Bixente Lizarazu

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Bixente Lizarazu

Bixente Lizarazu (2011)

Spielerinformationen
Geburtstag 9. Dezember 1969
Geburtsort Saint-Jean-de-LuzFrankreich
Größe 169 cm
Position Linksverteidiger
Vereine in der Jugend
1977–1988 Les Églantins Hendaye
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1986–1989
1988–1996
1996–1997
1997–2004
2004
2005–2006
Girondins Bordeaux B
Girondins Bordeaux
Athletic Bilbao
FC Bayern München
Olympique Marseille
FC Bayern München
43 (10)
246 (22)
16 0(0)
151 0(7)
14 0(0)
31 0(0)
Nationalmannschaft
0
0
0
1992–2004
1993
Frankreich U-21
Frankreich U-23
Frankreich B
Frankreich
Baskenland
0
0
0
97 0(2)
1 0(0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Bixente Lizarazu [bi'ʃente lisa'ɾasu] (* 9. Dezember 1969 in Saint-Jean-de-Luz, Frankreich) ist ein ehemaliger französischer Fußballspieler und Angehöriger der baskischen Volksgruppe. In seiner Profi-Karriere, welche er 1988 bei Girondins Bordeaux begann und 2006 beim FC Bayern München beendete, war er in den Profiligen Frankreichs, Spaniens und Deutschlands aktiv und hat zahlreiche nationale und internationale Titel sammeln können. Zudem war er französischer Nationalspieler und wurde mit der Auswahl Welt- sowie Europameister.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Lizarazu begann seine Fußballlaufbahn 1977 beim französischen Provinzverein Les Églantins Hendaye. Von dort wechselte er 1988 zum Erstligisten Girondins Bordeaux. Bordeaux war zu diesem Zeitpunkt eine der stärksten und erfolgreichsten Mannschaften Frankreichs und war 1987 mit Spielern wie Battiston, Tigana oder Lacombe französischer Meister und Pokalsieger geworden. In Lizarazus Debütsaison (in der auch Christophe Dugarry verpflichtet wurde) belegte man aber nur einen enttäuschenden 13. Platz. Zwar trat Girondins im Folgejahr wieder erfolgreich auf und belegte den 2. Platz in der Meisterschaft, aber es folgte der große Absturz: Aufgrund von finanziellen Problemen wurde Bordeaux am Ende der Saison 1990/91 in die Division 2 zwangsversetzt. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg 1992 gehörte Girondins zunächst wieder zur Ligaspitze. Verstärkt durch Zinedine Zidane (ab 1992) und Richard Witschge (ab 1993) belegte das Team zweimal in Folge Platz vier, rutschte danach aber in der Tabelle wieder ab.

1995 qualifizierte sich der Verein über den UEFA Intertoto Cup für den UEFA-Pokal und erreichte die Finalspiele am 1. und 15. Mai 1996 gegen den FC Bayern München. Zuvor hatte Bordeaux u. a. Betis Sevilla und den AC Mailand besiegt. Der verpasste Titel bedeutete allerdings für einige Spieler den Start für ihre internationalen Karrieren. Zidane und Dugarry wechselten nach Italien, Lizarazu nach Spanien zum Erstligisten Athletic Bilbao, der dafür bekannt ist, dass er nur baskische Spieler in seine Reihen aufnimmt. Da Lizarazu im französischen Teil der Baskenregion geboren wurde, durfte er auch für Bilbao spielen und ist somit einer der wenigen Nicht-Spanier, der jemals für Athletic und auch einmal für die Baskische Fußballauswahl spielen durfte. Nach nur einer Spielzeit wechselte Lizarazu nach Deutschland zum Rekordmeister FC Bayern München.

