Poppenhausen (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Poppenhausen
Poppenhausen (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Poppenhausen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 6′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 39,13 km2
Einwohner: 4364 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97490
Vorwahl: 09725
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 168
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Martin-Werner-Platz
97490 Poppenhausen
Webpräsenz: www.poppenhausen.de
Bürgermeister: Ludwig Bernhard Nätscher (CSU)
Lage der Gemeinde Poppenhausen im Landkreis Schweinfurt
Schweinfurt Würzburg Landkreis Main-Spessart Landkreis Bad Kissingen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Haßberge Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Bamberg Nonnenkloster (Unterfranken) Stollbergerforst Bürgerwald Vollburg Wustvieler Forst Hundelshausen (Bayern) Geiersberg (Gemeindefreies Gebiet) Bergrheinfeld Dingolshausen Dittelbrunn Donnersdorf Euerbach Frankenwinheim Geldersheim Gerolzhofen Gochsheim Grafenrheinfeld Grettstadt Kolitzheim Lülsfeld Michelau im Steigerwald Niederwerrn Oberschwarzach Poppenhausen (Unterfranken) Röthlein Schonungen Schwanfeld Schwebheim Sennfeld Stadtlauringen Sulzheim (Unterfranken) Üchtelhausen Waigolshausen Wasserlosen Werneck WipfeldKarte
Über dieses Bild

Poppenhausen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poppenhausen liegt in der Region Main-Rhön. Im Gemeindegebiet entspringt das Flüsschen Wern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poppenhausen gliedert sich in sechs Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Hain, Kronungen, Kützberg, Maibach, Pfersdorf und Poppenhausen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Rannungen, Dittelbrunn, Niederwerrn, Euerbach, Sulzthal, Ramsthal und Oerlenbach.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bestimmungswort „Poppen“ kommt vom Personennamen „Boppo“ oder „Poppo“, einer Kurzform von „Bodebert“. Bodebert heißt „der als Gebieter Glänzende“, ein Name, der besonders bei dem Adelsgeschlecht der Henneberger (Grafschaft Henneberg) sehr beliebt war. Die Bedeutung des Ortsnamens Poppenhausen, mundartlich Bobbahausa, ist demnach „zu den Häusern des Bodebert gehörend“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Jakobus

Geschichte Poppenhausens bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Siedlungszeugnisse (Grab am Wiesberg) stammen aus der Zeit 750 bis 450 v. Chr. Am 8. Dezember 1223 wurde Poppenhausen erstmals urkundlich erwähnt. 1517 wurde der Turm der Pfarrkirche errichtet. 1525 beteiligten sich Poppenhäuser Bauern im Bauernkrieg an der Zerstörung des Amtssitzes in Ebenhausen. 1595 wurde Jakobus der Ältere zum Kirchenpatron bestimmt. 1659 kam es zur Einquartierung von Truppen des schwedischen Generals Wrangel. 1730 erfolgte der Bau der Heeresstraße MeiningenMünnerstadtSchweinfurt durch Poppenhausen. 1743 baute der Maurermeister Johann Müller aus Eßleben die Pfarrkirche. Seit 1779 verläuft die Staatsstraße Würzburg–Meiningen durch Poppenhausen. Seit 1785 führten die Reiserouten der Wernecker Poststation nach Bad Kissingen, Bad Bocklet und Münnerstadt durch Poppenhausen. 1791 wurde die Brauerei Werner gegründet. Am 9. November 1802 wurde die Poststation mit Posthalterei der Kaiserlichen Generaldirektion Regensburg errichtet. Als Teil des Hochstiftes Würzburg lag Poppenhausen seit 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es wurde 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel 1814 mit diesem endgültig an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1971 schlossen sich die Gemeinden Hain, Kronungen, Kützberg, Maibach und Pfersdorf zur Großgemeinde Poppenhausen zusammen.

Weitere Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 18. August 1680 Grundsteinlegung des Pfarrhofs Pfersdorf
  • 1871 Bau des Bahnhofs an der Strecke SchweinfurtBad Kissingen (Fertigstellung der Strecke am 19. Oktober 1871)
  • 18. Mai 1873 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
  • 15. Dezember 1874 zweigleisige Bahnstrecke SchweinfurtMeiningen durch Poppenhausen
  • 1936 Gründung des Zweckverbandes Rhön-Maintalgruppe
  • 1938 Vergrößerung der Pfarrkirche
  • 6. März 1942 Einziehung der Kirchenglocken für Rüstungszwecke
  • 9. April 1945 Einmarsch der Amerikaner
  • 1953 Erweiterung der Pfarrkirche durch zwei Seitenflügel, Beginn der Flurbereinigung
  • 1. September 1954 Poppenhausen wird selbständige Pfarrei (vorher Expositur von Ebenhausen)
  • 1958 Erstellung eines Flächennutzungsplanes
  • 7. Februar 1960 Bezug der neuen Volksschule
  • 4. Dezember 1960 Einweihung des ersten Pfarr- und Jugendheimes
  • 1961 Fertigstellung der Ortskanalisation
  • 1. Juni 1966 Gründung der Verbandsschule Poppenhausen, Maibach, Hain und Pfersdorf
  • 2014 Renovierung der Grund- und Mittelschule Poppenhausen

