Serie A 2001/02

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Serie A 2001/02
Serie A
Meister Juventus Turin
Champions League Juventus Turin
AS Rom
Champions-League-
Qualifikation
Inter Mailand
AC Mailand
UEFA-Pokal AC Chievo Verona
Lazio Rom
AC Parma
UI-Cup FC Bologna
AC Perugia
Torino Calcio
Pokalsieger AC Parma
Absteiger Hellas Verona
US Lecce
AC Florenz
AC Venedig
Mannschaften 18
Spiele 306
Tore 806  (ø 2,63 pro Spiel)
Torschützenkönig Dario Hübner
(FC Piacenza)
David Trezeguet
(Juventus Turin)
Serie A 2000/01
Die Mannschaften der Serie A der Saison 2001/02

Die Saison 2001/02 war die 71. Spielzeit der Serie A und startete am 25. August 2001. Beendet wurde die Saison aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan bereits am 5. Mai 2002. Den Scudetto, den italienischen Meistertitel, gewann nach dreijähriger Durststrecke Rekordmeister Juventus Turin. Absteigen mussten Hellas Verona, US Lecce, AC Florenz sowie AC Venedig. Die Torjägerkanone teilten sich mit jeweils 24 Treffern der Italiener Dario Hübner vom FC Piacenza sowie der Franzose David Trezeguet vom Meister Juventus Turin.

Saisonverlauf[Bearbeiten]

Der Titelkampf wurde wie in den letzten Jahren am letzten Spieltag entschieden. Inter Mailand, das sich lange an der Tabellenspitze gehalten hatte, verspielte mit einer 2:4-Niederlage bei Lazio Rom am letzten Spieltag die Meisterschaft und wurde vom neuen Titelträger Juventus Turin und dem alten, noch amtierenden Meister AS Rom, überflügelt. Unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti sicherte sich der AC Mailand am letzten Spieltag die Qualifikation zur UEFA Champions League und schied im UEFA-Pokal im Halbfinale gegen Borussia Dortmund aus. Die größte Überraschung der Spielzeit 2001/02 war der Aufsteiger AC Chievo Verona, der in seiner ersten Saison in der höchsten italienischen Spielklasse der Serie A in der Vorrunde mehr als sechs Mal die Tabellenführung innehatte und am Saisonende die Teilnahme am UEFA-Pokal erreichte. Lazio, das sich nach einem Fehlstart von sechs sieglosen Spielen zu Saisonbeginn vom Titelkampf frühzeitig verabschieden musste, erreichte außerdem in der kompletten Saison nie den vierten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Qualifikation zur UEFA Champions League berechtigt hätte. Dino Zoff trat nach dem vierten Spieltag zurück.[1] Auch sein Nachfolger Alberto Zaccheroni konnte Lazio nicht auf Trab bringen und musste nach einer 1:5-Niederlage im Heimspiel gegen den Stadtrivalen AS Rom seinen Posten räumen. Für Lazio hatte die verpasste Teilnahme an der UEFA Champions League ernsthafte Folgen. Präsident Sergio Cragnotti kündigte weitere Sparmaßnahmen und die Verkäufte wichtiger Leistungsträger an, um den verschuldeten Verein vor dem Bankrott zu retten.[2]

Brescia Calcio schaffte am letzten Spieltag den Ligaerhalt mit einem Heimsieg gegen den FC Bologna, welcher dadurch die Europapokalteilnahme verpasste. Udinese Calcio konnte am Ende der Spielzeit als Tabellenvierzehnter einen Punkt Vorsprung zu den Abstiegsrängen aufweisen. In den unteren Tabellenregionen war lange Zeit auch der AC Parma zu finden, der die Abgänge von Leistungsträgern wie Sérgio Conceição, Lilian Thuram, Marcio Amoroso und Torhüter Gianluigi Buffon nicht kompensieren konnte. Drei Trainer[3][4] verschliss der UEFA-Pokal-Sieger von 1999, der zum Saisonende durch das Erreichen des Pokalendspiels der Coppa Italia für den Europapokal qualifiziert war.

