BMW R 25/2

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
BMW R 25/2 Originalrestauration
BMW R 25/2 ca. Bj. 1951

Die BMW R 25/2 war ein Motorrad des deutschen Herstellers BMW, das ab 1951 gebaut wurde. Es war das Nachfolgemodell der R 25.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung[Bearbeiten]

Der Vorgänger der R 25/2 war das Modell BMW R 25 mit Teleskopgabel und Geradweg-Hinterradfederung.[1] Von dieser unterscheidet sich die R 25/2 nur geringfügig. Im Gegensatz zur R 25 besitzt die R R25/2 nun eine im Lampentopf integrierte Leerlaufkontrolleuchte, einen „Schwalbenschwanz-Endtopf“, sowie diverse verchromte Bauteile, welche bei der R 25 noch schwarz lackiert waren. Die R 25/2 mit ihren 12 PS, Halbnaben-Bremsen, Teleskopgabel und Geradweg-Hinterradfederung war noch nicht wie die späteren, ab 1955 erschienenen Modelle mit Schwingen versehen. Nachteilig an beiden Typen ist das hohe Gewicht in Bezug auf die doch etwas geringe Leistung, dies besonders im Seitenwagenbetrieb.

Vermarktung[Bearbeiten]

Der Preis für das Motorrad betrug Ende 1951 1990 Deutsche Mark.[2] Die Produktion wurde im Oktober 1953 nach 38.651 Einheiten mit dem Serienanlauf der Nachfolgerin R 25/3 beendet.[3]

Konstruktionsmerkmale[Bearbeiten]

Der Doppelrohrrahmen ist aus Stahlrohr geschweißt mit seitlich angebrachten Kugelköpfen für den Seitenwagenbetrieb. Der LS 200 [1] von Steib war ein angemessener Seitenwagen, der jedoch eine spezielle Zahnradübersetzung des Kardanantriebes erfordert. Die Schutzbleche und der Tank sind aus Stahlblech. Das vordere Schutzblech hat noch den geschwungenen Schmutzlappen ins Stahlblech mit eingearbeitet, der bei den Nachfolgermodellen R 26 und R 27 fehlt. Die Felgen sind aus Stahlblech mit Halbnabenbremsen. Der Motorblock ist wie das Getriebe und der Hinterachsantrieb aus Aluminiumguss. Der Endtopf ist direkt am Rahmen mit Blechlaschen befestigt.

Motor[Bearbeiten]

Der Motor ist ein längs eingebauter Einzylinder Viertakt-Motor mit seitlicher Nockenwelle und außen neben dem Grauguss Zylinder in verchromten Stahlrohren laufenden Stoßstangen. Diese betätigen die hängenden Ventile im Aluminiumguß-Zylinderkopf über Kipphebel (OHV). Die Kipphebel sind wie der Kolbenbolzen im Pleuel in Bronzebuchsen gelagert. Die Nockenwelle wird über eine Simplexkette von der Kurbelwelle aus angetrieben. Die Ölpumpe ist eine einfache Zahnradpumpe in der Ölwanne, die über einen Schneckentrieb (Untersetzung) von der Nockenwelle angetrieben wird.

Auf dem vorderen Kurbelwellenstumpf sitzt die Gleichstrom-Lichtmaschine, zusammen mit dem Laderegler für den Bleiakku spritzwasserdicht gekapselt unter einem Stahlblech-Deckel. Auf dem hinteren Kurbelwellenstumpf sitzt die schwere Schwungscheibe (mit – im Schauloch einsehbarer – Zündeinstellmarkierung), welche die Einscheibentrockenkupplung aufnimmt. Die Kupplung wird über ein Axiallager mit einer durch die hohle Getriebehauptwelle verlaufende Druckstange betätigt. Der Vergaser ist ein 22-er Bing-Schwimmerkammervergaser (Modell: 1/22/44) mit konischer Nadel im Rundschieber. Das Nass-Luftfilterelement befindet sich direkt auf dem Vergaser. Der Ansaugfilter ist ein Stahlnetz, welches mit Öl benetzt wird, an dem der Staub sich festsetzt. Er dient der groben Filterung der Ansaugluft. Der Luftfilter wird zur Wartung nicht gewechselt, sondern gereinigt und mit Öl neu benetzt.

Antrieb[Bearbeiten]

Der Antriebsstrang erfordert am Getriebeausgang ein elastisches Drehmoment-Übertragungselement. Dazu ist bei diesem Modell noch eine schwarze Gummi-Vierlochscheibe (Hardyscheibe) am Zweifingerflansch des Getriebes aufgeschoben, die das Drehmoment der Getriebeausgangswelle auf die Zweifingeraufnahme der Kardanwelle überträgt. Diese Hardyscheibe ist wie bei den Nachfolgemodellen aus Stabilitäts-Gründen mit einem umlaufenden verchromten Stahlring bestückt. Die Kardanwelle zum Hinterrad ist hochglanzverchromt und freilaufend. Das am Winkelgetriebe befestigte Kreuzgelenk der Kardanwelle ist gegen Staub mit einer Alu-Schraubkappe abgedeckt. Gegen diese Schraubkappe läuft ein mit der Welle rotierender Dichtungsgummi, der den losen Schmutz aus dem Kardangelenk fernhält. Das Winkelgetriebe im Alugusskorpus ist ein Kegelradgetriebe mit 90°-Umlenkung.

Räder, Bremsen[Bearbeiten]

Die R 25/2 war mit Halbnabenbremsen und 19“ Stahlfelgen versehen („Dosendeckel“-Bremsen), welche nicht die Verzögerungswerte erreichen wie die modernen Aluminiumnaben der Nachfolger-Modelle mit größerer Bremsfläche.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten der R 25/2
Bohrung 68 mm
Hub 68 mm
Hubraum 247 cm³
Leistung 12 PS (8,8 kW) bei 5800 min−1
Verdichtungsverhältnis 6,5: 1
Höchstgeschwindigkeit 95 km/h/ 80 km/h mit Seitenwagen
Leergewicht 142 kg
Gesamtgewicht 300 kg
Tankinhalt 12 L
Reifengröße 3.25 – 19

Weblinks[Bearbeiten]

  • BMW R 25/2. In: BMW Geschichte. Abgerufen am 21. Juli 2015 (Dossier des BMW Group Archivs).
  • Handbuch Motorrad R 25/2. In: BMW Geschichte. BMW AG, August 1922, abgerufen am 21. Juli 2015 (Handbuch mit Bildern, 84 Seiten).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorstellung der BMW R 68 und der R 25/2 auf der IFMA in Frankfurt. In: BMW Geschichte. BMW AG, Oktober 1951, abgerufen am 16. August 2015 (Dokument im BMW Group Archiv): „Mit der R 25/2 wird auch eine Überarbeitung der erfolgreichen R 25 vorgestellt.“
  2. Preisliste Nr. 2/1951. In: BMW Geschichte. BMW AG, Oktober 1951, abgerufen am 18. August 2015 (Dokument im BMW Group Archiv).
  3. Serienanlauf der BMW R 25/3. In: BMW Geschichte. BMW AG, Oktober 1953, abgerufen am 18. August 2015 (Dokument im BMW Group Archiv): „Im Oktober 1953 beginnt die Serienfertigung der BMW R 25/3 mit hydraulisch gedämpfter Teleskopgabel.“