BMW K 1200 RS

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BMW
BMW K 1200 RS (2007-06-15) ret.jpg
Modellcode K589
K 1200 RS
Hersteller: BMW
Verkaufsbezeichnung K 1200 RS
Produktionszeitraum 1996 bis 2004
Klasse Motorrad
Bauart Sporttourer
Motordaten
Reihenmotor mit 4 Zylindern
Hubraum (cm³) 1171
Leistung (kW/PS) 96/130 bei 8.750 min-1
Drehmoment (N m) 117 Nm bei 6.750 min−1
Höchstgeschwin-
digkeit
 (km/h)
245
Getriebe 6-Gang sequenziell
Antrieb Kardan
Bremsen vorn Ø 305 mm Doppelscheibenbremsen
hinten Ø 285 mm Scheibenbremse
Radstand (mm) 1549
Maße (L × B × H, mm): 2250×850×1200
Sitzhöhe (cm) 76,9–79,3
Leergewicht (kg) 285
Vorgängermodell BMW K 1100 RS
Nachfolgemodell BMW K 1200 GT
BMW K 1200 S
BMW K 1200 RS Facelift (Jg. 2001 bis 2004)

Die BMW K 1200 RS ist ein langstreckentaugliches Motorrad des Herstellers BMW mit Kardanantrieb. Der Sporttourer ist die letzte Evolutionsstufe der BMW-Vierzylinder mit Längsmotor (im Motorradfahrerjargon Flying Brick genannt) und wurde von 1996 bis 2004 im BMW-Werk Berlin in Spandau gebaut. Sie wiegt fahrfertig fast 300 kg. Zum Baujahr 2001 wurde die K überarbeitet. So wurde die Verkleidung vorne geändert und die Sitzposition etwas weniger sportlich ausgelegt, indem die Fußrasten nach unten und der Lenker etwas höher gelegt wurden. Zudem wurde das ABS2 durch das wahlweise erhältliche Integral-ABS ersetzt.

Im Jahr 2004 endete die Produktion der K 1200 RS mit Längsmotor. Die fast baugleiche K 1200 GT (Version mit Längsmotor) wurde 2005 ebenfalls eingestellt. Einzig der Luxustourer K 1200 LT wurde noch bis 2009 gebaut. Insgesamt wurden 13.352 Einheiten in Deutschland zugelassen.[1] Der Modellcode lautet K589. Als direkte Nachfolgerinnen der K 1200 RS können am ehesten die auf Reisen ausgelegte K 1200 GT (Baujahr 2006 bis 2008) und die sportliche K 1200 S (Baujahr 2005 bis 2009), beide mit Quermotor, bezeichnet werden.

Technische Daten[Bearbeiten]

Antrieb[Bearbeiten]

Der flüssigkeitsgekühlte Vierzylindermotor erzeugt aus 1171 cm³ Hubraum eine Nennleistung von 96 kW (130 PS) und ein Drehmoment von 117 Nm bei einer Drehzahl von 6750 min-1. Der längs liegend eingebaute Reihenmotor hat zwei kettengetriebene Nockenwellen, die über Tassenstößel zwei Einlass- und zwei Auslassventile pro Zylinder ansteuern. Die Zylinderbohrungen haben einen Durchmesser von Ø 70,5 mm, die Kolben einen Hub von 75 mm. Gegenüber dem Vorgängermotor der K 1100 wurde der Hub um 5 mm vergrößert. Das Ansaugsystem wird von einer Staudruckaufladung unterstützt, die durch eine Öffnung in der Frontverkleidung mit Luft versorgt wird.

Das Motorrad beschleunigt in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h.[1] Aufgrund einer herstellerseitigen Selbstbeschränkung wurde das Motorrad in Deutschland und Frankreich bis 2001 zumeist in einer auf 72 kW (98 PS) gedrosselten Version ausgeliefert. Diese zeichnet sich durch ein minimal höheres Drehmoment bei erheblich niedrigerer Drehzahl (118 Nm bei 5.500/min.) aus und eignet sich daber besser für den 2-Personen-Betrieb und entspanntes Cuisen. Die maximale Leistung erreicht sie ebenfalls deutlich früher (7.000/min.). Die K 1200 RS hat verfügt als eines der ersten Motorräder über ein voll digitalisiertes Zünd-/Einspritzsystem - eine Motronic von Bosch.

