Anghel Iordănescu

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Anghel Iordănescu
Anghel Iordănescu.jpg

Iordănescu 2008

Spielerinformationen
Geburtstag 4. Mai 1950
Geburtsort BukarestRumänien
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
1962–1968 Steaua Bukarest
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1968–1982
1982–1984
1985–1986
Steaua Bukarest
OFI Kreta
Steaua Bukarest
317 (155)
34 00(6)
Nationalmannschaft
1971–1981 Rumänien 64 0(26)
Stationen als Trainer
1984–1986
1986–1990
1990–1992
1992–1993
1993–1998
1998–1999
1999–2000
2000
2001–2002
2002–2004
2005–2006
2006
Steaua Bukarest (Cotrainer)
Steaua Bukarest
Anorthosis Famagusta
Steaua Bukarest
Rumänien
Griechenland
Al-Hilal
Rapid Bukarest
Al Ain Club
Rumänien
Al-Ittihad
Al Ain Club
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Anghel „Puiu“ Iordănescu (* 4. Mai 1950 in Bukarest) ist ein ehemaliger rumänischer Fußballspieler und -trainer und derzeitiger Politiker. 1986 konnte er als Spieler den Europapokal der Landesmeister gewinnen. Als Trainer war er Nationaltrainer von Rumänien und Griechenland und gewann als Vereinstrainer zweimal die AFC Champions League. Iordănescu wurde zum rumänischen Trainer des Jahrhunderts gewählt.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Anghel Iordănescu war ein Stürmer mit einer guten Schusstechnik. Er erreichte eine gute Torquote und belegte mit seinen Teams fast durchgehend Spitzenplätze. Iordănescu begann das Fußballspielen im Alter von zwölf Jahren bei Steaua Bukarest. Am 17. November 1968 feierte er sein Debüt in der ersten Mannschaft in der Divizia A, der höchsten rumänischen Fußballliga. Das Spiel ging allerdings mit 1:2 gegen Politehnica Iași. Er blieb Steaua 14 Jahre lang treu und konnte zweimal die rumänische Meisterschaft sowie vier Mal den rumänischen Pokal gewinnen. 1982 wurde Iordănescu mit 20 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Divizia A. Im gleichen Jahr wechselte er im Alter von 32 Jahren nach Griechenland zu OFI Kreta. Nach zwei Jahren kehrte er zu Steaua zurück und wurde Cotrainer. Im Europapokalfinale 1986 gegen den FC Barcelona wurde Iordănescu eingewechselt und gewann zum Abschluss seiner Karriere den Europapokal der Landesmeister.

1971 wurde Iordănescu in die rumänische Fußballnationalmannschaft berufen und bestritt am 18. April 1971 sein erstes Spiel gegen Albanien. Er konnte gleich ein Tor erzielen. Insgesamt bestritt er 64 Spiele und erzielte 26 Tore. Eine Teilnahme an Welt- oder Europameisterschaften blieb ihm verwehrt, da sich Rumänien in dieser Zeit dafür nicht qualifizieren konnte. 1981 bestritt er gegen die Schweiz sein letztes Länderspiel.

Iordănescu ist mit 155 Ligatoren der erfolgreichste Torschütze in der Geschichte von Steaua Bukarest.

Karriere als Trainer[Bearbeiten]

Iordănescu begann seine Trainerkarriere 1984 nach seiner Rückkehr aus Griechenland als Cotrainer von Emerich Jenei bei Steaua Bukarest. Nach dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1986 wurde Jenei zum Nationaltrainer berufen. Dadurch wurde Iordănescu Cheftrainer von Steaua. Unter seiner Regie gewann Steaua dreimal in Folge (1987 bis 1989) die rumänische Meisterschaft und den rumänischen Pokal. Außerdem erreichte er das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister 1987/88 und das Finale 1988/89, das mit 0:4 gegen den AC Mailand verloren wurde.

Nach der Vizemeisterschaft 1990 wechselte Iordănescu nach Zypern zu Anorthosis Famagusta. Nach zwei Vizemeisterschaften kehrte er 1992 zu Steaua zurück. In der Saison 1992/93 gewann er erneut die rumänische Meisterschaft und erreichte das Viertelfinale im Europapokal der Pokalsieger.

