Schule am Meer

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Grafik 1: Gezeichnete Gesamtansicht des Landerziehungsheims Schule am Meer im Loog auf Juist aus dem Sommer 1928, Vogelperspektive aus dem Wattenmeer in nördliche Richtung

Die Schule am Meer, auch als S.a.M. bzw. SaM bezeichnet, war ein privates, ganzheitlich orientiertes und als Internat geführtes reformpädagogisches Landerziehungsheim auf der Nordseeinsel Juist (Ostfriesland) im Freistaat Preußen. Sie war die erste reformpädagogische Schule Deutschlands, die auf einer Insel im Meer angesiedelt wurde. Sie gilt auch als erste reguläre deutsche Freiluftschule, die bis zum Reifezeugnis führte.[1] Sie bestand von 1925 bis 1934 und erarbeitete sich rasch einen überregionalen Ruf.[2]

Im Gegensatz zu staatlichen Schulen legte sie einen besonderen Schwerpunkt auf eine musische, physische und handwerkliche Ausbildung ihrer Schüler.[3] Sie wollte ihnen ein angeleitetes Eigenleben ermöglichen, betrachtete die Jugendphase als Wert und eigenständigen Typus. Sie war damals die einzige deutsche Schule, die eine eigene Theaterhalle errichtete, die auch der Ausbildung von Laienspiel-Pädagogen für ganz Deutschland dienen sollte.

Der Schriftsteller Carl Zuckmayer bezeichnete die Schule am Meer als „kulturell auf dem deutschen Höchstniveau“.[4] Sie wurde vor dem Hintergrund der NS-„Gleichschaltung“ und des staatlichen Antisemitismus geschlossen.[5]

Gründungsphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präludium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals Mitte Oktober 1922 und am 28. Oktober 1924 trafen sich Vertreter mehrerer Reformschulen unter der Leitung von Alfred Andreesen, dem Leiter der Stiftung Deutsche Landerziehungsheime, bei Heppenheim (Bergstraße) in der Odenwaldschule. Ziel war es, sich zu einem organisatorischen Verbund zusammenzuschließen und das Erbe von Hermann Lietz, dem Begründer der Landerziehungsheime in Deutschland, zu bewahren. Dabei ging es hauptsächlich um pädagogisch-konzeptionelle Parallelen und Ähnlichkeiten dieser Schulen, weniger um ökonomische oder verwaltungsrechtliche Aspekte. Der Verbund, die in Ober-Hambach gegründete Vereinigung der Freien Schulen – Landerziehungsheime und Freie Schulgemeinden – in Deutschland, hatte bis in das Dritte Reich hinein Bestand. An den Treffen nahmen mit Martin Luserke und Rudolf Aeschlimann auch Vertreter der 1924 noch vor der Gründung befindlichen Schule am Meer teil. Sie bekundeten Interesse an einer späteren Mitarbeit in der Vereinigung.[6]

Martin Luserke (1880–1968) verließ im Jahr 1925 mit gleichgesinnten Kollegen die überregional bekannte und renommierte Freie Schulgemeinde Wickersdorf bei Saalfeld im Thüringer Wald, an der er seit 1906 als Lehrer und sowohl vor als nach dem Ersten Weltkrieg auch als Schulleiter tätig gewesen war. Es hatte jahrelange Unstimmigkeiten mit Gustav Wyneken, dem aus dem Amt entlassenen Schulgründer, gegeben.[7] Um die Verhältnisse an der FSG Wickersdorf nicht zu destabilisieren, hatte Luserke im Februar 1924 unter strikter Vertraulichkeit zunächst Rudolf Aeschlimann in seine Pläne, eine neue Reformschule zu gründen, eingeweiht. In den folgenden Wochen informierte er sukzessive die anderen Mitglieder der späteren Sezession. Vor der Schulgründung sollten zunächst programmatische Schriften entstehen und veröffentlicht werden, um dem Projekt einen fundierten Hintergrund zu geben.[8]

Zeitungsinserat aus dem Jahr 1925 zur Anwerbung von Schülern

Für die Neugründung einer Schule, die von der Sexta (VI) bis zum Abschluss (Reifezeugnis) der Oberprima (OI) führen sollte, setzte Luserke auf ein selbst erarbeitetes Konzept. Dieses kombinierte Elemente

Luserke und Kollegen wollten einen Aufbruch „an den Rand der bewohnbaren Welt“ wagen, wodurch die deutschen Inseln in den Fokus gerieten. Luserke beschrieb die Küste als Landschaft, die „dem germanischen Wesen innewohnt“. Pfingsten 1924 besuchte Luserke, der die deutsche Nordseeküste und einen Teil ihrer Inselwelt (Spiekeroog, Helgoland) bereits seit seiner Kindheit und Jugend kannte,[15] zusammen mit Rudolf Aeschlimann, Paul Reiner und ihren drei „Kameradschaften“, den „Bären“, „Pinguinen“ und „Wölfen“ von der FSG Wickersdorf, die Insel Juist.[16] Die Gruppe war fasziniert von dieser kargen, schmalen, tideabhängigen Sandbank. Deren Topographie, Natur und das gesundheitsfördernde Reizklima schienen ihnen wie geschaffen für ihr Schulprojekt. Die Insel war per Raddampfer und Flugzeug erreichbar. Von dem damals abseits im Watt, ziemlich genau südlich der Schule, gelegenen Fähranleger erreichte man Juist per Inselbahn über eine knapp drei Kilometer lange Pfahljochstrecke. Auf der Insel gab es nur Fußgänger, Fahrräder und Pferdefuhrwerke; Motorfahrzeuge waren nicht zulässig.

Präsentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafik 2: Bildmarke der Schule am Meer

Die Bezeichnung Schule am Meer war primär ein Mittel des Marketing. Die unmittelbare Nähe und der direkte Bezug zur Natur sollten schon im Namen der Schule ersichtlich werden. Als private Bildungseinrichtung war die neue Schule auf die Einschulung von Kindern und Jugendlichen zahlungskräftiger Eltern angewiesen. Mit den geeigneten Schlagworten ließ sich in Zeitungsannoncen, einem wesentlichen werblichen Instrument der damaligen Zeit, gut um Schüler werben – vorrangig im Bürgertum. Beispiele dafür sind mehrseitige Sonderbeilagen von Herbert Connor, die 1925 wiederholt in Morgenausgaben der Berliner Börsen-Zeitung um Schüler für die Privatschule warben.[17] Derselbe Autor verfasste 1934 auch einen veröffentlichten Nachruf auf die Schule am Meer.

Ein Ausdruck der werblichen Darstellung der Schule am Meer war die Verwendung von Elementen des zeitgenössischen Jugendstils (Art nouveau), wie beispielsweise in der graphischen Gestaltung. Ihr plakatives monochromes Logo (siehe Grafik 2) wurde in diesem Stil ausgeführt. Es ist rund, von einer Doppellinie umrahmt und zeigt oben mittig einen großen Kreis, der wahlweise Sonne bzw. Mond symbolisiert. Darunter sind in der Horizontalen stilisierte Meereswellen dargestellt, an deren höchstem Wellenkamm eine Schaumkrone (Gischt) abgebildet ist. Bei einer Variante dieser Bildmarke ist unterhalb der Wellen der Name der Schule in Versalien in dreizeiliger Anordnung enthalten. Der Schriftzug ist zwar an der vertikalen Mittelachse orientiert, aber weder links- oder rechtsbündig noch zentriert positioniert, sondern weicht vorsätzlich von derlei erzwungenen Regularien ab. Weitere Logo-Varianten, z. B. mit imitiertem Wachsrand, der an einen Siegelabdruck erinnert, finden sich in Publikationen der Schule bzw. der Stiftung. Das Logo und seine Varianten sind vermutlich an der FSG Wickersdorf von Schülern erstellt worden, die später zur Schule am Meer gewechselt sind. Dafür spricht neben der Art der Ausführung der Bildmarken deren Entstehungszeitpunkt, da sie bereits vor Gründung der S.a.M. im Jahr 1924 publiziert worden sind.

Zur Präsentation gehörten u. a. Bücher, Auskunftsblätter und Rundbriefe, die sich an Interessenten, die Schulrepräsentanten („Vertrauensleute“) in diversen deutschen, österreichischen und schweizerischen Städten, an Eltern der Schüler, an ehemalige Schüler und an Förderer der S.a.M. richteten. Ab Juli 1929 wurden die Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer Juist publiziert.[18]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafik 3: Lageskizze aus dem Jahr 1924

Eine Lageskizze aus dem Jahr 1924 (siehe Grafik 3) weist den ursprünglich geplanten Standort für die Schule am Meer aus, der an der Ostseite der Augustendüne (auch: Augustadüne) im Westen der Insel vorgesehen war. Zu dieser Zeit bestand der Hammersee noch nicht, der sich erst ab November 1930 nach einer großen Sturmflut im Bereich des in der Skizze markierten Hammers gebildet hatte. Dort, wo der Zeichner das Loog markiert hat, befindet sich der später tatsächlich realisierte Standort der Schule am Meer.

Realisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafik 4: Grundstückserwerb (chronologisch) für das Gelände der Schule am Meer im Loog auf Juist, Stand 1929
Grafik 5: Situationsplan des Geländes der Schule am Meer im Jahr 1928

Im westlich gelegenen Loog hatte das Gründerteam im Herbst 1924 das Café-Restaurant und Logierhaus Tusculum, vormals Zur Erholung, mit Grundstück erwerben können und ließ das bereits heruntergekommene Insulanerhaus in den Folgemonaten bis zur Schuleröffnung um- und ausbauen sowie modernisieren.[19] Es wurde zum Hauptgebäude der neuen Schule, in dem die Schüler im Speisesaal ihre Mahlzeiten einnahmen und dort auch das Laienspiel probten und aufführten.

Auf Antrag Luserkes erteilte das Preußische Staatsministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung am 29. Januar 1925 für das kommende Schuljahr die Genehmigung zur Aufnahme des Schulbetriebs. Mit seinen Kollegen Helene und Rudolf Aeschlimann, genannt „Aeschli“, Christel und Fritz Hafner, Anni und Paul Reiner, der Wickersdorfer Wirtschaftsleiterin Marie Franke[20][21] sowie seiner Ehefrau und Mitarbeiterin Annemarie († 1926), verließ Luserke offiziell per 30. März 1925 die FSG Wickersdorf.[22][23][24]

Aus Wickersdorf brachten sie ihre insgesamt elf eigenen Kinder mit, darunter Luserkes jüngsten Sohn Dieter (1918–2005), der ein paar Jahre später die Schule am Meer besuchte. Auch sechzehn Schüler wechselten von der FSG Wickersdorf in das neue Landerziehungsheim auf Juist,[25] darunter Herbert von Borch, Walter Georg Kühne, Günther Leitz, Arne Skafte Rasmussen und Ove Skafte Rasmussen. Sämtliche mit dem Umzug verbundenen Kosten der Lehrkräfte hatte die Freie Schulgemeinde Wickersdorf zu tragen, was diese in stärkerem Umfang belastete.[26]

Die Aufnahmebedingungen der Schule am Meer sahen vor, dass Mädchen und Jungen für die Sexta mindestens 10 Jahre alt sein mussten, im Regelfall jedoch nicht älter als 16 Jahre (Untersekunda, Jahrgangsstufe 10) sein durften. Nur ausnahmsweise wurden Neuzugänge zur Obersekunda (Jahrgangsstufe 11) zugelassen.[27]

Der Unterricht der S.a.M. begann am Freitag, dem 1. Mai 1925, damals noch kein Feiertag. Die ersten 32 Schüler, 9 Lehrer und Hilfskräfte waren aufgerufen, „sich aus allen Kräften mit an den Einrichtungsarbeiten [zu] beteiligen“.

Im Eröffnungsjahr wurde südlich und parallel zum Hauptgebäude eine langgestreckte Baracke errichtet. Diese beiden Gebäude bezeichnete man nun schulintern komplementär als „Diesseits“ und „Jenseits“. Rechtwinklig daneben, quasi als verbindendes Element, entstand im selben Jahr eine weitere langgestreckte Baracke, die „Westfalenhalle“. Deren Bezeichnung war möglicherweise eine Reminiszenz an Luserkes Mutter, die aus Westfalen stammte. Dies ist jedoch fraglich, weil Luserke sehr früh mit seiner Familie gebrochen hatte. Das Gebäude-Trio war zu einer U-Form angeordnet. Auf einer südwestlich der S.a.M. gelegenen Düne, von den Schülern als „Olymp“ bezeichnet, wurde ein Stall für ein Pferd, Schweine und Geflügel errichtet (siehe Grafik 5).

Heutige Ansicht der „Arche“ aus östlicher Richtung, in der ab 1927 die ältesten S.a.M.-Schüler in Einzelzimmern, das Lehrerehepaar Anni und Paul Reiner mit ihren vier Töchtern und eine weitere Lehrerin in Lehrerwohnungen untergebracht waren
„Doyen-Haus“ („do“) mit Lehrerwohnungen Hafner, Luserke, Zuckmayer und S.a.M.-Krankenstation
Tabelle 1: Gebäude innerhalb des Kernbereiches der Schule am Meer inkl. früherer und heutiger Nutzung

Bis 1927 wurde westlich gegenüber der „Westfalenhalle“ ein großes L-förmiges Gebäude in Massivbauweise errichtet, schulintern programmatisch „Arche“ genannt. Zusammen mit den beiden anderen großen Neubauten wurde es in der Weise positioniert, dass sich zusammen mit dem Schulhauptgebäude ein rechteckiger, nahezu umbauter Innenhof mit Rasenfläche ergab. Diese nun vier Gebäude bildeten den künftigen Kernbereich der Schule (siehe Tabelle 1), der später im Nordosten mit einem hohen hölzernen Haupteingangstor zur Straße hin begrenzt war. Luserke plante zunächst Räumlichkeiten für etwa sechzig Schüler, wurde jedoch von der bald einsetzenden Nachfrage so positiv überrascht, dass er für mehr als neunzig Schüler organisieren musste.[28][29]

Tabelle 2: Gebäude außerhalb des Kernbereiches der Schule am Meer inkl. früherer und heutiger Nutzung

Außerhalb dieses Kernbereiches der Schule am Meer, etwa einhundert Meter nordwestlich, konnte 1926 mit dem „Doyen-Haus“ ein weiteres Insulanerhaus erworben und 1926/27 nach Teilabriss in größerem Maßstab neu errichtet werden. Im Jahr 1927 wurde nördlich an diesen Massivbau eine Baracke für zwei Unterrichtsräume angebaut. 1928 entstand westlich an diesem Massivbau eine weitere Baracke, die später zu einer langgestreckten L-Form gen Westen erweitert wurde. Sie nahm naturwissenschaftliche Unterrichtsräume und die Lehrmittelsammlung für Naturkunde (Biologie, Chemie, Physik) auf. Außerdem wurde dort ein Seewasseraquarium mit insgesamt dreißig Becken eingebaut.

Die an dieser Stelle entstandene Gebäude-Dreiergruppe wurde ab 1928 namentlich an die Solmisation angelehnt und mit „do“, „re“, „mi“ bezeichnet. Neben den vielfältigen und intensiven musikalischen Aktivitäten der Schule dürfte dafür die erste Silbe der ursprünglichen Bezeichnung des Hauses „do“ („Doyen-Haus“) Ideengeber gewesen sein. Im selben Jahr wurde mit dem „Ahrens-Haus“ ein benachbartes Insulanerhaus erworben. Dieses wurde später mit „mi“ baulich zu einer U-Form verbunden. Die „do-re-mi“-Gruppe nahm so in letzter schulischer Ausbaustufe die Form eines Mäanders an, mit je einem Innenhof nach Norden und Süden. 1929 wurde mit dem östlich benachbarten „Ubben-/Mamminga-Haus“ das älteste bestehende Gebäude Juists erworben (siehe Tabelle 2). Der gesamte Komplex wurde wegen seiner sukzessive erfolgenden Ausbauten schulintern auch „Wildwest“ benannt.

Die Schule am Meer legte in der seinerzeit baum- und strauchlosen sandigen Einöde des damaligen Loog, in dem lediglich Strandhafer und Sanddorn gediehen, insgesamt elf Schulgärten für eine Gemüsezucht im Sinne einer die Schulsiedlung versorgenden Subsistenzlandwirtschaft an (vergl. Sonnenhof),[30][31] auch einen botanischen Garten als Lehrgarten und zur Kontemplation. Der Gartenbau zählte zu ihren handwerklichen Schwerpunkten.

1927 konnte südlich nahe dem Wattenmeer ein Bootshaus für die schuleigenen Segelboote, einen Prahm und ein Beiboot errichtet werden. Von dort wurden die Boote auf speziellen vierrädrigen Karren transportiert. Die erste kleine Jolle 1925 wurde „Karna“ getauft, 1926 kam eine weitere große „Kormoran“ hinzu.[32] Die dritte – „Monga“ – erhielt 1928 einen Hilfsmotor,[33] die auch Fahrten nach Baltrum oder Borkum und eine dreiwöchige Herbstfahrt über Delfzijl auf Flüssen nach Arnheim, Utrecht und Amsterdam sowie durch die Zuiderzee ermöglichte. 1929 erhielt die „Monga“ auch Seitenschwerter.[34] 1928 musste ein geplanter massiver Neubau südwestlich der „Arche“ (siehe Grafik 5) kurz vor Baubeginn aus Kostengründen vertagt werden. Er sollte zwei Wohnungen für einen Lehrer und die Hausmutter sowie Räume für die acht jüngsten Schülerinnen und die zwölf jüngsten Schüler, ein Krankenzimmer, Bad und Waschräume sowie zwei Unterrichtsräume und einen Heizungsraum erhalten. Im selben Jahr entstand auf einer Düne östlich des „Jenseits“ bzw. südlich der „Westfalenhalle“ ein Flaggenplatz. Dort wurde ein Fundament für einen Fahnen- bzw. Bannermast mit Querbalken errichtet, an dem die Schulflagge gehisst und verschiedenfarbige Wimpel für jede einzelne „Kameradschaft“ gesetzt wurden, deren Name darauf graphisch dargestellt war. Flagge und Wimpel versinnbildlichten den Kern der schulischen Organisationsstruktur aus „Schulgemeinde“ (Flagge) und „Kameradschaften“ (Wimpel).