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Hain, Kronungen, Kützberg, Maibach und Pfersdorf eingegliedert.[3]

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfersdorf: erste urkundliche Erwähnung 763. Eines der ältesten Dörfer des Landkreises Schweinfurt
  • Kronungen: erste urkundliche Erwähnung 779
  • Maibach: erste urkundliche Erwähnung 791
  • Kützberg: erste urkundliche Erwähnung 1237
  • Hain: erste urkundliche Erwähnung 1302

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poppenhausen vor den Eingemeindungen 1971

  • 1892: ca. 0500 Einwohner
  • 1939: ca. 0700 Einwohner
  • 1953: ca. 1000 Einwohner
  • 1961: ca. 1099 Einwohner
  • 1967: ca. 1500 Einwohner
  • 1970: ca. 1450 Einwohner

Poppenhausen in den heutigen Grenzen

  • 1961: 3328 Einwohner
  • 1970: 3723 Einwohner
  • 1987: 3682 Einwohner
  • 1991: 4035 Einwohner
  • 1995: 4103 Einwohner
  • 2000: 4056 Einwohner
  • 2005: 4198 Einwohner
  • 2010: 4042 Einwohner
  • 2015: 4364 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 führte in Poppenhausen zu folgender Verteilung der 16 Sitze des Gemeinderats[4]:

Liste Sitze
Wählergemeinschaft CSU/Bürgerverein 6
Wählergemeinschaft Kützberg 4
Christliche Dorfgemeinschaft Pfersdorf 2
Christliche Dorfgemeinschaft Maibach 2
Freie Wählergemeinschaft Kronungen 1
Freie Wählergemeinschaft Hain 1

Bürgermeister ist Ludwig Bernhard Nätscher (CSU). Er gehört ebenfalls dem Gemeinderat an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das seit 1972 geführte Wappen zeigt in Rot auf silbernem Boden den silbern gekleideten, barfüßigen Heiligen Jakobus mit Pilgerhut und Pilgerflasche, in der Rechten einen goldenen Pilgerstab haltend, links auf dem Boden eine silberne Pflanze. Die Farben Silber und Rot sind die Farben Frankens. Der heilige Jakobus ist der Patron der Poppenhausener katholischen Pfarrkirche St. Jakob und wurde bereits in einem Gerichtssiegel des 18. Jahrhunderts gezeigt.[5]

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 2.268.000 Euro, davon waren 378.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Interkommunale Allianz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Poppenhausen ist Mitglied in der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2010 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 333 und im Bereich Handel und Verkehr 75 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 44 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1526. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe waren es fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2010 44 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 2476 Hektar, davon waren 1876 Hektar Ackerfläche und 599 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die B 19 (EisenachMellrichstadt – Würzburg–UlmOberstdorf) und die B 286 (Enzlar – Gerolzhofen – Schweinfurt – Bad KissingenBad Brückenau) führen direkt an Poppenhausen vorbei. Die A 71 ist über die Anschlussstelle (29) Poppenhausen/Dittelbrunn zu erreichen. An den Bahnverkehr ist der Ort über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen angebunden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2010):

  • Je einen Kindergarten in den Ortsteilen Kronungen, Kützberg, Maibach, Pfersdorf; insgesamt 178 Kindergartenplätze und 154 betreute Kinder
  • Zwei Volksschulen mit 26 Lehrkräften, die in 18 Klassen insgesamt 361 Schüler unterrichten

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musikkapelle Poppenhausen e. V. hat eine lange Tradition, ein genaues Gründungsdatum ist nicht bekannt. Seit 1995 ist die Musikkapelle Poppenhausen ein eingetragener Verein. Die Musiker kommen hauptsächlich aus Poppenhausen, Hain und den umliegenden Gemeinden. Die Nachwuchsmusiker werden größtenteils im Verein ausgebildet. Neben vielen kleinen Auftritten finden alljährlich jeweils ein Frühjahrskonzert und ein Böhmischer Abend statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emil Bachmann: Poppenhausen wie es leibt und lebt. Verlag Weppert KG, Schweinfurt 1968
  • Broschüre: 250 Jahre St. Jakobus Poppenhausen 1744–1994.
  • Karl Treutwein: Unterfranken. Verlag Glock und Lutz, Nürnberg 1967
  • Karl Treutwein: Die Ortsnamen des Landkreises Schweinfurt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Poppenhausen (Unterfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/221143&attr=OBJ&val=1767
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 570.
  4. http://www.poppenhausen.de/cms/images/poppenhausen/aktuelles/Kommunalwahl%2017.03.2014/endergebnis/bekanntmachung_endergebnis_grw.pdf
  5. Haus der Bayerischen Geschichte. Bayerns Gemeinden: Wappen – Geschichte – Geografie. Gemeinde Poppenhausen