Butzbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Butzbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Butzbach
Butzbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Butzbach hervorgehoben
50.4366666666678.6622222222222199Koordinaten: 50° 26′ N, 8° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 199 m ü. NHN
Fläche: 106,6 km²
Einwohner: 24.019 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35510
Vorwahlen: 06033, 06081 (Maibach), 06085 (Bodenrod), 06447 (Ebersgöns)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 005
Stadtgliederung: 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schlossplatz 1
35510 Butzbach
Webpräsenz: www.stadt-butzbach.de
Bürgermeister: Michael Merle (SPD)
Lage der Stadt Butzbach im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach v.d. Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Butzbach ist eine deutsche Stadt im Wetteraukreis (Hessen) am nordöstlichen Übergang des Taunus zur Wetterau. Seit Januar 2011 trägt sie den Beinamen Friedrich-Ludwig-Weidig-Stadt.

Geographie[Bearbeiten]

Luftaufnahme 2007

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Butzbach grenzt im Norden an die Gemeinde Langgöns (Landkreis Gießen), im Osten an die Stadt Münzenberg und die Gemeinde Rockenberg, im Süden an die Gemeinde Ober-Mörlen und die Stadt Usingen (Hochtaunuskreis) sowie im Westen an die Gemeinden Grävenwiesbach (Hochtaunuskreis) und Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Butzbach besteht aus den Stadtteilen Bodenrod, Butzbach (Kernstadt), Ebersgöns, Fauerbach vor der Höhe, Griedel, Hausen-Oes, Hoch-Weisel, Kirch-Göns, Maibach, Münster, Nieder-Weisel, Ostheim, Pohl-Göns und Wiesental.

Einwohner[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember) 1939–1970 ohne Stadtteile, 1975 noch ohne Ebersgöns

Jahr Einwohner
1939 6.954
1961 9.938
1970 10.010
1975 20.689
1980 21.274
1987 20.629
1990 22.308
1991 22.772
1992 23.282
1993 23.535
1994 23.880
1995 24.257
1996 24.499
1997 24.574
Jahr Einwohner
1998 24.613
1999 24.725
2000 24.954
2001 25.070
2002 25.310
2003 25.221
2004 25.339
2005 25.340
2006 25.219
2007 24.951
2008 25.045
2009 25.032
2011 23.933

Stadtteile[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen der Stadtteile der Stadt Butzbach.

Stadtteil Einwohner (2008) Einwohner (2009) Tendenz
Butzbach 12.227 12.309
Nieder-Weisel 2.512 2.397
Griedel 1.607 1.637
Kirch-Göns 1.418 1.436
Pohl-Göns 1.410 1.417
Hoch-Weisel 1.379 1.371
Ostheim 1.082 1.064
Fauerbach v.d.H. 746 755
Ebersgöns 735 730
Münster v.d.H. 583 580
Maibach 438 441
Bodenrod 369 361
Hausen-Oes 351 345
Wiesental 188 179

Geschichte[Bearbeiten]

Römerturm am Schrenzerberg, Holzturmrekonstruktion in Fachwerkbauweise
Butzbach – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Ab etwa 90 n. Chr. wurde die Wetterau und damit auch Butzbach Teil der römischen Provinz Germania superior. Man begann sehr schnell mit dem Bau des Limes, der Butzbach im Nordwesten schneidet. Noch heute sieht man die Reste des Grenzwalls. Die Römer errichteten während ihrer fast 200-jährigen Herrschaft über Butzbach ein in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums von Butzbach gelegenes Kastell. Es war eines der wichtigsten Limeskastelle der Wetterau, das Kohortenkastell Hunneburg, von dem heute nichts mehr zu sehen ist. Noch zur Mitte des 17. Jahrhunderts war es gut sichtbar, wie ein hessischer Geschichtsschreiber berichtet. Man hielt die als billigen Steinbruch benutzten Reste fälschlicherweise für eine Burg des Hunnenkönigs Attila, daher auch der Name. Im Museum der Stadt befindet sich ein anschauliches Modell der Hunneburg, die größer war als die restaurierte Saalburg im Taunus. Neben der Hunneburg entstand zur Zeit Kaiser Trajans noch ein kleineres Kastell im „Degerfeld“. Es sollte den Handel zwischen dem freien Germanien und dem römischen Reich sichern. Auch von diesem ist nichts mehr zu sehen.