Bei den Weblinks findet sich ein Verweis zu einer zeitgenössischen Luftaufnahme, die vermutlich aus dem Jahr 1929 stammt. Auf dieser erkennt man etwa mittig am linken Bildrand die Gebäude „do“, „re“ und das bereits nach Westen erweiterte „mi“ (Teilansicht). Etwa in der unteren Bildmitte des Fotos zeichnet sich der beschriebene Kernbereich der Schule am Meer mit den Gebäuden „Arche“ (L-Form), „Diesseits“, „Jenseits“ und „Westfalenhalle“ ab. Vom Haupteingang des „Diesseits“ (Schulhauptgebäude) verlief ein Pfad schnurgerade nach Norden auf die Dünen zu, der Weg zum Strand. Südlich der „Westfalenhalle“ bzw. östlich der „Westfalenhalle“ sieht man den Flaggenplatz der Schule. Weiterhin ist südöstlich des Kernbereichs, auf dem Foto rechts unten, einer der Schulgärten für die Gemüsezucht erkennbar. Links (westlich) von diesem ist ein größerer Teich (heute als „Erlenteich“ bezeichnet). Unterhalb (südlich) der L-förmigen „Arche“ kann man den Stall auf dem „Olymp“ sowie einen niedrigen Holzverschlag ausmachen. Links (westlich) der „Arche“ sieht man den „Botanischen Garten“, der sich von dort bis zum „Ubben/Mamminga-Haus“ erstreckt. Südlich der Gebäudegruppe „do-re-mi“ erkennt man zwei weitere Schulgärten, in denen Gemüse gezüchtet wurde.[35]

Heutige Ansicht des „Neufundland“ aus südwestlicher Richtung, das ab 1929 die Wohnunterkunft der jüngsten S.a.M.-Schüler (ab 10 Jahre) war und vereinzelt im Loog stand

Im Nordosten bot sich im selben Jahr überraschend ein gerade neu errichteter Insulanerbau zur Pacht an, von der Schule künftig „Neufundland“ benannt. Die Bezeichnung hat keinen Bezug zur gleichnamigen kanadischen Provinz; vielmehr bezieht sie sich auf die eigentliche Bedeutung des Begriffes, der durch Giovanni Caboto Ende des 15. Jahrhunderts geprägt wurde: „newe founde islande“ (=  neu entdeckte Insel). Die Schule am Meer hatte mit Juist eine Insel für sich entdeckt; ihre Schüler, insbesondere die jüngsten, die in „Neufundland“ untergebracht waren, konnten sie nun auch für sich entdecken.

Die Schülerinnen errichteten sich am 1. März 1930 südwestlich der „Arche“ einen Pavillon für ihre Freizeit und eigene Versammlungen, eine „Mädchenhalle“,[36] die sie nach einem Berg im Himalaya „Gaurisankar“ nannten.[37] Der Pavillon entstand etwa dort, wo noch zwei Jahre zuvor ein neuer Massivbau geplant war. Die dortige Düne wurde zuvor schon als „Gaurisankar“ bezeichnet.[38] Der Name „Olymp“ war ja bereits von den Knaben vergeben worden. Im selben Jahr wurde die „Westfalenhalle“ in Massivbauweise ausgebaut und gleichzeitig deutlich erweitert, um den gestiegenen Anforderungen der stetig zunehmenden Schülerzahlen gerecht werden zu können.[39] Die Schülerzahl wuchs im Lauf der Zeit auf mehr als 90 an,[40][41] davon etwa ein knappes Drittel Mädchen. Das Lehrerkollegium umfasste durchschnittlich fünfzehn Personen.

Als Paukenschlag innerhalb der Schulentwicklung entstand 1930/31 ein großer zweigeschossiger Hallenbau mit Theatersaal als einzigartigem und damit konkurrenzlosem Feature der Schule am Meer, etwa dreißig Meter nördlich des „Diesseits“. Der erste offizielle Spatenstich für den Hallenbau fand am 3. Mai 1930 statt, genau zu Luserkes 50. Geburtstag. Die Einweihung erfolgte Pfingsten 1931. Durch das Gebäude, das von Bruno Ahrends entworfen wurde, sollten auch die sportlichen Angebote der Schule verbessert werden.[42] Heute würde man es als Mehrzweckhalle bezeichnen. In das Haus wurde eine Wendeltreppe aus dem 1898 entstandenen Kurhaus Juist integriert.

Strukturen des Schulalltags[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturnahe Erziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schulrhythmus wurde maßgeblich von Aktivitäten im Freien geprägt, der Sport fand ganz überwiegend im Freien statt.[43][44][45] Pausen dienten beispielsweise der „Tobsucht“, dem unreglementierten Herumtoben am Strand. Beim Segeln stand das Erlernen von Fertigkeiten und Sachkenntnissen im Fokus, aber auch eine Stärkung des Gemeinschaftsgeistes. Neben den handwerklichen und seemännischen Aspekten bei dem Betrieb eines Segelbootes ging es auch um Orientierung, Konventionen (siehe Fotos zu Signalisierübungen am Anfang dieses Kapitels), Windenergie und Strömungsverhältnisse. Die unterschiedlichen Wetterverhältnisse, Wolkenformationen und Lichtstimmungen, die Fauna des Watts sowie die Flora und Fauna der Insel konnten beobachtet und zumindest teilweise erläutert werden. Je nach Gezeitenlage wurde das Watt ausgiebig erkundet; dabei fand teilweise auch Unterricht statt. Allerlei Lebewesen wurden zum Studium ihrer Lebens- und Verhaltensweisen für die insgesamt dreißig selbst gebauten und eingerichteten Seewasseraquarien eingesammelt. Nachts wurden astronomische Beobachtungen der Sternbilder gemacht, Meteoroiden gesichtet und erklärt, der Einfluss des Mondes auf die Gezeitenkräfte veranschaulicht und bei Voll- und Neumond die unterschiedlich gute Sicht auf Himmelskörper registriert.

1931: S.a.M.-Schüler bringen frisches Seewasser und Lebendfutter für die 30 Aquarien aus dem Watt

Nach einer schweren Sturmflut bildete sich im November 1930 im Westen der Insel der Hammersee, ein weiteres Studienobjekt in unmittelbarer Nähe der Schule, das sich künftig zum winterlichen Eislauf anbot. Die miterlebte Sturmflut und deren Auswirkungen machte den Sinn der bisherigen Gemeinschaftsarbeit am Dünenschutz deutlich, an dem sich die Schüler und Lehrer im Rahmen der „Lebensbildung“ (=  am realen Leben orientierte Bildung). an Nachmittagen mit beherztem Griff zum Spaten beteiligten. Die Arbeit in den elf angelegten Schulgärten und im Botanischen Garten der Schule waren weitere naturbezogene Tätigkeitsfelder. Sand, Wind und die jahreszeitlich unterschiedlichen Witterungsbedingungen wurden von den Schülern der Schule am Meer wesentlich intensiver erlebt als von Schülern der meisten anderen Schulen.

Der Bezug zur Natur hatte bei Luserke mehr als nur rein kontemplativen Charakter; er wurde allerdings gleichrangig ergänzt durch „körperbildende“ (sportliche, handwerkliche, musische) Aktivitäten.[46]

Körperbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1931: Schüler der S.a.M. mit dem Sportlehrer Herrn Henning (re.) beim Kugelstoßen am Strand
1931: Jollenkreuzer der S.a.M.

Luserkes Vorstellung einer Bildung des Körpers war ein gewachsenes holistisches Konzept, das er in Teilen bereits in der Freien Schulgemeinde Wickersdorf praktiziert hatte. Es stellte eine weitgehende Abkehr von dem noch im wilhelminischen Kaiserreich praktizierten patriotischen Turnen mit Exerzieren und Paradieren dar. Das Turnen hatte sich seit Johann Christoph Friedrich GutsMuths (1759–1839) und Friedrich Ludwig Jahn (1887–1852) als Basis der Körper- und Wehrertüchtigung für die Knaben in deutschen Turnvereinen und später in den Schulen vor allem mit dem Gerätturnen unter freiem Himmel auf Turnplätzen und in dafür eigens errichteten Turnhallen etabliert.

Der Reformpädagogik wird das Streben nach einer Einheit von Körper und Geist zugeschrieben. Im thüringischen Wickersdorf waren landschaftlich bedingt das Wandern, der Skilang- und Skiabfahrtslauf, das Skispringen und -wandern sowie vor dem Ersten Weltkrieg auch Robert Baden-PowellsScouting“ ein Teil der Idee von Körperbildung geworden. In der Schule am Meer auf der Insel Juist hingegen entfielen die meisten vormilitärischen Aspekte. Stattdessen wurden morgens belebende Gymnastikübungen in den Dünen betrieben, nach denen Schüler und Lehrkräfte über den weitläufigen Strand rannten und bei nahezu jeder Witterung bis in den Dezember hinein in der Nordsee erfrischende Tauchbäder zelebrierten. Ausgiebige Dünen-, Strand- und Wattwanderungen sowie lehrreiche Exkursionen wurden durchgeführt. Am Strand übten sich die Schüler in verschiedenen leichtathletischen Disziplinen. Turnspiele wie Faustball, Handball oder Völkerball, aber auch Boxen,[47] Fußball[48] und (Eis-)Hockey[49] wurden betrieben. Das Erlernen des Segelns stand auf dem Programm. Im Winter kam der Schlittschuhlauf auf zugefrorenen Flächen (Teich östlich des „Olymp“, Wattenmeer, Hammersee ab November 1930) hinzu.[50]

Noch viel weitreichender gedacht, zählten zu Luserkes Vorstellung einer umfassenden Körperbildung auch eine kreative und geistige Ausdrucksfähigkeit durch das Malen und Zeichnen mit Fritz Hafner, das Singen und Musizieren mit Eduard Zuckmayer und Kurt Sydow, ein intensiv betriebener Gartenbau mit Rudolf Aeschlimann, der Dünenschutz und die anderen handwerklichen Aktivitäten, mit denen sich Schüler und Lehrkräfte beschäftigten.

Zu einem ganz wesentlichen Element geriet jedoch ein an staatlichen Schulen oft vernachlässigtes Segment – die naturalistische bis künstlerische körperliche Betätigung im Laienspiel, das den Ausdruckstanz beinhaltete. Luserke vertrat bereits in Wickersdorf die Ansicht, dass das Spiel auf der Bühne und der Tanz zur körperlichen Ausbildung gehören. Die bestehenden Analogien zu gymnastischen Übungen bestätigen diese Auffassung. Angeregt wurde er dabei durch Aufführungen der von Émile Jaques-Dalcroze in Hellerau bei Dresden gegründeten Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus.[51]

Luserke vertrat sein Konzept in einer Vielzahl von Vorträgen bei pädagogischen Tagungen und in einschlägig publizierten Aufsätzen. Seine Abhandlungen zu dieser Thematik wurden in den 1920er Jahren in Standardwerken der Tanzbewegung gewürdigt.[52][53] Im Oktober 1922 ließ Luserke in seinem Vortrag mit dem Titel „Bewegungsspiel und Schulbühne“ anlässlich der „Tagung für künstlerische Körperschulung“ sechzehn Jahre seiner schulischen Erfahrungen Revue passieren. Die Tagung veranstaltete das Berliner Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht gemeinsam mit der Zentralkommission für Sport und Körperpflege, dem Bund Entschiedener Schulreformer und dem Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen. Dabei beschrieb Luserke, wie sich die künstlerische Körperschulung in Wickersdorf von der Gymnastik sukzessive zum Bühnenspiel entwickelt hatte. Als Fazit formulierte er:

„Wenn heute von der Schule aus irgend etwas für künstlerische Körperbildung geschehen soll, so wäre die einzige schöpferische Leistung die Einrichtung von Schulbühnen für das Bewegungsspiel und das regelmäßige Spielen auf ihnen.“

Martin Luserke

Die Errichtung einer Schulbühne hatte er demzufolge bereits vor der Gründung der Schule am Meer im Kopf. Sein als „Bewegungsspiel“ ausgeführtes „Darstellendes Spiel“ und der expressionistische Ausdruckstanz passten perfekt zur Aufbruchstimmung, Sinnsuche und Selbstfindung der Goldenen Zwanziger Jahre. Folgerichtig wurde beides in die Jugendbewegung integriert.[54] Der noch in der wilhelminischen Ära weitgehend tabuisierte Körper, vor allem bei Mädchen und Frauen vielfach eng eingeschnürt und üppig mit Stofflagen verhüllt, wurde in der Weimarer Zeit sukzessive befreit, als man sich seiner mehr und mehr bewusst wurde und experimentierte (Naturismus). Der Lebensweg einer Schülerin der Schule am Meer lässt sich exemplarisch in diesem Sinn interpretieren: der von Beate Köstlin, die später als Beate Uhse international bekannt wurde.[55]

Luserkes Vorstellung einer Körperbildung seiner Schüler ging sehr deutlich über das hinaus, was mit dem Turnen an den meisten deutschen Schulen beabsichtigt war. Der später (im Nationalsozialismus und bis in die 1960er Jahre) verwendete Begriff der „Leibeserziehung“ erscheint in diesem Kontext zwar als Synonym für Körper(aus)bildung, war jedoch inhaltlich bei weitem nicht so umfassend wie Luserkes Konzept.

Handwerkliche Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werken innerhalb des schulischen Angebots hatte Luserke bereits in der Freien Schulgemeinde Wickersdorf praktiziert. Von seinem Vater, der gelernter Maurer und später technischer Zeichner, [56] Bauleiter und Prüfungsleiter eines Berliner Hochbauamtes war,[57] hatte er die nötigen Kenntnisse erworben. Luserke ging es nicht darum, seine Schüler zu Schlossern, Schreinern, Tischlern oder Zimmerleuten auszubilden. Er wollte ihnen vielmehr Kenntnisse vermitteln, die zu seiner Idee von „Lebensbildung“ (=  am realen Leben orientierte Bildung). gehörten, Fertigkeiten, die man im Leben gebrauchen kann.

Auf Juist umfasste das Werken im Wesentlichen drei Ebenen: das Erlernen und praktische Erproben grundlegender Fertigkeiten im handwerklichen Umgang mit Werkzeug und Material, das Anwenden dieser Fertigkeiten an individuellen Werkstücken sowie die Anfertigung und Reparatur von Werkstücken des schulischen Baubedarfs. Die Schüler konnten sich in der „Westfalenhalle“ mit Werkstücken ihrer persönlichen Wahl beschäftigen, um sich zu schulen, Spaß daran zu entwickeln und schließlich bis zu Feinarbeiten weiterzubilden. Für den alltäglichen Bedarf innerhalb der Schule wurden jedoch auch Reparaturen zur Instandhaltung und Neuanfertigungen benötigt.[58] Das Werken umfasste daher für die Fortgeschrittenen bzw. älteren Schüler auch die Anfertigung aller Bauteile, die für die Konstruktion von Holzschuppen und deren Errichtung erforderlich waren. Sogar die Segelboote (Jollenkreuzer) der Schule oder die vierrädrigen Karren für deren Transport über Land entstanden teils auf diese Weise.

An diesen Arbeiten beteiligten sich Mädchen und Knaben, ein damals von der gesellschaftlichen Realität vollkommen abweichendes Zeichen von Gleichberechtigung, das in der Schule am Meer praktiziert wurde. Pädagogisch erreichte Luserke damit, dass die Schüler ihr erlerntes Wissen im schulischen Umfeld praktisch anwenden und erproben, aber auch miterleben konnten, wie ihre Arbeiten tatsächlich gebraucht wurden und eine Funktion erfüllten, die der gesamten „Schulgemeinde“ nutzte. Ein Nebeneffekt war der ökonomische Nutzen für die Schule, wenn nicht für jede auszuführende Arbeit Handwerker bestellt und bezahlt werden mussten.

1931: Die „Arche“ (Westseite) mit dem Botanischen Garten der S.a.M.

Zum handwerklichen Arbeiten gehörte auch der von der Schule betriebene Gartenbau, der maßgeblich von Rudolf Aeschlimann angeleitet wurde. Den Schülern wurde der Nutzen von Gemüsegärten zur teilweisen Selbstversorgung erläutert und vorgeführt, aber auch die Anlage eines botanischen Gartens zur Kontemplation und Auseinandersetzung mit Zierpflanzen. Die Gärten befanden sich südlich und westlich des Kernbereichs der Schule, teils nördlich der heutigen Hammerseestraße, teils in den nördlich der Schule gelegenen Dünen, evtl. auch westlich Richtung Domäne.

