Bahnhof Liège-Guillemins

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Bahnhof Liège-Guillemins
IMG 5215 Liège-Guillemins.JPG
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 9
IBNR 8800012
Eröffnung 18. September 2009
Webadresse www.b-europe.com
Architektonische Daten
Architekt Santiago Calatrava
Lage
Stadt/Gemeinde Lüttich
Provinz Provinz Lüttich
Region Wallonie
Staat Belgien
Koordinaten 50° 37′ 25″ N, 5° 34′ 3″ OKoordinaten: 50° 37′ 25″ N, 5° 34′ 3″ O
Liste der Bahnhöfe in Belgien
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Liège-Guillemins im Jahre 2013

Der Bahnhof Liège-Guillemins ist der wichtigste Bahnhof der in der belgischen Region Wallonien gelegenen Stadt Lüttich. Der nach durchgreifendem Um- und Neubau im September 2009 in seiner heutigen Gestalt in Betrieb genommene Bahnhof befindet sich etwas außerhalb der Innenstadt, im Stadtteil Guillemins. Er ist Halt von Thalys- und Intercity-Express-Zügen und damit ein Knotenpunkt im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz. Außerdem ist er ein bedeutender Bahnhof im Regionalverkehr der NGBE (SNCB/NMBS). Er wird pro Tag von rund 500 Zügen angefahren.

Gründe für den Bau eines neuen Bahnhofes, Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interieur der neuen Verkehrsstation

Mit Beginn der Hochgeschwindigkeitszüge galt der alte Bahnhof Lüttich-Guillemins nicht mehr als zeitgemäß: Die Bahnsteige waren zu schmal und zu stark gekrümmt, außerdem sah der gesamte Bahnhofsbereich heruntergekommen aus. Ferner waren die Platzverhältnisse für die stark angestiegenen Passagierströme zu eng und es mangelte an Komfort. Darüber hinaus schränkten die vielen niveaugleichen Kreuzungen den Zugverkehr ein. Für aktuelle Fernzüge hatten überdies die Bahnsteige keine ausreichende Länge. Da sich eine Renovierung des alten Bahnhofs nicht mehr lohnte, wurde sein Abriss und der Neubau beschlossen.

Nach einem internationalen Wettbewerb wurde das Projekt an den Architekten Santiago Calatrava vergeben. Calatrava hat bereits mehrere Bahnhöfe gestaltet. Er entwarf den neuen Teil des Bahnhofs Stadelhofen in Zürich, den Bahnhof von Luzern, den Bahnhof Lyon-Saint-Exupéry TGV, den intermodalen Bahnhof Oriente in Lissabon und die neue PATH-Station in New York. Calatrava soll auch den neuen Bahnhof von Mons bauen.[1]

Die Planungen für das neue Bahnhofsgebäude begannen 1996. Es wurden 312 Millionen Euro investiert und unter anderem 10.000 Tonnen Stahl für den 200 Meter langen, auf- und abschwingenden und an eine Schanze erinnernden Bogen bei dem Bahnhofsdach verbaut, welches sich bis zu 40 m über dem modernisierten Gleisbett erhebt. Der Bau hat keine Außenfassade im herkömmlichen Sinn; stattdessen ist der Übergang von innen nach außen nahtlos gestaltet.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neue Bahnhof besteht aus Stahl, Glas und weißem Beton. Er hat einen monumentalen Baldachin von 200 m Länge und 35 m Höhe. Er sollte ursprünglich im April 2006 fertiggestellt sein. Tatsächlich wurde er erst am 19. September 2009, zwei Wochen nach der Fertigstellung, eröffnet.[3]

Die Streckengleise (Aachen–)Welkenraedt–Lüttich–Brüssel wurden im Zuge des Umbaus auf die Nordseite des Bahnhofs verlegt. Die Einfahrgeschwindigkeit in den Bahnhof wurde von 40 auf 100 km/h erhöht.[4]

Der neue Bahnhof hat neun Gleise. Die Gleise 1 und 2 werden von der ICE International-Linie angefahren; auf den Gleisen 3 und 4 halten Züge nach Brüssel an. Es gibt fünf Mittelbahnsteige mit einer Breite von acht Metern. Drei Bahnsteige sind mit einer Nutzlänge von 450 Metern speziell für den Halt von in Doppeltraktion verkehrenden Thalys-Zügen eingerichtet, die beiden übrigen Bahnsteige haben eine Länge von 350 Metern.

Der neue Lütticher Bahnhof wird von der NGBE als ein Teilstück der Modernisierung der belgischen Eisenbahnverbindungen gesehen, und zwar in der Anbindung Belgiens an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz zwischen London, Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln/Frankfurt.[5] Seit dem Jahr 2009 beträgt die Fahrzeit zwischen Köln und Lüttich nur noch eine knappe Stunde.

