BMW K 100

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BMW
BMW K100 PL.JPG
BMW K 100
K 100
Hersteller BMW
Produktionszeitraum 1983 bis 1991
Klasse Motorrad
Bauart Naked Bike
Motordaten
Vierzylinder-Reihenmotor (DOHC)
Hubraum (cm³) 987
Leistung (kW/PS) 66/90
Höchst­geschwindigkeit (km/h) 215
Getriebe 5 Gänge
Antrieb Kardan
Bremsen Scheiben
Radstand (mm) 1516
Maße (L × B × H, mm): 2220 × 960 × 1155
Leergewicht (kg) 239

BMW K 100 war sowohl eine neue Motorradbaureihe von BMW als auch die Bezeichnung des ab 1983 ausgelieferten Basismodells der Baureihe. Bis 1991 wurden diese Motorräder mit Reihenmotor gebaut. Die Entwicklung nach einer Idee von Josef Fritzenwenger aus dem Jahr 1977 hatte 1979 begonnen.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Motorräder der K-Reihe hatten erstmals anstelle des für BMW typischen luftgekühlten Boxermotors einen längs liegend eingebauten, wasser­gekühlten 2-Ventil-Vierzylinder-Reihenmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Der Hubraum betrug 987 cm³; Bohrung 67 mm, Hub 70 mm. Der verhältnismäßig lange Hub sollte ein gutes Durchzugsvermögen (maximales Drehmoment 86 Nm bei 6000/min) garantieren, war aber möglicherweise auch im Hinblick auf eine spätere Vergrößerung der Bohrung (sog. Aufbohren) gewählt worden. Die Leistung betrug 66 kW (90 PS) bei 8000/min und einer Verdichtung von 10,2 :  1. Zur Gemisch­aufbereitung hat der Motor eine elektronisch gesteuerte Einspritzanlage Bosch LE-Jetronic. Die Nockenwellen werden über eine Kette ange­trieben. Vorn über dem Motor ist der Wasserkühler mit Aluminiumverkleidung eingebaut.

Motor, Fünfganggetriebe und Hinterradantrieb sind als Einheit zusammengeschlossen und als „Compact Drive System“ beim Patentamt in Berlin registriert. Die Einarm-Hinterradschwinge mit Kardanwelle ist im Getriebe gelagert. Der Motor ist tragendes Element in einem unten offenen Brückenrahmen. Das Hinterrad hat eine Schraubenfeder mit innenliegendem Stoßdämpfer, das Vorderrad wird an einer Teleskopgabel geführt. Die K 100 hat eine hydraulisch betätigte Bremsanlage mit zwei Scheiben am Vorderrad und einer Scheibe am Hinterrad, Durchmesser jeweils 285 mm.[1]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BMW K 100 – Basisvariante ohne Verkleidung, gebaut von September 1983 bis 1990
  • BMW K 100 RS – sportlich ausgelegte Variante mit Vollverkleidung, gebaut von 1983 bis 1989
  • BMW K 100 RT – Tourenvariante mit großer Vollverkleidung und Koffersystem, gebaut von 1984 bis 1989
  • BMW K 100 LT – Tourenvariante mit großer Vollverkleidung und Koffersystem, gebaut von 1986 bis 1991

Die Nachfolge der K 100 traten die Modelle mit 4-Ventil-Vierzylinder-Reihenmotoren bei optisch geringen Veränderungen an.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Spitzname der K100 war „Flying Brick“ („fliegender Ziegelstein“). Diese inoffizielle Bezeichnung trugen mehrere Modelle der K‑Modell-Baureihe von 1983 bis 2009.[2][3]

Die Bezeichnung „Flying Brick“ erhielten diese BMW-Motorräder wegen des zur Fahrtrichtung um 90 Grad nach links geneigten (liegend) eingebauten Reihenmotors, mit drei bzw. vier Zylindern, dessen (kantiges) Aussehen an einen Ziegelstein erinnert. Manchmal werden die „Flying Brick“ auch etwas abschätzig als „Toaster“ bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jeremy Churchill, Penny Cox: BMW K 75 und 100. Zweiventil-Reihenmotoren. (= Haynes Wartung und Reparatur). 1. Auflage. Moby Dick, Kiel 1999, ISBN 3-89595-132-3.
  • Norbert Kappes: Der „Ziegelstein“ wird 30 – na und? Kaufberatung BMW K 100. In: Oldtimer Markt. Nr. 11, November 2012, ISSN 0939-9704, S. 198–203.
  • Motorräder „Teutonischer Stier“. In: Der Spiegel. Nr. 39, 26. September 1983, ISSN 0038-7452, S. 279–281 (Spiegel-Archiv [abgerufen am 5. Januar 2013]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: BMW K100 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Zeyen, Jan Leek: BMW – Motorräder seit 1923. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02401-2. S. 228–242.
  2. Thomas Reinwald: BMW-K-Modelle – Der fliegende Ziegelstein. Johann Kleine Vennekate Verlag. Abgerufen am 12. Februar 2021.
  3. Flyingbrick Geschichte. Abgerufen am 12. Februar 2021.