Selbst die dreißig Wasserbecken des von den Schülern eingerichteten Seeaquariums wurden in Handarbeit zusammengebaut und möglichst realitätsnah gestaltet. Die Schulgärten, der botanische Garten und die Aquarien mit ihren Lebewesen trugen zu einem anschaulichen Naturkundeunterricht bei. Während die jüngeren Schüler mit dem Basteln begannen, richtete die Schule am Meer auch eine kleine Weberei ein. Geplant waren eine Buchbinderei und ein Gewächshaus.[59]

Musische Bildung und Darstellende Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1931: Eduard Zuckmayer dirigiert den Chor und das Orchester der S.a.M. in deren schuleigener Bühnenhalle, 1930/31 errichtet durch Bruno Ahrends

Theater und Musik nahmen im schulischen Alltag einen bedeutenden Raum ein.[60] Die Schule am Meer und das Zusammenwirken von Schülern und Pädagogen betrachtete Luserke als Kulturgemeinschaft.[61] Die Schule am Meer stellte ein eigenes Schulorchester und einen Schulchor zusammen (vergl. Jugendmusikbewegung). Beide wurden von dem Musikpädagogen, Dirigenten und Komponisten Eduard Zuckmayer, genannt „Zuck“, gegründet und geleitet.[62][63] Für die Schüler komponierte er unter anderem den „Tobsuchtskanon“, den sie regelmäßig intonierten. Mitglieder des Schulorchesters übten nahezu täglich 45 Minuten auf ihren Instrumenten.[27] Fast jeder Morgen begann mit Musik, nahezu jeder Abend klang mit gemeinsamem Singen aus.[58] Während einer sehr produktiven Zeit an der Schule am Meer entstanden weitere Kompositionen (siehe Werke) wie die „Pfingstkantate“ (1930)[64] oder die „Herbst-Kantate“ (1932). Zu beiden schrieb Martin Luserke den Text.[65][66] Mit der im Theatersaal der Schule am Meer uraufgeführten Herbst-Kantate und weiteren Kompositionen Zuckmayers ging der Chor der Schule am Meer deutschlandweit auf Tournee.[67][68]

Die Einführung des „Darstellenden Spiels“ in die Schul- und Jugendarbeit, bei einer gleichzeitig bewussten Abgrenzung gegenüber dem professionellen Theater, gilt als herausragende pädagogische Leistung Luserkes.[69] Er hat dieses Laienspiel in Wickersdorf und im Loog auf Juist beginnend 1906 mit der Groteske Blut und Liebe über knapp drei Jahrzehnte entwickelt und überregional bekannt gemacht. Die Begriffe „Bewegungsspiel“[70] und „Darstellendes Spiel“[71] gehen auf Luserke zurück. Er sah einen Bildungswert des Laienspiels, sofern es den Eigengesetzlichkeiten des Spiels folge und nicht das große Theater imitieren wolle.[72] Als erster Pädagoge entwickelte Luserke eine eigene Theorie des Schultheaters.[73] Er hatte allerdings durchaus den Anspruch, mit seinen schulischen Laienspiel-Experimenten auf das professionelle Theater einzuwirken.[74]

Er nahm sich William Shakespeare zum Vorbild und entwickelte eine neue Form des „Bewegungsspiels“ unter Einbeziehung des Raumes und der Zuschauer.[75] Der von Luserke als „Lehrwerkstätte des Laienspiels“ speziell konzipierte Theatersaal in der Bühnenhalle der Schule am Meer zeigte dies exemplarisch: sein Podium war weitgehend offen und von vier Seiten zugänglich. Die im professionellen Theater bislang übliche strikte Trennung zwischen der Bühne als Spielraum und dem Zuschauerraum wurde aufgegeben; Bühnenvorhang und Kulissen entfielen. Die spielerische Aktivität entfaltete sich aus dem Rückraum der Zuschauer, durch diese hindurch, in der Längsachse des Saales zur Bühne hin – so dass die Bewegungsströme des Stücks „ins Helle treten“.[76] Diese Konzeption fand in der Jugendbewegung eine ebenso positive Resonanz wie bei renommierten reformpädagogischen Institutionen.[77]

„Bewegungsspiel bedeutet nun, dass wir das Schauspiel als eine Polyphonie von Vorgängen auffassen, nämlich so, dass alle bei der tatsächlichen Aufführung erscheinenden Abläufe, der Text wie die Mimik, das Kommen und Gehen auf der Bühne, wie das Getön, in sich zusammenhängende Vorgangsströme sind. Sie gelten, wenn auch nicht als gleichwertige, so doch als gleich-wirkliche, nebeneinander geordnete Stimmen wie bei der Polyphonie der Musik.“

Martin Luserke[78]

Als künstlerische „Körperbildung“ im Tanz und Bühnenspiel fand Luserkes gemeinschaftsbildendes Laienspiel eine ästhetische und rhythmische Entsprechung in der Eurythmie. Die Schüler sollten dabei ein Körpergefühl entwickeln, das ihnen auch bei geringerer Begabung ein Verständnis für den Kunsttanz ermöglichte.[79] Scheue und unsichere Schüler sollten die Möglichkeit erhalten, sich innerlich zu lösen und zu lockern. Rollen wurden speziell auf die einzelnen Mitspieler zugeschnitten, um diesen Raum für Spontaneität und mimische Begabung zu eröffnen.[80] Auf diese Weise wurde die Entfaltung der Persönlichkeit gefördert.[81][82]

Luserkes Stücke entstanden zumeist nach dem „Bauhüttenprinzip“ in einer Kooperation zwischen Autor und Darstellern. Theater sollte dabei weder „Illusionstheater“ noch „Kunsterlebnis“ sein, auch kein ästhetisches „Spiel“ im Sinne Friedrich Schillers, sondern „Urerlebnis der menschlichen Bewusstwerdung im Lichte der neuen Zusammenordnung von bewussten und unbewussten Tatbeständen im Seelenleben“. Leitmotiv wurde die Selbstfindung und -verwirklichung durch Selbstbetätigung – „agitur ergo sum“.[83][84]

Mit Unterstützung des Preußischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung sowie des Berliner Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht war geplant, die Schule am Meer auf Juist als Spielzentrum und zentrale deutsche Ausbildungsstätte für Laienspiel-Pädagogen (Spielleiter) einzurichten.

Die praktische Ausbildung von Spielleitern und eigene „Spielfahrten“ mit Shakespeare-Stücken dienten der Verbreitung dieser künstlerischen und pädagogischen Idee, besonders in Kreisen der Jugend- und der Laienspielbewegung.[85] Um 1930 gastierte Luserke mit seinen Laienspielgruppen der Juister Schule am Meer während der Schulferien an deutschen Bühnen und erhielt dafür sehr positive Kritiken, so beispielsweise für seine Shakespeare-Aufführungen in Berlin, Köln und Stuttgart.

Das Laien- bzw. Rollenspiel ist heute in Deutschland fester Bestandteil an vielen Schulen und im Programm der Lehrerfortbildung.[86][87] Luserkes Konzeption für das Laienspiel wird heute wieder von Regisseuren aufgegriffen.[88]

Gemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die so genannten „Kameradschaften“, den Clans eines Stammes vergleichbare organisatorische Einheiten, die innerhalb der „Schulgemeinde“ dezentralisierend wirkten, bildeten ein wesentliches Element innerhalb der Schule am Meer. Jeweils zehn Schüler (Mädchen und Jungen aller Jahrgangsstufen) formten zusammen mit einer Lehrkraft eine „Kameradschaft“. Diese erwies sich in der Praxis als eine familienähnliche Gruppierung mit entsprechend engen sozialen Bindungen. Die „Kameradschaften“ gaben sich Eigennamen und Signets, die als profane Totems dienten. Sie bezeichneten sich als „Bären“, „Delphine“,[89], „Füllen“,[90]Geier[91]Pinguine[92]Robben[93], „Seehunde“, „Stiere[94] und „Wölfe“.[95] Freundschaften, die teils lebenslang hielten, entwickelten sich nicht nur innerhalb dieser „Kameradschaften“, dort aber häufig von besonderer Intensität.

Ein Lehrer der Schule am Meer ertrank im Meer. Dem Verstorbenen wurde in den Dünen nördlich der Schule mit dem kunstvoll geschnitzten Stumpf eines Schiffsmastes gedacht, an dem handgearbeitete Figuren aus dünnem Blech befestigt waren, die seine trauernde „Kameradschaft“ symbolisierten.[96]

1931: Der Unterricht im kleinen Kreis war Standard an der S.a.M. – Frontalunterricht gab es nicht
1931: Ein älterer Schüler in Knickerbockers schlägt den Gong, während er entlang der Ostseite der „Arche“ in Richtung des „Jenseits“ über den Schulhof läuft

Eine Schulklasse bzw. Lerngruppe umfasste ebenfalls maximal zehn Schüler. Vormittags standen zwei Schulstunden à 60 Minuten und drei Schulstunden à 45 Minuten auf dem Plan.[27] Für den Unterricht gruppierten sich die Schüler mit ihrem Lehrer zwanglos um einen runden Tisch. Einen Frontalunterricht gab es nicht, die Schüler gestalteten den Unterricht aktiv mit.[58]

„Der Lu [Luserke] – so erscheint es mir im weiten Rückblick – gab seinen Unterricht in der Form eines Gesprächs. Er war primus inter pares und ließ kaum anklingen, dass er die Unterhaltung doch behutsam in eine bestimmte Richtung lenkte. Er behandelte uns – wir diskutierten am runden Tisch – ohne jede lehrerhafte Herablassung, sondern er schien fast neugierig auf unsere Ansichten.“

Martin Luserkes vielseitige Begabungen und Interessen im intellektuellen, künstlerischen, erzählerischen, schriftstellerischen, handwerklichen und sportlichen Bereich machten ihn zu einem charismatischen Menschen, der von den Schülern nicht als Lehrerfigur klassischer Prägung empfunden wurde.

1931: Schüler der S.a.M. beim „Reinschiff“ in einem Zimmer der Schülerwohnbaracke „Jenseits“

Mädchen und Jungen wohnten in der Schule am Meer auf einer Ebene zusammen, aber in getrennten Zimmern. Die Unterkünfte mit Etagenbetten waren zwar spartanisch, aber nicht ungemütlich. Im „Jenseits“ erzeugte das Holz an Boden, Wänden und Decke eine durchaus wohnliche Atmosphäre. Die Zimmer der Schüler wurden zusammen mit den anderen Räumen der Schule in den Pausen aufgeräumt und geputzt. Der „Schülerausschuss“, der sich aus älteren Schülern zusammensetzte, organisierte und verwaltete diesen Ordnungsdienst. Das Schulhausmeister-Ehepaar wurde dadurch unterstützt und teilweise entlastet.

Zum Frühstück (Breakfast nach britischem Vorbild) gab es beispielsweise heißen Porridge mit Obstkompott. Nach dem aus leichter Kost zusammengestellten Mittagessen (Lunch nach britischem Vorbild, von der Schule als Gabelfrühstück bezeichnet) schloss sich bis 15 Uhr eine „stille Zeit“ an, in der die jüngsten Schüler des Unterkurses (der Unterstufe) Bettruhe hielten. Schlosser- und Tischlerwerkstätten dienten sowohl dem Werkunterricht als auch der ständigen gemeinschaftlichen Arbeit am Ausbau und der Instandhaltung der Schule, woran sich alle Schüler und Lehrer beteiligten. So entstanden beim Werken beispielsweise komplexe Schiffsmodelle mit vielen Details, aber auch gebrauchs- und seefähige Segelboote für den eigenen Bedarf. Nachmittags stand an drei Wochentagen Sport auf dem Plan.[98] Sport und Werken waren bis 17 Uhr angesetzt. Danach wurden bis zum Abendessen die Hausaufgaben erledigt.[27]

Zum Abendessen (Dinner nach britischem Vorbild), der Hauptmahlzeit des Tages, erschienen die Schüler formell in ihrer Schulkleidung: die Mädchen in rotem Rock und weißer Bluse, die Jungen in grauer Knickerbocker und schwarzem Blazer, alle einheitlich mit schwarzer Schullandheimmütze. Diese damals sehr modische zivile Bekleidung galt als klares Statement, war doch gleichzeitig bei vielen jüngeren Kindern dieser Zeit immer noch der an die ehemalige kaiserliche Marine angelehnte militärisch wirkende Matrosenanzug üblich. Die einheitliche Kleidung war eine mehrheitliche Entscheidung der „Schulgemeinde“. Deren konkrete Auswahl der „Schultracht“ ging auf die angenommenen Vorschläge des S.a.M.-Schülers Ernst Rötger Wiskott zurück.[99]

Schulleiter Martin Luserke beim allmorgendlichen seemännischen Weckruf „Rise, rise…“ in den Schülerunterkünften

„Das Wecken vollzog sich allmorgendlich, indem ‚Lu‘ [Luserke] mit einer ‚Flüstertüte‘ durch die Schülerhäuser lief und nach alter Seefahrermanier sein ‚Rise, rise‘ aussang [siehe Foto im Werbeprospekt]. Aus der Tonart konnten Geübte bereits Schlüsse auf das herrschende Wetter ziehen. Anschließend traf man sich zur Morgengymnastik in den Dünen und – bei entsprechender Wetterlage und Jahreszeit – zum Bad in der Nordsee. Das Frühstück leitete der Musiklehrer Eduard Zuckmayer, ein Bruder des bekannten Schriftstellers, meist mit einem Cembalo-Spiel ein. BachsWohltemperiertes Klavier‘ wurde uns allen zu einem festen Begriff. Nach dem Frühstück begann ein vierstündiger Unterricht, unterbrochen durch das ‚Reinschiff‘, bei dem Haus und Zimmer in Ordnung gebracht werden mussten. Um 13 Uhr gab es einen Lunch nach englischem Vorbild, und daran an schloss sich eine ‚Stille-Zeit‘. Von 14 bis 17 Uhr fanden praktische Übungen statt (Sport, Zeichnen, Werken, Orchester- und Theaterproben u. a. m.). Regelmäßig waren während dieser Zeit auch Arbeiten zum Ausbau und Unterhalt der Schule zu leisten, wobei die Sicherung des Geländes und der angrenzenden Dünen einen breiten Raum einnahm. Die Zeit von 17:30 bis 19 Uhr gehörte den Schularbeiten. Das Abendessen um 19 Uhr nahm ungefähr eine Stunde in Anspruch, woran sich dann verschiedene Tätigkeiten bis zur Bettzeit anschlossen. Diese war gestaffelt und bis spätestens 22 Uhr für die Oberstufe. Mindestens einmal im Monat fand eine ‚Schulgemeinde‘ statt, bei der sämtliche Lehrer und Schüler alle wichtigen Probleme unter allgemeiner Gleichberechtigung besprachen.“

Ein ehemaliger Schüler
Tabelle 5: Tagesplan der Schule am Meer im Schuljahr 1928/29
Tabelle 6: Wöchentlicher Rhythmus der Betätigungen als Ergänzung zum Tagesplan der S.a.M. im Schuljahr 1928/29

Mit dem bereits vor 7 Uhr beginnenden Tagesablauf wollte man „einen sinnvollen, rhythmischen Wechsel von geistiger und körperlicher Betätigung, von Zeit, die den Forderungen der Gemeinschaft untersteht, und eigener Zeit des Einzelnen“ miteinander in Einklang bringen. Dieser Rhythmus bildete das zentrale Element der schulischen Tages- und Wochengestaltung.

Mitverantwortung zeichnete den Einzelnen der „Schulgemeinde“ aus: Jeder nahm eine konkrete Aufgabe wahr, ob im „Schülerausschuss“, der gewählten Interessenvertretung der Schüler, als „Bibliothekswart“ oder als Mitglied der „Elektrodiktatoren“, die den Stromverbrauch der Schule im Rahmen halten sollten.[58] Der „Schülerausschuss“ übernahm auch die Pflege und Beaufsichtigung der jüngeren Schüler, denen jede erforderliche Hilfestellung zu leisten war. Die Arbeit eines anderen wurde respektiert, das gemeinsame Arbeiten zu zweit oder in größeren Gruppen bewirkte neben der Herausbildung einer Teamfähigkeit einen Zusammenhalt bzw. solidarisches Verhalten. Beschlüsse wurden gemeinsam gefasst, Lehrer und Schüler agierten dabei gleichrangig.

„Schulgemeinde“, „Schülerausschuss“ und „Kameradschaften“ bildeten eine dezentralisierte Organisationsstruktur innerhalb der Schule am Meer. Jede dieser Einheiten bzw. jedes dieser Gremien wurde durch spezifische Aufgaben, Funktionen und Berechtigungen definiert. 1930 befand die „Schulgemeinde“ an drei Abenden über die Einrichtung einer Körperschaft, die planmäßig Unpünktlichkeit, Unordnung und Ungehorsam bekämpfen sollte. Diese setzte sich schließlich aus vier Lehrern und acht Schülern zusammen, fortan nur noch als „Die Zwölf“ bezeichnet, die auch Strafen festlegten.[100]

Beim gemeinsamen Zelten einzelner „Kameradschaften“ in den Dünen wurden Lagerfeuer am Strand entzündet, klassische gemeinschaftsbildende Aktivitäten, die von Luserke mit dem Erzählen phantasievoller Geschichten angereichert wurden. Er war ein sehr begabter Erzähler, der seine mystische Prosa allabendlich um eine spannende Fortsetzung bereicherte, bevor er sie nach erwiesen positiver Resonanz der Schüler zu Papier brachte.[101] Das Wattenmeer bildete in seinen Geschichten die geheimnisvolle Grenze zwischen realer und übernatürlicher Welt. Den andächtig lauschenden Schülern, insbesondere den jüngeren, schuf er so eine wie aus Träumen entstandene Abenteuerwelt im unmittelbaren Umfeld der Schule am Meer. Gleichzeitig verdeutlichte er ihnen damit, dass sie konkrete Fertigkeiten, Sachkenntnisse und ein bisschen Glück benötigen, um möglichen Gefahren ausweichen oder mit geeigneten Lösungsansätzen begegnen zu können.[97] Die von ihm erzählerisch und schriftstellerisch kreierte Kulisse von Meer und Küstenlandschaft, die prägenden Motive Kameradschaft, Wagnis und Bewährungsprobe, seine Betonung des Nordischen und Germanischen, rücken sein Werk allerdings oft in die Nähe der völkischen Literatur.[102]

Südlich des schulischen Kernbereichs nutzten die Schüler östlich des „Olymp“ einen mittlerweile „Erlenteich“ genannten Weiher, der damals noch deutlich größer war als heute, im Sommer zum Paddeln auf selbstgezimmerten Holzflößen, im Winter zum Schlittschuhlaufen. Nachdem der Innenhof des Kernbereichs der Schule nach ergiebigen Regenfällen regelmäßig unter Wasser stand, legte die Gemeindeverwaltung 1928 unter aktiver Beteiligung der Schüler und Lehrkräfte einen breiten Graben zur Entwässerung an, damit das überschüssige Wasser ins Watt ablaufen konnte.

