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Stefan Horngacher

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Stefan Horngacher
Stefan Horngacher 2018

Stefan Horngacher 2018

Nation Osterreich Österreich
Geburtstag 20. September 1969
Geburtsort Wörgl, Österreich
Größe 184 cm
Gewicht 68 kg
Beruf Skisprungtrainer
Karriere
Verein SC Wörgl
Nationalkader seit 1988
Pers. Bestweite 203,5 (Planica 2001)
Status zurückgetreten
Karriereende 2002
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
WM-Medaillen 2 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 3 × Bronzemedaille
 Olympische Winterspiele
Bronze 1994 Lillehammer Team K120
Bronze 1998 Nagano Team K120
 Nordische Skiweltmeisterschaften
Gold 1991 Val di Fiemme Team K120
Bronze 1993 Falun Team K120
Bronze 1999 Ramsau Team K120
Bronze 2001 Lahti Team K116
Gold 2001 Lahti Team K90
Skisprung-Weltcup / A-Klasse-Springen
 Debüt im Weltcup 3. Jänner 1988
 Weltcupsiege (Einzel) 02  (Details)
 Weltcupsiege (Team) 04  (Details)
 Gesamtweltcup 04. (1990/91)
 Skiflug-Weltcup 02. (1990/91)
 Sprung-Weltcup 07. (1998/99)
 Vierschanzentournee 05. (1990/91, 2000/01)
 Nordic Tournament 20. (2002)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzelspringen 1 7 6
 Skifliegen 1 1 0
 Teamspringen 4 6 2
Skisprung-Grand-Prix
 Grand-Prix-Siege (Einzel) 02  (Details)
 Gesamtwertung Grand Prix 03. (2001)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzelspringen 2 0 1
 Teamspringen 0 0 1
Skisprung-Continental-Cup (COC)
 Gesamtwertung COC 09. (1991/92)
 

Stefan Horngacher (* 20. September 1969 in Wörgl) ist ein ehemaliger österreichischer Skispringer und derzeitiger Skisprungtrainer. Von April 2019 bis März 2026 war er Bundestrainer der deutschen Skisprungnationalmannschaft. Zuvor war er von 2016 bis 2019 Trainer der polnischen Nationalmannschaft.

Als Skispringer

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Horngacher wuchs in Tirol in Bad Häring auf, wo er in den 1970er Jahren auf Kinderbeinen seinen Idolen – darunter Toni Innauer – auf selbsterbauten Schanzen nacheiferte und später in Wörgl im Verein systematisch zu trainieren begann. Er besuchte die Internatsschule für Schisportler Stams.

Mit der österreichischen Springermannschaft gewann er bei den Olympischen Spielen 1994 und 1998 jeweils die Bronzemedaille. Sein bestes Einzelresultat bei Olympischen Spielen war der fünfte Platz beim Springen von der Großschanze in Salt Lake City 2002.

Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1991 im Val di Fiemme wurde er mit der Mannschaft zusammen mit Ernst Vettori, Andreas Felder und Heinz Kuttin Weltmeister. Gold gewann er auch bei den Weltmeisterschaften 2001 in Lahti, beim erstmals ausgetragenen Mannschaftsbewerb von der Normalschanze. Dazu kam eine Bronzemedaille in Lahti und zwei weitere bei den Weltmeisterschaften 1993 in Falun und 1999 in der Ramsau, jeweils im Mannschaftsspringen von der Großschanze.

Horngacher konnte im Weltcup 1991 das Skifliegen am Kulm und 1999 das Springen in Zakopane gewinnen. Zudem war er viermal mit der österreichischen Mannschaft bei Teamspringen im Weltcup erfolgreich.

