Streitkräfte der Philippinen

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Flagge PhilippinenFlagge Philippinen Streitkräfte der Philippinen
Sandatahang Lakas ng Pilipinas
Armed Forces of the Philippines (AFP)
Führung
Oberbefehlshaber:
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 106.000
Reservisten: 131.000
Wehrpflicht: Nein
Wehrtaugliche Bevölkerung: ca. 41,57 Millionen (Männer und Frauen, Alter 16–49; 2010)[1]
Wehrtauglichkeitsalter: Vollendetes 17. Lebensjahr
Haushalt
Militärbudget: US-$ 899 Mio. (2007)
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1,19 % (2012)
Geschichte

Die Streitkräfte der Philippinen (Filipino: Sandatahang Lakas ng Pilipinas, engl.: Armed Forces of the Philippines, abgekürzt AFP) sind die Streitkräfte der Republik der Philippinen.

Geschichte[Bearbeiten]

1897–1902[Bearbeiten]

Im Philippinisch-Amerikanischen Krieg kämpften eine Unabhängigkeitsbewegung unter Führung der Katipunan für eine nationale Republik unter Präsident Emilio Aguinaldo und gegen die Kolonialmacht USA. Am 22. März 1897 wurden die philippinischen Streitkräfte in Cavite gegründet dessen Führung zunächst General Artemio Ricarte übernahm und im Januar 1899 von General Antonio Luna abgelöst wurde. Luna wurde später Chef der operativen Kriegsführung und gründete auch die erste Militärische Akademie in Malolos in der Provinz Bulacan. Luna wurde durch Aguinaldos Offiziere im Juni des gleichen Jahres erschossen. Nach der Gefangennahme von Präsident Aguinaldo 1901 durch US-Soldaten und herben Verlusten der jungen Streitkräfte konnten die Soldaten nur noch Guerillaaktionen durchführen, ehe auch dieser Widerstand bis Ende 1902 erlosch und das Land durch US-Soldaten besetzt wurde. Etwa eine Million Filipinos (20 % der Gesamtbevölkerung) kamen während dieser Zeit ums Leben. Während der Kolonialzeit der USA führten die US-Streitkräfte im Land von 1904 bis 1913 einen Krieg zur Kontrolle der Moro-Provinz im Süden der Philippinen. 1913 wurde auch dieser Krieg zugunsten der USA entschieden.

1935–1945[Bearbeiten]

1935 wurde eine Teilautonomie für die Philippinen mit dem Ziel der Unabhängigkeit bis 1945 beschlossen. Durch den im Commonwealth Kongress verabschiedeten National Defense Act, Commonwealth Act No. 1, vom 21. Dezember 1935 wurden für das Commonwealth der Philippinen auch die neuen Streitkräfte gegründet. Das Japanische Kaiserreich startete am 8. Dezember 1941 einen Überraschungsangriff auf die Philippinen. Die Commonwealthregierung übergab daraufhin die Philippinische Armee der Befehlsgewalt der fernöstlichen US-Streitkräfte, die dem japanischen Eroberungsfeldzug entgegenwirken sollten. Manila wurde zur Offenen Stadt erklärt, um sie vor Zerstörungen zu schützen und sie wurde letztendlich am 2. Januar 1942 von den Japanern besetzt. In der Zwischenzeit kam es überall im Inselstaat zu Kämpfen gegen die japanischen Besatzer, wie zum Beispiel die Schlacht um Bataan, die Schlacht um Corregidor und die Schlacht um Leyte, ehe sich die kombinierten Amerikanisch-Philippinischen Streitkräfte im Mai 1942 endgültig ergaben. Der Widerstand auf den Philippinen hielt allerdings an. Eine der Guerillagruppen, die Hukbalahap-Bewegung (der "Volksarmee gegen die Japaner"), bestand aus 30.000 bewaffneten Kämpfern und kontrollierte einen Großteil von Central Luzon. Restposten der philippinischen Armee stützten sich auf eine Guerillakriegsführung. Der Erfolg dieser Kampagne war die Befreiung von zwölf der vierzehn Provinzen der Philippinen. Am 20. Oktober 1944 landeten die Alliierten Streitkräfte unter General Douglas MacArthur auf Leyte und starteten die Befreiung des Archipels, denen weitere Landungskräfte folgten. Die Kämpfe dauerten an, bis am 2. September 1945 die formelle Kapitulation Japans folgte. Die geschätzte Anzahl an philippinischen Opfern lag insgesamt bei nahezu einer Million und die Hauptstadt Manila war nach Abschluss der Kriegshandlungen weitgehend zerstört. Nach dem Philippinenfeldzug wurde das Commonwealth für ein Jahr mit der Vorbereitung auf die Unabhängigkeit restituiert.

