Forcalquier

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Forcalquier
Forcalquier (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département (Nr.) Alpes-de-Haute-Provence (04)
Arrondissement Forcalquier
Kanton Forcalquier (Hauptort)
Gemeindeverband Pays Forcalquier et Montagne de Lure
Koordinaten 43° 58′ N, 5° 47′ OKoordinaten: 43° 58′ N, 5° 47′ O
Höhe 397–904 m
Fläche 42,76 km²
Einwohner 5.115 (1. Januar 2020)
Bevölkerungsdichte 120 Einw./km²
Postleitzahl 04300
INSEE-Code
Website www.forcalquier.fr

Panoramaansicht

Forcalquier (okzitanisch Forcauquier) ist eine französische Gemeinde mit 5115 Einwohnern (Stand 1. Januar 2020) im Département Alpes-de-Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie ist die Unterpräfektur des Arrondissements Forcalquier und Hauptort (frz.: bureau centralisateur) des Kantons Forcalquier. Bürgermeister ist seit 2017 Gérard Avril. Dessen Vorgänger Christophe Castaner war seit 2001 in dieser Position und wurde 2018 französischer Innenminister.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forcalquier liegt zwischen der Montagne de Lure und dem Luberon. Das Gemeindegebiet ist Teil des Regionalen Naturparks Luberon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter war Forcalquier die Hauptstadt der Grafschaft Forcalquier.

Vom 9. November 1939 bis in den Mai 1940 befand sich in Forcalquier ein während des Drôle de guerre eingerichtetes Internierungslager[1] für feindliche Ausländer, überwiegend Deutsche und Österreicher. Das Lager befand sich im stillgelegten Gefängnis La Simonette, in dem 72 Männer untergebracht waren. Ein bekannter Lagerinsasse sei Hans Bellmer gewesen.[2]

Bei AJPN findet sich auch der Hinweis, dass 70 Personen aus dem Lager Forcalquier zu einer Fremdarbeiter-Einheit, einer Einheit der Groupement de Travailleurs Étrangers (GTE), im Internierungslager Les Mées abkommandiert worden sei. Ob es sich dabei um die Männer aus der zuvor erwähnten ersten Internierungsgruppe in Forcalquier gehandelt hat, ist nicht bekannt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009 2016
Einwohner 2518 2979 3312 3782 3993 4302 4640 4966
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zitadelle Notre Dame de Provence (1875) und ihr manuelles Glockenspiel
  • Kathedrale Notre-Dame du Bourguet
  • Kirche St-Jean
  • Franziskanerkonvent Les Cordeliers (13. Jahrhundert)
  • Kloster Les Visitandines (17. Jahrhundert)
  • städtisches Museum

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Forcalquier Der öffentliche Raum von Forcalquier ist seit 2009 werbefrei.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forcalquier unterhält Partnerschaften mit der norditalienischen Stadt Guastalla und der spanischen Stadt Alcalà de Xivert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Forcalquier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Eggers: Unerwünschte Ausländer. Juden aus Deutschland und Mitteleuropa in französischen Internierungslagern 1940 – 1942, Metropol Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-932482-62-X, S. 222
  2. a b AJPN - anonymes, Justes et persécutés durant la période nazie dans les communes de France: Centre de Forcalquier durant la Seconde Guerre mondiale