Ab Beginn des 2. Jahrhunderts gab es westlich des Kohortenkastells eine Zivilsiedlung (Vicus), deren Name allerdings nicht überliefert ist. Sie lag zwischen den beiden Kastellen und erreichte beachtliche (städtische) Ausmaße. Bei Überfällen der Chatten und Alamannen im 2. bzw. 3. Jahrhundert wurden die Kastelle zerstört aber immer wieder aufgebaut. Bis zur Aufgabe des Limes im Jahre 260 blieben beide Kastelle bemannt. Danach verfielen sowohl die Kastelle als auch die Siedlung.[2]

Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung entstammt dem Jahre 773, als Dorf Botisphaden. Philipp IV. von Falkenstein-Münzenberg bewog 1321 Kaiser Ludwig den Bayern, dem Ort Frankfurter Stadtrecht zu verleihen. Die neue Stadt wurde bald darauf mit Mauern, Wällen und Gräben befestigt; Türme und Tore wurden im 19. Jh. niedergelegt. Die Verwaltung oblag einem Rat von 14 Ratmannen, der in einen älteren und jüngeren Rat aufgeteilt war.[3] Ein paar hundert Jahre lang erbten und vererbten Butzbach Falkensteiner, Eppsteiner, Solms-Braunfelser, Solms-Licher, Katzenelnbogener und schließlich Hessen-Darmstädter.

Historische Namensformen sind: [4]

  • Botisphaden (773)
  • Botinesbach (768-778)
  • Butisphaden (805-808)
  • Buodesbach (821)
  • Bvotesfad (10. Jahrhundert)
  • Budesbah ( 2. Hälfte 12. Jahrhundert)

Von 1609 bis 1643 wurde Butzbach von einer Seitenlinie Hessen-Darmstadts, dem Landgrafen Philipp III. von Hessen-Darmstadt-Butzbach regiert. Anschließend fiel Butzbach wieder an Hessen-Darmstadt. Landgraf Philipp war ein vielfach interessierter und hochgebildeter Mann, er sprach sieben Sprachen, lernte während einer Italienreise Galilei kennen, war interessiert an Astronomie und Astrologie, verfügte folgerichtig über eine eigene Sternwarte und hatte mehrfach Johannes Kepler zu Besuch. In seinem weithin berühmten Lustgarten ließ er einen Planetenbrunnen mit vielfältigen Einstellmöglichkeiten von Sternzeichen, Sternbildern, Jahreszeiten usw. anlegen. Von all dem ist nichts mehr zu sehen, der Lustgarten wurde zum Kasernenhof, vom Planetenbrunnen gibt es nur noch ein Gemälde, das 1999 restauriert wurde. Seit geraumer Zeit besteht im Bereich des restaurierten Landgrafenschlosses ein detailgetreuer Nachbau des Lustgartens.

Butzbach war Sitz des Amtes Butzbach und nach Auflösung der Ämter 1821 bis 1829 kurzzeitig Kreisstadt des Landkreises Butzbach. 1840 bis 2004 war die Stadt Sitz des Land- bzw. Amtsgerichtes Butzbach.

Die Stadt Butzbach richtete vom 1. bis 10. Juni 2007 den 47. Hessentag aus. Dabei konnten 1,1 Millionen Besucher begrüßt werden.