Nach 1945[Bearbeiten]

Nach der Unabhängigkeit des Landes 1946 wurden die philippinischen Streitkräfte ab 23. Dezember 1950 neu strukturiert und es bildeten sich die Teilstreitkräfte Armee, Marine, Luftwaffe und eine paramilitärische Gendarmerie.

Teilstreitkräfte[Bearbeiten]

Heer[Bearbeiten]

Das Philippines Heer (Filipino:: Hukbong Katihan ng Pilipinas, engl.: Philippine Army, abgekürzt PA) hat eine Personalstärke von 66.000 Mann und ist damit die größte Teilstreitkraft der Streitkräfte der Philippinen.

Marine[Bearbeiten]

Die Philippinische Marine (Filipiono: Hukbóng Dagat ng Pilipinas, engl.: Philippine Navy, abgekürzt PN) hat eine Personalstärke von 20.500 Mann. Diese bestehen aus 13.000 Marinesoldaten und 7.500 Marineinfantristen.

Luftfahrzeuge[Bearbeiten]

Stand: Ende 2013[2]

Luftfahrzeuge Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Flugzeuge
Britten-Norman BN-2 Islander Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Seeaufklärer 4
Hubschrauber
Agusta A109 ItalienItalien Italien Leichter Mehrzweckhubschrauber 8
Bölkow Bo 105 DeutschlandDeutschland Deutschland Leichter Mehrzweckhubschrauber 4

Luftwaffe[Bearbeiten]

Die Philippinische Luftwaffe (Filipiono: Hukbóng Himpapawid ng Pilipinas, engl.: Philippine Air Force, abgekürzt PAF) hat eine Personalstärke von 16.000 Mann und ist mit 40 Flugzeugen und 95 Hubschraubern ausgestattet.

Flugzeuge[Bearbeiten]

Stand: Ende 2013[2]

Luftfahrzeuge Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Kampfflugzeuge
KAI T-50 Golden Eagle Korea SudSüdkorea Südkorea Mehrzweckkampfflugzeug FA-50 12
North American Rockwell OV-10 Bronco Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten leichtes Angriffs- und Aufklärungsflugzeug OV-10C 8
Transport- und Schulflugzeuge
Lockheed C-130 Hercules Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transportflugzeug C-130B
C-130H
3
Fokker F-27 Friendship NiederlandeNiederlande Niederlande Transportflugzeug 2
GAF N-22B Nomad AustralienAustralien Australien Transportflugzeug 1
Aero Commander 500 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Turbo Commander 1
Aermacchi S-211 ItalienItalien Italien Strahl-Trainer 5
Aermacchi SF-260 ItalienItalien Italien Trainingsflugzeug 20

Hubschrauber[Bearbeiten]

Stand: Ende 2013[2]

Luftfahrzeuge Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Eurocopter AS 550 Fennec Europaische UnionEuropäische Union Europäische Union Mehrzweckhubschrauber 4
Agusta A109 ItalienItalien Italien Leichter Mehrzeckhubschrauber 8
Bell 205 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Leichter Mehrzweckhubschrauber 8
Bell 212 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Leichter Mehrzweckhubschrauber 2
MD500 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 25
Sikorsky S-76 Spirit Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Mehrzweckhubschrauber 10
Bell UH-1 Iroquois Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Leichter Mehrzweckhubschrauber UH-1H
UH-1V
42
PZL W-3 Sokół PolenPolen Polen Mittelschwerer Mehrzweckhubschrauber 8

Kommandierende Generäle der Streitkräfte[Bearbeiten]

