BMW R 25

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BMW R 25, Baujahr 1950, Restaurierung 2009

Die BMW R 25 ist ein Einzylinder-Motorradmodell von BMW, das Anfang der 1950er Jahre das Modell R 24 (12 PS) ablöste, dessen Vorgänger R 23 von 1938 bis 1940 (10 PS bei 5400/min) gebaut worden war. Die BMW R 25 hatte ebenfalls 12 PS. Nach diesem Konzept, dem auch die R 25 folgte (aufrecht stehender einzelner Zylinder, längs eingebauter Motor, Kardanantrieb, 250 Kubikzentimeter Hubraum) baute BMW bis 1965 mehrere jeweils modernisierte Modelle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz nach Anlauf der Produktion der R 24 im Dezember 1948 wurde dem BMW-Vorstand am 16. Februar 1949 die R 25 als Weiterentwicklung mit Hinterradfederung präsentiert.[1] Im Mai 1950 begann die Serienproduktion[2]; sie kostete 1750 DM, genau so viel, wie die R 24.[3]

Insgesamt stellte BMW 23.400 R 25 her[4], bis das Motorrad im Oktober 1951 durch die BMW R 25/2 abgelöst wurde.[5]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konstruktionsmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Doppelrohr-Rahmen ist aus Stahlrohr geschweißt mit in Fahrtrichtung rechts angebrachten Kugelköpfen für den Seitenwagen-Betrieb. Der LS 200 von Steib war ein angemessener Seitenwagen, der jedoch eine andere Zahnradübersetzung des Kardanantriebes erfordert, als im Solobetrieb. Dem vorderen Schutzblech wurde ein geschwungener Schmutzlappen ins Stahlblech eingearbeitet, der auch bei dem Nachfolgermodell R 25/2 beibehalten wurde. Die Felgen sind aus Stahlblech mit Halbnabenbremsen. Der Motorblock ist wie das Getriebe und der Hinterachsantrieb aus Aluminiumguss. Der Endtopf ist mit Blechlaschen direkt am Rahmen befestigt.

Motor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der längs eingebaute Einzylinder Viertakt-Motor hat eine seitliche Nockenwelle und außen neben dem Graugusszylinder in verchromten Stahlrohren laufende Stoßstangen. Diese betätigen die Kipphebel im Aluminiumguß-Zylinderkopf, die ihrerseits die hängenden Ventile betätigen (OHV). Die Kipphebel sind wie der Kolbenbolzen in Bronzebuchsen gelagert. Die Nockenwelle wird über eine einfache Kette von der Kurbelwelle angetrieben. Die Ölpumpe ist eine Zahnradpumpe in der Ölwanne und wird über einen Schneckentrieb (Untersetzung) von der Nockenwelle angetrieben.

Auf dem vorderen Kurbelwellenstumpf sitzen hinter dem Stahlblech-Deckel die spritzwasserdicht gekapselte Gleichstrom-Lichtmaschine und der Laderegler für den Bleiakkumulator. Die schwere Schwungscheibe (mit – im Schauloch einsehbarer – Zündeinstellmarkierung) auf dem hinteren Kurbelwellenstumpf nimmt die Einscheibentrockenkupplung auf. Die Kupplung wird über ein Axiallager und eine durch die hohle Getriebehauptwelle verlaufende Druckstange betätigt. Der Vergaser ist ein 22-er Bing-Schwimmerkammervergaser (Modell: 1/22/28) mit konischer Nadel im Rundschieber. Das Nass-Luftfilterelement befindet sich direkt auf dem Vergaser. Der Ansaugfilter ist ein Stahlnetz, welches mit Öl benetzt wird, an dem der Staub sich festsetzt. Er dient der groben Filterung der Ansaugluft. Der Luftfilter wird zur Wartung nicht gewechselt, sondern mit Benzin gereinigt und mit Öl neu benetzt.

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Antriebsstrang erfordert am Getriebeausgang ein elastisches Drehmoment-Übertragungselement. Dazu ist bei diesem Modell noch eine schwarze Gummi-Vierlochscheibe (Hardyscheibe) am Zweifingerflansch des Getriebes aufgeschoben, die das Drehmoment der Getriebeausgangswelle auf die Zweifingeraufnahme der Kardanwelle überträgt. Diese Hardyscheibe ist wie bei den Nachfolgemodellen aus Stabilitäts-Gründen mit einem umlaufenden verchromten Stahlring bestückt. Die Kardanwelle zum Hinterrad ist hochglanzverchromt und freilaufend. Das am Winkelgetriebe befestigte Kreuzgelenk der Kardanwelle ist gegen Staub mit einer Alu-Schraubkappe abgedeckt. Gegen diese Schraubkappe läuft ein mit der Welle rotierender Dichtungsgummi, der den losen Schmutz aus dem Kardangelenk fernhält. Das Winkelgetriebe im Alugusskorpus ist der Laufruhe wegen mit Kegelradgetriebe (90°-Umlenkung) bestückt.

Fahrwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die R 25 hatte Halbnabenbremsen und 19"-Stahlfelgen ("Dosendeckel"-Bremsen), welche nicht die Verzögerungswerte erreichen wie die modernen Aluminiumnaben der Nachfolger-Modelle R 26 und R 27 mit größerer Bremsfläche.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten der R 25[4][6]
Bohrung 68 mm
Hub 68 mm
Hubraum 247 cm³
Leistung 12 PS (8,8 kW) bei 5600 min−1
Höchstgeschwindigkeit 95 km/h
Leergewicht 140 kg
Gesamtgewicht 290 kg
Tankinhalt (ltr) 12 L

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: BMW R 25 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • BMW R 25. In: BMW Geschichte. Abgerufen am 24. Mai 2016 (Dossier des BMW Group Archivs).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interne Vorstellung der ersten Versuchsmuster der BMW R 25. In: BMW Geschichte. BMW AG, 16. Februar 1949, abgerufen am 14. Juni 2016 (Dokument im BMW Group Archiv).
  2. Serienanlauf der BMW R 25. In: BMW Geschichte. BMW AG, Mai 1950, abgerufen am 14. Juni 2016 (Dokument im BMW Group Archiv).
  3. Preisliste Nr. 2/1950. In: BMW Geschichte. BMW AG, Juli 1950, abgerufen am 24. Mai 2016 (Dokument im BMW Group Archiv).
  4. a b BMW R 25. In: BMW Geschichte. Abgerufen am 24. Mai 2016 (Dossier des BMW Group Archivs).
  5. Vorstellung der BMW R 68 und der R 25/2 auf der IFMA in Frankfurt. In: BMW Geschichte. BMW AG, 28. Oktober 1951, abgerufen am 14. Juni 2016 (Dokument im BMW Group Archiv): „Mit der R 25/2 wird auch eine Überarbeitung der erfolgreichen R 25 vorgestellt.“
  6. Handbuch BMW Motorrad R 25. In: BMW Geschichte. BMW AG, Juni 1950, abgerufen am 24. Mai 2016 (Handbuch mit Bildern, 34 Seiten).