Anlässlich des 220. Geburtstages von Friedrich Ludwig Weidig, dem Mitherausgeber des Hessischen Landboten, am 15. Februar 2011, wurde der Stadt Butzbach von Innenminister Boris Rhein der Namenszusatz Friedrich-Ludwig-Weidig-Stadt verliehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1970 wurden im Rahmen der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Hoch-Weisel, Nieder-Weisel, Ostheim und Pohl-Göns eingegliedert. Am 1. Februar 1972 kamen Bodenrod und Philippseck (Zusammenschluss der Gemeinden Fauerbach vor der Höhe und Münster am 31. Dezember 1970) hinzu. Griedel, Hausen-Oes, Kirch-Göns und Maibach folgten am 1. August 1972.[5]

Militär[Bearbeiten]

Innenhof des Schlosses mit dem Mittelflügel
Adler über dem Nordportal des westlichen Flügels (erbaut 1937) des Butzbacher Schlosses; ursprünglich mit umkränztem Hakenkreuz in den Fängen des Adlers

In dem zur Kaserne umgewandelten ehemaligen landgräflichen Schloss, das Mitte des 19. Jahrhunderts Chevaulegers-Kaserne hieß, waren zu dieser Zeit Teile des hessischen Garde-Chevaulegers-Regiment (ab 1872 Garde-Dragoner-Regiment) und des Leib-Chevaulegers-Regiment (ab 1872 Leib-Dragoner-Regiment) untergebracht.

Ab 1898 war in der nunmehrigen Schloss-Kaserne das I. Bataillon des 5. Großherzoglich Hessischen Infanterieregiments Nr. 168 stationiert, am 1. September 1939 das II. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 36.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen hier Truppen der US Army in Garnison, unter anderem das 16th Signal Battalion sowie Teile des 3rd Field Artillery Regiment. Inzwischen ist die Kaserne aufgegeben.

Ein Wohngebiet des amerikanischen Militärs („Roman Way Housing“) mit mehr als 1000 Wohnungen, Geschäften, einer Schule und einem Krankenhaus wurde im Oktober 2007 aufgegeben. Das Areal stand bis Ende 2011 leer, seitdem wird ein Großteil der Gebäude abgerissen. Sie stand auf dem ehemaligen Kastelldorf der Römer und so wurden die Amerikaner die zweite Besatzungsmacht in Butzbach auf dem gleichen Grund und Boden. Doch das war nicht die einzige Parallele, denn man fand bei Grabungen einen Stempel der 22. Legion der Römer, zur gleichen Zeit war auch das 22. Amerikanische Infantry Regiment in Butzbach stationiert. Der Legionsstempel und das Emblem der amerikanischen Einheit wiesen große Ähnlichkeit auf. Diese Kuriosität ging durch die Presse in Deutschland und den USA, so fanden die Grabungen große Beachtung.

Außerdem befand sich im Stadtteil Kirch-Göns die Ayers-Kaserne, in der ebenfalls US-Soldaten stationiert waren.

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]

Christliche Gemeinden[Bearbeiten]

Die Markuskirche (Butzbach) in Butzbach beherbergt die evangelische Gemeinde. Außerdem verfügt die evangelische Kirche über das Haus Degerfeld und das Jugendhaus Cafe Kanne, sowie einen evangelischen Kindergarten[6]. In der Stadt gibt es außerdem eine römisch-katholische Kirche (St. Gottfried) mit angeschlossenem Kindergarten[7]. Zur Pfarrei gehört eine weitere Kirche im Ortsteil Fauerbach. Am Schloss ist mit ihrem Gemeindezentrum die Evangelische Stadtmission Butzbach/Nieder-Weisel ansässig. In der Kernstadt existiert zudem eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.

