Saab 39
| Saab JAS 39 Gripen | ||
|---|---|---|
Schwedische JAS 39 „Gripen“ 2003 in Bulgarien |
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| Typ: | Mehrzweckkampfflugzeug | |
| Entwurfsland: | ||
| Hersteller: | Saab | |
| Erstflug: | 9. Dezember 1988 | |
| Indienststellung: | 6. Juni 1996 | |
| Produktionszeit: | Seit 1995 in Serienproduktion | |
| Stückzahl: | 202 (Stand: August 2008) | |
Die Saab JAS 39 Gripen (der Greif) ist ein schwedisches Mehrzweckkampfflugzeug und die Nachfolgerin der Saab JA 37 Viggen. Die bei der schwedischen Luftwaffe verwendete Bezeichnung JAS steht für Jakt, Attack och Spaning, das heißt Jagd, Angriff und Aufklärung.
Die Prototypen flogen ab 1988 und die aktuelle Version – JAS 39C/D – steht seit 2005 bei der schwedischen Luftwaffe (Flygvapnet) im Einsatz. Neben seinem Einsatz bei der Flygvapnet befindet sich der „Gripen“ auch bei den Luftstreitkräften weiterer Staaten im Einsatz. Ab dem Jahr 2007 will die schwedische Luftwaffe ihren Bestand an aktiven „Gripen“ auf etwa 60 Maschinen reduzieren und alle verbleibenden Maschinen auf den JAS-39C/D-Standard bringen.
[Bearbeiten] Entstehungsgeschichte
Gebaut wird das Flugzeug von einer Tochtergesellschaft der SAAB AB, der „Gripen International“ (Kooperation zwischen „Saab Technologies“ und BAE Systems) im schwedischen Linköping. Der Großteil des Flugzeuges wird in Schweden gefertigt und endmontiert. Weitere Komponenten stammen hauptsächlich von europäischen Firmen, einige Teile jedoch auch aus den USA und Südafrika. Zur Entwicklung der Maschine schlossen sich Saab, Volvo, Ericsson und FFV Aerotech zur Industriegruppe JAS zusammen. Diese legte 1981 einen ersten Entwurf vor. Die ersten Systemerprobungen begannen 1984 und im Februar 1986 war das erste Mock-up fertig. Der Rollout war am 26. Februar 1987. Der Erstflug des ersten Prototypen folgte am 9. Dezember 1988 mit dem Piloten Stig Holmström am Steuer. Nach seinem Absturz fand der Erstflug des zweiten Prototyps am 4. Mai 1990 statt. Fünf Prototypen (der letzte hatte im Oktober 1991 seinen Erstflug), eine Zelle für statische Versuche und zwei Kabinen für Versuche mit dem Schleudersitz wurden gebaut. Die Erprobung der Prototypen dauerte wegen zweier Abstürze und Problemen mit der US-amerikanischen Fly-by-Wire-Software länger als geplant. Der „Gripen“ wurde 1993 von der schwedischen Flugwaffe auf dem Flugplatz von Linköping zuerst in den Dienst gestellt. Die erste Maschine in Doppelsitzerausführung flog am 29. April 1996 zum ersten Mal.
[Bearbeiten] Funktionsbeschreibung
Der „Gripen“ ist ein schwedisches Mehrzweckkampfflugzeug, das als Ein- und Doppelsitzer verfügbar ist. Es ist für den harten Wintereinsatz auch von Behelfspisten, Autobahnen und unbefestigten Straßen ausgelegt. Zudem erfüllt der „Gripen“ die Forderungen nach hoher Zuverlässigkeit, einfacher Wartung (zum Teil durch Wehrpflichtige) und universellem Einsatz. Bei besonders kalter Witterung lässt sich die Maschine nach vergleichsweise kurzer Anheizphase mit dem Hilfstriebwerk rasch in die Luft bringen. Auch auf schwierigen Bodenverhältnissen ist das Abheben und die Landung kein größeres Problem für erfahrene Piloten.
