorgfältig gepflegter Gemüsegarten mit Kohl, Kartoffeln und Cannabis auf dem Gelände. Ferner wurden eine Kuh und viele Hühner gehalten. Man nimmt an, dass es auch eine autarke Wasserversorgung mit einem Brunnen gab.[12] Anders als bei den Nachbarn wurde sämtlicher Müll im Haus Bin Ladens auf dessen Grundstück verbrannt und nicht zur Abholung auf den Fahrweg gestellt.[8]

Das Gebäude wurde im Februar 2012 von pakistanischen Sicherheitskräften abgerissen.[13]

Fahndung[Bearbeiten]

2006 gaben die Fahnder der CIA es auf, primär Spuren von Zeugenaussagen zu verfolgen, die angeblich Bin Laden oder ihm ähnelnde Personen gesehen hatten, weil diese keine Ergebnisse gebracht hatten. Sie konzentrierten sich stattdessen nun auf Personen, die als Kuriere Bin Ladens galten oder als solche enttarnt werden konnten.

2007 erfuhren US-Geheimdienstler durch Aussagen des im Irak gefangenen al-Qaida-Mitglieds Hassan Ghul, Bin Laden habe einen persönlichen Kurier mit dem Decknamen Abu Ahmad al-Kuwaiti. Die danach befragten hochrangigen al-Qaida-Mitglieder Abu Faradsch al-Libi und Khalid Shaikh Mohammed, der als Hauptplaner der Terroranschläge vom 11. September 2001 gilt, bestritten jedoch, diesen Namen zu kennen. Dieser Widerspruch in den Aussagen verschiedener Gefangener verstärkte die Annahme der Fahnder, es könne sich um einen persönlichen Vertrauten Bin Ladens handeln. Erst Monate später gab Khalid Mohammed zu, al-Kuwaiti zu kennen, behauptete jedoch, dieser sei kein al-Qaida-Mitglied mehr und für Bin Laden unwichtig.

Erst im August 2010 konnten die Fahnder den Realnamen und Wohnort des Kuriers ermitteln, nachdem sie Telefonate mit seinen Kontaktpersonen oder Verwandten abgehört hatten und ihm bis zu Bin Ladens Haus in Abbottabad gefolgt waren. Dessen Größe und Abschirmung ließen sie vermuten, dass dort jemand von al-Qaidas Führungspersonen wohnen müsse.[14]

Nach Medienberichten versuchte die CIA mit einer kostenlosen Impfkampagne in Abottabad, DNS-Material der Bewohner dieses Anwesens zu erhalten, um sicherzustellen, dass Bin Laden sich dort aufhalte. Der dazu gewonnene pakistanische Arzt Shakil Afridi leitete die Impfaktion im März 2011 ein. Eine von ihm angestellte Krankenschwester soll Zugang zu Bin Ladens Anwesen erhalten haben; ob sie DNS-Material erhielt, ist unbekannt. Pakistans Sicherheitsbehörden nahmen den Arzt nach Bin Ladens Tötung fest.[15] Er gab den USA dem damaligen CIA-Chef Leon Panetta zufolge „äußerst hilfreiche Informationen“ für die Operation Neptune´s Spear.[16] Er wurde wegen dieser Zusammenarbeit mit der CIA in Pakistan angeklagt und am 23. Mai 2012 vom Verwaltungschef seines Heimatdistriktes wegen Hochverrats zu 33 Jahren Haft verurteilt.[17] Als Reaktion darauf wurden durch den Bewilligungsausschuss des US-Senats Pakistan-Finanzhilfen in einem „symbolischen Akt“ um 33 Millionen US$ gekürzt. Der Senator der Demokratischen Partei Richard Durbin meinte: „Es ist ungeheuerlich, dass Pakistan einen Mann, der uns half, Osama Bin Laden zu finden, einen Verräter nennt.“[18]

Aktionspläne[Bearbeiten]

Bis Februar 2011 sammelten die Fahnder der USA weitere Indizien und beobachteten das Anwesen; so fanden sie heraus, dass der Kurier mit seiner Frau das Nebengebäude, weitere Familien die oberen beiden Stockwerke des Hauptgebäudes bewohnten. Sie sahen einmal auch einen großen Mann im Innenhof spazieren gehen.[19] Dies bestärkte ihre Annahme, dass sich Bin Laden selbst in dem Anwesen versteckte. Sie begannen dann, mögliche Aktionspläne auszuarbeiten. Am 14. und 29. März sowie am 12., 19. und 28. April 2011 traf sich das United States National Security Council mit US-Präsident Barack Obama, um die Aktionsmöglichkeiten zu beraten.[20]