Unter dem Stichwort „Lebensbildung“ (= am realen Leben orientierte Bildung). dürfte Luserke die Umstände gesehen haben, die sechs Abiturienten im besonders harten Eiswinter 1928/29 mit ihm und einem weiteren Lehrer erlebten. Es erwies sich als abenteuerlicher Versuch, die Kommission zur Abnahme der mündlichen Prüfung per Flugzeug und Fähre auf dem Festland zu erreichen, mit Peter Döblin, Sohn von Alfred Döblin, gewissermaßen im Krähennest. Die Kommission konnte oder wollte bei diesen widrigen Bedingungen nicht auf die Insel, also mussten die Abiturienten sich zu ihr begeben. Über die Einzelnachweise findet sich die ganze Erzählung.[103] Im selben Winter liefen die älteren Schüler den Weg durch das zugefrorene Watt zum Festland und wieder zur Insel zurück, um mangels Fährverkehr die ausbleibenden Versorgungsgüter zu beschaffen und den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.[104] Ab 1930 fanden die Abiturprüfungen vollständig auf dem S.a.M.-Gelände statt; dazu reiste Oberschulrat Hans Dudenhausen an.[105]

Obwohl die Schule am Meer auf einer Insel lag, führte sie kein isoliertes Dasein. Es gab beispielsweise regen Austausch mit reformpädagogisch orientierten Lehrkräften aus ganz Deutschland, die sich informieren wollten, aber auch mit ganzen Schulklassen. Im Jahr 1932 kam beispielsweise eine Oberprima der reformpädagogischen Karl-Marx-Schule aus Berlin für vierzehn Tage zur Schule am Meer nach Juist. Aus diesem Anlass gab es politische Vortragsveranstaltungen und rege gemeinsame Diskussionen.[106] Dabei wurden auch die konzeptionellen Unterschiede zwischen den beiden Schulen thematisiert, denn im Gegensatz zur Schule am Meer war die Karl-Marx-Schule eine Vorläuferin der heutigen Gesamtschulen.

Die Krake mit S.a.M.-Schüler Dieter Luserke (1918–2005) und Schulleiter Martin Luserke auf dem Vorschiff (Back)

Noch vor der Schließung der Schule erwarb Luserke im Februar 1934 einen niederländischen Blazer,[107][108] die Krake. Gemeinsam mit Schülern der Schule am Meer, darunter Beate Köstlin (später Uhse), überführte er das Schiff von Zoutkamp nach Oldersum, um es dort bewohnbar umbauen zu lassen.[109] Während der Schul- bzw. Semesterferien segelten Luserke, die Lehrerin Erne Wehnert (1900–1985) und mehrere ehemalige S.a.M.-Schüler, darunter wiederum Beate Köstlin (später Uhse), nach dem Motto „Hand gegen Koje“ (=  Mitfahrt gegen Mitarbeit). durch ost- und westfriesische Küstengewässer. Abends in den Kojen las Luserke aus seinen selbst verfassten Seefahrtsgeschichten vor.[44][110][111]

Im Februar 1934 kündigte Luserke seinen Rückzug an. Ostern 1934 wurde die Schule am Meer von Luserke freiwillig für immer geschlossen, die Schulflagge eingeholt. Trauer und Zorn waren bei den meisten Schülern und Lehrern gleichermaßen groß.[112]

„…hier in Juist sollte das Größte, was mir möglich war, geschaffen werden.“

Martin Luserke[113]

Im August 1934 verließ Luserke die Insel Juist mit seiner Krake und kehrte nach dieser für ihn schmerzlichen Erfahrung bis zu seinem Tod nicht mehr dorthin zurück.[114] Mit ehemaligen Schülern und Kollegen hingegen hatte er auch später noch guten Kontakt, beispielsweise mit Hubert Kelter, Beate Köstlin (später Uhse) oder Jens Rohwer.[115]

Die endgültige Schließung ihrer Bildungseinrichtung, in der sie zumeist jahrelang rund um die Uhr gemeinsam gewohnt, gespeist, gelernt, sportlich trainiert, gearbeitet, Bäume, Sträucher, Blumen, Gemüse und Gras angepflanzt bzw. gezogen, Wege angelegt, Baracken und Schuppen errichtet, Boote gebaut, gebastelt, gemalt, gezeichnet, geprobt, Theater gespielt, komponiert, musiziert, gesungen und Freundschaften fürs Leben geschlossen hatten, bedeutete für viele, wenn nicht alle Beteiligten, einen herben Einschnitt, den Abschluss einer nicht unbedeutenden Lebensphase:

„Die Schließung der Schule am Meer habe ich in Juist miterlebt. Ich erinnere mich noch daran, als wäre es gestern gewesen: Das letzte Morgenspiel von ‚Zuck‘ [Zuckmayer] – Präludium und Fuge Nr. 1 von J. S. Bach – und etwas später das Einholen der Schulflagge … Ich lief danach voller Wut und Trauer auf mein Zimmer, warf mich aufs Bett und heulte wie ein Schlosshund. Dann der letzte Kameradschaftsabend der ‚Delphine‘, der Kameradschaft von ‚Zuck‘, wie er uns in seinem Zimmer noch einmal die Waldsteinsonate vorspielte. Der Abschied am nächsten Tag, die letzte Fahrt mit den Schulkameraden auf dem Dampfer ‚Frisia‘ nach Norddeich, das deprimierende Gefühl, eine Heimat verloren zu haben.“

Oswald Graf zu Münster[116]

Oswald Graf zu Münster (1917–2003) pflegte beispielsweise lebenslange Freundschaften mit Günther Leitz (1914–1969) und seinem Orchesterleiter Eduard Zuckmayer (1890–1972), die durch die gelebte „Kameradschaft“ in der Schule am Meer begründet wurden.

Konzeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reformpädagogik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabelle 3: Versuchsschulplan der Vormittagsarbeit für die Schule am Meer, 1931 durch Martin Luserke eingereicht

Wie bereits in Wickersdorf kombinierten Luserke und Kollegen auch auf Juist wesentliche Inhalte der Reformpädagogik:

  • die Koedukation der Geschlechter,
  • die Kooperation von Lehrern, Schülern und Eltern in einer „Schulgemeinde“,
  • eine Beschneidung der Autorität der Lehrkräfte,
  • einen wissenschaftlichen Eigenbeitrag der Schüler,
  • die Ergänzung des ursprünglich theorielastigen Unterrichts durch eine musische, sportliche und handwerkliche Ausbildung,
  • eine lebensreformerische Ernährung und
  • eine physische Abhärtung.[60]

Grundlage dieser Kombination war ein von Luserke beschriebener „Hunger nach Ganzheit“, einer Theorie und Praxis umfassenden Schulbildung, die staatliche Schulen nach Meinung der Reformpädagogen nicht boten.

Neben Luserkes Vorstellung von „naturhafter Erziehung“, die er als „Heranbildung von Gesinnung“ ansah, betrachtete er die Jugendphase als „Zeit der Sammlung“ und der geistigen Reifung „in der Stille“. Damit begab er sich in einen Gegensatz zur Jugendbewegung (Bündische Jugend), die eine eher revolutionäre Jugend im Sinn hatte, die mit manchen tradierten Gewohnheiten der älteren Generation brach.

Die jugendbewegte Gemeinschaftsidee wurde für die Reformschulen zu einem prägenden Element.[117] Ein klassisches Lehrer-Schüler-Verhältnis analog zum staatlichen Schulsystem bestand in der Schule am Meer ebenso wenig wie an anderen reformpädagogischen Schulen. Die Schüler sprachen voneinander als „Kameraden“. Ein Lehrer war dementsprechend ein älterer „Kamerad“, ein primus inter pares, bildete er doch mit den Schülern eine „Kameradschaft“, war „Kameradschaftsführer“. Die Schüler duzten ihre Lehrer und wandelten deren Familiennamen gern verniedlichend in Kurzformen wie „Aeschli“ (Aeschlimann), „Lu“ (Luserke) oder „Zuck“ (Zuckmayer) um. Dies diente einerseits der einfacheren verbalen Handhabung, andererseits einer Generierung größerer Vertrautheit.

In der Schule am Meer verfolgte Luserke den Ansatz, intellektuelle und musische Bildung nach humanistischem Vorbild zu realisieren, als „Synthese von Geist- und Lebensbildung“. Die musischen Bildungsbemühungen umfassten die Fächer Musik, Kunst, Laienspiel und Sport. Sie nahmen an der Schule am Meer ebenso viel Raum ein wie die traditionellen Schulfächer.[118] Politik und Kultur waren Themen des „Seminars“ der Schule, das Paul Reiner leitete.

Luserke intendierte in seiner „Schule des exakten Denkens“ stets das Erlebnis aus erster Hand. Die Natur, hier insbesondere die See,[119] wurde von ihm in das pädagogische Konzept integriert: „Erziehung durch die See“ war sein Motto. Fertigkeiten und Kenntnisse wurden praktisch vermittelt, im Gegensatz zu theoriebildenden Lernsituationen.[120] Der Schüler sah sich an der Schule am Meer, einer dieser „verrückten (Reform-)Schulen“, als Individuum gefordert und gefördert. Seine Arbeitsmethodik musste sich an größeren Zusammenhängen orientieren: fachübergreifend.[121]

„Die Schule am Meer läßt die Jugend in nahem und dauerndem Zusammenleben mit der großen und einfachen Natur der Meeresküste aufwachsen. Gleichzeitig ordnet sich die Jugend in eine klar aufgebaute und kultivierte Gemeinschaft ein. Das Leben ist von geistigen Werten beherrscht, von frischer Kameradschaftlichkeit durchdrungen und vollzieht sich in gepflegten Formen. Die Schule am Meer will so der Ausprägung und Vertiefung des deutschen Menschentums dienen.“

Auskunftsblatt der Schule am Meer, Juist 1929/30[27]

Die Reformpädagogik stand in bewusstem Gegensatz zum wilhelminischen Schulsystem. Um zu allgemein anerkannten Schulabschlüssen zu gelangen, mussten die Anforderungen an den Fächerkanon und das Lernniveau zwar vergleichbar sein. Freiräume, die von den staatlichen Schulen nicht abgedeckt wurden, ließen sich jedoch nachhaltig und effektiv im Sinne des reformpädagogischen Anspruchs gestalten: Die intensive Förderung einer Ausbildung im handwerklichen Bereich ließ bereits Ansätze der Arbeitslehre erkennen. Weitere Schwerpunkte bestanden in der musischen Bildung und einem musisch gestalteten Tagesablauf, einer grundlegenden Umgestaltung der „Religions-Kunde“ und einer körperlichen Ertüchtigung und Abhärtung.

Die „Schulgemeinde“ war innerhalb der Schule das hierarchisch höchste Gremium. Sie gab den Schülern und Lehrkräften ein gleichberechtigtes Stimm- und Rederecht. De facto handelte es sich dabei um eine Basisdemokratie. Die Älteren und mental wie physisch Stärkeren (Schüler und Lehrkräfte) lebten eine Verantwortung gegenüber den Jüngeren und mental wie physisch Schwächeren, gaben ihnen theoretische und praktische Hilfestellung und Anregung. Es gab nicht nur den in staatlichen Schulen noch unüblichen koedukativen Unterricht, sondern auch ein koedukatives Zusammenleben in familienähnlichen Strukturen, durch das ein erhöhtes Maß an Toleranz gegenüber individuellen Persönlichkeitsmerkmalen begründet wurde.

Völkische Mythologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die für die damalige Zeit revolutionäre Pädagogik, die in ähnlicher oder variierter Form auch in anderen deutschen reformpädagogischen Bildungseinrichtungen praktiziert wurde, gründeten Luserke und Kollegen auf einer Basis mythischen und völkischennordisch-germanischen“ Denkens. Idealisierend appellierte Luserke an schöpferische Kräfte der Jugend und an eine kameradschaftliche Bewährung im Kampf gegen irdische und übersinnliche Mächte. Damit war er der Gedankenwelt der Jugendbewegung nahe. Gleichzeitig ließ er sich wohl stark von Ludwig Klages’ Vorstellung der Polarität von rationaler und irrationaler Welterfassung beeinflussen, zwischen der eine harmonische Synthese herzustellen sei. Beide Denkweisen müssten prinzipiell gefördert werden. Derzeit habe aber die besondere Betonung auf der letzteren, der „nordisch-germanischen“ Welterfassung, zu liegen. Diese werde vom rational-analytischen „hellenistischen“ Denken zu sehr dominiert.[122] Durch Mystik und Mythen integrierte Luserke auch stark romantisierende und gemeinschaftsbildende Elemente in seine pädagogischen Vorstellungen und den Schulalltag.

Er propagierte eine „ganzheitliche deutsche Geistesart“ und das „Deutschtum“ seiner „Schule deutscher Art“.[123] Von völkischen bzw. nationalsozialistischen Begriffen wie „Rassenreinheit“,[124][125][126] „Entartung“[127][128] oder „völkischer Blutsvergiftung“,[129][130] und damit von einer rassistischen Ausgrenzung der Juden und anderer Bevölkerungsminderheiten, distanzierte sich Luserke schon 1924 in seiner programmatischen und zivilisationskritischen Schrift mit Leitsätzen für die Schule am Meer deutlich:

„Wir glauben an das deutsche Wesen als an eine geistig-seelische Rassigkeit, die über allen Tagesmeinungen und Parteikämpfen als Gemeinschaft der Sprache und als eine Geformtheit und fortdauernde Formung durch gemeinsame Kulturgüter besteht. Wir glauben aber, daß sie nicht bloß als Natur vorhanden ist, sondern daß es der Verantwortung der Lebenden unterliegt, was sie mit diesem Lebenskörper anfangen. Wir rechnen zu dieser Verantwortung auch eine kraftvolle Nüchternheit gegenüber der mystischen Überbewertung des Blut- und Leibhaften und der einsiedlerisch-völkischen Nervosität. Wir glauben nicht, daß alle krankhaften Erscheinungen am Volkstum auf Vergiftung mit Fremdartigkeit, sondern wir glauben vielmehr, daß sie auf geistig-seelischer Unterernährtheit und Formlosigkeit beruhen.“

Martin Luserke[131][132]

Mit der Gemeinschaftsidee sowie den mythischen und völkischen Aspekten ergab sich einerseits eine gewisse ideologische Parallele zum erstarkenden Nationalsozialismus, der genau diese Elemente für seine eigenen Ziele zu nutzen wusste. Luserkes klare Maxime einer Autonomie der Schüler, Lehrer und Schule sowie die Hervorhebung der Jugendphase als eines eigenständigen besonderen Wertes verhinderten andererseits eine Integration der Schule am Meer in das nationalsozialistische Erziehungssystem ab 1933.[133]

Jüdisch-christliche Symbolik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl innerhalb der Schule am Meer als auch in dem von Luserke bezeichneten Bereich der „Lebensbildung“ (=  am realen Leben orientierte Bildung). findet sich latent jüdisch-christliche Symbolik.

Das erste von der Schule am Meer erworbene Gebäude und eines der beiden ersten von ihr errichteten Gebäude wurden mit religiös zu interpretierenden Bezeichnungen benannt: „Diesseits“ und „Jenseits“ sind ein komplementäres Begriffspaar, das nur bei einer Akzeptanz des im jüdisch-christlichen Glauben manifestierten ewigen Lebens einen Sinn ergibt. Davon ausgehend lässt sich das Diesseits (hebräisch העולם-הזה ha‘olam haza) als die vom Menschen rational erlebte Weltnatürlichkeit oder Realität beschreiben, auf die Luserkes „Lebensbildung“ fokussierte. Demgegenüber steht das Jenseits (hebräisch עולם-האמת olam ha’emet bzw. העולם הבא ha’olam ha’ba) als esoterischer, irrationaler, mythischer oder religiöser Inhalt für Glaube, Hoffnung oder Übernatürlichkeit. Diese Polarität entsprach exakt einem pädagogischen Ansatz Luserkes, der von einer Existenz irdischer und übersinnlicher Mächte bzw. des Rationalen und Irrationalen ausging (siehe Abschnitt Völkische Mythologie).

Der erste Massivbau, den die Schule errichtete, wurde schulintern offiziell mit „Arche“ (lateinisch arca = Kasten bzw. hebräisch תֵבָה tēvāh = Kasten, Schrein, Sarg) benannt. Die in Tora und Bibel (Gen 6,14–16 EU) im Buch Genesis (hebräisch בְּרֵאשִׁית (bere’šīt) Bereschit, Kapitel 6–9) enthaltene Erzählung von Noah (hebräisch נֹחַ Noaḥ, נוֹחַ Nōaḥ = Ruhe) berichtet darüber, dass dieser von Gott vor einer Flut gewarnt und beauftragt wurde, eine Arche zu bauen.

Auf einer Insel wie Juist sind Sturmfluten Teil der historisch belegten Lebenswirklichkeit, sie können sich dort existenziell bedrohend auswirken. Im November 1930 kam es auf Juist zu einer solchen Sturmflut; Schüler und Lehrer konnten somit deren Auswirkungen miterleben. Genau dieses Erlebnis aus erster Hand (Erlebnispädagogik) entsprach Luserkes pädagogischem Konzept.