Praktisch noch ungelöst ist die Anbindung des neuen Bahnhofs an das städtische Umfeld bzw. die regionale Infrastruktur. Einer wirtschaftlichen und städtebaulichen Aufwertung des nach einer Niederlassung des Ordens der Wilhelmiten benannten Stadtteils stehen voraussehbar die Interessen der jetzigen Bewohner an bezahlbarem Wohnraum und der Wahrung des bisherigen sozialen Umfelds gegenüber.[1]

Bilder der Vorgängerbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof diente als Drehort für viele Filmproduktionen wie z. B.:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Fahrplanperiode 10. Dezember 2017 bis 8. Dezember 2018

Linie Verlauf Takt Mo–Fr Takt Sa, So
ICE 79
(DB ICE)
Brüssel-Süd – Brüssel-Nord – Liège-Guillemins – Aachen Hauptbahnhof – Köln Hauptbahnhof – (Köln/Bonn Flughafen – Siegburg/Bonn – Limburg Süd – Montabaur nur einzelne Fahrten halten an diesen Bahnhöfen) – Frankfurt FlughafenFrankfurt (Main) Hauptbahnhof 120 min mit Lücken 120 min mit Lücken
THA 80
(Thalys)
Paris-Nord – Brüssel-Süd – Liège-Guillemins – Aachen Hauptbahnhof – Köln Hauptbahnhof – Düsseldorf Hauptbahnhof – (Düsseldorf Flughafen – nur einzelne Fahrten) Duisburg Hauptbahnhof – Essen Hauptbahnhof (– Dortmund Hauptbahnhof nur einzelne Fahrten) 5 Züge/Tag Sa: 5 Züge/Tag
So: 4 Züge/Tag
IC 01 Eupen – Welkenraedt – Verviers-Central – Liège-Guillemins – Leuven – Brüssel-Nord – Brüssel-Central – Brüssel-Süd – Gent-Sint-Pieters – Brugge – Oostende 60 min 60 min
IC 09 Antwerpen-Centraal – Antwerpen-Berchem – Lier – Aarschot – Hasselt – Tongern – Liège-Saint-Lambert – Liège-Guillemins  – 60 min
IC 12 Kortrijk – Gent-Sint-Pieters – Brüssel-Süd – Brüssel-Central – Brüssel-Nord – Leuven – Liège-Guillemins – Verviers-Central – Welkenraedt 60 min
IC 14 Quiévrain – Mons – Braine-le-Comte – Brüssel-Süd – Brüssel-Central – Brüssel-Nord – Leuven – Liège-Guillemins 60 min
IC 18 Liège-Saint-Lambert – Liège-Guillemins – Huy – Namur – Ottignies – Brüssel-Luxemburg – Brüssel-Schuman – Brüssel-Nord – Brüssel-Central – Brüssel-Süd 60 min
IC 25 (Liers –) Liège-Saint-Lambert – Liège-Guillemins – Namur – Charleroi-Sud – La Louvière-Sud – Mons (– Tournai – Mouscron) 60 min nur Liège–Mons 60 min Liers–Mouscron
IC 33 Liers – Liège-Saint-Lambert – Liège-Guillemins – Gouvy – Luxemburg 120 min 120 min
L 01 Liège-Guillemins – Huy – Namur 60 min 120 min
L 15 Liers – Liège-Saint-Lambert – Liège-Guillemins – Rivage – Marloie 60 min 120 min
S 41 Herstal – Liège-Saint-Lambert – Liège-Guillemins – Angleur – Pepinster – Verviers-Central 60 min 60 min
S 42 Liers – Herstal – Liège-Saint-Lambert – Liège-Guillemins – Seraing – Flémalle-Haute 60 min 60 min
S 43 (Hasselt – Tongern – Liers – Herstal – Liège-Saint-Lambert –) Liège-Guillemins – Visé – Eijsden – Maastricht-Randwyck – Maastricht 60 min Hasselt–Maastricht 60 min nur Liège–Maastricht
S 44 (einzelne Fahrten und sonntags Landen –) Waremme – Ans – Liège-Guillemins (– Seraing – Flémalle-Haute einzelne Fahrten) 60 min Landen/Waremme–Liège/Flémalle 120 min nur Landen–Liège
P verschiedene Verstärkerfahrten HVZ
ICT verschiedene Fahrten von/zu touristischen Orten Touristensaison

Ursprünglich sollte ab Dezember 2018 eine Durchbindung des Richtung Aachen verkehrenden RE 18 auch in Liège-Guillemins bestehen, jedoch sind die Züge des Deutsche Bahn-Tochterunternehmens Arriva bisher nicht in Belgien zugelassen.[6] Derzeit enden die Züge deshalb zunächst noch in Maastricht.

Übergang zum ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Bahnhofsvorplatz befinden sich Haltestellen des innerstädtischen und regionalen Busverkehrs der Verkehrsgesellschaft Transport en Commun.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Liège-Guillemins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Olaf Münichsdorfer: Lichtblicke für Lüttich. d'Land 13. November 2009. S. 27.
  2. Projects. (Memento vom 3. Oktober 2009 im Internet Archive)
  3. Liège-Guillemins : la gare est à vous!
  4. Sven Andersen: Neu- und Ausbaustrecken für den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Belgien. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2002, ISSN 1421-2811, S. 278–281.
  5. Liens vers d’autres sites.
  6. ‘Spooroorlog’ dreigt wegens verbinding Maastricht-Luik. Abgerufen am 29. Januar 2019 (niederländisch).