Maria-Anzbach

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Marktgemeinde
Maria-Anzbach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Maria-Anzbach
Maria-Anzbach (Österreich)
Maria-Anzbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Sankt Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 18,19 km²
Koordinaten: 48° 11′ N, 15° 56′ OKoordinaten: 48° 11′ 25″ N, 15° 55′ 48″ O
Höhe: 245 m ü. A.
Einwohner: 3.055 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 168 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3034
Vorwahl: 02772
Gemeindekennziffer: 3 19 21
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 22
3034 Maria-Anzbach
Website: www.maria-anzbach.at
Politik
Bürgermeisterin: Karin Winter (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
15
3
2
1
15 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Maria-Anzbach im Bezirk Sankt Pölten-Land
AltlengbachAsperhofenBöheimkirchenBrand-LaabenEichgrabenFrankenfelsGablitzGerersdorfHafnerbachHaunoldsteinHerzogenburgHofstetten-GrünauInzersdorf-GetzersdorfKapellnKarlstettenKasten bei BöheimkirchenKirchberg an der PielachKirchstettenLoichMarkersdorf-HaindorfMaria AnzbachMauerbachMichelbachNeidlingNeulengbachNeustift-InnermanzingNußdorf ob der TraisenObritzberg-RustOber-GrafendorfPerschlingPressbaumPrinzersdorfPurkersdorfPyhraRabenstein an der PielachSchwarzenbach an der PielachSt. Margarethen an der SierningSt. PöltenStatzendorfStössingTraismauerTullnerbachWeinburgWilhelmsburgWölblingWolfsgrabenLage der Gemeinde Maria-Anzbach im Bezirk Sankt Pölten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Marktplatz
Marktplatz
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Luftaufnahme von Maria-Anzbach

Maria-Anzbach ist eine Marktgemeinde mit 3055 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018[1]) im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich. Die Schreibweise unterscheidet zwischen Gemeinde, Ort und Katastralgemeinde. Während der Name von der Gemeinde und dem Ort mit Bindestrich verbunden ist, wird die Bezeichnung der Katastralgemeinde getrennt geschrieben.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria-Anzbach liegt im Mostviertel südöstlich von Neulengbach im Tal des Anzbaches, eines Nebenflusses der Großen Tulln. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 18,19 Quadratkilometer. 36,31 Prozent der Fläche sind bewaldet. Die beiden höchsten Erhebungen sind im Norden der Buchberg (469 m) mit der Buchbergwarte und im Süden der Kohlreithberg (516 m).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 16 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[2]):

  • Burgstall (128)
  • Furth (25)
  • Götzwiesen (79)
  • Groß-Raßberg (255)
  • Gschwendt (59)
  • Hof (16)
  • Hofstatt am Anzbach (256)
  • Klein-Weinberg (8)
  • Knagg (42)
  • Maierhöfen (251)
  • Maria-Anzbach (1424) samt Haitzing
  • Oed (52) samt Hofstetten
  • Pameth (10)
  • Unter-Oberndorf (425)
  • Winkl (6)
  • Winten (19)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Getzwiesen, Großraßberg, Maria Anzbach und Unteroberndorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

Am 29. April 998 wird Maria-Anzbach als Amizinesbach erstmals urkundlich erwähnt.

Erster Türkensturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den ersten Türkensturm erlebte der Ort im Jahr 1529, dabei wurde auch die Kirche großteils zerstört.

Zweiter Türkensturm und Pestzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1683 brachte der zweite Türkensturm wieder große Zerstörung in den Ort, dabei wurden u. a. Mühlen, Bräuhaus und die Burg Wasen zur Gänze zerstört. Die Kirche blieb dank einer erloschenen Fackel die in die hölzerne Kanzel flog, unbeschadet. Die erloschene Fackel ist in der Kirche in einem Glaskästchen zu sehen. In Folge des Türkensturms brach die Pestzeit an, dabei starb über Jahrzehnte das Gebiet um Maria-Anzbach fast aus. Nach der Pest wurde das Gebiet von Ansiedlern aus Bayern, Oberösterreich, Salzburg und aus der Pfalz neu besiedelt.

Franzosenkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franzosenkrieg 1805–1809: Die napoleonische Armee hielt dabei eine Etappenstation in Purkersdorf, dabei plünderten die Soldaten das Gebiet und es kam zu Auseinandersetzungen.

Markterhebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1933 bei der Markterhebungsfeier bekam der Ort Anzbach den Beinamen Maria. So wurde aus Anzbach Maria-Anzbach. Das Wappen erhielt das Gnadenbild.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2621 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2562 Einwohner, 1981 2151 und im Jahr 1971 1808 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin der Marktgemeinde ist seit 29. Mai 2008 Karin Winter, Vizebürgermeister ist Helmut Peter, Amtsleiter Adolf Wagner.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 21 Sitzen folgende Mandatsverteilung: Liste ÖVP 15, Liste Grüne 3, SPÖ 1, FPÖ 2, andere keine Sitze.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Maria-Anzbach