Eine weitere Symbolik lässt sich in den Segelbooten, welche von den Schülern und Lehrern benutzt wurden, bzw. in dem von Luserke erworbenen Blazer Krake erkennen, auf dem Schüler und Lehrer mitfuhren. Von der christlichen Kirche wird das Schiff als ihr Symbol betrachtet, das im übertragenen Sinn im „Meer der Zeit“ unterwegs ist.[134] Ein Schiff steht gleichzeitig symbolisch für das menschliche Leben, das von einem Auf und Ab so bewegt wie das Meer sein kann. Das Meer wiederum steht für die Bedrohung durch Sünde und Tod. Das christliche Kreuz, an dem Jesus Christus gekreuzigt wurde, ist durch den Segel- bzw. Schiffsmast symbolisiert. Die Boots- bzw. Schiffsbesatzung ist aus christlicher Sicht im übertragenen Sinn stets auf dem Weg zum Hafen Gottes, der Ewigkeit. Auf dem christlichen Schiffssymbol wird häufig das Christusmonogramm Chi-Rho = , das ineinander stehende Px, dargestellt.[135] Die lateinischen Lettern Px liest man wie Pax = Friede (hebräisch שלום = Schalom). Luserke stellte das Meer, das Segeln, die Jollenkreuzer der Schule bzw. seinen Blazer Krake in den Mittelpunkt seiner „Erziehung durch die See“.

Die Schule am Meer wurde sowohl von christlichen als auch jüdischen Schülern besucht; letztere hatten einen in Relation zu den meisten staatlichen Schulen recht hohen Anteil von gut einem Drittel.[27] Auch unter den Lehrern waren beide Religionen vertreten, selbst wenn sicherlich ein Großteil dieser Juden und Christen weniger religiös als säkular geprägt war und zum Teil nach Konversion der evangelischen oder katholischen Kirche angehörte. Dafür spricht zum einen, dass orthodoxe Juden wegen der Einhaltung jüdischer Mizwot (hebräisch מצוה Plural: Mitzwot bzw. Mitzwauss oder Mitzwojss = Gebote), jüdischer Feste, jüdischer Speisegesetze (hebräisch כַּשְרוּת Kaschrut bzw. Kaschrus = rituelle Unbedenklichkeit) und im Hinblick auf ein Erlernen der hebräischen Sprache eine rein jüdische Schule gewählt hätten. Zum anderen waren einige Schüler zum damaligen Zeitpunkt noch nicht über ihre mindestens teilweise jüdische Abstammung informiert, so beispielsweise Felicitas Kestner (ursprünglich Cohnheim, später Kukuck).[136] Gleichwohl konnte sich in der zuvor geschilderten Symbolik die gesamte „Schulgemeinde“ wiederfinden, zumal Noahs Arche auch unter Atheisten wohl zu den bekanntesten Erzählungen aus der Heiligen Schrift zählt. „Religions-Kunde“ war eines der reformierten Fächer im Unterricht der S.a.M. an dem alle Schüler teilnahmen. Ungeachtet ihrer individuellen Religiosität wurden sie mit den unterschiedlichen Glaubensrichtungen vertraut gemacht.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafik 6: Ein anthroposophisch inspirierter erster Planungsentwurf für das Landerziehungsheim Schule am Meer an der Ostseite der Augustendüne auf Juist aus dem Jahr 1924
Grafik 7: Ein angedachter Situationsplan für das geplante Landerziehungsheim Schule am Meer aus dem Jahr 1924
Grafik 8: Ein erster Grundriss und Nutzungsplan für das geplante Landerziehungsheim Schule am Meer aus dem Jahr 1924

Der ursprüngliche Entwurf Luserkes sah für die Schule am Meer eine großzügige, an eine mittelalterliche Klosteranlage erinnernde Schulanlage mit drei Innenhöfen auf drei ansteigenden Ebenen vor, die an eine anthroposophische Bauweise angelehnt war. Elemente des Jugendstils und des Expressionismus sowie organische Kriterien zeichnen diese typischerweise aus. Die Anlage sollte sich organisch in ein Dünental einschmiegen, gesäumt von Dünenketten. Die einzelnen Gebäude bzw. Gebäudekomplexe waren in dem Entwurf durch lange eingehauste Gänge miteinander verbunden, der wesentliche Auslöser für die Anmutung eines Klosters. Von diesen Gängen sollten ähnlich Klosterzellen jeweils Schüler-Unterkünfte abzweigen. Die Schulanlage macht in der Zeichnung einen beinahe wehrhaften Eindruck – „Friesenfestung“ und „Burg“ waren Ausdrücke, die für Luserkes Planung benutzt wurden. Ein turmähnliches Gebäude, in dem ebenfalls Schüler-Unterkünfte vorgesehen waren, bildete einen markanten Punkt der Anlage. Auf dem höchsten Punkt der angrenzenden Augustendüne (auch: Augustadüne) war ein runder Aussichtspavillon („Ausguck“) mit Kuppeldach vorgesehen (siehe Grafik 6), von dem aus ein Rundblick über die Schulanlage, die Dünenlandschaft im Westen Juists, das Wattenmeer und die Nordsee möglich gewesen wäre.

Luserkes Schulanlage sollte „an vorderster Front“ angesiedelt werden: weitgehend isoliert, auf unberührtem Terrain in den Dünen im Westen Juists, auf der Ostseite der Augustendüne, westlich des heutigen Hammersees. Die Schule sei „wie für die Ewigkeit zu bauen“. Sie hätte sich als eines der „Bollwerke im Norden“[131] in einem Bereich befunden, der in der jüngeren Historie durch Sturmfluten vom östlichen Teil der Insel abgetrennt war. Die Anlage wäre für maximal 135 Schüler ausgelegt gewesen. In unmittelbarer Nähe dieses Komplexes waren zur See hin einige Wohngebäude für Lehrer, eine Krankenstation sowie Wirtschaftshöfe geplant (siehe Grafik 7). Für seine Planungen erhielt Luserke jedoch weder eine Baugenehmigung, noch konnte er dafür so kurz nach der überstandenen Hyperinflation die erforderlichen Mittel akquirieren.

Luserkes Überlegungen entsprachen zumeist einer Innenbetrachtung, er argumentierte aus seiner persönlichen Sicht oder der der Schule. Dabei fanden mögliche andere Interessen des sozialen Umfelds, wie die der Inselbewohner, tendenziell weniger Beachtung. Die regional tradierte Architektur kleinteiliger Häuser fand in Luserkes Planungen erst Berücksichtigung, als er nach dem Scheitern seiner Ursprungspläne auf Alternativlösungen angewiesen war, vielleicht sogar nur deshalb. Seine Äußerung vom „einfachen Leben mit und in der Natur“ unterlag vorrangig ökonomischen Aspekten, eine architektonische bzw. visuelle Harmonie seines schulischen Gebäude-Ensembles strebte er nach dem Scheitern seines Ursprungsplans offenkundig nicht mehr an. Baracken und Schuppen traten rasch an die Stelle seines Postulats, „für die Ewigkeit zu bauen“. Ad-hoc-Entscheidungen, von denen einige auf der Basis glücklicher bis zufälliger Wendungen im Umfeld beruhten, wurden zum Regelfall. Die ökonomischen Extrembedingungen, denen die Schulplanung kontinuierlich unterworfen war, sorgten für ein Sammelsurium aus Massiv- und Behelfsbauten, teils aus dem Insulanerbestand gekauft, gepachtet oder nach schulischem Bedarf gänzlich neu gebaut. Es wurde weniger vorausschauend agiert als kurzfristig auf aktuelle Bedürfnisse und örtlich sich bietende Gelegenheiten reagiert. Dabei waren zwangsläufig die jeweils aktuellen ökonomischen Möglichkeiten maßgebend.

Die Schule am Meer errichtete mit der „Arche“ und dem „Hallenbau“ nur zwei Massivbauten, dafür aber vier Holzbaracken, wovon eine, die „Westfalenhalle“, später mit Betonplatten massiv umgebaut und erweitert wurde. Die übrigen fünf Gebäude waren zugekaufte oder gepachtete Massivbauten, von denen einer, das „do“, nach Teilabriss in erweiterter und aufgestockter Form errichtet wurde. Insgesamt zählten 1931–1933 elf Gebäude zum schulischen Ensemble, davon sechs Massivbauten, zuzüglich einiger angebauter und frei stehender Holzschuppen, die außer dem „Mädchenhaus“ überwiegend der Bewirtschaftung, Tierhaltung bzw. Materiallagerung dienten.

Nachdem Luserkes Ursprungsplanung an der Augustendüne aufgrund der Gegebenheiten als gescheitert anzusehen war, wurde mit einer Ausnahme offenbar keine längerfristige architektonische Konzeption mehr entwickelt. Nachdem den unmittelbaren schulischen Raumbedürfnissen Rechnung getragen schien, versuchte Luserke nach seiner eigenen Schulgründung ein weiteres Mal, einen seiner Träume zu realisieren: Ein „Hallenbau“ sollte zur „zentralen Stätte für die Entwicklung des Laienspielgedanken(s)“ für das von ihm in über zwei Jahrzehnten entwickelte Schüler-Rollenspiel werden. An die Stelle des dafür bislang genutzten Speisesaals im „Diesseits“ sollte eine professionelle und gleichzeitig universelle Lösung treten.

Grafik 9: Planungsentwurf aus dem Jahr 1929 für den 1930/31 errichteten Hallenbau der Schule am Meer, Ansicht der Nordfassade
Grafik 10: Planungsentwurf aus dem Jahr 1929 für den 1930/31 errichteten Hallenbau der Schule am Meer, Gebäudesituation

Bruno Ahrends, ein renommierter Berliner Architekt mit viel Erfahrung im Siedlungsbau, wurde damit beauftragt. Dieser entwarf nicht nur einen Quader mit Flachdach aus Stahlbeton, sondern dazu ähnlich proportionierte Erweiterungsbauten nach Westen und Osten, die in späteren Bauabschnitten entstehen sollten. Dieser ausgedehnte Komplex hätte zu den übrigen Schulbauten im Nordwesten („do“, „re“, „mi“) aufschließen und sich mit seiner Frontfassade förmlich gegen die See stemmen sollen (siehe Grafik 10).

Luserkes Interessenschwerpunkt des Laienspiels nach Shakespeare wurde durch diesen Planungsentwurf buchstäblich zementiert. Eine derartige Planung stand jedoch in auffälligem Kontrast zu den „dörflichen Strukturen“, die Luserke mit seiner Schule am Meer analog der Freien Schulgemeinde Wickersdorf noch fünf Jahre zuvor schaffen wollte. Mit den damals gängigen Begriffen Landerziehungsheim, Landschulheim, Schulheim oder Heimschule, mit denen man intuitiv auch ein kleinteiliges und tendenziell organisches architektonisches Erscheinungsbild verband, ließ sich diese Bauplanung nicht mehr in Einklang bringen. Ahrends’ Entwurf repräsentierte stattdessen in großstädtisch geprägter Manier, was man sich unter einem der von Luserke beschriebenen „Bollwerke im Norden“ vorzustellen hatte. Dabei hatte Ahrends durchaus Erfahrung in der Planung und dem Bau schlichter bis opulenterer Landhäuser. 1930/31 ließ die Schule ihre Bühnenhalle errichten, das damals größte Stahlbeton-Gebäude Ostfrieslands.[137]

Der bislang nördlich direkt am Kernbereich der Schule vorbeiführende unbefestigte Weg (heute: Loogster Pad) sollte der Planung zufolge weiter nach Norden in Richtung der Dünen verlegt werden, um das Schulgelände nicht von dem neu entstehenden „Hallenbau“ zu trennen. Die Nordfassade des geplanten „Hallenbaus“ war daher planerisch auf den Weg ausgerichtet und mit einer hohen Mauer regelrecht abgeschottet (siehe Grafik 9). Mit dem Vorhaben der Verlegung des Weges waren die eigens befragten Anwohner einverstanden, eine amtliche Bewilligung des Antrags der Schule am Meer lag vor. Zur Realisierung kam es jedoch nicht mehr.[138]

Betrachtet man die heutige Siedlungsstruktur des Loog auf Juist, so hat sich diese um den Kernbereich der früheren Schule am Meer entwickelt, wobei deren raumgreifende Expansion den erst später erfolgten Siedlungsbau möglicherweise angeregt, in jedem Fall aber beeinflusst hat.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabelle 4: Nutzbare Gebäude der Schule am Meer pro Jahr ihres Bestehens

Luserkes Projekt war eine gewaltige organisatorische und ökonomische Herausforderung, die sein Gründerteam mit großem Idealismus und sehr viel persönlichem Engagement annahm. Diese Pädagogen betrachteten ihren Beruf als Lebensaufgabe, nicht als reinen Broterwerb. Die Lehrkräfte arbeiteten kontinuierlich für einen Bruchteil des Gehalts, das ihnen regulär zustand.[139] Die Finanzierung der Schule am Meer erfolgte zunächst durch die Eigenmittel der Lehrkräfte Aeschlimann und Luserke, später durch das pro Schuljahr von den Eltern der Schüler zu entrichtende Schulgeld sowie durch Spenden, durch staatliche Zuschüsse und Kredite.

Am 4. Oktober 1924 wurde die Stiftung Schule am Meer gegründet, um zusätzliche Mittel zu generieren und die Schule zu fördern.[140][141]

Das Schulgeld, das die Eltern für ihr Kind in der Schule am Meer zu zahlen hatten, betrug von der Sexta bis zur Obertertia (Jahrgangsstufen 5 bis 9) 2.400 Reichsmark pro Schuljahr, für die Untersekunda bis zur Oberprima (Jahrgangsstufen 10 bis 13) 2.760 RM. Schüler, die per Ausnahmeregelung erst ab der Obersekunda (Jahrgangsstufe 11) in die Schule wechselten, hatten pro Schuljahr 3.200 RM zu entrichten. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Jahreslohn eines Arbeiters betrug im Jahr 1925 1.940 RM, das Jahresgehalt eines Beamten oder Angestellten 4.013 RM (siehe Diagramm).[142] Mit dem Schulgeld waren der Unterricht, die Verpflegung, die Wäsche, die regelmäßige schulärztliche Untersuchung und Nebenkosten wie Wasser und Energie abgegolten.[27] Bis zu zehn Prozent der Schülerplätze konnten gemäß Satzung der Stiftung als Stipendien vergeben werden. Dabei ging man von 150 Schülerplätzen aus.

Diagramm: Verhältnis zwischen der Höhe des Schulgeldes für die Schule am Meer und des damals durchschnittlich erzielten Jahreseinkommens

Die Finanzierung der Schule war ein Dauerthema; denn Luserke konnte zu keinem Zeitpunkt genügende Mittel akquirieren. Die wirtschaftliche Situation blieb stets angespannt und spitzte sich noch zu, als nach 1930 durch einen Wechsel der für die Schule zuständigen Aufsichtsbeamten keine Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln mehr bewilligt wurden.[97] Im Jahr 1931 bemühte sich Luserke erneut um eine staatliche Anerkennung und um Zuschüsse für seine Schule, indem er sie als Modellschule mit ganzheitlichem Lehrplan (siehe Tabelle 3) anbot.[143] Dies scheiterte jedoch.

Von den Kosten des ersten Bauabschnitts des Hallenbaus in Höhe von rund 120.000 RM waren lediglich gut fünfzig Prozent gesichert finanziert. Zum nächsten geplanten Bauabschnitt kam es daher gar nicht erst. Wegen seiner angedachten deutschlandweiten Funktion für die Spielleiterausbildung war der Hallenbau zu 25 Prozent mit öffentlichen Mitteln gefördert.[144] Als 1933 die Situation der Schule prekär zu werden schien und der Neuzugang von Schülern aufgrund der geänderten politischen Bedingungen ins Stocken geriet, vermietete Luserke das von ihm für seine jüngsten Schüler gepachtete Gebäude Neufundland an die Schlaffhorst-Andersen-Schule für Sprachförderung.[145]

Der Schule am Meer konnte das kaum mehr helfen. Sie war ein Opfer der ungünstigen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung dieser Zeit. Die stabile Hochphase der Weimarer Republik war für ein solches Projekt zu kurz bemessen. Die plötzlich hereinbrechende Weltwirtschaftskrise ab Oktober 1929 und den Wechsel von der Demokratie zur Diktatur ab 1933 konnten die enthusiastischen Schulgründer um Luserke nicht vorausahnen.

Umfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Bedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung der Schule am Meer erfolgte nach der Hyperinflation, zu Beginn einer allmählichen Gesundung der Weimarer Republik in der Hochphase der Goldenen Zwanziger Jahre. Von Seiten der preußischen Ministerialbürokratie in Berlin genoss die Schule bis etwa 1930 Unterstützung. Schulgründer Martin Luserke stand dabei mit Adolf Grimme in Kontakt, der 1928/29 Ministerialrat im Preußischen Kultusministerium und persönlicher Referent des Kultusministers war, bevor er im Januar 1930 unter neuer Regierung Preußischer Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung wurde.[146]

Ab Ende Oktober 1929, zur Zeit der Weltwirtschaftskrise, verschärfte sich die Gesamtsituation deutlich. Die politischen Spannungen nahmen stark zu, die Staatsführung wurde zunehmend instabil. Die Radikalität und die ausgeübte Gewalt der politischen Linken und Rechten intensivierten sich. Dies wirkte sich auf die Schule am Meer aus – ideologische Gegensätze traten zutage und mehrere Lehrer verließen 1932 die Einrichtung. Am 20. Juli 1932 wurde mit dem „Preußenschlag“ (Staatsstreich) die gesamte Regierung abgesetzt und das Ende der Weimarer Zeit eingeläutet. Dieses Jahr wurde auch von Schülern wegen seiner politischen Entwicklung als dramatisch empfunden.[147]

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten ab Ende Januar 1933 gerieten Schulkonzept und -betrieb in äußerste Gefahr. Das Lehrerkollegium diskutierte die veränderten politischen und gesellschaftlichen Bedingungen zunehmend kontrovers.[148] Die bisher gepflegte weitgehende Autonomie der Schule, der Schüler und Lehrer hatte künftig keine Chance mehr, gegen die neu erlassenen staatlichen Verordnungen zu bestehen.[149] Darüber konnte auch der glückliche Umstand nicht hinwegtäuschen, dass jüdische oder sozialistisch bis kommunistisch orientierte Lehrer der Schule am Meer vorläufig nicht von dem am 7. April 1933 erlassenen Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums betroffen waren, da sie an einer Privatschule arbeiteten. Dieses Gesetz enthielt mit seinem § 3 auch den so genannten „Arierparagraphen“.