Die jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Im Mittelalter werden 1332 erstmals jüdische Bewohner genannt. Nach der Verfolgung in der Pestzeit 1348/49 hört man 1371/72 wieder von Juden in der Stadt. 1384 wird eine Synagoge (Betsaal) in Butzbach erwähnt. Die jüdischen Familien lebten insbesondere in der Judengasse (später Hirschgasse). Ihre Haupteinnahmequelle war die Pfandleihe. Doch hört man auch von einem jüdischen Arzt und von jüdischen Gelehrten. Von einer Vertreibung der Juden am Ende des Mittelalters ist nichts bekannt, doch zogen die meisten Juden Mitte des 15. Jahrhunderts aus der Stadt fort. Im 16. und 17. Jahrhundert lebten wiederum Juden in der Stadt, die hauptsächlich vom Kleinhandel, aber auch von Handwerken lebten. 1622 wurden fünf bis acht Familien gezählt, 1656 zehn Familien mit einem Rabbiner. Aus nicht bekannten Gründen verzogen die Familien nach einiger Zeit wieder aus Butzbach oder wurden ausgewiesen. Zu einem stärkeren Zuzug kam es erst wieder im 19. Jahrhundert. Um 1848 wurden 27 jüdische Einwohner (fünf Familien) gezählt. Da abzusehen war, dass weitere Familien folgten, erhielten sie wenig später die Genehmigung zur Gründung einer selbständigen Religionsgemeinde. Ein Betsaal konnte noch im August 1848 im Rathaus der Stadt eingerichtet werden. 1868 waren es 14 Familien. Durch Zuzug aus den Nachbardörfern – verstärkt nach der Zeit des Ersten Weltkrieges – und Zuzug einiger sogenannter Ostjuden wurden es etwa 40 Familien. Hauptsächlich verdienten die jüdischen Familienväter ihren Lebensunterhalt als Kaufleute (auch Schuhwarenhändler, Textilkaufleute), als Viehhändler, Landesproduktenhändler, Metzger, Tabakwarenhändler, als Uhrmacher oder Schuhmacher. Eine Synagoge konnte am 20. August 1926 in der Wetzlarer Straße erbaut werden. Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 148 Personen, d.h. 2,6 % der Gesamtbevölkerung) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert, ein größerer Teil von ihnen in die USA (80 Personen). Beim Novemberpogrom 1938 wurde nicht nur die Synagoge niedergebrannt, sondern auch jüdische Geschäfte und Wohnungen völlig verwüstet sowie jüdische Einwohner misshandelt. 1941–1942 wurden die letzten 18 jüdischen Personen aus Butzbach in Vernichtungslager deportiert und ermordet, weitere ehemalige Butzbacher Juden wurden von anderen Orten aus deportiert. Nach 1945 entstand keine jüdische Gemeinde mehr in der Stadt.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die letzten Kommunalwahlen lieferten folgende Ergebnisse:[8]

Kommunalwahl in Butzbach 2011
 %
40
30
20
10
0
34,1 %
32,1 %
16,7 %
9,9 %
7,2 %
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,3 %p
-8,7 %p
+9,7 %p
+3,5 %p
-1,3 %p
-3,1 %p
-2,5 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,1 12 31,8 12 39,7 15
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,1 12 40,8 15 39,9 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,7 6 7,0 3 6,8 3
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Butzbach 9,9 4 6,4 2
FDP Freie Demokratische Partei 7,2 3 8,5 3 6,5 2
Linke.WASG Die Linke.WASG 3,1 1
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 2,5 1
PBI Pro Bürger Interessen 3,9 1
FWG Freie Wähler-Gemeinschaft Butzbach 3,2 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 45,5 47,2 51,1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Stichwahl am 30. September 2012 gewann erneut der amtierende Bürgermeister Michael Merle (SPD) mit 62,4 % gegen Benjamin Seliger (CDU) mit 32,8 %. Die Wahlbeteiligung betrug 45,5 %.

Erster Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg war 1945 bis 1949 Bruno Wittig (SPD). Von 1998 bis 2006 war Oswin Veith (CDU) Bürgermeister von Butzbach.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Patenschaft[Bearbeiten]

  • 1954 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt Tepl im Egerland übernommen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Butzbach liegt an der Main-Weser-Bahn zwischen Gießen und Friedberg im Bereich des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Der Bahnhof Butzbach Ost war Verwaltungssitz der Butzbach-Licher Eisenbahn AG, die heute in der Hessischen Landesbahn aufgegangen ist. Der Standort Butzbach spielt eine große Rolle im ÖPNV (Bus – HLB Hessenbus) und SPNV (Schiene – HLB Hessenbahn) in der Wetterau.