Kraftübertragung[Bearbeiten]

Der Primärtrieb erfolgt über Zahnräder. Die Krafttrennung erledigt eine hydraulisch betätigte Einscheiben-Trockenkupplung, die Drehmomentumwandlung ein Sechsganggetriebe. Der Sekundärantrieb erfolgt über eine Kardanwelle mit einer als Paralever bezeichneten Momentabstützung, die das Ansteigen des Hecks beim starken Beschleunigen minimiert.

Kraftstoffversorgung[Bearbeiten]

Die Kraftstoffaufbereitung erfolgt durch eine Kraftstoffeinspritzung, die von einer Motronic MA 2.4 von Bosch mit Schubabschaltung gesteuert wird. Der Kraftstofftank hat ein Volumen von 22 Liter, davon sind 4 Liter Reserve. Der Hersteller empfiehlt die Verwendung von Motorenbenzin mit einer Klopffestigkeit von mindestens 95 Oktan und gibt eine theoretische Reichweite von 312 km an.

Die Abgasnachbehandlung erfolgt durch zwei geregelte Katalysatoren und erreicht die Abgasnorm Euro-2.

Fahrwerk[Bearbeiten]

Das Fahrwerk baut auf einem Kokillengussrahmen aus Aluminium auf und hat hinten eine Doppelgelenkschwinge. Das Vorderrad wird von einem Telelever geführt. Der Hinterreifen wurde um 5 mm versetzt, um das leichte Übergewicht auf der rechte Seite zu kompensieren.

Am Vorderreifen verzögert eine Doppelscheibenbremse von Brembo mit Vier-Kolben-Bremssätteln, hinten eine Scheibenbremse mit Zwei-Kolben-Bremssattel. Ein serienmäßiges Antiblockiersystem unterstützt die Verzögerung an beiden Bremsen.

BMW hat die unangenehmen Vibrationen frühere K-Modelle durch die Trennung der Antriebseinheit vom Rahmen und die Verwendung von Gummiisolierungen unterdrückt. Der lange Radstand von 1549 mm sorgt für eine große Fahrstabilität. Die Sitzbank ist in der Höhe von 769 bis 793 mm verstellbar.

Kritiken[Bearbeiten]

„Auf der Straße überzeugt die BMW K 1200 RS durch ihre unaufdringliche Art. Sie verführt den Fahrer nicht zu einer rasanten Fahrweise, wie das bei sportlichen Motorrädern sonst oft der Fall ist. Trotzdem läßt auch sie sich auf Straßen aller Art ausgesprochen zügig bewegen. Der Motor, der schwingungsentkoppelt durch den neu konstruierten Rahmen seine Vibrationen nicht mehr an den Fahrer weitergibt, begeistert in jeder Fahrsituation.“

Marcus Lacroix: Kradblatt, Ausgabe 06/1997[2]

„Das Motorrad, das die K-Reihe endlich von ihrem Ruf der »fliegenden Ziegelsteine« befreite, ist ein erstaunlich schneller Tourensportler und eine gelungene Alternative zu italienischen und japanischen Maschinen. Im Gegensatz zu den meisten anderen BMWs hat es einen 4-Zylinder-Reihenmotor, wobei dieser wesentlich zum Gewicht der Maschine beiträgt, die voll getankt mit 285 kg kein Leichtgewicht ist.“

Alan Dowds: Motorräder[3]

„Der serienmäßig mit ABS, Kat und einstellbaren Komponenten wie Windschild, Lenker, Schalthebel, Fahrerfußrasten und Sitz ausgestattete Highspeed-Sprinter taugt prima zum Reisen und genauso gut zur verschärften Schräglagensuche am Wochenende.“

Dieter Höhner: Motorradfahrer[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BMW K 1200 RS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Dieter Höhner: Reisen & Sport. In: Motorradfahrer. Ausgabe Mai 2012, S. 45.
  2. Marcus Lacroix: BMW K 1200 RS. In: Kradblatt. 1. Juni 1997, abgerufen am 29. Juli 2012.
  3.  Alan Dowds: Motorräder: Atemberaubende Superbikes der Welt. Edition XXL, 2005, ISBN 978-3897363298, S. 420.