Im Sommer 1993 wurde Iordănescu Nachfolger von Cornel Dinu als rumänischer Nationaltrainer. Nach erfolgreicher Qualifikation erreichte er bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA nach Siegen gegen Kolumbien, die USA und Argentinien das Viertelfinale, in dem die Mannschaft gegen Schweden nach Elfmeterschießen ausschied. Anschließend konnte sich Rumänien in der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 1996 in England durchsetzen, schied aber in der Vorrunde aus. Auch die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich gelang Iordănescu. Nach Siegen gegen Kolumbien und England schied Rumänien allerdings im Achtelfinale gegen Kroatien aus. Nach der Niederlage erklärte er seinen Rücktritt.

Im gleichen Jahr wurde Iordănescu Trainer der griechischen Fußballnationalmannschaft. Nachdem er seinen Auftrag, die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2000 nicht erfüllen konnte, wurde er 1999 entlassen.

Daraufhin wurde Iordănescu 2000 Trainer des saudi-arabischen Klubs Al-Hilal, mit dem er im gleichen Jahr den Asienpokal der Landesmeister sowie den asiatischen Supercup gewann. Trotz dieser Erfolge heuerte Iordănescu bei Rapid Bukarest an, wurde aber bereits nach wenigen Wochen wegen fehlender Erfolge wieder entlassen. Darauf wechselte er in die Vereinigten Arabischen Emirate zum Al Ain Club.

Nachdem Rumänien die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 verpasst hatte, löste Iordănescu Gheorghe Hagi ab und wurde zum zweiten Mal Nationaltrainer. Obwohl er sein Ziel, die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2004, verfehlt hatte, durfte er mangels Alternativen Nationaltrainer bleiben, um die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu schaffen. Nach einem 1:1 in Armenien wurde Iordănescu im November 2004 entlassen.

Am 24. März 2005 unterschrieb er einen Vertrag bei dem saudi-arabischen Verein Al-Ittihad,[1] mit dem er 2005 die AFC Champions League gewinnen konnte. Ein Jahr später wurde er aufgrund von Erfolglosigkeit entlassen. Mitte Juni 2006 unterschrieb er einen Einjahresvertrag beim Al Ain Club in den Vereinigten Arabischen Emiraten,[2] trat jedoch in der Woche nach der 2:4-Niederlage gegen Al-Wasl vom 19. November 2006 von seinem Amt zurück[3] und beendete damit trotz einiger lukrativer Angebote anderer Vereine auch seine Trainerkarriere.

Erfolge[Bearbeiten]

Erfolge als Spieler[Bearbeiten]

  • Europapokalsieger der Landesmeister: 1986
  • Rumänischer Meister: 1976, 1978
  • Rumänischer Pokalsieger: 1970, 1971, 1976, 1979
  • Torschützenkönig der Divizia A: 1982

Erfolge als Trainer[Bearbeiten]

  • Rumäniens Trainer des 20. Jahrhunderts
  • WM-Teilnehmer: 1994 (Viertelfinale), 1998 (Achtelfinale)
  • EM-Teilnehmer: 1996 (Vorrunde)
  • Europäischer Supercup: 1986
  • Finalist im Europapokal der Landesmeister: 1989
  • AFC Champions League: 2000, 2005
  • Asiatischer Supercup: 2000
  • Rumänischer Meister: 1987, 1988, 1989, 1993
  • Rumänischer Pokalsieger: 1987, 1988, 1989, 1993

Sonstiges[Bearbeiten]

Iordănescu ist General der Armata Română (rumänische Armee). Im Februar 2008 übernahm er für die letzten zehn Monate das Senatorenmandat, welches für die PSD nach dem Rücktritt von Teodor Filipescu im Kreis Ilfov frei geworden war.[4] Bei den Wahlen für die nächste Legislaturperiode gelang Iordănescu eine erfolgreiche Kandidatur. 2009 sagte er sich von der PSD los, behielt jedoch den Senatorenposten. Sein ältester Sohn, Eduard Iordănescu (* 16. Juni 1978), wurde ebenfalls Fußballspieler und war im September 2010 für ein Pokal- und ein Erstligaspiel Interimstrainer von Steaua Bukarest, bis Marius Lăcătuș den Trainerposten übernahm.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 9AM vom 26. März 2005, abgerufen am 30. November 2011 (rumänisch)
  2. www.alainclub.com, News vom 18. August 2006
  3. AFC.com vom 18. Oktober 2007, abgerufen am 29. November 2010 (englisch)
  4. Evenimentul Zilei vom 24. Januar 2009, abgerufen am 29. November 2010 (rumänisch)

Weblinks[Bearbeiten]