Brecht (Eifel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Brecht
Brecht (Eifel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Brecht hervorgehoben

Koordinaten: 49° 59′ N, 6° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Bitburger Land
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 4,5 km2
Einwohner: 211 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54636
Vorwahl: 06527
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 020
Adresse der Verbandsverwaltung: Hubert-Prim-Straße 7
54634 Bitburg
Website: www.brecht.de
Ortsbürgermeister: Michael Eppers
Lage der Ortsgemeinde Brecht im Eifelkreis Bitburg-Prüm
BitburgAuw bei PrümRoth bei PrümOlzheimNeuendorfKleinlangenfeldSchwirzheimBüdesheimWallersheimFleringenWeinsheimGondenbrettSellerichBuchetOberlascheidBleialfMützenichWinterscheidWinterspeltGroßlangenfeldBrandscheidPrümRommersheimGiesdorfHersdorfSeiwerathSchöneckenOberlauchNiederlauchOrlenbachWinringenDingdorfWatzerathPittenbachPronsfeldHabscheidMasthornHeckhuscheidMatzerathHeisdorfNimsreulandLaselWawernFeuerscheidNimshuscheidLützkampenGroßkampenbergKesfeldÜttfeldEuscheidStrickscheidLünebachLierfeldEilscheidDackscheidMerlscheidPintesfeldKinzenburgWaxweilerManderscheidLichtenbornArzfeldIrrhausenReiffSengerichLeidenbornHerzfeldEschfeldRoscheidHarspeltSevenig (Our)DahnenReipeldingenDaleidenDasburgPreischeidOlmscheidJuckenKickeshausenLauperathKrautscheidOberpierscheidNiederpierscheidLascheidHargartenLambertsbergMauelPlütscheidBurbachBalesfeldNeuheilenbachNeidenbachUschZendscheidSteinbornSankt ThomasMalbergweichMalberg (Eifel)KyllburgweilerSeinsfeldOberkailGransdorfGindorfPickließemOrsfeldKyllburgEtteldorfWilseckerBademSefferweichSeffernSchleidHeilenbachEhlenzOberweilerBickendorfNattenheimFließemRittersdorf (Eifel)LießemNiederweilerBiersdorf am SeeWiersdorfWißmannsdorfHamm (Eifel)EchtershausenBrechtFeilsdorfHütterscheidBaustertBrimingenMülbachOberweisBettingen (Eifel)OlsdorfWettlingenStockemHalsdorfEnzenDudeldorfGondorfMetterichHüttingen an der KyllRöhlScharfbilligSülmDahlemTrimportIdenheimIdesheimMeckelEßlingenOberstedemNiederstedemWolsfeldDockendorfIngendorfMesserichBirtlingenAltscheidBerkothNusbaumBiesdorfKruchtenHommerdingenHüttingen bei LahrMettendorfNiehlBurgLahrGeichlingenKörperichRoth an der OurGentingenAmmeldingen an der OurBerscheidBaulerWaldhof-FalkensteinKeppeshausenRodershausenGemündSevenig bei NeuerburgAfflerDauwelshausenScheitenkorbNasingenMuxerathObergecklerNiedergecklerSinspeltNiederradenKoxhausenHerbstmühleKarlshausenZweifelscheidLeimbachEmmelbaumAmmeldingen bei NeuerburgHeilbachUppershausenPlascheidHüttenNeuerburgScheuernFischbach-OberradenUtscheidWeidingenÜbereisenbachWallendorfBollendorfEchternacherbrückErnzenFerschweilerMindenMenningenEisenachGilzemKaschenbachNiederweisIrrelPrümzurlayAlsdorfHolsthumPeffingenSchankweilerSpangdahlemHerforstBeilingenPhilippsheimSpeicher (Eifel)PreistOrenhofenAuw an der KyllHostenNordrhein-WestfalenBelgienLuxemburgTrierLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-WittlichKarte
Über dieses Bild
St. Luzia (Brecht), Nordseite

Brecht ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der Prüm in der Eifel. Zur Gemeinde Brecht gehören auch die Wohnplätze Heldhof, Langerthof, Theishof und Tannenhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hexenkreuz von 1630

Der Fund von zahlreichen Frankengräbern lässt auf eine Besiedelung des Areals in spätfränkischer und frühmittelalterlicher Zeit schließen.