Im März autorisierte Obama zunächst einen Plan für die Bombardierung des Areals, ließ diesen aber nicht ausführen, um Bin Ladens Identifizierung sicherzustellen und das Risiko, Unbeteiligte zu töten, zu verringern.[21] Obama schloss auch einen gemeinsamen polizeilichen Zugriff mit Pakistans Sicherheitskräften aus, um nicht das Risiko einer Indiskretion und möglichen Warnung Bin Ladens durch Pakistaner einzugehen. Er entschied sich für einen heimlichen Bodenangriff ausschließlich mit US-Soldaten, der große Risiken für ihr Leben bedeutete.[22] Dabei habe, so seine nachträgliche Aussage, nur eine auf 55 % geschätzte Wahrscheinlichkeit bestanden, dass sich Bin Laden tatsächlich in dem Haus aufhalten würde.[23]

Ab März begannen etwa 40 Marinesoldaten in den USA mit einem Training für die geplante Aktion, das sie ab April auf der Bagram Air Base, Afghanistan, fortsetzten. Dort bauten sie ein Modell des gesamten Grundstücks und der Bauten auf, um den Angriff zu üben.[24]

Am 29. April ordnete Obama die Umsetzung dieses Plans für den 1. Mai an.[20] Als Gründe für den Termin gaben Beteiligte später die mondlose Nacht, die einen unbemerkten Anflug erleichtern sollte, sowie die Furcht vor dem Durchsickern des Aktionsplans an, das den Plan vereitelt und Bin Laden dauerhaft jedem Zugriff in Pakistan entzogen hätte.[19]

Verlauf[Bearbeiten]

Karte von Pakistan, Abbottabad ist 55 km von der Hauptstadt Islamabad entfernt, 269 km von dem Militärflugplatz in Dschalalabad und 373 km von der Bagram Air Base

Das United States Joint Special Operations Command (JSOC) unter Vizeadmiral William H. McRaven leitete die Operation von Bagram aus.[25] Eine Spezialeinheit der Navy SEALs, die Red Squadron der United States Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU, früher Team Six genannt), führte sie in der Nacht vom 1. zum 2. Mai 2011 aus. Ihren Lufttransport übernahm das 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne).[26][27][28] Insgesamt waren 79 Soldaten und ein Diensthund beteiligt.[29] Der Hund sollte möglichen Sprengstoff und die Annäherung fremder Personen im Gebäude wittern und davor warnen.[19]

Die Einsatzkräfte wurden mit vier Hubschraubern, zwei MH-47 Chinook und zwei modifizierten MH-60 „Black Hawk“, in das Einsatzgebiet geflogen. Die Lufttemperatur war um 8,3 °C (17 °F) höher als angenommen und erschwerte die Flugbedingungen. Die MH-47 wurden auf Abruf in der Nähe von Bin Ladens Anwesen gelandet, die zwei anderen Hubschrauber flogen das Hauptgebäude an.[30] Geplant war, einen davon auf dem Hausdach zu landen, den anderen auf dem Grundstück, um dann das Hauptgebäude von oben und unten gleichzeitig zu erstürmen und so die Bewohner überraschen zu können.[19]

Ein Black Hawk geriet jedoch während des Schwebefluges in ein Wirbelringstadium und musste notlanden; dabei prallte er mit dem Heckrotor gegen eine Umfassungsmauer. Er wurde von den Einsatzkräften zurückgelassen und nach der Erstürmung der Gebäude gesprengt.[31] Anhand von Fotografien seines intakten Heckrotors erklärten Experten der Helikopterindustrie, es handele sich um einen unbekannten, nichtöffentlich umgebauten Black Hawk mit Tarnkappentechnik. Damit wird erklärt, dass der Anflug durch Pakistan gelang, ohne dass dessen Luftabwehr ihn bemerkte.[32]

Jeder der beiden MH-60 war mit etwa zwölf Mann besetzt. Diese Zugriffsteams[33] wurden mit Hilfe von Fast-Roping aus den Hubschraubern abgesetzt, sprengten Breschen in die Mauern und stürmten auf zwei Gebäude im Innenhof zu. Die Soldaten teilten sich in zwei Gruppen auf. Abu Ahmad al-Kuwaiti hielt sich im Erdgeschoss eines Nebengebäudes auf und schoss hinter einer Tür hervor auf die erste Gruppe, als diese in das Gebäude eindrang. Er soll, wie sich im Nachhinein herausstellte, der einzige Bewaffnete auf dem Anwesen gewesen sein. Im Verlauf des von ihm eröffneten Gefechts sollen die US-Soldaten ihn und seine Frau erschossen haben.[34] Nach anderen Angaben soll er seine Frau als Schutzschild benutzt haben, so dass beide erschossen wurden.[35]

Die zweite Gruppe stürmte das Hauptgebäude. Im Treppenhaus erschossen die Soldaten Kuwaitis Bruder, der die Hand verdächtig hinter dem Rücken gehalten haben soll, sich aber als unbewaffnet herausstellte.[36] Auch ein Sohn Bin Ladens wurde erschossen, als er die Treppe hinunter schaute, die die Soldaten hinaufstürmten.[35] Nach anderen Berichten befand sich der Sohn mit Bin Laden in dessen Schlafzimmer und wurde dort mit ihm erschossen.[37]

Bin Laden soll sich zusammen mit seiner jüngsten Ehefrau und einer Tochter in einem Raum im zweiten Stock befunden haben. Nach ersten Angaben des Präsidentenberaters John O. Brennan soll er sich an einem von seinen Begleitern eröffneten Feuergefecht beteiligt und seine Frau als Schutzschild benutzt haben; dabei sei sie mit ihm erschossen worden. CIA-Direktor Leon Panetta gab an, Bin Laden habe bedrohliche Bewegungen gemacht und sei deshalb erschossen worden.[35] Laut Panetta waren Bargeld im Wert von 500 Euro sowie zwei Telefonnummern in Bin Ladens Kleidung eingenäht: Demnach sei er auf eine Flucht vorbereitet gewesen.[38]

Einige dieser Angaben korrigierte Jay Carney, Sprecher des weißen Hauses am 2. Mai: Bin Laden sei unbewaffnet gewesen, die getötete Frau sei nicht seine Ehefrau gewesen, diese sei nur verletzt worden. Bin Laden sei durch je einen Schuss in die Brust und den Kopf getötet worden. Ob und wie er Widerstand geleistet haben soll, ließ Carney offen.[39] Nach Aussage eines ungenannten Regierungssprechers soll die Frau Bin Ladens Namen gerufen und sich zwischen ihm und den Soldaten postiert haben, bevor sie verletzt und er erschossen wurde.[40] Nach am 4. Mai 2011 veröffentlichten Aussagen einzelner Beteiligter soll Bin Laden mit einem Gewehr und einer Pistole in Armreichweite angetroffen und erschossen worden sein, nachdem er kein Anzeichen gezeigt habe, sich ergeben zu wollen.[41] Nach am 17. Mai veröffentlichten Angaben von offiziellen Beobachtern der Aktion trafen drei US-Soldaten Bin Laden am Ende des Flures im 2. Stock an, erkannten ihn und folgten ihm in sein Schlafzimmer. Dort hätten zwei Frauen versucht Bin Laden zu schützen; der erste Soldat habe sie beiseitegeschoben, der hinter ihm habe Bin Laden sofort erschossen. Erst als der Tote fotografiert worden sei, habe man zwei Waffen in einem Regal bei der Zimmertür gefunden.[19]

Diesen Tathergangsversionen widersprechen pakistanische Berichte vom 5. Mai 2011: Danach soll Bin Ladens zwölfjährige Tochter Safia in pakistanischen Verhören ausgesagt haben, er sei erst nach seiner Festnahme und erst beim Transport zum Hubschrauber im Erdgeschoss am Boden liegend aus nächster Distanz exekutiert worden.[42] Nach anderen Angaben des pakistanischen Geheimdienstes Inter-Services Intelligence soll sie dagegen nur gesagt haben, sie habe die Erschießung ihres Vaters aus nächster Nähe beobachtet.[35]

Nach US-Regierungsangaben hatte Obama der Sicherheit der beteiligten Soldaten Vorrang gegeben: Sie sollten Bin Laden keine Gelegenheit zu tödlichen Schüssen geben. Keiner von ihnen wurde verletzt.[43] Nach Aussagen eines Sicherheitsberaters der US-Regierung war ihnen eine gezielte Tötung befohlen worden; sie hätten keine Gefangennahme Bin Ladens beabsichtigt.[44] Dem widersprachen Regierungssprecher: Man habe zwar angenommen, dass die Aktion leicht mit Bin Ladens Tötung enden könne, diese aber nicht von vornherein angestrebt, sondern auch seine mögliche Festnahme eingeplant. Der bei derartigen Antiterroraktionen übliche Auftrag „Töten oder Fangen“ verlangt jedoch keine bestimmten Vorkehrungen für das Überleben der Zielperson.[45] Auch der ehemalige US-Marinesoldat und Buchautor Chuck Pfarrer bestritt nach Interviews mit beteiligen Navy Seals im November 2011, dass die Aktion einen Tötungsauftrag ausgeführt habe. Dafür hätte man kein SEAL-Team benötigt. Dieses sei auf dem Gebäudedach gelandet. Bin Laden sei nur 90 Sekunden nach Beginn der Erstürmung wegen seines Griffs zu seiner Waffe erschossen worden.[46] Es habe keine langen Schusswechsel gegeben; insgesamt hätten die US-Soldaten nur 12 Schüsse abgegeben.[47]

Nach am 28. August 2012 veröffentlichten Auszügen aus einem Buch von Matt Bissonnette, einem beteiligten Marinesoldaten, schossen einige US-Soldaten schon von der Treppe aus auf den Raum, in dem Bin Laden sich befand, nachdem dieser aus der Tür geschaut hatte. Als sie den Raum betraten, habe er unbewaffnet und tödlich getroffen am Boden gelegen. Die Soldaten hätten weitere Schüsse auf seinen Brustkorb abgegeben. Anschließend habe man zwei ungeladene Waffen im Raum gefunden. Bin Laden sei demnach in keiner Weise auf bewaffnete Verteidigung vorbereitet gewesen. Vor der Aktion habe ein Justizvertreter der Regierung alle beteiligten Soldaten instruiert, Bin Laden festzunehmen, falls er keine Gefahr darstelle.[48]

Insgesamt töteten die US-Soldaten bei der Aktion fünf Personen in dem Anwesen. Neben Bin Ladens Leichnam stellten sie drei AK-47-Sturmgewehre, zwei Pistolen, mehrere Mobiltelefone,[49] über 100 Speichermedien wie USB-Sticks, DVDs und Computerdisketten sowie zehn Computerfestplatten, fünf Computer und große Mengen von Schriftstücken im Haus sicher. Die ganze Operation auf dem Gelände dauerte 38 Minuten.[34]

Der Nationale Sicherheitsrat verfolgt die Operation im Situation Room des Weißen Hauses.

Die Aktion wurde mit Helmkameras der beteiligten Soldaten über Satellit direkt in das Weiße Haus übertragen. Neben Obama beobachteten Vizepräsident Joe Biden, Außenministerin Hillary Clinton, Verteidigungsminister Robert Gates, der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff Admiral Michael G. Mullen und der stellvertretende Kommandeur des JSOC Brigadegeneral Marshall B. Webb den Einsatz. Entgegen ersten Meldungen empfingen sie nach der Landung der Hubschrauber etwa 23 Minuten lang keine Live-Bilder von der Erstürmung des Hauses und Tötung Bin Ladens, hörten aber den Funkruf Geronimo EKIA.[50] Darauf habe Obama gesagt: Wir haben ihn.[51]

Bin Ladens Leichnam wurde nach US-Regierungsangaben am Tatort fotografiert und dann nach Afghanistan ausgeflogen, wo eine DNS-Analyse und deren Vergleich mit DNS-Material seiner in den USA verstorbenen Schwester seine Identität bestätigt habe.[52] Dann wurde er an Bord des Flugzeugträgers USS Carl Vinson gebracht und dort laut Aussage John Brennans „in strikter Übereinstimmung mit islamischen Vorschriften und Riten“ gegen 11:00 Uhr Ortszeit an unbekannter Stelle im Arabischen Meer versenkt. Demnach wurde er zuvor gewaschen, in weiße Baumwolle gehüllt, in eine beschwerte Umhüllung gesteckt und nach Verlesung von Koran-Versen bestattet.[53]

Alarmierte pakistanische Kampfflugzeuge trafen erst nach dem Abzug der US-Soldaten in Abbottabad ein. Nach verschiedenen Aussagen pakistanischer Beamter fand die pakistanische Polizei dort am frühen Morgen des 2. Mai zwei Witwen Bin Ladens und neun bzw. 14 Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren gefesselt, einige mit leichten Verletzungen, vor und nahm sie in Gewahrsam. Drei männliche und eine weibliche Tote wurden geborgen: Dabei soll es sich um den Kurier Abu Ahmed al-Kuwaiti, dessen Frau, seinen Bruder (zugleich ein Leibwächter Bin Ladens) und Bin Ladens Sohn Ibrahim (Alter 21) handeln.[54] Spätere Berichte nannten 17 lebende und zurückgelassene Personen, darunter drei Witwen, zwei Söhne, eine Tochter und vier Enkelkinder Bin Ladens.[55] Andere berichten von 27 Personen, davon 18 Kinder und neun Frauen.[19]

Fernsehansprache von US-Präsident Obama zur Tötung Bin Ladens, 1. Mai 2011, ab 23:35 Uhr (Ortszeit)

Reaktionen in den USA[Bearbeiten]

Bekanntgabe[Bearbeiten]

Am 1. Mai 2011 um 22:25 Uhr Ortszeit (UTC−4) kündigte das Weiße Haus eine baldige wichtige Nachricht des US-Präsidenten an. Kurz danach verbreitete ein Mitarbeiter der ehemaligen US-Regierung unter George W. Bush die Todesnachricht als unbestätigtes Gerücht über Twitter. Um 22:45 Uhr gaben große US-Nachrichtensender und Zeitungen die Nachricht als mündliche Aussage verschiedener anonymer Regierungsvertreter weiter, so dass sie sich rasch weltweit verbreitete.[56] Um 23:35 Uhr gab Obama Bin Ladens Tötung in seiner angekündigten Fernsehrede an die Nation bekannt.[57]

Eine im Internet zirkulierende Fotografie des getöteten Bin Laden erwies sich am 3. Mai als gefälscht.[58] Obama entschied am 5. Mai, keine Fotografien vom Getöteten zu veröffentlichen, um Hass und Gewalt nicht zu schüren.[59] Am 11. Mai bot die CIA Mitgliedern der Streitkräfte-Ausschüsse von US-Senat und US-Repräsentantenhaus an, die Fotografien anzuschauen. Einige nahmen das Angebot an.[60]

Feiern und Vorsichtsmaßnahmen[Bearbeiten]

Spontane Demonstration am Ground Zero New York

Unmittelbar nach Obamas Fernsehrede versammelten sich jubelnde Menschenmengen unter anderem vor dem Weißen Haus und am Ground Zero New York.[61] Die Ex-Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton sowie internationale Regierungsvertreter gratulierten Obama.[62]

In Erwartung möglicher Racheanschläge wurden die diplomatischen Vertretungen der USA im Ausland in Alarmbereitschaft versetzt und US-Bürger zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.[63] Interpol rief aufgrund weltweit erhöhter Terrorgefahr zu „besonderen Maßnahmen der Wachsamkeit“ auf.[64]

Nach einer repräsentativen Umfrage vom 5. bis 7. Mai 2011 hielten 87 % der befragten US-Bürger Bin Ladens Tötung für richtig, 86 % auch das unilaterale Vorgehen der US-Truppen dabei.[65]

Kritik[Bearbeiten]

Amnesty International sandte der US-Regierung am 4. Mai 2011 einen Fragenkatalog zum Zustand und Verbleib der verletzten und minderjährigen Begleitpersonen, zu den Umständen der Tötung Bin Ladens und der Art seines angeblichen Widerstands gegen seine Festnahme. Diese hätte bei einem Unbewaffneten, falls dieser keine unmittelbare Gefahr für die US-Soldaten war, Vorrang haben müssen, um ihn nach internationalem Recht vor Gericht stellen zu können.[66]

Darauf erklärte Regierungssprecher Jay Carney am 4. Mai 2011:[67]

“The team had the authority to kill Osama bin Laden unless he offered to surrender, in which case the team was required to accept his surrender, if the team could do so safely. The operation was conducted in a manner fully consistent with the laws of war. The operation was planned so that the team was prepared and had the means to take Bin Laden into custody.
There is simply no question that this operation was lawful. Bin Laden was the head of Al Qaeda, the organization that conducted the attacks of September 11, 2001, and Al Qaeda and Bin Laden himself had continued to plot attacks against the United States. We acted in the nation’s self defense. The operation was conducted in a way designed to minimize and avoid altogether if possible civilian casualties. And if I might add, that was done at great risk to Americans.”

„Das Team war dazu ermächtigt worden, Osama bin Laden zu töten, außer wenn er anbot, sich zu ergeben. In diesem Fall war das Team gehalten, diese Aufgabe anzunehmen, falls es dies sicher tun konnte. Die Operation wurde in einer Weise ausgeführt, die ganz mit den Gesetzen des Krieges übereinstimmte. Die Operation war geplant, so dass das Team auf eine Festnahme Bin Ladens vorbereitet und dafür ausgerüstet war.
Ohne Frage war diese Operation legal. Bin Laden war der Führer von al-Qaida, der Organisation, die die Anschläge des 11. September 2001 ausführte, und al-Qaida und Bin Laden selbst haben weiterhin Anschläge gegen die Vereinigten Staaten geplant. Wir handelten zur Selbstverteidigung der Nation. Die Operation wurde auf eine Weise ausgeführt, die mögliche zivile Opfer vermindern und gänzlich vermeiden sollte. Und ich darf ergänzen, dies wurde mit großem Risiko für Amerikaner getan.“

Buchautor Chuck Pfarrer warf der US-Regierung im November 2011 eine verfrühte Bekanntgabe der Erschießung Bin Ladens vor: Dadurch seien andere hochrangige al-Qaida-Mitglieder gewarnt worden und hätten fliehen können.[46]

Debatte um Folterpraktiken[Bearbeiten]

Einige der Gefangenen, deren Aussagen zur Entdeckung des Aufenthaltsortes Bin Ladens geführt hatten, waren während ihrer Haft auch Verhörmethoden wie dem Waterboarding ausgesetzt worden, die international als Folter gelten. Deshalb flammte in den USA die Debatte um diese Methoden erneut auf. So behauptete der frühere Generalstaatsanwalt Michael B. Mukasey am 6. Mai 2011, Kahlid Shaik Mohammed und Abu Faraj al-Libi hätten wegen des Waterboardings den Decknamen des Kuriers und andere Details über ihn preisgegeben.[68] Der Anfang des Jahres als Präsidentschaftskandidat gehandelte Donald Trump behauptete am 11. Mai, ohne Folter wäre Bin Laden nicht gefasst und getötet worden.[69]

Dem widersprach John McCain, Obamas Gegenkandidat bei der US-Präsidentschaftswahl 2008, am 5. Mai und 12. Mai öffentlich: CIA-Direktor Panetta habe ihm auf Nachfrage versichert, dass nicht Khalid Mohammed, sondern ein in einem anderen Land inhaftierter, nicht gefolterter Gefangener den Namen des Kuriers zuerst erwähnt habe. Dessen Klarnamen habe keiner der Gefangenen preisgegeben, die dem Waterboarding ausgesetzt worden seien. Khalid Mohammed habe deswegen im Gegenteil falsche und irreführende Aussagen über den Kurier gemacht. Er forderte Mukasey und andere zur Korrektur ihrer Behauptungen auf. Die harten Verhörmethoden seien als Folter zu definieren und damit nach US-Gesetzen illegal und mit amerikanischer Identität unvereinbar.[70] Mukasey bekräftigte jedoch am 12. Mai, Khalid Mohammed habe den Namen des Kuriers und weitere Terrorpläne infolge von Waterboarding aufgedeckt; dieses sei sowohl effektiv als auch legal gewesen.[71]

Aus einer genauen Gegenüberstellung ihrer Aussagen folgerte ein Kommentator der Washington Post: Der entscheidende Hinweis auf Bin Ladens Aufenthaltsort sei wahrscheinlich nicht durch Folter zustande gekommen, da Mukasey nur vom Decknamen gesprochen und diesen nicht als entscheidende Spur behauptet, sondern dies nur sprachlich nahegelegt habe.[72]

Nachdem im Dezember 2012 der Film Zero Dark Thirty über bin Ladens Tötung erschien, verlangten drei US-Senatoren eine Klarstellung des Produzenten: Die Informationen, die zur Auffindung bin Ladens führten, seien nicht durch Folter von Al-Qaida-Mitgliedern zustande gekommen, diese Darstellung im Film sei fiktiv.[73]

Andere Reaktionen[Bearbeiten]

Pakistan[Bearbeiten]

Die pakistanische Polizei nahm die auf Bin Ladens Grundstück angetroffenen Personen, darunter einige seiner Angehörigen, am 2. Mai 2011 fest und verhörte sie. Direkte Verhöre durch US-Beamte gestattete Pakistan zunächst nur mit der Auflage, dass die Herkunftsländer der verhörten Personen zustimmen müssten; am 11. Mai erlaubte es sie nach einem entsprechenden Antrag der USA.[74]

Pakistans Außenministerium bestätigte Bin Ladens Tötung am 4. Mai und kritisierte, dass die USA Pakistan erst nach dem Einsatz darüber informiert hätten.[75]

In Abbottabad sollen bis zum 5. Mai etwa 70, in Peschawar etwa 200 Juristen gegen die Tötung demonstriert haben.[76]

Angesichts des Wohnorts Bin Ladens nahe der größten Militärakademie des Landes, zu deren Sicherheit die Nachbarschaft oft und streng überprüft wurde, wurde in Pakistan diskutiert, wie er sich jahrelang unentdeckt dort aufhalten konnte. Manche vermuteten, Pakistans Geheimdienst ISI habe ihn gedeckt; andere hielten dies für unvorstellbar, da al-Qaida auch viele Pakistaner getötet hat.[77] Außenminister Salman Bashir verwies demgegenüber am 6. Mai auf Fahndungserfolge des ISI gegen al-Qaida-Mitglieder. Dass dieser sein Wissen an die CIA weitergegeben habe, habe auch zur Enttarnung Bin Ladens geführt.[78]

Als Reaktion auf Bin Ladens Tötung wurde am 9. Mai der CIA-Chef in Islamabad Mark Carlton enttarnt.[79]

Nach einem britischen Zeitungsbericht vom 9. Mai soll Pakistans früherer Staatschef Musharraf den USA 2001 in einem Geheimabkommen einseitige Aktionen gegen Bin Laden in Pakistan erlaubt und auch die pakistanische Empörung über die verletzte Souveränität zur Täuschung der Öffentlichkeit verabredet haben.[80] Dies bestritt ein Sprecher Musharrafs am Folgetag.[81]

Einige Abgeordnete, darunter ein ehemaliger Minister, beteten am 11. Mai im Parlament für Bin Laden.[82] Dieses verurteilte den US-Einsatz am 14. Mai mit einer Resolution als Bruch der Souveränität des Landes und drohte damit, Militärtransporte der NATO durch Pakistan zu untersagen, falls US-Drohnenangriffe nicht beendet würden.[83]

Andere islamische Staaten und Gruppen[Bearbeiten]

Der afghanische Präsident Hamid Karzai sprach von der „Strafe für seine Taten“. Manche Taliban riefen dazu auf, sich als Konsequenz aus Bin Ladens Tod verstärkt um den Friedensprozess zu bemühen. Saudi-Arabien begrüßte die Todesnachricht.[84] Viele Schiiten reagierten erleichtert, da al-Qaida auch viele Schiiten durch Anschläge getötet hatte.[85]

Einige muslimische Geistliche kritisierten die Seebestattung eines an Land Verstorbenen als Bruch islamischer Tradition, die Muslime demütige und Racheakte provozieren könne. Andere erklärten, eine Seebestattung sei für Muslime nur dann erlaubt, wenn niemand den Leichnam empfangen wolle; man hätte ihn der Familie übergeben und diese hätte ein Land für das Begräbnis suchen sollen.[86]

Für den Iran behauptete Minister Heydar Moslehi am 8. Mai 2011 in einem Interview, Bin Laden sei schon am 16. Dezember 2001 verstorben. Zudem kritisierte er die USA, dass sie seinen Leichnam ohne Beweis für seine Tötung beseitigt hätten.[87]

Der Hamas-Führer Ismail Haniya verurteilte die Tötung als Anschlag auf einen Muslim und arabischen Krieger, mit dem die USA blutige Unterdrückung fortsetzten.[88]

Al-Qaida-Vertreter räumten Bin Ladens Tötung in einem mehrseitigen Internettext ein, priesen den Getöteten als Vorbild und riefen die Muslime zur Vergeltung auf, besonders in Pakistan.[89] Ein Vergeltungsanschlag von zwei Taliban am 13. Mai in Shabqadar, Pakistan, tötete mindestens 80 Menschen und verletzte um 140 weitere.[90] In der Nacht zum 23. Mai 2011 griff eine Gruppe von 15 mit Sturmgewehren und Granaten bewaffneten Männern den Marineflieger-Stützpunkt Mehran bei Karatschi an. Ein Tehrik-i-Taliban-Pakistan-Sprecher erklärte anschließend, dies sei die Rache für den Tod von Osama Bin Laden.[91]

