Arisaema

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Arisaema
Dreiblättriger Feuerkolben (Arisaema triphyllum)

Dreiblättriger Feuerkolben (Arisaema triphyllum)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Aronstabgewächse (Araceae)
Unterfamilie: Aroideae
Tribus: Arisaemateae
Gattung: Arisaema
Wissenschaftlicher Name
Arisaema
Mart.

Die Arisaema, Kobralilien oder Feuerkolben genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Arisaema ist mit gut 250 Arten die drittgrößte und am weitesten über die Nordhalbkugel, v.a. aber Asien verbreitete Gattung der gut 4.000 Arten umfassenden Familie.

Merkmale[Bearbeiten]

Arisaema-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden unterirdische Knollen oder Rhizome als Überdauerungsorgane aus. Tropische Arten mit Rhizomen sind immergrün und wachsen ohne Ruhephase; die laubabwerfenden Arten produzieren jedes Jahr ein bis drei Laubblätter. Die gestielten Laubblätter sind oft drei- oder mehrteilig zusammengesetzt.

Die meisten Arten blühen im Frühling und Frühsommer, wobei Blätter und Blütenstand gleichzeitig erscheinen. Der Blütenstand besteht aus dem Blütenstandsschaft, dem Spadix, einer Verlängerung der Blütenstandsachse und aus der Spatha, die den Spadix einhüllt und im unteren Abschnitt röhrenförmig zusammengerollt ist. Die meisten Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), die Blütenstände besitzen also nur männliche oder nur weibliche Blüten. Das Geschlecht einer Pflanze ist jedoch nicht genetisch fixiert und kann von einer Saison zur anderen wechseln, abhängig von Alter und Zustand der Pflanze. Einige Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), dann sind im Kolben Abschnitte mit weiblichen und männlichen Blüten vorhanden. Der Spadix besitzt einen fertilen, mit Blüten besetzten und einen sterilen Abschnitt. Letzterer kann sehr unterschiedlich geformt und verlängert sein. Männliche Blüten enthalten zwei bis fünf Staubblätter.

Die roten Beeren enthalten wenige Samen.

Ökologie[Bearbeiten]

Sie fällt vor allem durch ihre attraktiven Blütenstände auf, die jeweils von einem Hochblatt (Spatha) umhüllt sind, welches sehr unterschiedlich geformt und gefärbt sein kann. Wie viele ihrer Verwandten zählt Arisaema zu den Kesselfallenblumen, d. h. es werden Insekten angelockt, die in den kesselartig geformten Blütenständen gefangen werden und dort die Blüten bestäuben. Die häufigsten Bestäuber sind Pilzmücken; die Pflanzen werden deshalb als Pilzmückenblumen bezeichnet.

Wenn die Art zweihäusig getrenntgeschlechtig ist, ist zur Befruchtung und Samenbildung mindestens ein weibliches und ein männliches Individuum notwendig. Die hauptsächlichen Bestäuber sind Pilzmücken aus den Familien Mycetophilidae und Sciaridae. Diese werden durch Duftstoffe angelockt, die vom sterilen Teil des Spadix abgegeben werden. Die Beschreibungen des Geruchs verschiedener Arisaema Arten reichen von Urin über frischen Meeresfisch bis zu Rhabarber oder Pilzaromen.

Für eine erfolgreiche Bestäubung müssen die Insekten zuerst in einen männlichen Blütenstand geraten. Sie werden vom Geruch des Spadix angelockt, fallen dann in die kesselförmige Spatha und kriechen am Boden der Falle umher, wobei sie sich mit Pollen beladen, der von den männlichen Blüten ausgestreut wird. Die männlichen Blütenstände besitzen einen Ausgang, eine Öffnung in der Spatha, durch den die Tiere wieder ins Freie kommen.

Wenn die mit Blütenstaub beladenen Insekten nun in einen weiblichen Blütenstand geraten, können sie dort beim Umherkrabbeln den mitgebrachten Pollen auf den Narben der weiblichen Blüten abstreifen. Im Unterschied zu den männlichen Blütenständen besitzen die weiblichen jedoch keine Öffnung in der Spatha. Die Insekten bleiben gefangen und sterben in der Kesselfalle.

Vorkommen[Bearbeiten]

Arisaema-Arten sind über große Teile der Nordhalbkugel verbreitet. Der vermutete evolutionäre Ursprung der Gattung liegt im östlichen Himalayagebiet und in China, wo auch die meisten (91) Arten vorkommen. In Asien kommt die Gattung von Afghanistan bis Japan vor. Die Südliche Verbreitungsgrenze liegt in Südindien und Java. Es gibt einige Arten im Jemen und in Ostafrika sowie drei Arten in Nordamerika bis nach Mexiko.

Die besiedelten Lebensräume reichen von temperat-tropischen Bergregenwäldern bis zu Rasen oberhalb der Baumgrenze.

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Arten werden angebaut. Man kann ihre Blätter und unterirdischen Pflanzenteile gekocht essen. Das Essen dieser Pflanzenteile kann auf Grund von Calciumoxalat-Kristallen problematisch sein. Die Droge einiger Arten wird auch medizinisch genutzt. [1]

Arten (Auswahl)[Bearbeiten]

Es gibt etwa 150 Arisaema-Arten, 91 davon findet man in China:

Quellen[Bearbeiten]

  • Informationen zur Arisaema und ihrer Arten bei aroid.org. (englisch)
  • Heng Li, Guanghua Zhu & Jin Murata: Arisaema auf S. 43: Online., In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 23: Acoraceae through Cyperaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-99-3. (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Muricauda Small: Arisaema in Flora of North America, Volume 22: Online.
  • Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag bei Plants for a Future. (engl.)

Literatur[Bearbeiten]

  • S. Vogel: A survey of the function of the lethal kettle traps of Arisaema (Araceae), with records of pollinationg fungus gnats from Nepal. In: Botanical Journal of the Linnean Society 133 (2000). S. 61-100.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arisaema – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien