Reichelsheim (Wetterau)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Reichelsheim (Wetterau)
Reichelsheim (Wetterau)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Reichelsheim (Wetterau) hervorgehoben
50.3583333333338.8744444444444128Koordinaten: 50° 21′ N, 8° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 128 m ü. NHN
Fläche: 27,6 km²
Einwohner: 6736 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 244 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61203
Vorwahl: 06035
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 021
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bingenheimer Str. 1
61203 Reichelsheim
Webpräsenz: www.stadt-reichelsheim.de
Bürgermeister: Bertin Bischofsberger (parteilos)
Lage der Stadt Reichelsheim (Wetterau) im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach v.d. Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Reichelsheim (Wetterau) ist eine Stadt im Bundesland Hessen in Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Reichelsheim liegt zwischen Frankfurt am Main und Gießen, mitten im Herzen der „Goldenen Wetterau“ (etwa 30 km nördlich von Frankfurt). Östlich an Reichelsheim fließt der Fluss Horloff vorbei. Geteilt wird Reichelsheim von der Bahnstrecke Friedberg-Nidda. Nordwestlich der Bahnlinie liegt das Neubaugebiet und das Mischgebiet Im Mühlahl. Südöstlich der Bahnlinie liegt der alte Reichelsheimer Ortskern; daran angrenzend das alte Neubaugebiet (1960er Jahre). Im Nordosten grenzt direkt an das Mischgebiet Im Mühlahl das Naturschutzgebiet Bingenheimer Ried.

Das historische Rathaus flankiert von Kriegerdenkmal und evangelischer Kirche.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Reichelsheim grenzt im Norden an die Gemeinden Wölfersheim und Echzell, im Osten an die Gemeinde Ranstadt, im Süden an die Stadt Florstadt, sowie im Westen an die Stadt Friedberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Reichelsheim besteht aus den Stadtteilen Beienheim, Blofeld, Dorn-Assenheim, Heuchelheim, Reichelsheim und Weckesheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Reichelsheim wurde 817 erstmals urkundlich erwähnt. Der Stadtteil Beienheim wurde gar schon 773 dokumentiert. Reichelsheim war eine Exklave des Herzogtums Nassau. In 1665 bekam es Stadtrechte verliehen durch den Grafen Friedrich von Nassau-Weilburg und in 1668 erhielt die junge Stadt Marktrechte. Reichelsheim war seit 1566 eine nassauische Exklave, umschlossen von hessischen Gebieten. Seit 1787 ist Reichelsheim Sitz des Amtes Reichelsheim, das zunächst nur aus dem Ort selbst bestand. Nach dem Deutschen Krieg wurde Nassau von Preußen annektiert. In Art. 15 des Preußisch-hessen-darmstädischen Friedensvertrag vom 3./12. September 1866 wurde ein Gebietstausch vereinbart. Das Amt Reichelsheim kam (gemeinsam mit Harheim) an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Im Großherzogtum wurde Reichelsheim dem Landkreis Friedberg (Hessen) zugeordnet.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[2]

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
42,9 %
39,9 %
11,1 %
6,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,6 %p
-0,8 %p
+11,1 %p
-0,7 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 42,9 11 52,5 16
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,9 11 40,7 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,1 3
FWG Freie Wählergemeinschaft Reichelsheim 6,1 2 6,8 2
Gesamt 100,0 27 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 51,1 48,9

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister von Reichelsheim ist seit 2009 Bertin Bischofsberger (parteilos). Er wurde am 21. September 2008 im zweiten Wahlgang mit 50,4 Prozent der Stimmen in das Amt gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 52,9 Prozent.

Davor war von 1985 bis 2008 Gerd Wagner (SPD) Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten]

In geteiltem Schild, oben im blau gold-beschindelten Feld ein schreitender, goldener Löwe mit roter Bewehrung, unten in Gold ein schwarzes Kreuz, beseitet von zwei roten Rebblättern. Mit den Farben Blau und Gold sowie dem Löwen wird an die einstmalige Zugehörigkeit zu Hessen-Nassau erinnert. Das Kreuz weist in die Geschichte zurück, nämlich die Zugehörigkeit des Ortes zur Fuldischen Mark. Die Rebblätter sind als Symbol für den historisch belegten Weinanbau in der Gemarkung zu verstehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Zu weltweiter Berühmtheit kam der Reichelsheimer Bahnhof, der seit geraumer Zeit als spiegelverkehrtes H0-Modell von der Firma Kibri gefertigt wird. Der zweigleisige Reichelsheimer Bahnhof wie auch der Haltepunkt Weckesheim liegen an der eingleisigen Bahnstrecke Beienheim–Schotten, auf der stündlich Züge der Hessischen Landesbahn Richtung Friedberg und Nidda verkehren. Des Weiteren liegt der Trennungsbahnhof Beienheim im gleichnamigen Reichelsheimer Stadtteil.

Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen GmbH im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes sicher.

Der Deutsche Limes-Radweg führt durch die Stadt. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Südlich von Reichelsheim liegt der als Verkehrslandeplatz klassifizierte Flugplatz Reichelsheim. Am 12. Juni 2011 kam es hier zu einem Absturz eines Goodyear-Luftschiffes. Drei Passagiere überlebten, der Pilot kam ums Leben.

Braunkohle[Bearbeiten]

Bis ins Jahr 1991 war die Gegend rund um die Reichelsheimer Stadtteile Reichelsheim, Heuchelheim, Dorn-Assenheim und Weckesheim vom Braunkohletief- und -tagebau geprägt. Die Braunkohle wurde von der HEFRAG, später PREAG, abgebaut und im Kraftwerk Wölfersheim verarbeitet. Zunächst wurde die Braunkohle im Tiefbau gewonnen. Zu dieser Zeit existierten Gruben in Heuchelheim und Weckesheim. 1961 wurde auf Tagebaubetrieb umgestellt und es gingen nach und nach die Tagebaue II/III (Weckesheim/Heuchelheim), Tagebau VI (Reichelsheim) und VII (Dorn-Assenheim) in Förderung. Die Braunkohle wurde mit einer werkseigenen Grubenbahn ins Kohlekraftwerk nach Wölfersheim transportiert. Dazu wurde westlich von Reichelsheim ein Verladebunker errichtet. Die Braunkohle gelangte aus den Tagebauen VI/VII über Transportbänder dorthin.

Am 30. September 1991 wurde die letzte Braunkohle aus dem Tagebau VII gefördert. Ende Oktober waren auch die Vorräte im Kraftwerk Wölfersheim aufgebraucht und der Betrieb eingestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reichelsheim (Wetterau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011