Da sich die Entwicklung für Saab nur bei einer Produktion von deutlich über 200 Stück auszahlt, wurden bislang 64 Exemplare an andere, zu jenem Zeitpunkt blockfreie Staaten wie Südafrika und Ungarn veräußert.
[Bearbeiten] Versionen
- JAS 39 „Gripen“
Fünf Testmaschinen bzw. Prototypen (39-101 bis 39-105)
- JAS 39A „Gripen“
Erste Mehrzweckkampfflugzeugversion, kein Export. Cockpit mit mono-farbenen MFD, alles in schwedischer Sprache beschriftet. Unterschiede zwischen Batch-1- und Batch-2-Maschinen: Batch-2-Maschinen sind analog der JAS 39C des Batch 2 ausgerüstet.
- JAS 39B „Gripen“
Zweisitzige Version der JAS 39A für Kampf- und Trainingseinsätze. Unterschied: fehlende Bordkanone, zweites baugleiches Cockpit hinter dem Piloten und weniger interner Treibstoff.
- JAS 39C „Gripen“
Verbesserte Version mit neuem Glascockpit, größeren MFD, neuer APU, OBO-Generator (Sauerstofferzeuger) und Flugbetankungssonde. Unterschiede zwischen Batch-2- und Batch-3-Maschinen: Batch 3 ist die Exportversion mit englisch beschriftetem Cockpit, erweiterter Bewaffnung sowie verbessertem Triebwerk, FADEC und Datenlink.
- JAS 39D „Gripen“
Zweisitzige, kampftaugliche Version der JAS 39C, die auch als Wild Weasel oder Drohnenleitstelle operieren soll.
- JAS 39EBS „Gripen“
Bezeichnung für die JAS 39C/D für den Export. Die Bezeichnung EBS HU bedeutet „Export Baseline Standard Hungary“ und unterscheidet sich von den JAS 39C durch das Link-16-Datenlink, Nato-Pylons, größere Zusatztanks sowie Nato-Standardbewaffnung. Sämtliche Beschriftungen und Computersysteme sind in englischer Sprache vorhanden.
- JAS 39 E/F „Gripen NG“
Die „Gripen NG“ (NG steht für Next Generation oder auch New Gripen) stellt die bisher leistungsfähigste Variante der JAS 39 dar und wurde als zweisitziger Demonstrator gebaut. Sie basiert auf der JAS 39C und erhielt verschiedene Neuerungen wie Active Electronically Scanned Array-Radar, Köder, neuere Bewaffnung und neue Aufhängepunkte. Diese Version weist eine auf 16.000 kg erhöhte Abflugmasse sowie 1.000 kg mehr Zuladung auf. Sie besitzt das General-Electric-F414G-Triebwerk und verfügt über 1.400 l mehr Tankkapazität. Das Hauptfahrwerk der Maschine wird nun in einer Verkleidung unter dem Rumpf untergebracht, was durch die breitere Spur auch die Anbringung zweier zusätzlicher Aufhängungen am Rumpf mit maximal 910 kg Zuladung möglich macht. Auch die Avionik (Radar mit elektronischer Strahlschwenkung, Selbstschutzsystem, Kommunikationssystem) wurde verbessert.
Der Prototyp dieser Version wurde am 23. März 2008 zum ersten Mal vorgestellt. Der Testflug zur Vorstellung der Supercruise-Fähigkeiten fand am 21. Januar 2009 über der Ostsee durch den Testpiloten Magnus Ljungdahl statt. Ende 2011 wurde die Beschaffung von 22 Stücks der Versionen E (Einsitzer) und F (Doppelsitzer) durch den Schweizer Bundesrat beschlossen und dem Parlament zur Ratifizierung vorgelegt. Weiter erhofft sich Schweden Dänemark mit Gripen E/F ausrüsten zu können.[1] Einen Rückschlag erlitt Saab bei der erhofften Auslieferung einer grossen Stückzahl Gripen an Indien. Diese Ausschreibung verlor Saab anfangs 2012 gegen die französische Rafale, von der Indien 126 Stück zum Preis von $12Mrd. beziehen wird.[2]
[Bearbeiten] Weitere Varianten
- JAS 39 „Gripen DK“: Alte Bezeichnung für die Gripen NG der geplante Version für Dänemark.