Der Ort wurde erstmals im Oktober 1266, in einer Anweisung von Ludwig Graf von Chiney und Gräfin Jeanne an den Propst von Virton, als Brachiet erwähnt. 1341 wurde er als Villa Brecht erwähnt. Eine Kapelle zu Breicht wird im Visitationsprotokoll vom Jahr 1570[3] aufgeführt.

Brecht gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur luxemburgischen Grafschaft Vianden und war der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit der Meierei Wißmannsdorf unterstellt.[4]

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen die Grafschaft Vianden gehörte, besetzt und im Oktober 1795 annektiert. Unter der französischen Verwaltung gehörte der Ort von 1795 bis 1814 an zur Mairie Wißmannsdorf im Kanton Neuerburg, der verwaltungsmäßig zum Arrondissement Bitburg im Wälderdepartement gehörte.[5]

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das vormals luxemburgische Gebiet östlich der Sauer und der Our dem Königreich Preußen zugeordnet. 1816 kam die Gemeinde Brecht verwaltungsmäßig zur Bürgermeisterei Wißmannsdorf im neu gebildeten Kreis Bitburg und gehörte von 1822 an bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zur Rheinprovinz.[5]

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das Gebiet zum französischen Teil der alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Brecht innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Brecht, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Jahr Einwohner
1815 103
1835 121
1871 164
1905 173
1939 190
1950 169
1961 170
Jahr Einwohner
1970 180
1987 169
1997 207
2005 245
2011 253
2017 233
2020 211[1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Brecht ist der Pfarrei Wißmannsdorf angeschlossen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Brecht besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Eppers wurde am 21. August 2019 Ortsbürgermeister von Brecht. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl gemäß Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung für Eppers entschied.[8]

Der Vorgänger von Eppers, Michel Brück, hatte das Amt von 1992 bis 2019 ausgeübt.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Ortsgemeinde Brecht
Blasonierung:Geteilt von einem silbernen Schrägrechtsfluss, der oben in Rot von zwei Kirchtürmen und unten in Blau von einem silbernen Mühlrad begleitet ist.“
Wappenbegründung: Die silberne Wellenschräglinie symbolisiert den Fluss Prüm, der die Ortslage teilt. Auf die Mühlentradition in Brecht weist das silberne Mühlrad auf blauem Feld hin, während die beiden Türme auf rotem Feld die Filialkirche St. Luzia symbolisieren.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Filialkirche St. Luzia befindet sich im Ortskern und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Um 1800 wurde ein Kirchenschiff angebaut.
  • Braut- oder Hexenkreuz von 1630
  • Ausgrabungen eines römischen Bauwerks und Gräber aus spätfränkischer oder frühmittelalterlicher Zeit.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wanderrouten z. B. Prümtal, Langertbachtal.[11]
  • Gewässerlehrpfad Echtersbachtal bei Brecht[12]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest wird am Sonntag nach dem Gedenktag der Heiligen Rosa von Lima (23. August) begangen.[13]
  • Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag
  • Hüttenbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag)[14][15]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort sind einige Unternehmen ansässig. Hierzu zählen ein Fachhandel für Motorräder[16], ein Landmaschinenfachhändler[17], ein Beleuchtungsfachhandel[18], ein Computerfachhandel[19] und ein Friseursalon[20].