Eine Autonomie oder eine persönliche Selbstfindung und -verwirklichung waren im NS-System absolut unerwünscht:

  • „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ = Volksgemeinschaft, keine Individuen;
  • „Führer befiehl, wir folgen dir“ = Unterwerfung, keine Individualmeinung, keine Mitbestimmung, keine Kritik.

Allerdings baute das nationalsozialistische Bildungssystem, gesteuert von Bernhard Rust, auf Vorhandenem auf. Begonnene Reformen der Weimarer Republik wurden fortgesetzt. Die in der Weimarer Zeit eingeführte vierjährige Grundschule wurde erst unter den Nationalsozialisten flächendeckend und verpflichtend durchgesetzt. Ideen der Reform-, auch der Erlebnispädagogik, wurden von der NS-Bildungspolitik aufgegriffen. Die meisten reformpädagogischen Landerziehungsheime blieben daher im Dritten Reich bestehen,[150][151] während frühere preußische Kadettenanstalten zu Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Abk. NPEA oder Napola) wurden. Auch dort ging es, ganz im Sinn der NS-Ideologie, um Gemeinschaftserziehung und Charakterbildung. Die Nationalsozialisten standen zwar für ein tendenziell egalisierendes Schulsystem, betrieben aber dennoch eine Auslese. Vor allem Juden und politisch oder ideologisch Andersdenkende wurden zunehmend separiert und ausgeschlossen, „Arier“ und Parteigenossen hingegen bevorzugt und protegiert.[152] Wie von Hitler selbst formuliert, sei die Aufgabe des Bildungswesens „… die Menschenauslese an sich“.[153] Der völkische Staat habe „nicht die Aufgabe, einer bestehenden Gesellschaftsklasse den maßgebenden Einfluss zu wahren, sondern die Aufgabe, aus der Summe aller Volksgenossen die fähigsten Köpfe herauszuholen und zu Amt und Würden zu bringen“.[154]

Die nationalsozialistische Presse griff die durch Hermann Lietz begründete und nach britischem Vorbild konzipierte Landerziehungsheimbewegung scharf an. Jüdische Schüler und Lehrkräfte der Schule am Meer wurden durch örtliche NS-Politiker und die lokale Hitlerjugend rassistisch diskriminiert. Auch innerhalb der Schule bildete sich 1933 eine Gruppe von Hitlerjungen, die sich an der Ausgrenzung ihrer eigenen „Kameraden“ aktiv beteiligte.[155] Hier musste man konstatieren, dass die Schule zwar explizit zu „kameradschaftlichem“, tolerantem und sozialem Verhalten erzog, Luserkes Betonung völkischer und nordisch-germanischer Mythen aber ein Schwachpunkt seiner pädagogischen Ideen war, der leicht zu einer raschen Akzeptanz nationalsozialistischer Propaganda führen konnte. Die ganze Schule wurde wegen der hohen Zuwendungen seitens jüdischer Eltern als „Jöödenschool“ (plattdeutsch für: Judenschule) diffamiert. Viele der „arischen“ Schüler der Schule am Meer gingen jedoch auf innerliche Distanz zu rassistischer Ausgrenzung. Sie fühlten sich ihren jüdischen „Kameraden“ (Mitschüler und Lehrkräfte) nach wie vor eng verbunden. Sie betrachteten sie weiter als Teil ihrer „Schulgemeinde“ bzw. ihrer familiär anmutenden „Kameradschaften“ und erkannten, dass das NS-Zerrbild des Juden nicht mit ihrer eigenen Wahrnehmung übereinstimmte.[156]

Der damalige Bürgermeister von Juist, Gerhard Mehrens (1899–1976), der gleichzeitig Ortsgruppenleiter der NSDAP war, wollte die Schule am Meer in eine Napola umwandeln. Der Schulgründer ließ in Fachbeiträgen von Pädagogenzeitschriften seine Bereitschaft erkennen, im NS-Staat pädagogisch mitzuwirken.[157] Selbst für sein Laienspiel hob er nun den „nordisch-germanischen Charakter“ von Shakespeares Dichtung hervor.[158] Als im Laufe des Jahres 1933 klar wurde, dass die Schule keine Perspektive für einen Fortbestand als autonomes Landerziehungsheim haben würde, bemühte sich Luserke um eine Übernahme der Schule durch die Hitlerjugend. Im Vorgriff darauf, gewissermaßen in vorauseilendem Gehorsam und ohne rechte Überzeugung, wurden die Schüler ab dem 12. August 1933 gebeten, das Erscheinungsbild der Schule durch Entbieten des so bezeichneten „Deutschen Grußes“ und gelegentliches Tragen von HJ-Uniformen an die reichsweit neu eingeführten Gepflogenheiten anzupassen. Damit sollte vor allem in der Außenwirkung der Eindruck gestärkt werden, dass es sich bei der Schule am Meer um eine systemkonforme Bildungseinrichtung handele. Anfang Januar 1934 wurde die Übernahme der Schule jedoch durch die Reichsjugendführung (Baldur von Schirach) abgelehnt.[159] Dabei half auch nicht, dass eine von der Juister Ortsgruppe der NSDAP durchgeführte Untersuchung, die wegen Vorbehalten gegen die Schule am Meer und einige ihrer Lehrer eingeleitet worden war, positiv endete. Luserke bot der Landesverwaltung der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten in Preußen 1934 noch eine Übernahme der Schulgebäude und -einrichtungen an – vergeblich.[160]

Eine eindeutige Haltung gegenüber dem NS-Regime hatte Luserke nicht finden können. Unüberbrückbare ideologische Gegensätze sind aus heutiger Sicht nicht zu erkennen,[77] wohl aber pädagogische (gesellschaftskritische und anti-militaristische Haltung, basisdemokratische Schulstruktur, Mitbestimmung der Schüler, Gleichberechtigung von Lehrern und Schülern, Selbstfindung und -verwirklichung an der S.a.M.). Luserkes Laienspiel hätte im NS-Staat jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht fortgeführt werden können, denn die Laienspielbewegung fand ab 1933 ihr vorläufiges Ende. Das Laienspiel wurde zwar während des NS-Systems weiter betrieben, aber von der Hitlerjugend als propagandistisches Medium der Ideologieverbreitung vereinnahmt und erhielt einen kultisch-germanischen Charakter.[161] Kulturelle Aspekte unterstanden ab 22. September 1933 der NS-Kulturpolitik bzw. der Reichskulturkammer (RKK) und somit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Joseph Goebbels).[162] Eine Akzeptanz der kulturell abweichend vom NS-System ausgerichteten Schule am Meer war auszuschließen. Genau an diese Akzeptanz und an eine Fortführung seines über zwei Jahrzehnte entwickelten Laienspiels dürfte Luserke sein weiteres schulisches Engagement geknüpft haben, zumal er es gerade erreicht hatte, dafür innerhalb der Schule und somit reichsweit einzigartig einen eigenen großen Theatersaal zu etablieren.

Gesellschaftliche Bedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jugendbewegung (Bündische Jugend) war sehr aktiv und prägend. Alternative Formen von Schule, Architektur, Kunst, Mode, Musik, Geschlechteridentität, Lebensführung, Freizeit und Körperkultur wurden ausprobiert. Reformpädagogische Schulen wurden vor allem von liberal bis sozialistisch eingestellten Familien geschätzt. Private Schulen konnten zumeist nur von Kindern wohlhabender Eltern besucht werden; diese gehörten daher oft zum solventen (Groß-)Bürgertum. Dennoch hatten die Reformschulen einen sozialen Anspruch, so dass Stipendien vergeben wurden. Beispiel für einen solchen Stipendiaten der Schule am Meer ist Jens Rohwer.[163]

Der Insel Juist bot die Etablierung dieser neuen Schule erstmals die Option, das Reifezeugnis erwerben zu können, ohne zu diesem Zweck für einige Jahre auf dem Festland leben zu müssen. Manche Einheimische brachten der Schule am Meer wohl Respekt entgegen und bezeichneten sie als „revolutionär-fortschrittlich“.[58] Anderen Inselbewohnern hingegen war sie eher suspekt. Sie wurde als gänzlich neuartige Bildungseinrichtung mit ungewohnter Ausprägung, die zudem nicht von Einheimischen gegründet und geführt wurde, zurückhaltend bis ablehnend betrachtet. Dazu trug auch die elitär anmutende moderne Schulkleidung bei. Primär war sie eine Ausdrucksform der „Schulgemeinde“ (Gemeinschaft). Mit der Schulkleidung egalisierte man intern möglicherweise bestehende soziale Unterschiede, beispielsweise zwischen regulären Schülern und Stipendiaten. Gleichzeitig hob man sich aber in der Außenwirkung markant von den Insulanern ab. Nur wenige Schüler der Schule am Meer waren Einheimische.[145]

Ab Ende Oktober 1929 wurde die hohe Arbeitslosigkeit im Gefolge der Weltwirtschaftskrise zu einem massiven gesellschaftlichen Problem – Armut wurde im ganzen Reich alltäglich sichtbar. Weihnachten 1931 erlitt die S.a.M. einen herben Verlust, als einer der wichtigsten Förderer, Alfred Hess, unerwartet früh verstarb. 1932 verlor die S.a.M. mit Paul Reiner den Vertreter Luserkes, einen ihrer wichtigen Pädagogen. Ab April 1933 wurde die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerungsminderheit deutlich, zunächst durch Boykott-Aufrufe und Berufsverbote. Gerade die Eltern jüdischer Schüler waren jedoch maßgebliche Förderer der Schule und hatten bedeutende Summen gespendet. Als diese ihre Kinder wegen der neuen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sukzessive aus der Schule abmeldeten, weil sie diese wegen befürchteter Anfeindungen entweder auf rein jüdische Schulen schicken oder emigrieren wollten, geriet die Schule am Meer in finanzielle Schwierigkeiten.[164]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Reformpädagoge Max Bondy konstatierte: Die Mehrzahl der reformpädagogischen Schüler nehme „draußen im Leben eine Art Abseitsstellung“ ein. Sie fühlten sich nur wohl, wenn sie mit ihrer „Schulgemeinde“ bzw. ihrer schulischen „Kameradschaft“ zusammen sind, denn „sie können den Anschluss an andere Menschen nur schwer finden“. Ein pädagogischer Fehler liege dem jedoch eher nicht zugrunde. Stattdessen sei dies eine „positive Bestätigung“ der schulischen Atmosphäre. „So wie die Lage draußen heut [gemeint: während des Dritten Reiches] ist,  m ü s s e n  diese Schwierigkeiten eintreten, wenn unsere Erziehung richtig war und es werden gerade diejenigen davon betroffen, die am längsten … [in der Schule] waren und die am intensivsten am …[schulischen] Leben teilgenommen haben […]. Ich bin auch überzeugt davon, daß die Schwierigkeiten nicht daher rühren, daß unsere … [Schüler] die anderen Menschen an Geist oder durch sonstige Anlagen qualitativ übertreffen und es sie deshalb langweilt, mit ihnen zusammen zu sein. Unsere … [Schüler] sind sicherlich durchschnittliche Menschen und anderen Menschen anlagemässig nicht überlegen. Mir scheint die Hauptursache für das Fremdheitsgefühl der … [Schüler] in der Welt draußen darin zu liegen, daß sie merken, daß draußen bestimmte Dinge vernachlässigt werden, auf die … [innerhalb der Schule] – weniger in der Theorie als durch den ganzen Lebenszuschnitt – der größte Wert gelegt wird. … [In der Schule] ist der Mensch in den Mittelpunkt gestellt, allerdings nicht ein x-beliebiger Mensch, sondern  g ü l t i g e  Menschlichkeit überhaupt und Bildung zu dieser Menschlichkeit hin. Dadurch ist in ihnen ein Sinn für menschliche Form erwachsen, für menschliche Würde, für menschliche Sauberkeit, Ehrlichkeit und Gründlichkeit.“[165]
  • Der damalige Magdeburger Oberschulrat Adolf Grimme, späterer Ministerialrat im Preußischen Kultusministerium, persönlicher Referent des Kultusministers und schließlich Preußischer Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, schrieb Luserke am 13. Juli 1926: Man müsse angesichts hoher Fluktuation in den Landerziehungsheimen nehmen, was komme, und habe keine Möglichkeit zur Auswahl. „Wertvolle“ Lehrer seien daher kaum zu finden. In Folge dessen könne „von irgendeiner Pionierarbeit weder unterrichtlich noch erzieherisch“ die Rede sein. Außerdem sei vieles von dem, was früher nur in Landerziehungsheimen möglich gewesen sei, „jetzt auch an Grossstadtschulen durchführbar, wenn nur das Kollegium entsprechend arbeitet“ und die Konzepte realisiert würden.[166]
  • Der Reformpädagoge Fritz Karsen beurteilte Luserkes Schule am Meer als „Rückfall in nebelhafte Romantik des Irrationalen“. Allgemein kam er hinsichtlich der Landerziehungsheime zu dem Schluss, dass „in diesen Bildungen die sozialistischen Strömungen sich ihre Gestaltung schaffen, obgleich Schüler und Erzieher dieser Schule bürgerliche Menschen sind, Mitglieder der alten Klasse des Bürgertums, die die neue Seele des Volkes philosophisch aussprechen und pädagogisch zu gestalten suchen“.[167]
  • Der Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers bezeichnete Konzepte wie die des Kursunterrichts oder der „Schulgemeinde“ als „unerprobt und schwach“. „Aussenseiter“ wie Hermann Lietz, Gustav Wyneken oder auch Martin Luserke zu „grossen Pädagogen“ zu stilisieren, sei Teil einer Selbstinszenierung gewesen, durch die man Anhänger und Kunden gesucht habe. Eine „grosse und bedeutsame pädagogische Bewegung“ sei die deutsche Reformpädagogik nie gewesen.[168]
  • Paul Oestreich formulierte etwa zur Zeit der S.a.M.-Gründungsphase in einem Schreiben an Theodor Litt: „Wenn man so, wie ich das tue, die Problematik der Weltlage sieht, so können einem ‚Versuchsschulen’ wenig nützen. ‚Erziehungsoasen’ sind hübsche mittelalterliche Klostervisionen.“[169]
  • Der bekannte Schriftsteller Carl Zuckmayer, dessen älterer Bruder Eduard als Musikerzieher, Chor- und Orchesterleiter von 1925 bis 1934 an der Schule am Meer wirkte, verfasste 1943/44 im US-amerikanischen Exil für das Office of Strategic Services (OSS), den Vorläufer der Central Intelligence Agency (CIA), Dossiers über deutsche Künstler und Intellektuelle, darunter auch Martin Luserke.[170] In dem Dossier äußerte sich Zuckmayer über Luserke dahingehend, dass dieser „nicht ungefährlich“ sei, weil er „einen starken Einfluss auf junge Menschen“ haben könne. Er sei „von beträchtlicher Phantasie“, verfüge über Eigenwilligkeit, Fähigkeit und Niveau sowie eine enorme Begabung „im Artistischen, besonders Theatralischen“. Er übe in seiner Schulführung einerseits „demokratische Gepflogenheiten“, andererseits eine „Diktatur […] der persönlichen Faszination“, der „fast ans Unerlaubte grenzenden Beeinflussung“ aus. Seine „Schulgemeinde“ sei kulturell „auf dem deutschen Höchstniveau“, habe eine für Heranwachsende „faszinierende und fanatisierende, ›revolutionäre‹, ›anti-bürgerliche‹ Haltung“ – trage insofern „in ihrer Haltung Hitlerjugendzüge“, weil diese „die Elemente aller freien Jugendbewegungen Deutschlands in sich aufgesogen und verarbeitet“ habe. In der Schule am Meer habe „nicht Hitler und die deutsche Weltherrschaft“ auf der Tagesordnung gestanden, sondern „Lu (als mythischer Häuptling)“ und die „Kameradschaften“, welche „den göttlichen Inhalt und Mittelpunkt der Welt bedeuteten“. Luserkes Schüler auf Juist seien nach eigener Beobachtung Zuckmayers „in noch höherem Maass [sic] […] innerlich ganz festgelegt und aufgesogen“ worden als Zöglinge anderer reformpädagogischer Landschulheime. Der „Kontakt und die Bewährung [dieser Schüler] in der Welt ausserhalb Juist’s [sic]“ sei dadurch erschwert worden. In der Schule am Meer habe es eine „Neigung zu rituellem Religionsersatz“ und „kultischen Tauchbädern im Meer“ gegeben, eine „Verehrung der aufgehenden Gestirne“, eine „Gruppen-Ethik“ mit „›Mutproben‹“, alles in allem „viel Verwandtschaft mit Nazitum“, wenn auch modifiziert durch „geistige Zucht und humanistische (keineswegs humane!) Gesinnung“. Luserke sei als deutscher Erzieher ein „ernst zu nehmender und sehr bedenklicher Fall“. Zuckmayer relativierte seine Kritik jedoch dadurch, dass er abschließend anmerkte, er habe Martin Luserke gegenüber stets Antipathie empfunden. Seine Schilderungen seien daher womöglich „nicht ganz objektiv“. Als Vater würde er Luserke jedenfalls „nie ein Kind anvertrauen“.[171]