- JAS 39 „Gripen N“: Geplante Version für Norwegen, verbesserte JAS 39C/D.
- JAS 39 „Super Gripen“: Alte Bezeichnung für die Gripen NG.
- JAS 39X „Gripen“: Einstmals geplante Exportversion für die saudische RSAF; unterlag in der Evaluation gegen den Eurofighter Typhoon.
- JAS 39 „Super Gripen IN“: Exportversion für Indien auf Basis der Gripen NG
- JAS 39 „Sea Gripen“: mögliche Exportversion für Brasilien oder Indien für den Trägereinsatz auf Basis der Gripen NG
[Bearbeiten] Einsätze
Die Gripen hat ihren ersten Kampfeinsatz im Rahmen des internationalen Militäreinsatzes in Libyen 2011. Schweden erwägt den Einsatz von acht Flugzeugen, die allerdings nur mit einem defensiven Kampfauftrag eingesetzt werden.[3]
[Bearbeiten] Konstruktion
Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen Mitteldecker mit an der Vorderkante um 45° gepfeilten Deltaflügeln mit Sägezahn und beweglichen Canards an den seitlichen angebrachten Lufteinläufen. Die Canards dienen nicht nur der Manövrierfähigkeit, sondern können auch zur Verkürzung der Landestrecke benutzt werden. Im hinteren Teil des Rumpfes sind zusätzlich zwei Bremsklappen angebracht. Zur Erweiterung der Reichweite verfügt die Maschine über eine einziehbare Tanksonde auf dem linken Lufteinlass. Das Fahrwerk besteht aus einem doppelt bereiften Bug- und zwei einfach bereiften Hauptfahrwerken. Die Avionik besteht aus einem Puls-Doppler-Radar PS-05/A von Ericson/GEC-Marconi mit mehreren Betriebsarten (look-down, shot-down) und einer Erfassungsreichweite von etwa 120 km, einem Ericsson-SDS-80-Zentralcomputer mit etwa 40 Prozessoren und einem MIL-2553B-Standardbus. Gesteuert wird die Maschine durch ein Fly-by-Wire-System. Im Cockpit stehen verschiedene Multifunktionsbildschirme und ein Weitwinkel-Head-Up-Display von Kaiser Electronics zur Verfügung. Das Flugzeug besteht zu etwa dreißig Prozent aus Verbundwerkstoffen. So bestehen die Canards und einige Verkleidungen des Rumpfes sowie Teile der Tragflächen, der Seitenflosse, der Ruder und die Landeklappen aus Kohlefasern. Das Radom besteht aus Glasfaser, während für den Rumpf Aluminiumlegierung und die Tragflächenanschlüsse Titan verwendet werden.[4]
[Bearbeiten] Triebwerk
Bei den JAS 39A und B wird ein Volvo Aero RM12 – ein verbessertes F404-Triebwerk von General Electric mit Nachbrenner – eingesetzt. Für die JAS 39C/D wurde das verbesserte Volvo RM12UP verwendet. Seit 2007 wird die Möglichkeit der Nachrüstung mit einem GE F414G geprüft. Die Lufteinläufe der Triebwerke sind nicht verstellbar.
- Volvo Aero RM12
- Volvo Aero RM12UP
- General Electric GE F414G
[Bearbeiten] Sicherheits- und Rettungssysteme
[Bearbeiten] Sprengschnur
Im oberen Teil der Cockpithaube ist eine Sprengschnur eingearbeitet, um im Falle eines Ausstieges durch kontrollierte Zerlegung der Haube Verletzungen des Piloten vorzubeugen.
