Surinamische Fußballnationalmannschaft

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Suriname
SurinameSuriname Republik Suriname
SVB-Logo
Spitzname(n) Natio
Verband Surinaamse Voetbal Bond (SVB)
Konföderation CONCACAF
Trainer Roberto Gödeken (Mai 2014)
Co-Trainer Eugene Verwey (April 2012)
Kapitän Derrick Garden (Oktober 2010)
Heimstadion André-Kamperveen-Stadion
FIFA-Code SUR
FIFA-Rang 147. (175 Punkte)
(Stand: 18. September 2014)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
Niederländisch GuyanaNiederländisch Guyana Niederl.-Guayana 1:2 Britisch-Guayana Britisch-Guayana 1919Britisch-Guayana
(Paramaribo; 28. Januar 1921)
Höchster Sieg
SurinameSuriname Suriname 8:1 Aruba ArubaAruba
(Paramaribo, Suriname; 27. März 2004)
Höchste Niederlagen
MexikoMexiko Mexiko 8:1 Suriname SurinameSuriname
(Monterrey, Mexiko; 15. Oktober 1977)
Costa RicaCosta Rica Costa Rica 7:0 (2:0) Suriname SurinameSuriname
(San José, Costa Rica; 6. September 2008)
Erfolge bei Turnieren
Nord- und Zentralamerikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 1977)
Beste Ergebnisse 6. 1977
(Stand: Juli 2013)

Die Surinamische Fußballnationalmannschaft ist die Herren-Auswahl des 1920 gegründeten Surinamischen Fußballbundes (SVB). Es vertritt die südamerikanische Republik Suriname bei internationalen Begegnungen.

Wie die Fußballverbände der Nachbarländer Guyana und Französisch-Guayana gehört der SVB nicht dem südamerikanischen Kontinentalverband CONMEBOL, sondern der nord- und mittelamerikanischen CONCACAF an.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Juli 1948 reiste zum ersten Mal eine Fußballnationalmannschaft von Suriname in das Mutterland, die Niederlande. Suriname war während des Zweiten Weltkrieges unbesetzt geblieben und die Reise einer Delegation aus der Kolonie nach Europa war für diese Zeit sowohl für die Spieler als auch für das Publikum in Holland schon etwas Besonderes. Um die 18 vom SVB nominierten Spieler vor allem mental vorzubereiten, war aus den Niederlanden extra ein Trainer nach Suriname gekommen. Gegner war nicht die niederländische Fußballnationalmannschaft, sondern verschiedene Clubs der Eredivisie, wie z. B. Ajax Amsterdam (Ergebnis: 2:2) und Feyenoord Rotterdam (Ergebnis: 1:3).

In den letzten Jahrzehnten wurden einige International erfolgreiche Fußballer in Suriname geboren. Als Emigranten erhielten sie ihre fußballerische Ausbildung im ehemaligen Mutterland. Aus diesen und sicher auch aus sportlichen und finanziellen Gründen entschieden sie sich, die Farbe der ehemaligen Kolonialmacht und nicht die von Suriname zu tragen. Einige bekannte Spieler und Trainer, die ihre Wurzeln in Suriname haben, sind: Ruud Gullit, Frank Rijkaard, Edgar Davids, Clarence Seedorf, Patrick Kluivert, Aron Winter, Romeo Castelen und Jimmy Floyd Hasselbaink.

Trainer[Bearbeiten]

Nachdem es zwischen Coach Leo Koswal und einigen Spielern aus dem Kader der Nationalmannschaft zu Konflikten kam, entschloss sich der Vorstand des SVB nach Anhörung beider Seiten am 26. Juli 2006, Trainer Koswal mit sofortiger Wirkung zu entlassen. Als neuer Trainer wurde Kenneth Jaliens, Onkel des niederländischen Fußballnationalspielers Kew Jaliens, angestellt.

Am 12. März 2009 wurde der ehemalige surinamische Nationalspieler Wensley Bundel zunächst für einen Zeitraum von vier Monaten als neuer Trainer der Nationalmannschaft durch den SVB verpflichtet. Bundel war als Spieler mit dem SV Transvaal vielfacher Landesmeister und CONCACAF Sieger. Nach seiner aktiven Zeit war er als Trainer bei mehreren Hoofdklasse-Vereinen erfolgreich tätig. Als Assistent und Co-Trainer steht ihm Arnold Burleson zur Seite. Das erste Länderspiel unter dem neuen Trainer-Gespann, am 22. April 2009 gegen Französisch-Guayana, im Stade de Baduel in Cayenne, endete torlos, 0:0.