Bekannte Personen mit Bezug zur Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die an der S.a.M. lehrenden und lernenden Menschen, die Eltern der Schüler, die Förderer und Vertrauensleute der Schule in D/A/CH vermitteln einen guten Eindruck davon, in welcher Weise Luserkes Schulprojekt in die damalige Gesellschaft und ihre Entwicklung eingebettet war.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelblatt des Buches Die Gestalt einer Schule deutscher Art von 1924, das die Leitsätze der S.a.M. enthält
Deckblatt (Cover) der Erstausgabe der Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer Juist vom Juli 1929
  • Martin Luserke: Schule am Meer (Juist, Nordsee). Leitsätze. Die Gestalt einer Schule deutscher Art. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1924[172]
  • Ders.: Die Grundlage deutscher Sprachbildung – Mit einer Kunst der Improvisation als praktischer Hintergrund. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1925
  • Ders.: Schule am Meer. Ein Buch vom Wachsen deutscher Jugend geradeaus vom Ursprünglichen bis ins Letzte. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1925
  • Ders. Der vollständige Ausbau der Schule am Meer auf der Nordseeinsel Juist, Angelsachsen-Verlag, Bremen 1925
  • Ders.: Logbücher der Schule am Meer. 1925–1934
  • Ders.: Die Bücher der Schule am Meer. Zeltgeschichten I. Fremdartige Abenteuer, von denen im Zelt und am Feuer erzählt wurde. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1925
  • Ders.: Die Bücher der Schule am Meer. Zeltgeschichten II. Fremdartige Abenteuer, von denen im Zelt und am Feuer erzählt wurde. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1926
  • Ders.: Jugend- und Laienbühne – Eine Herleitung von Theorie und Praxis des Bewegungsspiels aus dem Stil des Shakespearischen Schauspiels. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1927
  • Ders.: Sivard Einauge und andere Legenden, die in der Schule am Meer erzählt wurden. Spurbücherei, Band 14. Voggenreiter, Potsdam 1930
  • Ders.: Der Turm zu Famagusta (1930). Ein Bühnenspiel zur Grundsteinlegung des Hallenbaues in der Schule am Meer auf Juist, Pfingsten 1930[173]
  • Ders.: Bewegungsspiel. In: Walther Hofstaetter, Ulrich Peters (Hrsg.): Sachwörterbuch für Deutschkunde. B. G. Teubner, Leipzig 1930, Band 1, S. 146.
  • Ders.: Die Schulbarkeit der irrationalen Fähigkeiten – Zu einem Versuchsschulplan der Schule am Meer auf Juist. 1931 (siehe Tabelle 3)[174]
  • Paul Reiner: Herausgeber des Periodikums „Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer“. Adressaten waren die Eltern der Schüler, Alumni, Förderer der Schule und sonstige Personengruppen, die zur „Schulgemeinde“ gerechnet wurden.[175]
  • Erna Vohsen: Physikalischer Arbeitsunterricht in der Schule am Meer unter besonderer Berücksichtigung des Anfangsunterrichts. Assessorenarbeit, Juist 1931 (38 Seiten, maschinenschriftlich, 2 Abbildungen – Elise Falck (Gutachterin), Gutachterstelle des BIL)[176]
  • Eduard Zuckmayer: Tobsuchtskanon (o. J.)[58]
  • Ders.: Jorinde und Joringel (1926), ein Spiel nach dem Märchen der Brüder Grimm, Text von Hans Salm
  • Ders.: Kakadu – Kakada. Kinderstück in sieben Bildern (1929), Text von Carl Zuckmayer[177][178][179] uraufgeführt in der Schule am Meer, Juist
  • Ders.: Pfingstkantate (1930), Text von Martin Luserke[180]
  • Ders.: Mitsommerlied (1932)
  • Ders.: Das Do-Re-Mi (1932), Lehrstück für Instrumente
  • Ders.: Zweiklänge (o. J.), Sieben Lehrstücke für zwei Instrumente
  • Ders.: Kameradschaft (1932), Kantate nach Worten aus „Grashalme“, dem Hauptwerk von Walt Whitman
  • Ders.: Herbst-Kantate (1932), Text von Martin Luserke, für kleinen und großen Chor mit Begleitung von Instrumenten, Uraufführung in der Bühnenhalle der Schule am Meer, Juist[181][182]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hubert H. Kelter: Martin Luserke zum siebzigsten Geburtstag – Glückwünsche und Betrachtungen aus dem Freundeskreis. Selbstverlag, Hamburg 1950, 46 S.
  • Franz L. Pelgen: Das Laienspiel und die Spielweise Martin Luserkes. Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität München, Philosophische Fakultät, 1957, 114 S.
  • Alfred Ehrentreich: Martin Luserkes Vision des Shakespeare-Theaters. In: Bildung und Erziehung, H. 4/1965. Schwann, Düsseldorf 1965, S. 284–295.
  • Herbert Giffei: Martin Luserke und das Theater. Landesarbeitsgemeinschaft für Spiel und Amateurtheater in Nordrhein-Westfalen. Recklinghausen 1979.
  • Kurt Sydow: Die Lebensfahrt eines großen Erzählers – Martin Luserke (1880–1968). In: Jahrbuch des Archivs der deutschen Jugendbewegung. 12, 1980, S. 167–186.
  • Ulrich Schwerdt: Der Reformpädagoge Martin Luserke und seine Schule am Meer. Erziehungswissenschaftliche Hausarbeit, Universität Paderborn, Fachbereich 2, 1986, 223 S.
  • Cornelia Susanne Anna Godde: Das Laienspiel als reformpädagogisches Element. Die Bedeutung Martin Luserkes für das heutige Bildungswesen. Wehle, Witterschlick/ Bonn 1990, ISBN 3-925267-38-7.
  • Jörg Ziegenspeck (Hrsg.): Martin Luserke. Reformpädagoge – Dichter – Theatermann; Gründer und Leiter der Schule am Meer auf der Nordseeinsel Juist (1925–1934). (= Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik. 6). Neubauer, Lüneburg 1990, ISBN 3-929058-07-3.
  • Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4.
  • Hans Peter Schöniger: Martin Luserke – Durch Musische Bildung zum Ganzen Menschen. Theorie und Praxis ganzheitlicher Persönlichkeitsbildung durch Integration musischer Bildungsinhalte an Martin Luserkes Schule am Meer (1924-1934). Magisterarbeit, Freie Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaften, 1995, 99 S.
  • Hans Peter Schöniger: Die Bildung des ganzen Menschen – Zur Geschichte eines reformpädagogischen Ideals. Schneider-Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2004. ISBN 978-3-89676-796-7.
  • Jochen Büsing: Im Loog: die wechselvolle Geschichte des anderen Juister Ortsteils. Burchana, Borkum 2010, OCLC 838323042.
  • Oswald Graf zu Münster: Fototagebuch Band 1 – Aufenthalt in den Landschulheimen Schule am Meer auf Juist und in Marienau 1931–1937. Bei der Olympiade 1936, Berlin. FTB-Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-946144-00-7.

Nutzung nach der Schulschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage des früheren Geländes der Schule am Meer im Loog auf Juist

Erste Interessenten an den baulichen Hinterlassenschaften der Schule am Meer waren die Juister Segelflieger, die ihre Fluggeräte im Theatersaal des Hallenbaus unterstellten und dort reparierten.[183]

Fritz Hafner, der Kunsterzieher und Naturkundelehrer der ehemaligen Schule, richtete 1934/35 mit der Lehrmittelsammlung aus meeresbiologischen Exponaten ein kleines Museum in den Räumen der Schule ein. Schließlich bot er der Gemeinde, die zwischenzeitlich die Eigentumsrechte mehrerer ehemaliger Schulgebäude erworben hatte, die Sammlung inklusive einiger Gemälde aus seinem eigenen Schaffen als Grundstock für die Einrichtung eines kleinen Heimatmuseums an. Die Gemeinde stimmte zu und übertrug Hafner dessen Leitung, die er bis 1953 ausübte.[184] Die Schulhausmeister, das Ehepaar Antje und Jan Klostermann, übernahmen auf dem Olymp den ehemaligen Stall und bauten ihn zu einem Wohnhaus um. Das Gebäude Jans Hof, früher Im Loog 11, besteht heute noch an der Störtebekerstraße.

1935 übernahm der Freistaat Preußen den Kernbereich der Schule, um sie als Heim für das Landjahr zu nutzen. Doch schon 1936 ging der Kernbereich an den Reichsverband für deutsche Jugendherbergen. Zunächst fand auf dem Schulgelände kurzzeitig ein Ausbildungsseminar für Führungskräfte des Bundes Deutscher Mädel (BDM) statt, das den Theatersaal als Turnhalle nutzte.[185] 1939 wurde in der ehemaligen Schule ein Aufbaulehrgang eingerichtet, durch den Volks- und Mittelschüler die Hochschulreife für Lehrerbildung erlangen sollten. Die Hitlerjugend Juists nutzte das Schulgelände während des Zweiten Weltkriegs als Lager zur Wehrertüchtigung, zur vormilitärischen Ausbildung. Der Keller des Hallenbaus wurde als Luftschutzraum genutzt. Kurz nach Kriegsende waren im Kernbereich der Schule am Meer erst kanadische, dann britische Besatzungssoldaten untergebracht. Später waren deutsche Flüchtlinge im Hallenbau und im ehemaligen Schulgebäude re einquartiert, dem Ostflügel des damaligen Heimatmuseums. 1947 wurde die Arche vom Jugendamt der Hansestadt Bremen für Erholungsmaßnahmen von Kindern, Müttern und älteren Menschen angemietet.[186]

Anfang der 1950er Jahre zog ein Kinderheim des Evangelischen Johanneswerks in den Hallenbau. In dessen großem Saal wurde die Empore demontiert und eine Zwischendecke für eine zusätzliche Etage eingezogen. Zusätzliche Fensteröffnungen wurden in die nördliche und südliche Fassade gebrochen, das hohe vertikale Fensterband vermauert. Anstelle der ehemaligen Bühne wurden sanitäre Anlagen installiert. Das Kinderheim nannte sich Inselburg, eine Bezeichnung, die dem ehemaligen Hallenbau der Schule am Meer bis heute geblieben ist.

Ehemalige Gebäude der Schule am Meer im heutigen Ortsbild

Im ehemaligen Kernbereich der Schule am Meer wurden 1952 zwei der ehemaligen Schulgebäude, das Diesseits und das Jenseits, wegen Baufälligkeit abgerissen, 1960 auch ein drittes, die Westfalenhalle (siehe Tabelle 1). Stattdessen errichtete die Jugendherberge ab Herbst 1954 dort, wo zuvor das Diesseits gestanden hatte, ein langgestrecktes Bettenhaus.

Von den ehemaligen Gebäuden der Schule am Meer auf Töwerland (plattdeutsch für: Zauberland), wie Juist vom Inselmarketing inzwischen bezeichnet wird, ist heute noch ein Teil erhalten – längst modernisiert, um- und teilweise ausgebaut. Der Kernbereich des früheren Schulgeländes entspricht heute im Wesentlichen dem Grundstück der DJH-Jugendherberge Juist; erhalten sind hier die Arche und die Anordnung der großen Gebäude mit Rasenfläche im Innenhof. Der frühere Hallenbau der Schule am Meer ist heute Bestandteil der Jugendherberge.[187] Das frühere Mädchenhaus Gaurisankar wurde zum Rosenhaus der Jugendherberge umgebaut. Der Flaggenplatz der Schule am Meer besteht noch heute. Reste des einstigen Botanischen Gartens der Schule grenzen westlich an die Arche an und reichen bis zur Höhe des heutigen Küstenmuseums.

Das aus dem Heimatmuseum entstandene Küstenmuseum Juist ist in zwei ehemals zur Schule gehörenden Gebäuden, in re und mi, angesiedelt. Es enthält heute unter vielen anderen Exponaten eine Dokumentation zur Schule am Meer. Die früheren Schulgebäude do und Neufundland sind in Gemeinde- und Privatbesitz.

Weitere Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung der Schule am Meer hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auch bei neu gegründeten Bildungseinrichtungen Pate gestanden. Diese haben jedoch großteils eine andere Schulform und Zielsetzung:

  • Büsum, Grund- und Gemeinschaftsschule, Gymnasium
  • Cuxhaven, Förderschule
  • Lübeck-Travemünde, Grund- und Gemeinschaftsschule
  • Norden, Förderschule