Als Skisprungtrainer

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Nach seiner Karriere wurde Horngacher Nachwuchstrainer, erst in Österreich, wo er unter Hannu Lepistö arbeitete, und später in Polen, wo er Co-Trainer von Heinz Kuttin war. Ab Anfang 2006 war er Stützpunktleiter in Hinterzarten und trainierte dort im Auftrag des Deutschen Skiverbandes (DSV) die Nachwuchsmannschaft. Zudem unterstützte er zwischenzeitlich Martin Schmitt, der sich noch in der Saison 2005/06 in einem schweren Leistungstief befand, als persönlicher Trainer. 2008 übernahm er den B-Kader des DSV. Im Sommer 2011 gab er die Verantwortung für diesen an Ronny Hornschuh ab, weil er von Bundestrainer Werner Schuster zum Co-Trainer des Weltcupteams berufen wurde.[1]

Am 24. März 2016 gab der polnische Skiverband bekannt, Horngacher als Nachfolger des zurückgetretenen Chef-Trainers Łukasz Kruczek eingestellt zu haben.[2] Drei Jahre später gab Horngacher seinen Rücktritt als polnischer Nationaltrainer bekannt.[3] In seiner Amtszeit konnte Polen neben dem Team-Weltmeistertitel 2017 auch Bronze bei den Olympischen Winterspielen 2018 gewinnen. Zudem wurde Kamil Stoch Olympiasieger und Dawid Kubacki 2019 Weltmeister.[3]

Am 3. April 2019 gab der Deutsche Skiverband offiziell die Verpflichtung Horngachers als Bundestrainer bekannt, der Werner Schuster als Bundestrainer ablöste.[4] Nach den Olympischen Winterspielen 2026 verlässt Horngacher den Deutschen Skiverband.[5]

Weltcupsiege im Einzel

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Nr.DatumOrtTyp
1.24. Jänner 1991 Bad Mitterndorf/TauplitzFlugschanze
2.16. Jänner 1999 ZakopaneGroßschanze

Weltcupsiege im Team

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Nr.DatumOrtTyp
1.24. Jänner 1993 PredazzoGroßschanze
2.5. März 1994 LahtiGroßschanze
3.13. Jänner 2002 WillingenGroßschanze
4.27. Jänner 2002 SapporoGroßschanze

Grand-Prix-Siege im Einzel

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Nr.DatumOrtTyp
1.5. September 2001 SapporoGroßschanze
2.8. September 2001 HakubaGroßschanze

Weltcup-Platzierungen

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SaisonPlatzPunkte
1990/914.179
1991/9229.24
1992/938.78
1993/9420.183
1995/9634.134
1996/9736.120
1997/9813.546
1998/998.813
1999/008.624
2000/018.566
2001/0212.434

Grand-Prix-Platzierungen

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SaisonPlatzPunkte
199439.265
199635.22
199710.117
199824.54
199916.55
200012.184
20013.257

Schanzenrekorde

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OrtLandWeiteaufgestellt amRekord bis
Trondheim Norwegen133,0 m
(HS: 140 m)
9. März 19999. März 1999
Oberstdorf Deutschland127,5 m
(HS: 137 m)
29. Dezember 200029. Dezember 2000

Auszeichnungen (Auszug)

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Horngacher ist verheiratet und hat drei Kinder, ein Kind stammt aus seiner ersten Ehe. Er wohnt mit seiner Familie in Titisee-Neustadt.[7] Sein Sohn Amadeus (* 28. August 2007)[8] ist ebenfalls als Skispringer aktiv.[9]

Commons: Stefan Horngacher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Veränderungen im DSV. In: berkutschi.com. 5. Mai 2011, abgerufen am 1. April 2019.
  2. „Eine großartige Möglichkeit“. In: berkutschi.com. 24. März 2016, abgerufen am 1. April 2019.
  3. 1 2 Neuer Skisprung-Bundestrainer? Horngacher hört als Coach der Polen auf. In: sportbuzzer.de. Abgerufen am 1. April 2019.
  4. Marco Ries: Stefan Horngacher wird deutscher Bundestrainer. In: skispringen.com. 3. April 2019, abgerufen am 3. April 2019.
  5. Bundestrainer Stefan Horngacher hört nach Olympia 2026 auf. In: sportschau.de. 29. Oktober 2025, abgerufen am 29. Oktober 2025.
  6. Monitor Polski 2019 poz. 110. 2019 (polnisch).
  7. S. Horngacher: Zurück an die Spitze. In: berkutschi.com. Abgerufen am 5. Januar 2016 (englisch).
  8. Amadeus Horngacher. DSV-Jahrbuch, abgerufen am 20. Dezember 2022.
  9. Konstanze Schneider: Sina Kiechle und Amadeus Horngacher siegen beim FIS Youth Cup in Hinterzarten. In: skispringen-news.de. 22. August 2021, abgerufen am 20. Dezember 2022.