Angehörige Bin Ladens[Bearbeiten]

Nach pakistanischen Berichten vom 5. Mai 2011 soll Bin Ladens 12-jährige Tochter Safia das Vorgehen der US-Soldaten beobachtet und wie folgt beschrieben haben: Er sei erst lebend gefasst, dann zu einem der Hubschrauber gezerrt und im Erdgeschoss des Gebäudes am Boden liegend aus nächster Distanz exekutiert worden.[92]

Am 11. Mai 2011 veröffentlichte die New York Times eine Stellungnahme der Söhne Bin Ladens, in der sie seine Tötung anzweifelten und, falls die Informationen darüber zuträfen, kritisierten. Sie fordern Ermittlungen der UNO über die Umstände seines Todes und kündigten an, bei deren Ausbleiben den Internationalen Strafgerichtshof einzuschalten. Gleichzeitig erinnerte der mutmaßliche Autor, der Sohn Omar bin Laden, daran, dass er sich wiederholt von den Taten und Ansichten seines Vaters distanziert habe.[93] Der maschinenschriftliche Brief soll zuerst auf der Webseite eines Taliban erschienen sein.[94]

Am 12. Mai berichteten US-Medien, US-Geheimdienstler hätten in Pakistan im Beisein pakistanischer Beamter erstmals die drei im Gebäude festgenommenen Witwen Bin Ladens vernommen: Khairiah Sabar (Spitzname „Umm Hamza“), Siham Sabar („Umm Khalid“) und die 29-jährige Amal Ahmed Abdulfattah.[95] Letztere hatte Bin Ladens Tötung, bei der sie am Bein verletzt wurde, am 7. Mai bestätigt. Nach ihrer Aussage lebte die Familie seit fünf Jahren in Abbottabad, davor zwei Jahre im Dorf Chak Shah Mohammad. Bin Laden habe außer der Einnahme von Spenden kaum noch mit al-Qaida zu tun gehabt.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland wurde die offenbar geplante und gezielte Tötung Bin Ladens ohne Absprache mit dem souveränen Staat Pakistan vielfach als Verstoß gegen geltendes Völkerrecht kritisiert,[96] unter anderem von Altbundeskanzler Helmut Schmidt.[97] Auch die schnelle Seebestattung des Leichnams wurde als im Islam unüblich kritisiert.[98]

Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen sagte in einer ersten Reaktion, sie freue sich darüber, dass die Tötung Bin Ladens gelungen sei.[99] Diese Aussage wurde etwa von Kirchenvertretern, aber auch von CDU-Vertretern, kritisiert, von anderen verteidigt.[100] Der Hamburger Richter Heinz Uthmann erstattete Strafanzeige gegen Merkel wegen „Belohnung und Billigung von Straftaten“ gemäß § 140 StGB.[101]

Laut der ARD-Umfrage „Deutschlandtrend“ vom Mai 2011 sahen 64 Prozent der Befragten keinen Grund zur Freude über Bin Ladens Tod. 42 Prozent meinten, dass die USA das Recht hatten, ihn zu töten; 52 Prozent meinten, sie hätten sich um die Festnahme bemühen sollen.[102]

Literatur[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tod Osama bin Ladens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CNN (5. Mai 2011): Native Americans object to linking Geronimo to bin Laden
  2. Elizabeth Flock (Washington Post, 3. Mai 2011): Geronimo code name for bin Laden: ‘We got him’
  3. AP/Huffington Post, 17. Mai 2011: Osama Bin Laden Dead: Raiders Knew Mission A One-Shot Deal
  4. Indianer sprechen von Verunglimpfung: Kritik am Codenamen „Geronimo“ für den Tod bin Ladens, RP Online vom 4. Mai 2011
  5. Willi Germund (Stuttgarter Zeitung, 3. Mai 2011): Osama bin Laden in Pakistan: Komplizenschaft oder Ahnungslosigkeit?
  6. What was life like in the Bin Laden compound?, BBC, 3. Mai 2011
  7. Declan Walsh: Osama bin Laden hideout 'worth far less than US claimed, The Guardian, 4. Mai 2011
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34.16930833333373.242438888889Koordinaten: 34° 10′ 9,5″ N, 73° 14′ 32,8″ O