Von den vier Aufsteigern stieg nur der AC Venedig ab, der AC Chievo Verona sicherte sich die Europapokalteilnahme, Torino Calcio und Piacenza Calcio landeten im gesicherten Mittelfeld. Hellas Verona, das sich in der letzten Saison noch in der Relegation retten konnte, rutschte am letzten Spieltag auf einen Abstiegsplatz und musste mit US Lecce, dem AC Florenz und Venedig den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Für die Fiorentina war es nach 1931 und 1993 der dritte Abstieg in die Serie B. Zuvor war man, aufgrund der finanziell angespannten Situation, mit einem abgespeckten Kader, der wenig Gemeinsamkeiten mit den jüngsten Erfolgen des Teams der letzten Jahre aufwies, in die Saison gestartet. Der AC Florenz verbrachte fast die gesamte Spielzeit auf einem Abstiegsplatz, was Trainer Roberto Mancini Anfang Januar 2002 zum Rücktritt bewog. Sein Nachfolger wurde Sportdirektor Ottavio Bianchi, der den Abstieg nicht mehr verhindern konnte.[5]

Besondere Vorfälle[Bearbeiten]

Lazios Jaap Stam wurde bei einer Dopingprobe im November 2001 positiv auf Nandrolon getestet und vom Italienischen Fußballverband für unbestimmte Zeit vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Wenige Zeit später verkündete die FIFA, dass Stam für einen Zeitraum von fünf Monaten von allen Wettbewerbsspielen ausgeschlossen wird.[6]

Abschlusstabelle[Bearbeiten]

Verein Spiele S U N T GT Diff. Pkt.
1 Juventus Turin 34 20 11 3 64 23 +41 71
2 AS Rom (M,P) 34 19 13 2 58 24 +34 70
3 Inter Mailand 34 20 9 5 62 35 +27 69
4 AC Mailand 34 14 13 7 47 33 +14 55
5 Chievo Verona (N) 34 14 12 8 57 52 +5 54
6 Lazio Rom 34 14 11 9 50 37 +13 53
7 FC Bologna 34 15 7 12 40 40 ±0 52
8 AC Perugia 34 13 7 14 38 46 -8 46
9 Atalanta Bergamo 34 12 9 13 41 50 -9 45
10 AC Parma 34 12 8 14 43 47 -4 44
11 Torino Calcio (N) 34 10 13 11 37 39 -2 43
12 Piacenza Calcio (N) 34 11 9 14 49 43 +6 42
13 Brescia Calcio 34 9 13 12 43 52 -9 40
14 Udinese Calcio 34 11 7 16 41 52 -11 40
15 Hellas Verona 34 11 6 17 41 53 -12 39
16 US Lecce 34 6 10 18 36 56 -20 28
17 AC Florenz 34 5 7 22 29 63 -34 22
18 AC Venedig (N) 34 3 9 22 30 61 -31 18

Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich

Italienischer Meister und Teilnahme an der UEFA Champions League
Teilnahme an der UEFA Champions League
Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation
Teilnahme am UEFA-Pokal
Abstieg in die Serie B
(M) Italienischer Meister 2000/01
(P) Pokalsieger 2000/01
(N) Neuaufsteiger der Saison 2000/01

Kreuztabelle[Bearbeiten]

Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der oberen Reihe.