Nachdem Ricardo Winter die Mannschaft für kurze Zeit ad Interim von Bundel übernommen hatte, verpflichtete der SVB im Januar 2010 Kees Zwamborn als neuen Trainer. Er ist nach Rob Groener, der die Nationalmannschaft Ende der 70er Jahre betreut hatte, der zweite niederländische Trainer nach der Unabhängigkeit Surinames. Die Zusammenarbeit zwischen dem SVB und Zwamborn endete bereits wieder am 1. Juni 2010, und Ricardo Winter wurde für die Karibikmeisterschaft 2010 verpflichtet.

Im Juli 2011 machte der SVB bekannt, dass der technische Koordinator des Fußballbundes Kenneth Jaliens (53) erneut als Trainer der Nationalmannschaft verpflichtet wurde. Nach seinem Ausscheiden 2009 als Trainer schloss er erfolgreich eine neun Monate dauernde Trainer-Coach (TC) 1-Ausbildung beim KNVB ab, die es ermöglicht, im bezahlten Fußball in Europa bis zum Posten des Assistent-Trainer zu gelangen. Unter Jaliens begann die Nationalmannschaft die Vorbereitung auf die Qualifikation für die WM 2014. Suriname scheiterte als Dritter in der CONCACAF-Qualifikations-Gruppe A.

Der Vorstand des SVB hat zusammen mit dem technischen Direktor Kenneth Jaliens den bereits früher als Trainer der Nationalmannschaft tätigen Ricardo Winter im März 2012 erneut verpflichtet. Nachdem der bisherige Trainer der U-20 Nationalmannschaft Harold Deyl es abgelehnt hat, die Stelle des Assistenz-Trainers zu übernehmen, wurde im April 2012 Eugene Verwey verpflichtet.

Anfang Mai 2014 gab der SVB bekannt, dass Roberto Gödeken zur Vorbereitung und Teilnahme der Nationalmannschaft an der Fußball-Karibikmeisterschaft im November 2014 in Jamaica als Nationaltrainer angestellt wurde.

Parbo-Bier-Cup 2009[Bearbeiten]

Vom 3. Juni bis 7. Juni 2009 wurde im André-Kamperveen-Stadion in Paramaribo der Parbo-Bier-Cup ausgetragen. An dem Turnier nahmen die Nationalmannschaften von Guyana und Antigua & Barbuda, die Fußballauswahl von Französisch-Guayana sowie erstmals in der Geschichte des surinamischen Fußballs eine gemischte Mannschaft von Profis surinamischer Abstammung aus den Niederlanden und Spielern der Nationalmannschaft von Suriname (Suri-Mix-Team) teil.

Überraschend verlor Suriname, mit Edgar Davids als Spielführer, bereits am 3. Juni ihr Auftaktspiel gegen den späteren Cup 2009 Sieger Französisch-Guayana mit 0:2. Das Suri-Mix-Team belegte in der Abschlusstabelle den zweiten Platz.

Qualifikationsspiele zur WM 2010[Bearbeiten]

Im Rahmen der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika traf das Team in der ersten Runde der CONCACAF-Zone auf die Nationalmannschaft von Montserrat. Das Spiel in Macoya (Trinidad) endete am 26. März 2008 mit 7:1 für Suriname. In der zweiten Runde traf das Team auf Guyana. Am 14. Juni gewann Suriname das Hinspiel im André-Kamperveen-Stadion in Paramaribo mit 1:0. Da auch das Rückspiel am 22. Juni im Providence-Stadion in Guyana mit 2:1 gewonnen wurde, hatte sich Suriname für die erste Gruppenphase qualifiziert. Die Mannschaft spielte hier in Gruppe 3 gegen Costa Rica, El Salvador und Haiti um die beiden Plätze für die vierte Qualifikationsrunde.

Das erste Spiel der Gruppenphase zwischen Haiti und Suriname am 20. August 2008 in Port-au-Prince endete 2:2 (0:2). Am 6. September 2008 verlor Suriname gegen Costa Rica im Ricardo-Saprissa-Stadion in San José mit 0:7 (0:2) Toren. Auch das erste Heimspiel gegen El Salvador, am 10. September 2008 ging mit 0:2 (0:2) verloren. Das Rückspiel gegen Costa Rica, am 11. Oktober 2008 in Paramaribo, verlor Suriname mit 1:4 (0:2). In El Salvador gab es am 15. Oktober 2008 die 4. Niederlage mit 0:3 (0:2) Toren. Am 19. November 2008 bestritten die beiden Verlierer der Gruppe 3, Suriname und Haiti in Paramaribo ihr letztes Qualifikationsspiel. Wie im Hinspiel endete auch das Rückspiel mit 1:1 (1:1) unentschieden.