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schule am Meer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Margarita Schweitzer: Andrés Manjón – ein spanischer und christlicher Reformpädagoge. Königshausen & Neumann, Würzburg 1987, ISBN 3-88479-310-1, S. 76.
  2. Martin Luserke, auf: deutsche-biographie.de, abgerufen am 31. März 2016.
  3. Hans Peter Schöniger: Die Bildung des ganzen Menschen – Zur Geschichte eines reformpädagogischen Ideals. Schneider-Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2004. ISBN 978-3-89676-796-7, S. 420ff.
  4. Gunther Nickel, Johanna Schrön (Hrsg.): Geheimreport. Wallstein, Göttingen 2002, ISBN 3-89244-599-0, S. 160.
  5. Juister Persönlichkeiten – Martin Luserke, auf: juist.de, abgerufen am 31. März 2016.
  6. Jens Brachmann: Reformpädagogik zwischen Re-Education, Bildungsexpansion und Missbrauchsskandal: Die Geschichte der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime 1947–2012. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2015, ISBN 978-3-7815-2067-7, S. 33.
  7. Jörg Ziegenspeck: Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung „Martin Luserke – Reformpädagoge – Schriftsteller auf dem Meer und an den Meeresküsten“ im Morgenstern-Museum, Bremerhaven, 9. Oktober 1988 auf: uni-marburg.de, abgerufen am 31. März 2016.
  8. Martin Luserke: Logbuch der Schule am Meer. Band 1. Eintrag vom 28. April 1925.
  9. Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4.
  10. Cornelia Susanne Anna Godde: Das Laienspiel als reformpädagogisches Element. Die Bedeutung Martin Luserkes für das heutige Bildungswesen. Wehle, Witterschlick/ Bonn 1990, ISBN 3-925267-38-7.
  11. Klaus Prange: Erziehung zur Anthroposophie: Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2000, ISBN 3-7815-1089-1, S. 125–126.
  12. Jörg Ziegenspeck (Hrsg.): Martin Luserke. Reformpädagoge – Dichter – Theatermann; Gründer und Leiter der Schule am Meer auf der Nordseeinsel Juist (1925–1934). (Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik). Neubauer, Lüneburg 1990, ISBN 3-929058-07-3.
  13. Herbert Giffei: Martin Luserke – Ein Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik? In: Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik. Heft 5. Lüneburg 1987.
  14. Klaus Prange: Erziehung zur Anthroposophie: Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik. Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn, 2000, ISBN 3-7815-1089-1, S. 125–126.
  15. Dieter Luserke: Laudatio zum 25. Todestag von Martin Luserke. 2. Oktober 1993 in Meldorf in der „Ditmarsia“, auf: luserke.net, abgerufen am 31. März 2016.
  16. Peter Dudek: Versuchsacker für eine neue Jugend – Die Freie Schulgemeinde Wickersdorf 1906–1945. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2009, ISBN 978-3-7815-1681-6, S. 293.
  17. Herbert Connor: Schule am Meer Juist. In: Berliner Börsen-Zeitung. Nr. 457 (30. September 1925/Morgenausgabe), 481 (14. Oktober 1925/Morgenausgabe), 503 (27. Oktober 1925/Morgenausgabe), 507 (29. Oktober 1925/Morgenausgabe).
  18. Paul Reiner (Hrsg.): Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer Juist. 1. Rundbrief, Schule am Meer, Juist, Ostfriesland, Juli 1929.
  19. Thomas Aititsch: Eine Schule am Meer …. In: Schule 225, Landesschulrat für Steiermark. Graz, November 2010, S. 6.
  20. Gudrun Fiedler, Susanne Rappe-Weber, Detlef Siegfried: Sammeln – erschließen – vernetzen: Jugendkultur und soziale Bewegungen im Archiv. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8470-0340-3, S. 178–179.
  21. Peter Dudek: „Versuchsacker für eine neue Jugend“ – Die Freie Schulgemeinde Wickersdorf 1906–1945. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2009, ISBN 978-3-7815-1681-6, S. 178.
  22. Martin Luserke: Schule am Meer (Juist, Nordsee). Leitsätze. Die Gestalt einer Schule deutscher Art. Angelsachsen Verlag, Bremen 1924, S. 21.
  23. Neue Deutsche Biographie, Band 15. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Historische Kommission. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 533.
  24. Hans Kolde: Lernen am Rand der bewohnbaren Welt. In: Ostfriesland Magazin. Ausgabe 9/2000. SKN, Norden 2000.
  25. Peter Dudek: „Versuchsacker für eine neue Jugend“ – Die Freie Schulgemeinde Wickersdorf 1906–1945. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2009, ISBN 978-3-7815-1681-6, S. 296.
  26. August Halm: Rundschreiben an die auswärtigen Mitglieder und Freunde der FSG, Freie Schulgemeinde Wickersdorf 1925.
  27. a b c d e f g Der Nachmittag gehörte der Körperbildung und Kunst. In: Ostfriesischer Kurier. Nr. 101, 3. Mai 1990, S. 31.
  28. Stiftung Schule am Meer (Hrsg.): Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer Juist. 4. Rundbrief, Mai 1930, S. 23. (Ostern 1929: insgesamt 89 Schüler, davon 26 Mädchen)
  29. Stiftung Schule am Meer (Hrsg.): Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer Juist. 9. Rundbrief, August 1931, S. 17. (Schuljahr 1930/31: insgesamt 92 Schüler, davon 29 Mädchen)
  30. Leberecht Migge: „Jedermann Selbstversorger – Eine Lösung der Siedlungsfrage durch neuen Gartenbau“, Verlag Eugen Diederichs, Jena 1919.
  31. Leberecht Migge: „Deutsche Binnenkolonisation – Sachgrundlagen des Siedlungswesens“, Deutsche Gartenstadtgesellschaft, Berlin 1926.
  32. Logbuch der Schule am Meer Juist, Eintragungen vom 3. Mai 1929, 12., 21. und 28. Mai 1933, 17. Juni 1933.
  33. Berichte der Schule am Meer Juist (Nordsee) 1928, S. 16.
  34. Logbuch der Schule am Meer Juist, Eintrag vom 17. Mai 1929.
  35. Luftaufnahme Schule am Meer Juist (undatiertes Foto, vermutl. 1929), auf: arkivi-bildagentur.de, abgerufen am 31. März 2016.
  36. Logbuch der Schule am Meer, Eintrag vom 5. Februar 1930, Zitat: „Grundsteinlegung der Mädchenhalle“.
  37. Rolf Wolfgang Martens: Befreite Flügel („Auf dem Gipfel des Gaurisankar baut er sich stolz ein Schloß“), zitiert nach Rudolf Steiner: „Moderne Lyrik“, In: Magazin für Literatur. 67. Jg., Nr. 31, 1898, und 68. Jg., Nr. 15, 1899 (GA 32, S. 444–447.)
  38. Logbuch der Schule am Meer, Eintrag vom 1. März 1930.
  39. Jochen Büsing: Im Loog: die wechselvolle Geschichte des anderen Juister Ortsteils. Burchana, Borkum 2010, OCLC 838323042, S. 59–61.
  40. Stiftung Schule am Meer (Hrsg.): Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer Juist. 4. Rundbrief, Mai 1930, S. 23. (Ostern 1929: insgesamt 89 Schüler, davon 26 Mädchen)
  41. Stiftung Schule am Meer (Hrsg.): Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer Juist. 9. Rundbrief, August 1931, S. 17. (Schuljahr 1930/31: insgesamt 92 Schüler, davon 29 Mädchen)
  42. Staatskommissar für die Regelung der Wohlfahrtspflege in Preußen: Schule am Meer, Juist – Antrag zur Sammlung von Geldspenden zugunsten eines Hallenbaus zur Verbesserung der kulturellen und sportlichen Ausbildungsmöglichkeiten. Auf: deutsche-digitale-bibliothek.de, abgerufen am 31. März 2016.
  43. Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 222.
  44. a b Beate Uhse: Mit Lust und Liebe – Mein Leben. Ullstein, Frankfurt am Main/ Berlin 1989, ISBN 3-550-06429-2, S. 54.
  45. Kurt Sydow: Die Lebensfahrt eines großen Erzählers – Martin Luserke (1880–1968). In: Jahrbuch des Archivs der deutschen Jugendbewegung. 12, 1980, S. 181f.
  46. Heinz-Elmar Tenorth (Hrsg.): Klassiker der Pädagogik 2 – Von John Dewey bis Paulo Freire. C.H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-62844-3, S. 91.
  47. Logbuch der Schule am Meer, Eintrag vom 31. Januar 1931, Zitat: „Das sportliche Boxen kommt jetzt auf. Im Re stehen schon Sekundaner im Ring.“
  48. Logbuch der Schule am Meer, Eintrag vom 2. Februar 1930.
  49. Logbuch der Schule am Meer, Eintrag vom 9. Februar 1930.
  50. Stiftung Schule am Meer (Hrsg.): Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer Juist (Nordsee), 14. Rundbrief, April 1933, S. 10.
  51. Alexander Priebe: Vom Schulturnen zum Schulsport: die Reform der körperlichen Ausbildung in den Deutschen Landerziehungsheimen und der Freien Schulgemeinde Wickersdorf von 1898–1933. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2007, ISBN 978-3-7815-1561-1, S. 119f.
  52. Fritz Winther: Körperbildung als Kunst und Pflicht. Delphin-Verlag, München 1920, S. 21.
  53. Hans Brandenburg: Der moderne Tanz. Georg Müller Verlag, München 1923, S. 146–157, zitiert nach Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 100.
  54. Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 232.
  55. Beate Uhse: Mit Lust und Liebe – Mein Leben. Ullstein, Frankfurt am Main/ Berlin 1989, ISBN 3-550-06429-2.
  56. Karl-Ulrich Meves: Martin Luserke, in: Mitteilungen 108 (2006), Vereinigung ehemaliger Schüler und der Lehrer der Meldorfer Gelehrtenschule e. V. (Hrsg.), S. 33–41.
  57. Anneliese Peters: Meldorfer Charakterköpfe – Lebenswege im 20. Jahrhundert. Edition Dithmarscher Landeskunde. Books on Demand, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7431-1659-7, S. 65–88.
  58. a b c d e f Hans Peter Schöniger: Es war einmal eine Schule am Rande der Welt …. In: Deutsche Lehrerzeitung. Ausgabe 5/95, Februar 1995.
  59. Auskunftsblatt über die Schule am Meer auf der Nordseeinsel Juist. Schule am Meer, Loog, Juist, Ostfriesland, 1929/30, S. 8–9.
  60. a b Friedrich Merker: Die Bedeutung des Musischen in der Pädagogik Martin Luserkes. In: Pädagogische Rundschau. 34, 1980, S. 595–601.
  61. Leopold Klepacki: Schultheater. Theorie und Praxis. Waxmann Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8309-1416-4, S. 58.
  62. Wilfried Gruhn: … und wir sind immer noch im Aufbruch. Eduard Zuckmayer – Musiker und Pädagoge im Umbruch der Jugendbewegung. In: Forum Musikpädagogik. Musikpädagogische Forschungsberichte. Band 6, Wißner, Augsburg 1993, S. 450–465.
  63. Kurt Sydow: Eduard Zuckmayer zum 70. Geburtstag. In: Musik im Unterricht. 1960, S. 264–265.
  64. Walter Killy: Dictionary of German Biography. Band 10: Thiebaut – Zycha. de Gruyter, Berlin 2006, ISBN 3-598-23290-X, S. 731.
  65. Eduard Zuckmayer, Martin Luserke: Herbst-Kantate. Auf: swissbib.ch, abgerufen am 31. März 2016.
  66. Bruno Jahn: Deutsche biographische Enzyklopädie der Musik. Band 2: S – Z. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11586-5, S. 963.
  67. Eduard Zuckmayer. Auf: uni-hamburg.de, abgerufen am 31. März 2016.
  68. Bin jetzt Tonleiter in Ankara - Der Komponist Eduard Zuckmayer in der Türkei. Hörspiel(-Manuskript). Redaktion: Ulrike Bajohr. Deutschlandfunk 2009.
  69. Neue Deutsche Biographie. Band 15. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Historische Kommission. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 533.
  70. Hörfunkinterview mit Martin Luserke, Norddeutscher Rundfunk 1955, 5:45 Min.
  71. Stefan Kreuzer: Das Wiener Schultheater an der Schwelle zum 21. Jahrhundert – eine Stellenwertbestimmung. Diplomarbeit, Universität Wien, März 2009, S. 10.
  72. Mirona Stanescu: Vom Laientheater zur Theaterpädagogik. Ein historischer Werdegang der Theaterpädagogik in Deutschland. In: Neue Didaktik. 1, 2011, S. 11–29.
  73. Werner Kohlschmidt, Wolfgang Mohr (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. Band 2: L – O. de Gruyter, Berlin 2001, ISBN 3-11-017252-6, S. 3.
  74. Heike Heckelmann: Schultheater und Reformpädagogik. Narr-Francke-Attempto, Tübingen 2005, ISBN 3-7720-8071-5, S. 303.
  75. Bund für das neue Theater (Hrsg.), Martin Luserke: Shakespeare-Aufführungen als Bewegungsspiele. W. Seifert, Stuttgart/Heilbronn 1921.
  76. Walther Hofstaetter, Ulrich Peters (Hrsg.): Sachwörterbuch der Deutschkunde. Teubner, Leipzig 1930, Band 1, S. 146.
  77. a b Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 209–210, 232–233.
  78. Martin Luserke: Jugend- und Laienbühne. Eine Herleitung von Theorie und Praxis des Bewegungsspiels aus dem Stil des Shakespearischen Schauspiels. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1927, S. 24.
  79. Alexander Priebe: Vom Schulturnen zum Schulsport: die Reform der körperlichen Ausbildung in den Deutschen Landerziehungsheimen und der Freien Schulgemeinde Wickersdorf von 1898 bis 1933. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2007, ISBN 978-3-7815-1561-1, S. 119.
  80. Alexander Priebe: „Tanze, wie du bist!“ – 100 Jahre Tanzpädagogik an der Odenwaldschule. (PDF-Datei; 2,6 MB) S. 2, auf: sk-kultur.de, abgerufen am 31. März 2016.
  81. Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 210.
  82. Herbert Giffei (Hrsg.), Martin Luserke: Agitur ergo sum? Versuch einer morphologischen Deutung des Ur-Zusammenhangs von Theater und Bewusstsein. Christians, Hamburg 1974.
  83. Monika Baltes: Die Laienspielpädagogik Martin Luserkes (1880–1968). Ein Beitrag zur Spurensuche eines handlungs- und erlebnisorientierten Deutschunterrichts. Wiss. Hausarb., Philipps-Universität Marburg, 1994.
  84. Martin Luserke: Pan-Apollon-Prospero. Ein Mittsommernachtstraum, die Winterssage und Sturm. Zur Dramaturgie von Shakespeare-Spielen. Christians, Hamburg 1957.
  85. Cornelia Susanne Anna Godde: Das Laienspiel als reformpädagogisches Element: Die Bedeutung Martin Luserkes für das heutige Bildungswesen. Wehle, Witterschlick/ Bonn 1990, ISBN 3-925267-38-7.
  86. Rollenspiel. Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, Baden-Württemberg, auf: lehrerfortbildung-bw.de, abgerufen am 7. April 2016.
  87. Rollenspiel. Landesinstitut für Schule, Nordrhein-Westfalen, auf: schulentwicklung.nrw.de, abgerufen am 7. April 2016.
  88. Bistum Erfurt: Passionsspiel auf dem Erfurter Domberg. Auf: bistum-erfurt.de, abgerufen am 31. März 2016.
  89. Die Schule am Meer auf Juist. In: Gesine zu Münster (Hrsg.), Oswald zu Münster: Fototagebuch Band 1 – Aufenthalt in den Landschulheimen Schule am Meer auf Juist und in Marienau 1931–1937. Bei der Olympiade 1936, Berlin. FTB-Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-946144-00-7, S. 5.
  90. Logbuch der Schule am Meer Juist, Eintrag vom 24. Mai 1933.
  91. Logbuch der Schule am Meer Juist, Eintrag vom 12. Mai 1932.
  92. Logbuch der Schule am Meer Juist, Eintrag vom 28. November 1931.
  93. Gunther Nickel, Johanna Schrön (Hrsg.): Geheimreport. Wallstein, Göttingen 2002, ISBN 3-89244-599-0, S. 161.
  94. Logbuch der Schule am Meer Juist, Eintrag vom 10. Mai 1932.
  95. Logbuch der Schule am Meer Juist, Eintrag vom 24. Mai 1933.
  96. Peter Smidt: Die Insel Juist. (= Deutschlands Nordseebäder. 13). Meißners, Hamburg 1936.
  97. a b c Achim Hildebrand, Michael Schmidt (Hrsg.): Zwielicht 7. BookRix 2015.
  98. Beate Uhse: Mit Lust und Liebe – Mein Leben. Ullstein, Frankfurt am Main/ Berlin 1989, ISBN 3-550-06429-2, S. 54–55.
  99. Logbuch der Schule am Meer, Eintrag vom 14. März 1930.
  100. Logbuch der Schule am Meer, Einträge vom 28., 30. und 31. Januar sowie vom 26. März 1930.
  101. D. H. Schortinghuis: Begegnung mit Martin Luserke. In: Ostfriesland Magazin. 9, September 1993.
  102. Wilhelm Kühlmann (Hrsg.): Killy Literaturlexikon. Band 7: Kräm – Marp. de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-022049-0, S. 575.
  103. 1929: Mit dem Flugzeug ins Abitur, auf: edwj.de, abgerufen am 31. März 2016.
  104. Jochen Büsing: Im Loog: die wechselvolle Geschichte des anderen Juister Ortsteils. Burchana, Borkum 2010, S. 69.
  105. Logbuch der Schule am Meer, Einträge vom 25. und 26. März 1930.
  106. Die Schule am Meer auf Juist. In: Gesine zu Münster (Hrsg.), Oswald zu Münster: Fototagebuch Band 1 – Aufenthalt in den Landschulheimen Schule am Meer auf Juist und in Marienau 1931–1937. Bei der Olympiade 1936, Berlin. FTB-Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-946144-00-7, S. 3–5.
  107. lt. Ole Pfeiler (Osterholz-Scharmbeck), Kurator für Plattbodenschiffe des Schiffshistorischen Archivs Flensburg, 14. August 2017.
  108. Alli A. Bolt, Zoutkamp, Nordholland: Blazer ZK 14, built in 1911.
  109. Iris Hellmich: Auf den Spuren des Schriftstellers Martin Luserke. In: Emder Zeitung. Wochenmagazin, „Emder erzählen“, 127, 5. Juli 1997.
  110. Dieter Luserke: Mit meinem Vater Martin Luserke an Bord des guten Schiffes KRAKE-ZK 14. 1988. Auf: luserke.net, abgerufen am 1. Juli 2017.
  111. Foto: Dieter Luserke (1918–2005) an Bord der Krake. Auf: gettyimages.de, abgerufen am 1. Juli 2017.
  112. Die Schule am Meer auf Juist. In: Gesine zu Münster (Hrsg.), Oswald zu Münster: Fototagebuch Band 1 – Aufenthalt in den Landschulheimen Schule am Meer auf Juist und in Marienau 1931–1937. Bei der Olympiade 1936, Berlin. FTB-Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-946144-00-7, S. 4.
  113. Martin Luserke: Auszug aus der Schule am Meer. In: Logbuch des merkwürdigen Schiffes Krake. Band 1, 27. August 1934.
  114. Thomas Aititsch: Eine Schule am Meer …. In: Schule 225, Landesschulrat für Steiermark. Graz, November 2010, S. 6–7.
  115. Dieter Lohmeier: Jens Rohwer, 1914–1994. Gedenkschrift, Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek (Hrsg.), Kiel 1998, ISBN 3-908613-1-5.
  116. Die Schule am Meer auf Juist. In: Gesine zu Münster (Hrsg.), Oswald zu Münster: Fototagebuch Band 1 – Aufenthalt in den Landschulheimen Schule am Meer auf Juist und in Marienau 1931–1937. Bei der Olympiade 1936, Berlin. FTB-Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-946144-00-7, S. 3–5.
  117. Horst Lipka: Der Pädagoge und die pädagogische Provinz. Martin Luserke und seine Schule am Meer auf Juist. In: Pädagogische Rundschau. 47 (1993), H. 1, S. 97–106.
  118. Renate Maiwald: Schule als Gesamtkunstwerk – Die Elizabeth-Duncan-Schule und die Schule am Meer (gegründet von Martin Luserke). In: Pädagogisches Forum. 8, H. 1, 1995, S. 3–11.
  119. Paul Alfons Galbas: Die Schule am Meer auf Juist: Martin Luserke, dem Künder des Nordsee-Mythos, zum fünfundachtzigsten Geburtstage! In: Ostfriesland, Zeitschrift für Kultur, Wirtschaft und Verkehr. 4, 1965, S. 29–32.
  120. Jörg Ziegenspeck: Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung „Martin Luserke – Reformpädagoge – Schriftsteller auf dem Meer und an den Meeresküsten“ im Morgenstern-Museum, Bremerhaven, 9. Oktober 1988. Auf: uni-marburg.de, abgerufen am 31. März 2016.
  121. Schreiben vom 10. April 2001: Konrad Buchwald an Hein Retter (doc-Datei; 39 KB), auf: tu-braunschweig.de, abgerufen am 31. März 2016.
  122. Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 161.
  123. Ernst Klee: Kulturlexikon im Dritten Reich – Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-17153-8, S. 346.
  124. Adolf Hitler: „… Träger höchster Rassenreinheit und damit höchster Rassentüchtigkeit …“. In: Mein Kampf. 5. Auflage. Franz Eher Nachf., München 1930, S. 449.
  125. Mathilde Ludendorff: „die Erhaltung der Rassereinheit und die Pflege des arteigenen Gotterlebnis, der arteigenen Kunst, arteigener Sitten“. In: Bund für Deutsche Gotterkenntnis – Ludendorff: „Lebenskunde-Philosophie“
  126. Friedemann Bedürftig: Lexikon Drittes Reich. Piper, München 1997, ISBN 3-492-22369-9, S. 118.
  127. Adolf Hitler: „… es genügen schon die moralischen Verheerungen, die die Entartung mit sich bringt, um ein Volk langsam, aber sicher zugrunde zu richten. Diese Verjudung unseres Seelenlebens und Mammonisierung unseres Paarungstriebes werden früher oder später unseren gesamten Nachwuchs verderben …“. In: Mein Kampf. 5. Auflage. Franz Eher Nachf., München 1930, S. 270.
  128. Michael Kinne, Johannes Schwitalla: Sprache im Nationalsozialismus. Groos, Heidelberg 1994, ISBN 3-87276-703-8.
  129. Uwe Puschner, Walter Schmitz, Justus H. Ulbricht: Völkische Semantik bei den Münchner „Kosmikern“ und im George-Kreis. In: Handbuch zur „Völkischen Bewegung“ 1871–1918. K. G. Saur, München 1999, ISBN 3-598-11421-4, S. 711–746.
  130. Cornelia Schmitz-Berning: „Der Niedergang eines Volkes durch Vermischung mit einer artfremden Rasse wurde als Blutsvergiftung bezeichnet“. In: Vokabular des Nationalsozialismus. de Gruyter, Berlin/ New York 2007, ISBN 978-3-11-016888-4, S. 124, 261, 491–530.
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  132. Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 151.
  133. Neue Deutsche Biographie. Band 15. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Historische Kommission. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 533.
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  160. Martin Luserke: Zum Abschluss – An die Mitglieder unserer Außengemeinde. 15. Oktober 1934. In: Blätter der Außengemeinde der Schule am Meer Juist (Nordsee). November 1934, S. 1–3.
  161. Eckart Liebau, Leopold Klepacki: Grundrisse des Schultheaters – Pädagogische und ästhetische Grundlegung des Darstellenden Spiels in der Schule. Beltz Juventa, Weinheim 2005, ISBN 3-7799-1264-3, S. 23.
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Koordinaten: 53° 40′ 32,5″ N, 6° 57′ 47,7″ O