Daimler Trucks

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Das Geschäftsfeld Daimler Trucks der Daimler AG ist Weltmarktführer bei mittelschweren und schweren Lkw über 6 Tonnen Nutzlast. Im Jahr 2016 wurden 415.108 Fahrzeuge ausgeliefert (2015: 502.478; 2014: 495.668; 2013: 484.211; 2012: 461.954).[1]

Neben den Mercedes-Benz-Lkw gehören im globalen Verbund die Marken Freightliner, Western Star, BharatBenz und Mitsubishi Fuso zu Daimler Trucks. Im Jahr 2014 war der wichtigste Absatzmarkt Asien mit 34 %, gefolgt von den NAFTA-Staaten: 33 % (2013: 28 %), Westeuropa: 12 % (2013: 14 %) und Lateinamerika (ohne den NAFTA-Staat Mexiko): 9 % (2013: 12 %)[2][3]

Verkaufte Fahrzeuge
Land 2014[4] 2013[5] 2012[6] 2011[6] 2010[7]
USA 141.600 117.800 113.800 96.900 62.600
Indonesien 58.300 64.700 68.500 62.400 56.100
Japan 43.900 38.300 35.000 27.000 24.800
Brasilien 32.200 38.800 29.000 44.100 44.300
Deutschland 29.900 33.500 31.100 31.200 30.300
Türkei 22.200 19.500 18.300 19.900 14.600
Kanada 13.100 11.200 13.900 11.300 8.000
Dubai 11.900 15.600 14.500 8.000 7.800
Großbritannien  ?[8] 9.400 6.900  ?[8] 7.600
Frankreich  ?[8] 8.400 7.400  ?[8]  ?[8]
Taiwan (ROC)  ?[8] 5.700 12.300 12.100 8.500
Indien 10.300 6.500  ?[8]  ?[8]  ?[8]
Saudi-Arabien 10.300 8.500 9.500 6.500  ?[8]

Von den Ende 2016 insgesamt 282.488 Beschäftigten des Daimler-Konzerns (2015: 284.015) waren im Geschäftsfeld Daimler Trucks 78.642 (2015: 86.391) tätig, davon 31.405 (2015: 32.753) in Deutschland sowie 13.823 in den USA (2015: 17.127). Am Gesamtumsatz des Konzerns (2016: 153,3 Mrd. €; 2015: 149,5 Mrd. €) hat Daimler Trucks einen Anteil von rund 22 Prozent. Im Jahr 2016 betrug dieser 33,187 Milliarden Euro (2015: 37,578; 2014: 32,389; 2013: 31,473 Mrd. €; 2012: 31,389 Mrd. €); der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 1,948 Mrd. € (2015: 2.576; 2014: 1,878; 2013: 1,637 Mrd. €; 2012: 1,695 Mrd. €).[1]

Die weltweit 27 Produktionsstandorte unter Leitung von Daimler Trucks bzw. deren Tochterfirmen liegen in Deutschland (insgesamt 4), der Türkei, Frankreich, Portugal, Ägypten, den USA und Mexico (11 bzw. 3), Brasilien (2) sowie in Japan (2) und Indien. Die Produktpalette umfasst leichte, mittelschwere und schwere Lkw für den Fern-, Verteiler- und Baustellenverkehr sowie Kommunal- und Spezialfahrzeuge wie der Unimog. Ferner werden Fahrzeuge für den militärischen Einsatz (Zetros) gefertigt. Aufgrund der engen produktionstechnischen Verknüpfung zählen auch die Omnibusse der Marken Thomas Built Buses (Tochtergesellschaft von Daimler Trucks North America) und Mitsubishi Fuso zu Daimler Trucks.

Die Mercedes-Benz-Transporter (Citan, Sprinter, Vito und V-Klasse) gehören zum Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke unter Leitung von Daimler Trucks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mercedes-Benz-Werk in Wörth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Mercedes-Benz-Werk Wörth

Das Werk in Wörth am Rhein ist das weltgrößte Lastwagenmontagewerk. Es hat eine Grundfläche von 2.463.186 m² und eine bebaute Fläche von 544.729 m². Die durchschnittliche Tagesproduktion liegt bei über 400 Fahrzeugen. (Stand: 31. Dezember 2007). 11.819 Mitarbeiter arbeiteten Ende 2012 im Werk Wörth.[9]