Direkte Autobahnanschlüsse an die Bundesautobahn 5 (Hattenbacher Dreieck–Weil am Rhein) und die Bundesautobahn 45 (Sauerlandlinie von Dortmund nach Aschaffenburg), die sich ganz in der Nähe bei Gambach kreuzen. Weiter ist Langgöns in der Nähe von Butzbach Ausgangspunkt der Bundesautobahn 485 zum Gießener Nordkreuz und Richtung Marburg und Kassel. Butzbach liegt außerdem an der Bundesstraße 3 zwischen Friedberg und Gießen.

Auf einem Straßenabschnitt der L 3053 zwischen Butzbach und Hausen wird in Medien und Internet von einer Gravitationsanomalie berichtet. Dort sollen Flaschen, Bälle und Autos ohne äußere Einwirkung den Berg hinauf rollen. Hierbei handelt es sich jedoch um eine optische Täuschung, durch Messungen und Aussage des Straßenverkehrsamtes ist nachgewiesen, dass die Straße an dieser Stelle ein Gefälle aufweist.

Radwanderwege[Bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet von Butzbach führen mehrere Radfernwege.

  • Der Hessische Radfernweg R6 steht unter dem Motto Vom Waldecker Land ins Rheintal. Der Radfernweg beginnt in Diemelstadt im Norden Hessens und verläuft bis nach Lampertheim im Süden. Die Gesamtlänge beträgt ungefähr 380 Kilometer.

Medien[Bearbeiten]

  • Die Butzbacher Zeitung ist die ortsansässige Tageszeitung für Butzbach und Umgebung. Sie wird verlegt und gedruckt vom Druckhaus Gratzfeld.
  • Seit 1999 geht das Veranstaltungsradio Radio WeWeWe – Welle West Wetterau ein Mal im Jahr auf Sendung, meist für neun Tage begleitend zu einer öffentlichen Veranstaltung. Das Radio ist als Verein organisiert und versteht sich als Bürgerradio, das einen medienpädagogischen Beitrag für die die Region Wetterau leistet.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Eine Abteilung des Butzbacher Museums hat die Überschrift „Was Krupp in Essen, ist Butzbach in Hessen!“ Butzbach ist ein bedeutender Industrie- und Gewerbestandort, der hauptsächlich auf Maschinenbau und Metallverarbeitung ausgerichtet ist, z. B. Weichenbau der Voestalpine, Verfahrenstechnik, Produktion von Maschinen für die Landwirtschaft, Schleifmitteltechnik, Anlagenbau auf dem Gebiet Wasser- und Abwasseraufbereitung, Verpackungsmaschinen, Messtechnik und Regelungstechnik. Seit 1987 nimmt die Beschäftigtenzahl im produzierenden Gewerbe ab, dafür steigt die Zahl der Beschäftigten bei Dienstleistung und Handel. So hat zum Beispiel die Fa. Hess Natur ihren Firmenhauptsitz in Butzbach. Die Digitalo GmbH, einer der führenden Online-Versandhändler von Computern, Elektronik und Haushaltsgeräten, hatte bis zur Schließung ihren Hauptsitz in Butzbach.

Bildung[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturdenkmäler in Butzbach[Bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Butzbach

Museen[Bearbeiten]

In Butzbach gibt es das Museum der Stadt Butzbach im Solms-Braunfelser Hof. Das Museum gibt u. a. Einblicke in die Butzbacher Industriegeschichte (Gerberei, Schuhmacherhandwerk und Nahrungsmittelproduktion).

Marktplatz mit altem Rathaus

Butzbach liegt an der Deutschen Fachwerkstraße und an der Limes-Straße.

Der Schrenzer ist eine Anhöhe am Rande von Butzbach und ist ein beliebtes Ausflugsziel, da man einen schönen Überblick über die Umgebung bekommt. Hier befindet sich auch ein Freibad.