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brecht ist durch die Landesstraße 7 erschlossen und liegt rund 3 km nördlich der Bundesstraße 50.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Wackenroder (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Bitburg (= Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 12/I). Trier 1983, ISBN 3-88915-006-3, S. 306 (315 S., Mit 12 Taf. und 227 Abb. im Text. Nachdruck der Ausgabe Schwann, Düsseldorf 1927).
  • Michael Berens: Filialkirche St. Lucia. In: Geschichtlicher Arbeitskreis Bitburger Land (Hrsg.): Die Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes. 1992, S. 32 (gak-bitburg.de [PDF; 2,9 MB; abgerufen am 13. März 2018] Scan vom 30. November 2016).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brecht – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2021. S. 101 (PDF; 2,6 MB).
  3. Johann Baptist Wendelin Heydinger: Die Eiffel. Geschichte, Sage, Landschaft und Volksleben im Spiegel deutscher Dichtung. I. Hölscher, Koblenz 1853 (Scan in der Google-Buchsuche).
  4. Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm: Verwaltungszugehörigkeit der einzelnen Gemeinden. 24. März 2010 (bitburg-pruem.de [PDF; 165 kB]).
  5. a b Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier. Band 2. Lintz, Trier 1846, S. 31 ff. (Scan in der Google-Buchsuche).
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. In: statistik.rlp.de. Abgerufen am 30. Dezember 2020.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. In: wahlen.rlp.de. Abgerufen am 13. August 2019.
  8. Ortsgemeinderat. Ortsgemeinde Brecht, abgerufen am 11. Juni 2021.
  9. Michael Eppers: Feierliche Verabschiedung. In: Bitburger Landbote, Ausgabe 49/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 11. Juni 2021.
  10. Wappen. Wappenbeschreibung. In: bitburgerland.de. Verbandsgemeinde Bitburger Land, abgerufen am 3. Juni 2021.
  11. Wanderroute Stahl–Brecht–Oberweis–Birtlingen in der Eifel. In: wanderschoen.de. Abgerufen am 28. Februar 2017.
  12. Gewässerlehrpfad Echtersbachtal in der Verbandsgemeinde Bitburg-Land. In: Landesamt für Wasserwirtschaft Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Info-Brief Bachpatenschaft. Heft 3: Gewässerstruktur. Mainz September 1996, S. 31 (aktion-blau-plus.rlp.de (Memento vom 28. Februar 2017 im Internet Archive) [PDF; 3,8 MB; abgerufen am 28. Februar 2017]). –
    Der Gewässerlehrpfad Echtersbachtal. Ein gelungenes Projekt zur Wissensvermittlung. In: Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz, Abteilung Wasserwirtschaft (Hrsg.): 10 Jahre Aktion Blau. Gewässerentwicklung in Rheinland-Pfalz. 1. Auflage. Teil 2: Aktion Blau vor Ort, 2005, ISBN 3-933123-16-X, Kap. 13 Wohnumfeld, S. 202 f. (aktion-blau-plus.rlp-umwelt.de [PDF; 9,1 MB; abgerufen am 3. Juni 2021]): „Projektträger: Verbandsgemeinde Bitburg-Land, Projektbeginn: 1995“.
  13. Kirmes in Brecht. In: brecht.de. Abgerufen am 3. April 2018.
  14. Hüttenbrennen in der Eifel. In: volksfreund.de. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  15. Hüttensonntag in der Eifel. In: katholisch.de. Abgerufen am 10. August 2017.
  16. Moto-Point in Brecht (Eifel). In: moto-point.de. Abgerufen am 27. Februar 2021.
  17. Ludwig und Hauer Landmaschinen. In: ludwig-hauer.de. Abgerufen am 27. Februar 2021.
  18. Lichtzeit Design in Brecht (Eifel). In: lichtzeit.design. Abgerufen am 27. Februar 2021.
  19. Computerfachhandel Thomas Brück. In: wasistdefekt.de. Abgerufen am 27. Februar 2021.
  20. Friseursalon Typgerecht in Brecht (Eifel). In: dasoertliche.de. Abgerufen am 27. Februar 2021.