Logo der Serie A 2001/02 Juventus Turin AS Rom Inter Mailand AC Mailand AC Chievo Verona Lazio Rom FC Bologna AC Perugia Atalanta Bergamo AC Parma Torino Calcio Piacenza Calcio Brescia Calcio Udinese Calcio Hellas Verona US Lecce AC Florenz AC Venedig
1. Juventus Turin 0:2 0:0 1:0 3:2 1:1 2:1 2:0 3:0 3:1 3:3 2:0 5:0 3:1 1:0 3:0 2:1 4:0
2. AS Rom 0:0 0:0 1:0 5:0 2:0 3:1 1:0 3:1 3:1 1:0 2:0 0:0 1:1 3:1 5:1 2:1 1:0
3. Inter Mailand 2:2 3:1 2:4 1:2 0:0 1:0 4:1 1:2 2:0 0:0 3:1 2:1 3:2 3:0 2:0 2:0 2:1
4. AC Mailand 1:1 0:0 0:1 3:2 2:0 0:0 1:1 0:0 3:1 2:1 0:0 0:0 2:3 2:1 3:0 5:2 1:1
5. AC Chievo Verona 1:3 0:3 2:2 3:2 3:1 2:0 2:0 2:1 1:0 3:0 4:2 1:1 1:2 2:1 2:1 2:2 1:1
6. Lazio Rom 1:0 1:5 4:2 1:1 1:1 2:2 5:0 2:0 0:0 0:0 1:1 5:0 2:0 5:4 1:0 3:0 4:2
7. FC Bologna 0:0 1:3 2:1 1:2 2:0 2:0 2:1 1:0 1:0 1:0 1:2 2:1 0:1 2:1 4:3 3:2 1:1
8. AC Perugia 0:4 0:0 0:2 3:1 0:0 2:2 1:0 2:0 2:1 2:0 1:0 1:1 1:2 3:1 2:1 2:0 2:0
9. Atalanta Bergamo 0:2 1:1 2:4 1:1 1:2 0:1 2:2 2:1 4:1 1:1 1:1 0:0 1:5 1:0 2:1 2:0 1:0
10. AC Parma 1:0 1:2 2:2 0:1 0:0 1:0 2:1 2:1 1:1 0:1 2:2 1:0 2:0 2:2 1:1 2:0 2:1
11. Torino Calcio 2:2 0:1 0:1 1:0 2:2 1:0 1:1 1:0 1:2 1:0 1:1 1:3 1:0 5:1 1:1 1:0 1:2
12. Piacenza Calcio 0:1 2:0 2:3 0:1 2:2 1:0 2:0 2:0 1:2 2:3 3:1 0:1 1:2 3:0 1:2 3:0 5:0
13. Brescia Calcio 0:4 0:0 1:3 2:2 2:2 1:1 3:0 3:0 3:3 1:4 1:2 2:2 2:0 0:0 1:1 3:0 3:2
14. Udinese Calcio 0:2 1:1 1:1 1:2 1:2 1:4 0:1 0:0 1:2 3:2 1:1 1:1 3:2 2:1 0:1 1:2 1:0
15. Hellas Verona 2:2 1:1 0:3 1:2 3:2 3:1 0:1 1:1 3:1 1:0 0:1 1:0 2:0 1:0 2:1 1:2 1:0
16. US Lecce 0:0 1:1 1:2 0:1 2:3 1:2 1:0 2:3 0:2 1:1 1:1 0:0 1:3 1:2 2:1 4:1 3:0
17. AC Florenz 1:1 2:2 0:1 1:1 0:2 0:1 1:1 1:3 3:1 1:2 0:0 1:3 1:0 0:2 1:2 3:1 4:2
18. AC Venedig 1:2 2:2 1:1 1:4 0:0 0:0 0:1 0:2 0:1 3:4 1:1 2:3 1:2 2:1 0:1 1:1 2:0

Torjäger[Bearbeiten]

Der Franzose David Trezeguet (Juventus) wurde zusammen mit Dario Hübner (Piacenza) Torschützenkönig der Serie A

David Trezeguet und Dario Hübner sicherten sich 2001/02 die Torjägerkanone mit jeweils 24 Treffern. Dicht dahinter folgten Inters Christian Vieri und Marco Di Vaio vom AC Parma. Die Treffer von Filippo Maniero reichten nicht, um den AC Venedig in der Serie A zu halten. Die Torschützenkönige der Jahre 2000 und 2001, Andrij Schewtschenko und Hernán Crespo erwischten ähnlich wie ihre Vereine eine durchwachsene Saison. AC Mailands Torjäger Filippo Inzaghi brachte es wegen einer Knieverletzung, wegen der er die komplette Hinserie ausfiel, nur auf zehn Saisontore. Eine, gemessen an den eigenen Ansprüchen enttäuschende Spielzeit, hatte auch Gabriel Batistuta vom AS Rom hinter sich. Er erzielte lediglich sechs Treffer. Inters Ronaldo, der in der Vorsaison kein einziges Pflichtspiel bestritt, fand nach langer Verletzungspause in der Endphase der Saison zu alter Form zurück und hielt Inter Mailand lange Zeit im Titelkampf. Seine Tore brachten ihm die Nominierung von Brasiliens Nationalcoach Luiz Felipe Scolari ein. Ronaldo wurde Torschützenkönig der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 und wechselte zur neuen Spielzeit zu Real Madrid.

