Koszalin

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Köslin
Koszalin
Wappen von Koszalin
KöslinKoszalin (Polen)
KöslinKoszalin
Köslin
Koszalin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 83,20 km²
Geographische Lage: 54° 11′ N, 16° 11′ OKoordinaten: 54° 11′ 25″ N, 16° 10′ 54″ O
Höhe: 32 m n.p.m.
Einwohner: 107.981 (30.06.2015[1])
Postleitzahl: 75-016 bis 75-903
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZK
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 6 (StettinDanzig)
DK 11 (KołobrzegBytom)
DW 167 (Koszalin–Ogartowo)
Schienenweg: PKP-Linien 202: Danzig–Stargard
402: Koszalin–Goleniów
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Einwohner: 108.576
(30. Jun. 2015)[2]
Gemeindenummer (GUS): 3261011
Verwaltung (Stand: 2015)
Stadtpräsident: Piotr Jedliński[3]
Adresse: Rynek Staromiejski 6–7
75-007 Koszalin
Webpräsenz: www.koszalin.pl



Koszalin [koˈʃalʲin], deutsch Köslin, ist mit rund 108.000 Einwohnern eine Großstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Die nach Stettin zweitgrößte Stadt der Woiwodschaft ist eine Regiopole und hat eine hohe regionale verkehrstechnische und wirtschaftliche Bedeutung. Die kreisfreie Stadt ist Kreissitz des Powiat Koszaliński (Kösliner Kreis).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Großstadt liegt in Hinterpommern, etwa 151 Kilometer nordöstlich der Stadt Stettin und 193 Kilometer westlich der Stadt Danzig. Zwölf Kilometer nördlich befindet sich die pommersche Ausgleichsküste, der der Jamunder See mit den beiden Badeorten Mielno (Groß Möllen) und Łazy (Laase) vorgelagert ist.

Im Osten und Süden ist die Stadt von großen Waldgebieten umgeben, in denen sich der 137 Meter hohe Gollenberg (Góra Chełmska) erhebt.

Stadt bei nächtlicher Beleuchtung
Gollenberg (Góra Chełmska) östlich der Stadt

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtansicht von Cößlin auf der Großen Lubinschen Karte von 1618.
Köslin östlich der Ostseestadt Kolberg und südwestlich der Stadt Rügenwalde an der Ostsee auf einer Landkarte von 1910.
Rathaus von Koszalin, erbaut nach dem Zweiten Weltkrieg
Domkirche St. Marien
Standesamt
‚Haus des Henkers‘, es beherbergt heute (2008) ein Sprachstudio
Evangelische Gertraudenkapelle
Straßenzug

Der Ort wurde 1214 als Dorf Cossalitz erstmals erwähnt in einer Schenkungsurkunde, in der Herzog Bogislaw II. von Pommern den Ort an das Kloster Belbuck verschenkte.[4] 1248 kam Cossalitz an das Bistum Cammin. Im Zuge der deutschen Ostkolonisation gründete der Bischof von Cammin, Graf Hermann von Gleichen, zusammen mit den Deutschen Marquardt und Hartmann am 23. Mai 1266 die Stadt Cussalin, und zwar nach lübischem Stadtrecht. Ab etwa 1300 wurde auch das Umland von Köslin von deutschen Bauern besiedelt.

Während des ausgehenden Mittelalters blieb Köslin beim Bistum Cammin und stand mit diesem von 1356 bis 1417/1422 unter der Oberhoheit des Teilfürstentums Pommern-Wolgast. Köslin lag an der bedeutenden Handelsstraße von Stettin nach Danzig und wurde Hansestadt. 1447 hatte Köslin eine erfolgreiche militärische Auseinandersetzung mit dem größeren, in der Hanse einflussreicheren und ebenfalls zu Cammin gehörenden Kolberg. 1486 geriet Köslin mit Cammin erneut unter herzoglich-pommersche und damit brandenburgische Oberhoheit.