Am 2. August 1997 (1. Spieltag) debütierte er in der Bundesliga bei der 0:1-Niederlage im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Am 9. September 1998 (3. Spieltag) beim 6:1-Sieg im Heimspiel gegen Hansa Rostock gelang ihm mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 auch sein erstes Bundesligator. Bei den Bayern spielte er - abgesehen von der Hinserie bei Olympique Marseille 2004 - bis Saisonende 2005/06 und gewann 18 Titel. Die Rückkehr aus Marseille war der langfristigen Verletzung von Philipp Lahm geschuldet, der Lizarazus Position einnehmen sollte. Nachdem Lizarazu noch eine Spielzeit anhängte, erklärte er am 30. April 2006 das Ende seiner Profikarriere zum Saisonende.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Lizarazu debütierte am 14. November 1992 in Paris im WM-Qualifikationsspiel beim 2:1-Sieg über Finnland in der A-Nationalmannschaft. Sein erstes Länderspieltor erzielte er am 15. November 1995 in Caen im EM-Qualifikationsspiel beim 2:0-Sieg über Israel. Mit der 0:1-Niederlage im Viertelfinalspiel der Europameisterschaft 2004 in Portugal am 25. Juni gegen den späteren Europameister Griechenland endete auch seine Karriere als Nationalspieler. Am 5. August 2004 erklärte der nur 1,69 m große und 69 kg schwere Baske nach 97 Länderspielen den Rücktritt aus der Nationalmannschaft, mit der er nachstehende Erfolge errang.

Erfolge[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Erfolge mit Girondins Bordeaux:

Erfolge mit Bayern München:

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Nach dem Ende seiner Profi-Karriere wurde er Co-Moderator beim französischen Fernsehsender Canal Plus. Außerdem moderiert er Fußball-Live-Übertragungen als Co-Moderator im heute größten privaten französischen Fernsehsender TF1.[2] Neben Champions-League-Spielen waren es 2010 auch Übertragungen von der Fußball-WM in Südafrika.

Im Jahr 2000 erhielt der im französischen Baskenland geborene Lizarazu einen Erpresserbrief von der baskischen Terrororganisation ETA, die ihm vorwarf, für eine feindliche Nation, nämlich Frankreich, zu spielen. Er habe deswegen Schutzgeld (die berüchtigte Revolutionssteuer) zu zahlen, um sich und seine Familie vor Konsequenzen zu schützen. Lizarazu wurde daraufhin unter Polizeischutz gestellt. Obwohl er für Frankreich spielte, fühlt sich Lizarazu jedoch als Baske.

Am 27. Dezember 2008 kaufte er mit seinen ehemaligen Teamkameraden von Girondins Bordeaux, Alain Boghossian und Zinédine Zidane das Team Olympique Croix de Savoie 74 aus der Championnat National.

Bixente Lizarazu ist der Bruder von Peyo Lizarazu. Dieser war Jugend-Surf-Europameister und gilt als einer der besten Surfer weltweit. In der Stadt Hendaye ist nach dem Spieler ein Fußballstadion, das Stade Bixente Lizarazu, benannt. Nach seiner aktiven Fußballkarriere strebt Lizarazu eine zweite sportliche Karriere an. Er wollte für Frankreich bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver an den Wettkämpfen im Skeleton teilnehmen[3], verwarf diese Idee aber wieder, weil er für ein ernsthaftes Training in die Alpen hätte ziehen müssen. Außerdem wurde er am 31. Januar 2009 in Lissabon Europameister im Brazilian Jiu-Jitsu in der Klasse Blue Belt Senior 1 - Light.

Zwischen dem 27. November 2001 und 4. Mai 2002 war er der erste und bisher einzige Spieler, der gleichzeitig amtierender Welt-, Europa-, Confed-Cup- und Deutscher Meister sowie Champions League- und Weltpokalsieger war.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Torschütze des Monats Februar 2000. ARD Sportschau. Abgerufen am 15. August 2012.
  2. Lizarazu rejoint TF1 (Französisch), L’Équipe. 5. September 2009. Abgerufen am 15. August 2012. 
  3. Fussballer Lizarazu will an Winter-Olympia starten, Nachrichten.ch. 14. Oktober 2007. Abgerufen am 5. Juli 2010.