Amstzeit Kommandierender General
22. März 1897 - 22. Januar 1899 Artemio Ricarte
23. Januar 1899 - 5. Juni 1899 Antonio Luna
11. Januar 1936- 5. Mai 1936 José de los Reyes
6. Mai 1936 – 31. Dezember 1936 Paulino Santos
1. Januar 1939 - 7. November 1945 Basilio J. Valdes
8. November 1945 - 20. Dezember 1945 -
21. Dezember 1945 - 21. Dezember 1948 Rafael Jalandoni
21. Dezember 1948 - 15. Januar 1951 Mariano N. Castañeda
15. Januar 1951 - 29. Dezember 1953 Calixto Duque
30. Dezember 1953 - 29. Dezember 1956 Jesus M. Vargas
29. Dezember 1956 - 1. Juni 1957 Alfonso Arellano
1. Juni 1957 - 12. Juni 1958 Leoncio S. Tan
12. Juni 1958 - 1. August 1960 Tirso G. Fajardo
1. August 1960 - 16. September 1962 Alfredo M. Santos
16. September 1962 - 1. Januar 1963 Dominador F. Garcia
1. Januar 1963 - 31. August 1963 Ricardo J. Papa
31. August 1963 - 1. Juni 1964 Ernesto S. Mata
1. Juni 1964 - 23. Juni 1964 Rigoberto J. Ateinza
23. Juni 1964 - 28. September 1965 -
28. September 1965 - 1. Dezember 1965 Patricio R. Monzon
1. Dezember 1965 - 25. Januar 1966 Silvino R. de Goma
25. Januar 1966 - 13. Januar 1967 Santos S. Garcia
13. Januar 1967 - 29. Mai 1968 Romeo C. Espino
29. Mai 1968 - 30. Juni 1969 Ruben M. Maglaya
30. Juni 1969 - 16. Januar 1972 Rafael M. Ileto
16. Januar 1972 - 27. März 1976 Rafael Z. Zagala
28. März 1976 – 28. März 1981 Fortunato Abat
29. März 1981 - 28. Februar 1986 Josephus G. Ramas
28. Februar 1986 - 1. Juli 1987 Rodolfo A. Canieso
2. Juli 1987 - 30. März 1988 Restituto C. Padilla
30. März 1988 - 26. Juli 1989 Mariano P. Adalem
26. Juli 1989 - 1. März 1990 Manuel V. Cacanando
1. März 1990 - 11. Januar 1991 Guillermo G. Flores
11. Januar 1991 - 11. April 1991 Lisandro C. Abadia
11. April 1991 - 15. April 1994 Arturo T. Enrile
15. April 1994 - 20. Februar 1995 Romulo F. Yap
20. Februar 1995 - 25. Januar 1996 Orlando V. Soriano
25. Januar 1996 - 31. Dezember 1997 Clemente P. Mariano
5. Januar 1998 - 3. Mai 1999 Raul S. Urgello
3. Mai 1999 - 13. Juli 1999 Angelo T. Reyes
13. Juli 1999 - 22. Oktober 2000 Voltaire T. Gazmin
22. Oktober 2000 - 17. März 2001 Diomedio P. Villanueva
17. März 2001 - 2. April 2002 Jaime de los Santos
3. April 2002 - 14. November 2002 Dionisio R Santiago
14. November 2002 - 6. Januar 2003 Gregorio M. Camiling, Jr.
6. Januar 2003 - 3. November 2004 Efren L. Abu
3. November 2004 - 17. August 2005 Generoso S. Senga
17. August 2005 - 22. Juli 2006 Hermogenes C. Esperon, Jr.
22. Juli 2006 - 24. August 2007 Romeo P. Tolentino
24. August 2007 - 12. Mai 2008 Alexander B. Yano
12. Mai 2008 - 4. Mai 2009 Victor S. Ibrado
4. Mai 2009 - 12. März 2010 Delfin N. Bangit
seit 12. März 2010 Reynaldo B. Mapagu
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Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Streitkräfte der Philippinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CIA - The World Factbook
  2. a b c World Air Forces 2014 (PDF; 3,9 MB) In: Flightglobal Insight (Englisch). 2014. Abgerufen am 2. März 2014.