Torschützenliste[Bearbeiten]

Pl. Nat. Spieler Verein Tore
1 FrankreichFrankreich David Trezeguet Juventus Turin 24
ItalienItalien Dario Hübner Piacenza Calcio 24
3 ItalienItalien Christian Vieri Inter Mailand 22
4 ItalienItalien Marco Di Vaio AC Parma 20
5 ItalienItalien Filippo Maniero AC Venedig 18
6 ItalienItalien Cristiano Doni Atalanta Bergamo 16
ItalienItalien Alessandro Del Piero Juventus Turin 16
8 UkraineUkraine Andrij Schewtschenko AC Mailand 14
ItalienItalien Roberto Muzzi Udinese Calcio 14
10 ItalienItalien Massimo Marazzina AC Chievo Verona 13
ItalienItalien Luca Toni Brescia Calcio 13
ArgentinienArgentinien Hernán Crespo Lazio Rom 13
ItalienItalien Vincenzo Montella AS Rom 13
14 RumänienRumänien Adrian Mutu Hellas Verona 12

Trainerentlassungen/wechsel[Bearbeiten]

Marcello Lippi führte Juventus Turin nach seiner Rückkehr zum Meistertitel

Zur neuen Saison 2001/02 vollzogen die Spitzenklubs der Serie A einen Wechsel des Trainergespanns. Juventus Turin verpflichtete nach zwei Jahren ohne Titel Marcello Lippi, der in der Vorsaison bei Inter Mailand zurückgetreten war. Der AC Mailand entließ früh in der Saison Trainer Fatih Terim und ersetzte ihn durch den ehemaligen AC Mailand-Profi Carlo Ancelotti. Stadtrivale Inter Mailand verpflichtete den Argentinier Héctor Cúper und verpasste am letzten Spieltag die Meisterschaft. Bei Lazio Rom wurde Dino Zoff zu Saisonbeginn nach fünf sieglosen Spielen entlassen. Sein Nachfolger Alberto Zaccheroni wurde nach einer 1:5-Heimniederlage gegen den Stadtrivalen AS Rom gekündigt. Der AC Parma trennte sich von zwei Trainern innerhalb einer Saison und schaffte den Klassenerhalt. Für Roy Hodgson, der zu Saisonbeginn Luciano Spalletti beerbt hatte, war das Engagement bei Udinese Calcio im Dezember wieder beendet. In Florenz wurde Roberto Mancini entlassen, der mit dem AC Florenz den Ligaerhalt verfehlte.

Trainer Verein Nachfolger Entlassung/Rücktritt
Dino Zoff Lazio Rom.svg Lazio Rom Alberto Zaccheroni 4. Spieltag
Alberto Zaccheroni Lazio Rom.svg Lazio Rom Roberto Mancini 26. Spieltag
Fatih Terim AC Mailand Carlo Ancelotti 10. Spieltag
Renzo Ulivieri AC Parma.svg AC Parma Daniel Passarella 9. Spieltag
Daniel Passarella AC Parma.svg AC Parma Pietro Carmignani 15. Spieltag
Roy Hodgson Udinese Calcio.svg Udinese Calcio Giampiero Ventura 15. Spieltag
Roberto Mancini AC Florenz.svg AC Florenz Ottavio Bianchi 18. Spieltag

Meistermannschaft[Bearbeiten]

(in Klammern sind die Spiele und Tore angegeben)

Juventus Turin
Juventus Turin

siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. kicker-online: Zoff geht - Zaccheroni kommt. 20. September 2001. Abgerufen am 11. Februar 2011.
  2. kicker-online: Ex-Meister Lazio Rom auf Sparkurs. 14. November 2001. Abgerufen am 11. Februar 2011.
  3. kicker-online: Parma trennt sich von Passarella. 18. Dezember 2001. Abgerufen am 11. Februar 2011.
  4. kicker-online: Passarella tritt Ulivieri-Nachfolge an. 6. November 2001. Abgerufen am 11. Februar 2011.
  5. kicker-online: Bianchi beerbt Roberto Mancini. 14. Januar 2002. Abgerufen am 11. Februar 2011.
  6. kicker-online: Lazios Stam positiv auf Nandrolon getestet. 16. November 2001. Abgerufen am 11. Februar 2011.