Saint-Chély-d’Aubrac

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Saint-Chély-d’Aubrac
Wappen von Saint-Chély-d’Aubrac
Saint-Chély-d’Aubrac (Frankreich)
Saint-Chély-d’Aubrac
Region Okzitanien
Département Aveyron
Arrondissement Rodez
Kanton Aubrac et Carladez
Gemeindeverband Aubrac, Carladez et Viadène
Koordinaten 44° 35′ N, 2° 55′ OKoordinaten: 44° 35′ N, 2° 55′ O
Höhe 560–1.405 m
Fläche 78,65 km2
Einwohner 538 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 7 Einw./km2
Postleitzahl 12470
INSEE-Code

Saint-Chély-d’Aubrac

Die Gemeinde Saint-Chély-d’Aubrac (okzitanisch: Sanch Èli) mit 538 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) liegt in der französischen Region Okzitanien (früher Midi-Pyrénées) im Département Aveyron und war Hauptort des gleichnamigen Kantons. Der kleine Ort liegt am Fernwanderweg GR 65, der weitgehend dem historischen Verlauf des französischen Jakobsweges Via Podiensis folgt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Chély-d’Aubrac liegt im Zentralmassiv im Gebiet der Landschaft Aubrac und ist Hauptort des gleichnamigen Kantons. Zur Gemeinde gehört auch der Weiler Aubrac, in dem sich das alte Kloster und Hospiz Dômerie d’Aubrac befand. Die Häuser stehen in einem Tal, durch das der Fluss Boralde de Saint-Chély-d’Aubrac fließt, der in Saint-Chély-d’Aubrac seinen Ursprung hat. Die nächsten französischen Großstädte sind Lyon (199 km) im Nordosten, Toulouse (161 km) im Südwesten, Bordeaux (279 km) im Westen und Montpellier (133 km) im Südosten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Saint-Chély-d’Aubrac erinnert an den heiligen Eligius, dem das Kloster geweiht war, das im späten 11. Jahrhundert hier gegründet wurde. Das Kloster wurde jedoch schon bald der Abtei Saint-Victor de Marseille unterstellt und mit der Dômerie d’Aubrac zusammengeführt. Seither tragen Fahne und Wappen von Saint-Chély-d’Aubrac das achteckige Kreuz der Ordensritter und die Jakobsmuschel.

Der Ort wurde 1385 von umherziehenden Banden fast vollständig zerstört und erst Jahre später wieder aufgebaut.

Die Bevölkerungszahl ist stark rückläufig. Im Jahre 1793 lag die Bevölkerung bei 2034 und stieg bis 1831 auf 3326 Einwohner an. 1999 waren es noch 532 Einwohner. Bürgermeisterin ist seit 2014 Christiane Marfin.

Die Gemeinde ist Mitglied des länderübergreifenden Schutzgebietsystemes Natura 2000. 1995 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Klosterkrankenhauses Domerie d’Aubrac ein botanischer Garten mit mehr als 500 thematisch nach Biotop angelegten Pflanzen, der Jardin botanique d’Aubrac, eröffnet.

Bis 2015 war Saint-Chély-d’Aubrac Hauptort (chef-lieu) des Kanton Saint-Chély-d’Aubrac. Nach einer Neuordnung der Kantone gehört der Ort zum neu gegründeten Kanton Aubrac et Carladez mit Laguiole als Hauptort (bureau centralisateur).

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Chély-d'Aubrac
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Klimadiagramm Saint-Chély-d'Aubracs auf mappedplanet.com
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Saint-Chély-d'Aubrac
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5 7 9 12 16 21 24 23 20 15 9 6 Ø 14
Min. Temperatur (°C) -2 -1 0 3 6 10 12 11 9 6 1 -1 Ø 4,5
Temperatur (°C) 1 3 5 7 11 15 18 17 15 10,5 5 2 Ø 9,2
Niederschlag (mm) 76 72 70 79 102 76 58 79 76 93 76 79 Σ 936
Regentage (d) 15 13 14 15 16 13 10 11 10 12 13 14 Σ 156
Luftfeuchtigkeit (%) 72 71 65 65 65 56 44 49 50 61 71 75 Ø 61,9
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Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist der Flughafen Rodez-Aveyron, er liegt südwestlich von Saint-Chély-d’Aubrac. Er wird unter anderem von Air France und von Ryanair angeflogen. Über die D988 und D987 oder D987 ist er nach circa 60 Straßenkilometern zu erreichen. Die nächste Bahnstation befindet sich in Aumont-Aubrac. Sie ist circa 40 Straßenkilometer entfernt und in östlicher Richtung über die D987 zu erreichen. Saint-Chély-d’Aubrac liegt an der D553, die von der D987 bei Aubrac abzweigt, zwischen Nasbinals im Nordosten und Saint-Côme-d’Olt, welches in südwestlicher Richtung im Lot-Tal liegt.

Jakobsweg (Via Podiensis)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Chély-d’Aubrac liegt an der Via Podiensis, einem der vier historischen Jakobswege in Frankreich. So ist auch die Jakobsmuschel Teil des Kommunalwappens. In Saint-Chély-d’Aubrac gibt es neben der Touristinformation ein Hotel, Restaurants, sowie für Pilger mehrere Etappenherbergen (französisch: Gîte d’étape). Von hier aus führt der Jakobsweg über Wald- und Feldwege 400 m hinunter ins Tal der Lot. Die nächste größere Ortschaft ist Saint-Côme-d’Olt, an der Lot gelegen. Dorthin führt als direkte Straßenverbindung die etwa einen Kilometer nördlich verlaufende D987.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bemerkenswert ist vor allem die Brücke über die Boralde de Saint-Chély-d’Aubrac. Die alte Pilgerbrücke aus Kalksandstein wurde im 16. Jahrhundert anstelle eines älteren Bauwerks errichtet. Darauf steht ein Kreuz, auf dem auf der Vorderseite der gekreuzigte Jesus und auf der Rückseite Maria mit dem Jesuskind dargestellt ist. Am Schaft ist ein betender Jakobspilger zu erkennen.
  • Eine romanische Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert.
  • Ein schmiedeeisernes Kreuz aus dem 17. Jahrhundert.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2001 bis 2011 fand in Saint-Chély-d’Aubrac im Salle des fêtes ein jährliches internationales Schachturnier statt. Die Gewinner waren: 2001 GM Glenn Flear, 2002 GM Glenn Flear, 2003 GM Milko Poptschew, 2004 GM Manuel Apicella, 2005 GM Michail Iwanow, 2006 GM Jean-Marc Degraeve, 2007 GM Jean-Marc Degraeve, 2008 GM Jean-Marc Degraeve, 2009 IM Jean-Noël Riff, 2010 GM Jean-Marc Degraeve und 2011 IM Jean-Noël Riff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bettina Forst: Französischer Jakobsweg. Von Le Puy-en-Velay nach Roncesvalles. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München (recte: Ottobrunn) 2007, ISBN 978-3-7633-4350-8 (Rother Wanderführer).
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3. überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Chély-d'Aubrac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeindeinformation auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 21. Januar 2010
Muszla Jakuba.svg
Jakobsweg „Via Podiensis

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