[Bearbeiten] Schleudersitz
Für den Notausstieg bei Unterschallgeschwindigkeit ist für jeden Piloten ein vollautomatischer Martin-Baker Mk.10LS-Schleudersitz eingebaut. Der gasbetriebene Schleudersitz verfügt neben dem Piloten-Fallschirm auch über einen Anschluss für die Anti-G-Hose, einen Sauerstoffanschluss sowie ein Überlebenspaket. 2007 gab es Probleme mit einem ungewollten Ausschuss, als offenbar der Anti-G-Anzug den Auslösegriff bei hoher G-Beschleunigung betätigte.
[Bearbeiten] Airbag
Für den Piloten im zweiten Cockpit (bei den Doppelsitzvarianten) ist ein Airbag im Frontpanel eingebaut, um ihn beim Ausstieg des vorne sitzenden Piloten mit dem Schleudersitz vor Splittern der berstenden Cockpithaube zu schützen.
[Bearbeiten] ABS
Das Fahrwerk des Gripen verfügt über Bremsen mit ABS, um auf den schwedischen Behelfsstartbahnen, bei schlechten Pistenverhältnissen und auf kurzen Strecken starten und landen zu können.
[Bearbeiten] Bewaffnung
[Bearbeiten] festinstallierte Bordkanone
- 1 × 27-mm-Revolver-Maschinenkanone AKAN Mauser BK-27 mit 120 Schuss Munition (nur in einsitzigen Maschinen)
Zudem kann an vier Unterflügelstationen, zwei Flügelendenschienen und zwei Unterrumpfstationen eine Vielzahl verschiedener Waffen mit einem maximalen Gesamtgewicht von 4.200 kg mitgeführt werden. Bei der Version Gripen NG mit dem stärkeren Triebwerk stehen zwei zusätzliche Unterrumpfstationen zur Verfügung und das Gesamtgewicht steigt auf 5.200 kg.
[Bearbeiten] Luft-Luft-Bewaffnung
- 6 × RB 74 (Robotsystem 74, schwedische Lizenzproduktion der Raytheon AIM-9L „Sidewinder“) - wärmebildgesteuerter Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper
- 6 × Raytheon AIM-9L/I „Sidewinder“ (wärmebildgesteuerter Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper)
- 6 × RB 98 (Robotsystem 98, Diehl BGT Defence „IRIS-T“) (wärmebildgesteuerter Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper)
- 4 × RB 99 (Robotsystem 99, schwedische Lizenzproduktion der Raytheon AIM-120B „AMRAAM“) (radargelenkter halbaktiver Mittelstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper)
- 4 × Raytheon AIM-120C-5 AMRAAM (für Exportversion, radargelenkter halbaktiver Mittelstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper)
- 4 × MBDA Meteor (zurzeit noch in der Erprobungsphase, radargelenkter halbaktiver Mittelstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper)
- 6 × Kentron V3E A-Darter (für südafrikanische Maschinen)
- 4 × Kentron V4 R-Darter (für südafrikanische Maschinen)
[Bearbeiten] Luft-Boden-Lenkwaffen
- 4 × Saab RB 75TV (Robotsystem 75, schwedische Lizenzproduktion der AGM-65B „Maverick“ (elektro-optisch gelenkter Luft-Boden-Lenkflugkörper)
- 4 × Raytheon AGM-65D/G/H „Maverick“ (wärmebildgelenkter Luft-Boden-Lenkflugkörper)
- 2 × Saab Bofors/Diehl BGT RBS-15F (Robotsystem 15) (radargelenkter Schiffsbekämpfungs-Lenkflugkörper)
- 4 × GBU-12 „Paveway II“ lasergelenkte Gleitbombe (227 kg)
- 4 × GBU-16 „Paveway II“ lasergelenkte Gleitbombe (454 kg)