In Wörth werden folgende Mercedes-Benz-Lkw hergestellt:

  • Actros: schwere Klasse für den Einsatz im Fernverkehr, im Schwerverkehr und im Bauverkehr.
  • Arocs: schwere Klasse für den Einsatz im Baugewerbe.
  • Atego: Verteilerverkehr in der Stadt.
  • Antos: Sattelzugmaschinen und Pritschenwagen speziell für den Einsatz im schweren Verteilerverkehr
  • Axor: Sattelzugmaschinen und Pritschenwagen für den Mittelstrecken-Fernverkehr, schweren Verteilerverkehr und Baustelleneinsatz
  • Econic: Kommunal-, Sammel- und Verteilerverkehr
  • Unimog: Geländegängiges Fahrzeug als Geräteträger
  • Zetros: hochgeländegängiger, schwerer Lkw

Geschichte des Werkes Wörth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1963: Produktionsbeginn von Lkw-Fahrerhäusern, etwa 100 Mitarbeiter
  • 1965: Anlauf Lkw-Montage, erstes Komplett-Fahrzeug
  • 1973: Produktionsbeginn der NG73 genannten Modellreihe
  • 1984: Hochlauf der Produktion der Baureihe LN
  • 1988: Produktionsbeginn des Mercedes-Benz SK
  • 1989: Inbetriebnahme Zentrales Ersatzteillager in Germersheim, Ersatzteilservice ausgelagert
  • 1996/97: Anlauf des Actros
  • 1998: Ablösung der Baureihe LN durch die Baureihe Atego
  • 2000: Baubeginn Industriepark Wörth
  • 2001: Start der Axor-Produktion
  • 2002: Verlagerung der Unimog und Econic-Produktion nach Wörth
  • 2004: Facelift Atego
  • 2008: Anlauf des Zetros, Einweihung des Entwicklungs- und Versuchszentrums für Lkw.
  • 2010: Produktionsbeginn für den modellgepflegten Atego, Erweiterung I-Park
  • 2011: Anlauf der neuen Modellgeneration Mercedes-Benz Actros

Mercedes-Benz-Werk in Mannheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Mercedes-Benz-Werk Mannheim

Im Werk Mannheim werden Dieselmotoren für Lkw produziert und montiert. In der eigenen Gießerei werden neben Zylinderkurbelgehäusen, Schwungscheiben und Zylinderköpfen auch die Lkw-Achsen gegossen. Des Weiteren werden in Mannheim Fahrzeuge (z. B. B-Klasse, Sprinter) auf Erdgasantrieb umgerüstet sowie Brennstoffzellenfahrzeuge gebaut. Auf dem gleichen Gelände befindet sich auch eines der Werke von EvoBus. Hier werden die Mercedes-Benz-Stadtbusse sowie die Rohkarossen für die Reisebusfertigung in Ulm produziert.

Mercedes-Benz-Werk Gaggenau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mercedes-Benz-Werk Gaggenau

In Gaggenau werden Getriebe und Außenplanetenachsen für Lkw produziert. Zu den Erzeugnissen zählen manuelle und automatisierte Schaltgetriebe, Nutzfahrzeugachsen (AP und Portalachsen) und Drehmomentwandler für Pkw-Automatikgetriebe. Weiterhin werden Produkte im Bereich der Zerspanungstechnologie, Umformtechnik (Pressteile für Mercedes A- und B-Klasse) und Dienstleistungen im Bereich der internationalen Logistik angeboten. In das zum Bereich Mercedes-Benz Cars gehörende Werk Rastatt sind im Mercedes-Benz Werk Gaggenau – Werkteil Rastatt Teile der Getriebefertigung ausgelagert. Zum Werk Gaggenau gehört das Presswerk Kuppenheim, das Fahrzeugteile fertigt. Von 1951 bis zum Jahr 2002 wurde in Gaggenau der Unimog montiert.

Das Werk beschäftigt über 7000 Mitarbeiter (März 2016) und ist der größte Industriebetrieb im Schwarzwald.