Der Stadtbrand von 1504 leitete den Niedergang der Stadt ein. 1516 erließ der Stadtrat eine Willkür, welche die Nutzung der wendischen Sprache für Verhandlungen auf dem städtischen Markt untersagte.[5] 1530 wurde das Herzogtum Pommern reichsunmittelbar. 1534 wurde die Stadt durch die Einführung der Reformation in Pommern evangelisch, 11 Jahre später trat der erste protestantische Bischof von Cammin, Bartholomäus Suave, sein Amt an. 1556 wurde Cammin pommersche Sekundogenitur und Köslin nach der Einsetzung des Sohnes Herzogs Philipp I. Johann Friedrich als Titularbischof fürstbischöfliche Residenz. Johann Friedrich ließ 1569 bis 1574 ein Renaissance-Schloss erbauen, in dem bis 1622 die Herzöge von Pommern-Stettin als Bischöfe von Cammin residierten. Mehrere Pestepidemien und der Dreißigjährige Krieg schwächten die Bedeutung Köslins weiter.

Mit der Landung Gustav Adolfs an der Odermündung 1630 geriet Pommern mit Köslin unter schwedischen Einfluss und 1638 unter schwedische Verwaltung.

Mit dem Westfälischen Frieden kam Köslin 1648 mit Hinterpommern an Brandenburg, das schon während des Krieges – nach dem Aussterben der Greifenherzöge – mit Pommern beliehen worden war.

1718 wurde die nunmehr preußische Stadt erneut durch einen Brand fast völlig zerstört, aber einige Jahre später wieder aufgebaut. Im Jahre 1720 wurde das Hofgericht Köslin eingerichtet, dessen Gerichtsbezirk die pommerschen Hinterkreise umfasste. Im Jahre 1747 wurde das Kösliner Konsistorium eingerichtet, die für die die pommerschen Hinterkreise zuständige Gerichts- und Verwaltungsbehörde der evangelisch-lutherischen Kirche.

1807 stand Köslin unter französischer Besatzung, blieb aber während der gesamten napoleonischen Zeit preußisch.

Mit der Neuorganisation der Kreisgliederung in Preußen 1816 wurde die Stadt Cöslin (damalige Schreibweise) Kreisstadt des Kreises Fürstenthum und 1848 Sitz des Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Köslin in der preußischen Provinz Pommern.

1858 bis 1878 wurde die Eisenbahn von Stettin über Köslin und Stolp nach Danzig gebaut.

Mit Auflösung des Kreises Fürstenthum zum 1. September 1872 wurde Cöslin Sitz des Landrates für den neuen Kreis Cöslin (13. Dezember 1872). Die von Friedrich dem Großen im Jahre 1776 gegründete Kadettenschule wurde 1890 vom westpreußischen Culm nach Cöslin verlegt.

Um 1900 hatte Köslin zwei evangelische Kirchen, eine katholische Kirche, eine apostolische Kirche, eine Synagoge, eine Kadettenhaus (bis 1890 in Culm), ein Gymnasium, ein evangelisches Schullehrerseminar, eine Taubstummenanstalt, eine landwirtschaftliche Winterschule, eine Reihe unterschiedlicher Fabrikationsbetriebe sowie Produktionsstätten und war Sitz eines Landgerichts.[9]

1911 eröffnete die Stadt eine städtische elektrische Straßenbahn, die 1913 zur Kösliner Stadt- und Strandbahn ausgebaut wurde. Bereits 1937/38 wurde diese Bahn durch Omnibusse ersetzt. Im Jahre 1924 baute kurzzeitig die Fahrzeugfabrik Traugott Onnasch in Köslin Kleinwagen.

In den 1920er Jahren wurde der Name Cöslin in Köslin geändert. Am 1. April 1923 verließ die Stadtgemeinde Köslin den Kreis Köslin und bildete seitdem einen eigenen Stadtkreis.