- 2 × GBU-10 „Paveway II“ lasergelenkte Gleitbombe (907 kg)
[Bearbeiten] ungelenkte Luft-Boden-Raketen
[Bearbeiten] Luft-Boden-Freifallmunition
- 8 × NAD Crainer Mk.82 (241-kg-Freifallbombe)
- 8 × M51 (120-kg-Freifallbombe)
- 2 × Bombkapsel BK 90 „Mjolner“ (DASA DWS 39, 600 kg Schüttbombe gegen Panzerverbände)
[Bearbeiten] Elektronikbehälter
- 1 × Rafael Litening-GIII-Zielbeleuchtungsbehälter (Pod mit Wärmebildgerät, TV-Kamera, Laserpeiler und Lasersuch- und Folgesystem
- 1 × Vinten Vicon 18/72C Aufklärungs- und Überwachungsbehälter (mittlerweile durch SPK39 ersetzt)
- 1 × Rafael RECCELITE-Aufklärungsbehälter
- 1 × Saab SPK39 (SLAR-Aufklärungsbehälter)
- 1 × Ericsson „Eriejammer 200“ (EKF-Störbehälter; nur JAS 39A/B)
- 1 × Saab-Ericsson „BOQ-X300“ (EKF-Störbehälter)
[Bearbeiten] Treibstofftanks
- 3 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks mit 1400 Litern Kerosin (nur JAS 39EBS)
- 3 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks mit 1100 Litern Kerosin
- 3 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks der Saab 35 Draken mit 530 Litern Kerosin (nur Prototypen)
[Bearbeiten] geplante Erweiterungen des Waffenarsenales
- 2 × „TAURUS“ KEPD-150 (Marschflugkörper)
- 2 × Kentron MUPSOW
- 2 × Kentron RAPTOR
- 8 × GBU-39 (Small Diameter Bomb)
- 8 × MBDA Brimstone (Panzerabwehr-Lenkflugkörper)
[Bearbeiten] Selbstverteidigungssysteme
Radarwarner Die Enden der Startschienen an den Tragflächenspitzen tragen insgesamt vier SAAB-Electronics-BOW-21-Radarwarner. Zusätzlich ist ein Radarwarnempfänger in der Heckflosse untergebracht.
Laserwarner Im Rumpf sind mittig vier Laser-Warngeräte verbaut.
Täuschkörper An den Startschienen unter den Tragflächen können insgesamt vier Behälter für BOP-C (40, 20 oder 8 Täuschkörper) befestigt werden. Im Rumpf sind zwei Behälter für BOP-B (6 × zwei oder drei Täuschkörper) montiert. Die Täuschkörper sind plättchenartig gefertigt und haben eine neuere chemische Wirkungsweise. CelsiusTech „Bo2D“-Radarschleppköder mit 100-m-Schleppleine an Waffenpylonen 2L oder 2R.
[Bearbeiten] Elektronische Kriegsführungssysteme
Das von Ericsson Saab Avionics eingebaute EWS39 („Electronic Warfare System 39“ ab Baulos 3) ist im Rumpf integriert. Es analysiert, identifiziert sowie priorisiert die Daten aller Sensoren (RWR, IFF und Radar) und bekämpft auf Wunsch die Bedrohungen automatisch.
[Bearbeiten] Elektronischer Störbehälter
An der Unterrumpfstation ist der externe Ericsson „Eriejammer“-A110-Behälter mitführbar. Durch das EWS39 bei den JAS 39C/D ist dieser jedoch überflüssig.
[Bearbeiten] TIDLS
Fortgeschrittenes Datenübertragungssystem, das dem Gripen-Pilot erlaubt, sich ohne eingeschaltetes Radar mit Daten von anderen Sensoren ein Bild der Lage zu machen. Weiter besitzen die JAS 39C/D das US-amerikanische Link-16-System, um mit NATO-Kampfflugzeugen kommunizieren zu können. Mit Link 16 ergibt sich die Möglichkeit, ein Ziel durch eine E-3 AWACS aufspüren zu lassen und die Lenkflugkörper ohne Einsatz des eigenen Radars abzufeuern.