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wallfahrtskirche und Martinikapelle: Im Kellerraum der Kapelle befinden sich die Gebeine aus dem früheren Friedhof.
  • Grafenhaus: Hier wohnten früher bedeutende Leute. Das Grafenhaus soll der Sitz der „Hochfreien von Amizinesbach“ gewesen sein, die von 1090 bis 1203 die Herrschaft in Maria-Anzbach hatten. Seit 1923 ist dieses Anwesen im Besitz der Familie Walderdorff.
  • Schmiede: An der Fassade der Schmiede befindet sich ein aus der Türkenzeit stammendes Relief eines Kopfes eines Türken. Im Keller der Schmiede war früher ein unterirdischer Gang, der vermutlich zur Kirche führte.
  • Schönbeck-Mühle: In der Mühle wurde in den 1910er Jahren der erste elektrische Strom für den Ort produziert. Heute befinden sich darin ein Heimatmuseum und ein Restaurant (derzeit geschlossen).
  • Annunziatakloster: Das am 4. August 1898 gegründete und zur Gemeinde Maria-Anzbach gehörige, unter Denkmalschutz stehende Annunziatakloster „Am Stein“ in der Klosterstraße 5 in Furth – die erste Niederlassung der Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens in Österreich – stellte Ende März 2011 den Betrieb ein. Zuvor wurde am 19. Juni 2010 das 100-Jahr-Jubiläum der Weihe der im neugotischen Stil des Späthistorismus ab 1899 erbauten Klosterkirche – ein Werk des k.u.k. Hofbaumeisters Josef Schmalzhofer – gefeiert.[4] Es wurde im Juni 2012 um 2,3 Mill. Euro an eine Investorengruppe verkauft. Geplant war ein Seniorenrefugium und leistbares Wohnen.[5] Nach Scheitern der Pläne wurde das Areal 2015 an eine burgenländische Investorenfirma weiterverkauft. Über die Schließung des Klosters hat Regisseur Helmut Manninger 2013 den Kinofilm Die große Reise geschaffen.
Pflegeheim St. Louise Meierhöfen 2018
  • Ludovikaheim: Pflegeheim St. Louise in Meierhöfen, ehemals Landwirtschaft, wurde 1898 von den Barmherzigen Schwestern erworben. 1931 wurde das Haus umgebaut und dient bis heute als Altersheim. 2015 wurde das Pflegeheim erweitert.[6]
  • Buchbergwarte: Die Aussichtswarte auf dem Gipfel des Buchbergs wurde 2004 errichtet und ist 22,5 Meter hoch.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Galerie Anzbach Goldammer Museum, wurde 2018 geschlossen
  • Galerie 3034[7]
  • Heimatmuseum Schönbeck Mühle
  • Historischer Rundwanderweg um den Ort[8]

Sicherheit und Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr Maria-Anzbach
  • Freiwillige Feuerwehr Maria-Anzbach
  • Freiwillige Feuerwehr Unter-Oberndorf

Freizeit und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Marktgemeinde gibt es ein großes Angebot an Freizeitgestaltungen. Neben Fußball, Tennis und Eisstockschießen gibt es mehrere Reitmöglichkeiten. Wanderwege und Fahrradstrecken durchkreuzen die Gemeinde und den angrenzenden Wienerwald.

Neue Sportanlage Maria Anzbach 2018

Seit 2017 bietet die neue Sporthalle viele Indoor-Möglichkeiten wie Klettern, Badminton und Fußball.

Es gibt viele Vereine im Ort wie Sportvereine (1.SV Maria Anzbach, TC Maria Anzbach), Theatervereine und einen Musikverein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 109, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 56. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1176. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,16 Prozent. In der Katastralgemeinde Unter-Oberndorf existiert ein Industriegebiet. In Maria-Anzbach befindet sich der Firmensitz der Hundezeitschrift Wuff – Das Hundemagazin.[9]

In Maria-Anzbach werden zehn gastronomische Betriebe geführt und es gibt zwei Unterkunftsmöglichkeiten. Im Zentrum befindet sich das Gemeindeamt, Pfarramt, drei gastronomische Betriebe, ein Ärztezentrum, Kindergarten sowie Volks- und Musikschule. In den letzten Jahren mussten u. a. Bank, Postamt, Galerie Anzbach und ein gastronomischer Betrieb im Zentrum geschlossen werden.

Außerhalb des Zentrums befinden sich Sportanlage, ÖBB Haltestelle und Einkaufsmöglichkeiten im Ort Maria-Anzbach.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde liegt an der Neulengbacher Straße B44, nahe der Tullner Straße. Dabei erreicht man in beiden Richtungen gut über St.Christophen, Altlengbach und Pressbaum die West Autobahn.

Weiters verfügt die Gemeinde über drei Haltestellen an der Westbahn (Österreich):

Zwischen den Haltestellen Unter Oberndorf und Eichgraben auf Bahnkilometer 31,1 befindet sich noch der aktive Bahnhof Hutten, der aber nicht über einen Personenverkehrshalt verfügt. Es befindet sich lediglich ein Bahnhofshaus an den Gleisen.[10]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksschule Maria Anzbach
  • Neue Schule[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten die ihren Wohnsitz in Maria-Anzbach haben oder hatten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maria-Anzbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002-2018 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2018) (CSV)
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (CSV)
  3. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Maria-Anzbach. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 6. Januar 2019.
  4. Annunziata-Kloster Am Stein Website der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege. Abgerufen am 22. Mai 2012.
  5. Jelitzka und Tojner kaufen Kloster APA-OTS Presseaussendung des Wirtschaftsmagazins GEWINN vom 25. Juni 2012.
  6. Barmherzige Schwestern Pflege – Unsere Geschichte. Abgerufen am 29. Dezember 2018.
  7. Home. Abgerufen am 21. Dezember 2018.
  8. Josef Eßletzbichler: Maria Anzbach Historische Rundwanderung 2010. Abgerufen am 21. Dezember 2018.
  9. Impressum & Kontakt. In: Hundemagazin WUFF. Abgerufen am 21. Dezember 2018 (deutsch).
  10. Priwo: Deutsch: der Bahnhof Hutten (nur als Betriebsstelle existent) der Westbahn in Niederösterreich. 9. Juli 2011, abgerufen am 28. Dezember 2018.
  11. Die Neue Schule: Home. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  12. Plentiy: Die besten Sprüche – Was gibt es Neues? 8. Oktober 2012, abgerufen am 26. Februar 2017.