Um 1930 hatte die Gemarkung der Stadt Köslin eine Flächengröße von 86,7 km², und im Stadtgebiet standen zusammen 1.843 Wohnhäuser an 22 verschiedenen Wohnorten:[10]

  1. Am Kickelberg
  2. Augustenthal
  3. Chausseehaus Hammerwald
  4. Chausseehaus Kluß
  5. Forsthaus Buchwald
  6. Forsthaus Gollenberg
  7. Forsthaus Hammerwald
  8. Forsthaus Kluß
  9. Friedrich-Wilhelm Vorstadt
  10. Gollenthurm
  11. Hohetor Vorstadt
  12. Köslin
  13. Mühlentor Vorstadt
  14. Neuetor Vorstadt
  15. Niedermühle
  16. Papiermühle Kluß
  17. Radeland
  18. Stadthof
  19. Wilhelmshof
  20. Wilhelmsthal
  21. Ziegelei Klitzke
  22. Ziegelei Treptow

Im Jahr 1925 wurden in der Stadt Köslin 28.812 Einwohner gezählt, darunter 706 Katholiken und 170 Juden, die auf 7.736 Haushaltungen verteilt waren.[10]

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherige Stadtgemeinde Köslin führte jetzt die Bezeichnung Stadt. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft.

Bis 1945 war Köslin Hauptstadt des Regierungsbezirks Köslin in der preußischen Provinz Pommern im Deutschen Reich.

Ab Ende Januar 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die bei Warschau durchgebrochene Rote Armee Ostpreußen vom übrigen Deutschland abzuschneiden drohte, zogen Flüchtlingstrecks aus Ost- und Westpreußen, ungefähr 65.000 Menschen, durch Köslin westwärts in Richtung Stettin. Mitte Februar beschloss das sowjetische Oberkommando nach dem Erreichen der Oder bei Küstrin, im nächsten Zug Pommern bis an die Ostsee zu besetzen. Nach dem Durchstoß bei Konitz nach Norden standen „am 3. März [..] die Russen in Köslin, am folgenden Tag vor Kolberg an der Ostsee.“[11]

Am 5. März 1945 eroberte die Rote Armee in kurzem, heftigem Kampf Köslin, wobei etwa 40 % der Bausubstanz zerstört wurden. Aufgrund des Potsdamer Abkommens wurde Köslin zusammen mit ganz Hinterpommern im Sommer 1945 unter polnische Verwaltung gestellt. Die örtliche polnische Verwaltungsbehörde begann dalsbald mit der Ansiedlung polnischer Neubürger. Die Neubürger kamen ganz überwiegend aus Gnesen, teilweise auch aus Posen. Andere hatten der polnischen ethnischen Minderheit in Gebieten östlich der Curzon-Linie angehört und waren nach Kriegsende an ihren Heimatorten vor die Wahl gestellt worden, entweder eine neue Staatsangehörigkeit zu akzeptieren oder auszuwandern. Die Ankömmlinge bemächtigten sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen Stadtbewohner und verdrängten die schutzlosen Einwohner daraus. Die Polen führten für Köslin die Ortsbezeichnung Koszalin ein. Für kurze Zeit war Köslin Sitz der neuen polnischen Provinzverwaltung für ganz Hinterpommern. Nachdem feststand, dass auch Stettin unter polnische Verwaltung kam, wurde die Provinzverwaltung 1946 dorthin verlegt. Die vor der Roten Armee nicht geflohenen oder im Laufe des Frühlings 1945 zurückgekehrten deutschen Bewohner wurden in der Mehrzahl bis 1947 von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Köslin vertrieben.

1950 wurde die Stadt zur Hauptstadt der Woiwodschaft Koszalin, die 1998 im Zuge der Verwaltungsreform abgeschafft und an die neue Woiwodschaft Westpommern angegliedert wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1740 2.535 [12]
1782 2.933 davon 47 Juden[12]
1791 3.071 davon 47 Juden[13]
1794 3.286 davon 47 Juden[12]
1812 3.802 davon 13 Katholiken und 28 Juden[12]
1816 4.636 davon 17 Katholiken und 60 Juden[12]
1831 6.541 davon 50 Katholiken und 104 Juden[12]
1843 8.114 davon 78 Katholiken und 210 Juden[12]
1852 9.298 davon 61 Katholiken und 242 Juden[12]
1861 11.303 davon 113 Katholiken und 278 Juden[12]
1890 17.810 davon 492 Katholiken und 323 Juden[14]
1900 20.417 mit der Garnison (ein Bataillon Infanterie Nr. 54), davon 597 Katholiken und 251 Juden[9]
1925 28.812 davon 706 Katholiken und 170 Juden[10]
1933 30.389 davon 28.996 Evangelische, 666 Katholiken, zwei sonstige Christen und 123 Juden[14]
1939 31.937 davon 29.112 Evangelische, 961 Katholiken, 704 sonstige Christen und 25 Juden[14]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kreisfreie Stadt Koszalin ist in 17 Stadtteile (osiedla, wörtlich „Siedlungen“) gegliedert:

  1. Bukowe
  2. Jedliny
  3. im. Tadeusza Kotarbińskiego
  4. Lechitów
  5. Lubiatowo
  6. Morskie
  7. Na Skarpie
  8. Nowobramskie
  9. Rokosowo (Rogzow)
  10. im. Jana i Jędrzeja Śniadeckich
  11. Śródmieście
  12. Tysiąclecia
  13. im. Melchiora Wańkowicza
  14. Wspólny Dom
  15. Unii Europejskiej
  16. Raduszka
  17. Jamno–Łabusz (Jamund-Labus)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt kreuzen sich die Landesstraßen DK 6 (ehemalige deutsche Reichsstraße 2, heute auch Europastraße 28) und DK 11 (ehemalige Reichsstraße 160). Außerdem nehmen in der Stadt die nach Süden führende Woiwoidschaftsstraße 167 und die nach Osten führende Woiwodschaftsstraße 206 ihren Anfang.

Die Stadt ist Bahnknotenpunkt der Polnischen Staatsbahn (PKP). Hier verlaufen die PKP-Linien 202 (Gdańsk–Stargard (Stargard in Pommern–Danzig)) und 402 (Goleniów–Koszalin (Gollnow–Köslin)). Der nächste Flughafen ist in Stettin-Goleniów.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koszalin listet folgende zwölf Partnerstädte auf:[15]

Stadt Land seit
Albano Laziale ItalienItalien Latium, Italien 2008
Bourges FrankreichFrankreich Centre-Val de Loire, Frankreich 1999
Fuzhou China VolksrepublikVolksrepublik China Fujian, Volksrepublik China 2007
Gladsaxe DanemarkDänemark Hovedstaden, Dänemark 1990
Iwano-Frankiwsk UkraineUkraine Ukraine 2010
Kristianstad SchwedenSchweden Skåne, Schweden 2004
Lida WeissrusslandWeißrussland Hrodna, Weißrussland 1993
Neubrandenburg DeutschlandDeutschland Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland 1987
Neumünster DeutschlandDeutschland Schleswig-Holstein, Deutschland 1990
Roermond NiederlandeNiederlande Limburg, Niederlande
Schwedt/Oder DeutschlandDeutschland Brandenburg, Deutschland 2004
Seinäjoki FinnlandFinnland Südösterbotten, Finnland 1988
Tempelhof-Schöneberg DeutschlandDeutschland Berlin, Deutschland 1995

Patenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Minden hat 1953 die Patenschaft für die Stadt Köslin, im Sinne einer Patenschaft für die vertriebenen Kösliner, übernommen.[16] Die Patenschaft besteht bis heute.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kösliner Hauptpost
  • Die katholische Kathedrale St. Marien war von 1534 bis 1945 evangelische Stadtpfarrkirche. Die dreischiffige Basilika aus der Backsteingotik wurde zwischen 1300 und 1333 erbaut. Der 57 Meter hohe Frontturm[18] wird von einem Pyramidendach mit barocker Laterne bekrönt. Von der historischen Innenausstattung blieben nur die Statuen des gotischen Hochaltars erhalten, dessen vier überlebensgroße Skulpturen der Madonna, Johannes des Evangelisten sowie der Bischöfe Adalbert von Prag und Otto von Bamberg im Chor aufgestellt wurden. Die restlichen bilden, auf einem Stahlgerüst befestigt, einen modernen Altar.[19] Die Domorgel ein Instrument der Firma Schlag & Söhne aus Schweidnitz von 1899 mit 50 Registern – das in einem neugotischen Prospekt von 1842 eingebaut ist – ist eine bekannte Konzertorgel der Region.[20]
  • Das moderne Rathaus von Köslin von 1960 bis 1962 steht diagonal gegenüber der Stelle des 1945 zerstörten, alten Rathauses am Marktplatz.
  • Die achteckige Gertraudenkapelle wurde 1383 im gotischen Stil errichtet und dient heute der evangelischen Gemeinde als Gotteshaus.
  • Schlosskirche: Der um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert entstanden gotische Kernbau der Schlosskirche war ursprünglich die Klosterkirche der Zisterzienserinnen, die zwischen 1278 und den 50er Jahren des 16. Jahrhunderts in Köslin ihren Sitz hatten. Die Kirche wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgestaltet, der Umbau zur Schlosskirche erfolgte 1602 bis 1609. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche schließlich neugotisch überformt. Heute wird die Kirche von einer orthodoxen Gemeinde genutzt.
  • Die erhaltenen Überreste der mittelalterlichen ringförmigen Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert, die ursprünglich 1.600 m lang war und drei Stadttore sowie 46 Wachtürme aufwies.
  • Auch einige Bürgerhäuser lassen ihren gotischen Ursprung erkennen. So das Standesamt oder das Haus des Henkers, ein stadteigenes Gebäude, in dem die Familie des Scharfrichters wohnte (Hinrichtungen wurden bis ins 19. Jahrhundert auf öffentlichen Plätzen Köslins vorgenommen).
  • Der Müllerpalast, der zwischen 1880 und 1897 entstand; er beherbergt heute ein Museum.
  • Die St. Josef-Kirche, ein neugotischer Backsteinbau, der 1868 für die im Jahr 1857 gegründete katholische Gemeinde errichtet wurde.
  • Das Gebäude des Hauptpostamts, ein neugotischer Backsteinbau.
  • Das neugotische Gebäude der Poliklinik.
  • Das Gebäude des Kösliner Staatsarchivs, ein neugotischer Backsteinbau. In dem ehemaligen preußischen Staatsarchiv des Regierungsbezirks Köslin werden heute u. a. pommersche Grundbuchakten und Kirchenbücher aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg aufbewahrt.
  • Der Brauereikomplex, ein neugotischer Backsteinbau.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Hexenbaum, ein Bergahorn am Großen Wall.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Adolf Lorenz (1837–1923), deutscher Musiker und Komponist, städtischer Musikdirektor in Stettin, 1910 zum Ehrenbürger ernannt[21]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • George Bogislav von Bonin (1701–1764), preußischer Justizjurist, Präsident des Hofgerichts in Köslin von 1749 bis 1764
  • Ewald George von Pirch (1728–1797), preußischer Justizjurist, Präsident des Hofgerichts in Köslin von 1769 bis 1797
  • August Gottlieb Ludwig Hering (1736–1770), deutscher Jurist, Hofgerichtsrat in Köslin und Dichter evangelischer geistlicher Lieder
  • Johann Ernst Benno (1777–1848), Schriftsteller
  • August Ernst Braun (1783–1859), Polizeidirektor und Bürgermeister
  • Heinrich Ludwig Beitzke (1798–1867), Geograph, Historiker und Chronist
  • Bernhard Presting (1831–1908), deutscher Religionspädagoge, wirkte als Schulrat in Köslin
  • Walther Zubke (1882–nach 1934), deutscher Jurist und Politiker (DNVP), wirkte seit 1911 als Rechtsanwalt in Köslin und wurde hier Stadtverordnetenvorsteher und Landtagsabgeordneter
  • Richard Schallock (1896–1956), deutscher Politiker (SPD, später SED), wirkte in der Weimarer Republik in Köslin und war im Mai und Juni 1945 Bürgermeister von Köslin
  • Paul Dahlke (1904–1984), deutscher Schauspieler, wuchs in Köslin auf
  • Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) führte von 1937 bis 1939 in Köslin und in Groß Schlönwitz die illegale Vikarausbildung für die Bekennende Kirche fort