[Bearbeiten] Technische Daten
| Kenngröße | Daten der JAS 39A/B „Gripen“ | Daten der JAS 39 „Gripen NG“ |
|---|---|---|
| Typ: | Mehrzweckkampfflugzeug | Mehrzweckkampfflugzeug |
| Länge: | 14,10 m (Zweisitzer: 14,80 m) | 14,80 m |
| Flügelspannweite: | 8,40 m | 8,40 m |
| Flügelfläche: | 25,54 m² | 25,54 m² |
| Flügelstreckung: | 2,76 | 2,76 |
| Tragflächenbelastung: |
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| Höhe: | 4,70 m | 4,70 m |
| Leergewicht: | 6.622 kg | k. A. |
| Normales Startgewicht: | 8.720 kg | k. A. |
| Maximales Startgewicht: | ca. 14.000 kg | ca. 16.000 kg |
| Tankkapazität: | 2.821 l bzw. 2.268 kg (intern) | 4.221 l bzw. 3.394 kg (intern) |
| Höchstgeschwindigkeit: |
|
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| Marschgeschwindigkeit: | k. A. | Mach 1,2 (auf optimaler Flughöhe ohne externe Lasten) |
| Dienstgipfelhöhe: | 15.240 m | 18.000 m |
| Maximale Steigrate: | 254 m/s | k. A. |
| Einsatzradius: | 700 km (bei ca. 2.000 kg Waffenlast) | k. A. |
| Überführungsreichweite: | 3.000 km [5](Luftbetankung bei JAS 39C/D möglich) | k. A. |
| Benötigte Startbahn/Landebahn: | 800 m | k. A. |
| Maximale Waffenlast: | 4.200 kg | 5.200 kg |
| Triebwerk: | ein Volvo Aero RM12 (ein F-404-Derivat) | ein General-Electric F414G-Mantelstromtriebwerk |
| Schubleistung: |
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| Schub-Gewicht-Verhältnis: |
|
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| Systempreis: | etwa 100 Millionen US-Dollar [6] | k. A. |
| Rettungssystem: | Schleudersitz Martin-Baker MB Mk.10LS | Schleudersitz Martin-Baker MB Mk.10LS |
[Bearbeiten] Abstürze
Insgesamt sind seit 1989 fünf Saab Gripen abgestürzt.
- Am 2. Februar 1989 verunglückte der erste Prototyp (39-1) bei der Landung. Der Testpilot erlitt lediglich einen Armbruch.
- Am 8. August 1993 stürzte ein Gripen in der Innenstadt von Stockholm bei einer Flugshow neben der Brücke Västerbron auf Långholmen ab. Die Maschine wurde vom selben Piloten gesteuert, der bereits 1989 mit dem Prototypen verunglückte, er stieg per Schleudersitz aus.
- Am 20. September 1999 stürzte ein Gripen vom Geschwader F7 (Såtenäs) in den Vänern-See. Der Pilot stieg per Schleudersitz aus.
- Am 1. Juni 2005 stürzte ein Gripen des Geschwaders F17 (Ronneby) ab. Der Pilot stieg per Schleudersitz aus.
- Am 19. April 2007 stürzte ein Gripen JAS 39C des Geschwaders F21 (Luleå) nahe dem Fliegerhorst ab. Der Pilot wurde offenbar ungewollt mit dem Schleudersitz ausgeschossen.[7]
[Bearbeiten] Gripen-Benutzerstaaten
Bei Saab sollen nach dem Stand der Bestellungen von 2007 insgesamt 249 Gripen-Serienflugzeuge in Linköping gefertigt werden. Die Produktion der SAAF-Maschinen erfolgt größtenteils bei Denel in Südafrika.