Bauwerke[Bearbeiten]

Hexenturm mit Stadtmauer
Sparbögen der Stadtmauer in Butzbach/Hessen
  • Der Marktplatz mit dem Marktbrunnen, dem Fachwerkrathaus aus dem 16. Jahrhundert und mit einigen Fachwerkhäusern; oft zu den schönsten Plätzen Hessens gezählt
  • Weitere Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert
  • Gotische Markuskirche aus dem 15. Jahrhundert
  • Kleine Reste der Stadtmauer mit typischen Schwibbogenhäusern.
  • Das Landgrafenschloss – Bereits um 1200 gab es in Butzbach eine Burg, die im Laufe der Zeit zum Schloss ausgebaut wurde. Hier residierten für kurze Zeit die Landgrafen von Hessen-Butzbach. Später wurde das Schloss zur Kaserne. Das Landgrafenschloss wurde bis 2004 renoviert und wird inzwischen von Magistrat und Stadtverwaltung genutzt.
  • Ebenfalls im Bereich der ehemaligen Burg befindet sich das Solmser Schloss, das als Amts- und Witwensitz der Grafen von Solms genutzt wurde.
  • Die Wendelinskapelle Butzbach ist die älteste Fachwerkkirche Hessens aus der Zeit um 1440
  • Komturkirche des Johanniter-Ordens im Stadtteil Nieder-Weisel südlich von Butzbach
  • In der Stadt befindet sich die von 1890 bis 1894 erbaute Justizvollzugsanstalt Butzbach für erwachsene männliche Straftäter.

Soldatenfriedhof Butzbach Nieder-Weisel[Bearbeiten]

Der Soldatenfriedhof wurde gegen Kriegsende von der US Army angelegt. Auf ihm ruhen 519 Soldaten, davon 420 deutsche und 99 sowjetische und polnische Kriegstote. Die Deutschen waren im März 1945 in Hessen und im April in Westthüringen gefallen. Heute wird alljährlich auf dem Soldatenfriedhof die zentrale Gedenkfeier der Stadt Butzbach anlässlich des Volkstrauertages abgehalten.

Sport[Bearbeiten]

Überregional bekannt ist der TSV 1846 Butzbach, dessen Handballer zwei Jahre lang in der Handball-Bundesliga spielten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Märkte (März: Faselmarkt/Oktober: Katharinenmarkt)
  • Größtes Open Air Kino Hessens
  • 1. Wochenende im September: Altstadtfest

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

ehemalige Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1933 – Ferdinand Werner, Dr., Staatspräsident und Bildungswesen (NSDAP), (Aberkennung des Ehrenbürgerrechts)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Johann Jakob Griesbach (* 4. Januar 1745 in Butzbach; † 12. März 1812 in Jena) war seit 1775 Professor für Neues Testament in Jena und gilt als einer der Väter der neutestamentlichen Textkritik.
  • Lorenz Diefenbach (1806–1883) war ein Bibliothekar, Pfarrer, Germanist, Lexikograf sowie deutschnationaler Schriftsteller.
  • Ernst Glaeser (1902–1963) war ein Schriftsteller, der die Pseudonyme Anton Ditschler, Erich Meschede, Alexander Ruppel und Ernst Töpfer nutzte.
  • Dieter Enders (* 1946) ist ein deutscher Chemiker und Pionier auf dem Gebiet der asymmetrischen Synthese. Seit 1985 hat er einen Lehrstuhl für organische Chemie der RWTH Aachen inne.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Horst: Zur Geschichte von Butzbach, von der Vor-und Frühgeschichte bis zur Gegenwart, herausgegeben von der Stadt Butzbach und vom Geschichtsverein Butzbach 1971.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. www.taunus-wetterau-limes.de
  3. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Hessen, 3. überarbeitete Aufl., S. 73
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Butzbach, Wetteraukreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 17. April 2014, abgerufen am 22. Juni 2014.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360 und 361.
  6. Kinder » Markusgemeinde Butzbach
  7. Butzbach, St. Gottfried
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Butzbach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: in Merians Topographia Hassiae – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Butzbach – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Butzbach – Reiseführer