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 169–222.
  • Johann Ernst Benno: Die Geschichte der Stadt Köslin von ihrer Gründung bis auf die gegenwärtige Zeit – Nach Urkunden und zuverlässigen Quellen bearbeitet. Köslin 1840, ca. 360 Seiten (online).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann (Hrsg.): Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 2. Band, Stettin 1784, S. 497–518 (online)
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern, Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1965, S. 71–80 (Volltext).
  • Unser Pommerland, Jg. 16, H. 11–12: Stadt und Kreis Köslin.
  • Franz Schwenkler: 1266–1966 KÖSLIN. Die siebenhundertjährige Geschichte einer pommerschen Stadt und ihres Kreises. 2. Auflage. Eckernförde 1988.
  • Johann Ernst Fabri: Geographie für alle Stände. Teil I, Band 4, Leipzig 1793, S. 518–523 (Volltext).
  • Christian Wilhelm Haken: Versuch einer Diplomatischen Geschichte der Königlich Preußischen Hinterpommerschen Immediat- und vormaligen Fürst- und Bischöflichen Residenzstadt Cößlin seit ihrer vor fünfhundert Jahren erlangten städtischen Einrichtung. Lemgo 1765, Fortsetzung 1767 (online).
  • Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Pommern – Stadt und Landkreis Köslin (2006).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Koszalin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Główny Urząd Statystyczny, Online-Abfrage als Excel-Datei: Portret miejscowości statystycznych w gminie Police (powiat policki, województwo zachodniopomorskie) w 2013 r. Fortschreibung des Zensus 2011 (polnisch, abgerufen am 21,01,2016)
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  3. Website der Stadt, Prezydent Miasta Koszalina, abgerufen am 24. Februar 2015
  4. Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1, 2. Auflage, Böhlau Verlag, Köln und Wien 1970, Nr. 163.
  5. Klaus Herbers, Nikolas Jaspert (Hrsg.), Grenzräume und Grenzüberschreitungen im Vergleich: Der Osten und der Westen des mittelalterlichen Lateineuropa, Berlin 2007, S. 86, ISBN 3-05-004155-2
  6. Sebastian Zbigniew Kempisty: Herby Koszalina (Die Wappen Köslins)
  7. Heimatkreis Köslin in Pommern: Köslin – Kultur und Kirchen
  8. Zdzisław Pacholski: Herby Koszalina (Die Wappen Köslins)
  9. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 7, Leipzig/Wien 197, S. 526.
  10. a b c Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Stadt Köslin im ehemaligen Stadtkreis Köslin in Pommern (2011).
  11. Peter Gosztony (Hrsg.): Der Kampf um Berlin 1945 in Augenzeugenberichten. Erstausgabe: Karl Rauch Verlag, Düsseldorf 1970, hier zitiert nach: Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1985, S. 89.
  12. a b c d e f g h i Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern, Abriss iher Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1965, S. 77..
  13. Christian Friedrich Wutstrack (Hrsg.): Kurze historisch-, geographisch-, statistische Beschreibung von dem königlich-preußischen Herzogtum Vor- und Hinterpommern. Stettin 1793, Übersichtstabelle auf S. 736.
  14. a b c http://www.verwaltungsgeschichte.de/koeslin.html
  15. Miasta partnerskie ǀ Serwis Urzedu Miejskiego w Koszalinie. Abgerufen am 6. Dezember 2016.
  16. http://www.koeslin.org/Koesliner_heute.html
  17. Städtepartnerschaften ǀ Stadt Minden. Abgerufen am 6. Dezember 2016.
  18. Vgl. koeslin.org; abger. am 25. August 2008
  19. Vgl. katedra.koszalin.pl; abger. am 25. August 2008.
  20. Vgl. organy.art.pl; abger. am 25. August 2008.
  21. Die Pommersche Zeitung. Nr. 26/2014, S. 7.