[Bearbeiten] Im Einsatz
Liste der Staaten, welche die Saab JAS 39 Gripen benutzen (Einsitzer und Zweisitzer):
Schweden (Flygvapnet schwedische Luftwaffe):
175 (75 × JAS 39A + 70 × JAS 39C + 14 × JAS 39B + 14 × JAS 39D; wovon 29 speziell für CZE, HUN und GBR gebaut und verleast/vermietet worden sind)
28 (19 × JAS 39C + 9 × JAS 39D, größtenteils noch in Produktion)
Ungarn (Magyar Légierő ungarische Streitkräfte):
14 (12 × JAS 39EBS HU (Einsitzer)+ 2 × JAS 39EBS HU (Doppelsitzer), geleast bis 2017 bzw. für 12 Jahre)
Tschechien (Vzdušné síly armády České republiky tschechische Streitkräfte):
14 (12 × JAS 39C+ 2 × JAS 39D, geleast bis 2017 bzw. für 10 Jahre)
12 (12 × JAS 39EBS (Einsitzer), wovon 6[8] fix am 17. Oktober 2007 bestellt wurden und seit dem 22. Februar 2011 ausgeliefert werden, für die Bestellung der optionalen weiteren sechs fehlte zunächst noch die Finanzierung, im November 2010 war diese jedoch ebenfalls gesichert, so dass am 23. November 2010 diese Maschinen fix bestellt wurden.)
1 (1 × Saab JAS 39D der Flygvapnet an die Empire Test Pilots' School der Royal Air Force stundenweise seit 1999 vermietet)[9]
[Bearbeiten] Entscheid über Typenwahl gefällt
22 × Gripen E/F; Beschaffung noch nicht definitiv, muss evtl. noch durch Referendum bestätigt werden; zudem vergünstigtes Nachverhandlungsangebot für Rafale. Das Gesamtpaket hat ein Volumen von derzeit (Stand Februar 2012) 3 Milliarden Schweizer Franken und umfasst:
-
- 16 × Gripen E
- 6 × Gripen F
- Ausrüstung mit den Luft-Luft-Raketen IRIS-T (kurze Entfernungen) und AIM-120 AMRAAM (mittlere Entfernungen); darüber hinaus wären die Versionen E und F auch in der Lage, die europäische Rakete MBDA Meteor zu tragen.
- Aufklärungsbehälter
- Zielbeleuchtungsbehälter
- Logistische Unterstützung für die Schweizer Luftwaffe und die Industrie, insbesondere für RUAG Aerospace als Endmonteur der Maschinen in der Schweiz
- Infrastrukturunterstützung für die Fliegerhorste
Zwei Staffeln der Luftwaffe sollen mit dem Gripen E/F ausgerüstet werden, die Standorte stehen noch nicht fest.[1]
Der vertrauliche Evaluationsbericht der Luftwaffe wurde im Februar 2012 der Presse zugänglich gemacht. Ihm zufolge ist das evaluierte Gripen Model C/D deutlich weniger leistungsfähig als die Konkurrenzprodukte Eurofighter und Rafale, und auch weniger leistungsfähig als die heute eingesetzten F/A-18C/D. Gemäss dem Bericht ist die Leistung des Gripen genügend für Aufklärungseinsätze, aber ungenügend für Luftkampf-, Erdkampf- und Luftpolizeieinsätze.[13][14]
[Bearbeiten] Interessenten
Военновъздушните сили на България (Voënnov'zdushnite Sili na B'lgarija)[15]
Flyvevåbnet[16]
Ελληνική Πολεμική Αεροπορία (Ellenikí Polemikí Aeroporía)
Hrvatsko ratno zrakoplovstvo i protuzračna obrana
Fuerza Aérea Mexicana (bereits für Marine evaluiert, aus Kostengründen zurückgestellt)
Forţele Aeriene Române
Velitelstvo Vzdušnych Sil[17]
[Bearbeiten] Interesse erloschen
Koninklijke Luchtmacht (Interesse an der verbesserten Version Gripen Next Generation, Bestellung jedoch für F-35 JSF)[18]
भारतीय वायु सेना (Bhāratīya Vāyu Senā) Bedarf an 126 MMRCA. Im Wettbewerb mit der F/A-18E/F Super Hornet, Eurofighter, General Dynamics F-16 und der MiG-35 zugunsten Dassault Rafale ausgeschieden.[19][20]
[Bearbeiten] Exportchancen
Der zurzeit größte Konkurrent auf dem internationalen Kampfflugzeug-Markt ist, insbesondere aufgrund des günstigen „fly-away Preises“, die amerikanische Lockheed-Martin F-16 in der Ausführung Block 52. Allerdings hat sich dies Ende 2009 verändert, als die Produktionslinien von Lockheed-Martin die letzte F-16 auslieferten.[21] Lockheed Martin stellt seine Produktion auf die F-35 um, die jedoch für Exportkunden erst ab etwa 2017 erhältlich sein wird. Kampfflugzeuge der Klasse F-22, Rafale und Eurofighter sind dem Gripen aufgrund ihrer maximalen Waffenlast und der Ausstattung mit zwei Triebwerken in gewissen taktischen Situationen, insbesondere in der Luftangriffsrolle überlegen, jedoch deswegen auch erheblich teurer.