Spielerkader[Bearbeiten]

Folgende Spieler wurden im Rahmen der Qualifikation zur WM 2010 eingesetzt:

Name Verein Einsätze1 Tore
Torwart
Ronnie Aloema SurinameSuriname SV Transvaal 8 0
Harold Blokland SurinameSuriname Super Red Eagles 1 0
Abwehr
Foline Abauna SurinameSuriname SV Leo Victor 1 0
Marlon Felter (Spielführer) SurinameSuriname FCS Nacional 9 0
Derrick Garden SurinameSuriname SV Leo Victor 8 0
Ferdinand Jap A Joe SurinameSuriname SV Robinhood 8 0
Hesron Jeroe SurinameSuriname Inter Moengotapoe 7 0
Rinaldo Lupson SurinameSuriname FCS Nacional 3 0
Malcolm Weibolt SurinameSuriname SV Boskamp 2 0
Lorenzo Wiebers Trinidad und TobagoTrinidad und Tobago Tobago United 3 0
Mittelfeld
Eugen Apanta SurinameSuriname Inter Moengotapoe 2 0
Sergio Aroepa SurinameSuriname Walking Boyz Company 3 0
Romeo Jomena SurinameSuriname SV Voorwaarts 1 0
Emilio Limon SurinameSuriname SV Robinhood 6 0
Vangelino Sastromedjo SurinameSuriname SV Leo Victor 9 0
Romano Sordam SurinameSuriname SV Transvaal 7 0
Gary Sordjo SurinameSuriname SV Leo Victor 2 0
Jerome Strijder SurinameSuriname Inter Moengotapoe 3 0
Giovanni Tiendarie SurinameSuriname SV Robinhood 2 0
Siegfried Uralima SurinameSuriname SV Transvaal 1 0
Germain Sergio van Dijk SurinameSuriname FCS Nacional 8 1
Cleon Wondel SurinameSuriname Eendracht 1 1
Angriff
Wensley Christoph SurinameSuriname Super Red Eagles 9 5
Kenzo Huur SurinameSuriname Super Red Eagles 1 2
Claudio Pinas SurinameSuriname Inter Moengotapoe 5 0
Clifton Sandvliet SurinameSuriname Walking Boyz Company 7 3
Raydell Schuurman SurinameSuriname SV Transvaal 1 2
Melvin Valies SurinameSuriname SCSV Takdier Boys 4 1
Cleven Wanabo SurinameSuriname Inter Moengotapoe 2 0

1: Einsätze in der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Von den eingesetzten Spielern bestritten nur Wensley Christoph, Vangelino Sastromedjo und Spielführer Marlon Felter alle neun Qualifikationsspiele unter Trainer Kenneth Jaliens.

Turniere[Bearbeiten]

Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

  • 1930 bis 1934nicht teilgenommen
  • 1938zurückgezogen
  • 1950 bis 1958nicht teilgenommen
  • 1962 bis 1986nicht qualifiziert
  • 1990nicht teilgenommen
  • 1994 bis 2014nicht qualifiziert

CONCACAF Meisterschaft[Bearbeiten]

CONCACAF-Nations-Cup[Bearbeiten]

Ab 1973 diente das Turnier auch als WM-Qualifikation.

  • 1963 bis 1969 - nicht teilgenommen
  • 1971 - Da Suriname in der zweiten Qualifikationsrunde nicht gegen Haiti antreten wollte, wurde der Endrundenplatz an Haiti vergeben.
  • 1973 - nicht teilgenommen
  • 1977 - 6. Platz
  • 1981 und 1985 - nicht qualifiziert
  • 1989 - nicht teilgenommen

CONCACAF Gold Cup[Bearbeiten]

  • 1991nicht qualifiziert
  • 1993zurückgezogen
  • 1996nicht qualifiziert
  • 1998nicht teilgenommen
  • 2000nicht qualifiziert
  • 2002 und 2003während der Qualifikation zurückgezogen
  • 2005 bis 2013nicht qualifiziert

Auch Suriname muss sich über die von der Caribbean Football Union (CFU) organisierten Digicel Caribbean Championship für den CONCACAF Gold Cup qualifizieren.

Karibikmeisterschaft[Bearbeiten]

  • 1989 - nicht teilgenommen
  • 1991 - Vorrunde
  • 1992 - Hauptrunde
  • 1993 - zurückgezogen
  • 1994 - 4. Platz
  • 1995 - nicht qualifiziert
  • 1996 - 4. Platz
  • 1997 - nicht teilgenommen
  • 1998 - Vorrunde
  • 1999 - Vorrunde
  • 2001 - Hauptrunde
  • 2005 - Vorrunde
  • 2006/07 - Vorrunde
  • 2008 - Vorrunde
  • 2010 - 2. Runde
  • 2012 - 2. Runde

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, August 2014. Abgerufen am 18. September 2014