Das Gaggenauer Werk wurde im Jahre 1894 als Bergmann Industriewerk gegründet. Damals wurden Dampfmaschinen und Automaten gefertigt. Ab 1895 wurde im Murgtal mit dem „Orient Express“ das erste Serienauto produziert. Es ist somit das älteste durchgehend genutzte Automobilwerk der Welt. Drei Jahre später stellte Bergmann dort die ersten Lkw und Omnibusse her. Mit der Produktion einer „Vorrichtung zur Änderung der Geschwindigkeit von Motorfahrzeugen“ begann im Jahre 1895 auch der Getriebebau in Gaggenau. 1907 wurde das Werk von der Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik in Mannheim übernommen. Die Benz-Werke Gaggenau GmbH wurden 1926 durch die Fusion von Daimler und Benz Teil der Daimler-Benz AG.

Mercedes-Benz-Werk in Kassel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier werden seit 1970 mit rund 3.000 Mitarbeitern Achsen für Nutzfahrzeuge des Konzerns produziert. Es handelt sich um das ehemalige Nutzfahrzeugwerk von Henschel, das Daimler-Benz durch die Übernahme von Hanomag-Henschel integrieren konnte.

Daimler Trucks North America[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cleveland Truck Manufacturing Plant, Cleveland (North Carolina), USA: Class-8-Lkw
  • Gastonia Parts Manufacturing Plant, Gastonia (North Carolina), USA: Fahrerhäuser, Fahrgestelle, Komponenten
  • Thomas Built Buses Manufacturing Plant, High Point (North Carolina), USA: Busse
  • Mount Holly Truck Manufacturing Plant, Mount Holly (North Carolina): Mittelschwere Lkw
  • Portland Truck Manufacturing Plant, Portland (Oregon), USA: Lkw der Marke Western Star – 4900 EX, 4900 SA, 4900 FA and 6900 XD; Lkw der Marke Freightliner: Century Class S/T, Columbia, und Coronado Modelle; schwere Militärfahrzeuge.
  • Detroit Diesel, Redford, Wayne County (Michigan), USA: Achsen, Getriebe und Motorproduktion
  • Freightliner Custom Chassis Corporation Manufacturing Plant, Gaffney (South Carolina), USA: Fahrgestelle für Sonderfahrzeuge
  • Santiago Tianguistenco (Mexiko), Truck Manufacturing Plant: Lkw der Marke Freightliner

Mercedes-Benz in Brasilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daimler Trucks in Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nabereschnyje Tschelny: Beteiligung am Hersteller KAMAZ. Zulieferung von Fahrerhäusern aus Wörth, Achsen aus Kassel und Gaggenau sowie von Motoren aus Mannheim. Die Komponenten werden in schweren KAMAZ-Lkw (6×6) sowie in Bussen verbaut.
  • CKD Produktionsstandort des Joint Ventures Mercedes Benz Trucks Vostok. Kapazität von bis zu 6000 Mercedes-Lkw (Actros/Axor/Atego).

Daimler Trucks in China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joint Venture Beijing Foton Daimler Automotive BFDA mit dem Hersteller Foton zur Produktion des schweren Lkw Auman.

Daimler Trucks Asia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kawasaki Plant (Kanagawa/Japan): Hauptverwaltung und Produktion von Lkw der Marke Mitsubishi Fuso, Motoren, Komponenten
  • Nakatsu Plant (Kanagawa/Japan): Getriebe
  • Mitsubishi Fuso Bus Manufacturing, Fuchu (Toyama/Japan): Busse
  • Werk Oragadam Lkw, Daimler India Commercial Vehicles, BharatBenz[10][11]

Daimler Trucks in der Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aksaray: Produktion von Atego, Axor, Actros und Unimog, Produktentwicklung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Daimler AG, Geschäftsbericht 2016
  2. Daimler AG, Geschäftsbericht 2014, S. 79
  3. Daimler AG, Geschäftsbericht 2013, S. 83
  4. Daimler AG, Geschäftsbericht 2014
  5. Daimler AG, Geschäftsbericht 2013
  6. a b Daimler AG, Geschäftsbericht 2012
  7. Daimler AG, Geschäftsbericht 2010
  8. a b c d e f g h i j Im entsprechenden Geschäftsbericht nicht explizit aufgeführt.
  9. Mercedes-Benz-Werk Wörth auf den Seiten der Daimler AG, abgerufen am 8. August 2013
  10. Produktpremiere in Hyderabad: Daimler enthüllt die neuen Lkw der Marke BharatBenz für Indien
  11. dpa: Daimler eröffnet Lkw-Werk in Indien. In: focus. 18. April 2012, abgerufen am 18. April 2012.