[Bearbeiten] Vergleichbare Typen
[Bearbeiten] Weblinks
- GRIPEN
- JAS 39 Gripen Update
- Informationen zur „Gripen“ bei aeroflight.co.uk (engl.)
- zu den Versionen: http://www.aeroflight.co.uk/types/sweden/saab/jas_39/
- zur Bewaffnung: http://www.airpower.at
- zu den Exporten: http://www.gripen.com
- zur Elektronik: http://www.airpower.at
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b Swiss Prefer Swedes. Air Forces Monthly, Februar 2012, S. 92-95.
- ↑ http://www.thejakartapost.com/news/2012/02/01/india-buy-126-rafale-fighter-jets-11b-deal.html
- ↑ Reinfeldt gibt Libyen-Einsatzbefehl. Neues Deutschland, abgerufen am 30. März 2011.
- ↑ FliegerRevue November 2008, S. 24–30, Der Greif schärft die Krallen.
- ↑ Militärjets – Geschichte – Technik – Typen. ISBN 3-7654-7035-X, S. 175.
- ↑ Auf der Basis des thailändischen Gripen-Kaufs (Oktober 2007)
- ↑ http://www.defensenews.com/story.php?F=2708819&C=europe Gripen Grounded Pending Crash Investigation
- ↑ www.flugrevue.de: Erste Saab Gripen für Thailand hebt ab, abgerufen am 21. September 2009
- ↑ Saab Signs New Agreement with UK’s Test Pilots School, The North Spin, 15. Februar 2008, abgerufen am 8. Dezember 2008. „Test pilot students at the renowned Empire Test Pilots’ School (ETPS), MOD Boscombe Down in the United Kingdom, will continue to have access to fly Sweden´s new generation Gripen fighter under the recently signed agreement with Saab. (…) Since 1999, ETPS has included Gripen in its test pilot training courses, working in conjunction with Saab. (…) Flight operations will be undertaken at Saab’s facility in Linköping, while simulator training will be conducted at the Swedish Air Force F7 Wing, Såtenäs.“
- ↑ Bundesrat beschließt Beschaffung von 22 Gripen (30. November 2011)
- ↑ Schweizer wollen keine Eurofighter, taz.de, 7. Dezember 2011, abgerufen am 8. Dezember 2011
- ↑ [1] 14. Januar 2012
- ↑ SAF/OT&E Flight Test Effectiveness Report NFA Evaluation 2008/2009. Commander Swiss Air Force (November 2009). Abgerufen am 12 February 2012.
- ↑ Titus Plattner: Ce qu’Ueli Maurer a caché, Le Matin. 12 February 2012.
- ↑ Gripen Homepage (23. August 2006)
- ↑ Gripen Homepage (29. November 2007)
- ↑ Slowakische Gripen Homepage
- ↑ Bericht in Aviation Week
- ↑ Janes
- ↑ http://www.airpower.at/news2011/0501_mrca_india/index.html
- ↑ Air Forces Monthly Januar 2005
[Bearbeiten] Siehe auch
Zivile Baureihen
90 – 91 – 340 – 2000
Militärische Baureihen
B/S 17 – B/S 18 – J/A 21 – J 21R – J/S 29 Tunnan – A/J/S 32 Lansen – J 35 Draken – JA 37 Viggen – JAS 39 Gripen – 105 – 340AEW Erieye